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Full text of "Denkschriften der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Classe"

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* 


HARVARD     UNIVERSITY. 


LIBRARY 


OK  THE 


MUSEUM   OF  COMPARATIVE  ZOÖLOGY. 

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3- 


3- 


□ 


DENKSCHRIFTEN 


DER 


KAISERLICHEN 


AKADEMIE  DER  WISSENSCHAFTEN. 


1 


MATHEMATISCH-NATURWISSENSCHAFTLICHE  CLASSE. 


SIEBENUNDDREISSIGSTER   BAND. 


MIT  7G  TAFKEN. 


IN  COMMISSION  BEI  KARL  GEROLD'S  SOHN. 

.„CHHJtNDLEB    DE»    KAISEaMCHEN   AKADEMIE   DEB    W,»SE«SC.«AKTEN. 


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DENKSCHRIFTEN 


l>EK 


KAISERLICHEN 


AKADEMIE  DEH  WISSENSCHAFTEN. 


MATHEMATISCH-NATURWISSENSCHAFTLICHE  CLASSE. 


SIEBENUNDDREISSIGSTER    BAND. 


WIEN. 


AUS  DER  KAISERLICH-KÖNIGLICHEN   HOF    UND  STAATSDRUCKEREI. 

1 8  7  7. 


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TN  HALT. 


Erste  Abtheilung. 

Abhandlungen  von   Mitgliedern  der  Akademie. 

Seiti 

Fritsck:   Jährliche  Periode  der  [nsectenfauna  von  Österreich-Ungarn.   II.  Die  Käfer  (Coleoptera).  (Mit 

graphischen  Darstellungen  auf  9  Tafeln.) 1 

Claus:  Zur  Kenntniss  des  Baues  und  der  Organisation  der  Polyphemiden.  (Mit  7  Tafeln.)     .    .        .    .  137 

Ettingshausen,  Freih.  v.:   Die  fossile  Flora  von  Sagor  in  Krain.  (Mit  17  Tafeln.) 161 

Lancier :   Über  die  Blutgefässe  der  Knochen  des  Schädeldaches  und  der  harten  Hirnhaut,  (Mit  4  Tafeln. )  217 
Hdler:    Untersuchungen  über  die  Tunicaten  des  Adriatischen  und  Mittelmeeres.   III.  (I.)  Abtheilung. 

(Mit  7  Tafeln.) 24] 

Zweite  Abtheilung. 

Abhandlungen   von  Nicht-Mitgliedern. 

Fuchs:   Studien  über  die  jüngeren  Tertiärbildungen  Griechenlands.  (Mit  32  geologischen  Durchschnitten 

und  5  Petret'actentafeln.) ' 

ZmurJco :    Über  Kriterien    höherer  Ordnung  zur  Unterscheidung  der  relativen  Maxima    und  Minima 

bestimmter  Integrale  hei  vorhandenem  Systeme  zweifelhafter  Nachbarwerthe     ...  43 

Manzoni:   I  Briozoi  fossili  del  Miocene  d'Austria  ed  Ungheria.  II.  Parte.*  (Mit  17  Tafeln.)     ...  49 

Noväk:   Beiträge  zur  Kenntniss  der  Bryozoen  der  böhmischen  Kreideformation.  (Mit  10  Tafeln.)          .  79 


*  Diese   Arbeit   bildet    die  Fortsetzung   der  unter  dem  Titel:  „Die  fossilen   Bryozoen   des   österreichisch-ungarischen 

Miociins"  (Denkschr.  d.  kais.  Ak.  d.  Wiss.  :;::.  Bd.)   begonnenen  Untersuchungen  weiland  des  w.  M.  Prof.  v.  Eteuss  I  ist 

desslmlb  als  „II.  Parte"  angeführt. 


Berichtigung  zur  Abhandlung  „Doelter"  im  XXXVI.  Rande  der  Denkschriften: 

Seite   147  (Seite  7)  Zeile  3  von  unten  lies  n  statt  p. 

148        „     8       „    10     „         „       sind  die  Worte  „und  Leucit."  zu  streichen. 

185  45  7      „      oben      lies   Theil    Statt  Thal. 


Erste  Abtheilung. 


Abhandlungen  von  Mitgliedern  der  Akademie. 


Mit  44  Tafeln. 


JAHRLICHE  PERIODE  DER  INSECTENFAUNA 

VON 

ÖSTERREICH-UNGARN. 


IL    DIE    KÄFER   (CO LEOPTE RA). 


VON 


KARL  FRITSCH, 

EOROLOGIE  UKD    ERDMAGNETISMI 
DER     WISSE    SCHÄFTEN  elo. 


EM.  VICE-PIRECTOR    DER    K.  K.  OE!    [I     1-       3TALT  FÜR  METEOROLOGIE   UND    ERDMAGNETISMUS,   CORREEPOJ-DIRENDEM  MITGLIEDE    DER    KAISERLICHEN    .- ! 

DER     WISSE    SCHAFTES  elo. 


VORGELEGT  IN  DER  SITZUNG   DER   MATHEMATISCH-NATURWISSENSCHAFTLICHEN  CLASSE  AM  20    JULI    1876 


JJem  erstell  Tlieile  meiner  Abhandlung,  betreffend  die  jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich- 
Ungarn,  I.  Die  Fliegen  (DipteraJ  folgt  nun  der  zweite,  welcher  ähnliche  Untersuchungen  über  die  Käfer 
( Goleoptera  i  enthält. 

Ich  habe  diese  Classe  der  Insecten  vor  den  übrigen,  welche  sieh  naturgeniäss  an  jene  der  Zweiflügler 
anschliessen  würden,  wie  z.  B.  die  Hautflügler  (HymenopteraJ  schon  jetzt  angescülossen,  weil  die  Beobach- 
tungen hierüber  am  längsten  angestellt  worden  sind,   und  auch  die  meisten  Arten  u  nt'asseu. 

Zur  Zeit,  als  Redtenbacher's  ..Fauna  austriaca.  Die  Käfer-  erschien  (1849),  war  der  Zeitpunkt  des 
Erscheinens  der  Faunen  anderer  Insectenclassen  noch  in  die  Ferne  gerückt.  So  erschienen  die  „Neuroptera 
austriaca-  von  Brauer  und  Low  erst  1857,  die  „Europäischen  Heiniptera"  von  Fieber  1861,  die  „Diptera" 
von  Schiner  erst  1862  —  1864,  und  über  die  anderen  Ordnungen  der  [nsecteu  besitzen  wir  noch  beute 
kein  Werk,  welches  so  speciell  wie  die  genannten,  die  österreichisch -ungarische  Fauna  berücksichtigt. 
Heinemann's  ..Schmetterlinge  Deutschlands  und  der  Schweiz-,  welches  Werk  ich  zu  den  Determiuirungen 
der  Arten  dieser  Ordnung  wählte,  ist  meines  Wissens  noch  gegenwärtig  i  l^T.'n  nicht  ganz,  vollendet  obgleich 
die  1.  Abtheilung  (Grossschmetterlinge)  bereits  1859  erschien. 

Da  Herr  Custos  Rogenhofer  eine  lange  Reihe  von  Jahren  hindurch  so  freundlich  war.  die  Determin't- 
rung  der  Lepidopteren  zu  besorgen,  so  hatte  ich  nichl  Gelegenheit,  mir  die  nöthige,  auf  Autopsie  gegrün  Lete 
Kenntniss  der  Lepidopteren  zu  erwerben,  wie  in  den  anderen  [nsectenordnuugen  —  sonst  hätte  ich  die  Lepi- 
dopteren zuersl  berücksichtigt,  weil  sie  sich  besser  als  die  Insecten  der  übrigen  Ordnungen  zu  den  Beobach- 
tungen über  periodische  Erscheinungen  eignen. 

Was  endlich  die  Geradflügler  (Orthoptera  betrifft,  so  bin  ich  noch  nicht  über  einige  einleitende  Studien 
hinausgekommen. 

Deakfichriften  der  mathem.<naturw.  Cl.    XXXVII.  Bd.  1 


2  Karl  Fr  tisch. 

Aus  diesen  Gründen  kann  ich  die  einzelnen  Abtheilungen  meiner  Arbeit  nicht  in  der  natürlichen  Folge 
der  Ordnungen  erscheinen  lassen.  Auch  dürfte  es  hier  kaum  von  Bedeutung  sein,  dass  ich  zur  Bezeichnung 
derselben,  wenigstens  in  der  Abtheilung  der  Insecten  mit  vollkommener  Verwandlung,  noch  die  veraltete,  mir 
zur  Gewohnheit  gewordene  Terminologie  von  Linne  beibehalte,  zumal  dieselbe  bis  in  die  neueste  Zeit  von 
mancher  entomologischen  Autorität,  insbesondere  Schiner  in  seiner  Dipteren-Fauna  in  Schutz  genom- 
men wird. 

Meine  eigenen  Beobachtungen  über  die  periodische  Erscheinung  der  Käfer,  welche  als  die  ersten  schüch- 
ternen Versuche  hierüber  anzusehen  sind,  reichen  bis  zum  Jahre  1844  zurück1.  Als  ich  nach  dreijähriger 
Abwesenheit  auf  wissenschaftlichen  Beisen  die  nöthige  Müsse  fand,  mich  den  Beobachtungen  über  die  Käfer 
ungestört  widmen  zu  können,  gab  ich  denselben  die  grösste  Ausdehnung,  welche  mir  möglich  war.  Es  war 
vom  J.  1849  angefangen,  in  welchem  auch  Redtenbacher's  Fauna  erschien,  ohne  welche  die  Ausführung 
meines  Vorhabens  wohl  kaum  möglieh  gewesen  wäre. 

Während  ich  mich  bei  meinem  ersten  Versuche  im  J.  1844  und  1845  darauf  beschränkte,  bei  einigen 
der  bekanntesten  Arten  den  Tag  der  ersten  und  letzten  Erscheinung,  also  die  Grenzen  der  Periode  und  die 
Zahl  der  Tage  anzugeben,  an  welchen  jede  Art  ..einzeln-,  ..in  Mehrzahl-,  ..zahlreich"  und  überhaupt  mir 
vorgekommen  ist,  machte  ich  1849  bereits  den  Versuch,  die  jährliche  Vertheilung  zu  ermitteln,  indem  ich  in 
jedem  einzelnen  Monate  die  Zahl  der  Tage  des  Vorkommens  angab  2.  Die  Anzahl  der  berücksichtigten  Arten 
war  bereits  auf  191  gestiegen. 

Diese  Beobachtungen  wurden  bis  zu  meiner  Übersiedlung  nach  Wien  (zur  Zeit  der  Errichtung  der  k.  k. 
Centralanstalt  für  Meteorologie  etc.),  welche  Ende  August  1851  erfolgte,  fortgesetzt  und  fortwährend  erwei- 
tert. Die  Ergebnisse  aus  den  Jahren  1850  und  1851  wurden  in  den  Sitzungsberichten  der  k.  Akademie  der 
Wissenschaften  veröffentlicht3;  zuerst  jene  des  J.  1850  allein,  über  720  Arten,  dann  von  beiden  (eigentlich 
vom  September  1849  bis  August  1851)  Jahren  zusammen  über  1000  Arten. 

Auch  in  den  beiden  ersten  Jahren  meines  Aufenthaltes  in  Wien  wurden  die  Beobachtungen  nach  dem- 
selben Plane  angestellt  und  in  den  Jahrbüchern  der  k.  k.  Centralanstalt  für  Meteorologie  veröffentlicht4, 
wenn  dieselben  gleich  auf  den  botanischen  Garten  beschränkt  blieben,  welcher  aber  nach  Zulass  der  Witte- 
rung täglich  besucht  worden  ist. 

In  der  ersten  Instruction,  welche  1853  von  der  Centralanstalt  an  ihre  Stationen  gesendet  und  von  mir 
im  Auftrage  des  verewigten  Directors  K.  Ereil  verfasst  worden  ist,  um  Theilnehmer  an  den  Beobachtungen 
über  periodische  Erscheinungen  im  Thierreiche  Zugewinnen,  wurde  auch  die  Beobachtung  von  33  nament- 
lich angeführten  Käferarten  empfohlen.  Die  Beobachtung  sollte  aber  auf  die  Zeit  der  ersten  Erscheinung  der 
einzelnen  Arten  beschränkt  bleiben,  um  einen  grösseren  Kreis  von  Theilnehmer  zu  gewinnen  \ 

Im  folgenden  Jahre  wufde  von  mir  eine  grössere  Instruction  entworfen,  in  welcher  schon  eine  bedeutend 
grössere  Anzahl  von  Käferarten  berücksichtigt  erscheint;  auch  wurde  den  Beobachtern  aufgegeben,  ausser 
der  Zeit  der  ersten  Erscheinung  der  einzelnen  Arien  auch  die  Zeit  des  Verschwinden»  zu  notiren,  sowie  auch 
auf  die  Perioden  wiederholter  Erscheinungen  =  neuer  Generationen,  Bücksicht  zu  nehmen'1. 

Nach  dem  Plane  dieser  Instruction  habe  ich  von  nun  an  (1854)  auch  meine  eigenen  Beobachtungen  ein- 
gerichtet, obgleich  dieselben  1855  über  die  engen  Schlanken  des  Wiener  botanischen  Gartens  erweitert  und 
im  grösseren  Umkreise  der  Umgebung  von  Wien  ausgedehnt  wurden  sind. 


1  Magnetische  und  meteorologische  Beobachtungen  zu  Prag.  Von  K.  Kreil.  Jahrg.  1S44  u.  ist.-. 
-  .Magnet,  und  meteor.  Beobachtungen  zu  Prag.  Jahrg.  1S49. 

3  Über    die   jährliche  Vertheilung   der  Käfer.     Jännerheft    lS5l.     Resultate    zweijähriger  Beobachtungen.    November- 
het't    1851. 

1  IV.  u.  V.  Bd.  Jahrgänge   1852  und  1S53. 

5  Jahrbücher  der  k.  k.  Centralanstalt,  II.  Bd. 

6  Jahrbücher,  III.  Bd. 


Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich- Ungarn.  3 

Hierbei  blieb  es  auch  nach  dem  Erscheinen  meiner  neuerlichen  Instruction  vom  .T.  1859  ',  in  welcher  <lie 
Zahl  der  zu  beobachtenden  Käferarten  vorzugsweise  auf  48  beschränkt  worden  ist,  die  früheren  Phasen  der 
Erscheinungen  jedoch  beibehalten  worden  sind. 

Für  die  jährliche  Vertheiluug  der  Arten  wurden  von  mir  seit  3  sf>4  in  der  früheren  Weise  (1849 — 1853) 
nur  indirect  Daten  gesammelt,  nämlich  mit  Rücksicht  auf  den  Zeitpunkt  des  Verschwindens,  welcher  sich 
mit  einiger  Sicherheit  nur  bestimmen  Hess,  indem  ich  die  dein  Verschwinden  nahen  Arten  täglich  notirte. 
Da  nun  nicht  wenige  Arten  in  zwei  und  seihst  mehreren  Perioden  vorzukommen  schienen,  so  wurden  Erschei- 
nungsdaten erhalten,  welche  einen  beträchtlichen  Theil  des  Jahres  mnfassten. 

Von  18G4  au  brachte  ich  jeden  Sommer  in  Salzburg  zu,  187]  kehrte  ich  nicht  mehr  nach  Wien  zurück. 
Ich  fand  nun  die  nöthige  Müsse,  meinen  Beobachtungen  die  grösste  wttnschenswerthe  Ausdehnung  zu 
geben. 

Die  früheren  Notirungeti  der  Zeit  des  ersten  und  letzten  Erscheinens  ("eigentlich  nur  Beobachten»)  der 
Arten  während  meines  Sommeraufenthaltes  konnten  von  1871  in  fortdauernde  übergehen,  und  die  Beobach- 
tungen wurden  wieder  nach  demselben  Plane  angestellt,  wie  vor  1^">.'!. 

Während  daher  von  Pia;;-.  Wien  und  Salzburg,  wo  nach  und  nach  mein  Domicil  war,  mehr  oder 
weniger  vollständige  Reihen  einige  Jahre  hindurch  fortgesetzter  fortlaufender  Beobachtungen  über  die  Tage 
des  Vorkommens  der  Käfer  vorliegen,  beschränken  sich  die  Daten  an  den  übrigen  Stationen  in  den  einzelnen 
Jahrgängen  vorzugsweise  auf  die  Zeiten  der  ersten  Erscheinung.  Die  letzte  Erscheinung  und  das  Vorkommen 
in  zwei  u.  s.  w.  Perioden  ist  verhältnissmässig  nur  wenig  berücksichtigt,  während  sich  aus  meinen  fortlaufen- 
den, freilich  sehr  mühsamen  Aufzeichnungen  die  erwähnten  Puasen  bestimmen  bissen. 

Nur  von  Herrn  Emil  Conrad  in  Senftenberg  sin  1  1853  und  18  ;1  ganz  nach  dem  Plane  meiner  Beob- 
achtungen in  Prag  ilsl'.i  — 1851)  fortlaufende  Aufzeichnungen  gemacht  und  übersichtlich  zusammengestellt 
worden,  welche  ein  gutes  Bild  der  jährlichen  Vertheilung  gewähren.  Ich  bin  daher  in  der  Lage,  die  Fre- 
quenz der  Käfer  während  der  jährlichen  Periode  von  vier  durch  ihre  geographische  Lage  beträchtlich  ver- 
schiedenen Stationen:  Prag  und  Senftenberg  (an  der  Ostgrenze  Böhmens),  dann  Wien  und  Salzburg  darstellen 
zu  können. 

Nach  dem  Bisherigen  umfasst  meine  Abhandlung  über  die  jährliche  Periode  der  Käfer  wieder,  wie  die 
erste,  die  Fliegen  betreffende,  zwei  Theile,  von  denen  der  erste  sieh  mit  der  Darstellung  der  Erscheinungs- 
zeiten, der  zweite  mit  der  jährlichen  Vertheiluug  der  Käfer  befasst. 


A.   Erscheinungszeiten. 

Es  sind  im  (ranzen  nicht  weniger  als  ii.~>  über  alle  Länder  von  Österreich-Ungarn  veitheilte  Stationen, 
von  welchen  ich  Beobachtungen  über  die  Erscheinungszeiten  der  Käfer  für  meine  beiden  Theile  des  Kalen- 
ders der  Fauna  2,  meine  phänologisehen  Studien3,  sowie  für  einen  noch  nicht  edirten  Nachtrag  zum  Kalen- 
der der  Fauna  zusammenstellte,  selbstverständlich  nur  insoweit,  als  es  die  eben  angeführten  Arbeiten  erfor- 
derten. 

Vollständig  berücksichtigt  sind  nur  die  Beobachtungen,  welch  •  vor  der  Bearbeitung  des  ersten  Theiles 
des  Kalenders  der  Fauna  (also  bis  1862)  angestellt  werden  sind,  und  insoweit  sie  —  freilich  nur  für  eine  be- 
stimmte Anzahl  der  Arten  —  das  Substrat  meiner  „phänologiscbenStudien*  bilden  (also  bis  1868),  Alle  ande- 
ren oder  späteren  Beobachtungen  nur  tbeilweise  un  1  insoweit  als  sie  zur  Ergänzung  des  zweiten  Theiles  des 
Kalenders  der  Fauna  dienlich  waren,  oder  für  einen  nicht  edirten  dritten  Theil  hätten  dienlich  sein  können, 
und  zwar  bis  Ende  1874.   Es  sind  da  her  die  Beobachtungen  einzelner  Stationen  in  dem  Mass  e 


1  Sitzungsberichte  der  kais.  Akademie  der  Wissenschaften.  XXXVII.  Bd. 

-'  Sitzungsberichte  der  kais.  Akademie  der  Wissenschaften.  LVI.  u.  LVIII.  Bd. 

3  Sitzungsberichte  der  kais.  Akademie  der  Wissenschaften.  LXI.  Bd. 


4  Karl  Fritsch. 

weniger  berücksichtigt,  a  1  s  s  i  e  später  eint  r  a  t  e  n  und  s  i  c  h  aufArten  beziehe  n,  deren  E  r- 
g  cheinungszeiten  schon  früher  ans  den  Beobachtungen  an  anderen  Stationen  abgeleitet 
w o r d c n  sind,  da  Mit t el w e r th e  f ü r  einige  derselben  in i r  g e n ü g e n d  schienen. 

Die  Erscheinungszeiten  beziehen  sich  nur  auf  die  absolut  erste  Erscheinung,  da  über  die  anderen  Phasen 
der  Perioden  des  Vorkommens  nur  spärliche  und  wenig  sichere  Beobachtungen  vorliegen,  abgesehen  von  den 
vier  Stationen,  für  welche  die  jährliche  Vertlt eilung  der  Familien,  Gattungen  und  Arten  ermittelt  werden 
konnte,  welche  ohnehin  deu  Inhalt  des  zweiten  Theiles  dieser  Arbeit  bildet. 

Die  Erscheinungszeiten  sind  tlieils  durch  Mittelwerthe  der  Tage  des  ersten  Vorkommens,  theils  durch 
die  Angabe  der  Monate  desselben  dargestellt,  so  weit  die  Beobachtungen  zur  Ableitung  von  Mittelwerthcn 
nicht  ausreichend  waren. 

Die  systematische  Anordnung  des  Materiales  ist  der  zweiten  Auflage  der  Fauna  von  Redtenbacher 
entnommen,  weil  nach  derselben  alle  Vorarbeiten  ausgeführt  worden  sind.  In  neuester  Zeit  ist  wohl  eine 
dritte  Auflage  dieses  Werkes  erschienen,  welche  zu  berücksichtigen  gewesen  wäre,  wenn  man  dem  neuesten 
Stande  der  Literatur  hätte  Rechnung  tragen  wollen.  So  weit  aus  einer  nur  theilweise  vorgenommenen  Ver- 
gleichung  beider  Auflagen  geschlossen  werden  kann,  so  beschränkt  sieh  die  dritte  Auflage,  abgesehen  von 
einer  Vermehrung  der  Gattungen  und  Arten,  fast  ausschliessend  auf  eine  zum  Theile  andere  systematische 
Reihung  derselben. 

Die  Angaben  über  die  Zeiten  der  Erscheinung,  welche  zur  Vergleichung  mit  den  von  mir  ermittelten  von 
Wichtigkeit  gewesen  wären,  sind  eben  so  spärlich  wie  in  der  früheren  Auflage,  obgleich  sie  durch  Berück- 
sichtigung meiner  Angaben  über  die  Erscheinungszeiten  mehrerer  hundert  Arten  Käfer  der  Fauna  von  Wien 
nicht  unbeträchtlich  hätten  vermehrt  werden  können;  jene  über  Lebensweise,  welche  bei  den  Beobachtungen, 
wenn  auch  nur  in  zweiter  Linie  in  Frage  kommen,  sind  fast  durchgehend«  ungeändert  geblieben. 

Die  Arbeit  war  bereits  zu  weit  vorgeschritten,  als  dass  ich  mich  zu  einer  so  wenig  lohnenden  Umarbei- 
tung hätte  entschliessen  können. 

Aus  folgender  Tabelle  sind  die  Stationen  ersichtlich,  von  welchen  Beobachtungen  über  die  Erschei- 
nungszeiten vorliegen.  Die  drei  ersten  Spalten  enthalten  die  Unterschiede  der  geographischen  Breite  =  \B, 
Länge  =&L  und  Seehöhe  =A<S  gegen  Wien.  E>ie  Differenzen  von  B  und  L  sind  in  Graden  und  deren  Deci- 
nialen  angegeben,  jene  von  8  in  Metern. 

Die  drei  folgenden  Spalten  enthalten  das  Product  dieser  Differenzen  mit  den  in  den  Köpfen  der  Colum- 
nen  angegebenen  Constanten  '.  Diese  entsprechen  der  mittleren  Verzögerung  oder  Beschleunigung  der  Blüthe- 
zeit  (in  Tagen)  krautartiger  Pflanzen,  wenn  B  oder  L  um  1°  und  S  um  1  Meter  zunehmen.  Die  Begründung 
folgt  weiter  unten.  • 

Die  letzte  Spalte  endlich  enthält  die  Summe  der  Grössen  in  den  drei  früheren  Spalten.  Diese  Summe 
diente  als  Index  iür  die  Reihung  der  Stationen,  bei  den  Mittelwerthen  der  Erscheinungszeiten.  Ein  negatives 
Vorzeichen  bedeutet  einen  Vorsprung  gegen  Wien  in  Beziehung  auf  die  Erscheinungszeit,  ein  positives  Ver- 
zögerung, beide  in  Tagen  und  deren  Decimalen  angegeben. 

Die  Benützung  der  angeführten  Constanten  gründet  sich  auf  die  Annahme,  dass  das  Insectenleben  mit 
dem  Pflanzenleben  auf  das  Innigste  zusammenhängt.  Es  wurden  die  Constanten  für  krautartige  oder  Boden- 
pflanzen, und  nicht  jene  für  die  Holzpflanzen  (Bäume  und  Sträuche)  gewählt,  weil  die  Käfer  vorwiegend  auf 
ersteren  oder  am  Boden  beobachtet  werden.  Übrigens  weichen  beide  Kategorien  der  Constanten  nicht  bedeu- 
tend von  einander  ab. 


1  jfflanzenphänologische  Untersuchungen  im  L1II.  Bande  der  Sitzungsb.  d.  k.  Akad.  d.  Wiss.  Wien  1866. 


Jährliche  Periode  der  Inseetenfauna  von  Osterreich-Ungan 


Übersicht  der  Stationen. 

Unterschiede  ihrer  geogr.  Breite  {kB),  Länge  (AZ.)  und  Seehöhe  (AS)  mit  Wien. 
Reduction  der  Erschemungszeiten  auf  Wien. 


Station 


1B 


\L 


A.S' 


3-8  n; 

0-4A/, 

0  046  A.S' 

V 

—  6-o 

—  11-7 

4-21-6 

4-14-9 

-  9-0 

—  0-2 

—  1-8 

—  11 

0 

+  3-8 

-4-1-2 

4-13-3 

+  is 

3 

+  5-9 

+0-4 

4-16  6 

+  22 

9 

—  13-3 

-1-2 '3 

0 

—  11 

0 

+  5-9 

+1-0 

4-  6-0 

+  12 

9 

—  3-8 

—2-6 

4-17  9 

+  11 

5 

—  6-5 

-2-d 

4-  1-8 

—  6 

i 

—  -2-7 

—2-7 

4-  9-7 

+  4 

3 

-1-  3-0 

+  1-0 

4-12-0 

+  16 

0 

+  3-S 

H-0-  1 

4-  0-9 

+  4- 

S 

-4-  3-0 

—  OS 

+  10-6 

+  12 

8 

+  0-4 

4-0-9 

+  17-0 

+  18 

3 

—  7'6 

—  0-4 

4-1-8 

—  6 

4 

-t-  3-4 

-0-4 

4-12-9 

+  15 

9 

+  50 

—0-3 

-J-  9-7 

+  14 

3 

+  2-7 

+2-0 

4-  2-8 

+  7 

5 

o-o 

-0-8 

4-  4-6 

+  3 

8 

—  0-7 

—06 

4-10-1 

-  8 

8 

—  4-9 

-1-2 

4-33-1 

+  27 

0 

—  9-1 

+3-1 

4-10-1 

+  4 

l 

-+-  11 

+  1-0 

4-19-3 

+  21 

4 

+  5-0 

+0-7 

4-  5-1 

+  10 

8 

—  0-4 

+2  -8 

—  2-8 

-  0 

4 

—  6  8 

—  1-4 

4-13-4 

+  10 

2 

-f-  4-9 

-+-2-0 

4-  1-8 

4-  S 

5 

+  4-6 

-0-3 

4-14-3 

4-18 

6 

—  3-4 

—  2  0 

4-13-5 

4-12 

1 

—  l'J 

—  1-1 

4-12-0 

4-  9 

0 

+  1-9 

+2-0 

+  0-9 

4-  4 

8 

-1-  3-4 

+  1-6 

4-19-8 

+  24 

8 

—  3-8 

—  1-G 

4-19-8 

4-14 

4 

—  0-4 

—  0-9 

4-11-5 

4-10 

•_> 

—  59 

—  0-8 

4-11-5 

+  4 

8 

+  4    2 

-HO- 4 

4-  0  9 

4-  5 

5 

—  0-8 

—  0-9 

4-  8-7 

+  ~< 

0 

—  9-5 

4-3-7 

4- 1 8  ■  5 

+  12 

7 

—  8-4 

—  0-8 

4-  4-  1 

—  5 

1 

-+-  5  9 

f-3-1 

4-  4-6 

+  13 

6 

+  2-8 

4-1-7 

4-15-6 

+  20 

l 

—  5-3 

-  1-4 

4-21-1 

+  14 

4 

+  ii-  1 

—0-8 

4-  8-3 

4-  7 

9 

—  80 

4-3-2 

—  2-3 

—  7 

1 

+  1-9 

—0-4 

4-2-3 

4-  3 

8 

—  4-2 

—  0-8 

4-19-8 

+  14 

s 

+  1-9 

4-1-1 

4-  7-4 

+  10 

4 

+  5-3 

4-0-7 

4-  4-6 

+  10 

6 

+  2  1 

4-0-1 

4-  1-4 

+  3 

6 

—  3-4 

o-o 

4-  7-8 

4-  4 

4 

—  2-7 

4-1-1 

—  3-0 

—  4 

6 

-11-8 

4-2  ■  2 

4-  3-2 

-  6 

4 

+  7-2 

—  0-8 

4-  0-5 

+  6 

9 

-  0-4 

4-0-3 

—  2  •  3 

■_> 

4 

+  6-8 

—  1-0 

4-  6-4 

+  12 

2 

—  1-9 

4-0-5 

—  3-2 

—  4 

6 

-+-  1-5 

4-1-7 

4-4-6 

4-  7 

S 

-1-4-2 

+  0  5 

4-12-4 

+  17 

1 

—  8-7 

—  21 

4-0-5 

—  10 

3 

+  7-2 

4-2'  1 

4-  1-0 

+  10 

3 

—  1-5 

—  1-4 

4-10-6 

+  7 

7 

—  7-6 

4-3-5 

4-69 

+  2 

8 

+  7-2 

o  ■  0 

4-10-6 

+  17 

s 

—  5-8 

—  2-4 

4-4S-0 

+  39 

8 

+  (',-5 

4-0-7 

4-  2-8 

+  10 

0 

0-0 

0-0 

(1  ii 

o 

0 

—  3-4 

—  2  0 

-1-17-9 

+  12 

•5 

—  9-9 

o-o 

4-20-0 

+  10 

1 

Admont 
Agram  .  . 
Arvavarallja 
Bärn  .  .  . 
Bania  .  .  . 
Biala  .  .  . 
Bludenz  .  . 
Bozen  .  . 
Bregenz  .  . 
Briesz  .  .  . 
Brunn  .  .  . 
Budweis  .  .  . 
Bngganz  .    .    . 

Cilli 

Datschitz     .    . 
Deutsi -hbrod   , 
Eperies    .    . 
St.  Florian   . 
Gresten    .    . 
Hausdorf  .    .    , 
Ili-riiiannsradt 
lilinik   .    .    .    . 
Hochwald    .    . 
Huszth     .    .   , 
st.  Jakob     . 
Jaslo     ... 
Iglau     .   .    . 
Innsbruck    . 
Ischl     .   .    . 
Kaschau    .    . 
Kesmark  .    . 
Kessen      .    . 
Kirchdorf     . 
Klagenfurt  . 
Kremsier 
Kremsmiinster 
Kronstadt 
Laibach    .    . 
Lemberg  .    . 
Leutschau    . 
Lienz    .    .    . 
Linz  .... 
Mediasch 
Melk     .    .    . 
Micheldorf  . 
Neusohl    .    . 
Neutitschein 
Nikolsburg  . 
Oberschützen 
Ofen  .... 
Oravicza  .    . 
Prag     .    .    . 
Pressburg    . 
Pürglitz  .   . 
Raab     .    .    . 
Liosenau    .    . 
Rottalow  itz 
Roveredo     . 
Rzeszow  .    . 
.Salzburg  .    . 
Schässburg 
Senftenberg 
Täufers     .    . 
Troppau  .    . 
Wim     .    .    . 
Wüten  .    .    . 
Zvecevo    .    . 


-1°6 

-1*9 

+  472 

-2-4 

-0-6 

—   40 

+  10 

+3-0 

+  295 

+  1-6 

+  1  -1 

+  358 

—  3*5 

+5-8 

0 

+1-6 

+  2-7 

+  129 

—  1-0 

—  6-5 

+  387 

-1  7 

—  5-0 

+   44 

—0-7 

—6-7 

+  209 

+0-8 

+  2-4 

+  262 

+  1-0 

+  0  2 

+   18 

+0-8 

—  1-9 

+  231 

+0-1 

+  2-3 

+  371 

—2-0 

—  1-1 

+  40 

+0-9 

-0-9 

+  270 

+  1-4 

-o-s 

+  213 

+0  7 

+  4-9 

+   63 

0-0 

—  20 

+  105 

—0  •  2 

—  1-4 

+  217 

—  1-3 

—3-1 

+  720 

—  2-4 

+  7-8 

+  219 

+0-3 

+  2-4 

+  120 

+  1-4 

+1-8 

+  112 

—o- 1 

+  6-9 

—   65 

—  1-s 

—  3-5 

+  399 

+  1-3 

+5  •  2 

+  44 

+1-2 

—  0-8 

+  314 

-0-9 

—5-0 

+  380 

—  0-5 

—2-8 

+  262 

+  0-5 

+4-9 

+   18 

+  0-9 

+4-1 

-r  427 

—  1-0 

—  4-0 

+  4:)  3 

-o-i 

2  2 

+  255 

—  1-6 

—  2-1 

+  24  6 

+  1-1 

+  1-0 

+   17 

-0-2 

■>  o 

+  190 

-2-5 

+  9-2 

+  379 

—  2-2 

—  1-9 

+   93 

+1-6 

+7-7 

+  104 

+  0-8 

+  4-3 

+  336 

—  1-4 

—3-6 

+  463 

+  0-1 

-2-1 

+  183 

—  2-  1 

+8  0 

—   48 

+  0  5 

-1-0 

+   55 

—  1  •  1 

—2-0 

+  432 

+0-5 

+  2-8 

+  157 

+1-4 

+  1  -7 

+  100 

+0  6 

+  0-2 

+   26 

—  0-9 

-o-i 

+  167 

—  0-7 

+2-7 

—   66 

—  3  •  1 

+  5-4 

+  68 

+  1-9 

—  2-0 

+   7 

—  0-1 

+0-7 

—   50 

+  1-8 

—  2-4 

+  145 

—0-5 

+  1-2 

—   74 

+  0-4 

+  4-2 

+   99 

+  1-  l 

+  1-3 

+  274 

—  2-3 

-5-3 

+   15 

+  1-9 

+  5-3 

+   20 

-0-4 

-3-4 

+  230 

—  2-0 

+8-5 

+  147 

+  1-9 

+o-i 

+  226 

—  1-5 

—  5-9 

+  1046 

+  1-7 

+  1-5 

+   64 

0-0 

o-o 

0 

—  0-9 

— 5  -  0 

+  392 

—  2-  6 

+  1-1 

+  438 

Karl  Fritsck. 


I  in  klar  zu  machen,  in  welcher  Weise  die  durch  Verwendung  der  angeführten  Constanten  gewonnenen 
ReductioDSwerthe  zur  Gontrole  der  Erseheinungszeiten  dienen  können,  wähle  ich  die  Mittelwerthe  der  Er- 
seheinungszeiten für  Meloloniha  vulgaris,  den  geraeinen  Maikäfer. 


Mittlere  Zeit 

Agram 17  —  4 

Mediasch 12  —  4 

Cilli     18—4 

Oravicza 27 4 

Laibach 16 4 

Pressburg 20  — 1 

Wien 26 — 4 

Schässburg    .        ...   19  —  4 

St.  Florian      25  —  4 

Hermannstadt     ....  2" — 4 

Melk 19  —  4 

Überschätzen     .    .       .  14— .4 

Briinn      20 4 

Kaschau ■>;, 4 

Klagenfurt 24  —  4 

Kremsiei' 29—4 

Eperies 25  —  4 

Kremsmiineter  ....    1 0 

Prag 4  —  5 

Jaslo 9 5 

Linz 19—4 

Rosenau      22 4 

Salzburg 25—4 

Gresten 27—4 

Ischl    ....     ....  27—4 


Differenz  mit  Wien 
Beob.       Rech.       B-R 


—  9 

—  14 

—  8 
+    1 

—  10 

-  6 
0 

—  7 

—  1 

-  1 

—  7 

—  12 

—  6 

-  3 
2 

-+-    3 

-  1 
+  ö 
+  8 
-1-13 

—  7 

—  4 

-  1 
-+-  1 
-+-  1 


—  11 

—  6 

—  (3 
-   5 

o 

0 

-I-  3 
+  4 
+  4 
+    4 

-f-   4 


—  4 
0 

—  10 

—  5 

—  5 

—  11 

—  16 

—  11 

—  s 


Differenz  mit  Wien 


8 

+-   5 

S 

—  15 

8 

—  12 

8 

—  9 

9 

—   S 

9 

—  8 

Mittlere  Zeit 

St.  Jacob 10—5 

Kirchdorf 27—4 

Neusohl 8—4 

Rzeszow 5     5 

Troppau 23 — 4 

Bludenz .  30—  4 

Hochwald 5  —  5 

Innsbruck 14 — 4 

Wüten 25 — 4 

Biala 1-5 

Kronstadt   ......    2  —  5 

Kessen .4  —  5 

Lemberg 6 — 5 

Lienz 6  —  5  ? 

Admont  .......     6  —  5 

Micheldorf 3—5 

Datschitz 4—5 

Rottalowitz 4—5 

Senftenberg 10 — 5 

IgJau 4—5 

Leutschau 6-5 

Barn 30 — 5! 

Kesmark 15—5 

Hausdorf 4 — 5 

Täufers 8-5 


Beob.       Re 


-HU 

-(-  1 

—  18 
+   9 

—  3 
-t-  4 
+    9 

—  12 

—  1 
+  5 
+  6 
+  8 
+  10 
+  10 

+10 


-  8 
-14 

-  8 
-10 
-34 
-19 

-  8 
-12 


eil. 

+  10 
+  10 
+  10 
+  10 
+  10 
+  11 
-(-11 
+  12 
+  12 
—  13 
+  13 
+  14 
+  14 
+  14 
+  15 
+  15 
+  16 
+  17 
+  1S 
+  19 
+  20 
+23 
+25 
+27 
+40 


B—Ii 

+   4 

—  9 
—28 

—  1 

—  1 3 

—  7 
o 

—  24 
—13 

—  8 

—  6 

—  4 
--    4 

—  5 

—  8 

—  8 

—  9 

—  1 

—  11 

—  10 
+  11 

—  6 

—  19 
—28 


Die  Werthe  von  B  —  Ii  sind  mit  wenigen  Ausnahmen  negativ  ausgefallen.  Es  kann  dies  daher  rühren, 
dass  entweder  die  Erscheiaungszeit  für  Wien  zu  spät  angesetzt  ist,  oder  die  Constanten,  welche  den  berech- 
neten Werthen  zu  Grunde  liegen,  zu  gross  angenommen  worden  sind,  oder  dass  beide  Ursachen  zugleich 
mitwirken. 

In  meinen  pflanzenphünologisehen  Untersuchungen  '  habe  ich  nachgewiesen,  dass  die  Bodenpflauzen 
bei  Wien  im  Allgemeinen  nur  0-5  Tage  früher  zur  Bliithe  gelangen,  als  dies  der  geographischen  Lage  von 
Wien  entspricht. 

Anderseits  hat  sich  aus  den  Untersuchungen,  welche  im  ersten  Theile  des  Kalenders  der  Fauna  2  ent- 
halten sind,  ergeben,  dass  die  Erscheinungen  im  Thierreiche  gegen  jene  im  Pflanzenreiche  im  Mittel  um 
2  Tage  im  März,  3  im  April,  6  im  Mai,  8  im  Juni.  5  im  Juli   zurückbleiben. 

Bei  der  Vergleichung  der  Erscheinungszeiten  von  Wien  mit  den  unter  Zuhilfenahme  der  Constanten  für 
die  anderen  Stationen  berechneten,  sollten  daher  die  Mittelwerthe  der  beobachteten  Erseheinungszeiten  von 
Wien  um  die  für  die  einzelnen  Monate  oben  angeführte  Anzahl  der  Tage  verkleinert  werden. 

In  unserem  Falle  (Melolontha  vulgaris;  bleiben  aber  selbst  dann  die  Werthe  B—Ii  noch  immer  grössten- 
teils negativ,  was  auf  die  Annahme  zu  grosser  Constanten  schliessen  lässt,  oder  eigentlich,  dass  die  für  die 
Bodenpflauzen  ermittelten  mit  jenen,  welche  eine  specielle  Untersuchung  für  die  Käfer  ergeben  haben  würde, 
nicht  genau  übereinstimmen. 

Da  jedoch  die  Reihung  der  Stationen  durch  eine  solche  Untersuchung  nicht  geändert  worden  wäre,  so 
Rann  davon  Umgang  genommen  werden. 


1  Sitzungsberichte,  LII1.  Bd..  Wien  1868. 
-  Sitzungsberichte,  LVI.  Bd.,  Wien  1S67. 


Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich-Ungarn. 


In  folgender  Tabelle  sind  siiiuurtliche  Stationen  mit  ihrem  Reihungs-Index  =  dem  berechneten  Unter- 
schiede der  mittleren  Erscheinungszeit  gegen  Wien  X—  W,  ersichtlich.  Die  bei  jedem  Ortsnamen  durch  ein 
Comma  getrennten  Anfangsbuchstaben  zeigen  die  Abkürzung  an,  mit  welcher  der  Name  im  Register  vor- 
kommt. 

Reihungs-Index  der  Stationen. 


All. liiont  .  . 

Ag,rain  .  .  . 
Ar,vavärallja 

Ba',111  .    .  .  . 

Ba,nia      .  .  . 

Bi,ala  .    .  .  . 

Bl,udenz  . 

Bo,zen    .  .  . 

Bre,genz  .  . 

Brii,nn    .  . 

Lud, weis  .  . 


+15 

—  11 

+  13 
+23 
-11 
+  13 
+  11 

—  7 
-I-  4 
+  5 
+  13 


Bug,ganz +1S 

C,iUi 

Da.tschitz 

De,utschbrod 

E,peries     

St.  F,lorian 

G,resten 

Ha,usdorf 

He,rmannstadt 

Ho,chwald     ........ 

Hu.szth 


—  6 

+  16 
+  14 

+   4 
+   9 


St.  Jak,ob +10 

Jas,lo +8 

Igl.au +19 

Innsbruck +12 

Is,ohI +9 

Ka,schau f-  5 

Eesm,ark +25 

Kess.en +14 

Ki,rchdorf +10 


Kremsi,er  .  .  . 
Kiemsiu.Unster  . 
Kronstadt  .  . 
La.ibaeh  .  .  . 
Lem,berg  .  .  . 
Leu, tschau  .  . 
Lie,nz     .... 

Lin,z 

Med,iasch  .    .    . 

Mel,k 

Mi,cheldorf    .    . 


+7 

+13 

.    .    .    .         .  —   5 

+14 

+20 

+14 

+   8 

—   7 

+4 

+15 

Neus,ohl +io 


Xeut.itsehein 
Ni.kolsburg  . 
Ob.erschützen 
Of,en  .... 
Oiyivicza  .  . 
Pra,g  .... 
Pre,ssburg  . 
I'u.i'glitz  .  . 
Ra,nb  .  .  . 
Ros,enau  .  . 
Rot.talowitz  . 
Rov,eredo  .  . 
Rz,eszow   .    . 


+  U 

+  4 
+  4 
—  5 
-  6 
+  7 

2 

+  12 


-17 
-10 
-10 


Salzburg  

Sc,hässburg       

Se.nftenberg 

Ta,ufers     ...  .... 

I  r.oppau 

Wie,n      

Wil,ten 

Z,veeevo     .       ....... 


+  3 
+  18 
+40 
+  10 
0 
+  12 
+  10 


Während  die  Mittelwerthe  nach  vorstehendem  Reihungs-Index  geordnet  wurden,  sind  die  für  Einzeln- 
beobachtungen geltenden  Daten  in  alphabetischer  Ordnung  der  Stationen  angeführt  und  durch  die  Nummer 
des  Monates  ausgedrückt,  in  welchem  die  Aufzeichnung  gemacht  worden  ist.  Die  Angabe  der  Tage  wie  bei 
den  Mittelwerthen  wäre  doch  nur  illusorisch  gewesen. 

Im  Ganzen  handelt  es  sich,  so  weit  die  Erscheinungszeiten  nach  Monaten  angegeben  sind,  nur  um  ab- 
solut oder  relativ  seltene  Arten,  deren  Beobachtung  vom  Zufalle  sehr  abhängig  ist,  also  in  der  Regel  nicht  so 
genau  sein  kann,  dass  die  Angabe  des  Tages  von  Werth  sein  könnte,  den  Fall  ausgenommen,  dass  man  durch 
Combination  mit  späteren  Beobachtungen  Mittelwerthe  berechnen  wollte. 

Auch  in  jenen  Fällen .  in  welchen  die  Mittelwerthe  einiger  Stationen  unter  sich  sehr  abweichend  waren, 
sind  selbst  Einzelnbeobachtungen  anderer  Stationen  zur  Vergleichung  beigefügt. 

Unsichere  Mittelwerthe  oder  Einzelndaten  sind  mit  ?,  auffallende  mit  !  bezeichnet.  Erstere  beziehen 
sich  immer  auf  einen  mittleren  oder  auch  wahrscheinlichen  Fehler,   welcher  +5  Tage  überschreitet. 

Bei  den  einzelnen  Familien  sind  Bemerkungen  über  die  Lebensweise  der  Gattungen  angeführt,  so  weit 
dieselbe  auf  die  Angabe  der  Erscheinungszeit  von  Einfluss  sein  könnte,  wobei  die  Gattungen  nach  Verschie- 
denheit der  Lebensweise  gruppirt  sind. 

Die.  Abweichungen  von  derselben  bei  einzelnen  Arten  ist  bei  diesen  selbst  angeführt.  Hier  kommen  auch 
anderweitige  Notizen  vor,  welche,  so  weit  sie  aus  Redtenbacher's  Fauna  entlehnt,  mit  Anführungs- 
zeichen „  ••  bemerkt  sind.  Anderweitige  Notizen  dienen  zur  Ergänzung  derselben. 

Die  übrigens  spärlichen  Angaben  Redtenbacher's  über  Erscheinungszeiten  sind  sämmtlich  angeführt 
und  alle  nach  ihm  seltenen  Arten  besonders  bezeichnet,  weil  die  Beobachtungen  über  solche  Arten  in  der 
Regel  weniger  sicher  sind. 

Ich  habe  gewissenhaft  die  Ergebnisse  aller  Beobachtungen  angeführt ,  mochten  dieselben  für  meine 
Ansicht,  dass  sich  die  Erscheinungszeiten  genau  bestimmen  lassen,  günstig  sein  oder  nicht.  Ein  beträcht- 
licher Fortschritt  in  Beziehuni;-  auf  Genauigkeit  der  Daten  ist  in  der  Folge  nur  zu  erwarten,  wenn  man  sich 


-8  Karl   Fritsclt. 

angewöhnen  wird,  die  Umstände  des  Vorkommens  der  Arten  bei  jeder  einzelneu  Beobachtung  genau  zu  be- 
merken; z.  B.  die  Pflanzenarten,  aufweichen  man  den  Kater  antraf,  woraus  der  Vortheil  entsteht,  nur  homo- 
gene und  desshalb  vergleichbare  Beobachtungen  in  den  Mittelwerthen  combiniren  zu  können.  Ist  also  z.  B. 
die  Lebensweise  einer  Art  an  eine  bestimmte  Pflanze  gebunden,  so  sollte  man  sie  auch  nur  auf  dieser,  und 
nicht  auch  auf  anderen  beobachten,  wo  sie  zufällig  erscheinen  kann  —  kurz,  die  Beobachtungen  sollten 
immer  nur  unter  Umständen  angestellt  werden,  welche  mit  der  Lebensweise  der  betreffenden  Arten  im  inni- 
gen Zusammenhange  stehen. 

Wenn  man  alle  Verhältnisse  erwägt,  welche  auf  die  Erscheinungszeiten  der  Käfer  von  Einfluss  sein  kön- 
nen, so  wird  man  die  Übereinstimmung  der  Mittel werthe  verschiedener  Stationen  befriedigend  finden.  Wo 
die  geringere  Übereinstimmung  einen  Zweifel  lässt,  welchen  Mittelwerthen  der  Vorzug  zu  geben  ist,  wird 
man  durch  Vergleiehung  der  Erscheinungszeiten  anderer  Arten  derselben  Gattung  den  Zweifel  leicht  lösen 
können  Liegen  Mittelwerthe  von  mehreren  Stationen  vor,  so  ist  jenen  der  Vorzug  zu  geben,  welche  an  der 
Mehrzahl  der  Stationen  nahe  dieselben  sind,  wobei  aber  immer  auf  die  Differenzen  Rücksicht  zu  nehmen  ist, 
welche  in  der  Verschiedenheit  der  geographischen  Lage  begründet  sind. 

Uiese  Regeln  gelten  auch  für  jene  Arten,  deren  Erscheinungszeit  nur  nach  Monaten  und  nicht  auf  den 
Tag  genau  angegeben  werden  konnte,  weil  die  Beobachtungen  zur  Ermittlung  sicherer  Mittelwerthe  nicht 
ausreichend  waren. 

Jedenfalls  dürften  die  im  folgenden  Register  enthaltenen  Erscheinungszeiten  ein  reichhaltiges  Materiale 
liefern  zu  Untersuchungen  über  die  Abhängigkeit  der  Erscheinungen  von  klimatischen,  geographischen,  oro- 
graphischen,  geologischen  und  anderen  Verhältnissen  der  Stationen. 

Durch  chronologische  Reihung  der  Daten  gelangt  man  zu  einem  Kalender  der  Käferfauna  an  den  Sta- 
tionen, der  nach  der  Anzahl  beobachteter  Arten  mehr  oder  weniger  vollständig  ist. 

Schliesslich  liegt  mir  noch  ob,  allen  Theilnehmern  an  den  Beobachtungen  meinen  besonderen  Dank  aus- 
zusprechen; in  höherem  Grade  gebührt  derselbe  den  Herren  Ignaz  Bö  lim  in  Agram,  derzeit  Polizeicommis- 
sär  in  Podgörze  bei  Krakau,  für  seine  vierjährige  Beobachtungsreihe  über  viele  Arten;  Herrn  Franz  Riese, 
technischem  Lehrer  in  Biala,  für  mehrjährige  Theilnahme  an  den  Beobachtungen,  welche  hier  nur  zum  Theile 
verwerthet  werden  konnten;  Herrn  Prof.  Vincenz  Gredler  in  Bozen,  dem  bekannten  gründlichen  Kenner 
der  Coleopteren-Fauna  von  Tirol  und  späteren  Antagonisten  phänologischer  Beobachtungen;  in  neuester  Zeit 
dem  an  derselben  Station  thätigen  fProf.  Peter  Hamp:  Herrn  Prof.  Friedrich  Zimmerle  in  Bregenz;  Herrn 
Joseph  Otto,  Oberlandesgerichts-Official  in  Brunn,  für  langjährige  Theilnahme,  früher  auch  schon  in  Neu- 
titschein; Herrn  fP.  Max  Elbel,  Piarist  in  Budweis,  einem  talentirten  jungen  Entomologen,  später  in  Nikols- 
burg  thätig;  Herrn  Prot.  Anton  Tomas chek  in  Cilli,  später  in  Lemberg;  Herrn  Wilhelm  Schleie  her  in 
Gresten;  Herrn  P.  Raimund  Kaiser,  für  langjährige  eifrige  Theilnahme  in  St.  Jakob,  dann  in  Hausdorf; 
Herrn  Prof.  Karl  Fuss  in  Hermannstadt,  einem  gründlichen  Kenner  der  dortigen  Fauna;  Herrn  Prof.  Adolf 
Pickler  in  Innsbruck,  für  Aneiferung  seiner  Schüler;  Herrn  fProf.  Hermann  Tausch  in  Kaschau,  für  be- 
sonders sorgfältige  und  gewählte  Beobachtungen,-  Herrn  Dr.  Karl  Schiedermayr  in  Kirchdorf,  dermal 
Landes-Medicinalrath  in  Linz,  für  langjährige  Theilnahme;  Herrn  fProf.  Andreas  Rettig  in  Kremsier,  für 
mit  grosser  Sorgfalt  angestellte  Beobachtungen;  Herrn  fProf.  Gustav  Hlaväcsek  in  Leutschau,  für  mehr- 
jährige Theilnahme;  Herrn  fProf.  Johann  Hinter öcker  S.  J.  in  Linz,  für  sehr  eifrige  Theilnahme  an  den 
Beobachtungen  über  viele  Arien  und  mehrere  Jahre  hindurch;  Herrn  Prof.  Vincenz  Staufer  in  Melk,  für 
mehrjährige  Theilnahme:  Herrn  Prof. Wilhelm  Vafecka  in  Neusohl,  für  sehr  sorgfältige  Beobachtungen  über 
viele  Arten;  Herrn  Prof.  KarlRothe  in  Obersehützen ;  Herrn  Prof.  Kornhuber  in  Pressburg,  derzeit  in 
Wien;  Herrn  Prof.  Julius  Geyer  in  Rosenau,  für  besonders  sorgfältige  Beobachtungen  über  viele  Arten,  von 
welchen  hier  nur  jene  über  die  selteneren  nach  dem  Plane  der  Arbeit  berücksichtigt  werden  konnten;  Herrn 
P.  Daniel  Sloboda,  evang.  Pfarrer  in  Rottalowitz,  für  besonders  eifrige  Theilnahme  eine  lange  Reihe  von 
Jahren  hindurch  und  Berücksichtigung  der  ganzen  Käferfauna;  Herrn  Emil  Konrad,  Buchhalter  in  Senf- 
tenberg,  für  zweijährige  Beobachtungen  über  die  jährliche  Verkeilung  der  Käfer  (s.  zweite  Abtheilung). 


Jährliche  Periode  der  Insectertfauna  von  Österreich-Ungarn.  9 


Erste  Ersclieinungszeiten  der  Käfer  an  den  einzelnen  Stationen. 

Geordnet  nach  der  Fauna  von  Redtenb acher  (2.  Autlage). 

I.  Farn.  CICINDELIDES. 
2.  Gatt.  Cioindela. 

1.  C.  campestris.  Ag.  5-4,  C.  25—3,  Pre.  13—4,  Hu.  26—4,  Wie.  8—4,  Sc.  10—4,  He.  24—4, 
Mel.  2(3—3,  Ob.  10-4,  Brtt.  28-3,  Kremsi.  9  —  4,  Pra.  21—4,  Liu.  27—3,  Ros.  12—4,  Sa.  19—3,  G.  29—3, 
Ki.  1—4,  Neus.  14—4,  Neut.  (3-4,  In.  17-3,  Bi.  18—4,  Bud.  22—3,  De.  17—4,  Lern.  21-4,  Ad.  8-4, 
Eot.  21—4,  Se.  15-4,  Ig.  8—4,  Leu.  15—4,  Bit.  20—5?,  Ha.  21—4,  Ta.  13-4. 

2.  C.  germanica.  Ki.  21 — 4.  —  Bug.  4,  Ci.  4,  Ka.  5,  Kess.  »3,  Neus.  6,  Pü.  4.  „In  Österreich  o.  d.  E.  auf 
Stoppelfeldern  nicht  selten."  Wäre  das  Vorkommen  auf  diese  allein  beschränkt,  so  könnte  der  Käfer  vor  Juli 
nicht  erscheinen,  er  muss  demnach  auch  auf  anderen  Standorten  zu  treffen  sein. 

3.  C.  Viemiensis.    Lin.  7. 

4.  C.  sylvatica.    Brü.  20 — 4.  —  Wie.  4. 

5.  C.  sylvicola.   Wie.  19-4,  Mel.  Ki— 4,  Sa.  21—4  *,  Neut.  10-4. 

6.  0.  hijhrüia.  Ag.  7  —  4,  He.  21—4,  Kremsi.  2(3—4,  Sa.  13—4,  G.  7—4,  Neus.  18—4,  Rot.  17  —  1, 
Leu.  20-4. 

7.  C.   riparia.    Ag.  2  —  4. 

Die  Arten  dieser  Gattung  leben  an  sonnigen  sandigen  Plätzen,  in  waldigen  Gegenden  und  an  Flussufern, 
wo  sie  sich  während  der  Tageshitze  bald  laufend,  bald  fliegend  herumtreiben,  wären  also  zur  Beobachtung 
gut  geeignet,  wenn  sie  nicht  tlieilweise  schwer  zu  unterscheiden  wären. 

2.  Farn.  0  AR  ABIDES. 
.'!.  Gatt.  Elaphvus. 

8.  E.  uliginosus.   Brü.  3 — 5,  Neut.  11 — 4. 

9.  E.  cupreus.   Lin.  1  —  4,  Neus.  3 — 5. 

10.  E.  aureus.   Ros.  24 — 4.  —  Neus.  5. 

11.  E.  ülrichn.   Bud.  5,  Neus.  4,  Pos.  4,  Rot.  4. 

12.  E.  riparius.   Neus.  5 — -5,  Leu.  14 — 5.  —  Brü.  4,  Sa.  (3. 

4.  Gatt.  Blethisa. 

13.  B.  multipunctata.    Wie.  4. 

6.  Gatt.   WotlopMlus. 

14.  X.  aguaticus.   Wie.  27—3,   Brü.  18—3,  Lin.  23—3,  Neut.  23-4. 

15.  N.  palustris.   Bud.  3,  Kremsi.  3,  Lin.  2,  Neus.  2,  Ob.  3,  Pre.  5,  Rot.  5,  Sa.  6,  Wie.  5. 

16.  N.  semipunctatus.   Wie.  4,  Rot.  4. 

8.  Gatt.  OmopJwon. 

17.  0.  lirnbatum.    He.  5,  Rot.  0. 


1  Kommt  bei  Salzburg  sehr  häufig  an  saudigen,  sonnigen  Ufern  der  Salz  ich  vor,  kaum  minder  selten  in  sonnigen 
Schluchten  der  Waldschläge.  Diese  Verschiedenheit  des  Vorkommens  scheint  zwei  Species  anzudeuten,  welche  ich  jedoch 
nicht  mit  Sicherheit  unterscheiden  konnte,  wenn  ich  auch  geneigt  war,  die  in  Waldschlägen  vorkommende  Art  für  O.  hybrida 
zu  halten,  welche  „auf  sonnigen  Waldwegen  in  0. -Österreich"   vorkommt. 


Denkschriften  der  mathem.-naturw.  CI.    XXXVII.  Bd. 


10  Karl  Fr itsch. 

9.  Gatt.  Nebria. 

18.  N.  livida.    Mel.  5. 

19.  N.  picicorm's.  Mel.  11  — 5,  Sa.  8 — 6. 

20.  N.  brevicollis.   Pre.  4,  Brii.  4. 

10.  Gatt.  Leistus. 

21.  L.  ferrugineus.   He.  6 — 4.  —  Kremsi.  3,  Liu.  5. 

22.  L.  rvfescens.   Neus.  5  — 4. —  In.  4,  Pia.  4. 

23.  L.  Frölichii.   Neus.  4. 

11.  Gatt.  Cychrus. 

24.  C.  rostratus.  Mel.  -'7—4,  Rot.  6—5.  —  He.  5. 

12.  Gatt.  Procerus. 

25.  P.  gtgas.    C.  13—5.  —  Ag.  3,  Wil.  5.   „In  den  Krainer  Alpen.-' 

13.  Gatt.  Proerustes. 

26.  P.  coriaceus.   Brii.  15  —  3,  Lin.  14  —  4,  Wil.  2-4,  Ad.  15  —  4,  Leu.  11-4. 

14.  Gatt.  Caiabus. 

27.  C.  clathratus.   Tr.  4.   „Im  Prater  bei  Wien." 

28.  C.  TJlhichn.   Kremsi.  28—3,  Brii.  2(5-4,  Sa.  21-3,  Neus.  7—4,  Neut.  20—4,  Rot.  14—4. 

29.  0.  granulatHS.  Mel.  16—3,  Brii.  27  — 3,  Lin.  10—3,  Sa.  7—4,  Neus.  7—4,  Neut.  10—4,  Wil. 
12—4,  Bud.  4—4,  Ad.  13—4,  Rot.  24-3. 

30.  C.  cancellatus.  Sc.  7—4,  Mel.27— 3,  Brii.  25-3,  Kremsi. 21  — 3,  Pra.11-4,  Lin. 26— 3,  Sa,  26— 3, 
Ki.  20—4,  Tr.  9-4.  Bl.  27-4,  Neut.  12—4,  Bi.  27—3,  Ad.  23-3,  Rot.  27-4,  Se.  13-5,  Igl.  18—4, 
Leu.  20—4,  Kesm.  2—4. 

31.  C.  avratus.  Ad.  4,  Bre.  5,  Kess.  4,  Wil.  5.  „Auf  den  Vorgebirgen  des  Schneeberges." 

32.  C.  auronitens.   Bl.  16  —  4,  Ad.  9—4,  Leu.  20—4.   „Auf  Alpen." 

33.  C.  intricatus.   C.  6-4,  Wie.  12-5,  Brii.  14—4,  Pra.  15-4,  Neus.  15-4. 

34.  C.  nodulosus.   C.  15  —  5,  Hc.  6  —  4.  ,,hi  Österreich  o.  d.  E.  im  Mühlkreise  selten." 

35.  C.  violaceus.   Brii.  5-5,  Neus.  9-4,  Rot.  10-5,  Se.  10—5,  Leu.  16-4. 

36.  0.  glahratus.   Neus.  21 — 4,  Leu.  23  —  4. 

37.  C.  scabriuscuhz.  Neus.  5 — 4,  Rot.  21  — 4.   „Um  Wien  selten." 

38.  C.  convexus.  Brii.  1—5,  Lin.  27  —  3,  Neus.  18 — 4,  Neut.  5  —  5,  Leu.  10 — 4.  „In  Alpengegenden 
selten." 

3,9.  C.  purjpurascens.   Wie.  10 — 5?,  Kremsi.  5— 4,  Rot.  12  —  5.  „Sehr  selten." 

40.  C.  Scheidleri.   Wie.  9—5,  Brii.  6—5,  Neus.  6-5,  Leu.  15—5. 

41.  C.  Preissleri.   Wie.  14-5?,  Brii.  10-5,  Neus.  16-4.   „Um  Wien  sehr  selten." 

42.  C.   tiemoralis.   Bre.  6-4'?,  In.  30  — 3.  —  Lin.  4,  Mel.  4.   „Selten." 

43.  C.   catenulatvs.   Rot.  4.  „Auf  dem  Schneeberge  selten." 

44.  C.  catenatns.  Bud.  30—4?.  —  Rot.  5.  „In  Osterreich  o.  d.  E.  bei  Kirchschlag  selten.- 

45.  C.  arvensü.   Se.  23—3?,  Leu.  15-4.  —  Ni.  3,  Rot.  4. 

46.  C.  horte»«;*.   Brii.  10-4,  Pra,  26-4,  Rot.  7—5,  Se.  28-4.   „Selten." 

47.  C.  Lume'i.   Ros.  4. 
-^6'.  C.  sylvestris.    In.  3. 
49.  C.  alpestris.   Neus.  3. 


Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich- Ungarn.  11 

15.  Gatt.  Calosoma. 

50.  C.  sericeum.   Brii.  6  —  6.  „Selten  in  Eichenwalduugen." 

51.  C.  sycopkanta.   Ag.  30-4,  Brü.  6  —  6,  Ka.  IG -5?,  Mi.  20—5,  Ha.  25-5. 

52.  C.  Inquisitor.   Ag.  30-4,  Bo.  24-5?,   He.  20-5,  Brü.  28-5,  Rot.  17-4. 

17.  Gatt.  Drypta. 

53.  D.  emarginata.   Ag.  3  —  4.  —  Ros.  3.  „An  den  Ufern  der  Donau  sehr  selten." 

19.  Gatt.  Folystichus. 

54.  P.  vittatus.   Neus.  4.   „Bei  Mautern  an  der  Donau." 

20.  Gatt.  Cymindis. 

55.  C.  miliaris.    In.  6!   „Um  Wien  sehr  selten." 

56.  C.  hwmeralis.   Rot.  14-4.  —  Bud.  3,   In.  4,  Wie.  3. 

57.  C.  cingulata.    Pre.  3.   „Sehr  selten.-' 

58.  C.  vaporariorum.   Lin.  2.    .Selten." 

59.  C.  axillaris.   In.  6!.   „Selten." 

60.  C.  homagmca.   Pre.  3. 

21.  Gatt.  Demetrius. 

61.  D.  atrieapillus.    He.  3.   „An  der  Donau  nicht  selten." 

23.  Gatt.  Dromius. 

62.  D.  melanocephalus.   Rot.  5.   „Sehr  selten." 

63.  D.  agilis.   Lin.  2.   „Unter  der  Rinde  von  Obstbäumen." 

64.  D.  quadrimaculatus.   He.  3,  Lin.  5,  Mel.  3,  Rot.  2,  Wie.  4.   „Unter  Baumrinden." 

65.  D.  glabratus.   Kremsi.  3,  Ni.  3,  Rot.  4,  Wie.  5. 

66.  D.  maurus.   Ros.  3.   „Selten." 

24.  Gatt.  MetabTetus. 

67.  M.  pallipes.   Wie.  15 — 3.  —  Kremsi.  3,  Mel.  3,  Pra.  2. 

68.  M.  truncatellus.    Pra.  2. 

69.  M.  punctatellus.    Wie.  23-3?.  —  Mel.  3,  Neus.  2,  Pra.  3. 

27.  Gatt.  Lebia. 

70.  L.  ct/anocepkala  &  chlorooephala.    Wie.  27—1?,    Mel.  31-3,  Sa.  15—4,  Neus.  7—4,  Rot.  20-4. 

71.  L.  haemorrkoidalis.   Bre.  6!,  Neus.  4.   „Im  Frühjahre  auf  blühenden  Gesträuchen  selten." 

72.  L.  crux  minor.   Rot.  15  —  5.  —  Bo.  2,  Bre.  5,  Mel.  3,  Wie.  3. 

73.  L.  turciea.   Bo.  5.   „Bei  Wien.- 

30.  Gatt.  Apti/nus. 

74.  A.  mutilatus.   In.  6,  Neus.  G. 

32.  Gatt.  Brachinus. 

„Im  Frühjahre  unter  Steinen  u.  s.  w." 

75.  B.  crepüans.  Ag.  11—3,  Wie.  6-5  (im  Freien  herumlaufend),  Brii.  13-3,  Kremsi.  17—4?,  Pra. 
22—3,   Lin.  1—4,  Ros.  15-3,  Neus.  22-3,  Neut.  30—3,  Rot.  15  —  4,  Kesm.  5-4. 

76.  B.  explodens.   Mel.  2—4,  Pra.  22—3,  Lin.  15  —  3.   „Von  dem  vorigen  kaum  specitisch  verschieden." 

36.  Gatt.  Clivina. 

77.  C.fossor.    Pra.  29-4,   Rot.  21-4. 

2  * 


12  Karl  Fritsch. 

37.  Gatt.  Dyschirius. 

78.  D.  politus.   Wie.  5. 

79.  D.  aeneus.   Bud.  4. 

80.  D.  rotundipennis.   Ag.  30 — 3.   „In  den  österreichischen  Alpen." 

81.  D.  Bonelln.   Wie.  5. 

82.  D.  globosus.   Lin.  4. 

40.  Gatt.  Panagaeus. 

83.  P.  crux  major.   Lin.  13-3,  C.  27-3?.  —  Mel.  3,  Ra.  5,  Rot.  5,  Sa.  4. 

84.  P.  quacb-ipustulatus.   Bu.  3,  Mel.  3,   Rot.  5. 

41.  Gatt.  JLoHcera. 

8ö.  L.  pilicomis.  Lin.  3,  Mel.  4,  Pra.  4.  „Am  Rande  von  Pfützen  selten." 

42.  Gatt.  Callistus. 

86.  C.  lunatus.   Brü.  20  —  3,  Lin.  12—3.  Rot.  21—3?. 

43.  Gatt.  CItlaeitiits. 

87.  C.  holosericeus.   Neus.  12 — 4.   „Selten." 

88.  C.  nigricornis.   Neus.  31 — 3,  Rot.  2  —  5. 

89.  C.  Sckra?^».   Brü.  5—5,   Pra.  22-4. 

90.  C.  tibialis.  Bre.  4,  Ros.  3.  „Bei  Linz,  Regensburg,  Danzig*  u.  s.  w. 

91.  C.  vesntus.  Bre.  17  —  5,  Neus.  4—4,  Leu.  13—5. 

92.  C.  spoliatus.   Lin.  5. 

46.  Gatt.   Oodes. 

93.  0.  helopoides.   Pre.  4.   „Türkenschanze." 

47.  Gatt.  Liciiuis. 

94.  L.  Hoffntannsegii.    Pra.  4,  Ros.  4.   „Auf  Alpen  selten." 

95.  L.  cassideus.   Wie.  15  —  5. 

96.  L.   depressus.   He.  3,  Ros.  4.   „Im  Frühjahre  um  Wien  nicht  selten." 

48.  Gatt.  Bfulister. 

97.  B.  kumeralis.   G.  3.   „Sehr  selten." 

98.  B.  unipustulatus.    Rot.  4.  .Selten.-' 

99.  B.   bipustulatus.    Lin.  4  —  3,  Pra.  19  —  3. 

51.  Gatt.  C'alathus. 

100.  C.  cisteloides.    Pra.  15  —  3,   Bud.  16—3,   Rot.  4- 4. 
IUI.    C.  fulvipes.    Pra.  3U  — 4.  —  C.  4. 

102.  C.  fuscus.   Mel.  23  —  3,  Pra.  10— 4. 

103.  C.  melanocephaius.   Rot.  1 — 5.  —  Bre.  6,  Bud.  3,   Ka.  5.  Mel.  4,  Neus.  3,  Wie.  5. 

104.  <'■  micropterus.   Pre.  4.  „Selten." 

52.  Gatt.   Taphria. 

105.  T.   nivalis.   Neus.  5  —  4.   „Selten." 

53.  Gatt.  Hphodrus. 

106.  S.  leucophtkalmus.  Ros.  G. 


Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich-Ungarn.  13 

55.  Gatt.  Anchomenus. 

107.  A.  scrobiculatus.   Kremsi.  3,  Neus.  4,  Rot.  5.  „Selten,  in  Gebirgsgegenden.-' 

108.  A.  angusticollis.  Wie.  11  —  5,  Lin.  28—1',  Ros.  12—3,  Rot.  7-4. 

109.  A.  prasinus.   He.  5—4,  Brii.  19—3,  Pra.  8-3,  Lin.  3—3,  St.  Jak.  29—5,  Neut.  3-5,  Rot.  23—3, 
Leu.  16— 4. 

110.  A.  albipes.   Neus.  1-4.  —  Pra.  4,  Rot.  5. 

111.  A.  oblongus.  Ros.  3. 

112.  A.  impressus.    Bud.  3,  Mel.  4. 

113.  A.  sexpunctatus.   Brii.  28  —  3,   Pra.  15--5,  Lin.   11—3,   Sa.  24-4.   Neus.  3-4,   Neut.  22-5, 
Leu.  15  —  4. 

114.  A.  modestus.   Pra.  5,  Wie.  5.   „Selten.- 

115.  A.  viduns.  Mel.  5—3.  —  He.  3. 

116.  A.  versutus,   Pra.  2—4,  Wie.  8  —  4.   „Selten." 

117.  A.  lugens.   Bud.  12—3.  —  Bre.  4. 

118.  A.  moestus.   Pra.  5,  Wie.  5. 

119.  A.  elongatus.  Neus.  4.   „Selten." 

120.  A.  parwmpunctatus.   Wie.  5  —  4,  Brii.  24  —  4,  Lin.  14—3,  Sa.  14-4,  Leu.  13  —  4. 

121.  A.  micans.   Neus.  4.   „Selten." 

122.  A.  gracitis.   Pra.  6.   „Sehr  selten." 

123.  A.  fuliginosus.  Rot.  5.  „Selten." 

124.  A.  picipes.   .Mel.  4.   „Selten." 

58.  Gatt.  Poecilus. 

125.  ]'.  punotulatus.   Wie.  22—4.  —  In.  (3. 

126.  F.  subcoeruleus.  Mel.  4,  Rot.  4.   „Am  Ufer  der  Donau  selten." 

127.  ]'.  dimidiatus.   Kremsi.  3,  Pra.  5,  Ros.  3,  Wie.  6.   „Sehr  selten." 

725.  1'.  cupreus.   Wie.  20-4,   Brii.  14—3,  Kremsi.  5—3,  Lin.  14-3,  Sa.  28— 3 ',    St.  Jak.  27-3, 
Neut.  10  —  4,  Leu.  HS  —  4,  Ha.  11  —  4. 

129.  F.  lepidus.   Wie.  16—5,  Bre.  2(3  —  4,  Brii.  1—4,  Pia.  24  —  3,  Lin.  18—4. 

59.  Gatt.  Feronia. 

130.  F.  elongafa.   Pre.  5.  „Selten." 

131.  F.  aethiops.   Neus.  8 — 4.   „Auf  Alpen  selten. - 

132.  F.  metallica.   Bvti.  21  —  5,  Sa.  27—5,  St.  Jak.  2  —  5,  Rot.  24—4,  Ha.  7  —  5. 

133.  F.  transversales.   Neus.  4.  „Auf  Alpen  selten." 

134.  F.  carinata.   Kremsi.  4,  Lin.  4,  Wie.  5.   „Selten." 

135.  F.  ovalis.   Ros.  26  —  4,  Sa.  2-6,  Rot.  3—5. 

136.  F.  striola.   Pra.  13-4.  Neus.  10—4,  Rot.  9—4. 

137.  F.  parallel«.    Neus.  4. 

138.  F.  fasc iato- punctata.    In.  6,    Sa.  ti. 

139.  F.  Selmanni.  Neus.  4.   „Auf  Alpen,  an  den  Rändern  von  Schneefeldern." 

140.  F.  cylindrica.   Kremsi.  3.  „An  der  mährischen  Grenze,  sehr  selten." 

141.  F.  picinvina.   Kremsi.  3.   „Um  Wien,  selten." 

142.  F.  oblongo-punctata.   Lin.  6,  Neus.  4,  Pra.  6,  Ros.  3. 

143.  F.  angustata.   Ros.  17  —  3. —  Sa.  6.   „Sehr  selten." 


1  In  .Salzburg  tummelt  sich  eine  Abart  auf  sonnigen  Wegen  häufig  herum,  welche  die  Mitte  hält  zwischen  dieser  und 
der  folgenden  Art. 


14  Karl   Fritsch. 

144.  F.  nigra.  Brü.  24—4,  Pia.  5-5,  8a.  18—6?,  Neus.  19—4. 

145.  F.  anthracina.   Sa.  24  —  4,  Neus.  19  —  4. 

146.  F.  nigrita.   Neus.  29—3,  Leu.  1—4. 

147.  F.  gracüü.    Bre.  4,  Rot,  5.  „Selten." 

148.  F.  terricola.   Lin.  21-4,  Neus.  19—4,  Rot.  14  —  4. 

149.  F.  elata.   Wie.  28-4'?,  Pra.  9-5. 

150.  F.  melanaria.   Pra.  5—4,   Lin.  11—4,  Neus.  8—4,  Bud.  1(3  —  3. 

151.  F.  melas.   Ag.  10—4,  Brü.  15  —  4. 

152.  F.  minor.   Lin.  13—3.  —  Neus.  4,  Ros.  4,  Rot.  4. 

153.  F.  crenata.   Bud.  12—3?,  Ros.  12  —  3.  —  Bo.  2,   He.  4,  Lin.  3,  Pra.  5,  Sa.  5. 

154.  F.  erythropa.   Wie.  4,  Pra.  5. 

155.  F.  strenua.    Pra.  3,   Ros.  3,  Wie.  3. 

61.  Gatt.  Broscus. 

156.  B.  vulgaris.   Pra.  25—5,  Neus.  20—4,  Rot".  5—5,  Leu.  21—4. 

62.  Gatt.  Stomis. 

157.  S.  pumicatus.   Pra.  25—4?,   Ros.  20—4. 

66.  Gatt.  Pelor. 
15$.  F.  blapoides.   Ros.  29  —  4.  —  Brü.  4.   „Selten  '.-• 

67.  Gatt.  Zabrus. 

159.  Z.  gibbus.    Brü.  8  —  5.  —  In.  (3,  Pra.  4. 

69.  Gatt.  Ämara. 
„Die  Arten  leben  unter  Steinen,  abgefallenem  Laube  u.  s.  w."   Nach  meinen  Erfahrungen  sieht  man  sie 
an  sonnigen  Tagen  im  Frühjahre  sich  häufig  auf  der  Erde  herumtummeln. 

160.  A.  brunnea.   Lin.  2.  „Selten." 

161.  A.  patricia.   Mel.  3,  Neus.  3,  Rot.  5. 

162.  A.  ingenua.   Lin.  5.   „Selten." 

163.  A.  municipalis.   Neus.  3,  Sa.  3.   „Selten." 

164.  A.  tricuspidata.   Lin.  .3,  Pra.  4,  Sa.  6,  Wie.  6. 

165.  A.  plebeja.   Brü.  22—3.  —  Neus.  2,  Pra.  5,  Rot.  4,  Sa.  (3,  Wie.  3.   „Selten." 

166.  A.  similata.   Ros.  24—3.  —  Lin.  4,  Rot.  6,  Sa.  5. 

167.  A.  obsoleta.   Wie.  18—5»/,  Sa.  20-4,  Rot.  22-5. 

168.  A.  tihialis.   Ros.  3.   „Sehr  selten. " 

169.  A.  acuminata.   Rot.  12—4. 

170.  A.  trivialis.  Wie.  31-3,  Kremsi.  10—3,  Sa.  22--3,  Rot.  14-4. 

171.  A.  nitida.   Pra.  (3,  Sa.  4.   „Selten." 

172.  A.  curia.  Lin.  8,  Ros.  4.   „Selten." 

173.  A.  communis.   Wie.  29  —  3,   Lin.  9 — 3,  Leus.  27  —  3. 

174.  A.  vulgaris.   Pra.  3,  Neus.  3.   „Selten!" 

175.  A.  montivaga.   Lin.  3,  Sa.  4. 

176.  A.  familiaris.   He.  26  —  3,   Pra.  14—3,  Lin.  9-3,  Sa.  19  —  4. 

177.  A.  tueida.   Mel.  1 — 4. 

178.  A.fulva.    Rot.  12— 5.  —  Neus.  4.  „Selten.- 

179.  A.  apricaria.    Lin.  9—3,   Pra.  12 — 3. 


i  Einmal  auf  dem  Linienwalle  von  St.  Marx  bei  Wien  gefunden. 


Jährliche  Periode  der  Insectcnfuuna  von  Österreich-Ungarn.  15 

ISO.  A.  contsularis.   Wie.  5  —  3?,  Brii.  4  —  4.  —  Kremsi.  3,  Lin.  3,  Sa.  3,  Rot.  5.   „Selten." 

181.  A.  aulica.  Kremsi.  3,  Pra.  5,  Ros.  4,  Sa.  6,  Se.  3. 

182.  A.  spreta.   Pra.  6.  „Um  Berlin  nicht  selten.« 

73.  Gatt.  Ani8odactylu8t 

183.  A.  pseudoaeneus.   Leu.  5.  „Am  Ufer  des  Neusiedlersees." 

184.  A.  nemorivagus.   Brü.  3 — 4,   Lin.  30 — 3. 

185.  A.  signatus.   Lin.  3.   „Selten." 

186.  A.  binotatus.   Brii.  17-4,  Lin.  26-2,  Pra.  22-5.  —  Bud.  3,  He.  4,  Mel.  3,  Pre.  4,  Sa.  3  '. 

75.  Gatt.  DiacJiromus. 

187.  I).  germanus.   Lin.  IC»— 3. —  Neus.  4. 

76.  Gatt.  Havpalus. 

188.  H.  azureus.  Wie.  9-5,  Pra.  24—4,  Lin.  7—4,  Neus.  1-4. 

189.  H.  punctulatus.  Rot.  4.   „Selten.- 

190.  H.  puncticollis.   Lin.  6,  Pra.  5,  Sa.  4. 

191.  H.  complanatus.    Pre.  4,  Wie.  G. 

192.  H.  rußcomis.  He.  12—4,  Brii.  20-3,  Pra.  31-3,  Lin.  13—3,  Neus.  2—4,  Bud.  17-3?. 

193.  H.  grisei,*.  Ag.  24-3,  Bot.  9—4.  -  Bre.  4,  He.  4,  Kremsi.  3. 

194.  IL  aeneus.   Ag.   28-3,    Wie.  13-4,    He.  21— 4?,    Mel.   12—3,     Brii.  16—3,     Kremsi.  11—3, 
Pra.  17—3.  Lin.  15-3.  Sa.  2—4,  Neus.  27  —  3. 

195.  IL  confusus.   Lin.  3,  Ros.  3. 

196.  H.  honestus.    Brii.  23—3,  Pia.  23-4.  —  Bo.  3,  Neus.  4. 

197.  H.  rulripes.   Wie.  23—4.  —  Leu.  4,   Pra.  6,  Sa.  6. 

198.  H.  melancholicus.   Pra.  26  —  5?.   „Sehr  selten.'' 

199.  H.  stmiviolaceus.   Wie.  29  —  5,  He.  1 — 5.  —  Pra.  4,  Pre.  4. 

200.  H.  sulphuripe?.   St.  F.  5,  Lin.  4.   „In  Österreich  o.  d.  Enns.  Selten." 

201.  H.  distinguendus.    Wie.  25  —  3,  Pra.  13-3,  Neus.  28  —  3. 

202.  II.  caleäratus.   Mel.  1—4,  Neus.  12—4. 

203.  11.  hottentotta.   Pia.  14—4.  —  Mel.  4,   Wie.  4. 

204.  H.  laevicollis.    Pra.  6,  Sa.  4. 

205.  II.  discaideus.   Wie.  31-3,  Rot.  21—4.  —  Mel.  4,  Ob.  3,  Sa.  3. 

206.  11.  latus.   Sa.  12-6.  —  Neu<.  2,  Ros.  4,  Wie.  5. 

207.  II.  picipennis.   Wie.  27  — 4,  Sa.  24  — 3.    „Häufig  im  Frühjahre  in  der  Umgebung  Wiens.'' 

208.  II.  tardus.   Sa.  21—4.  —  Bo.  3,  Pra.  4.  Ros.  3.  Wie.  4. 

209.  H.  flaoitarsis.   Pra   5,  Sa.  5. 

210.  11   hirtipes.   He.  4.   „Anf  Brachfeldern  bei  Wagram." 
277.  IL  serripes.   Sa.  6,   Wie.  3. 

272.  II.  anxtus.   Wie.  5  —  5. 

77.  Gatt.  StenolojiJiu.s. 

213.  S.  skrimshiranus.   C.  4.  „Unter  Steinen  am  Ufer  der  Leitha  bei  Manneisdorf." 

214.  S.  vaporariorum.   Lin.  8  —  3.  —  Pre.  4.  Sa.  5. 

78.  Gatt.  Acupalpus. 

215.  A.  dorsalis.    Pra.  4. 

216.  A.  merkhanus.  Wie.  2-5?.  Pra.  13—3.  —  Bre.  4,  Kremsi.  3,  Rot.  4. 


An  sonnigen  Tagen  im  Herbste  häufig  herumfliegend  (am  Fürberg  . 


16  Karl  Fritsch. 

79.  Gatt.  Bradijcellus. 

217.  B.  simi/ia.   Wie.  3. 

83.  Gatt.  Patrobus. 

218.  P.  excavatus.   Bud.  4,  Pra.  6,  Ros.  4. 

85.  Gatt.   TrecJiits. 

219.  T.  palpalis.   Neus.  4,  Pra.  4,  Wie.  3. 

220.  T.  austriacus.   Wie.  3.   „Selten." 

221.  T.  mmutus.   Pre.  4,  Rot.  3. 

86.  Gatt.  Epaphius. 

222.  E.  seca/ü.   Wie.  5. 

90»  Gatt.  Bembidhim. 

223.  B.  caraboides.   Ag.  2,  Neus.  4. 

224.  B.  pallipes.   He.  5. 

225.  B.  flavipes.   Mel.  31-3.  —  Pra.  3. 

226.  B.  striatum.    Pra.  6. 

227.  B.  Schüppeli.   Wie.  4. 

228.  B.  tenettum.   Mel.  4. 

229.  B.  artiGulatwm.   Ros.  3. 

230.  B.  quadrimaeulatwm.   Wie.  21  —  4'?.  Pra.  13  —  4. —  Rot.  3. 

231.  B.  splenduluin.   Krenisi.  3.    ,,Selten." 

2.32.  B.  velox.  Wie.  24-3,  Pra.  16—3,  Ki.  13-4.  Se.  6—3. 
233.  B.  pygmaeum.   Neus.  4,  Pra.  4. 
231.   B.  lampros.   St.  F.  3,  Ros.  3. 

235.  B.  decorum.   Pra.  \b— 4.  —  Rot.  5,  Sa.  6,  Se.  3,   Wie.  5. 

236.  B.  rufipes.    Sa.  5. 

237.  B.  tricolor.   Mel.  5. 

238.  B.  quadriguttatum.  Rot.  28—4?,  —  Bo.  4,  Lin.  3.  Ob.  4,  Pra.  6,  Sa.  5,  Wie,  4. 

239.  B.  ustulatiim.   Ag.  3-4.  —  Bud.  6,  Kesm.  3,  Sa.  3,  Wie.  5. 

240.  B.  Andreae.   Ag.  2,  Bre.  3,  Pra.  3. 

241.  B.   testaceum.   Mel.  3. 

242.  B.  femoratum.   Mel.  4,  Neus.  4. 

243.  B.  fasciolatum.   Lin.  9 — 4. 

244.  B.  tibiale.   G.  3.   „Selten." 

245.  B.  obUquum.    Pra.  4.   „Selten." 

246.  B.  assimile.    Ros.  3. 

247.  B.  biguttatum.   Wie.  3. 

248.  B.  obiiisinu.    Pra.  .">. 

249.  B.  bipustulatvm.   Pra.  3.   ..Um  Wien  sehr  selten." 

250.  B.  bistriatum.   Pra.  5. 

Bei  Weitem  die  meisten  Gattungen  der  Carabides  halten  sieh  an  feuchten,  schattigen  Orten  unter  Stei- 
nen, abgefallenem  Laube,  Moos  u.  s.  w.  auf.  Dennoch  findet  man  auch  die  Arten  dieser  Gattung  zu  gewissen 
Zeiten  auf  Wegen  sich  herumtreibend,  wo  sie  viel  leichter  beobachtet  werden  können,  als  an  den  natürlichen 
Standorten  ihres  Vorkommens. 

Aller  Wahrscheinlichkeit  nach  trifft  mau  sie  dann  später  an  als  hier.  Die  ßeobachtungszeiten  fallen 
deronarh  verschieden  aus  nach  dem  Standorte  der  Beobachtung.    An  einer  Station  können  so  in  aufeinander- 


Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich-Ungarn.  17 

folgenden  Jahren  nahe  übereinstimmende  und  dennoch  frühere  Erscheinungszeiten  erhalten  werden,  als  an 
einer  anderen,  obgleich  die  klimatischen  Verhältnisse  beider  wenig  verschieden  sind.  Dasselbe  gilt  natürlich 
von  den  Mittelwerthen  der  Erscheinungszeiten. 

Bei  meinen  eigenen  Beobachtungen  habe  ich  hierauf  erst  in  Wien  und  Salzburg,  noch  nicht  in  Prag, 
Rücksicht  genommen,  wo  ich  sie  an  den  erwähnten  verborgenen  Orten  aufsuchte,  ohne  mich  an  diese  alleiu 
zu  binden.  In  Wien  und  Salzburg  notirte  ich  nur  die  Arten,  welche  ich  auf  Wegen  und  anderen  Orten  antraf, 
wo  ich  sie  nicht  erst  aufzusuchen  brauchte. 

Aber  auch  die  meisten  von  jenen  Gattungen,  welche  nicht  unter  Steinen,  abgefallenem  Laube,  Moos 
u.  s.  w.  leben,  und  daher  auch  besser  zu  den  Beobachtungen  sich  eignen,  halten  sich  doch  an  feuchten  Orten, 
am  Rande  von  fliessenden  oder  stehenden  Gewässern  auf,  wie  die  Arten  von  Elaphrus,  Bietisa,  Notiophihis, 
Drypta,  Demetrius,  Dyschirius,  Loricera,  Bembidium, 

Man  kann  daher  annehmen,  dass  es  vor  Allem  die  Feuchtigkeit  ist,  welche  die  Carabides  mit  ihrer 
Lebensweise  an  verborgene  Orte  fesselt.  Der  prächtige  Metallglanz  vieler  derselben  ist  aber  ein  Product  der 
Sonnenwirkung  an  heiteren  Tagen  nach  Regenfall,  an  welchen  sich  die  Käfer  auf  der  nun  feuchten  Erdober- 
fläche herumtreiben. 

Nur  äusserst  wenige  Gattungen  trifft  man  an  Baumstämmen,  auf  blühenden  Sträucheu  oder  Schirm- 
blumeu  an,  wie  Calosoma,  Cymindis,  theilweise  Lebia,  Harpalus,  Stenolophus,  wo  sie  auch  am  besten  beob- 
achtet werden  können. 

III.  Farn.  DY  TIS  CID  ES. 

Ol.  Gatt.  Haliplus. 

251.  H.  mfieoUis.   Pre.  4.   „Selten." 

252.  H.  lineatoeoUis.   Pra.  3.   „Selten." 

253.  H.  cinereus.   Pra.  4. 


254.  C.  caesus.   In.  6,  Pre.  4. 

255.  H.  ovatus.   Pra.  6,   Wie.  5. 


92.  Gatt.  Cnemidotus. 


04.  Gatt.   Hyphydrus. 


05.  Gatt.  Hydroporus. 


256.  LL.  inaequalis.   Pre.  4,  Rot.  5.   ..In  der  Brigitteuau." 

257.  IL  reticulatus.  Pra.  5.   „Mit  dem  vorigen." 

258.  IL  pictus.    Pra.  5.   „Um  Wien." 

259.  LL.  geminus.    He.  4,  Wie.  3. 

260.  H.  unistriatus.   Wie.  3.   „Nicht  sehr  selten.- 

261.  LI.  elegans.   He.  4.   „In  Gebirgsgegenden." 

262.  LI.  confluens.   Ob.  4.  „Um  Wien." 

263.  LL.  lineatus.   Pra.  4.   „Um  Wien." 

264.  LI.  picipes.   Bo.  6. 

265.  H.  planus.   Pra.  6—4.  —  Ob.  4,  Ros.  3,  Rot.  6 

266.  II.  palustris.   G.  3,  Wie.  3. 

267.  IL.  nigrita.   G.  10  — 3.— Mel.  5,  Wie.  3.   „Seitun." 
26S.  IL.  i/mbrosus.    Pra.  G. 


Öü.  Gatt.  JVoterus. 


269.  A*.  sparsus.   Pra.  3,  Ros.  3. 

Denkschriften  der  mathem.-naturw.   Gl.    XXXVII.  Bd. 


18  Karl  Fritseh. 

97.  Gatt.  Laccopfoilus. 

270.  L.  hyalinus.   He.  3,  Rot.  6. 

271.  L.  rmnutus.   Bud.  3,  Mel.  4. 

272.  L.  variegatus.   Mel.  4. 

98.  Gatt.  Colymbetes. 

273.  C.  fuscus.  Wie.  7  —  3,  Mel.  31-3,  Brti.  1—5. 

274.  G.  pulverosus.   Leu.  4,  Mel.  4. 

275.  C.  bistriatus.   Wie.  4.   „Selten.'1 

276.  C.  adspersus.    Wie.  3-4. 

277.  C.collaris.   Brii.  25— 4.  —  Pra.  4.   „Selten." 

278.  C.  consputus.   Wie.  6. 

99.  Gatt.  IlyMas. 

279.  7.  guttiger.   Bot.  6,  Sa.  5.  „Selten." 

280.  I.  uliginosus.   Lin.  5,  Pra.  4. 

281.  1.  fenestratus.   Ag.  2—4?. 

282.  1.  subaeneus.  Ag.  4. 

100.  Gatt.  Agabus. 

283.  A.  btpunctatus.   Pra.  4. 

284.  A.  maculatus.   Bot.  15—4. 

285.  A.  congener.    He.  3.  „Sehr  selten." 

286.  A.  chalconotus.   He.  3. 

287.  A.  bqmstulatus.   Brii.  15-4,  Pra.  14—4,  Kens.  14-4,  Neut.  23-5!,  Bot.  8-4. 

101.  Gatt.  Cybister. 

288.  0.  Roeselii.   Brii.  5  —  5. 

102.  Gatt.  Dytiscus. 

289.  D.  latissimus.   In.  3,  Kens.  5,  Z.  6.  „In  grösseren  Fischteichen  selten.1' 
29".  D.  dimidiatus.   Bud.  3,  Ob.  3.   „Selten." 

291.  I).  marginalis.  Ag.  2-5,  C.  10-3,  Wie.  3— 3,  Mel.  5-4,  Sc.  22— 4,  Brii.  23-3  Kremsi.  22-3, 
Neus.  8—4,  Neut.  30—3,  Lern.  30-3,  Ad.  6—4,  Leu.  14—4. 

104.  Gatt.  Acilius. 

292.  A.  sulcatus.   0.  4—4,  Mel.  25—3?,  Brii.  23-4,  Pra.  12—4,  St.  Jak.  8-5. 

105.  Gatt.  Hydaticus. 

293.  H.  transversalis.    Ag.  3.  Neus.  4,  Pre.  5. 

294.  E.  stagnalis.   Sa.  4.   „Selten." 

4.  Farn.   GYR INIDES. 
106.  Gatt.  Gyrinus. 

295.  G.  marinus.    C.  4.   „Selten." 

296.  0.  natator.   Brii.  23 — 3,  Kremsm.  6—4.   „Selten.' 

297.  G.  mergvs.   Ag.  2—4,  Wie.  26—3,  Brii.  ^7—3,  Ka.  30—3,  Pra.  5—4,  Bi.  30—3,  Ad.  30-3. 

V.  Farn.  HYDROPHILIDES. 
108.  Gatt.  Hydrophilus. 

298.  IL  piceus.   Ag.  7-5.  Mel.  29—3,  Brii.  30—4. 


115.  Gatt.   Limnebius. 
116.  Gatt.  CijlUäium. 


Jährliche  Periode  der  Insectenfcmna  von  Österreich-  Ungarn. 

109.  Gatt.  Bydrous. 

299.  H.  caraooide,   Ag.  12-4,  Br«.  20-4,  Krems',  13-4,  Pra.  18-4»,  Lin.  6-  4,  Neut.  3-4?. 

300.  H.  ßavvpes.  Pre.  5.   „Uni  Wien,  aber  selten." 

HO.  Gatt.  HydroMus. 

301.  H.  fuscipes.   Brli.  24—3,  Pra.  6-4. 

302.  H.  Umbatus.  Pra.  3-4.  —  Bud.  4,  He.  3. 

303.  H.  ohlongus.   Ros.  4. 

112.  Gatt.  PMlhydrus. 

304-   P-  testaceus.    Bo.  6,   Rot.  5. 

305.  P.  melanocephalus.   Pra.  4. 

306.  P.  marginellus.    Pra.  5. 

307.  P.  frontalis.   Pra.  23  —  3.  —  Bo.  0. 

113.  Gatt.  Laecobius. 

308.  L.  minutus.  Pra.  6-4.  —  Lin.  4,  Ros.  5. 

114.  Gatt.  Berosus. 

309.  B.  luridus.   Pra.  4. 

310.  B.  aericeps.   Ros.  3. 

311.  L    truneateüus.   Pra.  3. 

312.  C.  semiculum.   Pra.  12  —  4?. 

118.  Gatt.   Helophorus. 

313.  H.  nullius.  He.  5,  Pra.  5,  Wie.  3. 

314.  H.  grandis.   He.  3,  Ob.  4,  Se.  3,  Wie.  3. 

315.  H.  aquaticus.   He.  4. 

316.  H.  granularis.   Pra.  3,  Wie.  3. 

317.  H.  griseus.   He.  4—4. 

121.  Gatt.  Hydraena. 

318.  IL  riparia.   Pra.  3. 

122.  Gatt.  Cyclonotwm. 

319.  C.  orbiculare.   Pra.  4,  Sa.  4. 

123.  Gatt.  Sphaeriäium. 

320.  S.  scarabaeoides.   Wie.  9-5,  Pra.  10-5. 

321.  S.  bipustulatum.   Wie.  7-5?,  Pra.  25  -5?,  Rot.  14-4. 

124.  Gatt.  Cercyon. 

322.  C  unipunctatum.   Rot.  7—5.  —  Bo.  4,   Sa.  3. 

323.  C.   quisquillium.    Sa.  5. 

324.  C.  plagiatum.   Pra.  3.  „Selten." 

325.  C.  haemorrhoidale.   Sa.  29-4,  Bot.  8-5.-  Bo.  3,   Lin.  4. 

326.  C.  haemorrhoum.   Bo.  5. 

327.  C.  flavipes.   Pra.  4,  Rot.  6. 

328.  C.  melanocephalum.    Ob.  4. 

329.  C.  pygmaeum.   Pra.  12—4.  —  Sa,  4.  „Selten." 


19 


3  * 


20  Karl  Fr  it. ■seh. 

330.  C.  lugubre.   Pia.  4.   „Selten." 

33 1.  C.  minupum.   Sa.  4. 

Die  Gattungen  (lev  Dytiseides,  Gyrinides  und  Hydrophilides  leben  mit  wenigen  Ausnahmen  in  stehen- 
den Gewässern,  die  Erscheinnngszeiten  dürften  daher  verschieden  ausfallen,  je  nachdem  man  den  Zeitpunkt 
abwartet,  zu  welchem  sie  sich  an  der  Oberfläche  des  Wassers  herumzufummeln  beginnen  oder  nicht,  und  sie 
früher  schon  vom  Grunde  der  Gewässer  mit  Schlamm  oder  Wasserpflanzen  herausschöpft. 

Die  Gattung  Oyrinub ,  deren  Arten  sich  in  der  Regel  auf  der  Oberfläche  des  Wassers  herumfummeln, 
zeigt  auch  die  grösste  Übereinstimmung  in  den  Beobachtungszeiten  der  verschiedenen  Stationen. 

Von  den  an  Wasserpflanzen  lebenden  Gattungen  können  die  Erscheinungs/.eiten  jener  sicherer  bestimmt 
werden,  welche  wie  Laccobius  und  Helophorus  sich  zugleich  an  den  Rändern  der  Gewässer  aufhalten. 

Bequem  zu  beobachten  sind  die  im  Quellwasser  lebenden  Gattungen  IL/biu-s  und  Agabus. 

Ganz  abweichend  von  den  übrigen  Gattungen  der  Familie  leben  Sphaeridixm  und  Gercyon  im  Dünger 
oder  an  feuchten  Orten  unter  Steinen,  sind  daher  weniger  zu  den  Beobachtungen  geeignet. 

VII.  Farn.   ST  A  PH  YL IN  IDES. 
129.  Gatt.  Alttal  ia. 

332.  A.   rivularis.    Pra.  5.   „Unter  Steinen  und  trockenem  Dünger  selten." 

130.  Gatt.  Falagria. 

333.  F.   thoracica.    He.  6. 

334.  F.  sulcata.   Wie.  5—3,  Pra.  18  —  3. 

335.  F.  nigra.  Wie.  3,  Pra.  4.   „Selten.  - 

131.  Gatt.  Myrmedonia. 

336.  M.   canaliculata.   Wie.  31—3?,  Pra.  10—3,  Sa.  20-4.   Se.  10-3. 

337.  M.  limbata.   Pra.  11—4. 

134.  Gatt.   Tachytisa. 

338.  T.  exarata.   Kremsi.  4. 

339.  T.  scitula.  Pra.  4,  Sa.  3.  „Sehr  selten." 

340.  T.  umbratica.   Pra.  23—2.   „Selten." 

135.  Gatt.  Homalota. 

341.  H.  aeguata.   Lim  4. 

342.  IL.  Fungi.   Pra.  G.   „Selten." 

343.  IL  parens.   Lin.  4. 

344.  H.  orphana.   Wie.  3. 

345.  LI.  lividipennis.   Pra.  5. 

346.  IL  alpicola.  St.  Jak.  (\—2\.  Nicht  in  Redtenbacher's  Fauna  II,  sondern  in  den  Schriften  der 
k.  k.  zool.-botan.  Gesellsch.  XVII,  A.  751   als  neue  Art. 


347 .  O.  longiuscula.   Pia.  5. 

348.  O.   abdominalis.    In.  li. 

349.  L-  fumida.    Sa.  4. 

350.  O.   castanea.    Pra.  5. 


137.  Gatt.   O.rypoda. 

138.  Gatt.  Leptusa. 
139.  Gatt.  Ocalea. 


Jährliche  Periode  der  Tnsectenfauna  von  Österreich-Ungarn.  21 

140:  Gatt.  Calodera. 

351.  C.  forticornis.   In.  6.   „Sehr  selten." 

352.  C.  rubicimda.   Pra.  6,  Wie.  3.  „Selten." 

353.  C.  aetkiops.   In.  6.  „Sehr  selten." 

145.  Gatt.  Aleochara. 

354.  A.  nitida.   Wie.  1.   ,.Selten." 

355.  A.  brevipennis.   Ob.  4,  Pra.  4.   ..Selten." 

356.  A.  ntgripes.   Wie.  4. 

357.  A.  fuscipes.   Bo.  2,  Lin.  6,   Se.  5. 

358.  A.  rufipennis,   Pra.  6,  Wie.  3. 

359.  A.  bisignata.   Pra.  3,  Sa.  1  (am  Schnee  sich  sonnend),  Wie.  4.  „Selten." 

360.  A.  bipunctata.   Pra.  3.   „Selten." 

361.  A.  moerens.   Pra.  4,  Wie.  3.  „Selten." 

160.  Gatt.  Hypocyptus. 

362.  H.   laeviusculus.   Pra.  4.   „Selten." 

363.  H.  longicornis.    Pra.  3. 

364.  H.  semicuhim.   Pra.  6.   ..Sehr  selten." 

161.  Gatt.  Connriis. 

365.  C.  pubescens.   Pra.  21 — 4. 

366.  C.  bipustulatus.   In.  6.   „Selten." 

162.  Gatt.  Tachyporus. 

367.  T.  chrysomeJinus.    Neus.  4,   Ros.  3. 
36S.   T.  saginatus.   Wie.  4.   „Selten." 

369.  1.  solutus.   He.  4. 

370.  T.  rußcollis.   Lin.  3.   „Selten." 

371.  T.  pusilhis.   Pra.  3.  „Selten." 

372.  T.  scitulus.   Pra.  25  —  2.  —  Wie.  3. 

373.  T.  hypnorum.   Wie.  9—3?,   Pra.  20—2,  Lin.  23  —  2?. 

374.  T.  brunneus.   He.  3,  Ros.  3,  Wie.  4.   „Selten." 

375.  T.  abdominalis.    He.  5,  Pra.  4. 

163.  Gatt    Tachinus. 

376.  T.  silphoides.   He.  3,  Rot.  3.   „Selten." 

377.  T.  collaris.    G.  24  —  3. 

378.  T.  rufipes.   Sa.  27—3.  —  Pra.  4,  Wie.  4. 

379.  T.  flavipes.   Rot.  4. 

380.  T.  ßmetarius.    Wie.  4. 

381.  T.  bipustulatus.   Leu.  5.  „Selten." 

382.  T.  marginellus.   Rot.  4.  „Selten." 

166.  Gatt.  Boletoblns. 

383.  B.  cernuus.   Pra.  17—4.  —  Ob.  4.  „Selten." 

384.  B.   lunulatus.    Wie.  5. 

169.  Gatt.   Othiiis. 

385.  0.  fulvipennis.    Ros.  3,  Bot.  4. 


22  Karl  Fritsch. 

171.  Gatt,  Xantholinus. 

386.  X.  fulgidus.  Pra.  2. 

387.  X  lentus.    Pra.  3. 

388.  X.  ochropterus.   Lin.  3 — 4.  —  Pra.  4. 
3£9.  X.  rußpenm's.   Sa.  3.   „Sehr  selten." 

390.  X.  punctulatus.   He.  5,  Pra.  3,  Sa.  3,  Wie.  3. 

35-/.  X.  linearis.   Wie.  27—3?.  —  Mel.  3,  Sa.  1. 

172.  Gatt.  Leptacinus. 

392.  L.  batychrus.   Wie.  3-4.  —  Bo.  2,   Pra.  4. 

173.  Gatt.  Staphylinus. 

393.  S.  fulvipes.  Lin.  4.   „Selten." 

394.  S.  mrrxillosus.  Mel.  10—4,   Brü.  5  —  5,  Lin.  6  —  6,  In.  10— 6?.  —  Ha.  5,    Kremsi.  5,   Neus.  4, 
Ros.  4,  Sa.  5. 

395.  S.  hirtus.  Wie,  25—4,   Pra.  3—6,  Neus.  25—4.  —  Bug.  5,  St.  Jak.  G,  Ki.  5,  Kremsi.  6,  Leu.  4, 
Lin.  5,   Rot.  5. 

396.  S.  chloropterus.   He.  4.   „Unter  faulendem  Laube,  sehr  selten." 

397.  S.  pubescens.   Wie.  24  —  3,   Brü.  24  —  3.   Bot.  12—5.  —  Lin.  5,  Neus.  4. 

398.  S.  nebulosus.    C.  7—4,  Brü.  25—3,  Pia.  14-4,  Lin.  23—5,  Neut.  21—3,  Rot.  8—5. 
39.9.  S.  murinus.   Wie.  21  -4.  Lin.  12  —  4. 

400.  S.  fossnr.   Rot.  19  —  4.  —  Lin.  G,   Pra.  G.   „Ziemlich  selten,  in  Gebirgsgegenden." 

401.  S.  lutarius.   In.  G.   „Um  Wien." 

402.  S.  ckalcocephalus.    In.  4,  Lin.  4,  Rot.  5.  Wie.  4.   „Selten." 

403.  8.  caesareus.    C.  15—4,  Wie.  16—4?,  Brü.  12-4,  Pra.  14-4,   Lin.  4-4,  Sa.  29—3,  G.  6-4, 
Neus.  10—4,  Bud.  28-4,  Lern.  25—4?,  Rot.  15-4,  Leu.  29-4. 

404.  8.  erythropterus.  Sa.  24—4,  St.  Jak.23— 4,  Neut.  1G-4.  Bi.  24—3,  Se.  IG  -4?,  Ha,  23—4.  „Selten." 

405.  8.  stercorarius.   Rot.  5,  Sa.  4.   „Selten." 

174.  Gatt.   Ocypus. 

406.  0.  mono.   Lin.  24  —  3,  Sa.  19  —  3. 

407.  0.  falcifer.   Sa.  G,  Wie.  5.   „Um  Wien." 

408.  0.  brachypterus.   Neus.  4.   „Um  Wien." 

409.  0.  similis.   Wie.  27—3,  He,  IG— 4?,   Kremsi.  16—3.  —  Lin.  2,   Ob.  4,  Sa.  4,   Se.  3. 

410.  0.  cyaneus.   Bo.  22— 4.  —  Bud.  5.   „Selten." 

411.  0.  olens.   Ag.  17—4,  Rot.  12—4,  Ha.  27—4. 

412.  (J.  fit  catus.   Neus.  4,  Sa.  3.   „Selten." 

413.  0.  picipennis.   Ros.  4. 

414.  0.   cupreus.    Pra.  2. 

415.  0.  brunnipes.   Wie.  3.   „Selten." 

416.  0.  fulvipennis.   Rot.  6.   „Selten." 

175.  Gatt.  TMlonthus. 

417.  V.  laevicollis.    Lin.  17  —  3.   „Unter  abgefallenem  Laube,  selten." 

418.  P.  cribratus.    Sa.  3,   Wie.  4. 

419.  1'.  splendens.  Neus.  5— 4,  Rot.  21  — 5.  —  Ros.  3. 

420.  P.  iiitermedius.   Pra.  3,  Wie,  3,  Rot.  5. 

421.  P.  larninatus.    Lin.  11  —  3.  —  Ros.  3. 

422.  /'.  nitidus.    Bre.  4,  Lin.  G. 


Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Ö.iterreick-Ühgarn.  23- 

423.  P.  bimaculatus.   Rot.  4,  Wie.  3. 

424.  P.  atratus.  Pia.  4-3,  Sa.  22-4,  Rot.  13-5.  —  Lin.  3,  Neus.  2,  Wie.  3. 

425.  P.  oyanipennis.   Lin.  4.   „In  Schwämmen,  sehr  selten." 
42ö.  7'.  carbonamus.    Wie.  4—5.  —  Pra.  4,  Rot.  4.   „Selten." 

427.  P.  cephalotes.   Pra.  5. 

428.  P.  sordidus.   Wie.  3. 

429.  P.  aeneus.   Wie.  5—4,  Pra.  11-4,  Rot.  9—5.  —  Bud.  4,  Lin.  4,  Sa.  3. 

430.  P.  decorus.  Ros.  4.  „Selten." 

431.  P.  polüus.   Lin.  10—3,  Rot.  2—4.  —  C.  2,  Neus.  3. 

432.  P.  lepidus.   Pra.  5. 

433.  P.  alb/pes.   Pra.  16— 4.  —  Wie.  3.  „Sehr  selten." 

434.  P.  nitidulus.    Pra.  4. 

435.  P.  frigidus.   Ob.  3. 

436.  P.  fimetarius.  He.  18  —  3?.  —  Pra.  4,  Wie.  4.  „Sehr  selten." 

437.  P.  varius.   Pra.  10—3. —  Sa.  3.   „Selten.- 

438.  P.  discotdeus.   Pra.  4,  Wie.  5. 

439.  P.  quisijuillarius.   He.  4,  Pra.  4.   „Selten." 

440.  P.  ebenius.   Pra.  4,  Ros.  3.  „Selten." 

441.  ]'.  fumiyatiis.   Wie.  4.   „Selten." 

442.  }'.  rubidus.   Sa.  22-4.    „Selten.'- 

443.  P.  sanguinolentus.   He.  4. 

444.  P.  corvinus.  Sa.  G— 4.  —  He.  4.  Pia.  3. 

445.  P.  varius.   Pra.  10-3—.  Sa.  3. 

446.  ]'.  debih's.   Wie.  5.   „Selten.-' 

447.  P.  vernalis.   Pra.  4.  Ros.  3.   „Selten.- 

448.  P.  tenuis.   Bre.  4.   „Unter  angeschwemmtem  Reisig." 

■  449.  ]'.  fulvipes.   Mel.  3,  Ros.  3.   „Am  Ufer  von  Bächen  und  Flüssen." 

450.  ]'.  micans.  Wie.  5.  „Selten." 

451.  P.  aterrimus.   Wie.  5. 

452.  P.  cinerascens.   Pra.  4.  „Sehr  selten." 

178.  Gatt.   Quedius. 

453.  Q.  fulgidus.    Sa.  5,  Wie,  4. 

454.  <J.  impressus.    Sa.  4. 

455.  Q.  punctatellus.   Sa.  (i. 

456.  Q.  molochmus.   Lin.  2. 

457.  Q.  fuliginosus.   Pra.  3,  Sa.  3. 

458.  (J.  scintillans.    Pra.  4. 


181.  Gatt.  O-ryporus. 
182.  Gatt.  Cryptobium. 


459.  0.  ruf us.    Rot.  V—S. 

460.  C.  fracticorne.   Pra.  3. 

185.  Gatt.  Achenium. 

461.  A.  kumi'le.  Kremsi.  4.   „Sehr  selten." 

18G.  Gatt.  Lathi'obiuH). 

462.  L.  elongatum.   Pra.  18  —  3,  Lin.  21—3,  Neus.  6—4.—  Bud.  3,  Kremsi.  4,  Rot.  4. 

463.  L.  ßdvipenne.   He.  4,  Pra.  2,  Sa.  3.  Wie.  4. 


<24  Karl  Fritsch. 

464.  L.  rußpenne.   Sa.  3. 

465.  L.  Unguium.   Bnd.  ?>.   „Selten." 

466.  L.  brunnipes.   Lin.  4. 

188.  Gatt.  LitJiocJmris. 

467.  L.  fuscula.   He.  3,  Wie.  5. 

468.  L.  melanocephala.   Wie.  3. 

469.  L.  obsolete.   Pra.  4,  Wie.  2. 

189.  Gatt.  Scopaeus. 

470.  S.  pumilus.   He.  6.  Wie.  3.  „Selten." 

190.  Gatt.  Stillens. 

471.  S.  orbicularis.   He.  3,  Neus.  2,  Wie.  3.  „Selten." 

472.  8.  similis.   Pra.  8  —  3?   „Selten." 

473.  S.  affinis.   Pra.  1—3. 

474.  8.  rufipes.   Pra.  6—3,  Lin.  8—4. 

475.  8.  subtüis.    Pra.  4. 

191.  Gatt.  Su  Hius. 

476.  S.  filiformis.   Pra.  2,  Wie.  1. 

477.  8.  angustatus.   Pra.  2,  Wie.  1. 

192.  Gatt.  Paeder hs. 

478.  P.  ruficollis.   Sa.  27-3.  —  Rot.  4,  Wie.  5. 

479.  F.  littoralis.  Wie.  4-4,  Mel.  28—2,  Pra.  6—3,  Lin.  21-2.  —  Bre.  3,  He.  3,  Neus.  3,  Ob.  3. 

480.  P.  brevipennis.    He.  4. 

4SI.  P.  liinnopliilus.   He.  5,  Pra.  6.   „Selten." 

482.  P.  longipennis.   Sa.  6—3,  He.  8-4.  —  Bud.  3,  Leu.  5,  Pra.  4,  Pre.  4,  Ros.  4,  Rot.  2.  Wie.  4. 
„Selten. - 

483.  P.  riparius.   C.  1,  In.  3,  La.  3,  Neus.  2,  Rot.  4,   Se.  3. 

195.  Gatt.  Dicmous. 

484.  D.  eoeruleus.  Lin.  3,  Wie.  3.   „Bei  Steyer  an  einer  Wehre  des  Ramming-Baehes." 

196.  Gatt.  Sterins. 

485.  S.  biguttatus.   Pra.  3  — 4V.  Lin.  9—3,  G.  25—3,  Tr.  19—3. 

486.  8.  bipunetatus.   Tr.  3,   Wie.  3. 

487.  8.  bimaculatus.  Ros.  3. 

488.  8.  Juno.   Ros.  3,  Wie.  3. 

489.  8.  ater.   Bo.  4,  Pra.  4. 

490.  8.  aemulus.   Pra.  5.   „Sehr  selten." 

491.  8.  atratulus.    Pra.  6. 

492.  8.  foraminosus.   Pra.  4.   „Sehr  selten." 

493.  8.  providus.   Pra.  11-3?.  —  Bud.  3,  He.  3,  Lin.  4. 

494.  8.  speculator.   Bud.  5,  He.  5.   „Selten.- 

495.  8.  Argus.   Neus.  4.  „Selten." 

496.  S.  circularts.   Ros.  3. 

497.  S.  nigritulus.   Pra.  5.   „Selten  " 

498.  8.  um'color.  Wie.  3.  „Selten." 


Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich-Ungarn.  25 

499.  S.  oculatus.   Pra.  10—5.  —  Lin.  2. 

500.  S.  cicindeloides.   He.  3,  Pra.  5.    „Selten." 

198.  Gatt.  Bledius. 

501.  B.  unicomis.  He.  5.   „Arn  Ufer  des  Neusiedlersees;  sehr  selten  in  der  Brigittenau  bei  Wien." 

502.  B.  rufipennis.   He.  6.   „Selten." 

503.  B.  crassicollis.    Pra.  4. 

199.  Gatt.  Platystetus. 

504.  1'.  morsitans.   Wie.  .'!. 

505.  P.  cornutus.   Wie.  3. 

506.  P.  nodifrons.    Pra.  3. 

200.  Gatt.   Oxytelus. 

507.  0.  rugosus.   Pra.  1  —  4,  Sa.  3—5.  —  Bre.  3,  Se.  4. 

508.  0.  insecatus.   Pra.  4.   „Selten." 

509.  0.  piceus.   Lin.  5,  Pra.  6. 

510.  0.  luteipennis.   Pra.  6. 

511.  0.  sculptus.    Pra.  4,  Wie.  4. 

512.  0.  inustus.   Pra.  31—3?,  Sa.  IG— 3.  —  Ha  6;  Wie.  3.   „Selten.- 

513.  0.  nttidirfus.   Bnd.  3. 

514.  0.  complanatus.   Pra.  3.    „Selten." 

515.  0.  depressus.   Pra.  29—3.  —  Lin.  5,  Ni.  3,  Wie.  3. 

516.  0.  pumilus.   Pra.  4. 

201.  Gatt.  Phloeonaeus. 

517 .  P.  caelatus.    Pra.  3. 

202.  Gatt.   Trogophloeus. 

518.  T.  fuliginosus.   Pra.  4. 

204.  Gatt.  Coprophilus. 

519.  C.  striatulus.   Wie.  30  —  3.  —  He.  3,  Sa.  5. 

206.  Gatt.  Deleaste): 

520.  D.  dichrous.    Pra.  4,  Wie.  5. 

216.  Gatt.  Pesteva. 

521.  L.  bicolor.   Pra.  5,  Rot.  5. 

522.  L.  pubescens.    Pra.  G.   „Selten." 

221.  Gatt.  Acidota. 

523.  A.  crenata.   Pra.  4.   „Sehr  selten." 

222.  Gatt.  Olophrum. 

524.  0.  assimile.    Sa.  6. 

223.  Gatt.  Lathvimaeum. 

525.  L.   melanocephalum.   Pra.  '■'>. 

224.  Gatt.  Deliphrum. 

■~>~_>6.  D.  angustatum.    Pra.  13  —  5.  —  Wie.  4.   ..Am  Bisamberge  bei  Wien." 

225.  Gatt.  Otnalium. 
b'27 .    (K  striatum.   Ni.  2.   „Sehr  selten. - 

528.  Ü.  rivulare.   Wie.  10  —  3.  —  Bre.  3,  G.  4,  Pra.  G,  Rot.  5.  Sa.  3. 

529.  0.  florale.    Wie.  5.   „Selten." 

Denkschriften  der  mathem.-naturw.    Cl.    XXXVII.  Bd.  4 


26  Karl  Fritsch. 

227.  Gatt.  Anthobium. 

530.  A.  ophthalmicum.   Sa.  6.  „Selten." 

531.  A.  abdominale,    Pra.  4. 

532.  A.  scutellare.   Pia.  5.   „Sehr  selten." 

533.  A.  Sorbi.  Wie.  4. 

534.  A.  florale.    Rot.  4. 

229.  Gatt.  Megarthrus. 

535.  M.  depressus.   He.  4.   „Sehr  selten." 

233.  Gatt.  Micropeplus. 

536.  M.  porcalus.   Pia.  8  —  5.    „Selten." 

Beiweitem  die  meisten  Gattungen  der  Staphyliniden  leben  an  feuchten  verborgenen  Orten,  unter  Steinen, 
faulenden  Vegetabilien;  andere  im  Dünger,  Auskehricht,  unter  Moos  und  abgefallenem  Laube;  einige  in 
Pilzen,  unter  Baumrinden  und  Moos;  entziehen  sich  demnach  leicht  der  Beobachtung,  wenn  man,  wie  in  der 
Regel,  ihre  Standorte  nicht  genau  kennt. 

Verhältnissmässig  nur  wenige  Gattungen  falten  sich  auf  feuchtem  Schlamme  und  Sand  au  Ufern  stehen- 
der und  fliessender  Gewässer  auf,  wie  Tachyusa,  Paedem?,  Dianons,  Stenus  und  Bledius ,  und  sind  daher 
auch  besser  zur  Beobachtung  geeignet. 

Nur  Deliphrum,   Omalium  und  Anthobium  trifft  man  auf  Blütlien,  sind  daher  vorzugsweise  geeignet. 

Es  erscheinen  übrigens  die  meisten  Gattungen  zu  gewissen  Zeiten  über  der  Erdoberfläche  und  lassen 
sich  dann  ohne  mühsames  und  dennoch  oft  erfolgloses  Aufsuchen  recht  gut  beobachten.  Für  die  Ungleichheit 
der  Erscheinungszeit  je  nach  einer  oder  der  anderen  Beobachtungsmethode  gilt  das  bei  den  Carabiden 
Angeführte. 

Nicht  Micropeplus  allein,  sondern  auch  andere  Gattungen  schwärmen  in  der  Luft,  wie  Oxytelus  und 
Platystetus ;  man  trifft  sie  häufig  schon  am  Tage  und  bei  Sonnenschein  herumfliegend.  Noch  häufiger  scheint 
diess  am  Abend  der  Fall  zu  sein.  Als  ich  einmal  in  Prag,  es  war  im  Sommer  1830,  bei  einer  Lampe  im 
Hofe  meines  Wohnhauses  an  einem  Tische  sass,  war  ich  nicht  wenig  überrascht  über  die  Menge  der  anflie- 
genden Staphyliniden. 

Die  grössten,  welche  der  Gattung  Staphylinus  angehören,  trifft  man  die  ganze  wärmere  Jahreszeit  über 
häufig  auf  Wegen  -  und  selbst  bei  Sonnenschein  —  sich  herumtreiben:  die  Erscheinungszeiten  lassen  sich 
dann  genau  bestimmen,  wenn  sie  auch  verspätet  denjenigen  gegenüber  ausfallen  dürften,  welche  man  beim 
Aufsuchen  du-  Thiere  an  ihren  verborgenen  Aufenthaltsorten  erhalten  haben  dürfte. 

VIII.  Farn.    PSELAPHIDES. 
237.  Gatt.   Tyrus. 

537.  T.  mucronatus.   He.  5.  „Unter  Steinen,  äusserst  selten." 

239.  Gatt.  Pselaphus. 

538.  P.  Heiset.    Pia.  23-3. 

240.  Gatt.   Tychus. 

539.  T.  niger.   He.  3.   „Sehr  selten. - 

245.  Gatt.  Bryaxis. 

540.  B.  sanguinea.    He.  5. 

541.  B.  fossulata.   St.  F.  2,  G.  3,  He.  4. 

542.  B.  kaemdtica.   Mel.  5. 


Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich-Ungarn.  27 

Die  Gattungen  dieser  Familie  leben  unter  Steinen  und  Moos  und  in  Ameisennestern,  daher  die  Verschie- 
denheit der  Erscheinungszeiten,  je  nachdem  sie  hier  oder  im  Freien  beobachtet  werden,  wo  man  sie  in  der 
Regel  später  antrifft. 

IX.  Farn.   CLAVI GERIDES. 

248.  Gatt.  Clcwiger. 

543.  C.  testaceus.   Bi.  4,  Tr.  4.  „Bei  Wien,  unter  Steinen,  in  den  Nestern  der  gelben  Ameise/' 

X.  Farn.   SCYDMAENIDES. 
251.  Gatt.  Scydmaenus. 

544.  S.  tarsatus.   He.  4,  Wie.  3.    ,. Selten." 

545.  S.  rufus.  He.  5.   ,,Sehr  selten.-' 

546.  S.  hirticollis.   He.  5. 

547.  S.  scutellaris.   G.  3. 

Die  Arten  dieser  Gattung  findet  man  zur  Tageszeit  im  Auskehricht,  unter  Steinen,  Baumrinden,  in 
Ameisennestern  u.  s.  w. 

XL  Farn.    SIL  PH  IDES. 

262.  Gatt.  Cholera. 

Sehr  schnelle,  bewegliche  Thiere,  die  sich  das  ganze  Jahr  hindurch  im  Auskehricht  und  bei  faulen- 
den Stoffen  aufhalten. 

54S-   C.  cisteloides.   Pra.  '■),   Sa.  5. 

549.  C.  agilis.  Rot.  29—5.  —  In.  6.  ^Selten.- 

550.  C.  clvysomeloides.   Wie.  9  —  3.  —  Pra.  5. 

551.  C.  nigricans.   Lin.  3.   „Selten." 

552.  C.  anisotomoides.   Pra.  5.   „Im  faulen  Holze  sehr  selten. - 

553.  C.  sericea.   He.  4,  Wie.  4. 

264.  Gatt.   Colon. 

554.  C.  fusculus.   He.  4.  Redtenbacher,  I. 

555.  C.  dentipes.   In.  6.  „Norddeutschland." 

265.  Gatt.  Ayyrtes. 

556.  A.  castaneus.  Wie.  10 — 4.  .Unter  Steinen  bei  den  Gemüsegärten  in  der  Brigittenau  bei  Wien." 
Von  mir  auf  Wegen. 

267.  Gatt.  Silpha. 

557.  S.  littoralü.    Brti.  19  —  5.  —  Bo.  5,  ('.  6. 

559.  S.  thoracica.  C.  8— 4,  Wie.  11  —  5,  Mel.  6— 4,  Bin.  20-4,  Ka.  16—5,  Lin.  4-4,  Sa.  9-4, 
St.  Jak.  1—6,  Neus.  23-4,  Neut.  2-5,  Lern.  22—4?,  Rot.  29-4?,  Leu.  10—5?. 

560.  S.  quadripunctata.  Brü.  25 — 4,  Ka.  13  —  5,  Pra.  25 — 5?,  Neus.  19  —  5.  „Auf  blühenden  Gesträu- 
chen einzeln,  in  grösserer  Menge  in  den  Nestern  des  Processionsspinners." 

561.  S.  opaca.   Lin.  13—3.  —  Bud.  3,  Rot.  4. 

562.  S.  ncgom.   Wie.  3—4,  He.  25—3,   Brü.  20—4,  Pra.  29—4,  Neut.  15-4,  Leu.  11-4. 

563.  S.  sinuata.  Ag.  25  —  4?,  Brü.  7—4,  Rot.  11—5.  —  Bo.  6,  In.  6,  Leu.  5,  Lin.  4,  Pra.  4.  Sa.  4, 
Se.  5,  Wie.  4. 

564.  S.  carinata.  Wie.  IS  — 6,  Brü.  8—5,  Pra.  25  —  5,  Ros.  20—3!.  .Selten.''  Im  Thiergarteu  Stern 
bei  Prag  nicht  selten. 

565.  S.  tristis.  Neus.  3.  „Sehr  selten." 

4  * 


28  Karl  Fritsch. 

566.  S.  reticulata.   Wie.  28—3?,  Kremsi.  18—3,  Lin.  25-3. 

567.  S.  obscura.  G.  16—3.  Wie.  22—4,  Brti.  26—3,  Pia.  27—4,  Lin.  25—3,  Sa.  26—4,  Neus.  8-4, 
Neut.  8—4,  Leu.  29—4. 

56S.  S.  nigrita.   Pra.  10—4?,  Wie.  5. 

569.  S.  «trat«.   Ag.  16—4,  C.  23—2,  Mel.  8—3,  Pia.  8—4,  Lin.  20—3,  St.Jak.  13—5,  Leu.  9-5. 

570.  S.  laevigata.   Ag.  30—4.  —  Lin.  4,  Mel.  4.  Neu?.  5. 

268.  Gatt.  Necrophorus. 

571.  N.  germairicus.   Wie.  4  —  5,  Sc.  4—5,  Brii.  6—5.   „Um  Wien  bei  grösseren  Äsern." 

572.  N.  humator.   Se.  8—5?,  Eos.  5.    „Um  Wien.'1 

573.  N.  mortuorum.  Ag.  14  —  4,  Brii.  30—3,  Leu.  8—5.  —  Lein.  4,  Lin.  4,  Wie.  4.  ..In  dem  gebir- 
gigen Theile  von  Osterreich,  aber  selten.-' 

574.  N.  vespttlo.  Ag.  16—4,  C.  28— 4,  Wie.  2.1  —  4,  Mel.  12 — i,  Brii.  2- 4,  Ka.  17-4.  Kremsi.  12—4, 
Kremsm.  30—4,  Pra.  23—4,  Lin.  2<J— 4,  Sa.  1  —  5,  Neus.  15—4,  Neut.  19  —  4,  In.  6—4,  Wil.  3—6!, 
Bj.  7_4;  Lern.  15-4,  Ad.  28—4,  Rot.  1—5,  Leu.  3  —  5. 

575.  K.  vestigiator.   Wie.  10—4?.  —  Pra.  3.   „Selten." 

„Die  Arten  der  Gattung  Süpha  leben  grösstenteils  vom  Aase,  theils  verzehren  sie  auch  lebende  Insec- 
ten,  theils  sind  sie  pflanzenfressend.  Auch  jene  der  Gattung  Necrophorus  findet  man  im  Sommer  häufig 
bei  Aesern,  vorzüglich  von  kleinen  Säugethieren,  in  deren  Ermanglung  sie  auf  lebende  Thiere  ausgehen.'' 

Sie  halten  sich  daher  meistens  nicht  an  verborgenen  Orten  auf  und  eignen  sich  desshalb  gut  zur  Beob- 
achtung, abgesehen  von  ihrer  bedeutenderen  Grösse,  die  sie  nicht  leicht  übersehen  lässt.  Wenn  man  nun 
auch  selten  ein  Aas  ohne  Käfer  antrifft,  so  hängt  doch  ihre  Erscheinung  mit  Rücksicht  auf  das  Vorkommen 
des  Aases  sehr  vom  Zufalle  ab. 

Die  Arten  der  Gattung  Silpha  trifft  man  aber  häutig  auf  Wegen,  wo  sie  regelmässig  beobachtet  werden 
können,  besonders  bei  feuchter  Witterung. 

Die  Arten  des  Kecroplioras  sieht  man  an  wannen  Frühlingstagen  nicht  selten  herumfliegen.  Die  Noti- 
rung  der  Zeit,  wann  dies  geschieht,  dürfte  zu  genauen  Ergebnissen  führen. 

XII.  Kam.   ANISOTOMIDES. 
271.  Gatt.   Anisotoma. 

576.  A.  cinnamomea.   Mel.  3.   „Selten." 

275.  Gatt.   Liodes. 

577.  L.  Jiumeralis.   St.  Jak.  5,  Sa.  5. 

276.  Gatt    Amphicyllis. 

578.  A.  globus.   Rot.  5.   „Selten,  in  faulenden  Pflanzenstoffen." 

Die  Gattungen  dieser  Familien  leben  in  Schwämmen  und  moderndem  Holze,  entziehen  sich  also  leicht 
der  Beobachtung,  da  man  sie  anderwärts  nur  selten  antrifft. 

XIV.  Farn.    TRIGHOPTERYG  IDES. 
282.  Gatt.  Ti  ichopti  rij.r. 


579.  I.   atomaria.    IIa.  ti. 

580.  1'.   Kunzet.   l!<».  4.   „Selten." 

581.  ]'.  pusillwni.    He.  3.   „Selten.1 


283.  Gatt.  Ptiliutn. 
284.  Gatt.    Ptenidium. 


Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich-  Ungarn .  2 1) 

Die  Auen  dieser  Gattungen  leben  in  faulenden  Pflanzenstoffen,  theilweise  unter  Baumrinden  und  in  den 
Nestern  von  Ameisen  (283),  es  gilt  demnach  das  bei  der  vorigen  Familie  Bemerkte. 

XV.  Farn.   SCAPHIDIIDES. 
286.  Gatt.   Scaphidiiim. 

582.  S.  quadrimaculatum.    He.  4,   Bo.  4. 

288.  Gatt.  Scaphisoma. 

583.  S.  agaricinum.  He.  4.  „Unter  der  Rinde  alter  faulender  Pflanzenstöcke. " 
Die  Arten  dieser  Gattungen  leben  in  Baumschwämmen. 

XVI.  Farn.  HI  ST  ER  IDES. 

289.  Gatt.  Hololepta. 

584.  H.  plana.   Ag.  29  —  4.  „Selten." 

290.  Gatt.  Platysoma. 

585.  P.  frontale.   Ha.  1 — 5.  „Selten.- 

586.  P.  depressum.   Rot.  10 — 5,  —  He.  4,  Ros.  4. 

291.  Gatt.  Hister. 

587.  H.  quadrinotatus.  Wie.  18 — 4'?,  Kremsi.  22 — 3,  Pra.  2 — 5,  Rot.  16 — 4.  —  Brü.  4,  C.  3,  Lern.  5, 
Ob.  4,  Pre.  4. 

588.  H.  quadrimaculatus.   Ag.  9—4,  Wie.  25—4,  Pra.  31—3.  —  C.  3,  Ka.  4,  Neus.  3,  Pre.  4,  Tr.  4. 

589.  IL  uncinatus.   Wie.  3U— 3,  Brü.  8—4,  Pra.  13—4. 

590.  H.  umcolor.   Ag.  9  —  4,  Wie.  23  — 5,  Brü.  29— 4,  Pra.  2(3  — 5.  —  St.  Jak.  5,  In.  5,   Lern.  5,  Rot.  5. 

591.  IL  inaeguah's.   Ag.  9 — 4,  Wie.  28  —  5.  —  Ros.  6.   „Im  Sommer  auf  Viehweiden  um  Wien.-' 

592.  H.  terricola.   Rot.  5.   „Selten." 

593.  LI.  modestus.  Wie.  7  —  4. 

594.  IL  distinctus.    Wie.  5  —  5,  Pra.  is_ 4.  —  Lin.  3,  Sa.  6.   „Sehr  selten." 

595.  H.  cadaverinus.   Bud.  4 — 4,  Rot.  5 — 5.  —  Bo.  5,  St.  Jak.  5,  Kremsi.  2,  Lin.  4,  Mel.  3,  Neus.  2, 
Ob.  4.  Wie.  4. 

596.  H.  merdarms.   Pra.  5,  Rot.  5,  Wie.  5. 

597.  II.  purpurascens.   Wie.  2—4,  Lin.  30—3.  —  Ob.  5,  Pra.  3,  Ros.  3. 

598.  IL  stercorarius.    Ag.  7  —  4,   Brü.  4  —  4,   Rot.  12—4. 

599.  II  sinuatus.   Wie.  5 — 4,  Leu.  14—5.  —  Mel.  3,  Pre.  4.    „Auf  trockenen,  sandigen  Viehweiden." 

600.  IL  marginatus.    Pre.  4,   Sa.  4.    „Sehr  selten." 

601.  IL  neglectus.   Neus.  2,   Pre.  4.   „Selten." 

602.  H.  carbonarius.   Ros.  5,  Rot.  (3,  Wie.  5. 

603.  LI.  bimaculatus.  Ag.  11—4,  Mel.  26— 3.  —  He.  4,  Ka.  4,  Rot.  5. 

t;t>4.   II  corvtnus.  Wie.  3 — 5,  Lin.  5  — 4. —  He  4,  Neus.  3,  Ros.  4,  Rot.  5,  Sa.  '.'>.   .Selten." 

605.  II  duodecimstr iatus.    Neus.  4,  Pre.  4,  Wie.  4.   „Im  trockenen  Kuhmiste  selten." 

293.  Gatt.  Hetaerius. 

606.  II.  sesquicomis.   Ag.  22  —  4.   ..Selten.  Türkensehanze,  Hermannskogel  bei  Wien,  unter  Ameisen. - 

298.  Gatt.  Scvprinus. 

607.  S.  mbidulus.   Wie.  16—6.  —  He.  G,   Pra.  5. 

608.  8.  aeneus.   Pra.  3  —  5.  —  Pre.  4,  Rot.  5. 

609.  <S   vu-tscens.    Wie.  5.    ..Selten." 


'60  Karl  Fritseh. 

610.  S.  rotundatus.   Bud.  5,  Pia.  4,  Rot.  4,  Sa.  6. 

611.  S.  conjungens.   Pra.  6. 

672.  'S',  arenarius.   Bre.  3.   „Sehr  selten." 

301.  Gatt.  Onthophilus. 

613.  0.  striatus.   Lin.  ?>. 

303.  Gatt.  Aeritus. 

614.  A.  nunutus.   He.  5.   „Nur  zweimal  gesammelt,  unter  Steinen.-' 

Die  Gattungen  dieser  Familie  leben  theils  unter  Baumrinden,  wie  Hololepta  und  Platysoma,  theils  im 
Dünger,  faulenden  Pflanzenstoffen  oder  bei  Aas:  Ulster,  Saprinus,  Abraeus. 

Die  Arten  der  Gattung  Rister  trifft  mau  im  Frühjahre  häufig  auf  Wegen  an,  wenigstens  bei  Wien  und 
Pra0,  weniger  bei  Salzburg,  aufweiche  drei  Stationen,  da  ich  daselbst  meine  eigenen  Beobachtungen  an- 
gestellt habe,  sich  in  der  Regel  meine  eigenen  Bemerkungen  über  das  Vorkommen  beziehen. 

XVII.  Farn.   PHALACRIDES. 
305.  Gatt.  Phalacrus. 

615.  P.  corruscus.   Wie.  15  —  4,  Rot.  0  —  4.  —  Bud.  6,  Pra.  5,  Sa.  4. 

307.  Gatt.   Olibrus. 

616.  O.  aeneus.   Wie.  8—4?,  Pra.  15—6. 

617.  0.  bicolor.   Wie.  2—5.  —  He.  4,  Lin.  4,  Ros.  3.  Fand  ich  gewöhnlich  auf  Blumen  von  Taraxacum 

officinale. 

61S.  O.  Uquülus.  Bud.  6,  Kremsi.  3,  Wie.  5. 

619.  O.  Mülefolii.   Pra.  11-6.  —  St.  Jak.  5. 

620.  O.  gemmus.   Lin.  4,  Pra.  5. 

621.  O.  atomarius.   Wie.  19  —  4. 

Die  Gattungen  dieser  Familie  leben  auf  Blumen,  könnten  daher  gut  beobachtet  werden,  wenn  sie  sich 
wegen  ihrer  Kleinheit  nicht  oft  einer  genauen  Beobachtung  entziehen  würden. 

XVIII.  Farn.   NITIDULIDES. 
309.  Gatt.  Cercus. 

622.  C.  Sambuci.   Wie.  28  —  4.  —  Bud.  6,  Lin.  6.   „Selten." 

623.  0.  pedicularius.   Pra.  18  —  4.  —  Bre.  4,  Sa.  4. 

310.  Gatt.  Brachypterus. 

624.  B.  pubescens.   Pra.  5.   „Selten." 

625.  B.  Orticae.   Bud.  6. 

626.  B.  gravidus.   Pra.  6,  Rot.  4.   „Selten." 

312.  Gatt.  Epuraea. 

627.  E.  Ivmbata.   Bud.  6  —  4. 

628.  E.  bisignata.   Pra.  6,  Wie.  3.   „Selten." 

629.  E.  castanea.   Sa.  6—4. 

630.  E.  süacea.   Pra.  4. 

631.  E.  immunda.   Bre.  4,  Wie.  4.  „Selten." 

632.  E.  aestiva.    He.  5,  Pra.  4. 

633.  E.  deleta.   Pra,  6.  „Selten." 

634.  E.  florea.   Sa.  6. 

635.  E.  oblonga.   Bre.  5,  Pra.  4.   „Selten." 


Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich-Ungarn.  31 

313.  Gatt,  mtidula. 

636.  N.  obscura.  He.  3,  Ob.  5. 

637.  N.  bipustulata.   Mel.  21—4,  Lin.  22  —  4.  —  He.  4,  Ob.  4,  Rot.  3. 

638.  N.  quadripustulata.   Mel.  4.   „Selten." 

314.  Gatt.  Soronia. 

639.  S.  grisea.   Pra.  26—4,  Rot.  13— :>.  —  Wie.  5.    „Selten." 

31C>.  Gatt.  Am/photis. 

640.  A.  marginata.   Ag.  5,  Sa.  6. 

317.  Gatt.   Omosita. 

641.  0.  colon.   He.  3,  Pra.  4,  Wie.  3. 

642.  0.  discoidea.   Lin.  18—5.  —  Bo.  3,  Wie.  4. 

318.  Gatt.   Thcdycra. 

643.  T.  sericea.   Bud.  5,  Pra.  4. 

321.  Gatt.  Meligethes. 

Die  „schwierigen  Arten  dieser  Gattung"  werden  wohl  nicht  immer  sicher  unterschieden  worden  sein. 

644.  M.  rufipes.   Lin.  18—4?. 

645.  M.  lumbaris.   Sa.  5.   „Selten." 

646.  M.  vin'descens.    Pra.  13—5.  —  Bre.  4,  Bud.  4,  Lin.  4.   „Selten." 

647.  M.  aeneus.   Ag.  28-4,  Wie.  23-4,  Pra.  24-4,  Sa.  21  —  4,  Bud.  1—5. 

648.  M.  subrugosus.   Lin.  4.  „Selten." 

649.  AI.  Symphyti.    Pra,  24—4.  —  Bud.  4,  Kremsi.  4. 

650.  M.  sen-ipes.   He.  5. 

651.  M.  dtffioilis.   Pra.  4.   ..Selten." 

652.  M.  viduatus.  Sa.  13—3,  Pra.  20-4,  Wie.  10—4. 

653.  M.  peJicularius.    Neus.  4. 

654.  M.  tristüs.   Lin.  5.    „Selten." 

655.  M.  flavipes.   Bud.  G.   „Selten." 

324.  Gatt.  Cyehmimis. 

656.  C.  luteus.   Ros.  30—5,  Rot.  16  —  6.  —  Lin.  4. 

327.  Gatt.  Ips. 

657 .  1.  ferruginea.   Bo.  6. 

658.  1.  quadripustulata.   Rot.  21—4,  Leu.  8  —  5?.   „Selten." 

328.  Gatt.  Bhizophagus. 

659.  R.  bipustulatus.   He.  4. 

332.  Gatt.  Peltis. 

660.  P.  grosso.   Rot.  6—6.  „ Selten. - 

661.  P.  ferruginea.   Lin.  5,  Ob.  5,  Pra.  5,  Sa.  5,  Wie.  (i. 

662.  1'.  oblonga.   Rot.  15  —  5.   —  C.  6,  Neus.  4,  Sc,  5.   „Selten;  im  modernden  Weidenholze." 

Die  Gattungen  dieser  Familie  eignen  sich  in  ungleichem  Grade  zur  Beobachtung.  Cercus,  Brachypterus 
und  Thah'ora,  theilweise  auch  Epurea,  Amphotis  und  Meligethes,  welche  auf  Blumen  und  blühenden 
Gesträuchen  vorkommen,  sind  vorzugsweise  geeignet. 

Minder  mir  die  übrigen  oder  die  Arten  jener  Gattungen,  welche  sich  unter  Baumrinden,  in  kranken  ab- 
gestorbenen Bäumen  oder  in  Staubpilzen  aufhalten. 


32  Karl  Fritsch. 

XIX.  Farn.   COLYDIIDES. 

334.  Gatt.   Sa/rrotrium. 
663.  S.  clavicorne.    Pra.  5.    „Selten." 

338.  Gatt.  Coxel/us. 

66-1.  C.  pictus.   In.  7.  „Lebt  auf  morschem  Holze." 

340.  Gatt.  Ditoma. 

665.  I).  crenata.   Ag.  12—5,  He.  10—4.  —  Rot.  3,  Wie.  2. 

352.  Gatt.  Bothrideres. 

666.  B.  contractus.   He.  5.  ,.Am  ausfliessenden  Safte  alter  Weidenbäume,  selten.  - 

357.  Gatt.   Cevijloii. 

667.  C.  histeroides.   He.  4. 

Die  Arten  der  Gattungen  dieser  Familie  leben  unter  Steinen  (Sarrotrium) ,  unter  Baumrinden,  wie 
Ditoma,  Cerylon,  oder  auf  morschem  Holze  fCoxelus),  sind  daher  schwer  aufzufinden,  und  so  weit  sie  ander- 
wärts anzutreffen,  werden  sie  zu  spät  beobachtet. 

XXI.  Farn.   CUCUJIDES. 
360.  Gatt.   Cnciijits. 
66S.   C.  sanguinolentus.   St.  Jak.  5  '.   „Im  Prater  sehr  selten. - 

362.  Gatt.  Brontes. 

669.  B.  planatua.   He.  20  —  4. 

363.  Gatt.   Laemophloeus. 

670.  L.  duplicatus.   He.  4. 

671.  L.  pusillus.   Bo.  3.   „In  Specereiwaarenbandlungen."  Ob  im  Freien  beobachtet? 

672.  L.  ater.   He.  5. 

368.  Gatt.  Sylvanns. 

673.  S.  btdentatus.   St.  Jak.  6. 
671.  S.  unidentatus.    Kot.  3. 

Die  angeführten  Gattungen  dieser  Familie  leben  fast  sämmtlich  unter  Baumrinden,  theilweise  fSylva- 
nus)  im  Grase  und  Getreide,  sind  daher  zu  den  Beobachtungen  minder  geeignet,  abgesehen  von  ihrem 
seltenen  Vorkommen. 

XXII.   Farn.    CR  YPTO  PH  AGIDES. 
369.  Gatt.   Lyetiis. 

675.  L.  bicolor.   Bre.  5,  Wie.  5.  „Selten." 

373.  Gatt.  Telmatophilus. 

676.  T.  Carlas.   Pra.  5. 

374.  Gatt.  Antherophagus. 

677.  A.  silaceus.   Pra.  6.   „Sehr  selten." 

376.  Gatt.  CryptopJiagus. 

678.  C.  badius.   Pra.  3.   „Selten." 

679.  C.  scanicus.    Bo.  -. 


IHrsc  i;eol>;i chriina   könnte  iinf  einer  Verwechslung   der  Gattung   beruhen. 


Jährlich'  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich-Ungarn .  33 

680.  0.  vini.   Pia.  4. 

681.  C,  crenulatus.    Pra,  4,   Wie.  3. 

682.  C.  fumatus.    Wie.  6.   „Sehr  selten." 

683.  C.  acutangulus.    Wie.  3. 

684.  C.  cellaris.    Pra.  3. 

377.  Gatt.  Paramecosoma. 

685.  P.  serrata.   Pia.  6.   „Sein-  selten." 

379.  Gatt.   Atomaria. 

686.  A.  fimetarn.   Pra.  5,  Wie.  3. 

687.  A.  elongatüla.    Pra.  3.    „Selten." 

688.  A.  linearis.  Ni.  3.  „Selten." 

689.  A.  fuscipes.   Pra.  3. 

69<>.  A.  gibbula.    He.  4.   Lin.  3. 

691.  A.  apicalis.   IIa.  tj. 

692.  A.  fuseata.   Pra.  G. 

693.  A.  Lasalis.  Pra.  6,  Wie.  3.   „Selten." 

694.  A.  atra.    Bud.  4. 
£#5.  .-1.  pusilla.   Ni.  4. 

381.  Gatt.  Mycetaea. 

690.  M.  hirta.   He.  3. 

387.  Gatt.  Ewgrte. 
£07".  E.  bipustulata.   Lin.  4,  Rot.  4. 
6'y§.  £.  sanguinicollis.   Ros.  4,  Rot.  4.   „Sehr  selten." 
699.  JE.  humerah's.   Rot.  5. 

388.  Gatt.   Tritoma. 
70".   T.  bipustulata.   Mel.  4.  Rot.  6. 

390.  Gatt.   Triplax. 

701.  T.  aenea.   Ob.  4,  Pra.  3. 

Von  den  Gattungen  dieser  Familie  eignet  sich  Antherophagus ,  welche  auf  Blimieu  lebt,  am  besten  zur 
Beobachtung,  dann  allenfalls  noch  Telmatophilus,   welche  auf  nassen  Wiesen  vorkommt. 

Die  übrigen ,  welche  sich  alle  unter  Baumrinden,  im  faulenden  Holze  und  anderen  faulenden  Pflanzen- 
Stoffen,  in  Baumpilzen,  an  feuchten  dumpfigen  Orten  aufhalten,  sind  minder  geeignet. 

XXIII.  Farn.   L  ATHU  I  DI  IDES. 

398.  Gatt.  Lathridius. 

702.  L.   lardarius.    Pra.  4.   „Selteu." 

703.  L.  rugicollis.   Ni.  3,  Pra.  4.   „Selten." 

704.  L.  clathratus.   Bud.  4.    ..Selten." 

705.  L.  minutus.   Pra.  12—3,   Lin.  S  — 4,  Rot.  21—4,  —  Xi.  .".. 

706.  L.  transversus.   Wie.  4.   „Selten." 

399.  Gatt.  Cortirarin. 

707.  C.  pubcscens.   Pra.  22-:.;.  —  Wie.  4. 

708.  0.  bella.  Pra.  4.   ..Sehr  selten." 

709.  C.  denticulata.   Xi.  3,  Pra.  3.   „Selten." 

Denkschriften   der  mathem.-naturw.   Cl.    XXXYI1.   Bd.  5 


34  Karl   Fritsch. 

710.  C.  piligera.   Pra.  4.  „Selten." 

711.  C.  crenulata.   Pra.  5.   „Sehr  selten." 

712.  C.  gibbosa.    Pra.   10—5. 

Die  Arten  dieser  beiden  Gattungen  leben  unter  Auskehricht,  bei  schimmelnden  Pflanzenstoffen  und  unter 
Baumrinden,   entziehen  sich  daher  leicht  der  Beobachtung. 

XXIV.  Farn.    MYCETOPHAGIDES. 
401.  Gatt.  Mycetophagus. 

713.  M.  quadrvpustulatus.    Rot.  8  —  6?. 

714.  M.  atomarius.    He.  8  —  4. 

715.  M.  fulvicollis.   He.  4.   „Sehr  selten." 

716.  M.   multipunctatus.   Rot.  15 — 5. 

404.  Gatt.   Typhaea. 

717.  T.  fumata.   Ag.  7  —  5.  —  Bo.  6. 

Die  Arten  der  ersten  Gattung  leben  in  Baumschwämmen,  jene  der  zweiten  im  Moder  alter  Bäume  und 
unter  Baumrinden,  sind  daher  zur  Beobachtung  ebenfalls  nur  minder  geeignet. 

XXVI.  Fam.   DERMESTIDES. 
408.  Gatt.  JBytumis. 

718.  B.  fumatus.   Wie.  14  —  5,   Pra.  18  —  5,  Rot.  12  —  5.    „Auf  blühendem  Löwenzahn." 

719.  B.  tomentosus.   Bre.  25  —  5,  Pra.  3  — 6,  Sa.  22-4  '.  —  Rot.  5.   „Auf  Fichten  im  Frühjahre." 

409.  Gatt.  Dermestes. 

720.  D.  lardarius.  Ag.  17  —  4?.  Brü.  9— 4,  Pra.  2;")— 4,  Sa.  22  — 4,  Leu.  7  — 4.  Die  ziemliche  Überein- 
stimmung der  Zeiten  ist  bemerkenswert!],  wenn  erwogen  wird,  dass  diese  Art  oft  nicht  im  Freien  beobachtet 
worden  sein  dürfte. 

721.  I).  murinus.   C.  26—3,  Wie.  19—4,  Pra.  10—5,  Rot.  18—4. 

722.  D.  laniarius.   Wie.  9—4,  Brü.  2)1-4.  —  Kremsi.  3,  Ob.  4.  Pre.  4,  Rot.  3. 

723.  D.  rulpütiis.   Ag.  24-4.  „Sehr  selten." 

724.  D.  Frischii.   Wie.  13—4.  —  Bo.  5,  Ka,  4,  Neus.  3. 

725.  D.  undulatus.   Bo.  30—4.  —  He.  6,  Wie.  6. 

726.  D.  atomarius.   Pre.  4.  Wil.  3.   „Selten." 

410.  Gatt.  Attagenus. 

727.  Ä.  viginti-guttatus.   Rot.  28—4.  —  Bo.  4,  Mel.  4,   Ob.  4.   Sa.  5.   „Selten." 

728.  A.  pellio.  Ag.  12-5,  Wie.  10-5,  Bre.  17—5?,  Brü.  16-4.  Pia.  22-4,  Se.  4-6!,  Rot.  22-4 
(19  —  2  im  Zimmer). 

729.  A.  Schaffen'.   Ag.  7  —  5,  Rot.  2—5.  —  Pa.  5.   „Selten." 

730.  A.  megatoma.    Wie.  23  —  6,  Rot.  24—5.  —  Bo.  6.   „Selten. - 

411.  Gatt.  Megatoma. 

731.  M.   undata.   Rot.  23  —  5.  —  Pra.  4,  Kos.  5.   „Selten." 

413.  Gatt.  Trogoder ma. 

732.  T.   versicolor.    Bo.  6.   „Selten;  in  den  Ritzen  der  Rinde  von  jungen  Weidenstämmen." 


1  Wahrscheinlich  B.  fumatus. 


Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich-Ungarn.  35 

415.  Gatt.  AntJirenus. 

733.  A.  Scrofulariae.   Ag.  10—4,  Wie.  '2-5,  He.  24—4.  Lin.  27-4.  Sa.  14-5,  Rot.  7—5. 

734.  A.  signatus.   Sa.  12  —  7. 

735.  A.  Pimpinellae.   Ag.  24  —  4.  -   St.  F.  4,   Mel.  3. 

736.  A.  varius.  Rot.  11— G.  —  In.  5,  Lin.  6,  Neus.  5,  Sa.  6.  „Auf  Blüthen  selten,  häufiger  iu  In- 
sectensammkvngen." 

737.  A.  museorum.   Wie.  12  —  G,  Pia.  3—6,  Rot.  10-6,  Leu.  11—5. 

738.  A.  claviger.  Wie.  2— G,  —  Rot.  6. 

41G.  Gatt.  Trinodes. 

739.  T.  hirtus.   Rot.  6.  „Selten." 

Die  Gattungen  dieser  Familie  leben  theils  von  thierischen  Stoffeu,  wie  Dermestes  und  theilweise  Atta- 
genus, theils  im  alten  Holze  (MegatomaJ,  Iheils  auf  Blumen,  wie  theilweise  Attagenus  und  Megatoma,  sind 
demnach  im  ungleichen  Grade  zur  Beobachtung  geeignet. 

Mehrere  Arten,  wie  Dermestes  lardarius  und  Attagenus pellio ,  dann  einige  Arten  von  Antkrenus,  kom- 
men nicht  selten  in  Wohnungen  vor.  wo  sie  nicht  beobachtet  weiden  sollten,  da  ihr  Vorkommen  dann  ent- 
weder kein  periodisches,  oder  doch  ein  viel  zu  sehr  verfrühtes  ist.  da  sie  hier  noch  vor  Ablauf  des  Winters 
vorkommen. 

XXVII.  Farn.   THROSCIDES. 

418.  Gatt.  Trtxacus. 

740.  T.  dermestoides.   Wie.  21—5"?.  —  Mel.  .">. 

741.  T   elateroides.    Bo.  G.    „  Auf  Barietaria  officinalis." 

XXVIII.  Farn.   BYRRHIDES. 
420.  Gatt.  Syncalypta. 


742.  S.  setigera.  He.  5.   „Am  Donauufer  bei  Klosterneuburg. 


422.  Gatt.  Byri'hus. 

743.  B.  ornatus.   Lin.  25  —  4. 

744.  B.   Inniger.    Lern.  4,   Wie.  5. 

745.  B.  picipes.   Ag.  19  —  5.  —  Bre.  5.    ..Selten. ■• 
74C.  B.  fasciatus.   Se.  5.  Wie.  5. 

747.  B.  dorsalis.   Wie.  11-5,  Lin.  14—4?,  Rot.  9^5?,  Pia.  23  —  4. 

748.  B.  pilula.  C.  4  —  4,  Wie.  3-5,  Brü.  2-5,  Ka.  10—5,  Kremsi.  13-3!,  Pra.  23—4,  Lin.  13  —  4, 
Sa.  31  —  3,  Neus.  1—4.  Neut.  7  —  5.  Rot.  15—4,  Leu.  12—5. 

749.  B.  arietinus.   Bus.  G.   „Nur  einmal  gefangen." 

750.  13.  murinus.   Wie,  4.  ■ 

423.  Gatt.   Cytilus. 
751    C.  varius.   Sa.  24-5.  —  Rot.  9  —  5.  —  Bud.  4.  Neus.  3,   Ros.  3. 

424.  Gatt,  Morychus. 

752.  M.  aeneus.  Bug.  4,  Sa.  5.   „Selten." 

753.  M.  nitens.   Pia,  21-4.  —  He.  4.  Pre.  4,  Wie.  3. 

Die  Arten  von  Syncalypta  und  Morychus  leben  unter  Steinen  auf  sandigem  Boden  oder  Grasplätzen,  in 
der  Nähe  von  Wasser,   sind  daher  nur  minder  zur  Beobachtung  geeignet. 

Bei  den  Übrigen  Gattungen  ist  die  Art  des  Vorkommens  nicht  angegeben.  Die  Arten  von  Byrrhus  trifft 
man  häufig  auf  Wegen,   wo  sie  gut  beobachtet  werden  können. 

.i  * 


36  Karl  F ritsch. 

XXX.  Fam.   P  ARN  IDES. 
431.  Gatt.  Parnus. 

754.  P.  prolifericornis.   Pia.  6.   „An  den  Rändern  von  Pfützen.-' 

XXXI.  Fam.  HETEROCERID  ES. 
437.  Gatt.  Meterocerus. 

755.  H.  parullelus.   Rot.  5.   ..Am  Ufer  des  Xeusiedlersees." 

756.  H.  fossor.   Pia.  5.   „Selten." 

Die  Arten  dieser  Gattung  leben  am  Ufer  von  stellendem  Wasser  und  Seen,  im  Schlamme  oder  im 
Sande. 

XXXII.  Gatt.   LUC  ANIDES. 
438.  Gatt.  Lucamis. 

757.  L.  cervus.  Ag.  7—5,  Med.  5— 5,  C.  15  — 5,  Pre.  2—6,  Wie.  1—6,  Sc.  10—5,  Brii.4— 6,  Ka.29— 5, 
Kremsi.  22—5,  Mel.  8-5,  Pia.  18-6,  Ein.  30-6,  Pos.  14-5,  Sa.  21-7?,  Neus.  18-5?,  Tr.  4-7, 
Neut.  22—6,  In.  19—6,  Bi.  18  —  6,  Bud.  26-6,  Rot.  5—6,  Bug.  31-5,  Leu.  29—6. 

Diesen  Käfer  fand  ich  1828  bei  Prag  nicht  selten  am  ansfliessenden  Safte  von  Eichenstämmen.  Bei  Salz- 
burg sah  ich  ihn  nur  am  Abend  herumfliegend  und  selten.  Vielleicht  lässt  sich  die  Verschiedenheit  der 
Erseheinungszeiten  an  den  Stationen  daraus  erklären,  dass  der  Käfer  an  einigen  saugend,  an  anderen  fliegend 
beobachtet  worden  ist,  falls  das  Schwärmen  nicht  schon  an  den  ersten  Abenden  der  Periode  des  Erscheinens 
stattfindet,  dann  könnte  das  häufigere  oder  seltenere  Vorkommen  von  Einfluss  sein,  indem  letzteres  dem 
zufälligen  Auffinden  einen  grossen  Spielraum  gibt. 

430.  Gatt.  Dolens. 

758.  D.  parallelepzpedus.  Ag.  12  —  5,  C.  25  —  5,  AVie.  21—5,  Brü.  8—6,  Ka.  21  —  5,  Sa.  11  —  6,  Neus. 
14-5,  Rot.  11-6,  Bug.  28—5. 

440.  Gatt.   Platycerus. 

759.  ]'.  caraboides.    C.  1—5,  Wie.  12  —  5,  Brü.  7  —  5,  Pra.  17  —  5,  Lin.  4—5,  Rot.  10—5. 

443.  Gatt.   Sinodendron. 

760.  8.  cylindricum.    Neus.  5,   Ros.  6,  Rot.  6. 

Von  den  Gattungen  dieser  Familie  leben  fast  alle  am  ausfliessenden  Safte  von  Laubhölzern  (Eichen 
und  Buchen)  sind  daher  sehr  gut  zu  beobachten,  wozu  noch  die  Grösse  und  leichte  Erkennbarkeit  der  Arten 
kommt.  Nur  Sinodendron  lebt  in  faulenden  Baumstämmen  und  ist  daher  schwerer  aufzufinden. 

XXXIII.  Fam.   SCARABA  EIDES. 
445.  Gatt.   Sisyphus. 
7G1.  S.  Schaffen'.   Neus.  5.   ..Leopoldsberg,  Rosenhügel  bei  Wien." 

446.  Gatt.   Gymnopleurus. 

762.  G.  mopsus.  Brü.  27 — 4.  —  Ni.  5,  Pra.  6,  Ra.  6,  Ros.  6.  „Im  Frühjahre  auf  trockenen  sonnigen 
Anhöhen  um  Wien." 

763.  G.  cantharus.   Neus.  15  —  5.  „Am  Laaerwäldchen  nächst  Wien." 

447.  Gatt.   Copris. 
76-1.   C.  lunaris.  Ag.  20—4,  C.  30—3?,  Wie.  9—5,  Brü.  1  -5,  Ka.  28-4,  Kremsi.  26-4,  Neus.  10-5. 


Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich-Ungarn,  37 

450.  Gatt.   Ontophagus. 

765.  0.  Sckreben.   Ag.  ti— 4,  Wie.  3—6?,  Pia.  2—6,  Neus.  2-4.  —  Ob.  5,  Rot.  4. 

766.  0.   Tages.   Ha.  5,  Pre.  4.   „Um  Wien,  aber  selten." 

767.  0.  nutans.   Pos.  28—4.  —  Bo.  5,  In.  4,  Neus.  5. 

768.  0.  camelus.  Wie.  19— 4?.  —  Ka.  4,  Mel.  4,  Pra.  5,  Pre.  4.   „Um  Wien,  aber  selten." 
76'J.  0.  semtcornis.   Mel.  3,  Pra.  6.   „Im  Menschenkothe ,  um  Wien." 

770.  <>.  taurus.   Ag.  5—4,  Wie.  9-5?,  Pra.  22—5,  Ha.  16—4.  —  Bo.  5,  Eos.  4.   „Um  Wien,  im  Kuh- 
dünger." 

771.  0.  furcatus.   Ka.  4,  Neus.  4.  „Um  Wien." 

772.  0.  oral, is.   Ag.  7  —  4,  Wie.  10—4?,  Neus.  3-4. 

773.  0.  lemur.   Pia.  15  —  5,  Bot.  12-4.  —  In.  4,  Mel.  4. 

774.  0.   coenobita.    Wie.  26  —  4?,  Brii.  16—4,  Pra.  19—4,  Leu.  12  —  4,   Sa.  17  —  6!. 

775.  0.  austriacus.    Wie.  12  —  5.  —  In.  4,  Ka.  5. 

776.  0.  fracticorms.   Brii.  1C>  — 4.  Pra.  15  —  4.  Neus.  16  —  4,    Neut.  14—4. 

777.  0.  vacca.   C.  3  —  5,   Brii.  10—4,    Pra.  9  —  6!,    Neus.  17  —  4,    Se.  4  —  5?.  —  Bo.  5,  He.  4,  In.  4, 
Ni.  4,  Ob.  4.  Pre.  4,  Rot.  4,  Wie.  4. 

778.  0.  nuchicomis.   Wie.  12—5,  Pia.  19—4,  Lin.  2  —  4,  Leu.  14—4. 

451.  Gatt.    Oniticellus. 
77'.).   0.  flavipes.   C.  3— 5,  Wie.  11—5?,  Brii.  26  — 4,  Neus.  27— 4?. 

452.  Gatt.   Aphodius. 

780.  A.  erraticus.   Pra.  13  —  4,  Neus.  10— 4,   Kot.  22—4. 

781.  A.  subterraneus.    Pra.  2S —  4.  —  Rot.  5. 

782.  A.   haemorrhoidalis.   Pra.  6.  Pos..'!.   „Im  Frühjahre,  in  den  Donau- Auen." 

783.  A.  fossor.   Wie.  22-5,    Brii.  19  —  3,    St.  .Jak.   11—4.  Ki.  28— 3,  Rot.  10—5.  —  In.  5,  Ka.  3, 
Leu.  5,  Lin.  6,   Neus.  6,  Wil.  6. 

784.  A.  sulcatus.    Sa.  18—3.  ..Selten." 

785.  A.  conjugatus.   He.  31  —  3.   „Um  Wien  sehr  selten;  in  Osterreich  o.  d.  Enns." 

786.  A.  scybalarius.   Bi.  3,  Bud.  3,  Lin.  6,  Pra.  3. 

787.  A.  foetens.   In.  6,  Pra.  6,  Wie.  6. 

788.  A.fimetarius.   Ag.  6— 4.   Wie.  20— 3,   He.  29— 3,   Brü.  17-3,  Ka.  25— 3,  Pra.  20— 3,  Lin.  21— 3, 
Sa.  12—3,  Ki.  23  —  3,  Neus.  14  —  3.   In.  11—3,  Lein.  31  —  3.   Leu.  31  —  3. 

789.  A.  granarws.   Ag.  2—4,   Wie.  2—4,  Lin.  17  —  4,   Pra.  25  —  3,   Rot.  20—4. 

790.  A.  nitidulus.   Kreinsi.  3,   Rot.  4. 

791.  A.  sordidus.   St.  Jak.  11—3,  Ha.  12  —  2.  —  Lin.  4. 

792.  A.  lugens.   Pra.  6.   „Selten." 

793.  A.  ater.   He.  4,  Leu.  4.  „Im  Frühjahre,  im  Dünger." 

794.  A.  piceus.  Sa.  4.   ..In  Gebirgsgegenden  selten." 

795.  A.  al-pinus.    In.  ü. 

796.  A.  Uvidus.   Neus.  2,  Pra.  6,  Wie.  5.   ..Selten." 

797.  A.  bimaculatus.    Bo.  2  —  4.  —  In.  4,   Neus.  4. 

798.  A.  niger.   Rot.  5. 

799.  A.  sticticus.   Bo.  5,  Pra.  4.  „Selten." 

800.  A.  melanosticus.   Wie.  l'.i  —  3,  Pra.  19  —  3,  Bud.  10  —  4,  Rot.  25  —  3,  Leu.  2  —  4. 
8U1.  A.  inquinatus.   Wie.  21  —  3,  Pra.  Ki  — 3.  _  B<>.  3,  Mel.  3,  Neus.  2,  Rot.  2. 
802.  A.  pusillus.    Po.  5,   In.  6. 


38  Karl  Fritsch. 

803  A.  prodromus.  Ag.  2—4,  He.  22—4.  Ob.  19—3,  Lin.  6-3,  Sa.  4-3. 

50-7.  A.  punctatosulcatus.    Sa.  1  —  3.  —  Mus.  4. 

805.  A.   consputus.   Pra.  4. 

50tf.  ^4.  puhescens.   Ha.  2,   In.  4. 

507.  .4.  cbh'teratus.   He.  3.   „Selten." 

505.  A.  arenarius.    Wie.  26  —  4.  „Sehr  selten." 

809.  A.  rvfipes.   Lern.  15-4?.  —  Kens.  6. 

570.  A.  pecari.   Ag.  29-3.  —  Bo.  5. 

811  A.  luridus.    Wie.  28—4,   He.  9-4.  Brü.  19—4,  Pra.  16—4. 

812.  A.  depressus.   Rot.  14  —  4.  —  Bre.  5,  Sa.  3.   „Selten." 

813.  A.  atramentarius.   Rot.  4. 

514.  A.  porcatus.    Wie.  8-4.  Pra.  31—3,  Kens.  5  —  4. 

57.3.  .1.  sus.   Ag.  22-3. 

5i'A   .1.  testudinarius.   Pra.  29 — 3.  „Im  Frühjahre,  unter  trockenem  Dünger." 

453.  Gatt.  Amoecius. 

817.  A.  brevis.    Bo.  6,  Neus.  4,  Ros.  4,  Rot.  5.  „Selten." 

454.  Gatt.  Rhyssemus. 

818.  R.   asper.    Wie.  ib-  4?.   Pia.  22—4. 

456.  Gatt.  Psammodius. 

819.  P.  caesus.   Wie.  24  —  4.  —  Bo.  5,  He.  3,  Sa.  4. 
520.    /'.    ml  „erat  iis.    Pud.  4.     ..Selten." 

463.  Gatt.   Odowtaeus. 
821.   0.  mobilicornis.   Bug.  6,  Ob.  6,  Ros.  5,  Rot.  5.    ,.  1  in  Wien  selten,    in  Oberösterreich   häufiger 
und  im  Sommer  nielit  selten  unter  Dünger." 

464    Gatt.   Ceratophius. 

522.   C.  Ttphoeus.   In.  5,  Wie.  5.   „In  Österreich  o.  d.  Enns  bei  Linz. 

465.  Gatt.  Geotrupes. 

823  G.  vemalis.  Ag.  17-4,  C.  4  — 4.  Wie.  21—4,  Brü.  14—4,  Pra.  20-4,  St.  Jak.  14-4'?,  Neus. 
8—4?.  Neut.  7  -  4.  Rot.  29-4. 

824.  G.  stercorarius.  Ag.  19-4,  C.  31—3,  Pre.  21-4,  Wie.  21-3,  Ob.  1-4,  Brü.  19-3,  Ka.  28-3, 
Pra.  19-3,  Lin.  9-3.  St.  Jak.  21—3,  Ki.  7-5!,  Kens.  18-3,  Bi.  11  —  3,  Bl.  5-4,  Lern.  26-3,  Ad.  31-3, 
Mi.  24—3,  Rot.  24-3,   Se,  6—4,  Leu.  1-4,  Ha.  11—3. 

525.    G.  sylvaticus.   Pra. 7  — 5,  Lin. 24-5,  St.Jak.  11  —  5,  Rut.26-3.  -  Biul.4,  C.4,  Ha. 4,  He. 4,  Lern. 5. 

466.  Gatt.  Lethrus. 

826.  L.  cephalotes.    Kos.  4.    .In  den  Weinbergen  an  der  ungarischen  Grenze." 

4<i7.   Gatt.   Tro.»\ 

827.  T.   seither.    Rot.  5. 

525     7'.  hispidus.    Wie.  31—3.  —  Pra.  4.  Sa.  4. 

829.  T.  sahdosus.   Ob.  20— 3,  Brü.  10—4,  Lin   6-4.  Sa.  18—4,  St.Jak.  8— 5,  Rot.  12— 5,-  Ha.  22—  4. 

47:i.  Gatt.  Hoplia. 

830.  H.  phüanthus,   0.22—5,  Brü.  17-5,  Sa.  27  —  G!1,  Neut.  8— 5,  Kess,  10—6.  „Nicht  häufig.6 

831.  H.  praticola.   Brü.  4—6.  -    In.  6,  Neus.  5,  Sa.  5. 

1  Erscheint  immer  plötzlich  in  grosser  Menge  im  :  verschwindet  fast  eben  so  rasch. 


Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich-Ungarn.  39 

832.  H.  sguamosa.  C.  31— 5,  Wie.  7  —  6,  Mel.  27— 5,  Brü .  15  —  5,  Sa.  31—5,  G.  3—6,  Ki.  14—6, 
Fla.  19-6. 

475.  Gatt.   Triodonta. 

833.  T.  nitidula.   Bo.  6. 

477.  Gatt.  Serica. 

834.  S.  hrunnea.  Sa.  (j— 7!.  —  B<>.  7,  C.  6,  Mel.  4.  „Um  Wien  selten,  in  Osterreich  o.  d.  Enns  in 
Gebirgsgegenden  häufig." 

835.  S.  holosericea.  Wie.  15—4,  Rot.  20—4.  —  He.  6,  Pre.  4,  Ros.  3,  Sa.  4.  „Auf  trockenen,  sandi- 
gen Grasplätzen,  unter  Steinen.  Selten." 

480.  Gatt.  Bhfeotrogus. 

836.  B.  aestivus.   Pra.  4  —  6.  —  Bug.  6,  In.  6,  Wie.  6. 

837.  K.  aequinoctialis.  Wie.  16 — 4,  He.  14 — 4.  —  Mel.  4,  Of.  4.  „Um  Wien  auf  dein  Linien  walle  sehr 
geniein  im  ersten  Frühjahre,  sehr  selten  im  Spätherbste." 

838.  IL  vernus.   He.  4. 

839.  II.  assimilts.  Wie.  5  —  6,  Brü.  8 — 5!,  Ka.  14—6,  Neut.  1—7.  .Zur  Zeit  der  Heueinte  nicht 
selten." 

840.  Ji.  sohtüialis.  Ag.  26—5,  C.  3  —  6,  Wie.  17— 6,  Mel.  24-6,  Brü.  10—6,  Ka.  20—6,  Kremsi.  12— 6, 
Kremsm.  10—7,  Lin.  24—6,  Pra.  19—6,  G.  20—6,  St.  Jak.  2-7,  Bl.  8—6,  Neut.  14—6,  In.  22—6,  Wil. 
14—6,  Bi.  19  —  6,  Kess.  3— 6,  Rot.  1—7,  Kesm.  13—6,  Ha.  20  —  6.  „Im  Juni  und  Juli  bei  Sonnen- 
untergang auf  Wiesen  gemein." 

841.  II.  ochraceus.  Neus.  4.   „Einigemale  um  Wien  gesammelt. 

482.  Gatt.  Anoocia. 

842.  A.  joilosa.   Ra.  6.   „In  der  Gegend  um  Wien  in  manchen  Jahren  im  Juni  sein-  häufig." 

483.  Gatt.   Polt/plülla. 

843.  P.  fullo.   Ag.  14  —  6,  C.  28-6,  Brü.  17  —  7,   Ka.  27—6.  —  Ros.  7.  „Um  Wien,  selten." 

484.  Gatt.  Melolontha. 

844.  M.  Hippocastani.  Ag.  21—4,  Brü.  9  —  5,  Rot.  7  —  5?.  —  Bo.4,  In.  4,  Lern.  5,  Lin.  4,  Ob.  4,  Roy.  4. 

845.  M.  vulgaris.  Ag.  17—4,  Med.  12—4,  C.  18  —  4,  Or.  27  —  4,  La.  16  —  4,  Pre.  20—4,  Wie.  26— 4. 
Sc  19—4,  St.  F.  25—4,  He.  25-4,  Mel.  19-4,  Ob.  14-4.  Brü.  20-4,  Ka.  23—4,  Kl.  24-4,  Kremsi. 
29-4,  E.  25—4,  Kremsm.  1  —  5,  Pia,  4—5,  Jas.  9  —  5,  Lin.  19—4,  Ros.  22-4.  Sa.  25-4,  G.  27-4, 
Is.  27  —  4,  St.  Jak.  10  —  5,  Ki.  27-4,  Neus.  8  —  4,  Rz.  5—5,  Tr.  23-4,  Bl.  30—4,  Ho.  5—5,  In.  14—4. 
Wil.  25—4,  Bi.  1  —  5,  Kro.  2  —  5,  Kess.  4  —  5,  Lern.  6  —  5,  Lie.  6—5?,  Ad.  C,  —  ;K  Mi.  3  —  5,  Da.  4—5,  Rot. 
4-5,  So.  10—5,  Ig.  4-5,  Leu.  6—5,  Bä.  30—5!,   Kesm.  15  —  5,  Ha.  4—5,  Ta.  8  —  5. 

846.  M.  albida.  Lin.  4.   „Um  Wien  im  ersten  Frühjahre  an  den  jungen  Trieben  des  Weinstockes. " 

488.  Gatt.  Anisoplia. 

847.  A.  fruticola.  Wie.  7  —  6'?,  Brü.  29  —  5.  —  Bo  6,  C.  6,  In.  6,  Ra.  6.  „In  den  Donau-Auen  im 
Prater,  selten." 

848.  A.  agricola.   Ag.  9  — 6,   C.  13  —  6,   Lin.  18  —  6. 

849.  A.  bromicola.  Bo.  6,  Wie.  6.  „Auf  Brachfeldern  bei  Wagram." 

850.  A.  crucifera.   Brü.  19  —  5.  —  Ros.  6. 

851.  A.  austriaca.   Ag.  11—6,  Wie.  6 — 6.  —  Ra.  6. 

852.  A.  adjeeta.   Brü.  5  —  6.  —  Wie.  7. 

853.  A.  lata.   Wie.  19—6?,  Brü.  25  —  5. 


40  Karl  Fritsch. 

489.  Gatt.  PhtjUopert/ia. 

854.  P.  horticola.  Ag.  29-4!,  C.  24—5,  Wie.  2— 6,  Mel.  3— 6,  Brü.  21—  5,  Ka.  1—6,  Kremsi.  30-5, 
Pra.  6-6  ',  Lin.  22-5,  Sa.  27-5,  G.  28—5,  St.  Jak.  4— 6,  Ki.  1—6,  Neus.  11—6,  Neut.  26—5,  In.  2—6, 
Bi.  1—6,  Rot.  29—5,  Bug'.  9—6,  Sc.  6  —  6,  lg.  5—6,  Leu.  6—6,  Kesm.  S-G,  Ha.  29—5. 

490.  Gatt.  Anomala. 

855.  A.  aurata.    Bo.  7.   „Bei  Reichenau,  sehr  selten." 

856.  A.  Früehü.   Ag.  5-6,  C.  16-6,  Ka.  28  —  6.  Pra.  17-6,  Kess.  8  —  7. 
557.  A.    Vitis.   Bo.  6.  „Selten." 

494.  Gatt.    Oi-yctes. 

858.  0.  nasicornis.  Ag.  17  —  4.  Brü.  6—4.  Ros.  26—4.   „In  Österreich  o.  d.  E.  selten,  um  Wien  häutig." 

495.  Gatt.    O.rt/tJu/rea. 

859.  U.  stirtica.   Ag.  2—5,   C.  5-4,  Wie.  7  —  5,   Brü.  24-4,  Ka.  2  —  5,  Lin.  28-4. 

496.  Gatt.    TJpicoinetis. 

860.  E.  hirtella.  Ag.  29-4,  Wie.  19-4,  He.  23-4,  Brü.  9-4,  Ka.  25-4,  Kreuisi.  4-5,  Pra.  24-4, 
Lin.  5-4.  Neus.  14-4.  Bud.  25-5!,  Lern.  18-4. 

4'.»7.   Gatt.    Ccfonia. 

861.  C.  virt'dä.   Leu.  10—5.  —  Pre.  5.   „Anfangs  Sommer  auf  blühenden  Disteln  selten." 
In  Baden  bei  Wien  fand  ich  C.  viridis  auf  Jurinea  mollis. 

862.  C.  aurata.  Ag.  19-4,  Bo.  30-4,  C.  26-4,  Wie.  26-4,  Sc.  23-5,  He.  2-5,  Mel.  16-4, 
Brü.  21—4,  Ka.  30—4,  Kremsi.  28  —  4,  Pra.  19—5,  Lin.  11—4,  Kos.  21—4.  Sa.  3  —  5,  Ki.  4  —  6,  Neus.  22  —  4, 
Bl.  13-4,  Ho.  19-5.  Neut.  21—5,  In.  1—5,  Wil.  9—6,  Bi.  7  —  6,  Kess.  9—5,  Ad.  14—6,  Mi.  16—5, 
Rot.  17-5,  Bug.  26-5,  >Se.  14-5,  Ig.  19—5,  Leu.  17-5.  BS.  10—5,  Ha.  7-5,  Ta.  13—5. 

863.  C.  speciosissima.   Brü.  8  —  7,  Ros.  3  —  6.  —  He.  5,   Kremsi.  5.   „Sehr  selten." 

864.  C.  aiffinis.    Ros.  7  — 6.    „Sehr  selten. tS 

865.  C.  marmorata.  Wie.  22—5?,  Brü.  11-5,  Pia.  19—  6*,  Lin.  12  —  5,  Rot.  9  —  6.  „In  Gebirgs- 
gegenden, auf  Doldenblüthen." 

866.  C.  aenea.   Wie.  5  —  5,  Pra.  12  —  5.  —  Bo.  5,  Lin.  4,  Mel.  3,  Neus.  5,  Rot.  5.   Sa.  4. 

867.  0.  metaüica.   Wie.  28—4,  Brü.  11—5,  Pia.  9  —  5,  Lin.  19—5,  Neus.  8—5,  Rot.  23  —  5. 

498.  Gatt.    Osmorteriiia. 

868.  O.  eremita.  Ag.  2  —  4!,  C.  2  —  7,  Brü.  19  —  6,  Lin.  9  —  7?,  Neut.  3  —  7.  Bi.  9-7,  Rot.  19—6.  — 
Kremsi.  7,  Kremsm.  7,  Neus.  6. 

49!).  Gatt.  Gnorimus. 

869.  G.  nobilis.   Ag.  15—6,  C.  27—5,  Sa.  10— 6 3,  G.  9-6,  Rot.  17-6. 

870.  G.  variabilis.    Lin.  6.    „In  holden  Bäumen,  sein-  selten." 

500.  Gatt.    Trichius. 

871.  /'•  fasciatus.  Ag.  22  —  5,  C.  31—5.  Brü.  10—6,  Ka.  16—6,  Kremsi.  12  —  6.  Lin.  24  —  6,  Ros.  5—6, 
Sa.  13  —  6,  G.  7-6,  Ki.  1  -7,  Neut.  1-7,  In.  3—6,  Bi.  19-ti.  Rot.  11—6,  Bug.  10—6,  Leu.  14-11. 

501.  Gatt    Valgus. 

872.  V.  Jiemiptems.  Ag.  3-5,  C.  18  —  4,  Wie.  11—5,  Mel.  7  —  4.  Brü.  3  — 5,  Ka.  7  —  ."!.  Kremsi.  2<>-4V, 
Lin.  30-4,  Neus.  26-4,  Rot.  26-5. 


i  In  Prag  und  Wien  fand  ich  I'.  horticula  immer  auf  blühender  Bosa  canina. 
2  In  der  Scliarka  am  ausfliessenden  Satte  der  Weiden  stamme. 
::  Auf  den  Blüthendolden  von  Sambucus  nigra. 


Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich-Ungarn.  41 

Die  Gattungen  dieser  Familie  sind  schon  im  Allgemeinen  zur  Beobachtung'  vorzugsweise  geeignet,  da 
sie  viele  grosse,  gut  unlerscheidbare  Arten  enthalten. 

Zwar  kommen  sie  in  Mehrzahl  in  der  Eegel  an  verborgenen  Orten  vor,  wie  Sisyphus  im  Menschenkothe, 
Qymnopleurus,  Copris,  Onthophagus,  Oniticellus,  Aphodius,  Ammoecius,  Psammodius  (theilweise),  Odontaeus, 
Oeotrupes  im  Kuh-  und  anderem  Dünger,  sowie  in  faulenden  Pflanzenstoffen ,  Rhyssemus  und  Psammodius 
(theilweise)  unter  Steinen,  Lethrus  in  selbstgegrabenen  Erdlöchern ,  Oryctes,  Osmoderma,  Gnorimus  (eine 
Art)  in  Gartenerde,  Lohe  oder  hohlen  Bauiastämen,  aber  auch  von  diesen  scheinen  viele  Arten  bald  oder 
gleich  nach  ihrem  ersten  Erscheinen  über  der  Erdoberfläche  herumzuschwärmeu,  wie  die  zahlreichen  Arten 
von  Aphodius.  Amoecius,  Psammodius,  Rhyssemus  und  Oeotrupes,  welche  an  den  ersten  sonnigen  Tagen  des 
Frühjahres  herumfliegend  erscheinen,  die  Arten  von  Aphodius  Tags  über,  Oeotrupes  am  Abend,  ja  Amoecius 
Psammodius  und  Rhyssemus  habe  ich  nur  in  der  Luft  schwärmend  angetroffen. 

Ähnliches  gilt  von  der  in  tliieriscben  Resten  vorkommenden  Gattung  Trox. 

Am  besten  geeignet  sind  Roplia,  Phyllopertha,  Oxythyrea,  Onorimus,  Trichius ,  Valgus ,  welche  auf 
blühenden  Gesträuchen  und  Doldenblumen  leben,  sowie  MelolonthaA  Anisoplia,  Anomala,  -welche  auf  Bäumen 
und  Gesträuchen  vorkommen. 

Melolontha  trifft  man  vorzugsweise  Abends,   Bäume  umschwärmend. 

Homaloplia  und  Rhizotrogus  schwärmen  schon  Tags  über  oder  in  der  Dämmerung,  verdienen  daher 
vor  allen  den  Vorzug. 

XXXIV.  Farn.   BÜPRESTID  ES. 

503.  Gatt.  Acmaeodera. 

873.  A.  taeniata.    Ag.  21—5.    „Selten." 

504.  Gatt.  Ptosima. 

874.  1'.  novem-maculata.   Eos.  G — 6,   Bug.  17  —  5?.  —  Bo.  4. 

506.  Gatt.  Capnoäis. 
375.   C.  tenebrionis.  Bo.  G,  Ni.  6,  Wie.  G '.  „Um  "Wien,  in  Föhrenwaldungen,  sehr  selten.-  Auch  bei  Prag. 

507.  Gatt.  Perotis. 

876.  I'.  lugubris.    ßrü.  25—4.  —  He.  4.   „In  Osterreich  u.  d.  Euns.   in  Waldgegenden,  sehr  selten.- 

508.  Gatt.  Dicerca. 
87i .   I>.  aenea.    Kremsi.  G.   ..Selten. ■• 

878.   D.  berolinensis.   C.  10  —  5.  Brü.  2M—5.  Neus.  15—5.   „Etwas  seltener." 

509.  Gatt.    Poedlonota. 

679.  V.  rutilans.  Brü.  20-6,  Neut.  12-7,  Kot.  7-6.  —  Bo.  5,  G.  5.  Pra.  6,  Ka.  6,  Tr.  7.  ..Sehr  sel- 
ten."  In  Prag  nicht  selten  auf  Lindenbäumen,  in  deren  Stämmen  die  Larve  lebt  (Nickerl). 

510.  Gatt.  Ancylocheira. 

880.  A.  octo-guttata.    Ki.  8.   „Sehr  selten." 

881.  A.  flavomaculaia.    In.  G.   ..In  der  Bndner  Gegend,  auf  Kiefernholze." 

882.  A.  rustica.    Brü.  ;)<)-   5.   In.  2G  —  6?.  —  C.  6,  St.  Jak.  G,  Lin.  6,   Ra.  7.   Rot.  7.   Sa.  6,    Wie.  7. 

883.  A.  spiendida.   Lin.  7.   ..Am  Schneeberge,  sonst  dem  Norden  Europas  angehörig." 

511.  Gatt.    Eurythyrea. 

884.  /-.'.  austriaca    Ka.  7.   „In  den  gebirgigen  Gegenden  von  InterÖsterreich,  sehr  selten." 


1   In  Baden   auf  Cornus  sanguinea. 

Denkschriften   der   malhem.-n:itur\v.   Gl.    XXX.VII.   Bd. 


42  Karl  Fritsch. 

512.  Gatt.  Chalcophora. 

885.  C.  Mariana.   Brü.  19  —  5.  —  Ag.  3!,  Bo,  5,  C.  4,   Tg.  6,  In.  6,  Kremsm.  5,  Lin.  5,  Pli.  6,  Wie.  6  l. 

513.  Gatt.  ChrysobotJiris. 

886.  C.  chry so stigma.    Bud.  6,  Neus.  6,  Ra.  6.  „Auf  gefällten  Fichten  in  Alpengegenden,  sehr  selten." 

887.  C.  affinis.   Brii.  28  —  5,  Rot.  5—6.  —  Bug.  6,   In.  6,   Ka.  5,  Ni.  »3. 

514.  Gatt.  Melanophila. 

88S.  M.  decostigma.  Bo.  5.   „Im  Prater  an  ausgegrabenen  Wurzelstöcken  von  Silberpappeln.-' 

889.  M.  tarda.   C.  7.  „Selten." 

515.  Gatt.  Cratomerus. 

890.  ('.  cyanicomis.   Brii.  22— 5.  —  Bo.  5,  Wie.  5.   „Im  Frühjahre  auf  Blüthen,  aber  sehr  selten." 

516.  Gatt.  Anthaxia. 

891.  A.  nitidula.   Ag.  21—5,  Wie.  14-5,  Brii.  19-5,   Ka.  23-  5,  Lin.  27-5,  Sa.  25—5,  Rot.  21-5. 
„Aufwiesen,   vorzüglich  aufblühendem  Chrysanthemum  und  Taraxacum.-' 

892.  A.  nitida.   Ag.  21—5,  Ka.  9  —  G?,   Rot.  21  —  5.  —  Ob.  5.   ..Aufblühenden  Gesträuchen  im  Früh- 
jahre, ziemlich  selten.'1 

893.  A.    Cichorei.   Ag.  28  —  5.   „Selten." 

894.  A.  Salicis.  Brii.  11  —  5.  —  Bo.  5,  He.  4,  Ka.  6.   „Selten." 
89-5.   A.  candens.    Brü.  16 — 5.  —  Bug.  6,   Ros.  6.   „Sein-  selten. - 

896.  A.  manca.  Ni.  6.  „Auf  gefälltem  Ulmenholze  im  Prater,  selten. - 

897.  A.  quadri-punctata.   Ag.  22—5,  Wie.  0—6'?,  Sa.  10—6,  Rot.  .'3-6. 

898.  A.  morio.   Rot.  25—5?.   , Selten.  - 

899.  A.  sepulchralis.   Bo.  6,  Rot.  6,  Sa.  6. 

518.  Gatt.  Coraebus. 

900.  Ö.  elatus.   Ag.  17  —  5,  Wie.  23  —  6.  „Auf  jungen  Eichentrieben,   sehr  selten." 

519.  Gatt.  Agrüus. 

901.  A.  subauratus.   In.  6.   «Auf  den  Wurzeltriebeu  alter  Pappelstämme.  Sehr  selten." 

902.  A.  higuttatus.   Ag.  22  —  5,  Brü.  10  —  6.  —  Bug.  6,   In.  6,   Ka.  5.  Lin.  5,  Pra.  7!,  Pre.  5,  Ra.  6. 

903.  A.  alboguttaris.    Sa.  6. 

904.  A.  sinuatus.   Bo.  5,  Ra.  6.   „Auf  jungen  Wurzeltrieben  von  Eichen,  selten. - 

905.  A.  tenuis.    Ag.  24  —  5.  —  Bug.  6,  Rot.  5. 

906.  A.  angustulus.   Ag.  19—5.  — Ros.  5. 

907.  A.   laticornis.    Brii.  11—  6.   „Selten." 

908.  A.  cotruleus.   Ag.  17-5,  Brü.  21  — 6,  Sa.  2— 6. 

909.  .1.  pratensis.    Rot.  6. 

910.  A.  lineola.   Rot.  7. 

911.  .1.  viridis.   Wie.  18—6,  Pia.  5  — 7,   Sa.  12  —  6,  Ho.  29  — 5.  —  Lin.  6,  Bot.  6. 

912.  A.   Hyjperiei.    Lin.  20  —  6. 

913.  A.   integtrrimus.    Sa.  ^i~^>.   „Selten. - 

522.  Gatt.   TracJvys. 

914.  T.  minuta.    Wie,  10-5,   Bre.  17-5,  Lin.  24-5,  Sa.  26  —  4,  Ad.  11—5,   Rot.  14—5. 

!tl,J.     T.    im  mit  n.     Kos.   3. 

916.   T.  pygmaea.   Ag.  :5  — 4.  —  In.  6.   „Selten." 


i   Bei  Wildtigg  auf  gefälltem  Holze  häufu 


Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich-Ungarn.  43 

Da  fast  alle  Gattungen  dieser  Familie  auf  Blumen,  Bäumen  und  Gesträuchen  oder  doch  wenigstens 
gefälltem  Holze  vorkommen  und  auch  durch  Farbenpracht  und  Metallglanz  ausgezeichnet  sind,  so  würden 
sie  sich  sehr  gut  zur  Beobachtung  eignen,  wenn  sie  nicht  grösstenteils  selten  wären. 

XXXV.  Farn.   EL  A TE  RID  E  s. 

523.  Gatt.   Meiosis. 

917.  M.  buprestoides.    Rot.  6. 

526.  Gatt.  Eucnemis. 

918.  E.   capucinus.    In.  <i.    ..Seilen.-' 

529.  Gatt.   Nematodes. 

919.  N.  procerulus.   Pia.  7.   .In  morschen  Stämmen,  sehr  selten.-' 

532.  Gatt.  Drapetes. 

920.  T).  equestris.    Wie.  4. 

535.  Gatt.  Synaptus. 

921.  S.  ßliformis.   Bo.  6,  Ka.  5,  Lin.  6,  Leu.  5,  Mel.  5,  Kot.  5. 

536.  Gatt.   Oratonychus. 

922.  C.  crassicollis.   Bot.  6.   „Sehr  selten." 

923.  C.  castariipes.   Lin.  17-5.  —  lire.  5,  Bo.  6,  Bud.  5.  „In  Gebirgsgegenden,   selten." 

924.  C.  rufipes.   Wie.  4  — (i,  Bre.  25-5,  Sa.  30— 0.  —  Bud.  4,  Pra.  li,  Rot.  5. 

925.  C.  niger.    Ag.  15  —  5,  C.  9—5?,  Wie.  1—6,  Brii.  13-5,  Ka.  20  —  5,  Pra.  31—5. 

926.  C.  brunnipes.    Wie.  7  —  6.  —  He.  5,  Pra.  6,  P.e.  5.   „Selten." 

537.  Gatt.  A(j)'iji)}uiü. 

927.  A.  atomarius.   Bo.  4.   „In  Gebirgsgegenden  in  morschen  Holzblöcken,   sehr  selten. - 

538.  Gatt.  Adelocera. 
92S-  A  fasciata.  Neus.  4,  Sa.  5.   „In  Gebirgsgegenden,  selten. - 

929.  A.  raria.   Sa.  4.   „Im  Moder  alter  Eichenstämme." 

539.  Gau.  Lacon. 

930.  L.  murinus.  Ag.  7-5,  Wie.  14-5.  He.  15—5,  Mel.  22—4,  Brü.  19-4,  Ka.  12  —  5,  Lin.  27—4, 
Sa.  23— 4 >,  G.  5-5,  St.  Jak.  4-5,  Ki.  14-5,  Kens.  9-5,  Bl.  10—5,  Neut.  18-5,  In.  20-5,  Wil.  6-6!, 
Bi.  10-5,  Ad.  29-3!,  Rot.  9-5,   Leu.  12-5,  Ha.  29—4. 

541.  Gatt.  Äthans. 

931.  A.  hirtus.   Ag.  10—5,  Wie.  14—6.  Pra.  14  — G,  Sa.  11—6. 

932.  A.  alpinus.   Sa.  1—  6.  —  Bre.  6.  .In  Alpengegenden,  selten." 

933.  A.  serutator.   Pra.  3—6.  —  Rot.  6.  „Selten." 

934.  A.  rliombeus.    St  Jak.  6.    „Bei  Mannersdort.  - 

935.  A.  longicollis.   Wie.  20—  6.  Lin.  16  —  5.  —  Bud.  6,  Rot.  6. 

936.  A.  crassicollis.   Sa.  29—5?.   „Selten." 

937.  A.  kaemorrkoidahs  Wie.  21-5,  He  29-5,  Pra.  8-5,  Lin.  8-5,  Sa.  18-5.  Bud.  20— 5, 
Bre.  10-5?. 

93S.  A.  vittatus.   Bre.  29-5,   Brii.  21-5,  Pra.  8-5,  Lin.  28  —  5,   Sa.  7-6,  Rot.  26-5. 

939.  A.  biformis.    Sa.  5.  Wie.  5. 

940.  A.  analis.   Lin.  15  —  6,   Kos.  22—6. 


1  Im  Sommer  häufig  auf  Roggenfeldern. 


44  Ka  vi  l  ritsch. 

542.  Gatt.  Ca/mpylus. 

941.  0.  denticotUs.  Ag.  17  —  5.   _ Tu  Gebirgsgegenden,  äusserst  selten. - 

942.  C.  mesomelas.   Sa.  15  — (3.  —  Lin.  5. 

543.  Gatt.  Idmoniiis. 

943.  L.  bipustulatus.   Lin.  13  —  5.  —  Pra.  6,  Rot.  5. 

944.  L.  Uthrodes.   Sa.  5.   .Selten." 

945.  L.  cylindricus.   Ag.  9—5,  Wie.  13  —  5,  Brii.  5  —  5,  Pra.  7  —  5,  Lin.  5  —  5,  Sa.  18  —  4,  Leu.  18  —  5. 

946.  L.  nigripes.   Ag.  14—5.    „Selten." 

947.  L.  minutus.   Ob.  5,  Sa.  5,  Wie.  5.   „Sehen.  - 

948.  L.  Bructeri.  Eos.  3. 

949.  L.  parvulus.   Sa.  4  —  6.  —  Pra.  5,  Rot.  4,  Wie.  5. 

544.  Gatt.  Cardiophorus. 

950.  C.  thoracicus.   Mel.  11—4,  Kremsi.  11-4,  Pra.  6—6!,   Hot.  2—5.  —  Bo.  4,  Bud.  3,  Ka.  4,  Ni.  2, 
Neus.  4,  Ol,.  4. 

951.  C.  ruficollis.   Bo.  G,  Leu.  4,  Mel.  4,  Sa.  G.   „Selten." 

952.  C.  disdcollis.  Lin.  5,  Wie.  5.  .Auf  blühenden  Gesträuchen,  sehr  selten. - 

953.  C.  rufipes.   Wie.  G.    .Selten.  - 

954.  0.  v  est  ig  iah' s.    Wie.  5. 

955.  C.  musculus.   Ag.  7  —  5,  Wie.  14  —  5.   „Selten." 

956.  C.  asellus.   Sa.  21  — G  '.  —  Pra.  6. 

957.  C.  testaceus.   Wie.  18  —  5. 

95S.   C.  Equiseti.   Wie.  17  —  5.  —  Rot.  4,   Bre.  G. 

545.  Gatt.  Amperfu.s. 

959.  A.  crocatus.   Ag.  20—5.  —  Leu.  G,  Sa.  G.  „Selten." 

960.  A.  sanguineus.   C.  3—5?,  Brü.  13  —  5,  Lin.  14  —  5,  Ha.  17—5. 

961.  A.  lythropterus.   Ag.  31—5,   Ros.  25  —  4.    „Selten." 

962.  A.  ephippium.   Sa.  25— 5  2.  —  Ag.  5,  Bo.  5,  He.  5,  St.  Jak.  5,  In.  G,  Rot.  5. 

963.  A.  pomorum.    Ros.  25  —  4.  —  In.  6,  Rot.  5,  Sa.  G.    „Selten." 

964.  A.  quadri-signatus.   Rot.  5.   .Bei  Wien." 

965.  A.  elegantulus.  Ag.  17—5?,  Pra.  7  — G?,  Neus.  29-4.  —  In.  G,  Kremsi.  5,  Rot.  6,  Wie  5.    „Im 
Prater  in  alten  Bäumen,  sehr  selten." 

966.  A.  praeustus.   St.  Jak.  21 —5.  —  Lin.  5,  Rot.  4.   ..Sehr  selten." 

967.  A.  brdteatus.   Ag  17  —  5,  Sa.  25  —  5.  —  Ob.  5,  Rot.  4. 

968.  A.  elongatulus.   Sa.  5 3.   „Selten." 

969.  A.  subcarinatus.   Lin.  5.   „Sehr  selten." 

970.  A.  brunicornis.  Ag.  20—5.  „Selten." 

971.  A.  scrofa.   In.  G.   „Selten. - 

972.  A.  sinuatus.   In.  G.   „Sehr  selten  auf  blühenden  Gesträuchen.- 

547.  Gatt.  Oryptoh/yptvus. 

973.  C.  elongatus.   Pra.  25  —  5?.  —  Wie.  5.   „In  den  Donau-Auen,  selten." 

974.  C.  pulchellus.   Ros.  3,  Wie.  1.    „Am  Ufer  der  Donau  in  der  Brigittenau,  unter  Steinen,  im  Früh- 
jahre." 


1   Einmal  schon  i. 

-  Auf  Weidenbiischen  in  den  Salzach-Auen. 

■  Im  Leopoldskronmoos  häufig'  auf  Salix  caprea. 


Jährliche  Periode  der  Inseetenfauna  von  Osterreich-  Ungarn.  45 

548.  Gatt.  Drasterius. 

975.  D.  bimaculatus.  Wie.  22— 3.  —  Pre.  4.   „In  manchen  Jahren  in  den  Donau-Auen;  im  Frühjahre 

unter  Steinen,  trockenem  Dünger  u.  s.  w." 

551.  Gatt.   Ludius. 

976.  L.  ferrugineus.   Bug.  7,  Ka.  6,  Mel.  4.   .Sein- selten.  Um  Wien  hei  Baumgarten  am  Ufer  des  Wien- 
flusses." 

552.  Gatt.  Corytribites. 

!)77.   0.  haematodes.   Ag.  12  —  5,  C.  23-4,  Bre.  18—5,  Mel.  14—4,  Bai.  28  —  4,  Pra.  21—4,  Lin.  29  —  4, 
Sa.  1—5  ',  G.  3U-4,  Neus.  20-4,  Neut.  19—5,  Rot.  17  —  5,  Leu.  15-4. 

978.  C.  castaneus.   Pra.  31—5'?.  --  Bud.  4.    He.  4,  St.  Jak.  5,    Se.  4.    _In  gebirgigen  Gegenden  im 
Frühjahre  auf  Fichten,  selten." 

979.  Ü.  sulphuripes.    Rot.  5.   „Auf  dem  Jaurling  und  in  Gastein. - 

980.  C.  aulicus.    8t.  Jak.  15  —  5,  Leu.  12  —  5.  —   Bre.  4,  G.  5,  In.  5,  Lin.  5.    Kens.  5.    „Im  ersten 
Frühjahre  auf  Alpen. 

981.  C.  cupreus.   Bre.  7,  C.  5,  Wie.  6.   „Wie  der  vorige,  aber  nicht  selten.- 

982.  C.  aerugtnosus.   Bl.  5,   In.  6,  Lin.  5,   Wie.  6. 

983.  C.  pectmicomrs.   Brü.  12  —  5,    Lin.  18—5,    Sa.  29  —  5,    G.  12  —  5,  St.  Jak.  15—5,    Neut.  20  —  5 
Rot.  19-5. 

984.  C.  tesselatus.   Ag.  20—5,  C.  13—5,  Pra.  25—5,  Lin.  8—5,  Sa.  21—1.  Leu.  13—5. 

985.  C.  affinis.   Ho.  5.   „Auf  Alpen  in  Österreich  o.  d.  Enns,  sehr  selten." 

553.  Gatt.  Diacanthus. 

986.  D.  aeneus.   Ag.  1~  — 5,  Wie.  9  —  5,  Brü.  3  —  5,  Kremsi.  8— 5.  Pra.  5  — 5,  Neus.  3  —  5.  Neut.  11—5 
Rot.  9  —  5,  Leu.  3  —  5. 

987.  D.  guttatus.   Rot.  G.   .Auf  blühenden  Ranunkeln  auf  dem  Schneeherge  bei  Gloggnitz." 

988.  D.  metallicus.   Lin.  4.   „In  Gebirgsgegenden,  sehr  selten." 

989.  D.  impressus.   Bre.  5.  „Dem  Norden  Europas  angehörig;  selten  in  Reichenau  am  Fusse  des  Schnee- 
berges." 

990.  J>.  Jiolosericeus.   Wie.  15  —  5,  Pra.  23  —  5,   Sa.  22  —  5,   lind.  25—5?,  Rot.  4  — G. 

991.  J>.  latus.   Brü.  25-5.  —  He.  5.  Kremsi.  5,   Neus.  4,  Pia.  4,  Wie.  5. 

992.  T>.  müo.   Wie.  5. 

554.  Gatt.    I'iistilopluis. 
!>:i:i.   P.  insitivus.   Lin.  9  — G.  —  Brü.  6,  Mel.  4,  Wie.  5.   „Selten." 

555.  Gatt.  Agriotes. 

994.  A.  lineatus.    Und.  3     5?,   IIa.  4  —  5.  —  St.  Jak.  G,   Ki.  5,   Kremsi.  3!,  Neus.  4,   Ni.  4,   Rot.  5. 

995.  A.  obscurus.    Wie.  1—5,   Brü.  '->  —  5,   Lin.  12     4,   Sa.  22—4,   Rot.  17  —  4. 
!)!)/;.    .1.  graminicola.   Ag.  17  —  5!,  Wie.  21—4,    Pra.  19  —  4,   Lin.  11—4. 

997.  .1.  pilosus.   Wie.  16  —  5.  Brü.  11-5,  Pra.  22-5,  Lin.  11  —  5,  Sa.  26     4,  Rot.  29—4.    „Selten." 

998.  A.  sputator.   C.  25—3!,  Wie.  7  —  7,  Sa.  6  —  7. 

999.  A.   ustulatzis.    Bre.  7,   Sa.  7. 

1000.  A.  flavicomis.   Wie.  14—6?,  Sa.  13  —  7.  —  Bre.  7. 

1001.  A.  blandus   Wie  6,   St.  F.  4,  Lin.  4.  Sa.  7. 


1  Auf  der  Mönchsbergstiege  oberhalb  St.  Peter  an  sonni.en  Frühlingstagen  nicht  selten  herumfliegend. 


4  6  Karl  Fr  tisch. 

ööG.  Gatt.  Sericosomus. 

1002.  S.  tibialis.  Wie.  19—6?.   „In  Gebirgsgegenden,  seifen." 
1003.'  S.  brunneus.   Sa.  25  —  5.  —  Bre.  7,  Lin.  4.    „Ebenso." 

557.  Gatt.   Dölopius. 

1004.  D.  marginatus.   Lin.  13—5,  Bud.  30—5.  —  Bre.  5. 

1005.  D.  bis-bimaculatus.   Rut.  4. 

559.  Gatt.  Adrastus. 

1006.  A.   limbatus.   Sa.  7,  Sc.  6. 

1007.  A.  pallens.   Bud.  7. 

1008.  A.  lateralis.   Wie.  29—6?.  —  Bre.  6,  Pra.  6.  „Selten.8 

1009.  A.   laeertosus.  Bre.  6,  Sa.  7.   „Selten." 

1010.  A.  pusillus.   Ho.  5. 

Von  den  Gattungen  dieser  Familie  halten  sich  die  meisten  und  die  an  Arten  und  Individuen  reicheren 
auf  Blumen  und  blühenden  Gesträuchen  auf,  und  sind  daher  auch  sehr  gut  zur  Beobachtung  geeignet.  Hieran 
schliessen  sich  Limonius,  Dölopius  und  Adrastus,  welche  auf  Grasplätzen  vorkommen. 

Minder  geeignet  sind  die  im  faulen  Holze  oder  alten  modernden  Bäumen  und  unter  der  Rinde  derselben, 
sowie  in  Gerberlohe  lebenden  Gattungen:  Meiosis,  Eucnemis,  Nematodes,  Ih-apetes,  Adelocera  und  theilweise 
Athous,  sowie  Ampedus. 

Dann  kommen  erst  die  im  Sande  unter  Steinen  am  Ufer  von  fliessenden  Wasser  lebenden  Gattungen: 
Oryptohypnus  und  Drasterius. 

XXXVII.  Farn.   ATOPIDKS. 
56i).  Gatt.  Dascillus. 

1011.  D.  cervinus.  Sa.  12  —  6.  —  Bo.  6.  Brii.  u\  Lin.  6,  Neut.  6,  Wie.  6.  „Auf  Doldenblüthen  in 
Gebirgsgegenden." 

XXXVIII.  Farn.   CYPHONIDES. 
564.  Gatt.  Elode.s. 

1012.  E.  pallida.   Sa.  20—6,  Rot.  18—5. 

566.  Gatt.   Oyphon. 

1013.  0.  variabilis.    Sc.  4,  Wie.  o\ 

1014.  0.  coaretatus.   Sa.  6  — G.  —  Ag.  5,  Bre.  6.   Pra.  6,   Rot.  5. 

5ti9.  Gatt.  Scirtes. 

1015.  S.  hemisphaericus.   Sa.  20—7.  —  Bo.  6,   Pra.  7. 

570.  Gatt.    Etui  actus. 

1016.  E.  haemorrhoidalis.   Sa.  7.   ..Sehr  selten.  Auf  nassen  Wiesen  oder  in  Schwämmen." 

Die  Arten  dieser  Gattungen  leben  thei's  auf  Blüthen,  wie  Elodes  und  Cyphon,  theils  auf  Schilf  und 
anderen  Wasserpflanzen,   wie  Scirtes. 

XXXIX.  Farn.   TELEPHORIDES. 
571.  Gatt.  Lygistopterus. 

1017.  L.  sanguineus.    Sa.  2i>  — 7!,  Rot.  13—6,   Bug.  5—6.  —  Bre.  7,  St.  Jak.  5,  Lin.  5,   Pra.  6. 


Jährlich'-  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich-Ungarn.  47 

572.  Gatt.  Dictyopterus. 

1018.  D.  rubens.   Bre.  29—5,  Sa.  14—5. 

1019.  I).  Aurora.   Rot.  18—5.  —  Mel.  5. 

1020.  affinis.   Sa.  7.   „Selten.« 

573.  Galt.  Homalisus. 

1021.  IL  suturalis.   Ag.  6—5.  —  Pra.  6,  Sa.  6.   ..Bei  Sirning  in  Österreich  o.  d.  Enns." 

574.  Gatt.  Lanii/pris. 

V>=22.  L.  noctiluca.  Ag.  12—5!,  C.  5—6,  Mel.  11—6,  Brii.  15—6,  H.a.  22—6,  Kremsin.  6—6,  Is.  22—6, 
St.  Jak.  11-7!,  Ki.  14—6,  Ros.18— 6,  Bl.  16— 6,  In.  5  —  6,  Kess.  23—6,  Ad.  21—6,  Rot.  19—5!?,  Ar.  2—7, 
Se.  15—6,  Leu.  21-6,  Ha.  24—6. 

1023.  L.  splendidula.  Ag.  16—6,  Bo.  14-5!,  Lin.  24— 6,  Sa.  10—6,  G.  12— (3,  Ki.  24— 6,  Neus. 
21—6,  Neut.  19—6,  Bi.  17-0.  Rot.  26—6,  Se.  12—6,  Leu.  26-0,  Bä.  21—6. 

579.  Gatt.  Cantharis. 

1024.  C.   violacea.   Rot.  6  — 5.   ..Aul' Alpen,  sehr  selten." 

1025.  C.  abdominalis.   Leu.  26  —  5.   „In  Gebirgsgegenden,  selten." 

1026.  (_'.  tristis.   Rot.  13—6.  „Auf  blühenden  Fichten  in  Alpengegenden." 

1027.  0.  obseura.    Wie.  5  — 5'?,  Kremsi.  11  —  5,  Lin.  15  —  5,   Sa.  9— 5,  Rot.  4  — 5. 

1028.  C.  opaca.   Wie.  13—5.  —  Ros.  5. 

1029.  C.  laceralis.    Pia,  6.   Rot,  6. 

1030.  C.  fusca.  Bo.  28—4,  C.  18  —  4,  Wie.  8  —  5,  Bie.  22  —  5,  Brü.  6—5,  Ka.  9  — 5,  Kremsi.  16  —  5, 
pra.  8—5,  Lin.  11  —  5,  St.  Jak.  19—5?,  Neut.  14—5,  Rot.  11—5,  Kesm.  13—5?. 

1031.  C.  rustica.  Ag.  7  —  5,  C.  30  —  4,  Wie.  7  —  5,  St.  F.  2  —  5,  He.  28  —  4,  Kremsi.  11—5,  Pra.  1  1  —  5 
Lin.  7-5,  Sa.  28—4,  G.  24-4,  Ki.  8  —  5,  Neus.  12—5,  Bud.  3—5?,  Rot.  10—5,  Se.  15-5,  Leu.  2  —  6! 
Ha.  9-  5. 

1032.  C.  thoracica.    Pra.  2—7,   Bud.  21—6?,  Rot.  7  —  7.  —  Se.  6. 

1033.  C.  dispar.   C.  27-4,  Wie.  17—5,   Bre.  17  —  5,  Pia.  13  —  5,  Lin.  11—5,  Sa.  29  —  5. 

1034.  C.  nigricans.   Wie.  17  —  5,  Pra.  26  —  5,  Lin.  17—5,  Sa.  13  —  5,  St.  Jak.  17  —  5. 

1035.  C.  pellucida    Pra.  2—ii,  Rot.  17  —  5.  —  Kremsi.  5,  Mel.  5,  Se.  5. 

1036.  C.  humeralis.   Bo.  5,  Sa.  5.   „Aul  blühendem  Weissdorn  am  Kahlenberge  nächst  Wien." 

1037.  C.  clypeata.   Wie.  13-   5.    Pra.  9 — 5,   Rot,  14—5.  Im  Frühjahre  auf  Bltithen. " 

1038.  ' '.  liturata.   Sa.  19  — 5.   , Auf  blühenden  Gesträuchen,  selten. - 

1039.  0.  assimüis.    Sa.  18  —  4,   Rot.  6  —  5. 

1040.  C.  livida.   C.  26  —  5,  Wie.  27  —  5.  Bre.  17  —  5,  Pra,  1—  6,   Lin.  1— ii,  Rot.  4  —  6. 

1041.  C.  rufa.   Pra.  29  —  5,  Sa.  11—5.   Ruf.  25  —  5.  —  Leu,  5,  Se.  5,  Wie.  5. 

1042.  C  bt'color.    Ag.  9  —  5,   Kremsi.  9-    5.  Sa.  23  — 5. 

581.  Gatt.  Ragonycha. 

]>>43.  li.  Redtenbacheri.  Sa.  4  — 7.  „Anfangs  Sommer  auf  Alpen,  selten.-  In  Salzburg  nicht  selten  auf 
den  Wiesen  im  Nounthale. 

1044.  1!.  melanura.    Wie.  11  —  7,   Pra.  11  —  7,   Lin.  24  — 6.   Sa.  27  — 6,   Ki.  14—7,  Rot.  10—7. 
Erscheint  immer  in  grosser  Menge  nach  der  ersten  Wiesenschur  auf  den  eisten  Doldenblüthen. 

1045.  11.  testacea.   Lin.  9 — 5,  Sa.  4  —  5,  Rot.  5  —  5,  Leu.  15 — 5. 

1046.  R.  fuscicomis.   Rot.  7  —  6.  —  Sa.  6. 

1047.  11.  nigripes.   Bre.  5 — 5.  „ Auf  der  Raxalpe ;  bei  Sirning  in  Österreich  o.  d.  Enns." 

1048.  R.  pattida.  Rot.  22—5.  —  Mel.  5. 


48  Karl  Fritsch 

1049.  R.  femoralis.   Ro.  5.   „Auf  Bergwiesen.* 

1050.  R.  paludosa.   Sa.  3— 6.   „Auf  nassen  Wald  wiesen,  selten.'' 

582.  Gatt.  Silis. 

1051.  S.  nitidula.   Sa.  21— 5.   „Auf  Haidebeerkraut." 

583.  Gatt.  Malthinus. 

1<i~>2.    M.  fasciatus.    Bo.  5. 

2053.  M.  ßaveolus.    Rot.  5.   „Auf  schattigen  Waldwiesen,  selten." 

584.  Gatt.  Malthodes. 

1054.  M.  sanguinolentus.   Pra.  25  —  6.  —  Ha.  5. 

1055.  .V.   marginatus.   Pra.  6,  Kot,  5.   „Selten." 

1056.  iL  pellucidus.   Kot.  0. 

1057.  M.  trifurcatus.   Bo.  7.    „In  den  österreichischen  Gebirgen." 
105S.   M.  atramentarius.    Sa.  5. 

1059.  M.  spretus.    Sa.  5. 

1060.  M.  dispar.  Bo.  5,  8a.  5. 

1061.  M.  maurus.  Mel.  5,  Se.  5.   „Im  Frühjahre  auf  Erlen  in  den  Donau-Auen." 

1062.  M.  pulicarius.   Lin.  5,  Sa.  5.  Wie.  5. 

Die  Gattungen  dieser  Familie  eignen  sich  vorzugsweise  zur  Beobachtung,  da  die  Arten  fast  durchgehends 
auf  Blumen  und  blühenden  Gesträuchen  anzutreffen  sind  und  viele  derselben  auch  häufig  vorkommen. 

Die  Arten  von  Lampyris  sind  dadurch  ausgezeichnet,  dass  sie  im  Finstern  ein  helles  Licht  verbreiten 
und  desshalb  nicht  leicht  übersehen  werden  können. 

XL.  Farn.   ME  LYRIDES. 
586.  Gatt.  Malachius. 

1063.  M.  rubricollis.    Bo.  6,  Lin.  6,  Wie.  6.  „Selten." 

1064.  M.  marginellus.    Bre.  12—6,   Sa.  10- 0.  —  Wie.  f.. 

1065.  31.  pulicarius.  Wie.  6  — 7?. 

1066.  M.  bipustulatus.  Kremsi.  14—5,  Mel.  6—5,   Lin.  2  —  5.  Rot.  25-5. 

1067.  M.  aeneus.  Ag.  10-5,  C.  9  —  5,  Wie.  17  —  5.  Bre.  20-5,  Brti.  12-5,  Kremsi.  12-5,  Kremsm. 
25-5,  Pra.  22-5,  Lin.  12-5,  Sa.  12—5,  G.  10-5,  Ig.  -2-5,  Ki.  29—5,  Kens.  31-5,  Bi.  14—5,  Bud. 
7—5,  R,,t.  20  —  5,  Leu.  23  —  5.  Erseheint  sehr  häufig  auf  Roggenhalinen,  wo  er  leicht  zu  bemerken  ist. 

1068.  M.  scutellarü.   Wie.  .r>.   ..Sehr  selten." 

1069.  M.  ritbidus.   Wie.  24  — 5,  Sa.  22  — 5.   „Anfangs  Sommer  auf  Waldwiesen  am  Anninger." 

1070.  M.  viridis.   Mel.  6—5,   Pra.  28-5,  Lin.  26—5?. 

1071.  M.  elegans.   Wie.  11-.").  Brii.  26— 5,  Pra.  19  —  5,  Sa.  19  —  5.  Leu.  20  —  5.   .Selten." 

1072.  M.  geniculatus.    Wie.  22—5.  —  Bo.  ö.   Sa.  5. 

1073.  M.  spinnipennif.  Wie.  5.   „Selten." 

588.  Gatt.  AniliocotHn.s. 

1074.  A.  eguestris.  Pra.  2— 5?,  Lin.  12  — 6!,  Rot.  5— 5.  —  Bo.  6,  Bud.  5.  Mel.  4,  Ni.  6,  Se.  4,  Wie.  5. 
„Anfangs  Summer,  mit  Anhöben  um  Wien,  selten." 

1'J75.   A.  fasciatus.    Pia.  1  < » —  5.   S.u.  14  — 0.  —  Bre.  5,  Bug.  6 

589.  Gatt.  Ebaeus. 

1076.  E.  thoracica s.    Pra.  8  —  7.   „Selten." 

1077.  E.  appendiculatus.   Wie.  "i.   „Selten." 

1078.  /•-'.  ßaricoi-nis.    Bud.  6.   ..Sehr  selten.-- 


Jährliche  Periode  der  Inseetenfauna-  von  Österreich- Ungarn.  4  9 

590.  Gatt.  Charopus. 
1079.   C.  coneolor.   Bö.  5,  Ha.  (5,  Pra.  5.   „Selten." 

592.  Gatt.  Troglops. 
Visa.   T.  albicans.   Sa.  13  —  6,  Rot.  13  —  7.  —  Lin.  5,   Pra.  0,  Wie.  0.   „Selten.- 

594.  Gatt.  Dasytes. 

1081.  D.  coeruleus.  Bug.  24—4.  —  Bre.  6,  St.  F.  5,  Leu.  4,  Bot.  4,  Sa.  5. 

1082.  D.  floralis.  Bre.  9— 5.  „Sebr  selten." 

1083.  I).  niger.   Wie.  21—5.  Lin.  17-6,  Sa.  18-6.  —  Ka.  5,  Ra.  6,  Pra.  5. 

1084.  D.  obscurus.   Sa.  4. 

1085.  D.  fusculus.  Wie.  5.   „Selten." 

20S<5.  D.  flavipes.   Ag.  25—4,  Wie.  28—5,   Pra.  31  —  5.  Lin.  30—5.  —  Sa.  5. 

595.  Gatt.  Enicopus. 

1087.  E   hirtus.   Wie.  17  —  5.  Aul  dürren  Grasplätzen  am  Wall  der  St,  Marxer  Linie  bei  Wien  gemein. 

598.  Gatt.  Cosmioc&mus. 

1088.  V.  pallipes.  Pra.  25  —  4.  Wie.  28-6?.  --  Bo.  5,  Lin.  5,  Mel.  4,  Sa.  5.  ..lin  Wien  auf  Gras- 
plätzen zur  Sommerszeit  sehr  häufig." 

599.  Gatt.  JJolicJio.soma. 

1089.  I).  linearis.    Wie.  5. 

Gerade  die  an  Arten  reicheren  Gattungen  dieser  Familie,  wie  Malachius,  Anthocomus,  Dasytes  leben  auf 
Blumen  und  würden  sieh  daher  vorzugsweise  zur  Beobachtung  eignen,  wenn  nicht  mehrere  derselben  nicht 
ganz  leicht  zu  unterscheiden  wären. 

Die  übrigen  kommen  auf  Grasplätzen  vor,  sind  weniger  leicht  —  Enicopus  ausgenommen  —  aufzufinden, 
und  stehen  desshalb  den  ersteren  nach. 

XLI.  Farn.   CLERIDES. 
603.  Gatt.   Tillus. 

1090.  T.  e/ongatus.   Bi.  5,  Rot.  5.   „Selten." 

1091.  T.  Hirifasciatus.   Ros.  21 — 5. 

604.  Gatt.  Clerus. 

1092.  <'.  mutillarius.  Brü.  8—5,  Mel.  7—4.  —  Bug.  4,  C.  6,  Ra.  6,  Rot.  7.  ., Selten.- 

1093.  C.  formicarius.  C.  15  —  4,  Wie.  19  —  4,  Mel.  30— 3,  Ob.  8  —  4,  Kremsi.  11-4,  Pra  13-4.  Lin. 
24-3,  Bnd.  4—5?. 

605.  Gatt.   Opilus. 

1094.  O.  mollis.    Mel.  25—4,  Rot.  8  —  5.  —  Brü.  0,  C.  0,  He.  0.  In.  7.   Kesni.  li,  Sa.  0. 

606.  Gatt.  Trichodes. 

1095.  T.  apiarius.  Ag.  17  —  5,  0.  17  —  5.  Wie.  11—6,  Mel.  27  —  5,  Brü.  22  —  5,  Ka.  7  —  0,  Kremsi. 
14—6,  Pra.  15  —  0,  Lin.  9  —  0.  Sa.  4  —  6,  G.  13  —  6,  Neus.  17  —  5,  Ros.  31—5,  Neut.  8—6,  Wil.  13  —  0, 
Bud.  27  —  5,  Rot.  10—0,   Ig.  13—6,  Leu.  £9—5,  Ha.  15  —  5. 

1096.  T.  favarius.  Ag.  19  —  5.  —  Bug.  7.   „Um  Wien,  aber  selten." 

1097.  T.  alvearius.  Bre    14—5.  „In  der  Umgebung  des  Schneeberges  bei  Reichenau,  sehr  selten." 

608.  Gatt.  Cori/iictrs. 

1098.  C.  coeruleus.   Sa.  1—0.  —  Rot.  5.   „Selten." 

1099.  C.  ruficomis.   Ros.  4,  Wie.  5.   ..Sehr  selten." 

Denkschriften  der  mathem.-naturw.   Cl.    XXXVII.  IM  7 


50  Karl  Fritsch. 

1100.  C.  rufipes.   Brü.  31  —  5. 

1101.  C.  violaceus.  Wie.  24-3  (nicht  im  Freien),  Brü.  30—5,  Pia.  29—5,  Sa.  9—5,  Rot.  26—4, 
Bug.  3—5. 

Die  Gattungen  dieser  Familie  halten  sieh  theils  auf  Blüthen  auf,  wie  Tillus  und  Triehodes,  theils  auf 
frischgefälltem  Holze,  wie  Tillus  (theilweise),  Clerus  und  Opilus,  lassen  sich  daher  auch  gut  beobachten. 
Man  trifft  letztere  daher  nicht  selten  an  Häusern,  in  welchen  solches  Holz  aufbewahrt  wird,  insbesondere  den 

Clerus  formicarius. 

Die  Arten  von  Corynetes  leben  von  thierischen  Stoffen  und  kommen  daher  weniger  im  Freien,  als  in 
Bäumen  (Magazinen  und  Wohnungen)  vor,  wo  solche  Stoffe  aufbewahrt  werden.  Auch  lassen  sich  die  Arten 
dieser  Gattung  ihrer  geringen  Urösse  und  wenig  verschiedenen  Färbung  wegen  schwerer  unterscheiden. 

XLII.  Farn.   PTINIDES. 
611.  Gatt.   Hedobia. 

1102.  H.  imperiales.   Lin.  27  —  5  ',  Bot.  20—5.    „Selten." 

1103.  H.  regalis.    Wie.  5. 

612.  Galt.   Ptinus. 

1104.  P.  nitidus.   Wie.  3.   „Unter  Steinen  im  ersten  Frühjahre  auf  der  Türkenschanze. ;l 

1105.  P.  variegatus.   Bo.  2,  Mel.  4.  „Selten." 

1106.  P.  sexjmnctatus.   Bo.  5,  Ros.  5,  Sa.  5.   „Selten." 

1107.  P.  dubius.   Pia.  5.   „Unter  Nadelholzrinde." 

1108.  P.  für.  C.  11  —  3?,  Wie.  26-3,  Brü.  2-4,  G.  4-3?.-  Bo.  3,  St.  Jak.  1,  Lern.  3,  Mel.  2, 
Ni.  3,  Ob.  3,  Sa.  1. 

1109.  1'.  crenatus.    Ni.  3. 

Hin.  P.  latro.   Wie.  13-3,  Pra.  2-4?.  —  Lin.  3.   „Selten." 

1111.  V.  testaceus.    Wie.  5.    „Selten." 

615.  Gatt.  Gibbium. 

1112.  G.  scotias.  Brü.  28-3.  —  Bo.  3,  He.  6!. 

Hedobia  kommt  auf  blühenden  Gesträuchen  vor,  ist  aber  zu  selten. 

Ptinus  und  Gibbium  leben  in  Häusern  bei  thierischen  Stoffen,  sind  daher  in  ihrer  Entwiekelung  von  einer 
jährlichen  Periode  nicht  in  erster  Linie  abhängig.  Überdiess  ist  ein  grosser  Theil  der  Arten  der  Gattung 
Ptinus  wegen  ihrer  veränderlichen  Grösse,  Verschiedenheit  der  Geschlechter  und  Vergänglichkeit  des  Haar- 
kleides äusserst  schwierig  mit  Sicherheit  zu  bestimmen. 

XLIII.  Farn.   ANO BIIDES. 

617.  Gatt.    Ptilinus. 

1113.  }'.  pectinicornis.   Sa.  22—5.  —  Bot,  5. 

618.  Gatt.  Xyletinus. 

1114.  X.  pectinatus.    Bug.  6.    „Selten." 

621.  Gatt.   Tif/popiti/s. 

1115.  T.  Carpini.   Sa.  6,  Bot.  8.  „In  altem  Fichtenholze,  sehr  selten." 

623.  < iatt.  AnoMum. 

1116.  A.  denticolle.    Pra.  5,    Hot.  6. 

1117.  A.  striatum.    Sa.  21 —6.  —  Pra.  5,    Rot.  3. 


1    Nicht  sicher,  ob  nicht  //.  regalis. 


Jährliche  Periode  der  Tnsectenfauna  von  Österreich-Ungarn.  51 

1118.  A.  pertinax.   Lin.  28  —  5,  Rot.  15—5,  He.  15  —  5.  —  Med.  3,  Neus.  4,  Ros.  4,  Sa.  5,  Wie.  2,  Wil.  1. 

-7179.  A.  tessellatum.   Rot.  10—5.  —  In.  0,  Kremsi.  5. 

i/20.  A.  molle.   Kesm.  G,  Wie.  G. 

2/27.  .1.  4Äw*w.   Lin.  22-4.  „Selten.« 

025.  Gatt.  Apate. 

1122.  A.  capucina.  He.  17—5,  Mel.  8—5,  Brii.  20  —  5.  —  Bug.  5,  C.  5,  Ka.  5,  Kremsi.  5.  Lin.  6, 
Neus.  G,  Ni.  6,  Wie.  6. 

G27.  Gatt.  Synoxylon. 

1123.  S.  muricatum.  Ros.  5.  „Uni  Wien,  selten."  „Auch  in  Tirol  und  dem  Küstenlande  als  Baumschäd- 
ling beobachtet." 

G28.  Gatt.  Xylopertha. 

1124.  X.  sinuata.   He.  5.   „In  Österreich,  Ungarn  und  im  Bannte." 

630.  Gatt.  Psoa. 

1125.  V.  viennensis.   He.  4.   „Um  Wien  im  Prater,  sehr  selten." 

Die  Arten  der  Gattungen  dieser  Familie  lehen  mit  wenigen  Ausnahmen,  wie  z.  B.  jene  von  Anobwm, 
welche  theilweise  auf  blühenden  Gesträuchen  vorkommen,  im  Holze  und  entziehen  sich  daher  leicht  der 
Beobachtung,  oder  man  trifft  sie  doch  nicht  im  Freien,  in  welchem  Falle  sie  zu  früh  beobachtet  werden. 

Sie  scheinen  jedoch  im  Freien  in  der  Nähe  der  Holzstöcke,  in  welchen  ihre  Larven  lebten,  ihre  Schwärme- 
zeit zu  haben,  und  sind  dann  gut  zu  beobachten,   wie  insbesondere  Vtilinus. 

XLIV.  Farn.   CIO  IDFS. 
631.  Gatt.  Endecatomus. 


1126.  E.  reticulatus.   Pra.  4. 

1127.  C.  boleU.   Pra.  4,  Rot.  4. 


G34.  Gatt.  Cts. 
035.  Gatt.  Enneavtlti'oti. 


112S.  E.  fronticorne.   Pra.  4. 

Die  Arten  dieser  Familie  leben  grösstenteils  in  Schwämmen,    auch  im  altem  Holze,  es  gilt  daher  das 
bei  der  vorigen  Familie  Bemerkte. 

XLV.  Farn.   L YMFX YLONIDES. 
G38.  Gatt.  Hyleeoetus. 

1129.  IL  dermestoides.   Lin.  19  —  5,   G.  11—5,  Kot.  25-4?.  —  Bo.  G,  Neus.  5,  Pra.  5,  Sa.  5.   „Lebt  in 
altem,  trockenem  Holze."   Ich  beobachtete  ihn  nur  einmal  in  Prag,  fliegend;   K.  Fritscb  jun.  in  Salzburg. 

XLVI.  Farn.   PIMELIIDES. 
663.  Gatt.    Platyscel/ls. 

1130.  V.  politus.   In.  7.  „Bei  Mödling." 

GG7.  Gatt.  Blaps. 

1131.  B.  mortisaga.   Ag.  31  — 3,  C.  7— 5?,  Mel.  10—4.  Brii.  G— 5,  Kremsi.  25— 3,  Tr.  25— 4,   Bud. 
G— 4,  Ig.  4— G.  Rot.  ii— 5,  Leu   20—6.  —  St.  F.  4.   He.  5.  Lin.  6,  Ob.  4,  Ros.  3,  Sc.  4,  Tr.  4,  Wil.  6. 

1132.  h.  fatidica.    Brü.  7  —  5,   Lin.  2G  —  5.  —  Wie.  6. 

1133.  B.  obtusa.   Wie.  5.  „Selten." 

669.  Gatt.   Pedinus. 

1134.  J:  femoralis.    Mel.  5  —  3.   Pra.  12-4.  —  Ni.  5. 


52  Karl   Fr  it. ■ich. 

678.  Gatt.  Opatrum. 
1185.   0.  sahulomm.   ('.  14-3,  Pre.  9-4,  Wie.  19-3,  He.  30-3,  Mel.  12-3,  Brü.  19-3,  Ka.  30-3, 
Kremsi.  10—3,  Pra.  20—3,  Lin.  24-3,  Sa.  4-3,  Neut.  29-3,  Rot.  10-4,  Leu.  6—4. 

1136.  0.  pusillum.   Wie.  10  —  4.  —  Neus.  4. 

681.  Gaft.  Micro&oii/m. 

1137.  M.  tibiale.   Wie.  5. 

683.  Gatt.  Crypticus. 

1138.  C.  glaber.  Wie.  29  —  5,  Pia.  4-6,   Lin.  21-6. 

Von  den  Gattungen  dieser  Familie  eignen  sich  Opatrum  und  Vlatyscelis,  welche  auf  trockenen  Anhöhen 
vorkommen,  am  besten  zur  Beobachtung;  letztere  ist  jedoch  zu  wenig  allgemein  verbreitet.  Opatrum  erscheint 
in  den  ersten  sonnigen  Frühlingstagen  und  ist  von  der  Lage  des  Standortes  in  Beziehung  auf  Insolation  ab- 
hängig. 

Pedinus,  Microzoum  und  Crypticus  leben  unter  Steinen  und  sind  demnach  minder  geeignet,  Crypticus 
ausgenommen,  welche  bei  Sonnenschein  mit  grosser  Behendigkeit  Beute  suchend  herumläuft. 

Die  Arten  von  Blaps  leben  im  Finstern,  in  Kellern  und  Erdlöchern,  und  dürften  daher  von  einer  jähr- 
lichen Periode  nur  wenig  abhängig  sein,  wie  dies  auch  die  geringe  Übereinstimmung  selbst  der  mittleren 
Erscheinungszeiten  andeutet. 

XLVII.  Farn.   DIAPERIDES. 
693.  Gatt.  Scaphidema. 

1139.  S.  bicoloi:   Rot.  24— 5.  „In  Baumschwämmen,  selten.-' 

694.  Gatt.  Plat'ydema. 

1140.  P.  Dejeanii.   He.  5,  Pra.  6.   „Sehr  selten." 

1141.  F.  violacea.   He.  4.   „Sehr  selten.  •• 

696.  Gatt.  JHaperis. 

1142.  D.  Boleti.   Mel.  15-  5,  Rot.  2—6.  —  Neus.  6,  Kos.  5. 

699.  Gatt.   Uloma. 

1143.  V.  culinaris.  Neus.  5,  Rot.  3.  „Im  Moder  alter  Bäume." 

7u4.  Gatt.  Hypophloeus. 

1144.  H.  castaneus.   He.  4.   „Unter  morscher  Baumrinde.-' 

Die  Arten  dieser  Familie  leben  in  Baumschwämmen  oder  Baummoder,  entziehen  sich  daher  leicht  der 
Beobachtung. 

XLVIII.  Farn.   TENEBH  IONID  LS. 
707.  Gatt.    Teneb)  io. 

1145.  T.  molitov.   Brü.  15  —  5.  —  St.  Jak.  5,  Neus.  3,  Ra.  5,   Hos.  ^  —  ^,  Sa.  3,  Wil.  6. 

1146.  T.  transversalis.   Mel.  3.   „Um  Wien,  im  Moder  alter  Bäume,  ziemlich  selten.-' 

1147.  T   obscurus.   Leu.  5,  Neus.fi. 

Die  Arten  dieser  Gattung  leben  als  vollkommenes  Insect  im  Moder  alter  Bäume  und  in  Mehlstoffen  und 
kmiimen  daher  nicht  selten  in  Wohnungen  vor,  wo  ihre  Entwicklung  kaum  einer  jährlichen  Periode  unter- 
liegt, daher  die  grosse  Verschiedenheit  der  beobachteten  Erscheinungszeiten  an  verschiedenen  Stationen,  je 
nachdem  die  Beobachtung  im  Freien  angestellt  worden  ist  oder  nicht. 

XL1X.  Farn.   HE  LOP  IDES. 
715.  (Satt.  Enoplopus. 

1148.  E.  caraboides.   Wie.  13—5.  —  Hos.  3.   „In  Österreich,  häutig  in  Italien,  Dalmatien  u.  s.  w." 


Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Osterreich-  Ungarn.  53 

7 IG.  Gatt,  Helops. 

1149.  11.  lanipes.  Ag.  9—4,  C.  25-4,  Wie.  22—4,  He.  k"2-4,  Kremsi.  4—5,  Pra.  18—4,  Lin.  14-4, 
Sa.  26—5?,  Neus.  21-4,  Rot.  5—5,  Leu.  28—4. 

1150.  H.  quisquilius.  He.  T>,  Wie.  3.  „Im  Frühjahre  in  Föhrenwaldungen  unter  Steinen  und  auf 
Föhren.-' 

Die  Arten  von  Helops  leben  zur  Tageszeit  gewöhnlich  unter  loser  Baumrinde  und  in  den  Ritzen  von 
Bäumen,  öfters  findet  man  sie  aber  auch  auf  Bäumen,  unter  welchen  sie.  wenn  sie  herabfallen,  leicht 
bemerkt  werden. 

L.   Farn.    C ISTELIDES. 

711».  Gatt.   Mycetochares. 

1151.  21.  bipustulata.   He.  3.   „Äusserst  selten.-' 

721.  Gatt.  Allecula. 

1152.  A.  mono.   Rot.  22—6.  —  Lin.  6.  „Selten." 

722.  Gatt.  Cistela. 

1153.  C.  fuhipes.   Wie.  18  — 5. 

1154.  C.  murina.   Bo.  12—5,  Pra,  18—5,  Sa.  3—6. 
7  755.   0.  rufipea.   Pia.  6.   „Selten. •' 

723.  Gatr.   Prion yelius. 

1156.  I'.  ater.   Ag.  17  —  5,  Rot.  11—5. 

m 

724.  Gatt.  Megischia. 

1157.  21.  nigrita.  Wie.  23 — (3.  —  He.  6,  Ka.  (5,  Neus.  6,  Sa.  6.  „AufBlüthen  von  Anikemis  arvensis 
um  Wien  im  Sommer." 

725.  Gatr.  Cteuiopns. 

1158.  C.  sulphureus.  Wie.  27—6,  Brü.  27  —  6,  Lin.  3—7,  Sa.  8—7. 

726.  Gatt.   Omophlus. 

1159.  0.  lepturoides.  Ag.  30—5,  Wie.  22  — ö,  Brü.  7  —  5,  Ka.  19—5,  Lin.  "23—5,  Bug.  21—5,  Leu.  3  —  6. 

1160.  0.  pinicola.   Lin.  5,  Pra.  5. 

1161.  0.  pieipes.   Wie.  18  — 5. 

Von  den  Gattungen  dieser  Familie  sind  Cistela,  Megischia.  Cteniopus  und  OmopMus,  weil  sie  aufBlüthen 
leben,  sehr  gut  zur  Beobachtung  geeignet,  weit  weniger  die  übrigen,  weil  sie  im  Baummoder  oder  Schwäm- 
men vorkommen. 

LI.   Farn.   M ELAN  DR  Y  I  D  ES. 

7;!ö.  Gatt.  Sei  t opalpus. 

1162.  S.  striatus.   Rot.  7,  Sa.  8  '.   „Selten." 

737.  Gatt.    Wclfimlrya. 

1163.  21.  earaboides.    Brü.  14 — 5.  —  Lin.  5,  Neus.  5,   Wie.  6.    ..Seilen. •• 

1164.  21.  canaliculata.    Pos.  5.   „Sehr  selten." 

1165.  21.  flavicornis .   Neut.  5.  „Sehr  selten." 

Die  Arten  dieser  Familie  leben  im  alten  Holze  und  sind  dabei-,  dann  auch  wegen  ihrer  Seltenheit  zur 
Beobachtung  minder  geeignet. 

1   Von  K.  F ri t seh  jun.  im  Pass  Lutigg  ffetuuden. 


54  Karl  Fritsch. 

LH.  Farn.  LAGRIIDES. 
742.  Gatt.    Lagria. 

1166.  L.  hirta.  Wie.  9 — 7,  Ka.  3— 7,  Lin.  15  —  7,  Sa.  17  —  7,  Rot.  6— 6!.  „Aufblühenden  Pflanzen 
und  Gesträuchen." 

LIII.  Farn.   PYROCHROIDES. 

74.3.  Gatt.    Pyrochroa. 

1167.  P.  coccinea.   Ho.  16—5?,  C.  27—5,  Brü.  17—5,  Sa.  6—6,  Rot.  22—5,   Bug-.  24-5. 

1168.  P.  pectinicomis.  Wie.  5.  „In  Gebirgsgegenden,  selten." 

1169.  P.  rubens.   Wie.  24-5,  Kremsi.  17  —  5,  Lin.  19—5,  Sa.  17  —  5,  St.  Jak.  24-7!. 

Die  Arten  leben  auf  schattigen  Grasplätzen  und  fallen  durch  ihr.1  nicht  unbedeutende  Grösse  und  rotlie 
Färbung  leicht  auf. 

LIV.  Farn.   ANTH  IC  1  DES. 

746.  Gatt.  Wothoxus. 

1170.  N.  monoceros.  Wie.  22  —  5?,  Pra.  25  —  4,  Rot.  8—5.  --  Bud.  6,  Bug.  5,  Ka.  6,  Ni.  5,  Mel.  5, 
Neus.  5,  Pre.  5. 

1171.  N.  cornutus.   Wie.  6. 

741».  Gatt.  Formicosomiis. 

1172.  F.  pedestris.  He.  4,  Ni.  3.  „Im  ersten  Frühjahre  um  Wien  hei  Auskehricht  in  der  Sand- 
grube bei  dem  botanischen  Garten." 

751.  Gatt.  Anthicus. 

1178.  A.  hispidus.  Ni.  3,  Pra.  4,   Pre.  4. 

1174.  A.  humilis.   Pra.  14—5.  „Arn  Ufer  des  Neusiedlersees.'' 

1175.  A.floralis.   Wie.  12-4,  Bo.  2,  Mel.  3. 

1176.  A.  bifasciatus.   Wie.  5.   „Um  Wien,  sehr  selten." 

1177.  A.  ßavipes.   Pra  3.  ,.  Am  Ufer  von  Flüssen  in  Österreich  o.  d.  Enns." 
11 7S.  A.  antherinus.   Neus.  4. 

Die  Arten  dieser  Familie  leben  auf  Grasplätzen,  am  Ufer  von  Bächen  und  Flüssen,  wo  ich  sie  auch  nicht 
selten  auf  Weidenbüschen  fand,  insbesondere  die  Arten  von  Notoxus,  welche  dann  auch  gut  beobachtet 
werden  können,  während  jene  von  Anthicus  wegen  ihrer  sehr  geringen  Grösse  leicht  übersehen  werden 

LV.  Farn.   MORDELLIDES. 
754.  Gatt.   Mot'ilella. 

1179.  M.  bisignata.   Rot.  7.  „Um  Wien,  sehr  selten. u 

1180.  M.  fasciata.   Lin.  23  —  5,  Sa.  16-0,  Rot.  1-7.  —  Bre.  7,   Wie.  7. 

1181.  M.  biguttata.   Wie.  6.   ,.In  alten  morschen  Baumstämmen." 

1182.  M.  aculeata.   Ag.  10—5,  Wie.  12  —  5,  Ka.  14-5,  Pia.  2— 6!,  Lin.  30—4,  Sa.  23-4,  Rot.  15—5. 

1183.  M.  pwmila.    Pia.  18—5.  —  Sa.  4,   Wie.  5.   „Selten." 

1184.  M.  brunnea.   Wie.  6— 6.   „Sehr  selten." 

1185.  M.  abdominalis.    Bre.  5.    Lin.  5,    Pre.  5. 
11S6.  M.  axillaris.    Lin.  2—6.    „Selten." 

755.  Gatt.  Anaspis. 

1187.  A.  thoracica.   Rot.  22—6?.  „In  Österreich  o.  d.  Kims.-- 

1188.  A.  ruficollis.   Wie.  11  — 6,   Pra.  4— 7.    „Von  Redtenbaehcr  nur  einmal  um  Wien  gesammelt." 

1189.  .1  frontalis.    Lin.  .•'.  —  5,   Rot.  29—5.  —  Mel.  5,   Sa.  5.   Sc.  5.   Wie.  6. 


Jährliche  l'eriode  der  Insectenfauna  von  Österreich-Ungarn.  55 

1190.  A.  rufildbris.  Wie.  20-4?,  Pra.  22— 6!. 

1191.  A.  flava.   Bo.  5,  Wie.  5.  „Selten." 

1192.  A.  obscura.   Bo.  6.   „Sehr  selten.-' 

Die  Arten  dieser  beiden  Gattungen  leben  auf  Blüthen  und  auf  morschen)  Holze  und  lassen  sieh  daher 
gut  beobachten. 

LVII.  Farn.   MELOIDES. 
763.  Gatt.  Meloe. 

1193.  M.  proscarabaeus.  Ag.  7  —  4,  C.  10—4,  Wie.  29-3,  He.  8—4,  Mel.  1  -4,  Brü.  29—3,  Ka.  15-4, 
Kremsm.  15-4,  Pra.  24—4,  Li«.  6-4,  Kos.  28—3,  Sa.  10—3,  St.  Jak.  25-4,  Ki.  19-4,  Neus.  10—4, 
Ho.  10—4,  Neut.  1—4,  In.  23  —  3,  De.  17—4,  Kess.  28-4,  Lein.  10-4,  Ad.  21—4.  Rot.  24  —  4,  Leu.  18—4, 
Ba.  4— 5,  Kesni.  30— 3,  Ha.  25— 4.  „Im  Frühjahre." 

1194.  M.  violaceus.  Ag.  3—4,  C.  5 -4,  Wie.  30— 3,  Mel.  20— 3.,  Brü.  30— 3,  Kremsi.  6— 4,  Pra.  6— 4, 
Lin.  2-4,  Sa.  4-4,  Neus.  10-4,  Kot.  6—4. 

1195.  M.  hungarus.    He.  21  — 4. 

1196.  M.  autumnalis.  Bo.  11!.  „Von  Redtenhacher  nur  einmal  in  der  Brigittenau  bei  Wien  gesammelt." 

1197.  M.  uralensis.   Wie.  30—3. 

1198.  M.  variegatus.  Wie.  18  —  4,  Brü.  30—3,  Ka.  10—4,  Kremsi.  4  — 4,  Pra.  16—4,  Neus.  18—4, 
Rot.  30 — 4.   „Im  ersten  Frühjahre  um  Wien." 

1199.  M.  reticulatus.   Ni.  4,  Ob.  4,  Pre,  4.    „An  den  Linien  Wiens.1' 

1200.  M.  rugosus.  Wie.  18—3?,  Pra.  15  —  4,  Neus.  12—4,  Rot.  20—4.  Durch  grosse  Sonnenwärme 
am  steileu  Südabhange  des  Mönchsberges  bei  Salzburg  einmal  schon  im  Jänner  hervorgelockt. 

1201.  M.  scabriusculus.    Kremsi.  30—3,  Rot.  26  —  4.  —  Pra.  3,  Wie.  4. 

1202.  M.  brevicollis.   Wie.  21—4?,   Pra.  15  —  4,  Lin.  19—  4,  Sa.  13-4.  „Selten.-' 
1203    M.  pygmaeus.  Ob.  4,  Pra.  4.  „In  Gebirgsgegenden,  selten.-' 

7(j4.  Gatt.  Cerocoma. 

1204.  C.  Schäfferi.   He.  25—6,  Rot.  23  —  6.   „Um  Wien  im  Sommer.-' 

766.  Gatt.  Mylabris. 

1205.  M.  Fueslmi.  Wie.  26  —  5.  —  Bug.  6,  In.  6,  Neus.  5.  „Um  Wien  selten."  Am  Blocksberg  bei 
Ofen  gefunden;  bei  Wien  im  Thale  von  Kaltenlentgeben. 

769.  Gatt.   Lytta, 

1206.  L.  vesieatoria.  Ag.  12  —  5,  Wie.  31  —5,  Sc.  30— 5,  He.  8-  6,  Mel.  31— 5,  Brü.  7  —  6,  Ka,  5— 6, 
Kremsi.  2  —  6,  Pra,  2 6  —  5,  Lin.  26  — 5,  Neus.  13  —  5,  Lern.  6  — 6,  Bot.  16  —  6,  Ig.  6 — 6,  Leu.  7  —  6.  „In 
manchen  Jahren  aufblühendem  Liguster."   Bei  Prag  aui  Syringa  vulgaris  gefunden. 

1207.  L.  syriaca.   Wie.  1  —  6.  —  Fa.  6.   ..Anfangs  Sommer  um  Wien.-' 

770.  Gatt,  mpicauta. 

1208.  E.  dubia.   Brü.  21—6.  —  In.  6,   Ra.  7,  Wie.  7.    „Um  Wien,   sehr  selten." 

771.  Gatt,  Zoiiitt.-:. 

1209.  /..  mutica.  Bo.  8 — 5,  Wie.  14  6?.  „Anfangs  Sommer  aui  Anhöhen  um  Wien,  sehr  selten.-' 
Bei  Baden  gefunden. 

Alle  Gattungen  dieser  Familie,  Meloe  ausgenommen,  leben  auf  Blumen  und  blühenden  Gesträuchen  und 
sind  ausgezeichnet  durch  Färbung,  eignen  sich  daher  sehr  gut  zur  Beobachtung. 

Die  Arten  von  Meloe  leben  zwar  im  Grase,   lalb  n  aber  leicht  auf  durch  ihre  Grösse  und  dunkle  Färbung. 


56  Karl  Fritsch. 

LVIII.  Fam.   OED'EMEKIDES. 
778.  Gatt.  Calopus. 

1210.  C.  serraticornis.   Bre.  7.   „Im  gebirgigen  Theile  von  'Österreich,  sehr  selten.* 

782.  Gatt.  Xanthochroa. 

1211.  X.  carniolica.  Bo.  6,  Sa.  1».  „In  Krain,  aber  auch  im  Schwarzwalde." 

783.  Gatt.  Asclcra. 

1212.  A.  sanguinicollis.   Rot.  27—5.  —  Wie.  5.   „In  Gebirgsgegenden,  selten." 

1213.  A.  caerulea.   Wie.  28-4?.  —  Bo.  4,  Mel.  4,   Rot.  5. 

785.  Gatt.  Oedemera. 

1214.  0.  Pödagrariae.   Wie.  20—6,  Pra.  22—6,  Rot.  8— li. 

1215.  0.  flavescens.   Wie.  11-  6,  Pra.  27—6,  Lin.  7—6,  Sa.  11—6,  Rot.  8  —  6. 

1216.  0.  marginata.   Sa.  4—6.  —  Rot.  6,  Se.  6.   „Selten." 

1217.  0.  flavipes.   Wie.  2— 6,  Rot,  11—6. 
121S.  0.  tristis.   Sa.  6.  „Sehr  Seiten." 

1219.  0.  virescens.   Wie,  6—5,  Bre.  27—5,  Sa.  24  —  4.  Rot.  29-  5. 

1220.  0.  lurida.   Pra.  28-5,  Sa.  10-f,  >.  —  Bre.  6,   Rot.  6. 

787.  Gatt.  Anoncodes. 

1221.  A.  adusta.  Sa.  7,  Wie.  6. 

1222.  A.  rufiventris.   Wie.  7—6,  Lin.  19—6,  Sa.  16  —  6. 

1223.  A    ustulata.  Mel.  1—5!,  Lin.  14—6,  Sa.  28  —  6.   „Selten." 

1224.  A.  azurea.   Wie.  5  —  6,  Sa.  9  —  7.   „Selten." 

1225.  A.  fidvicoUis.   Sa.  '3  —  7  2,  G.  12—7. 

1226.  A.  viridipes.   Wie.  24  —  5. 

7ss.  Gatt.  ChryscmtMa. 

1227.  C.  viridissima.   Sa.  15  —  7.  —  Bo.  7,  He.  5!,  Rot.  6,  Wie.  7.   „In  Gebirgsgegenden." 

Die  Gattungen  dieser  Familie  eignen  sich  gut  zur  Beobachtung,  da  sie  auf  Blüthen  vorkommen,  aber  die 
Arten  sind  ohne  nähere  Untersuchung  nicht  immer  leicht  zu  unterscheiden. 

LIX.  Fam.   SALPINGIDES. 
792.  Gatt.  Mycterus. 

1228.  M.  curculionoid.es.   Wie.  10—6,  Pra.  25—6"?.   „In  gebirgigen  Gegenden  auf  blühenden  Gesträu- 
chen, selten." 

795.  Gatt.  Rhinosimus. 

1229.  h.  Roboris.   St.  Jak.  6. 

1230.  li.  planirostris.   Pra.  5. 

Die  Arten  dieser  Gattung  leben  unter  Baumrinden,  entziehen  sieh  daher  leicht  der  Beobachtung. 

LX.  Fam.   BRUCHIDKS. 

796.  Gatt.  Bruchus. 

1231.  B.  imbricornis.    Bo.  5. 

1232.  B.  variegatus.   Pra.  6.  „Selten." 

1233.  B.  nigripe.?.   Wie.  5.  „Sehr  selten." 


1  Einmal  schon    1. 

2  Einmal  schon  n. 


Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von   Österreich-Ungarn.  57 

1231.  B.  granarius.   Bo.  5,   Ka.  4,   Lin.  6,  Hot.  6  (auch  schon  2). 

1235.  B.  flavimanus.   Pra.  4.  Wie.  3.   „Selten." 

1236.  B.  Pisi.   Pra.  10-4.  —  Brii.  6,  Ka.  6,  Neus.  3,  Pre.  5,   Rot.  2. 

1237.  B.  luteicornis.   Pra.  14-5,  Rot.  31—  5. 
J238.  B.  Cisti.  Wie.  8—5.  —  Mel.  4. 

7!>8.  Gatt.   Urodon. 
1230.    U.  rvfipes.    Wie.  6. 

1240.  U.  suturalis.   Wie.  22  —  5.  —  Pra.  6. 

7(.»0.  Gatt.   Urach i/tars us. 

1241.  B.  scabrosus.   Bre.  6. 
i242.    ö.   vartus.    Lin.  4. 

801.  Gatt.   Tropidere«. 

1243.    T.  dorsalis.    Lin.  5.   ..Selten." 

i2^.   V.  »M//-o«Yr/5.   Ag.  28—5.  —  Bo.  4,  Rot.  6.   „Selten." 

1245.  T.  nivei-rostris.    Lin.  6. 

!si>4.  Gatt.   Platyrhinus. 

1246.  1'.  latirostris.  Ag.  14—5,  ('.  18-  5.  —  Ka.  5,  Bot.  5,  Wie..").  „Unter  der  Rinde  morscher  Bäume 
selten."  Auf  einem  modernden  Holzstock  der  Rothbuche  auf  der  „Sophienalpe"  bei  Neuwahlegg-  nächst  Wien 
gefunden. 

805.  Gatt.  Anthribus. 

1247.  A.  albinus.   Ag.  6—5.  —  Ba.  <i,  Bot.  5,  Sa.  4.   „Selten." 

Von  den  Gattungen  dieser  Familie  eignen  .sich  nur  Urodon,  Brachytarsus  und  Tropideres  (theilweise), 
welche  auf  Bliithen  oder  Gesträuchen  leben,  gut  zur  Beobachtung. 

Minder  nur  die  unter  der  Binde  alter  Bäume  lebenden  :  Tropideres  (theilweise),  Platyrhinus  und  Anthribus. 

Die  Arten  von  BrucJms  leben  im  Samen  verschiedener  Pflanzen,  kommen  daher  häufig  an  Orten  vor.  wo 
jene  aufbewahrt  werden,  in  Magazinen,  Wohnhäusern,  und  sind  daher  von  der  jährlichen  Periode  der  Witte- 
rung minder  abhängig,  als  die  im  Freien  lebenden  Thiere.  In  künstlich  erwärmten  Bäumen  können  sie  sehr 
frühzeitig  zur  Entwickelung  kommen,  wodurch  sieh  die  grosse  Differenz  der  Zeiten  bei  manchen  Arten  erklärt. 

LXI.  Farn.   CURCULIONIDES. 
809.  Gatt.  Apoderus. 

124S.  A.  Coryli.  Ag.29— 4,  C.8— 5,  Brii.'.)  — 5,  Lin.  18-5,  Sa.2-5,  G.24-5,  Neus.  20-5,  Bot.21— 5. 

sin.  Gatt.  AttelcOms. 
1249.  A.  curculionoides.   Ag.  7  —  f>,   Brii.  15  —  5,  Lin.  16—5,  Neut.  2;}  —  :"). 

sll.  Gatt.   Bhynchites. 
l2->(>.   li.  coeruleo-cephalus.    Lin.  4.    ..Selten." 

1251.  lt.  hungaricus.  Bos.  5.  ..In  Pulkau  am  östlichen  Abhänge  des  Manhartsberges  auf  Aristolochin 
Clematitis." 

1252.  li.  aequatus.    Wie.  13—5,  Pra.  l(i— 5.  Lin.  17—  5. 

1253.  li.  planirostris.    Rot.  2     li.  —  Bo.  (i.    Wie.  (i. 
1251.   li.  Betulae.    Lin.  26     4.  G.  29     4,   Rot.  30—4. 

1255.  Ji.  auratus.    Wie.  28—4?,    Pia.  23  —  4.  —  Bo.  4,    Ile.  5,   Ka.  4,   Mel.  4,   Bot.  4. 

1256.  li.  Bachus.  Ag.  30—3,  Brii.  12—5,  Ka.  10  —  4,  Pra.  16  -5.  Neus.  31—3.  —  Bo.  4,  0.  5, 
Kreinsi.  .">,   Mel.  :),  Ni.  5,  Bot.  5. 

Denkschriften  der  mathem. -natura.  Cl     X.XXVI1    l;i  s 


58  Karl  Fritsch. 

1257.  B.  nanus.   Pra.  5.  „Selten.-' 

1258.  B.  Populi.   Ag.  25-4?,  Wie.  17—5,  Brü.  7—5,  Kremsi.  23-5,  Liu.  15—5,  Rot.  7—5. 

1259.  B.  betuleti.   Ag.  12—4,  C.  13—4,  Kremsi.  12-4,  Lin.  10—4,  Sa.  18—5!,  Rot.  18-5. 

1260.  B.  cupreus.  Lin.  7  —  5,  Rot.  5—5.  —  Bug.  6,  Pra.  4.   „Aufblühenden  Schlehen." 

1261.  B.  conicus.   Bo.  6,  Mel.  4,  Pra,  5,  Ros.  5.   „Selten.-' 

1262.  R.  interpunctatus.   Bi.  5,  Brü.  5,  Wie.  6.  ,  Selten. - 

1263.  B.  aeneovirens.   Rot.  5,  Wie.  4.   „Selten.-' 

1264.  R.  germanicus.    He.  5. 

1265.  B.  pauxMus.   Pra.  4.   „Sehr  selten.-' 

1266.  B.  megacephalus.    Pra.  30—4.  —  Bi.  5,  Bre.  (i    Kens.  4,  Wie.  4. 

1267.  B.  pubescens.   Rot.  5.   „Selten.' 

813.  Gatt.  Apion. 

1268.  A.  pomonae.   Pra.  8  —  4,  Se.  18  —  4.  —  Brü.  4,  Lin.  5.   „Auf  Gesträuchen,  selten." 

1269.  A.  Craccae.    Pra.  17-4. —  Sa,  4. 

1270.  A.  atomarium.   Pra.  4. 

1271.  A.  aeneum.    Bo.  7  —  G !,  Rot.  14  —  4.  —  Ob.  3,  Se.  4. 

1272.  A.  radiolus.  Bre.  6,  Pra.  4.   „Selten." 

1273.  A.  pulchelhim.   Wie.  6.  „Bei  Kalksburg." 

1274.  A.  Onopordi.    Mel.  4,  Ros.  3,  Wie.  3. 

1275.  A.  curvirostre.    Wie.  li. 

1276.  A.  Carduorum.   Pra.  5.   „Selten." 

1277.  A.  difficile.   Bo.  6. 

1278.  A.  rvfirostre.   Pra.  6. 

1279.  A.  Malvae.   Bud.  6.   „Sehr  selten." 

1280.  A.  vernale.   He.  5,  Bud.  6.   „Auf  Nesseln  um  Wien,  im  Frühjahre." 

1281.  A.  miniatum.  Pra,  24—3.  —  C.  2,  Ros.  3,  Sa.  4,  Wie.  5.  „In  Österreich  o.  d.  E.  auf  Wiesenklee." 

1282.  A.  frumentarium.    C.  28—3,  Pra.  2  —  6?.  —  Lin.  4,   Mel.  4,  Neus.  2,   Se.  5. 

1283.  A.  ßavipes.   Pra.  17—4.  —  Se.  4,  Wie.  4. 

1284.  A.  nigntarse.   Neus.  3.   „Sehr  selten." 

1285.  A.  rußcrus.   Pra.  23—4.  —  Mel.  3.  „Sehr  selten." 

1286.  A.  varipes.   Bo.  4,  Pra.  4.   „Sehr  selten." 

1287.  A.  Fugt.   Bo.  6,  Bud.  4,  He.  5,  Kremsi.  4,  Mel.  4,  Pra.  4,  Wie.  4. 

1288.  A.  aestivum.   Pra.  6—5.  —  Nens.  4.   „Selten." 

1289.  A.   GyllenhaU.   Pra.  5-5.  „Sehr  selten." 
1.290.  A.  elongatum.   Pra.  5.  „Bei  Kalksburg.-' 

1291.  A.  civicum.   Pra.  27  —  4.  —  Hos.  3. 

1292.  A.  morio.    Sa.  6.   „Selten.  •• 

1293.  A.  pavidum.   Pra.  3.   „Selten." 

1294.  A.  elegantulwm.   Wie.  5.  „Sehr  selten." 

1295.  A.  cohintbüium.   Lin.  19  —  3.  —  He.  b,  Neus.  2,  Sa.  C>,   Wie.  6.   „Selten." 

1296.  A.  validum.   Ag.  14  —  5.  —  Bre.  (i,  Wie.  0.  „Selten." 

1297.  A.  «ethiops.   Ag.  7—6.   „Selten." 

1298.  A.   i-ireus.    Pia.  21  —  5.  —  Lin.  3  (einmal  schon  1). 

1299.  A.  minimum.   Pra.  4  —  5.  —  Bo.  4,  Wie.  4. 

1300.  A.  simum.   Mel.  4,  Pra.  5.  „Selten." 

1301.  A.  humile.   Sa.  4.   „Selten." 

1302.  A.   aterrimum,    Pra.  ti. 


Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich-Ungarn.  59 

1303.  A.  violaeeum.   Ag.  5—5,  Pra.  21—4.  —  Bo.  5,  Neus.  2.  „Sehr  selten." 

1304.  A.  Pisi.   Rot.  4,  Sa.  6,  Wie.  4. 

1305.  A.  Sorbi.   Wie.  6—6,  Pra.  30—4.  —  Lire.  6,  Lin.  4,  Neus.  3,  Sa.  3. 

810.  Gatt.  Urach ycevus. 

1306.  B.  muricatus.  Pre.  4,  Wie.  4.  „Auf  der  Neustädter  Heide,  sehr  selten." 

817.  Gatt.  PsaliiUum. 

1307.  I'.  rnaxillosum.  Wie.  16 — 5.  „In  manchen  Jahren  um  Wien  anfangs  Sommer  am  Laaerberge." 

819.  Gatt.   Thylae&tes. 
130S.    T.  pilosus.  Pra.  21—6.  — Mel.  3.  „Um  Wien  unter  Steinen  auf  sandigen  Grasplätzen." 

821.  Gatt.  Strophosomais. 

1309.  S.  limbatus.   Lin.  4.  Von  Redtenbacher  nur  einmal  auf  einer  Anhöhe  bei  Mödling  gefangen. 

1310.  S.  faber.    Pra.  15  — 5?.  „Unter  Steinen  um  Wien." 

1311.  S.  retusus.  Pra.  5.   „Sehr  selten." 

1312.  S.  squamulatus.   Pra.  23  — 5. 

1313.  8.  Conjli.  Pre.  17  —  6?,  Lin.  14-5.  —  Bud.  0,  He.  5. 

822.  Gatt.  Sciaphilus. 

1314.  8.  muricatus.   He.  30—3.  —  Rot.  4,  Sa.  5,  Wie.  5. 

1315.  S.  setosulus.   Ag.  19—5. 

823.  Gatt.  Brachyderes. 

1316.  B.  incanus.  Ag.  10— 5.  —    Bud.  5,  Lin.  4.   „Im  Frühjahre  auf  jungen  Föhren." 

824.  Gatt.  Busomus. 

1317.  E.  ovulum.  Wie.  19 — 5,  Lin.  16—5.  —  Bud.  5,  He.  5. 

827.  Gatt.  Tanymeeus. 

1318.  T.  pallkitus.  Ag.  5—5,  Wie.  23-5,  Lin.  7-5. 

828.  Gatt.  Sitones. 

1319.  8.  diseoideus.  Mel.  25  —  3,  Pra.  21—5.  —  Pre.  4,  Ros.  3,   Sa.  6,  Wie.  3. 

1320.  8.  humeralis.  Leut.  25—4.  —  Neus.  2,  Wie.  3. 

1321.  8.  canJjricus.   Sa.  7  —  6.  —  Ha.  6. 

1322.  8.  oeto-punetatus.   Sa.  24  —  4,  Leu.  26  —  4.  —  Bud.  5,  Pra.  5,  Rot.  4,  Se.  5,  Wie.  4. 

1323.  8.  Uneatus.    Wie.  31—3.  —  Bre.  6,  Bud.  4,  Mel.  3,  Pre.  4,  Rot.  4,  Sa.  5. 

1324.  8.  sulcifrons.   Wie.  30  —  4?.  —  Rot.  4,  Se.  5. 

1325.  S.  tibiellus.   Bud.  5,  Mel.  3,  Neus.  3.   „Selten." 

1326.  8.  hisptdulus.   Wie.  25—3.  —  Mel.  3,  Rot.  4. 

1327.  8.  tibialis.   Pia.  4,   Pre.  4,  Sa.  6.    ,. Selten.- 
132S.   S.  brevicoüis.   Bre.  5,  Wie.  5. 

1329.  S.  lineellus.    Wie.  5—4,  Lin.  17  —  3.  —  St.  F.  3,  Neus.  2,   Pre.  4.  Rot.  4. 

830.  Gatt.  Scytropus. 

1330.  8.  mustela.    Bud.  6. 

831.  <^att.  Clorophanus. 

1331.  C.  salicicola.   Wie.  3 — 6.  —  C.  ii.  He.  0,   Kremsi.  6. 

1332.  C.  viridis.    Brü.  17  —  6,  Ka.  1-6?,   Pra.  8—6,  G.  3  — 7,   Leu.  18—6. 

8* 


CO  Karl  F ritsch. 

1333.  0.  pollinosus.  Wie,  12—0.  —  Bre.  d,  Sa.  6. 

1334.  C.  graminicola.   Kremsi.  3 — 6,  Sa.  14— 6.  —  Bre.  6,  Bo.  6.    ..Selten.-' 

832.  Gatt.  Poh/drusus. 

1335.  ]'.  l'icus.   Rot.  19—5.  —  Mel.  5. 

1336.  P.  cervinus.   Pra.  19  —  4,  G.  28  —  4,  Lin.  2:1—4,  Rot.  2(3-4. 

1337.  P.  Chry.-omela    Rot.  18-  5.  „Auf  jungen  Buchen,  selten.-' 
133S.  ]'.  jiterxjgonalis.   Leu.  4,  Lin.  6.  „Sehr  selten." 

1339.  ]'.  con-uscus.    Pra.  4— ü. 

1340.  1'.  ßavipes.    Lin.  29—5.  —  He.  5,  Ra.  5. 

1341.  i:  undatus.   Lin.  8-4,  G.  28-4,  Rot.  9-5.  —  Pra.  6,  Wie.  4. 

1342.  ]'.  micans.   Wie.  5— 5?,  He.  25-  4,  G.  3— 5,  Rot.  30— 4,  Leu.  17—5. 

1343.  P.  sericeus.   Wie.  23  — f.?,  Lin.  25  —  5,  Rot.  6—6. 

833.  Gatt.  Metallites. 

1344.  M.  marginatus.   Wie.  4. 

1345.  M.  mollis.   Lin.  27  —  5?.  —  Bre.  6,  Bud.  6. 

1346.  M.  atomarius.   Bo.  6,  Wie.  4. 

834.  Gatt.   Phyllobiiis. 

1347.  1'.   oblongus.   Wie.  14—5,  Mel.  14—4,  Pra.  13-5,   Lin.  4-5,  Sa.  26-4,  G.  8—5,  Bnd.  15— 5?? 
Rot.  12—5. 

1348.  V.   calcaratus.   Lin.  5  —  5,   Sa.  27  —  4,  Rot.  13  —  5. 

1349.  ]'.  alneti.   He.  5,  Mel.  4,  Rot.  5. 

1350.  I'.  psittacinus.   Sa.  15  —  5.  —  Lin.  5. 

1351.  P.  argentatus.   Wie.  25  —  5,  Pra.  22—5,  Sa.  5—5,  Neus.  27  —  5,  Kess.  28—5,  Rot.  19—5. 

1352.  P.  maculicornis.   Pia,  21—5.   Sa.  2—5. 

1353.  P.  Pyri.  Ag.  2—5,  C.  27—4,  Wie.  7-5,  Brü.  14-4,  Pra.  23—5,  Lin.  6—5,  Sa.  18—4,  Neut. 
3—6?,  Hot.  15—5. 

1354.  ]'.  viridicollis.   Pia.  5.  „Auf  jungen  Buchen  um  Wien.-' 

1355.  ]'.  Pomonae.   Wie.  11 — 5,  Sa.  8  — G. 

1356.  1'.  uniformis.   Pia.  31—5.  —  Wie.  5. 

835.  Gatt.  Cleonus. 

1357.  C.  suloirostris.   ('.   13  —  4.    Wie.   31  —  3,    Brü.  25—4,    Ka.  15—4,    Lin.  IG— 4,    Neus.  12  —  4, 
Leu.  3—5. 

1358.  0.  trisulcatus.   Rot.  4.   „Selten.-' 

1359.  C.  ohliquus.   Wie.  17  —  3.  —  Ka.  4,  Mel.  3,  Neus.  4,   Pia.  4.   „Um  Wien  im  Frühjahre.-' 

1360.  0.  turbatus.   Neus.  IG — 4. —  Brü.  4    „Selten." 

1361.  < '.  roridus.    Wie.  G. 

1362.  < '.  marmoratus.  Ag.  12 — 5,  Brü.  27  —  4,  Neus.  12—4?,  Leu.  13 — 5.    Rei  Wien,  im  Sommer  nicht 
selten  am  Laaerberge  auf  blühender  Schafgarbe  gefunden. 

1363.  C.  altemans.    Ag.  2  — 4,  Wie.  9—5y,  Rot.  IG— 4.   -  Neus.  2,  Ros.  3.   „Sehr  selten." 

1364.  0.  ophthalvricus.    Wie  3  — 4,   Brü.  25— 4,  Neus.  9  — 4,  Rot.  7— 5. 

1365.  C.  einereus.   Wie.  IG—  4V,  Lin.  24—4?,   Pia.  19  —  4,   Rot.  3  — 5. 

1366.  C  "punetiventris.    Ni.  4.    ..Sehr  selten.-' 

1367.  C.  cdbidus.   Wie.  28— 4?,   Brü.  2— 5. 

1368.  C.  vai-ius.   Neus.  4.   „Sehr  selten." 

1369.  0.  nebulosus.   Lin.  23— 3?.   „Norddeutschland.-' 


Jährliche  Periode  der  hrsectenfauna  von  OstetTeich- Ungarn.  61 

837.  Gatr.  AlopJuis. 

1370.  A.  trtguttatus.   Wie.  20—4,  He.  10-4,  Ka.  30  —  4,  Pra.  6—5,  Sa.  25—4. 

839.  Gatt.  Liophloeus. 

1371.  L.  nubüus.   C.  4— 5,  Mel.  18—4?,  Kremsi.  3— 5?,  Lin.  12  —  5. 

1372.  L.  Herbstü.   Brü.  16—6!,  Sa.  1—5,  Rot.  17—5.  „Selten."   Bei  Salzburg  häutig. 

1373.  L.  lentus.    Rot.  23-5. 

840.  Gatt.  Barynotus. 

1374.  B.  obseurus.   He.  5,  Mel.  4,  Rot.  5. 

841.  Gatt.  Iropiphorwt. 

1375.  T.  mercvrialis.  Wie.  6.  „Selten." 

842.  Gatt.  Minyops. 

1376.  M.    variolosus.   Wie.  7  —  5,  Nens.  20—4,  Rot.  12—6.  —  Mel.  4,  Pra.  5.   „Um  Wien  unter  Steinen. a 

843.  Gatt.  Lepyrus. 

1377.  L.  colon.  Ag.  16—4?,  C.  18-4,  He.  7—4,  Kremsi.  14-4,  G.  8—4,  Rot.  21—5!,  Leu.  15—4. 

1378.  L.  hinotatus.   Pra,  19—5,  Pot.  5  —  5.  —  Po.  4,   In.  3,  Kremsi.  4,  Nens.  4,  Ob.  4,  Pre.  4. 

845.  Gatt.  Hylobiits, 

1379.  H.  pincti.   Ig.  2S — 5.  —  C.  ."..   ..In  Alpengegenden  auf  frisch  gelallten  Eichenstämmen.-' 

1380.  IL  Abietis.   Wie.26— 5V,  Bre.  16-  4,  Brü.  7  — 5,  Lin.22— 4,  St.  Jak.  3— 5,  Rot.  17  — 5,  Leu.  15—5. 

*47.  Gatt.  Molytes. 

1381.  11.  coronatus.   Mel.  31 — 5,  Lin.  21 — 4,  Pia.  26  —  5.  —  Bud.  6,  Rot.  5. 

1382.  M.  gldbratus.   Pos.  22 — 4.  —  Wie.  4.   „Um  Wien  selten." 

1383.  M.  germanus.   Ag.  1—5,  Brü.  29—4,  Lin.  26  —  4,  Neus.  30—4,  Neut.  15—5,  Kess.  6— 5,  Rot. 
30—4,  Leu.  7-5. 

1384.  M.  carinaerostris.   Bud.  5,  Rot.  5. 

852.  Gatt.  Plinthus. 

1385.  1'.  Megerlei.  Ag.  12—5.  „Unter  Steinen  auf  Alpen,  selten." 

1386.  ]'.   Tischen.   Pra.  5.   „Deutsche  Art.-' 

s.).;.  'alt.    PhytoiioiHiis. 

13X7.   1'.  muri, latus.    Pra,  12 — 4,  Sa.  8 — 4.   ..Auf  Ve>-bascun<-Arten,  selten.- 

1388.  1'.  viennensis.   Ag.  17 — 5.  — Neus.  4.    ..Selten." 

1389.  P.  punctatus.   Brü.  18—5,  Lin.  5—4?,   Pra.  31—3.  Neut.  24—5,  Rot.  25—5.  -  Bo.  2.  St.  F.  3, 
Neus.  4,  Sa.  3,  Wie.  3. 

1390.  1'.  fasciculatus.   Bo.  2,   Neus.  4 

1391.  1'.  elongatus.   Sa.  4. 

1392.  1'.  suttiralis.    Pia.  5.   ..Selten." 
/.;.'/.;.    /'.    Pla?itagi?u's.    Mel.  3. 

1394.  1'.    Polygoni.    Ag.  6—5.  —  St.  F.  3,   Ob.  4,   Pra.  3,    Wie.  3. 

1395.  /'.   variabilis.    Ag.  15  —  5.  —  Sa.  3. 

1396.  /'.  susjpiciosus.   Neus.  2,  Pra.  5. 

1397.  /'.  plagiatus.    \\  ie.  4. 

-."i4.  Gatt.    Lhnobltix. 

1398.  /..  dissimüis.    Pra.  5. 


62  Karl  Fräse h. 

860.  Gatt.   Traclvyphloeus. 

1399.  T.  scaber.  He.  5,  Mel.  4.   „Sehr  selten." 

1400.  T.  inermis.    Pra.  5—5. 

_864.  Gatt.  Om  las. 

1401.  0.  hirsutulus.   He.  4. 

867.  Gatt,  Peritelus. 

1402.  I'.  leucogrammus.   Mel.  5.  „Aul  sandigen  Grasplätzen,  unter  Steinen." 

872.  Gatt.  Otiorhynchus. 

1403.  0.  niger.   Ho.  5,  Ig.  4,  Se.  5. 

1404.  0.  villosopunctatus.   Rot.  23  —  5. 

1405.  0.  mastwe.  Wie.  8—5.  „Selten.« 

1406.  0.  geniculatus.   C.  16—4?,  Sa.  3  —  6.  —  Ros.  3,  Wie.  5. 

1407.  0.  laerigatus.   Ag.  6 — 5,  Brü.  6 — 5,  Kremsi.  14  —  3!,  Rot.  7 — 5. 

1408.  0.  longicollis.   Ag.  30—5.  —  C.  4. 

1409.  0.  scabrosus.   He.  5,  Rot.  4.  „Um  Wien,  selten." 

1410.  0.  multtpunetatns.   Neus.  4.   „In  Alpengegenclen  auf  blühenden  Fichten." 

1411.  0.  irritans.   Bre.  9—5,  Rot.  24—5.   „Selten." 

1412.  0.  lavandus.   Sa.  5.   „In  Alpengegenden,  selten." 

1413.  0.  velutinus.   Pre.  4.   „Um  Wien,  sehr  selten." 

1414.  0.  perdix.  Bo.  5.  „Auf  jungen  Fichten  in  Gebirgsgegenden,  selten.- 

1415.  0.  unicolor.   St.  Jak.  4. 

1416.  0.  ebenius.   Wie.  1  —  5. 

1417.  0.  maxillosus?  Wie.  6. 

1418.  0.  Icpidopterus.   Ros.  3,  Sa.  5.  „Auf  Alpen,  anfangs  Sommer." 

1419.  0.  gemmatus.   Ag.  2—5?,  Sa.  6—6,  Leu.  6—5. 

1420.  0.  orbicularis.   Wie.  8 — 5,  Brü.  3— 5,  Rot.  1 — 5,  Leu.  6 — 5?.   „Im  ersten  Frühjahre,  unter 
Steinen,  um  Wien." 

1421.  0.  hirticornis.   Mel.  5. 

1422.  0.  raueus.   Bo.  6,  Pra.  5,  Rot.  4  (auch  schon  2). 

1423.  0.  pieipes.   Ag.  11-5,  Brü.  14-6,  Sa.  11-6,  Leu.  15-4.  —  Bre.  6,  Lin.  6. 

1424.  0.  septemtrionis.   Bre.  6,  Lin.  3!,  Sa.  6. 

1425.  0.  porcatus.   Lin.  3— 4.  „Auf  Alpen,  unter  Steinen,  sehr  selten." 

1426.  0.  mono.   Pra.  18  —  5.  —  Wie.  6.   „Um  Wien  selten." 

1427.  0.  rugifrons.   Leu.  5.   „Dem  Norden  Europa's  angehörig,  doch  auch  unter  Steinen  um  Wien." 

1428.  O.  pinastri.    Sa.  4—6. 

1429.  0.  ovatus.   Wie.  23-5,  Rot.  4-5.  —  Bud.  5,  Kremsi.  4,  Ros.  5,  Sa.  5. 

1430.  0.  austriacus.   ('.  3,  Ros.  4.  „Auf  Alpen,  selten. 

1431.  0.  carinatus.   Sa.  4.  „Aul  Alpen,  sehr  selten." 

1432.  0.  Ugustiei.   Ag.  7-5,  ('.  24-4,  Wie.  7-4,  Mel.  23-4,  Brü.  29-4;   Ka.  4— 6,  Kremsi.  16— 4, 
Pra.  9-5,  Neus.  16-4,  Rot.  8—5. 

1433.  0.  fuseipe*.    Ros.  5.   „Deutsche  Art." 

1434.  0.   chlor ophanus.   In.  5.   „Deutsche  Art." 

877.  Gatt.  Li.xti.s. 

1435.  L.  pollinosiis.    In.  6.   „Auf  sonnigen  Anhöhen  um  Wien,  selten." 

1436.  L.ßhformü.   Ag.  21— 5,  Pra.  6— 6?. 


Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich-Ungarn.  63 

1437.  L.  paraplecticus.   Ag.  11—5,  Brii.  11 — G.   „Auf  Wasserpflanzen,  selten.  - 

1438.  L.  turbatus.   Ag.  20— 5.  —  Wie.  6.  „Auf  Sumpfpflanzen,  selten." 

1439.  L.  Ascanü.  Wie.  20—5.  —  He.  G,  Lin.  5,  Ni.  6,  Neus.  3,  Ros.  4,  Rot.  4.   „Um  Wien,  im  ersten 
Frühjahre,  unter  Steinen." 

1440.  L.  Myagri.   Sa.  6,  Wie.  4. 

1441.  L.  hicolor.  Wie.  4.  „Im  ersten  Frühjahre,  an  Mauern,  selten." 

1442.  L.  angustatus.   Bo.  6,  He.  5,  Neus.  3,  Ros.  5.  „Selten." 

1443.  L.  Bardanae.    Sa.  5. 

878.  Gatt.  Larimis. 

1444.  L.  obtusus.   Bo.  6,  Bre.  7,  Ros.  6,  Sa.  7,  Wie.  5.   „Um  Wien,  sehr  selten." 

1445.  L.  Jaceae.   Ag.  15  —  5,  Lin.  9  —  6.  —  Ka.  5,  Pia.  7,  Sa.  6,  Wie.  5.    „Anfangs  Sommer  auf  son- 
nigen Hügeln  um  Wien." 

1446.  L.  planus.   Sa.  27-5  '.  —  Pra.  7.  „Selten." 

1447.  L.  Garlinae.   Sa.  G. 

879.  Gatt.  Ehijnocijllus. 

1448.  R.  antwdontalgious.   Bo.  5,  Lin.  6. 

1440.  IL  latirostris.   Ag.  28  — 5,  Rot.  4— 5.  —  Pra.  6.   „Auf  Gm'cua-  und  Carduus- Arten  um  Wien,  sehr 
selten.- 

880.  Gatt.  Pissodes. 

1450.  ]'.  Tini,   Pü.  3  — 5V,  Bi.  3-5.  —  Ba.  4,  Bre.  7,  Ig.  G,  In.  G. 

1451.  P.  Piceae.   Pra.  7,  Rot.  G,  Sa.  8. 

145-2.  P.  notatus.  Ag.  12-5,  Rot.  22—5.—  Bo.  4,  Hu.  4,  Neus.  5,  Ob.  4. 

ssi.  Gatt,  MagdaUnus. 

1453.  M.  duplicatus.   Sa,  14  —  G.  —  Pra.  G. 

1454.  3/.  jddegmaticus.   Ob.  4.  „Sehr  selten." 

1455.  M.  violaceus.   Ag.  4,  Sa.  5. 

1456.  M.  frontalis.   Mel.  4,  Wie.  5. 

1457 .  M.   carbonarius.    Bre.  5. 

1458.  M.  Gerasi.    Mel.  5. 

1459.  iL  stijgius.   Pra,  10-5,  Wie.  21— 5. 

1460.  M.  Prüm.   Bud.  5,  Mel.  5,  Rot.  5. 

882.  Gatt.  Dorytomus. 

1461.  D.  acridulus.   Wie.  5. 

1162.   D.  bimaculatus.   Pra.  4,  Pre.  4,  Wie.  G.   „Auf  Wasserpflanzen,  selten.- 

1463.  D.  vorax.   Wie.  22—3,  Ka.  30  —  3.  —  C.  3,  Mel.  3.   „Den  ganzen  Sommer  hindurch. - 

1464.  D.  macropus.   Wie.  24  —  5.  —  Bo.  5,  Bre.  5,  Bud.  5,  Kesm.  G,   Pra.  5,  Sa.  5.    „Auf  schattigen, 
feuchten  Grasplätzen  in  den  Donau-Auen,  anfangs  Sommer." 

1465.  D.  pectoralis.   Leu.  18  —  5.  —  Ag.  4. 

1466.  D.  Tremulae.   Wie.  19-3.  —  Bre.  5,  Mel.  3,  Pre.  4. 

1467.  D.  majalis.   Bo.  G,  Wie.  3. 

1468.  D.  affinis.   Bre.  G. 

1469.  D.  biticberculatus.   Mel.  3.  „Selten." 
147<>.   />.    viüosulus.   He.  3.  „Selten." 


1   Nicht  selten  auf  den  Blüthenköpfen  von  Carduus  Personuta. 


64  Karl  Fritsch. 

883.  Gatt.  ErirJiiims. 

1471.  E.  Festucae.   Bo.  6.   „Im  Prater  bei  Wien." 

884.  Gatt.  Grypitliiis. 

1472.  Cr.  Equtseti.   Bo.  G.  Pra.  6.  „Auf  nassen  Wiesen." 

88G.  Gatt,  ffllescus. 

1473.  E.  scanicus.  Wie.  4.  „Anfangs  Sommer  auf  Weiden-  und  Pappelgesträueh." 

887.  Gatt.   Ldgnyodes. 

1474.  L.  enucleator.   Wie.  4.   „In  manehen  Jahren  an  Gartenmauern." 

890.  Gatt.  AntJlonomics. 

1475.  Ä.  druparum.  Ag.  21—4,  Rot.  20-4,  Se.  8-5.  —  Mel.  5,  Ob.  4. 

1476.  A.  cinctus.   Ros.  4.   „Selten." 

1477.  A.  incurvus.   Sa.  3.  „Selten." 

1478.  A.  pomorum.  Ag.  7-4,  Ka.  2— G!,  Bi.  26—4,  Rot.  19-4.  —  Bre.  5,  Brii.  4,  He.  4,  Kremsi.  3, 
Lin.  3,  Mel.  5,  Pra.  6,  Pre.  4,  Sa.  6.   „Im  Frühjahre  den  Apfelblüthen  sehr  schädlich." 

1479.  A.  Vyri.   Ag.  14-4. 

1480.  A.  ater.   Bre.  4,  Bud.  6,  Pra.  5. 

1481.  A.  fubescens.    Bre.  6.   „Selten." 

893.  Gatt.  Balaninus. 

1482.  B.  nucwm.    Ag.  7-5,   Bo.  14—5?,   C.  18-5,   He.  11—5. 

1483.  B.  Elephas.   Sa.  5.  „Selten.« 

1484.  B.  turbatus.    Ag.  11—5,  Hot.  9  —  5. 

1485.  B.  vülosus.   Ag.  10  —  5.    „Sehr  selten." 

.      1486.  B.  crux.   Pra.  27—4.  —  Lin.  6,  Se.  5,  Wie.  4. 

1487.  B.  Brassicae.   Bo.  G,  Lin.  5,  Pra.  6,  Wie.  4. 

1488.  B.  pyrrkoceras.   Pra,  5. 

894.  Gatt.  Amalus. 

1489.  A.  scortillum.   Pra.  3. 

895.  Gatt.  TycMus. 

1490.  T.  quinque-punctatus.   Ag.  11—5,  Lin.  21— 5. 

1491.  T.  tomentosus.   Bre.  6,  Pra.  5,  Wie.  G. 

896.  Gatt.   Miccotrogus. 

1492.  M.  pioirostris.    Pia.  3—6.  —  Rot.  6. 

898.  Gatt.  Sibynes. 

1493.  8.  femoral 'in.    Bo.  6.    ,. Bei  Wien." 

1494.  S.  canus.   Lin.  30     .">.    —  Wie.  6.   „Auf  trockenen,  (sonnigen  Hügeln  um  Wien." 

902.  Gatt.  Anoplus. 

1495.  A.  ■plantaris.   Pra.  5,  Wie.  5.  „Auf  Erlenstauden." 

903.  Gatt    Orchestes. 

1496.  O.Ilicis.   Bo.  4.   „Auf  Eichen,  selten." 

1497.  O.  ruf us.   Bre.  4. 

1498.  O.  scutellaris.    Mel.  3. 


Jährliche  Periode  der  Irisectenfauna  von  Österreich- Ungarn.  65 

1499.  0.  Fagi.   Ho.  5,  Rot.  4,  Wie.  4. 

1500.  0.  pratensis.   Wie.  5. 

1501.  0.  Populi.   Eos.  3,  Tr.  5,  Wie.  6. 

1502.  0.  Rusci.   Bud.  4. 

I5n3.   0.  stigma.   Ag.  7 —  5.  —  Sa.  4. 

1504.  0.  Salicis.    G.  4,  Lin.  4,  Se.  4. 

1505.  0.  decoratus.   Bud.  5.   , Deutsche  Art." 

908.  Gatt.  Baridius. 

1506.  B.  T.  album.   Ag.  5,  Pra.  6,  Wie.  5. 

1507.  B.  scolopaceus.   Wie.  3.   „Auf  Wasserpflanzen,  sehr  selten." 

1508.  B.  Ärtemisiae.  Wie.  0—6.  —  Bre.  7,  Pra.  6. 

1509.  B.  chloris.   Neus.  4,  Wie.  4. 

1510.  B.  coerulescens.   Wie.  6  —  5. 

1511.  B.  Lepidii.   Pra.  3. 

1512.  B.  Abroiani.  Wie.  4— 6.  „Sehr  selten." 

1513.  B.  nitens.   Kos.  5.    ..Deutsche  Art." 

91<).  Gatt.  CryptorJvynchus. 

1514.  0.  Lapathi.   Ag.  21—5.  —  Bre.  6,  Brü.  5,   Bud.  (5,  C.  5,  Lin.  5,  Pia.  4,  Bus.  5,  Rot.  t>,  Sa.  5. 

912.  Gatt.  Coeliodcs. 

1515.  C.  rubicundus.   Pra.  1  —  6'?.  —  Sa.  4,  Wie.  4.  „Sehr  selten." 

1516.  C.  subrufus.   Pra.  5.   „Selten." 

1517.  0.  didymus.    Wie.  14  —  4,  Pra,  11-4,  Lin.  25-4,   Bud.  14-6?,  He.  4,  Sa.  6. 
7.576'.  G.  Lamii.   Pra.  15-4. 

757,9.  C.  guttula.    Kremsi.  5,  Ni.  3,  Pra.  5. 

1520.  G.  fuliginosus.   Wie.  6  — 4.  —  Bud.  5. 

1521.  < '.  exiguus.   Bud.  6. 
7522.  G.  Gerann.   Bo.  5,  Wie.  6. 

Hl 3.  Gatt.   Mononychus. 

1523.  M.  Pseudacori.  Ag.  14—5,  Bo.  22—5.   „Sehr  selten." 

918.  Gatt.  Bagous. 

1524.  B.  tempestivus.    Pra.  5.   „Am  Ufer  der  Donau,  im  Pratcr,  äusserst  selten." 

1525.  II.  lutidentus.   In.  6. 

919.  Gatt.  Orobitis. 

1526.  <>.  cyaneus.    Pra.  5.   ..Auf  trockenen  Grasplätzen,  aber  selten." 

920.  Gatt.  CeutorhyncTvus. 

1527.  G.   cyanipennis.    Wie.  2.   ..Selten."    An  Häusern. 

1528.  C.  ohalybaeus.   Wie.  '.'>.   ..Sehr  selten.-   Au  Häusern. 
152!).    G.  Erysimi.    Pra.  15-6.  —  Bo.  4,  Bud.  5. 

1530.  C.  Cochleariae.    Sa.  3. 

7537.  C.  syriu  s.    Pra.  13  —  7. 

1532.  ('.  oniior.   Bre.  6,  Sa.  5.  „Sehr  selten." 

1533.  G.  pulvinatus.   Pra.  5,   Wie.  4.   ..Selten." 

1534.  G.  floralis.    Wie.  21  —  5.   Pra.  8  —  5.  —  Sc.  <;. 

Denkschriften  der  mathem.-naturw.  Ol.    XXWil     IM  'i 


66  Karl  Fritsch. 

1535.  C.  Boraginis.    He.  6. 

1536.  0.  marginatus.    Bud.  5. 

1537.  C.  Echü.   Pia.  7-7.  —  Bud.  6. 

1538.  C.  crucifer.   Bo.  5,  Pia.  5,  Wie.  3. 

1539.  C.  Aspeiifoliarum.  Pra.  13  —  5.  —  Bo.  6,  Lin.  4. 

1540.  C.  arquatus.   Sa.  6. 

1541.  C.  abbreviatus.  Wie.  7  —  6.  —  Bo.  3,  Sa.  6. 

1542.  C.  troglodytes.   Lin.  3,  Ros.  3. 

1543.  C.  suldcollis.  Wie.  2.  An  Häusern. 

1544.  C.  Rapae.   Liu.  4,  Pra.  5. 

1545.  C.  viduatus.  He.  5,  Ni.  4.   „Deutsche  Art." 

921.  Gatt.  Rhinoncus. 

1546.  R.  castor.   Pra.  6. 

1547.  R.  pericarpü.   Wie.  25  —  3.  An  Häusern.  —  Bo.  4,  Lin.  5,  Ob.  4. 

922.  Gatt.  Poophaf/Hs. 

1548.  P.  castor.   Pra.  7.   „Selten,  auf  Wasserpflanzen." 

923.  Gatt.   Tapinotus. 

1549.  T.  sellatus.   Ag.  9—5.   „Um  Wien  an  Wassergräben  auf  LysimacMä  vulgaris,  selten." 

926.  Gatt.  Oionus. 

1550.  C.  olens.   Pra.  7. 

1551.  C.  Blattariae.   Lin.  6,  Pra.  7,  Rot.  6. 

1552.  C.  Scrofulariae.   Ag.  25—5,  Wie.  13—6,  Lin.  4  — G.  —  Sa.  Ü. 

1553.  C.  Verbasci.   Ag.  21-5,  Pra,  8-6,  Rot.  14-6.  —  Wie.  6. 

1554.  C.  Olivieri.  Wie.  13-6.  —  Mel.  3!,  Rot.  6. 

1555.  C.  Thapsus.   Wie.  29—6?.  —  Bo.  5,  In.  6,  Pra.  6,  Sa.  7. 

1556.  C.  hortulanus.   Lin.  9—6.  —  In.  6,   Pra.  5,  Rot.  6,  Wie.  6. 

1557.  C.  pulchellus.   Pra.  18—3.  —  Lin.  4,  Wie.  5.  „Selten." 

927.  Gatt.   Cleopus. 

1558.  C.  graminis.   Lin.  5,  Pra.  5,  Ha.  b,  Wie.  6. 

1559.  C.  eampanulae.   Wie.  11—6,  Pra.  16—6,  Sa.  14—6,  Rot.  15  —  6. 

928.  Gatt.  Gymneti-on. 

1560.  G.  cylindrirostris.   Neus.  27 — 5.  —  Bo.  6,  Wie.  6. 

1561.  G.  Linariae.   Pra.  16  —  7.  -  Wie.  6.    „Selten." 

1562.  G.  teter.  Wie.  6.  „Auf  verschiedenen  Arten  von  Antirrhinum,  selten." 

1563.  G.  Antirrluni.   Pra.  6.  „Lebt  wie  der  vorige,  selten." 

1564.  G.  spilotus.   Wie.  12  —  6.  —  Rot.  6. 

1565.  G.  Beccabungae.   Bo.  5. 

1566.  G.  Yeronicae.    Bo.  5,  Bud.  4.  Pra.  5. 

929.  Gatt.  Mecimts. 

1567.  M.  collaris.  In.  6.   „In  den  Donau-Auen,  selten  •• 

931.  Gatt.  Sphenophorus. 

1568.  8.  abbreviatus.   Ag.  5  —  5,    Neus.  21  —  4.  —  Ob.  4,    Pre.  4,  Rot.  5,  Wie.  5.    „Au  Mauern  und 
unter  Steinen,  um  Wien." 


Jährliche  Periode  der  Insecienfauna  von  Österreich-Ungarn.  67 

932.  Gatt.   SitopMlus. 

1569.  S.  granarius.  Ag.  26—3?,  Wie.  10—4"?,  Pra.  11  —  5.  „Im  Frühjahre,  an  Mauern  von 
Getreidemagazinen. 

1570.  8.  Oryzae.  Ag.  25 — 3'?.  „Diese  Art  lebt  in  Reiskörnern,  und  man  findet  sie  nicht  selten  in  Spe- 
zereigewölben."  Die  vom  Beobachter  eingesendeten  Exemplare  halte  ich  ihr  6'.  granarius. 

933.  Gatt.  Cossonus. 

1571.  C.  linearis.   Mel.  5,  Rot.  5. 

936.  Gatt.  Bhyncolus. 

1572.  R.  elongatus.   Bre.  4,  8a.  6. 

1573.  Fi.  truncorum.   Ob.  5. 

Die  zahlreichen  Gattungen  dieser  grossen  Familie  leben  in  der  Regel  aut  Bäumen,  Gesträuchen  und 
anderen  Pflanzen,  zur  ßlüthezeit  und  ausserhalb  derselben;  lassen  sich  daher  gut  beobachten. 

Einige  Gattungen  ,  welche  im  Grase  oder  auf  Wiesen  vorkommen,  wie  Sciaphilus,  Eusomus,  Omias  und 
Amalus  wird  man  am  Besten  mittelst  des  Streifsackes  finden.  Ich  bediente  mich  desselben  bei  meinen  Beob- 
achtungen nur  in  Prag,  nicht  mehr  in  Wien  und  Salzburg,  daher  fehlen  hier  Beobachtungen  über  viele  kleine 
Arten,  z.  B.  der  Gattung  Apion. 

Schwieriger  zu  beobachten  sind  die  unter  Moos  oder  Baumrinde  vorkommenden  Gattungen,  wie  Sclerop- 
terus,  Cossonus,  Rhyncolus,  ebenso  die  unter  Steinen  lebenden:  Strophosomus,  Gleonus,  Alopkus,  Barynotus, 
Tropiphorus,  Trachyphloeus.  Eiuige  Arten  dieser  Gattungen,  besonders  von  Cleonus  trifft  man  im  Frühjahre 
nicht  selten  auf  Wegen,  wo  man  sie  gut  beobachten  kann. 

LXII.  Farn.   BOSTRYCHIDES. 

938.  Gatt.  Hylastes. 

1574.  IL  pallia.tus.   Bl.  5,  Pra.  4. 

1575.  H.  attenuatus.   Lin.  4.  „Selten." 

1576.  II.  angustatus.   Pra.  4,  Wie.  4. 

1577 .  H.  cunicularius.   Ho.  4. 

940.  Gatt.  Hylurgus. 

1578.  H.  ligniperda.  Wie.  5,  Mel.  3.  „Selten,  unter  der  Rinde  von  Föhren." 

1579.  II.  puüperda.   Mel.  3.   „Unter  der  Rinde  von  Föhren.-' 

941.  Gatt.  Mylesinus. 

1580.  II.  Fraxini.   Lin.  17-4?,  Sa.  4-4.  —  Wie.  3. 

1581.  II.  rittatus.   Wie.  3.   „In  der  Nähe  von  Holzlagern." 

943.  Gatt.  Poh/graphus. 

1582.  F.  pubescens.   Wie.  19-4.  —  Ob.  5,  Pra,  4.   „Selten." 

944.  Gatt.  Xijloteres. 

1583.  X.  liveatus.  Ho.  3,  Sa.  3.  „Im  Holze  von  Nadelhölzern." 
15S4.  X.  domesticus.   In.  6!,  Neus.  4,  Rot.  3.   „In  Buchen." 

947.  Gatt.  Cryplialus. 

1585.  G.  Tiliae.   He.  4.   „Unter  der  Rinde  von  Buchen  und  Linden." 

949.  Gatt.  Bostrychus. 

1586.  B.  typographus.   Bre.  4,  Brii.  3,  In.  3,  Ros.  4. 

1587.  B.  stenographus.    Ob.  5. 


68  Karl  Fritscii. 

1588.  B.  curvidens.   Ho.  4,  Pra.  6?. 

1589.  B.  bispinus.   Mel.  4. 

1590.  B.  autographus.   Lin.  6?,   8a.  4.   „Auf  Alpen  selten." 

1591.  B.  bicolor.  Pre.  6 !. 

1592.  B.  cLispar.   In.  6!,  Mel.  4 

950.  Gatt.  Scolytus. 

1593.  S.  multistriatus.    Bre.  6. 

1594.  S.  Prüm.   Brii.  6,  Pra.  6,  Sa.  6. 

1595.  S.  rugulosus.   Pra.  G.   „Unter  der  Rinde  von  Pflaumenbäumen,  selten." 

Alle  Gattungen  dieser  Familie  leben  unter  oder  in  der  Rinde  von  Nadeln  und  Laubholz,  theils  auch  in 
diesen  selbst,  entziehen  sich  daher  der  Beobachtung.  Es  gibt  aber  eine  Zeit,  wo  sie  schwärmen  und  recht 
gut  beobachtet  werden  können  und  auch  von  mir  fast  ausschliessend  in  Prag,  Wien  und  .Salzburg  beobachtet 
worden  sind. 

LXIII.  Farn.   GE  RAMBICIDES. 
952.  Gatt.  SjfJiontJt/Us. 

1596.  8.  bupristoides.   C.  1  —  7,   Brii.  11-7.  Lin.  2-7,  St.  Jak.  8-7,  Rot.  13  —  7. 

953.  Gatt.  Ergates. 

1597.  E.  faber.   Bo.  8,  Lud.  0,  Rot.  8. 

950.  Gatt.  Aegosorna. 

1598.  A.  scabricome.   Ag.  5—0?.  —  Ra.  7,  Ros.  7.   ..In  den  Donau-Auen." 

957.  Gatt.   Tragosoma. 

1599.  T.  depsanum.   In.  6.  „In  alten,  morschen  Bäumen  auf  Alpen,  sehr  selten.-' 

958.  Gatt.  Prionus. 

1600.  P.  eoriarms.   C.  17  —  7,  Brii.  22—7,  Pra.  14-8,  Sa.  15---8,  St.Jak.  9  —  8,  Neut.  15  —  8,  Rot.  1  —  8. 

959.  Gatt.  Hain niaticliet'os. 

1601.  H.  heros.  C.  7—6,  Wie.  3—6,  Ros.  15—5,  Bug.  26—6.  --  E.  4!,  Ka.  0,  Kremsi.  5.  Med.  4!. 
„Auf  frisch  gefällten  Eichen,  selten. "• 

1602.  H.  cerdo.  Ag.  7—5,  C.  19—5,  Wie.  27  —  5,  Brii.  10-5,  Sa.  17—5,  St.  Jak. 20— 6!,  Kens. 23-4!, 
Bug.  4— 5.   „Auf  blühenden  Gesträuchen."   In  Sa.  auf  Sambucus.  nigra ,  nicht  selten. 

960.  Gatt.   Piii'purt'ceutt.s. 

1603.  1.  Koelileri.  Ag.  5—0  (sehr  häutig),  C.  23—0.   „Am  Fusse  des  Schneeberges,  sehr  selten. 

962.  Gatt.  Rosalia. 

1604.  B.  alpina.   Ag.  30—5.  —  Kess.  7,  Z.  0.  „In  Alpengegenden." 

903.  Gatt.   Ai-oini«. 

1605.  A.  moschata.  Ag.  17  —  5.  C  f.  — 0,  Wie.  22  —  0,  Mel.  23-0.  Brii.  12  —  0,  Ka.  12—0,  Kremsi. 
16  —  6,  Pra.  17-7!,  Lin.  28-0,,  Sa.  24-7!.  Neu.«.  4—0,  Ki.  22—0,  Neut.  3-7,  Bud.  19— li?.  Ad.  24-6?, 
Rot.  13—7,  Se.  21-7. 

967.  Gatt.  CrioccphaUis. 
16m;.   C   rusticus.    Brc  0,  (_'.  6,  Rot.  0.   „An  ausgerodeten  Wurzelstöcken  von  Kiefern. ■• 

968;  Gatt.  Criontorpliiis. 
1607.   C.  luridus.   ('.  21—  5,  Lin.  9— 5,  Bud.  8— 5.  —  Bo.  5.   Krcmsni.  0,   Mel.  f..  Pia  0,  Wie.  0.   ..Bei 
frisch  gefällten  Nadelhölzern,  an  deren  Wurzelstöcken,   und  in  der  Nähe  von  Holzlagern.* 


Jährlichi  Periode  de?'  Tnsect&nfauna  von  Österreich-Ungarn.  69 

'.ni'.i.  Gatt.  Asemum. 

1608.  A.  striatuvt.   Br-tt.  28—5,  Kot.  5— 5.  —  Bre.  5,  Neut.  5.  Lebensweise  wie  968. 

97Q.  Gatt.  Sapharms. 

1609.  S.  piceus.    C.  6,  St.  Jak.  7,  Lin.  6,  Sa.  6.    ..In  Gebirgsgegenden,  an  den  Wurzeln  ausgerodeter 
Föhrenstöcke." 

972.  Gatt.  Hylotrupes. 

1610.  IL  bajulus.   Ag.  12-4!,  Wie.  3— 7,  Brü.  14-6,  Pra.  12—7,  Lin.  10—7?,   Neut.  4-7.    „Inder 
Nähe  von  Holzlagern.-' 

973.  Gatt.   tJetoderes. 

1611.  L.  Kollari.   Wie.  2—6,  Brü.  18—5. 

H74.  Gatt.   Rhopalopus. 

1612.  11.  clavipes.  Ag.  9—5,   Kremsi.  19—5.  —  He.  5,  Kos.  5.  „Bei  Holzlagern,  ziemlich  selten." 

975.  Gatt.   CalUdium. 

1613.  0.  sanguineum.   Wie.  S  — 4,  He.  28—4?,  Kremsi.  9—4,   Rot.  6—5,  Bug.  12—4.  —  Ob.  4.  Pra.  4, 

1614.  C.  violaceum.   Ag.  24  — 4,  Bo.  25— 4?,   He.  29-5,   Brü.  27— 5,  Kremsi.  19  — 5,  Lin.  18— 5,  Bud. 
17  —  4'?,  Leu.  17—5. 

1615.  C.  rufipes.  He.  24— 5.  „AufBlüthen,  selten.« 

1616.  C.  coriaceum.  Rot.  6.   „Auf  dem  Schneeberge  und  bei  Weitra." 

1617.  C.  dilatatum.   Neut.  24  —  5.  —  Brü.  5,  C.  6,   Lin.  5,  Ob.  5,   Sa.  6. 

1618.  C.  castanewk.    Ob.  5,  Sa.  4.   „Auf  Wachholder. << 

1619.  C.  Alm.   He.  hin— 4.  —  Bo.  5.  Ni.  6,  Kos.  5,  Rot.  6.   „Selten." 

1620.  C.   variabile.    Sa.  10—6,   Rot.  4  —  6.  —  Bug.  6,    He.  5,    Ka.  6,   Kremsi.  6,    Pra.  6.   Ra.  6. 

976.  Gatt.  Semanotus. 

1621.  S.  undatus.    Bo   6,   Lin.  4,  Ob  4.   „Bei  Holzlagern." 

978.  Gatt.   Wothorhina. 

1622.  N.  muricata.  Wie. 22  — 5.  „In  dem  gebirgigen  Theile  von  Österreich  o.  und  u.  d.E.,  aber  sehr  selten." 

979.  Gatt.   Clytus. 

1623.  C.  detritus.   Ag.  25—5,  Brü.  14-5.  -  Neus.  6,    Ra.  6,  Rot.  6,  Wie.  5.    „Auf  frisch  gelallten 
Eichenbäumen." 

1624.  C.  arcuatus.    Ag.  L0-5,  C.  29— 5,  Brü.  12—5,  Ka.  17—5,    Kremsi.  2  — <i,  Neus.  28—5?.    ..Auf 
gefällten  Eichenstämmen. " 

1625    C.  mysttous    Wie.  24-5,  Brü.  11—5,  Ka.  1'.)  — 5,   Kremsi.  16—5,   Lin.  21—  5,   Rot.  3^6.   ..An- 
fangs Sommer  aufblühenden  Gesträuchen." 

1626.  C.  artet;».    Ag.   12—5,    C.  22  —  5,    Bre.   15  —  6,    Kremsi.   15  —  5,    Lin.   16—5.     ..Auf  gefälltem 
Eichenholze." 

1627.  ('.  lihamiu.    Bot.  10—6.  —  Bug.  5. 

1628.  C.  floralis.    Wie.  14  —  ('.?,   Bi.  13—5.  —  Ha.  (I.   „Im  Sommer  auf  Blumen. i 

1629.  C  omatus.    Brü.  20  —  5.  —  Bo.  6,  He.  7,   In.  7,  Neus.  5.   Kot.  6,  Wir.  6. 

1630.  C.   Verbasci.   Ag.  23-5,  Brü.  21-6.  —  Lin.  6.   Ros.  5.   „Selten." 

1631.  C  rusticus.    Ag.  1  —  6.  —  Bo.  5,  Neus.  6,  Ra.  6,   Ros.  6,  Rot.  6.  „Auf  gefällten  Pappeln." 

1632.  ( '.  semipunölatus.   Ag.  ;!1 — 5,   Bo.  lii—  5?,  Brü.  11—  li.  —  Brü.  6,    Ka.  (i. 

1633.  C.  plebeßis.    Wie.  5 i—  6,  Brü.  i>  —  6,  Lin.  19— 6.   „Auf  Blumen  und  blühenden  Gesträ uucb.cn." 

1634.  G.  wnssiliehsis.   Ag.  21 — 5.  „Sehr  selten." 


70  Karl  Fritsch. 

980.  Gatt.  Anisairthron. 

1635.  A.  barbipes.  Lin.  6,  Pra.  7.  „Auf  blühenden  Gesträuchen,  sehr  selten." 

981.  Gatt.   Gracilia. 

1636.  G.  pygvnaea.   Sa.  27  —  5.  „Wahrscheinlich  im  Holze  lebend,  selten.- 

984.  Gatt.   Obrium. 

1637.  0.  brunneum.   Lin.  5.   ..In  Gebirgsgegenden  auf  Bliitlien.  vorzüglich  der  Spiraea  Ulmaria." 

987.  Gatt.  Stenopterus. 

1638.  S.  rufus.  Ag.  1—6,  Wie.  19— (3,  He.  8-7,  Brü.  17—6,  Ka.  13—6,  Lin.  15  —  6. 

1639.  S.  flavicomia.   Ag.  1—6.   „Selten." 

988.  Gatt.  Molorchus. 

1640.  31.  major.  Neut.  7.  „Auf  Weidenbäumen  am  Ufer  der  Wien,  sein-  selten. u 

1641.  M.  minor.  C.  10—5,  Lin.  15—5,  Rot.  19  —  5.  —  Bre.  6,  St.  F.  5.  Ob.  5,  Pra.  4,  Ra.  5,  Wie.  5. 
„Auf  Doldenblüthen,  selten." 

1642.  M.  umbellatarum.  Mel.  6—5,  Lin.  31  —  5.  —  Bo.  5,  In.  6,  Kot.  6,  Sa.  7!.  „Auf  den  Blüthen  der 
Spiraea  Ulmaria.  " 

989.  Gatt.   Acanthoderes. 

1643.  A.  varius.   Ro  s.  14—5.  —  Bo.  6.  „In  Gebirgsgegenden,   in  der  Nähe  von  Holzlagern,   selten." 

990.  Gatt.  A-sttjnoiniis. 

1644.  A.  aedilis.  C.  22-4,  Bre.  28-4,  Mel.  29-3,  Ob.  7-4,  Brü.  20-3,  Neus.  26-4,  Ad.  17-5, 
Leu.  18-5,  Kesm.  19—4?. 

1645.  A.  griseus.   Leu.  5,  Lin.  5.   „Sehr  selten." 

991.  Gatt.  Leiopus. 

1646.  L.   iiebulosus.   Sa.  7  —  6.  —  Bo.  5,  Lin.  6,  Neus.  5,  Pra.  6,  Pre.  5,  Rot.  7!.  „Bei  Holzlagern." 

992.  Gatt.  Uxocenti'its. 

1647.  E.   balteatus.   Ag.  12  —  5. 

993.  Gatt.  PogoiioeJiei'us. 

164S.  V.  hispidus.   Bo.  5,   Ob.  4,  Ros.  5.   „Sehr  selten." 

1649.  J'.  pilostts.   Bug.  4,  Mel.  4,  Rot.  4,   Sa.  5,  Wie.  4. 

1650.  ]'.  fasczcularis.   Bo.  5. 

995.  Gatt.  Monochamus. 

1651.  31.  sutor.   Ag.  23—5,  Brü.  29-5,  Sa.  24—7!.  —  Bre.  7,  In.  7,  Lin.  6,  Neus.  6. 
1052.  31.  sartor.  Brü.  18—5,  Sa.  17  —  7!.  —  Bre.  5,  Bnd.  6,   In.  6,  Pra.  5,  Ros.  5. 

996.  Gatt.  Lamia. 

1653.  L.  textor.  Ag.  28-5,  Bo.  22-4,  C.  19—4,  Mel.  27-4,  Brü.  4-5,  Ka.  8-5,  Kremsi.  19-4, 
Pra.  29—5,  Lin.  1  —  5,  Sa.  7  —  6!  (sehr  selten),  Nens.  13—5,  Bnd.  12—5'?,  Rot.  19  —  5.  Leu.  14—5.  „Lebt 
im  Weidenm  oder."   Ich  fand  sie  auf  Weidenbiiscben. 

997.  Gatt.  Morimus. 

1654.  31.  tristts.   Ag.  9  —  4,  C,  16  —  4.  —  Ra.  6!.  „Bei  Wien,  häutiger  im  Kreise  u.  d   Manhartsberge." 

1000.  Gatt.  Jlesosa. 

1655.  31.  curculionoides.  Ag.  17—4'?,  Ho.  24—4,  C.  12—5,  Mel.  16— 4,  Brü.  5  —  6,  Sa.  24-  5.   „Selten." 

1656.  31.  nebulosa.   Mel.  7  —  5,  Ros.  2  —  5.  —  Bo.  5,  Bug.  5,  He.  6,  Kess.  6,  Ob.  5.  „Sehr  selten." 


Jährliche  Periode  der  Tnsectenfauna  von  Qsterreich-Ungarn.  71 

1001.  Gatt.  Doreaäion. 
Die  meisten  Arten  findet  man  im  Frühjahre  auf  Wegen  und  an  Mauern. 

1657.  D.  mono.   Wie.  19-4,  He.  15  —  5,  Ka.  IG  — 4?,  Bug.  20—5. 

1658.  D.ßdvum.   Wie.  2G— 4,   Mel.  18—4,  ßrü.  13-4,  Rot.  7—5,  Bug.  15-5. 

1659.  D.  molitor.   Ka.  23  —  4,  Ros.  20—4.   „Um  Wien,  selten." 

1660.  D.  rufipes.  Ag.  4— 5.  Wie.  16—4,  He.  25— 4.  Mel.  13— 4,  Ka.  4— 5.  Brü.  6—4,  Kremsi. 26—4, 
Neus.  16—4. 

1661.  D.  lineatum.   He.  5  —  5.  Ni.  25-  4.   ..Deutsche  Art." 

1003.  Gatt.  AnaestheUs. 

1662.  A.  testacea.   Bo.  5.   „Selten." 

1004.  Gatt.  Saperda. 

1663.  S.  bipunctata.  Ros.  6.   ..In  der  Umgebung  von  Linz." 

166-1.  S.  populnea.   C.  16  —  5,  Biü.  14-5,  Lin.  18  —  5,  Sa.  29—5?,  In.  9-6?. 

1665.  S.  eareharias.   Brü.  24  —  7.    Ka.  4  —  7,   In.  20  —  6,  Ig.  6  —  7,  St.  Jak.  4  —  s. 

1666.  S.  P/ioca.   Lin.  6.   „In  Aigen  bei  Salzburg." 

1667.  S.  Scolaris.   Brü.  18 — 5.  —  Bo.  5,   C.  5,  Kremsi.  5,  Kos.  5,  Sa.  5.   „Auf  Birken,  selten." 
166S.  S.  tremulae.    Bo.  3  —  6,  Kreinsin.  22  —  6.  —  Kot.  6. 

1005.  Gatt.  Stenostola. 

1669.  S.  nigripes.   Lin.  20-5,  Rot.  26—5.  —  Bud.  5,  He.  6,  Kess.  6,  Ni.  5,  Pra.  5. 

1006.  Gatt.   Tetrops. 

1670.  T.  praeusta.   Wie.  27—5?,  Lin.  26  —  5,  Pra.  19—5,  Sa.  7—5,  Rot.  17—5. 

1007.  Gatt.  Oberea. 

1671.  0.  linearis.   He.  10  —  6,   Lin.  4  —  6.  —  In.  6,  Ka.  6. 

1672.  ().  pupillata.  Lin.  8 — 6.  —  Bre.  6,  Sa.  6.  „In  Osterreich  o.  d.  E  um  Kremsmünster,  sehr  selten. -• 

1673.  0.  oculata.   C.  1—6,   Wie.  11—7?.   Brü.  3  —  6,  Lin.  13  —  6,  Sa.  24—6. 

1674.  O.  erythrocephala.   Ra.  4,  Mel.  5,  Lin.  6,  Rot,  6. 

1008.  Gatt.  Phytoeoia. 

1675.  I'.  ephippium.   Wie.  29  —  5?.  —  He.  6. 

1676.  ]'.  affinis.  He.  26 — 5.  —  Ka.  5.    „Um  Wien  in  schattigen  Buchenwaldungen  auf  Grasplätzen, 
sehr  selten." 

1677.  P.  punctum.   Wie.  5.    „Auf  Grasplätzen,  selten." 

1678.  P.  lineola.   Ag.  14—5,  He.  18  —  5.  —  Ka.  5,  Ob.  5,  Pre.  4. 

1679.  P.  rufimana.   Wie.  7—5.    „Anfangs  Sommer   um  Wien   auf  Sisymbrium  Sophia  nächst  dem 
botanischen  Garten." 

1680.  P.  cylindrica.    He.  5. 

1681.  P.  virescens.   0.  31— 5,  Wie.  5-6,  Pra.  19-6,  Lin.  3-6,  Bud.  12-6.   „Um  Wien." 

1682.  P.  Solidaginis.   Ros.  6,  Sa.  7. 

1683.  P.  uncinata.   Wie.  5.   „Um  Wien  in  der  Brigittenau  auf  Disteln,  selten." 

1684.  P.  molybdaena.   Ros.  5,  Sa.  5,  Wie.  5. 

1010.  Gatt.   AgapcmtMa. 

1685.  A.  riolacea.  Ros.  5,  Wie.  5.  „Sehr  selten." 

1686.  A.  Cardui.   He.  5,  Ka.  5,  Rot.  5.  „Auf  Disteln,  selten." 

1687.  A.  angusticolli«.   Wie.  31 — ;V?.  —  Leu.  5,  Ros.  5. 


72  Karl   Fr  lisch. 

1012.  Gatt.  Rhcvmnusium. 

1688.  R.  Salicis.    Pra.  15—6.  —  Bo.  5,  C.  5.   „Auf  Weiden  und  Pappeln,  selten.  •• 

1013.  Gatt.  Rhagium. 

1689.  E.  bifasciatum.   Bre.  9—5,  Brti.  10  —  5,  Bi.  9—0,  Rot.  28—5.  —  Bug.  6,  G.  6,  In.  6,  Mel.  4, 
Ob.  4,  Sa.  5,  Wie.  6. 

1690.  li.  indagator.   Mel.  24—4,  Brti.  0—5,  Lin.  25  —  4. 

1691.  iL  mordax.   Ag.  27— 4,  0.23  —  5.  He.  21  — 5,  Brü.  8  —  5.  Krenisi.  10— 5,  St.  Jak.  12— 7!,  Neus. 
23—5,   Leu.  18  —  5. 

1692.  li.  inquisitor.   C.  12— 5,   Brü.  30— 4,   Kremsi.  4— 5,    Lin.  4— 5,    Sa.  28— 4,   St.  Jak.  22—5?, 
Neut.  19-5,  Rot.  26—5. 

1014.  Gatt.  Toxotus. 

1693.  T.  cursor.   Kot.  22—5.  —  Brü.  5,  G.  7,  Ki.  7,  Ros.  6,  Sa.  7,  TV.  5.   „In  Alpengegenden. " 

1694.  T.  meridianus.  Wie.  19-6?,  He.  26—5,   Brü.  23-5,  Ka,  21-5,  Krcmsi.  19—5,  Sa.  31-5, 
G.  4-6,  Neus.  4-6?. 

1695.  T.  Querem.   He.  24— 5,  Brü.  31— 5.   „Auf  Eichen,  selten." 

1696.  T.  quadrimaculatus.   Sa.  25  —  6,    St.  Jak.  14  —  7,   Leu.  20—6,  Ha.  14  —  7.    „In  Alpengegenden 
auf  Dolden blüthen." 

1015.  Gatt.   Pachyta. 

1697.  F.  octomaculata.   C.  16  —  5,  Wie.  16  —  5,  Brü.  6—5,  Lin.  15  —  6?,   Rot.  9  —  6. 

1698.  T.  sexmaculata.   Wie.  5  —  0,  Brü.  19  —  6,  Pra.  8—6,   G.  29-6. 

1699.  F.  clathrata.   Ros.  5,  Rot.  5.   „Auf  Alpen,  anfangs  Sommer." 

1700.  ]'.  strigilata.   G.  5,   „Auf  Alpen,  sehr  selten." 

1701.  P.  virginea.   He.  15  —  5,  Lin.  5  —  6,   Sa.  30 — 5,  G.  23—5. 

1702.  F.  collaris.   Ag.  7—5,  Wie.  6—6,  Mel.  12—0,  Ka.  30—5,  Pra.  20-5,  Lin.  22-5,  Sa.  8-5, 
Bud.  1—6,  Rot.  25—5. 

1016.  Gatt.  Strangalia. 

1703.  S.  sej>terrvpunctata.   Wie.  14  —  0?,  Lin.  0. 

1704.  S.  nigra.   Ag.  12  —  5,  C.  21— 5?,  Ka.  2  —  ^?,  Pra.  23-0!,  Lin.  25-5,  Sa.  23-5,   Rot.  29-5. 

1705.  S.  revestita.   Bo.  5,  Ros.  5.   „Sehr  selten." 

1706.  S.  atra.    Ka.  2  —  0?,  Brü.  16—5,  Pra.  8—6,  Lin.  2*  — 5,  Neut.  3  —  6,  Rot.  9  —  6. 

1707.  8.  pubescens.   Rot.  9—0  (auch  schon  5). 

1708.  S.  aurulenta.   Rot.  9—0.  —  C.  6.   „Sehr  selten." 

1709.  S.  m, hiiI, ins.    Ka.  6,  Rot.  6.   „Selten." 

1710.  S.  quadrifasciata.   Bi.  16  —  0,  Rot.  30—0.  —  Bug.  0,  Ka.  6,   Lin.  0.  Ra.  6,  Se.  6. 

1711.  S.  iirwii/,,.    C.  30-5,  Brü.  2-0,   Lin.  18-0,  Sa.  21-0,  Neut,  28—6,  Rot.  22-6. 

1712.  8.   attenuata.    Ag.  12—5!,   C.  27  —  0,   Wie.  10-0?,   Brü.  7  —  0,   Lin.  24  —  0,  Sa.  3  — 7,  Rot.5— 8!. 

1713.  S.  melanura.   Wie.  12—0,  Ka.  22— 6,  Pra.  S— 6,  Lin.  22  —  0,  Sa.  10  —  0,  St.  Jak.  2—7,  Rot.  13  — 0. 

1714.  S.  bifasbiata.    Wie.  15-0,   Ka.  19  —  6?,   Brü.  IS— 6,   Pra.  22-0.   Lin.  0-  7!,  Rot.  23  —  (i. 

1017.  Gatt.  Leptura. 

171b.  L.   rubro-testacea.    Ag.  12  — 5!,  Wie.  10  —  7,  Mel.  7— %  Brü.  18  — 0,  Lin.  9  — 7,  Sa.  8  — 7,  (i.  21— 7. 

Ki.  23  —  7.  Neut.  17-7,  Bi.  15  —  7,   Bud.  30-  6?,   Rot.  18-7,  Leu.  12—5!,  Ha.  22—6. 

1716.  /••  scutellata.    Ra.  0,   Ros.  6.   „Selten.'" 

1717.  L.  tomentosa.    Ag.  9 — 5.  —  Bo.  0,   Bud.  0,    In.  0. 

1718.  I. .  cincta.    Brü.  12  —  0,   Rot.  20—6.  —  Kesm.  0,  Neut.  7.  Wie.  0. 

1719.  /..   sanguinolenta.    Rot.  21 — 0.  Sa.  1 — 7.  —  Bo.  5.  St.  Jak.  7,  Lin.  6,    Wie.  6 


(• 


Jährliche  Periode  der  Insectenfaitna  von  Österreich-Ungarn.  73 

1018.  Gatt.  Grammoptera. 

1720.  G.  sexguttata.   Ros.  5.    gelten.-' 

1721.  G.  maculicornis.   Brü.  11  —  6,  Kremsi.  26 —  5?,  Lin.  17  —  6,  8a.  9  —  6,  Rot.  19  —  6. 

1722.  G.  livida.   Wie.  17-6,  Pra.  15—6,  Liu.  2—6,  Sa.  17-7!,  Rot.  8—6. 

1723.  G.  lurida.   Sa.  9—6,  Rot.  14-6.  —  Bre.  7. 

1724.  G.  laei-is.   Rot.  8—6.  —  Bre.  6,  Ei.  6. 

1725.  G.  mfipes.  Wie.  3-6,  Eos.  1—6.  „Selten." 

1726.  G.  ruficornis.    Ag.  6  —  5,   Wie.  21  —  5,   Lin.  1  —  6. 

1727.  G..  praeusta.   Rot.  19—6.  —  Lin.  5.  „Selten." 
172S.  G.  quadriguttata.   Ros.  5.   „Sehr  selten.-' 

Die  zahlreichen  Gattungen  und  Arten  dieser  Familie  sind  grösstenteils  durch  ihre  Grösse,  Färbung  und 
Gestalt  so  ausgezeichnet,  dass  sie  zu  den  Beobachtungen  vorzugsweise  geeignet  sind,  besonders  die  vielen 
auf  Pflanzen  vorkommenden  Arten. 

Bei  mehreren  Arten  sind  die  Verhältnisse  des  Vorkommens  oben  besonders  angegeben.  Vor  allen  eignen 
sich  die  auf  Blumen  und  blühenden  Gesträuchen  vorkommenden  Gattungen.  Hammaticheros  (cerdo),  Calli- 
dium  (zum  geringen  Theile),  Stenopterus,  Molorchus,  Tetrops,  Toxotus,  l'achyta,  Strangalia,  Leptura,  Gram- 
moptera;  dann  die  auf  Bäumen  und  Gesträuchen  lebenden:  Aromia,  l'ogonocheru*  (auf  jungem  Nadelholz) 
Anaestethis,  Sa/perda,  Stenostola,  likamnusium.  Auch  Oberea,  Pkytoecia  und  Agapanthia  leben  auf  Gesträu- 
hen  und  Pflanzen;  Monochamus  und  Mesosa  auf  Nadelholz. 

Hieran  reihen  sich  die  auf  dürrem  Reisig  vorkommenden  Gattungen:  Exocentrus  und  Vogonocherus. 

Die  aui  Wegen  und  Mauern  vorkommenden  Arten  von  Borcadion  sind  ebenfalls  vorzugsweise  geeignet, 
fast  nicht  minder  die  auf  frisch  gefälltem  Holze  und  ausgerodeten  Baumstämmen  vorkommenden :  Hamma- 
ticheros \heros).  Callidiwm  (grösstentheils),  Ashjnomus,  Rkagtum,  deren  Arten  man  im  Frühjahre  auch  nicht 
selten  fliegend  antrifft. 

Nur  Spkondylis,  Ergates,  Aegosoma,  Tragosoma,  Vrionus,  Lamia  und  Morimus  leben  im  faulen  Holze 
oder  im  Moder  alter  Bäume,  zeichnen  sich  aber  durch  Grösse  aus  und  kommen  ebenfalls  im  Freien  vor. 

LXIV.  Farn.   CHRYSOMELIDES. 

1019.   Gatt.   Donacia. 
1729.  D.  crassipes.   Sa.  7. 

173<>.  I).  o'neta.  Rot.  7.  „Selten." 

1731.  I>.  dendata.   Bi.  12  —  5. 

1732.  D.  dentipes.   Bud.  4!,  In.  6,  Pra.  6,   Kos.  5. 

1733.  D.  brevicornis.    Ros.  5,   Sa.  6. 

1734.  D.  Lemnae.   Ag.  10 — 5.  —  Bo.  6,  Lern.  5,  Pre.  5. 

1735.  D.  Sagittariae.   Brü.  19—5.  —  Pra.  5,  Ros.  5.    „Selten." 

1736.  D.  obscura.   Sa.  9—5. 

1737.  D.  sericea.   Sa.  2 — 5.  —  Bi.  5,  Bo.  5,  Bud.  5,  Kremsi.  5,  Jlel.  4,  Neut.  5. 

1738.  D.  nigra.   Bud.  8  —  6.  —  In.  6. 

1739.  D.  Jiscolor.   C.  4—5,  Wie.  19  —  5,  Pra.  20—5,  8a.  12  —  5.  Kot.  17-5. 

1740.  I).  affinis.    Bo.  5,  Bre.  7!,  Ob.  5,  Sa.  6.   „Selten." 

1741.  T>.  linearis.   Pra.  27  —  5.  —  Bo.  5,  Wie.  5. 

1742.  D.  Menyantktdis.   Sa.  2  —  6.  —  Bud.  6,  Pra.  6. 

1743.  D.  semicuprea.   Bud.  5,   C.  5,  Pra.  5. 

1021.  Gatt.  Orsodacna. 

1744.  0.  Cerasi.    Bre.  18  —  6,  Rot.  15  —  6,  Leu.  12-4!.  —  Bud.  6,   Sa.  6. 

1745.  0.  ntgrioollis.   Rot.  6. 

Denkschriften  der  mathem.-naturw.  Cl.    XXXVII.  Bd.  (0 


74  Karl  Fritsah, 

1023.  Gatt.  Zeitgophora. 

1746.  Z.  flavicollis.   Pra.  6.   „Selten." 

1024.  Gatt.    Lema. 

1747.  L.  puncticollis.   Rot.  5.   „Sehr  gelten. " 

174S.   L.  cyanella.   Ag.  12—5,  Wie.  9—5?,  He.  1—5,   Pra.  29—4?,   Lin.  25  —  3!.  Sa.  24-4. 

1749.  L.  melanopa.  Mel.  15-4,  Lin.  10  —  3.  Pra.  20—4,  Rot.  9—5.  —  Bre   6.!,  Ka.  4,  Sa.  5. 

1750.  L.ßavipes.   Bo.  5.   „Selten." 

1025.  Gatt.   Ci'ioceris. 

1751.  C.  merdigera.   C.  9—4,  Wie.  22-4.  Brü.  28—4.   Pra.  14-4,   Lin.  15-4.  Sa.  3-5,  Ki.  25-5!, 
In.  15-4,  Wil.  3-5,  Leu.  13-5. 

1752.  C.  brunnea.   Wie.  15  —  5,  Ka.  13  —  5,  Sa   20  —  5,  Neu*.  28  —  4.    ..Aul  Gonvällariä  und  Aspara- 
gus.u  Ich  sammelte  sie  hei  Wien  auf  Lilium  Martagon  und  All  tum  ursiwum. 

1753.  C.  alpina.   In.  6.   „Auf  dem  Sehneeberge  auf  Lilium  Mär  tag  on'.u 

1754.  C.  dodecasiigma.  Leu.  5.   „Selten." 

1755.  C.  quinquepunetaia.    He.  5. 

1756.  C.  duodecirn-punetata.   Wie.  20— 5,   Kremsi.  20  —  5.  Pra.  2» '-  —  5,  Lin.  21— 5,   Leu.  21— 5. 

1757.  C.  Asparagi.   G.  1—5,  Wie.  15—5,   Mel.  27—4,    Ka.  3—6,    Kremsi.  14-5.    Kremsm.  18—6, 
Lin.  7—5,  Bi.  10—5,  Leu.  0—5. 

1026.  Gatt.   Labhlostomis. 

1758.  L.  pilicollis.   Wie.  10—6,  Pra.  24— 6.  „Auf  Weiden  am  Ufer  des  Neusiedlersees. " 

1759.  L.  tridendata.   Brü.  6  —  6.  —  He.  tj.   In.  7,  Rot.  7. 

1760.  L.  cyanicornis.   Wie.  22 — G. 

1761.  L.  longimana.   Wie.  7—6,  Bre.  24—5,  Brü.  3  — G. 

1762.  L.  humeraiis.   Ag.  5—6,  Pra.  12  — G.  —  He.  6,  In.  7,   Sa.  5,   Rot.  6.   ..Selten. >• 

1763.  L.  lucida.   Wie.  6. 

1764.  L.  axillar**.   Wie.  18  —  6,  Pra.  30— G.  —  He.  7. 

1028.  Gatt.  Lachnaea. 

1765.  L.  longipes.   Ag.  3  — 6,  0.  23-5,  Wie.  1—  6.  Brü.  5— 6. 

1029.  Gatt    Clythra. 

1766.  C.  laeviuscula.   Wie.  30— 5,  Mel.  18— 5,  Ka.  30— 5,  Kremsi.  2— 6,  Prä.  9— 6,  Ki.  2— 6,  Rot.  4  —  G. 

1767.  C.  quadripunetata.   ('.  22  —  5.  Wie.  1—6,  Mel.  16  —  5,  Brü.  2—6,  Pra.  20—6?,  Sa,  18— G.   Ki. 
6-6,  Neut.  20—6,  Rot.  7—6. 

1030.  Gatt.  Gynand?'opTitalma. 

176S.  G.  concolor.  Wie.  6.   „Selten." 

1769.  G.  cyanea.   C.-2— 5,  Wie.  31— 5V,  He.  20  — 5,   Brü.  10—5,   Kremsi.  16-3!,  Pra.  30— 5,   Lin. 
14_5,  Sa.  8-5,  Leu.  10-5. 

1770.  G.  aurita.    Wie.  31 — 5?,  Bug.  20— 6.  —  Pra.  6.  Rot.  G.    „Auf  Haseloussgesträuchen  in  Öster- 
reich o.  d.  Enns;  selten." 

1771.  G.  affinis.   Wie.  24-5?.  Pra.  27-5,  Sa.  6-5.  -   Mel.  4.  Rot.  5. 

1772.  G.  xanthaspis.    Wie.  ^  —  ^,   Sa.  4  —  6.  —  G.  5. 

1031.  Gatt.  Cheilotoma. 

1773.  C.  hucephala.   Wie.  G.   ..Selten.- 


■Jährlich'  Periode  der  Tnsecterifauna  von  Österreich- Ungarn.  75 

1032.  Gatt.  Coptocephala. 

1774.  C.  quadri-maoulata.   Ag.  7  —  6,   Wie.  12  —  7. 

1775.  C.  scopolina.   Pra,  11— 8,  Sa.  28  —  8,  Neut.  1  —  8.  —  In.  7.  „Selten.-' 

1033.  Gatt.  Lamprosoma. 

1776.  L.  concolor.   Kremsi.  3,  Pra.  5.   „Auf  blühender  Astrantta  major  bei  Steyer." 

1034.  Gatt.   Eumolpus. 

1777.  E.  Vüis.   He.  6,  Rot.  6. 

1035.  Gatt,  Clvrysochus. 

1778.  0.  prettosus.  Ag.  2—6,  He,  8  —  7.  —  St.  F.  6,  In.  4!,  Lin.  7,  Neus.  7,  Wie.  6.  „Sehr  selten  auf 
Vincetoxicum  officinale."  Von  mir  bei  Buden  und  Reichenau  in  Nieder-Österreich  nicht  selten  auf  dieser 
Pflanze  gesammelt. 

1036.  Gatt.  ~Pachnephorus. 

1770.  P.  mllosus.   Wie.  5. 

1038.  Gatt.   Proctophi/sus. 

1780.  P.  lobatus.  Pra.  25  — 5.  —  Neus.  5,  Wie.  6.  „Auf  blühendem  Crataegus  am  Kahlenberg." 

1030.  Gatt.  Cryptocephalus. 

1781.  C.  coloratus.   In.  6,  Wie.  5.   „Auf  sonnigen  Hügeln  um  Wien." 

1782.  Ö.  laeoicollis.   Sa.  5.   „Bei  Wien." 

1783.  0.   Coryli.   Wie.  17—5,  Rot.  10—5.  —  Brti.  5,  In.  6,  Pre.  5,  Sa.  4. 

1784.  C.  cordiger.   Leu.  18  —  5.  — Neus.  5,  Pra,  6,  Rot.  5. 

1785.  C.  interruptus.   C.  20— 5,  Brii.  25-  5,  Pra.  23  —  6 !.  —  Kremsi.5,  Lin.  5,  Rot.  6,  Wie.  6.  „Selten." 
17S6.  C.  variabilis.   Rot.  22  —  5.  —  Ka.  5,   Kremsi.  5,  Lin.  5,  Pre.  5,  Sa.  5. 

1787.  C.  sex-punctatub.   Rot.  12 — 5.  —  Bud.  6,  Pra.  5,   Pre.  5,  Wie.  5. 

1788.  C.  vio/aceus.  Wie.  29— 5,  Sa.  21— 5,  G.  25  —  5. 

1789.  C.  virens.  Lin.  6,  Rot.  6.  „Mitte  Mai  auf  der  Tttrkenschanze  bei  Wien." 

1790.  C.  sericeus.  Wie.  1—6,  St.F.  17  —  5.  He.  2— 6,  Mel.  11—5,  Brii.  17-5,  Ka.  21—5,  Pra.  20— 6!, 
Lin.  16—5,  Sa,  17-5.  G.  24-5,  St.  Jak.  12-0,  Ki.  2-6,  Neus.  19—5,  Neut.  8-0,  Ad.  18—5,  Rot. 
28  —  5,  Se.  31—5,  Ig.  12  —  0,  Leu.  5  —  0,  Ha.  11—0. 

1791.  G.  Hippockoeridt's.   Lin.  3  —  0.  —  Neus.  0. 

1792.  C.  villosulus.   Lin.  23  —  5.   „Um  Wien,   sehr  selten." 

1793.  C.  jiavqie*.   Ag.  14  —  5,  C.  18-5,  Wie.  21—5,  Pra,  5—6,  Sa.  18—5. 

1794.  C.  nüens.    Wie.  18—5,  Pra.  9—6,   Sa.  10—0,  Rot.  20-5.   „Selten." 

1795.  C.  nüidulus.   Rot.  3 — 0.  —  Sa.  6.  „Sehr  selten." 

1796.  0.  paltifrons.   Lin.  5.   „Sehr  selten. - 
17U7.   0.  flavilabris.    Rot.  6. 

1798.  C.  bipustulatüs.    ('.  24—5,  Lin.  2  —  0.  —  Ka.  5,  Neus.  ö,  Pre.  5,  Rot.  5,  Sa.  5. 

1799.  C.  Hübneri.   Wie.  17  —  5.  —  Bud.  5,   G.  5,  Pra.  6,   Pre.  5,  Rot.  6. 

1800.  C.  Moraei.   Wie.  15-0,  Bre.  4— 0,  Pra.  20— 6,  Sa.  20-0. 

1801.  C.  labiatus.   Rot,  9  —  0.  —  Pra.  6. 

1802.  0.  geminus.   Wie.  31—5,  Pra,  30—5,  Rot.  10—6.  —  Bud.  5,  Sa.  6. 

1803.  0.  bipunctatus.   Ag.  19—5,  Wie.  4  —  0,  Brii.  29  —  5,  Pra.  10—6,  G.  5—0,  Neut.  ><  —  6. 

1804.  C.  marginatus.   Rot.  28 — 5.  —  Bo.  5,   Sa.  6, 

1805.  C.  vittatus.   Rot.  12  —  6.  —  Pra.  6. 

1806.  C.  bilineatus.   Lin.  0. 

10  * 


7G  Karl  Fritsc%. 

1807.  C.  flavescens.  Bre.  6,  He.  6,  Rot.  6,  Sa.  6. 

1808.  G.  pygmaeus.    Bo.  0. 

1809.  C.  minutus.  Wie.  30  —  6.  —  Pra.  6. 

1810.  C.  guadri-guttatus.   He.  15 — 6.   ,.Deut.sclie  Art,   und  auf  Blumen  in  Mähren." 

1041.  Gatt.  Pacht/brach is. 

1811.  P.  bisignatus.    Pia.  7,   Wie.  6. 

1812.  P.  Hippophaes.   Sa.  6. 

1813.  P.  fimbriolatus.   Mel.  5,  Pre.  5,  Wie.  5. 

1814.  P.  hwroglypkicus.   Ag.  30  —  5,  Wie.  13  —  6.  Ka.  iL' --6,   Pia.  9—6,  Sa.  27  —  6. 

1815.  P.  Ju'strio.  Wie.  13—6,  Pra.  18  —  6.  —  He.  6,  Ka.  6,  Lin.  6.   ..Selten.- 

1044.  Gatt.   Timarcha, 

1816.  T.  tenehricosa.    C.  25— 4,  Wie.  21-4,  Brü.  5— 5,  Leu.  16—5. 

1817.  T.  coriaria.   Wie.  26—3?,  Neus.  14—4.  -  0.  5,   Ha.  5,   He.  5,  Ka.  6.  Med.  2!.  Med.  .!,  Ros.  4. 

1818.  T.  metallica.   Kens.  5.  Ros.  4.   ..Selten.- 

lu45.  Gatt.  Chrysomela. 

1819.  C.  Umbata.  Ag.  11  —  5,  Wie.  27—4.  Mel.  28—3,  Neus.  6   -4.  —  C.  5,  He.  5   Pre   .">.   „Um  Wim. 
i  m  F  r  ii  h  j  a  h  r  e  unter  Steinen. " 

1820.  C.fimbrialis.   Ros.  4.    „Bei  Pitten.- 

1821.  C.  sanguinolenta.  Wie.  3— 4,  Brü.  8— 5,   Kremsi.  11— 4,  Pra.  9  — 6!.   St.  Jak.  7—5,  Bnd.  12-  6!, 
Rot.  3—5,  Leu.  20—4,  Ha.  1—5. 

1822.  C.  marginalis.   Neus.  17  —  3,   Rot.  8—5.  —  Bud.  4,   Mel.  3. 

1823.  C  fastuosa.  Wie.  25-5,  He.  10  —  5,  Mel.  24—4,  Brü.  7-5,  Ka.  16-5.  Neus.  22-4,  Rot.  6-6!. 
Leu.  25-5,  Ha.  11-5. 

1824.  C.  poltta.   Brü.  15—4,  Ros.  11—4,  Rot.  19-6!.  —  Leu.  5.  Sa.  6. 

1825.  C.  staphylea.   Ag.  25-5!,  C.  12—4,  Brü.  6-5,  Lin.  18—3,   Sa.  27  —  3,  Neus.  23—3.  —  Bo.  2, 
He.  3,  Ob.  4,  Pra.  3. 

1826.  C.  rufa.   Rot.  3—6.  —  C.  3.   ..Auf  Alpen,  sehr  selten.1.' 

1827.  C.  crassimargo.   C.  3,  Neus.  4,  Rot.  5.  Se.  •">. 

1828.  C.  hemisphaerica.   Ros.  4. 

1829.  C.  graminis.    V.  24  —  3,  Wie.  22— 5  (C.  Menthastt ■//>,    Brü.  3-5.  Pra.  4-6.   Leu.  14-:").    ,.In 
Gebirgsgegenden,  selten.  - 

1830.  C.  mentkastri.   Bi.  23— 5,   Rot.  4-6. 

1831.  C.  violacea.   Brü.  21—4,   Pra.  26—4?,    Neus.  15  —  4. 

1832.  0.   varians.    Lin.  28—5,   Sa.  18—6,  Neus.  25—4?,  Bi.  16  —  6,  Rot.  17  —  5. 

1833.  C.  göttingensis.   He.  5—5,   Brü.  18  —  4,   Kremsi.  24—3,   Lin.  15—4,  Sa.  19  —  3.    St.  Jak.  12—5. 
Neus.  2-4,  Neut.  5  —  5,  Rot.  3  —  5,  Leu.  15-4. 

1834.  C.  Iiaemoptern.   Kess.  10—5,   Rot.  17—5.  —  Bo.  2,   Lin.  5,    Pre.  4,   Wie.  6.    „Im  Frü  lija  li  rc. 
unter  Steinen. - 

1835.  C.  globosa.   Sa.  4.   ..Auf  Alpen,   selten. *• 

1836.  C.  Menthae.   St.  Jak.  5,  Neus.  1!.   „Am  Grundlsee.- 

1837.  C.  oereah's.   Ag.  28—5,   Pra.  7  —  6.  —  Lin.  6,  Sa.  6,   Wie.  5. 

1838.  O.  Megerlei.   Brü.  5- 5,  Neus.  25  —  4.  Rot.  30—4.    „Um  Wien,  im  ersten  Frühjahre;   unter 
Steinen.- 

1839.  C.  analis.    Pra.  6,   Rot.  6.    ..Selten. - 

1840.  C.   Schach.    G.  2U-4?,  Neus.  15-4,  Rot.  3—5.  —  Sa.  4. 


Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Öste7'r eich- Ungarn.  11 

1841.  G.  marginata.   Rot.  8-5.  —  C.  4,  Neus.  4,  Pre.  5. 

1842.  G.  Salviae.   Neus.  14-4.  „Selten." 

1843.  C.  lamina.   Ha.  5,  Neus.  5,  Sa.  5. 

1844.  G.  lurida.  He.  5,  Rot.  5.   „Sehr  selten,  bei  Wien." 

1845.  C.fucata.   Ag.  30— 5,  Rot.  4— I».  —  Lin.  li.   ..Selten." 

1846.  G.  geminüta.   Rot.  2  —  4.  —  Lin.  3,  Sa.  3. 

1847.  Q.  luctuosa.   Bre.  23  —  5.  —  Wie.  6,   In.  7.   „Auf  Alpen,  sehr  selten." 

1848.  G.  tristt's.  In.  5,  Neus.  4.  ,.  Auf  Alpen,  sehr  selten." 

1849.  C.  GacaUae.  Bre.  7,  Sa.  6.   „Auf  Alpen." 

1850.  G.  gloriosa.    Bre.  7,  In.  7. 

1046.  Gatt.  Lina. 

1851.  L.  viginti-punetata.  Ag.  30--4,  ('.  27  — 3,  Brü.  22  —  4,  Kremsi.  5  — 4,  Sa.  11—4.  Lern.  25  —  4, 
Rot.  11—5. 

1852.  L.  collaris.   G.  5.  In.  G.   _In  Gebirgsgegenden,  auf  Weiden,   selten. •■ 

1853.  L  Populi.  C.  2-4,  Pre.  30-4,  Wie.  17-4,  Sc.  18-4.  He.  26—5?;  Mel.  17-4,  Brü.  17—4, 
Ka.  10—5,  Pra.  26—4,  Lin.  18—4,  Sa.  10—5,  G.  13—4,  St.  Jak.  31—5,  Neus.  2  —  5,  Ho.  16-5,  Neut. 
12—5,   Bud.  3-5,  Kess.  12-5,  Ad.  23-4,  Rot.  8-5,  Leu.  4-5,  Ha.  12-5. 

1854.  L.  Tremulae.  Kremsi.  18  —  3!,  Lin.  14-5,  Sa.  18-6,  Kesm.  30—4.  —  C.  4,  In.  5,  Ka.  6, 
Mel.  4,  Tr.  6. 

1855.  L.  aenea.   Mel.  14-4,  Brü.  4  —  5,  Lin.  2-5,  G.  9  —  5,  Rot.  13  —  5,   Leu.  15  —  5. 

1856.  L.  cuprea    G.  11-4,  Brii.  10—5.  —  He.  5,  Lin.  6,  Pre.  4,  Rot.  5. 

1857.  L.  lapponica.    Brü.  4  —  5.  „Selten." 

1047.  Gatt.  Entomoscelis. 

1858.  E.  Adonidis.  Ag.  22—5,  Brü.  20  —  5.  —  Ka.  5,  Neus.  4,  Pra,  5,  Wie.  G.  „Lebt  auf  Adonis  ver- 
nalis."  Bei  Prag  in  manchen  Jahren  häutig  auf  Lepidmm  Drulm. 

1048.  Gatt.  Gonioctena. 

1859.  G.  sex-punetatu .   Wie.  12  —  5,  Ka.  15—5,   Leu.  16  —  5.   „Um  Wien  auf  Luzernerklee." 

1860.  G.  titura.  Rot.  13—5.   „Sehr  selten." 

1861.  G.  rufipes.   Brü.  G— 5,  Lin.  3  —  5,  Sa.  16-5,  Rot.  11-5. 

1862.  G.  viminalis.   ('.  26—5,  Brii.  23—5,  Sa.  4—5,   Rot.  25  —  5. 

1863.  G.  palh'da.   Bre.  5,   Sa.  5.   ..Selten.- 

1040.  Gatt.  Gastvophysa. 

1864.  G.Polygoni.  Ag.  17-5,  Bo.  18  -4,  Wie.  28- 4,  Mel.  12-3!,  Pra.  5— 5,  Rot.  26— 4,  Ig.  24— 5. 
„An  Wegen  und  Mauern  auf  Polygonum  aviculare.V 

1865.  G.  Raphani.   Pra.  18  — 5.  —  He.  4.  „Auf  Kreuzblumen,  selten.'' 

1050.  Gatt.  Plagiocterä. 

1866.  1'.  Armoraciae.  Wie.  21  — G,  Ka.  26— 4,  Sa.  3  — G,  Rot.  G  -5,  Se..  10  —  6.  —  Bre.  5,  He.  G, 
Kesm.  5,  Neus.  5.   ..Auf  Weiden  und  Pappeln." 

1051.  Gatt.  PJiaedou. 

1867.  1'.  orbicularis.   Rot.  5,  Sa.  G.   „Um  Wien." 

1868.  J'.  pyritosus.   Rot.  5,  Wie.  5. 

1869.  P.  Cochleariae.   Sa.  4.   ..Auf  Kreuzblumen.- 


78  Karl  F  ritsch. 

1052.  Gatt.  Phratora. 

1870.  P.  Vitellmae.   Ag.  6-5,  C.  8-4,  Wie.  2-5,  Pra.  11-5,  Sa.  16-5,  G.  7-4,  Leu.  8—5. 

1871.  P.  vulgatissima.   Rot.  11—5,  Sa.  25—4.  —  Bre.  4,  Kremsi.  4. 

1U53.  Gatt.  Prasocuris. 

1872.  P.  violacea.   Pra.  2-4.   „Sehr  selten.-' 

1873.  P.  Phellandrii.  Pra.  11  — 5.  —  Pre.  4.  „Auf  Wasserpflanzen,  selten.-' 

1874.  P.  aucta.   Lin.  28—4.  —  Bud.  4,  G.  5,  Rot.  4,  Sc.  5. 

1875.  P.  marginella.   Pra.  31  —  5.   „Selten." 

1054.  Gatt.  Colaphtis. 

1876.  C.  Sopluae.   Wie.  6—5.  —  Bud.  5,  Ka.  5. 

1056.  Gatt.  Adimonia. 

1877.  A.  rustica.   Ag.  19—4,  Wie.  20—6!,  Brü.  12—5,  St.  Jak.  26—5,  Ha.  3—6.  „Auf  Grasplätzen." 

1878.  A.  florentina.  Bo.  6!,  Sa.  7!.   „Auf  sonnigen  Anhöhen  um  Wien,  im  ersten  Frühjahre,  unter 
Steinen." 

1879.  A.  Tanaceti.   Ag.  19  —  4!,  Wie.  9-6,  Brü.  5-6,  Ka.  24-6?,  Lin.  16-6,  Sa,  21-6,  G.  22-6, 
Rot.  8—6,  Ig.  17-6. 

1880.  A.  haematidea.   Wie.  10—4.   „Selten.-' 

1881.  A.  sanguinea.   He.  5,  Mel.  4,  Neus.  4,  Rot.  5. 

1882.  A.  capreae.   Bo.  1S-6!?,  Wie.  25—5!?,    Sa.  7-4,  G.  13-4,  Rot.  17-.").  —  Ba.  4,    Bud.  4, 
Hu.  4,  Neus.  4,  Ob.  5,  Pra.  6!.   „Auf  Weiden." 

1057.  Gatt.  Galeruca. 

1883.  G.  Viburni.   Bi.  5,  He.  5.   „Auf  blühenden  Gesträuchen."   Ich  fand  sie  immer  nur  auf  Vibumum 
Opulus,  aber  nur  in  der  zweiten  Generation. 

1884.  G.  xanthomelaena.   Bo.  30—4,   Wie.  25  —  5.  —  Lin.  4,  Ig.  4. 

1885.  G.  lineola.   Pra.  11—5,  Rot.  29-5?,  Se.  4-5?.  —  Iu.  6,  Mel.  4,  Wie.  4. 

1886.  G.  calmariensis.   Mel.  4.  „Auf  nassen  Wiesen." 

1059.  Gatt.  Malacosoma. 

1887.  M.  lusitanica.   Bo.  5.  „In  Süd-Spanien  und  Portugal." 

1060.  Gatt.  Agelastica. 

1888.  .1.  Alm.   Wie.  13  —  4,  Ka.  19-4,  Pra,  1-5,  Lin.  15—4,  Sa.  24-4,   G.  13—5,  Neus.  11-5, 
Bi.'lO— 5,  Kess.  11—5,  Se.  19-5,  Ig.  17—5. 

1061.  Gatt.  PJtijllobrotica. 

1889.  P.  quadri-maculata.   Wie.  6.   „Am  Ufer  von  Bächen  auf  Krausemünze,  selten." 

1890.  P.  adusta.   He.  5.    „Selten." 

1062.  Gatt.  Calomicrus. 

1891.  G.  circumfusus.   Rot.  7  — 6.   „Auf  nassen  Wiesen." 

1892.  G.  pinicola.   Rot,  31—5.  —  Pra.  6. 

1063.  Gatt.  Luperus. 

1893.  L.  rufipes.   Wie.  11-6,  Pra,  22—5,  Sa.  17-5.  —  Bo.  6,  Se.  5. 

1894.  L.  xanthop>us.   Pra.  21—5,  Sa,  1—6.  —  Bud.  5.   „Sehr  selten." 

ls<)5.   L.  ßavipes.  Wie.  16  —  5,  Pra,  12—5,  Lin.  16—5,  Sa,  8—5.  „Auf  Erlengebüscb. " 
1896.   L.  viridipennis.    Se    14  —  5. 


Jährlich'  Periode  der  Inseetenfauna  von  Österreich-Ungarn.  79 

1066.  Gatt.  Haltica. 

1897.  LI.  Erucae.   Sa.  24  —  3.  —  Bo.  3,  Mel.  5!.   „Auf  dem  geraeinen  Sanddorn. <•' 

1898.  H.  oleracea.  Ag.  20  -  4,  Wie.  10—4,  Sc  4— 4,  Bre.  26-  5!,  He.  12—3,  Brii.  18—3.  Pra.  27—3, 
Lin.  28—2,  St.  Jak.  5-5,  Neuf.  1—4,  Ad.  23—4. 

1899.  II.  impresso,.    Pra,  26—6?.  —  Rot.  6,  Wie.  6. 

1900.  H.  ferruginea.   Ag.  17—5,  Wie.  10—6,  Pra.  15  —  6. 

1901.  H.  Helxinis.   Ag.  6-5,  Wie.  27—4,  Bre.  13-5,   Ka.  4-5,  Pra.  18-4,  Lin.  27,-3?,  Sa.  6-5. 
G.  13-4.  „Auf  Weiden.« 

1902.  H.  nitidula.   Pra.  17-4,   Bi.  23—4.   „Selten." 

1903.  IL  rufipes.  Sa.  14-4.  —  Bi.  3.  Bo.  6!,  Mel.  5,  Se.  5. 

1904.  IL  melanostoma.   Sa.  5.   „Auf  Alpen  in  Osterreich  o.  d.  Enns,  auf  Haidekraut." 

1905.  IL  rustica.   Pra.  4.   „Auf  trockenen  Grasplätzen." 

1906.  II.  Salicariae.   Pra.  4.   „An  Wassergräben,  selten." 

1907.  IL  Ruht.   Bot.  5,  Wie.  5.  „Auf  Himbeeren." 

1908.  H.  Mahnte.   Ag.  7—5.  —  Mel.  6,  Pra.  4.    „Auf  den  Blättern  der  Gartennialve  (Althaea  ch>/iiensis).u 

1909.  IL  fuscicomis.   Bo.  5—6,   Wie.  26—5,  Hot.  13—6.   „Selten." 
191".  H.  procera.   Pra.  5,  Wie.  4.  ,. Um  Wien." 

1911.  H.Lepidii.  Ag.  28-5!,  Wie.' 29-3,  Pra.  21-2.  —  Bo.  3,  Pre.  4.  Se.  4.    „Auf  Kreuzblumen." 

1912.  LI.  antennata.    Pra.  11—3?.  —  Ni.  4,  Wie.  5.    „Im   ersten  Frühjahre,   an  Mauern  und  in 
Gärten  auf  lieseda.u 

1913.  H.  atra.   Wie.  31-3. 

1914.  H.  Euphorbia*.   Pra.  21-4.  —  He.  3,  Bot.  3,  Se.  4. 

1915.  IL  Campanulae.    Pra.  15 — 4.    „Auf  Campariula  rotukdifolia." 

1916.  II  caerulea-    Bre.  4,   Pra   4. 

1917.  IL.  Armoraciae.   Bot.  26  —  6.  —  Ag.  6,  Wie.  6.   „Sehr  selten." 

1918.  IL  Uyparissiae.   Bi.  3,   Bot.  3. 

1919.  H.  nemorum.   Wie.  30— 3,  Pra.  8  — 3,  G.  29-3,  Bot.  29-4,   Leu.  23  — 4. 

1920.  11.  vittula.    Ni.  4,  Ros.  3,  Wie.  4. 

1921.  IL  sinuata.   Bud.  5,  Kesm.  4.   „Selten." 

1922.  11.  Brassicae.    Hos.  3,  Kot.  5.    „Selten.- 

1923.  II  ßexuosa.   Lin.  19  —  3.  —  Pra.  3,  Wie.  3.   „Selten." 

1067.  Gatt.  Longitarsus. 

1924.  L.  tabidus.   Mel.  3,  Pra.  6.   „Selten." 

1925.  L.  Verlaset.   Wie.  2-4,  Mel.  21-3. 

1926.  L.  nigrieeps.   Pra.  5.   „Selten." 

1927.  L.  luridus.  Wie.  15—5.   „Selten. - 

1928.  L.  pusillus.   Pra.  5,  Ros.  3.   „Selten. - 

1929.  L.  lutescens.   Bud.  6. 

1930.  L.  Nasturtii.    Ho.  3. 

1931.  L.  atricapillus.   Pra.  8—4?.  —  Bo.  3,  Wie.  4.   „Selten." 

1932.  L.  atricilla.   Pra.  17-4.  —  G.  3,  Mel.  3. 

1933.  L.  quadri-pustulatus.    Pra.  6.    „Selten." 

1934.  L.  analis.   Bo.  3.   Pra.  4.  „An  feuchten,  sandigen  Grasplätzen." 


1935.  L.  fusco-aeneus.   Pra.  3.    „Sehr  sehe 

1936.  L.  Lieh,;.    Pra.  3,    Wie.  3. 

1937.  L.  parvulus.   Pra.  4. 


i.' 


80  Karl  Fr it seh. 

1938.  L.  Anchusae.   Wie.  4—4.  —  Lin.  3,  Prä.  4. 

1939.  L.  niger.   Lin.  25  —  3.   „Selten." 

1068.  Gatt.  Psylliodes. 

1940.  1'.  fropinqua.  Pra.  4.   .Um  Wien,  sehr  selten." 

1941.  P.  affinis.   Pra.  6. 

1942.  P.  Bulcamarae.   Wie.  20—5.  „Selten." 

1943.  P.  Hyoscyand.   Pra.  4.   „Sehr  selten." 

1944.  P.  attenuata.    Kremsi.  3,   Pra.  4,  Pos.  3. 

1945.  P.  chrysocephala.   Bud.  4.  „Sehr  selten." 

1946.  P.  alpina.   Pra.  5.   „Auf  Alpen  in  Österreich  o.  d.  Enns." 

1947.  P.  cuculläta.   Bud.  5. 

1948.  P.  fusiformis.   Wie.  5.  „Um  Wien,  auf  Pajpaver  Rhoeas. 

1069.  Gatt.  PlectrosceMs. 

1949.  P.  semicoerulea.  Mel.  4,  Pra.  6.    „Selten." 

1950.  P.  condnna.   Wie.  30-3.  —  Bve.  5,   Bud.  6. 

1951.  P.  aridella.   Wie.  5-4,  He.  12-3,  Mel.  29  —  3. 

1952.  P.  aridula.   Ag.  5—6?.  —  Lin.  6,  Wie.  3. 

1070.  Gatt.  Dibolia. 

1953.  D.  femoralis.   Bo.  6,  Mel.  3.   „Selten." 

1954.  P).  cryptocepkaht.   Mel.  3. 

1071.  Gatt.  Argopus. 

1955.  A.  hemispkaericus.  Wie.  18—6?.  —  Mel.  5,  Pra.  4.  ..Um  Wien,  auf  sonnigen  Grasplätzen,  sel- 
ten." Im  botanischen  Garten  daselbst  nicht  selten  auf  Clematis- Arten.  Auch  am  Laaerberge  auf  Clematis 
reeta  getroffen.' 

1072.  Gatt.  Sphaeroderma. 

1956.  S.  testacea.    Sa.  7,  Wie.  6. 

1075.  Gatt.   Hispa. 

1957.  H.  atra.   Mel.  25-3.  —  Wie.  3,  Rot.  4. 

1077.  Gatt,  Cassiäa. 

1958.  C.  atrata.    C.  3  —  4.  —  Ros.  5.   -Auf  Salm'a  glutinosa  in  Österreich  o.  d.  Enns." 

1959.  C.  eguestris.  Ag.  14-5,  Brü.  10-4?,  Ka.  2— 5?,  Pra.  20— 5,  Sa.  13  —  4,  G.  1—5,  Neut.  17  —  4, 
Bi.  8-5. 

1960.  (!.  austriaca.   Brü.  1—4,  Neus.  9  — 4.   „Um  Wien  auf  Balvia  officmalis." 

1961.  C.  rittata.   Neus.  3—4.  —  C.  4.  „Sehr  selten. - 

1962.  C  muraea.  Rot.  16— 5.  —  He.  4.   „Auf  einer  Ment/ia-Xrt  am  Ufer  der  Krems  bei  Kremsmünster.'' 

1963.  C.  vibex.  He.  5,  Lin.  4,  Mel.  4,  Neus.  3,  Pre.  5,  Rot.  5,  Sa.  4.  Wie.  5. 

1964.  C.  rubiginosa.   Pra.  26-4,  Sa.  28  —  3,  Neus.  27  —  3.  —  Bre.  4,  C.  4,   In.  5,  Ka.  5,  Ob.  4. 

1965.  C.  sanguinolenta.   Ag.  9 — 5,  Lin.  8  —  4.    „Selten. - 

1966.  C.  azurea.  Neus.  4.  „Sehr  selten." 

1967.  C.  rufovirens.   Neus.  7  —  4.   „Selten." 

1968.  C  stigmatica.   Bo.  2,  Neus.  3,  Rot.  5.   „Selten." 

1969.  C.  margaritacea.   Neus.  15  —  4.  —  ('.  2,  Lin.  3,  Pra.  6!   „Selten." 

1970.  C.  ollonga.   Wie.  5. 

1971.  C.  subreticulata.   Pra.  5,  Wie.  5.    „Sehr  selten." 


Jährliche  Periode  der  Insecienfaunä  von  Osterreich-  Ungarn.  81 

107-2.  C.  nobilis.  Ag.  17-5,  Wie.  10—5,  Mel.  10—4,  Rot.  3-5.  —  Bud.  5,  He.  4,  Kremsi.  4,  Ka.  5. 
Neus.  3,  Ob.  5. 

1973.  C.  obsoleta.   Pre.  5,  Sa.  4,  Wie.  5.  „Selten." 

1974.  0.  lineola.    Hos.  5,  8a.  5.   „Sehr  selten.-' 

1975.  C.  ferruijinen.  He.  6,  Lin.  4,  Mel.  4,  Neils.  4,  Ni.  4,  Pra.  6,  Rot.  ö.  „Um  Wien,  aber  selten." 

1976.  C.  nebulosa.  Wie.  6—5,  Brti.  18—4,  Neut.  1—5,  Rot.  3—5?,  Kremsi.  3,  Neus.  2,  Pre.  4. 

Da  sich  die,  Gattungen  dieser  Familie  mit  sehr  wenigen  Ausnahmen  auf  Pflanzen  aufhalten ,  so  würden 
sie  sich  zur  Beobachtung'  vorzugsweise  eignen,  wenn  nicht  viele  derselben  durch  geringe  Grösse  sich  dersel- 
ben leicht  entziehen  würden,  welche  aber  wieder  nicht  selten  durch  grosse  Individuenzahl  compensirt  wird, 
wie  bei  den  Gattungen  Haltica,  hongitarsus,  Phratora. 

LXVI.  Farn.    ENDOMYCHIDES. 
1083.  Gatt.  Endovnychus. 

1977.  E.  coccineus.  Ag.  23— 5,  Rot.  5 — 6.  --  Ros.  4.  „In  (iebirgsgegenden,  unter  faulender  Baum- 
rinde." 

1085.  Gatt.  Lycopertlina. 

1978.  L.  succineta.   Ros.  4.   „In  Schwämmen  und  unter  morschen  Baumrinden,  selten." 

LXVII.  Farn.   COCCINELLIDES. 
1088.  Gatt.   Hippodcvmia. 

1979.  II.  tredeeim-punetata.    Pra.  16—6,   Rot.  20  —  5. 

1980.  II.  sepU  m-maculata.   Bo.  5,  Bud.  6,  Ni.  4. 

1089.  Gatt.   Anisostirta. 

1981.  A.  novemdeeim-punetata.   Leu.  12 — 4. 

1090.  Gatt.  Coceinella. 

19X2.   C.   mutahilis.   Wie.  15  —  5,  Brü.  12—4,  Lin.  10  —  4,  Sa.  10—5,  Rot.  27  —  4. 

1983.  C.  obliterata.   Neus.  4,  Rot.  5,  Sa.  5.   ..Auf  Fichten.-' 

1984.  C.  bothnica.   Sa.  22-0. 

1985.  C.   undeeim-notata.    Wie.  19  —  5.    „Auf  Disteln." 

1986.  0.  dispar.  Ag.  2-5.  Wie.  31—3.  Mel.  11—3,  Brti.  20-3,  Ka.  15—4,  Kremsi.  14—3,  Pra.  3  —  4, 
Sa.  2S  — 3,  Neut.  2-4. 

1987.  O.  alpina.   Sa.  14—0.   „Auf  Alpen  in  Österreich  o.  d.  Enns,  sehr  selten.- 

1988.  C.  hieroglyphica.   Ha.  14  — 5.  —  St.  Jak.  5.   „In  Alpengegenden  auf  Fichten,  selten." 

1989.  C.  septem-punetata.  Ag.  30  —  4,  La.  20  —  3,  Hu.  0  —  4,  Wie.  5  —  3,  Mel.  23  —  3,  Ob.  8—3,  Brü. 
11-3,  Ka.  3-4,  Kremsi.  31-3,  Pra.  20—3,  Lin.  2-3,  Ros.  18-3,  Sa.  29-3,  G.  0—3?,  Ki.  11-4, 
Neut.  3-4,  Bi.  5-3.  Kess.  25  —  4,  Ad.  28  —  4,  Mi.  27—3,  Se.  30-4,  Leu.  30—3,  B-ä.  18—4,   Ha.  30—3. 

199<>.  C.  quinque-punetata .   Pra.  2<>— 4,  Neus.  3  —  4,  Bud.  14  —  4,   Rot.  1—5,  Se.  23—4,  Leu.  7  —  4. 

1991.  O.  quatuordecirn-pustidata.   Wie.  14  —  4,   Mel.  28  —  3,   Pra.  0  —  4,   Rot.  20  —  4. 

1992.  C.  variabilis.    Wie.  3— 5,  Brü.  17—4,  Neut.  15  —  4,  Rot.  20-4. 

1993.  C.  margine-punetata.   Wie.  0  —  5,  Bo.  0,  Lin.  4.   „Aul  Kiefern." 

1994.  C.  impustulata.   Wie.  1—5,   Pra.  15  —  4,  Lin.  13  —  4,  Sa.  8—6!,   Bud.  3  —  5?. 

1091.  Gatt.   Ilalyzia. 

1995.  H.  oblongo-punctata.  Mel.  23  — 4.  —  Bo. 6,  Bre.6,  Bud  6,  G. 7,  Pra.4,  Rot.5,  Wie. 4.  „Auf  Kiefern.- 

1996.  H.  bis-sex-guttata     Ad.  4.  Pre.  5,   Sa.  0. 

1997.  II.  sedeeim-guttata.    IIa.  0,   Lern.  4,   Mel.  3.   Pra.  4,    Pos.  4,  Rot.  5,   Sa.  (i.   Wie.  4.    ..Selten.- 

Denkschriften  der  maihem.-natuiw,  ci.    XXXVI].  lfd.  11 


82  Karl  Eritsck. 

199S.  IL  quatuordecim- guttata.   Sa.  10—6,  Bud.  22-:V>.    Rot.  22.-5.  —  St.  Jak.  4.  Lin.  4.  Mel.  4, 
Neus.  4,  Pre.  4,  Ros.  4,  Se.  5,  Wie.  4. 

1999.  H.  bw-septem-guttata.   Lin.  4.   Rot.  5.  „Sehr  selten." 

2000.  LL.  decem-guttata.   Lin.  3.   „Selten." 

2001.  H.  ocellata.  Wie.  9—5,  Mel.  19—4,  Brii.  23—5,  Bud.  12— r5.  —  In.  5.  Kremsi.  6,  Leu.  5,  Ni.  5, 
Ob.  5.  Pra.  6,  Se.  5.  „Auf  Kiefern." 

2002.  LL.  tigrina.  Mel.  11—4,  Rot.  6  —  6!.  —  Neus.  4,  Pre.  4.   „Selten." 

2003.  H.  conglobata.  Wie.  14—4,  Pra.  22—4.  Neut.  19—6!,   Hot.  16-5         Bre.  5,  Brii.  7!.  Bud.  6, 
Kremsi.  3. 

2004.  LL  viginti-duo-punctata.   Sa.  14  —  5,  Ros.  23—4,  Neus.  10-4.  Rot.  22  —  5.  —  Bre.  5,  In.  2,  He.  3. 
„Auf  Wollkraut." 

1092.  Gatt.  Mioaspis. 

2005.  31.  duodecim-punctata.   Bud.  1—5.  —  Wie.  5.   „Auf  feuchten  Grasplätzen." 

1093.  Gatt.   Chilöcorüs. 

2006.  0.  renipustulatus.   Ag.  5—5,  Wie.  23—4.  —  He.  4,  Pra.  4.   Sa.  6. 

2007.  C.  bipustulatus.   Leu.  13  —  4.  —  Lin.  3,  Pra.  4.   ..Auf  Weiden  and  Pappeln.« 

1094.  Gatt.   Mxochomus. 

2008.  E.  quadri-pustulatus.  Wie.  6— 2  (in  Baürnritzen  siel)  sonnend),  Pra. 27  — 3. —  Lin.  2,  Mel. 4,  tili. 4. 

2009.  E.  auritus.   Pra.  5,  Wie.  6.   ri  Auf  Fichten,  selten." 

1095.  Gatt.   Ilyperaspis. 

2010.  H.  reppensis.   Mel.  4,  Pra.  5,  Kos.  4. 

1096.  Gatt.  Epilachna. 

2011.  E.  globusa.  Wie.  30-3,  Brii.  11  —  4.  Mel.  22-3'?.  Ka.  11-4.  Lin.  20-3,  Pra.  22-3.    ..Auf 
Luzerner  Klee." 

1097.  Gatt.  Cyncgetis. 

2012.  C.  impunetata.   Wie.  5  —  5,  Mel.  24  — 3 V,  Lin.  10—4.  Sa.  28  —  4.    „Auf  sumpfigen  Grasplätzen." 

1099.  Gatt.  Platynaspis. 

2013.  P.  vülosa.  Ag.  17—5.  —  Kremsi.  3,  Lin.  2,  Mel.  4,  Ob.  5. 

1100.  Gatt.  Scymnus. 

2014.  S.  nigrinus.   Pra.  2.    „Auf  Fichten." 

2015.  S.  pygmaeus.  Pra.  3—6'?.  —  Bud.  6,  Wie.  5. 

2016.  S.  quadri-lünulatus.  Rot.  4.   „Auf  trockenen  Grasplätzen,  selten." 

2017.  8.  frontalis.  Wie.  8—5,   Neus.  3—4.  —  Bö.  5. 

2018.  S.  marginalis.    Bud.  6,   Wie.  3. 

2019.  S.  ater.   Pra.  18—3.  —  Wie.  3.   „Selten." 

2020.  S.  mzmrnus.  Bo.  4,  Pra.  6. 

2021.  8.  analis.  Lin.  27-3.  —  Bo.  5,   Bre.  4,  Mel.  4,  Neus.  2,  Sa.  5. 

2022.  S.  Abietis.   Bo.  6,  Pra.  6.   „Anfangs  Sommer,   auf  Fichten." 

1102.  Gatt.  BMzobius. 

2023.  I\.  litura,   Pra.  5,  Sa.  6.   „Auf  Föhren  und  Fichten." 

1103.  Gatt.  Cocciduhi. 

2024.  ( '.  rufa.   Bo.  5. 


Jährliche  Periode  der  Insectenfduna  von  Österreich-Ungarn. 


83 


Die  Gattungen  dieser  Familie  leben  ohne  Ausnahme  aufpflanzen,  wo  sie  gut  beobachtet  werden  kön- 
nen, doch  sind  viele  wegen  ihrer  geringen  Grösse  leicht  zu  übersehen,  und  ist  ihr  Vorkommen  ingoferne  ein 
zufälliges,  als  viele  von  Apltis-  und  Coccus-Arten  leben,  wie  Gocoinella,  Halyzta,  Chilocorus,  Hyperaspts, 
welche  noch  überdies  meistens  gerade  die  grössten  und  durch  Färbung  und  Zeichnung  auffallendsten  Arten 
enthalten. 

1117.  Gatt.  Leistotrophus.  (Gatt.  173—174.) 

:!>>25.  L.  nebulosus.   Lin.  4. 


Nummern-Index  der  Gattungen. 


Acanthoderes 
Achenium 
Acidota 
Acutus  .    . 
Acmaeodt  *a 
Acritus 
Acupalpus 
Adeloeera 
Adimoni  t 
ädrastus    . 
Aegosoma  . 

Agapanthia 
A  ■;■  laslica 
Agrilus 
Agriostes    . 
Agrypnus 
Agyrtes 
Alt  ocha;  a 
AlU  cula    . 
Alophus     . 
Amalus 
Amara  .    . 
Amoeciut  . 
Ampedus  . 
Amphicyllis 
Amphotis   . 
A  naesthetis 
Anaspis 
Anchomt  nu  - 
Ancylocheira 
A  ü  sarthron 
.1  ,i  .  \dactylus 
Anis  tplia  . 
Anisosticta 
A  uisotoma 
Anohium    . 
Anomala   . 
I  n.Di  ödes 
Anoplus     . 
A  noxia  . 
Anthaxia   ■ 
A  ntherophagus 
Anthicus    . 
Anthobium 
Anili  tcomus 
.  I  nthonomus 
A  nthrenu  s 
.  I  nth  nbu  s 


989 

Apate     ■  .    . 

185 

Äphodius  .    . 

•.'•21 

A] nu      .      .      . 

104 

Apoderus   . 

503 

Aptinus     .    . 

303 

Argopus 

7s 

Aromia      ■    ■ 

538 

Asclera 

1056 

Asemuni 

559 

Astynomus 

956 

Athous   .    . 

100 

At'omaria   . 

1010 

Attagenus 

1060 

Attelabus  . 

5 1 9 

Aiitalia 

555 

Badister    . 

.">  i  7 

Bagous 

265 

Balaninus 

l  -1  5 

Baridius    . 

7'Jl 

Barynotus 

-.;: 

"Bembidium 

894 

Berosus 

69 

Jj/iiJIS       .      . 

t53 

Bledius 

5  15 

Blethisa     .    . 

276 

Boletobius 

310 

ychus 

100  . 

Bothrideres 

7  5  ■"> 

!'■     chinus 

55 

Brächycerus 

510 

Brachyderes 

980 

Brachypterus 

73 

Braahytarsus 

4SS 

Bradycellus 

1089 

Brontes 

271 

/.'.  oscus 

623 

Bruchus     . 

490 

Bryaxis 

7S7 

Byrrhus 

90-2 

Byturus     . 

482 

( 'alathus     . 

516 

( 'allidiuvi  . 

374 

Callistus    . 

751 

Calodera    . 

■2-27 

i  [alomicrus 

588 

Calopus 

890 

Calosoma   . 

415 

i  'ampylus  . 

S"5 

C'antharis  . 

112.-, 
452 
813 
809 

30 
1071 
963 
783 
969 
99u 
541 
379 
410 
810 
1  29 

48 
918 
893 
908 
840 

90 
114 
667 
198 
4 
166 
949 
352 

32 
816 
823 
310 
799 

79 
362 

61 
7  96 
245 
422 
408 

5  1 
975 

42 

14'> 

LI  62 

778 

15 
542 
579 


Cäpnodis 506 

Carabus 14 

Cardiophorus 544. 

•Ada      1077 

Oeratophius 4(54 

Cercus 309 

'     i-eyon     ....         124 

Ceroeoma 764 

Cerylon      357 

C'etonia      497 

Centorhynchus 920 

Ohalcophora      512 

'  'haroyus 590 

Oheilotoma 1031 

Chilocorus 1093 

Ohlaenius 43 

Chlorophanus s.31 

C'holeva 262 

C'hrysanthia 788 

Chrysobothris öi3 

Chrysochus 1035 

Ohrysomela 1045 

Cicindela 2 

'.'/onus 90g 

Cis •    .  634 

Cistela    ...             "22 

Olaviger 248 

Cleonus §35 

Cleopus 927 

Clerus 604 

Clieina 36 

Olythra      1029 

Clytus 979 

Onemidotus 92 

Ooacidula 1103 

Coccinella 1090 

Qoeliodes 912 

C'olaphus 1054 

Colon 264 

Colymbt  tes 98 

Conurus 161 

Copris 147 

Coprophilus 204 

Coptocephala 1032 

Coraebus 518 

Corticaria 199 

Corymbites 552 

'  'orynetes 608 

'  'osmiocomus vis 

II  * 


84 


Karl  Fritsch. 


Cossonus 933 

Coxelus      338 

Cratomerus 51 5 

Cratonychus 536 

Criocephalus 967 

Crioeeris 1025 

Criomorphus 9G8 

Cryphahu 947 

Crypticus 683 

Cryptobium 182 

Cryptocephalus 1039 

Oryptohypnus 547 

Cryptopkagus 376 

CryptorhynchMi 910 

Cteniopus 725 

Cucujus 360 

Oybister 101 

Cyehramus 324 

Oyahrus 11 

Oyclonotum 122 

Cyllidium 116 

Oymindis 20 

( 'ynegetis 1097 

'  'yphon       566 

Cytilus 4211 

Dasctllus 563 

Dasytes      594 

Deleaster 206 

Deliphrum 224 

Demetrius 21 

Dermestes 409 

Diacanthus 553 

Dianous 19,". 

Diaperis 696 

Dibolia      1070 

Dicerca 508 

Dictyoptertis 572 

Diloma      340 

Do/ic/tosoma 599 

Dolopivs 557 

Donacia 1019 

Doreadion 10()1 

Dorcus 439 

Dorytomus 882 

Drapetes 532 

Drasterivs     .    .     ■ 548 

Di  -  mius 23 

Drypta 17 

Dysckirius 37 

Dytiscus 102 

Ebaeus       589 

Elaphrus 3 

Ellescus 886 

Elodes 564 

Endeeatomvs 631 

Endomychus 1083 

angin 387 

/  ni  'opus 595 

Ennearthron 635 

Enoplopus 715 

Entomoscelis 1047 


Epaphius  . 
Epieauia   . 
Epicometis 
Epilaehna 
Epuraea    . 

ErgateS 

Erirhinus 
Eucinetttt 
Eucnemis 
Eumolpus 
Eitrythyrea 
Eusomus   . 
/.'  coct  ntrus 
Exochomus 
Falagria    . 
Eeroniu 
Formicoso7nit 
Galeru  :a 
Gastropkysa 
Geotrvpi  s 
Gibhitim 
Gnnrhnus  . 
Gonioctt  na 
Gracilia    . 
Grammt  ptera 

dius 
< i ..' ,n  •/  (ron 
Gymnopleurus 
Gynandrophthalm 
Gyrinus 
Haliplus 
Haltiea 
Halyzia 
Hammatieher 
Harpalus  . 
Hedobia 
Heloph  rus 

/l'/<-]>S    .      . 

Hetaerius 
Heterocemts 
Htppodamia 
Sispa     .    . 
Hister    .    . 
Sololepta  . 
Homalisus 
Homalota  . 
Boplia   . 
Sydaticit  s 
Hydraena 
Hydrobius 
Hydrophilus 
Eiydropori'.s 
Hydrous     . 
üylasies    . 
Hylecot  fus 
Sylt  sinus 
Hylobivs    . 
Hylotntpi  & 
"Sylurgus   . 
JHypei  aspis 
Tlyphydrus 


86 

Sypocyp.'us  . 

77n 

Hypophloeus 

um; 

llyl/iüs  .     .     . 

1096 

Ips      .     .     .     . 

312 

Labidoslontis 

953 

l     <ol  ins    .    . 

883 

/.,'-'    j'h'llis    . 

570 

i  achnaea 

526 

Lacon    .    .    . 

1034 

Laemoptdoeus 

511 

Lagria   .    .    . 

824 

Lamia    . 

902 

/." mpTi  $on\  ü 

1094 

Lampyris  .    . 

130 

Larinus     .    . 

.Ml 

La  'hrid 

549 

Latin-/ 

1057 

Latürobiii  m 

1H49 

L  Ha      .    .    . 

16') 

Leiodert  - 

615 

Leiopüs     .    . 

499 

Leistotrophus 

1048 

Leistus  .    .    . 

981 

Lt  ma     .    .    . 

1018 

Leptaciuvs    . 

884 

Leptura     .    . 

92S 

Leptusa     .    . 

4  46 

Lepyrus     .    . 

Hl. ,n 

Li    .'•  '  ii         .     . 

106 

Let/trut      .    . 

91 

Licinus      .    . 

1066 

Lignyodes  .    . 

1091 

Limnebius 

959 

Limobins  .    . 

76 

himonius   .    . 

611 

Lina  .    .    .    . 

118 

Liodes    .    .    . 

716 

1_,    j'itt'uPUS 

293 

Lithocharis    . 

;;,7 

Lixus     .    .    . 

1088 

Longitarsiis   . 

1075 

JLoricera     .    . 

291 

L'ii-L'in  s     .    . 

2S9 

Ludius  .    .    . 

573 

Lap&rus     .    . 

135 

Lycoperdina 

473 

Lyclus    .    .    . 

105 

Lygistoj.terus 

121 

Lytta      .    .    . 

110 

Magdalinus   . 

108 

Malaehius 

95 

Matacoßoma  . 

109 

Ma:  llii  uns 

938 

Malthodes 

038 

Mecini  s     .    . 

911 

Megart/irus    . 

845 

Megafr  ma 

0  7-.: 

Megisc  n '■/   .     . 

OH' 

Jletandri  a     . 

1095 

Melanopkila 

94 

Mi  lasis       .    . 

Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Ö-sterreich-Ung 


am. 


85 


Meligethes 321 

Meloe 763 

Melolontha 484 

Mesosa 1000 

Metabletus 24 

Metallites 833 

Mi  'cot  ogus 896 

Micraspis 1092 

Micropej  lus 233 

Microzoum 681 

Minyops 842 

Molorchus 988 

Molytes      S47 

Monachamus 995 

Mononychus 913 

Mordella 754 

Morimus 997 

Morychus 12 ) 

3fi/pr/nr>i 381 

Myc  tophagus -101 

'/"/•es 719 

Myetei  ms 792 

Uylabris 7ljfi 

Myrmt  do    ia      131 

Nebria 9 

N  crophorus 268 

N(  matodes 529 

tTitidula 313 

Noterus 96 

Nothorhina 978 

Nothoxus 746 

Nothiophilns 6 

Oberea 1007 

(Ihr, um         DS4 

Ocalea •     .    .  13:1 

Ocypus 174 

Odoniaeus 463 

Oedemera 785 

Olibrus 307 

Olophrum 2  22 

Omalium 225 

Omias 864 

Omophlus 726 

Omorphon      8 

Omosita 317 

Oniticeüua 451 

Onthophagus 450 

Onthophilus       301 

Oodes 46 

Opatrum 678 

Opilus 605 

Orchestes 903 

Orchitis 919 

Orsodacna' 1021 

Oryctes       19  1 

Osmoderma 498 

Otkius 169 

Otiorhynchus 872 

Oxypoda 13  7 

Oxyporus IM 

Oxytehis 200 


Oxythyrea      495 

/'"  thnephorvs 1056 

Paehybrachis 1041 

Pachyta 1015 

Paederus 192 

Panagaeus 40 

Parainecosoma 377 

Parnus 43! 

Palrobus 83 

Pedinus 669 

Pelor       66 

Peius 332 

Peritelus MIT 

Perotis 507 

Phaedon 1051 

Phalacrus 305 

Philhydrus 112 

Pk'lonthus 175 

Phloeonaeus 201 

Phratora 1052 

Phyllobius 834 

Phyllobrotica loci 

Phyllopertha      489 

Phythoecia 1008 

Phytonomus 853 

Pissod  s 880 

Plagiodera 1050 

Platyeerus 440 

Platydema -    .  694 

Platynaspis 1099 

Platyrhinus 804 

Platyscelis 663 

Platysoma 290 

Platystethus 199 

Pleetroscelis 1069 

Plinthus 852 

Poecitonota 509 

/'     ilus 58 

Pogonocherus 993 

Polydrums 832 

Polygrapkus 943 

Polyphylla 483 

Polyslichus 19 

Poophagus 922 

Prasocuris 1053 

Prionus 958 

Prionychus 723 

Pristilophus 554 

Pi-w'iffii» 12 

Procrustes 13 

Proclophysus 1038 

Psalidium      817 

Psammodnts      456 

Pselaphus 239 

Psoa 63o 

Psylliodfs      1068 

Ptenidium 284 

Ptilinvs 617 

Ptilium      283 

Ptinus 612 

Ptosima 504 


Purpuricenus 960 

Pyrockroci      743 

Quedius 178 

Bhagium 1013 

Uagonycha     .         581 

Bkammisium 1012 

ßhinonens 921 

Rki  osiinus 795 

tth    ohms 1102 

Bh%  ophagus 32S 

lllii:.  ,t i  ogus 480 

Bhopalopus 974 

Tthynchiteä 811 

Bhyncolus 936 

BhynocyUus 879 

Bhyssemus 454 

Bosalia       962 

Saperda • 1004 

Saphanns 970 


saprmn  s 


298 

Sarrotrium 351 

Scaphid  <«» 693 

Scaphidiwn 286 

Scapkis  ma 288 

Sciapkilus 822 

Scirtes öOf.t 

Saolytus 93" 

Scopaeus 189 

Scydmaenus 251 

Saymnus 1100 

Scytropus •  850 

Semanotus 976 

Si  i  ica 477 

5(     >■,  .x.iu'is 556 

Serropalpus 735 

Sibynes 898 

Süi 582 

Silpha 267 

Sinodendron      443 

Sisypkus 445 

Sitones 828 

Sitophilus 932 

Soronia 314 

Sphaeridivm      '"-3 

Sphai    '■'/■  nun 1072 

Sphenophorus 931 

Sphodrus 53 

Sphondylis 952 

Staphylinus 173 

Stenolopfeus 77 

Stt  nopti  ms 9S7 

St  nostola 1005 

Stenus 196 

Stüicus      190 

Stomis 02 

Sirangalia 1016 

Strophon  ml' - 821 

Svnius 19  1 

Sylvanus 368 

Synaptus 533 

Synealyp  n 420 


86 


Karl  Fritsch. 


ffyhoxylon 627 

Tachinus 163 

Tachyporus 162 

TMhyusa 134 

Tanymecus 827 

Tciphria 52 

Tüpinotus      923 

Teimatophilus 373 

Tenebrio 707 

Tetrops 1006 

Thalycra 31 S 

tKylacites 819 

Ttllus 603 

Timarcha ...  1044 

Tovotus 1014 

Trachyphloeus 86U 

Truchys 522 


Tragosoma 957 

Triihus 85 

Trickius    ■ ...  500 

Trichndes 606 

Trichopteryx "282 

Trinode» 116 

Triodonta 175 

Triplax 190 

Tritoma 388 

Trixacus  • 418 

Troylops ....  592 

Trogoderma 413 

Trogopldoeus     .....  202 

Tfopideres 801 

Tr'öpiphorus      841 

Trox 467 

Trypopitys 621 


Tifchhis      ■  . 

Tychus  .    .  . 

Ty j'lt't-  >t     .  . 

!  ;■'"-      .     .  . 

Uloma    .    .  . 

Urod  n      .  . 
V'algus  . 
Xanth  ■  >  oa 

Xantholinus  . 

Xifletinus   .  . 

Xylopertha  . 
Xylo/eres 
Zabruä 

ßeiicophora  . 

/.<>>lttlS    .      .  . 


895 

240 
404 
237 
699 

798 
50 1 
7^2 
171 
618 
628 
944 
67 
u2:; 
77  t 


Nummern-Index  der  bei  jeder  Station  verzeichneten  Arten. 


1.    26. 

845.  862. 

1989.  1996. 


Admont. 

29.   30.   31.   32.   291. 
914.   930.  1022.  1193.  1605. 


Agram. 


297.  574.  824. 
1644.  1790.  185:;. 


Biala. 

1.   30:   297.   101.   543.  574.  757.   78«.  S24.   840. 

845.   854.   -62.   36fS.   871.   930.  1023.  1067.  1090.  1262. 

1266,  115".  1478.  n;-2s.  1689.  1710.  1715.  1731.  1737.  1757'. 

183Q.  1832.  18S8  IS89.  1902.  1903.  1918.  1959.  1989. 


1. 

6. 

7. 

25. 

51. 

52. 

53. 

75. 

-o. 

151. 

15111 

uenz. 

193. 

194. 

223. 

239. 

240. 

281. 

282. 

291. 

293. 

297. 

30. 

32. 

824. 

s|o. 

-15. 

S6?. 

930. 

082, 

1022. 

1574. 

298. 

299. 

411. 

563. 

569. 

570. 

5  73. 

57  1. 

5S4. 

588. 

590. 

591. 

598. 

603. 

606. 

64(1. 

647. 

665. 

717. 

720. 

Bozen. 

723. 

728. 

729. 

733. 

735. 

745. 

757. 

758. 

761. 

765 

52. 

72. 

73. 

s|. 

153. 

196. 

208. 

238. 

204. 

,o| 

770. 

772. 

7S8. 

789. 

803. 

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1112. 

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1296. 

1297. 

1303. 

1315. 

1316. 

1318. 

1353. 

1362. 

1363. 

1377. 

1167. 

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1191. 

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1  209. 

1211. 

1213. 

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1231. 

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1383. 

1385. 

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1568. 

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16  02. 

1603. 

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1605. 

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1522. 

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1539. 

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1612. 

1614. 

1623. 

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16  19. 

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1642. 

1639. 

1647. 

1651. 

1653. 

1654. 

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1060. 

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1691. 

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1643. 

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1653. 

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1704. 

1712. 

1715. 

1719. 

1726. 

17.il. 

1748. 

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1765. 

1774. 

1688. 

1705. 

1717. 

17  19. 

1751 

1757. 

1740. 

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1778. 

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1814. 

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1825, 

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1864. 

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1898. 

1900. 

1901. 

1908. 

1911. 

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1903. 

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1911. 

1930". 

1931. 

1934. 

1953. 

1968. 

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1993 

1952. 

1959. 

1965. 

1972. 

r.i77. 

1986. 

1989. 

2006. 

2013. 

1995. 

20  1  7. 

2020. 

2o2l. 

2022. 

2021. 

Arvavarallja. 

Bregenz. 

1022. 

Barn. 

1.  S45.  862.  1023.  1193.  1989. 


31. 
193. 
631. 
924. 


42. 
216. 
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952. 


71.  72. 
240.  Ij2. 
646.   675. 


90. 
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719. 


91. 
479. 
728. 


105. 
50  7. 
745. 


958.  977.  9S0. 


117. 

52S. 

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981. 


1  29. 
612. 
914. 


147. 

62.;. 
92.;. 


9S9.   999. 


Bania. 


1450.  1882. 


937.  95S. 

1000.  1003.  1004.  4oO,S.  1009.  4011.  1017.  1Ö1S.  103o.  [03 

1040.  X047.  10(54.  1067.  1075.  10,81.  1082.  1097.  1180.  11-5. 

1210.  1219.  1220.  1241.  1206.  1272.  1296.  1505.  1313.  132:!. 


Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich,- Ungarn.  ST 


1328.  1333.  1334.  1345.  1380f  1411.  1423.  1424.  1444.  1450.  C'illi. 

1457.  14G4.  1466.  146s.  117s.  1480.  L481.  1491.  1497.  1508. 

1514.  153-2.  157-2.  1580.  1593.  1594.  1606.  1608.  1626.  1641. 

1644.  1651.  105-2.  1672.  1689.  1723.  1724.  1740.  1744.  1749. 

1761.  1800.  1807.  1847.  1849.  1,850.  1863.  1866.  1871.  1898. 

1901.  1916.  1950.  19Ü4.  1995.  2003.  2004  2021. 


Brunn. 


1. 

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25. 

33. 

34. 

83. 

101. 

213. 

291. 

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295. 

398. 

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557. 

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1095. 

1108.  1122.  1131.  1135.  1149.  1167.  1193.  1194.  1240.  1248. 

1256.  1259.  1281.  1282.  1331.  1353.  1357.  1371.  1377.  1379. 

1406.  1408.  1430.  1432.  1463.  I4S2.  1514.  1596.  1600.  1601. 

16(1-2.  1603.  1605.  1606.  16<'7.  1609.  1617.  1624.  1626.  1641. 

1614.  165.;.  1651.  1655.  1664.  1667.  1673.  1681.  1688.  1689. 

1091.  1692.  1097.  1704.  170s.  1711.  1712.  17;(9.  174.3.  1751. 

1757.  1705.  1707.  1709.  1785.  179.3.  1798.  1810.  1817.  1819. 

1825.  1820.  18-27.  L829.  ls]|.  1851.  1853.  1854.  1862.  1870. 

1958.  1961.  1964.  1909. 


Jli'iitsi-hbi'od. 


1.  4.  8.  12.  14.  -2c.  20.  28.  29.        30. 

35.  38.  40.  41.  40.  50.  51.  52.        75. 

86.  89.  109.  113.  120.  128.  129.  132.  144.  151. 

LÖS.  159.  165.  180.  IM.  18G.  192.  194.  196.  273. 

277.  287,  28S,  291.  292.  290.  297.  298,  299.  30,1. 

394:.  397,.  .398.  403,  557.  559.  560.  562.  563.  564. 

567.  571.  573.  574.  587.  589.  590.  59,8.  7  2o.  722. 

728.  7  18.  757.  75,8.  759.  762.  764,  77  t.  776.  777. 

779.  783.  Tss.  sll.  823.  S24.  829.  830,.  s:;i.  8.3.2. 

s.39.  840.  843.  814.  S45.  847.  850.  s.V2.  85$  854;.                                                           DatSChitz 

858.  859.  860.  862.  80  1.  S65.  86,7.  86S.  87.li.  S7,-2.        845. 

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902;.  907-.  9QS.  925.  930.  938,  9  15.  96,0  977.  98,3. 

9S6.  991.  993.  995.  997.  1011.  1022,.  (.030,  I0ß7.  lo71. 

1092.  1094.  1095.  nop.  lioi.  HQS.  ni2.  1122.  n;>i.  1132.                                              Eperies. 

1135.  1115.  U5,S.  1159  1165.  1167.  1193.  1194.  1198,  !206.    Mo-  160L 

1208.  1256.  124s.  1249.  1256.  125S.  1262.  1268.  L332;  1353.  <                                                 St.  Florian. 

1:"'  l36°-  l362"  1364  136T"  I372'  l3S°-  l38S"  t389-  l4°7-    200.   234.   541.   735.   845.  l'oOl.  1031.  1084.  U31.  1,29. 

1420.  112;;.  1432.  1437.  U78.  1514.  1586,  15.6.  1600.  1602.   l3gg_  ^  ^  mg_  ^ 

1605.  1608.  161H.  1611.  1614.  1617.  1623.  1624.  1625  1629. 

1630.  1632.  1633.  1638.  1644.  1651.  1652.  1653.  1655.  165s.                        Gresteil. 

1660.  1664.  1665.  1667.  1673.  16ä9.  1690.  1691.  1692.  1693. 

1694.  1695.  1097.  1098.  1706.  1711.  1712.  1714.  1715.  1718. 

1721.  1735.  1751.  1759.  1761.  1765.  1767.  1769.  [783.  17S5. 

1790.  1803.  1816.  1821.  Is25.  1824.  1S25.  1829.  1831.  183.3. 

1838.  1851.  1853.  1855.  1856.  1857.  1858.  1861.  1862.  1877. 

Is7!t.  1898.  1959.  i960.  1976.  1982.  19s0.  1989.  1992.  1994. 

2001.  2003.  2011.  2015. 


1.  1193. 


1. 

6. 

97. 

241. 

206. 

267. 

541. 

547. 

832. 

840. 

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977. 

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983. 

n  i-j.;. 

1(131. 

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377.  403.  485.  52s. 

869.  871.  879.  930. 

1095.  11U8.  1129.  1225. 

124S-  1254.  1332.  1336.  I'.ll.  1312.  1347.  1377.  1504.  1693. 

1694.  1698-  1700.  170a.  1715.  1772.  1788.  1790.  1799.  1805. 

islu.  1852.  1S53.  1S55.  1856.  1870.  1874.  1879.  18S2.  1S88. 
1901.  1919.  1932.  1959.  1089.  1995. 


Budweis.  Haiisdorf. 

1.   51.  128.  132.  39.4,.   10,4.  444.  512.  579.  5S5. 

691.   766.  770.  791.  806.  824.  82j>.  829.  832.  840. 

429.   462.   463.   4S2.   493.   494.   513.   561.   595.    845'   854'  8'62"  93°-  90U-  '"M-  l022"  U'31'  loä4-  1079" 

1095.  1193.  1096.  1715.  1790.  1817.  1821.  1823.  1843.  1853. 

655.  694,  704.  751.   757.   786.  8ÖÖ.  820.   82S.   860.   li"'-  19S8'  19S9-  199T- 


1.  11.  15.  29.  44.  50.  79.  100.  103.  112 

117.  150.  153.  192.  2is.  239.  271.  290.  302.  40*3 
410 

610.  015.  018.  622.  625.  627.  643.  646  6  17.  649 


886.  '125.  924.  935.  937.  950.  978.  '.''.ml  994.  1004', 

1007.  1031.  1032.  1067.  1078.  1003.  109S.  1151.  1170.  1279. 

1280.  1287.  1313.  1316.  1317.  1322.  1323.  1525.  1330.  1.545. 

1.347.  1381.  1384.  1429.  1460.  1464.  14  so.  1  öo-_>.  1 .500.  1514. 

1517.  1520.  1521.  1525.  1536.  1537.  1566.  15975  16U5.  16071 


Hermannstadf 

1.     6.    17.    21.    24.    34.    52.  61.  64.  96. 

409.   115.   153.   176.   186.   192.   193.  194.  199.  210. 

224.  259.   261.   270.  285.  2.86.  302.  313.  Ö14.  315. 


1014.  1652.  1653.  1669.  1681.  1702.  1715.  1717.  1752.  1757.    317"  333"  369'  374'  3?5i  376"   39°"  396'  409'  436" 


1738.  1742.  1743.  1744.  1787.  1790.  1799.  1802.  1821.  1822. 


439.  443.  441.   465.   167.  470.  471.  479.  480.  481. 


1853.  1874.  1876.  1882.  1894.  1921.  1929.  1945.  1947.  1050.    ^  493'   494'  50<*'   5-°1'   502,  519'  535"  587    "■' 
1972.  1980.  1990.  1994.  1995.  1998.  2001.  2oo;;.  2005.  2015.    •",4"'  5-**>   °44'  bib-     '"' lü'  bhi'     :'~oi-     i6'2-  5&1-   '"" 


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611.  650.  659.  665.  666.  667.  669.  670.  672.  6.9Q. 

096.  714.  715.  725.  733.  742.  753.  777.  785.  738. 

793.  803.  S07.  Ml.  8.19.  -25,  s35.  837.  83«.  845. 


2.  :;95.  7,V2.  757.  758.  s-2l.  §3,6;.  851.  862.  871.  86o.  S62.  863.  876.  894.  926.  930.  937.  962.  978. 

874,  887,  895.  902.  905.  976.  1017.  107.3  l"sl.  1032.  991.  1031.  1094.  1112.  1122.  1124.  1125.  1131.  1135.  1140. 

1096.  1101.  1114.  1122.  ll.V.i.  1167.  1205.  1260.  1601;  1002.  1141.  1144.  1149.  1150.  li:,l.  1  1.7.  1172.  1193.  1195.  1204. 

1613.  16-20.  1627.  1619.  1656.  1657.  1658.  1689.  1710.  1770.  1206.  1227.  1255.  1264.  12SO.  1287.  1295.  1313.  1314.  1517. 


1331. 
1439. 
1613. 
1661. 
1695. 
1790. 
1*53. 
1962. 


815. 
1588. 


Karl  F ritsch. 


1340.  1342.  1349.  1370.  1374. 

1442.  1470.  1478.  14S2.  1517. 

1014.  1615.  1619.  1620.  1629. 

1669.  1671.  1675.  1676.  1078. 

1701.  1748.  1755.  1759.  1762. 

1807.  1S10.  1815.  1817.  1819. 

1S56.  1865.  1866.  1881.  1883. 

1963.  1972.  1975.  2004.  2006. 

Hochwald. 

862.  911.  986.  1010.  1193. 
1853. 

Huszth. 
1452.  1882.  1989. 


1377.  1399.  1401.  1409. 

1535.  1545.  1585.  1012. 

1638.  1656.  1657.  1660. 

1680.  1086.  1691.  1094. 

1764.  1769.  1777.  1778. 

1823.  1S25.  1833.  1S44. 

1S90.  189S.  1914.  1951. 


1403.  1499.  1577. 


St.  Jakob. 

109. 

128. 

132. 

292. 

346.   395 

590. 

595. 

619. 

608. 

673.   783. 

S29. 

840. 

845. 

854. 

882.  930. 

980. 

983. 

994. 

1017. 

1022.  1030. 

1193. 

1229. 

1380. 

1415. 

1596.  1600 

1696. 

1713. 

1719. 

1790. 

1821  1833 

1988. 

mos. 

Jnslo. 

S43. 

Iglau. 

1. 

30. 

730. 

845. 

S54.  862 

1206. 

1379. 

1403. 

1450. 

1605.  1790 

401.  559.  509. 

791.  S23.   824. 

934.  902.   906. 

1034.  1108.  1145. 

1602.  1665.  1691. 

1836.  1853.  1877. 


885.  1067.  1095.  1131. 
1804.  1S79.  18S4.  1S88. 


Innsbruck. 


l. 

254. 
549. 

777. 

844. 

901. 

980. 
1434. 
1599. 
17  32. 
1847. 


22. 

289. 

555. 

783. 

.845. 

902. 

982. 
1435. 
1029. 
1738. 

ISIS. 


845.    1H22. 


748. 

839. 

87  2 

950. 
1100. 
1357. 
1624. 
10  70. 
1714. 
1817. 
1901. 


51. 

757. 
840. 

ss|. 

976; 
1170. 
13a9. 
1625. 
1678. 
1749. 
1823. 
1959. 


12. 

34S. 

563. 

787. 

847. 

916. 
1022. 
1450. 
1642. 
17.il. 
1850. 


in;;. 

758. 

843. 

887. 
1022- 
1182. 
13  70. 
1632. 
16S6. 
1752. 
1853. 
1904. 


48. 

351. 

574. 

7S8. 

854. 

918. 
1094. 
1525. 
1051. 
1753. 
1852. 


297. 

764 

845. 

891. 
1030. 
1193. 
1432. 
1638. 
1694. 
1757. 
1854. 
1972. 


•j.j. 
353. 
590. 
795. 
862. 
930. 


06. 

300. 
064. 
797. 
871. 
902. 


1119.  1130. 

1555.  1550. 

1052.  1664. 

1759.  1702. 

1854.  18s.i. 

Lschl. 

Kaschau. 

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70s.  771. 
854.  856. 
892.  894. 

1083.  1095. 

uns.  1200. 

1445.  1463. 

1653.  1057. 

1702.  1704. 

1706.  1786. 

1S5S.  1859. 

1980.  1989. 

Kesmark. 


59. 

394. 

757. 

822, 

881. 

903. 
1193. 
1507. 
1665. 
177:,. 
1964. 


571. 

775. 

859. 

902. 
1122. 
1234. 
1  17s. 
10.V.I. 
1706. 
1790. 
1866. 
201  1. 


74. 

401. 

707. 

S31. 

882. 

905. 
1205. 
1584. 
1071. 
17  7S. 
2001 


138. 

402. 

773. 

836. 

885. 

971. 
1208. 
1586. 


159. 

483. 

7  75. 

840. 

887. 

972. 
137S. 
1592. 


1689.  1717. 
17  81.  1783. 
2004. 


003. 

788. 

862. 

925. 
1157. 
1250. 
1601.  1005. 
IOGO.  1665. 
1709.  1710. 
1798.  1814. 
1876.  1879. 


5S8. 

783. 

860. 

921. 
1135. 
1255. 


724. 

824. 

871. 

930. 
1159. 
1332. 
1620. 
1671. 
17  i:l. 
1815. 
lsss. 


Kessen. 


2.   31.  830.  840.  845.  S56.  862.  1022.  1193.  1351. 
1383.  1604.  1656.  1669.  1834.  1853.  1888.  1989. 


1. 

854. 

1067. 

1989. 


Kirchdorf. 

2.   30.  232.  395.   783.  7SS.  824.  832.   845. 

862.  871.  880.   930.   994.  1022.  1023  1031.  1044. 

1193.  1605.  1693.  1715.  1724.  1751.  1760.  1707.  1790. 


1583. 

845. 

Kla^'f 

ufnrt. 

Kremsier. 

1. 

6. 

15. 

21. 

28. 

30. 

39. 

65. 

07. 

75. 

107. 

127. 

1  28. 

134. 

14o. 

1  11. 

170. 

ISO. 

181. 

193. 

194. 

216. 

231. 

291. 

299. 

338. 

394. 

395. 

409. 

401. 

402. 

506. 

574. 

587. 

595. 

0  1  s. 

649. 

7  22. 

748. 

757. 

Oll. 

825. 
978. 

704. 

872. 

1035. 

790. 

877. 
1042. 

840. 

950. 

1006. 

845. 

905. 

100  7. 

S54. 

'.ISO. 
1093. 

360. 

991. 
1095. 

802. 

994. 

1119. 

803. 
1027. 
1122. 

S68. 
1030. 
1131. 

871. 
1031. 
1135. 

1109. 
1692. 

1149. 
1331. 

1109. 
1334. 

1194. 
137  1. 

1  I  98. 
1377. 

1201. 
1378. 

1206. 
1107. 

1256. 
1429. 

1258. 

1432. 

1259. 
1478. 

12-7. 
1519. 

1898. 

1001. 

lOo:,. 

1012. 

1013. 

1014. 

1020. 

1021. 

1025. 

1626. 

1653. 

1660. 

1007. 

1691. 

1692. 

1094. 

1721. 

1737. 

1750. 

1757. 

1700. 

1709. 

1776. 

1785. 

1786. 

1821. 

1833. 

1851. 

1854. 

1871. 

1944. 

1972. 

1976. 

1986. 

1989. 

20O1. 

2003. 

2013. 

Kreinsmttnster. 

290   574.   840.  S45.   808.   885.  1022.  1067,  1193.  1607 

100s.  1757. 

Kronstadt. 

845, 

Laibach. 
483.  845.  1989. 


1.   291. 

809.   824. 

1851.  1997. 


Lemberg, 

403.  559.   573.   574.   587.  590.   74).   788. 
825.  844.  S45.  860.  1108.  1193.  1206.  1734. 


Leiitschau. 


30.   75.  239.   840.  845.  854.  1030.  1094.  1120.  1193. 
1464.  1644.  1718.  1854.  1800.  1921. 


1. 
45. 

27  1. 

509. 

77s. 

871. 
1022. 
1131. 
1332. 
1423. 
1715. 
1821. 
1981. 

845. 

1. 
42. 

92. 
14.8. 


0. 
91. 

291. 

573. 

7s:; 

021. 
1023. 
1135. 
1338. 
1127. 
1714. 
1823. 
1989. 


12. 

109. 

381. 

574. 

7S8. 

930. 
1025. 
1  1  17. 
1342. 
1465. 
1751. 
1824. 
1990. 


26. 
113. 
395. 
599. 

7'.).;. 

945. 
lo.H. 
1149. 
1357. 
1014. 
175  1. 
1829. 
21101. 


30. 
120. 
403. 
658. 
800. 
951. 


I-Js. 
4S2. 
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Jährliche  Periode  der  Imeotenfauna  von  Österreich-Ungarn. 


89 


175. 

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Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich-Ungarn. 


91 


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1973. 

1976. 

1982. 

1985. 

19S6. 

1989. 

1991. 

1992 

949. 

952. 

953. 

954. 

955. 

957. 

958. 

905. 

973. 

974. 

1993. 

1994. 

1995 

1997. 

1998. 

2001. 

2003. 

2005. 

2006. 

2008 

975. 

981. 

982. 

986. 

990. 

991. 

992. 

993. 

995. 

996. 

2009 

2011. 

2012 

2015 

2017 

2018 

2019. 

997. 

998. 

1000. 

1001. 

1002. 

1008. 

1011. 

1013. 

1027. 

1028. 

1030. 

1031. 

1033. 

1031. 

1037. 

1040. 

1011. 

1044. 

1062. 

1063. 

Wüten. 

1064. 

1065. 

1067. 

1068. 

1069. 

1071. 

1072. 

1073. 

1074. 

1077. 

108". 

L0S3. 

1085. 

10S6. 

1087. 

108S. 

1089. 

1093. 

1095. 

1099. 

25. 

20. 

29. 

31. 

574. 

726. 

783. 

822. 

840. 

S  1  5 

1101. 

1103. 

1104. 

1108. 

1110. 

1111. 

1118. 

1120. 

1122. 

1132. 

862 

930 

1095 

1131 

1145 

1751 

1133. 

1135. 

1136. 

1137. 

1138. 

114S. 

11  19. 

1150. 

1153. 

1157. 

1158. 

1159. 

1161. 

1  163. 

1166. 

1168. 

1169. 

1170. 

1171. 

1175. 

Zvezevo. 

1176. 

1180. 

1181. 

1182. 

1183. 

1181. 

1188. 

1189. 

1190. 

1191. 

289 

100  1 

B.   Jährliche  Vertheilung  der  Käfer. 

Zu  den  Untersuchungen  über  die  jährliche  Vertheilung  der  Käfer  liegen  vier  Beobachtungs- 
reihe n  vor: 

1.  Für  Prag,  wo  die  Beobachtungen  von  mir  seit  Anfang  September  L849  bis  Ende  August  1851  an- 
gestellt worden  sind; 

2.  für  Senftenberg  von  Herrn  Emil  Konrad  von  1863  und  1864; 

3.  für  Wien,   die  Jahre  1852 — 1871  einschliesslich  umfassend; 

4.  für  Salzburg  von  18<J-4 — 1874,  an  beiden  letzteren  Orten  ebenfalls  von  mir  angestellt,  wobei  jedoch 
zu  bemerken  ist,  dass  die  Beobachtungen  in  den  Jahren  1864—1871  zu  Wien  nur  in  den  Frühlings-,  da- 
gegen in  Salzburg,  ausgenommen  im  Herbst  1871,  nur  in  den  Sommermonaten  angestellt  wurden  sind,  ab- 
gesehen von  einigen  kleineren  Lücken  in  Wien  und  der  Ausdehnung  der  Beobachtungen  in  Salzburg  über 
einen  Theil  des  Frühlings  oder  Herbstes  in  einem  oder  dem  anderen  der  genannten  Jahre. 


Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich-Ungarn.  93 

Die  Ergebnisse  der  Beobachtungen  von  Prag  habe  ich  vor  geraumer  Zeit  bereits  veröffentlicht  '.  Den 
Beobachtungen  von  Senftenberg  und  den  daraus  abgeleiteten  unveröffentlicht  gebliebenen  Ergebnissen  liegt 
derselbe  Plan  wie  in  Prag  zu  Grunde. 

Für  Wien  und  Salzburg  sind  die  Frequenzzahlen,  durch  welche  die  jährliche  Vertheilung  ausgedrückt 
ist,  einfache  mittlere  Summen  der  Erscheinungstage  in  einem  Jahre,  indem  die  Gesammtzahl  der  ganzen 
Jahresreihe  durch  die  Zahl  der  Jahre  dividirt  worden  ist,  welche  für  jeden  Monat  eine  besondere  ist,  da  die 
Beobachtungen  nicht  in  allen  Jahren  auch  in  allen  Monaten  angestellt  worden  sind,  wie  Eingangs  bereits 
erwähnt  worden  ist. 

Diese  Quotienten,  welche  die  später  folgenden  Register  enthalten,  sind  durch  Zehntel-  Tage  ausgedrückt 
mit  Hinweglassuug  des  Decimalpunktes. 

Für  Prag  und  Senftenberg  sind  die  Frequenzzahlen  zwar  in  anderer  Weise  abgeleitet  und  daher  nicht 
unmittelbar  mit  jenen  von  Wien  und  Salzburg  vergleichbar,  auf  den  Gang  der  jährlichen  Vertheilung  hat 
diese  Verschiedenheit  jedoch  keinen  Einfluss. 

Die  jährliche  Vertheilung  ist  zu  entnehmen: 

1.   Für  die  einzelnen  Arten, 

l'.     ,.       ,,  ,.         Gattungen, 

y.     ,.       ,.  ,.         Familien, 

4.  ..  alle  Kater  zusammen,  und  durch  fortgesetzte  einfache  Summirung  aller  Frequenzzahlen  der  frü- 
heren Abtheilung'  für  jede  der  folgenden  erhalten  worden.  Dasselbe  gilt  von  der  jährlichen  Frequenzzahl  in 
Beziehung  auf  die  monatlichen. 

Soviel  dürfte  zur  Erklärung  der  Register  gentigen,  da  sich  bei  der  Einsicht  derselben  ihre  Einrichtung 
von  selbst  ergibt. 

Zwei  weitere  Tafeln  machen  die  Zahl  der  Arten  jeder  Familie  für  die  einzelnen  Monate  und  das  Jahr, 
dann  der  in  jedem  Monate  neu  erscheinenden  Arten  ersichtlich,  wobei  die  Erscheinungen  der  zweiten  Periode 
unberücksichtigt  sind,  so  dass  jede  Art  jährlich  nur  einmal  gezählt  ist. 

In  Prag  sind  die  Frequenzzahlen  nicht  für  den  December  und  Jänner,  in  Senftenberg  nicht  für  die  vier 
Monate  November  bis  Februar  berechnet,  für  alle  Monate  des  Jahres  liegen  sie  nur  von  Wien  und  Salz- 
burg vor. 

Nach  den  Beobachtungen  an  allen  vier  Stationen  nehmen  die  Käfer  im  Allgemeinen  vom  Anfang  des 
Jahres  bis  in  den  Juni  (in  Wien  nur  bis  Mai)  zu,  und  dann  wieder  ab.  Diese  Abnahme  setzt  sich  jedoch  nicht 
ohne  Unterbrechung  an  allen  vier  Orten  fort  und  hält  nur  in  Salzburg  an. 

In  Prag  rindet  im  Juli  eine  Depression  statt,  welche  sich  in  Senftenberg  bis  August,  in  Wien  sogar  Ins 
in  den  September  fortsetzt,  worauf  ein  zweites  Maximum  der  Frequenz  eintritt,  welches  in  P.  in  August,  in 
Se.  im  September  und  in  W.  sogar  erst  im  October  eintritt,  aber  in  dem  Masse,  als  es  später  stattfindet,  un- 
erheblicher wird. 

Es  ist  bemerkenswerth ,  dass  dieses  zweite  Maximum  desto  zweifelhafter  wird,  je  länger  die  Beobach- 
tungen fortgesetzt  worden  sind  und  je  mehr  sie  sich  den  letzten  Jahren  nähern.  In  Salzburg,  wo  die  Beob- 
achtungen so  viele  Jahre  hindurch  nur  in  den  Sommermonaten  angestellt  werden  konnten  und  vervielfältiget 
worden  sind,  wie  an  keiner  der  anderen  Stationen ,  zeigt  sich  von  dem  zweiten  Maximum  nichts,  obgleich 
die  Jahreszeit  zur  Ermittlung  desselben  sehr  günstig  war. 

Zur  Darstellung  der  jährlichen  Vertheilung  der  Familien  habe  ich  jene  derselben  gewählt,  welche  in 
Wien  die  grössten  jährliehen  Frequenzzahlen  aufzuweisen  haben. 

Die  Ergebnisse  der  hierüber  angestellten  Untersuchungen  sind  folgende: 


1  Jännerheft  und  Novemberheft  1851  der  Sitzungsberichte  der  kais.  Akademie  der  Wissenschaften. 


94  Karl  Fritsch. 

Die  Carabides  zeigen  an  allen  vier  .Stationen  zwei  Maxima  der  Frequenz,  eines  im  April  oder  Mai,  das 
andere  im  August  oder  September,  beide  Maxima  sind  durch  ein  Minimum  im  Juli  oder  August  getrennt;  an 
den  zwei  Perioden  des  Erscheinens  kann  demnach  bei  dieser  Familie  wohl  nicht  gezweifelt  werden. 

Auch  bei  den  Staphyliniden  scheinen  sie  vorzukommen,  wenngleich  die  Monate  der  Wendungen  mehr 
verschieden  sind.  Das  erste  Maximum  fällt  in  den  .März  oder  April,  das  zweite  schwankt  aber  schon  zwi- 
schen dem  August  und  October,  das  Minimum  zwischen  Juni  und  August. 

Bei  den  Silphiden  zeigt  sich  in  Wien  kein  zweites  Maximum  mehr,  wenn  auch  noch  an  den  drei  anderen 
Stationen.  Auch  fällt  das  erste  Maximum  auf  die  Monate  April,  Mai  oder  Juni,  das  zweite  auf  August,  Sep- 
tember oder  October,  das  Minimum  indessen  schwankt  nur  zwischen  Juli  und  August. 

Die  Dermestides  haben  au  allen  vier  Orten  nur  ein  Maximum  aufzuweisen,  im  Mai  oder  Juni. 

Scarabaeides  zeigen  zwar  durchgehende  zwei  Maxima,  jedoch  in  sehr  verschiedenen  Monaten,  da  das 
erste  im  März,  April  oder  Juni,  das  zweite  im  Juni,  September  oder  October  eintritt.  Die  Epoche  des  Mini- 
mums ist  eben  so  verschieden,  Mai,  Juli  oder  August. 

Die  Elateriden  haben  wieder  nur  ein  Maximum,  im  Mai  oder  Juni. 

Ebenso  die  Telepkorides  und  Melyrides;  bei  den  letzteren  findet  das  Maximuni  jedoch  in  den  Monaten 
Mai  bis  Juli  statt. 

Oedemerides  haben  an  allen  vier  Stationen  übereinstimmend  nur  ein  Maximum  im  Juni. 

Bei  den  Curculioniden  gibt  es  wahrscheinlich  ebenfalls  nur  ein  Maximum,  in  den  Mai  oder  Juni  fallend. 

Ebenso  bei  den  Ceramhyciden,  welches  aber  in  den  Juni  oder  Juli  fällt. 

Chrysomelides  zeigen  in  Prag  und  Senftenberg  zwei  Maxima,  in  Wien  und  Salzburg  nur  eines,  an  allen 
vier  Orten  im  Mai  oder  Juni,  das  zweite  an  den  beiden  ersteren  Stationen  im  August  oder  September,  das 
Minimum  im  Juli  oder  August. 

Die  Coccinelliden  haben  an  allen  vier  Orten  zwei  Maxima,  das  erste  im  Mai  oder  Juni,  das  zweite  im 
August,  September  oder  October,  das  Minimum  aber  übereinstimmend  im  Juli. 

Die  Verschiedenheit  in  den  Wendemonaten  an  den  vier  Stationen  mag  wenigstens  zum  Theile  davon 
herrühren,  dass  die  Familien  nicht  an  allen  dieselben  Gattungen  enthalten,  oder  an  jeder  andere  derselben 
durch  ihre  Frequeuzzahlen  sich  geltend  machen. 

Wie  nicht  anders  zu  erwarten,  sind  die  Perioden  des  Vorkommens  der  Familien  mit  einem  Maximum 
der  Frequenz  kürzer  als  jene  mit  zwei.  Erstere  betragen  bei  den  oben  angeführten  Familien  in  Prag  im  Mit- 
tel nur  6,  Salzburg  6-3  und  Wien  7  Monate,  während  sie  bei  den  anderen  Familien  9*7  in  Salzburg,  9-!»  in 
Prag  und  11-.')  in  Wien  erreichen. 

Doch  kommen  auch  in  der  ersten  Gruppe  bei  manchen  Familien  lange,  in  der  zweiten  kurze  Perioden 
vor,  so  hei  den  Dermestiden,  welche  nur  ein  Maximum  haben,  in  Wien  in  der  Dauer  von  10,  in  Salzburg 
von  8  Monateu,  in  der  zweiten  Gruppe  hingegen  dauert  die  Periode  der  Silphides  in  Wien  ebenfalls  nur 
8  Monate. 

Zu  vergleichenden  Beobachtungen  der  Erscheinungszeiten  empfehlen  sich  vorzugsweise  Familien  mit 
einem  Maximum,  weil  die  erste  Erscheinung  in  eine  mehr  vorgerückte  Jahreszeit  fällt  und  desshalb  nicht 
mehr  so  grossen  Störungen  in  Folge  der  Bückkehr  von  Kälte  unterliegt.  Auch  sind  sie  mit  ihrer  Lebens- 
weise vorzüglich  an  Pflanzen  gebunden,  auf  welchen  sie  leicht  bemerkt  werden  können,  zumal  sie  meist 
gleich  anfangs  in  grösserer  Menge  auftreten.  Ihre  erste  Erscheinung  lallt  mit  wenigen  Ausnahmen  erst  in 
den  April. 

Hieher  gehören  die  Familien  Dermestides  (diese  nur  zum  Theile"),  Elaterides ,  Telephorides,  Melyrides, 
Oedemerides,  Cerambycides.  Von  diesen  sind  nur  wenige  Arten  der  Dermestides  und  Elaterides  auch  schon 
in  den  Wintermonaten  zuweilen  beobachtet  worden  (in  Wien). 

Solche  Erscheinungen  gehören  vorzugsweise  den  Familien  an,  welche  zwei  Maxima  der  Frequenz  auf- 
weisen, es  sind  dies:  Carabides ,  Staphylinides ,  Silphides,  Scarabaeides,  Curculionides ,  Chrysomelides  und 
Coccinellides. 


Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreick-TJngarn.  'J5 

Von  diesen  sind  nur  die  Silphides,  in  Salzburg'  die  Carabides  und  ChrysomeMdes  in  den  Wintermonaten 
nicht  beobachtet  worden. 

Von  anderen  Familien,  gleichviel  ob  sie  in  die  erste  oder  zweite  Gruppe  gehören,  sind  im  Winter  vor- 
gekommen: in  Prag  die  Oryptophagides,  l'tinides  und  Pimelüdes,  davon  nur  die  Abtheilung  der  Opatrides,  in 
Wien  Dytiscides,  Gyrinides,  Oryptophagides,  Clerides,  l'tinides,  in  Salzburg  l'tinides  und  Meloides. 

Dytiscides  und  Gyrinides  leben  im  Wasser,  die  übrigen  halten  sich  an  oder  in  Gebäuden,  Magazinen 
u.  s.  w.  auf,  also  unter  günstigeren  Temperaturverhältnissen  als  im  Freien,  wo  nur  in  Salzburg  durch  kräf- 
tige Insolation  des  Bodens  bei  südlicher  Exposition  Meloides  hervorgelockt  worden  sind. 

Bei  den  Erscheinungen  im  Winter  musste  Senftenberg  unberiieksichtiget  bleiben,  da  die  Beobachtungen 
erst  mit  März  beginnen  und  schon  mit  Oetober  enden. 

Zu  ähnlichen  Untersuchungen  wie  über  die  Familien  habe  ich  von  den  Gattungen  jene  gewählt,  welche 
in  Wien  die  grössten  jährlichen  Frequenzzahlen  in  ihrer  Familie  aufzuweisen  haben. 

Kur  ein  Maximum  haben  übereinstimmend  an  allen  vier  Stationen  die  Gattungen:  Cicindela,  Necro- 
phorus,  Dermestes,  Anthrenus,  Byrrhus,  Athous,  Limonitts,  Cantharis,  Malachius,  Dasytes,  Lagria,  Mordella, 
Meloe,  Oedemera,  Strangalia,  Pachyta,  Gryptocephalus. 

Zwei  Maxima  an  allen  vier  Stationen  hat  nur  die  Gattung  Paederus  aufzuweisen. 

Bei  folgenden  Gattungen  sind  zwei  Maxima  wenigstens  wahrscheinlich,  da  sie  seh  an  dreien  von  vier 
Stationen  herausstellen:   Silpha,  Aphodius,    Geotrupes ,  Agriotes,   Sitones,  Ilaltica,   Ckrysomela,  Coccinella. 

Dennoch  erkennt  man,  dass  das  zweite  Maximum  mit  Vorsicht  anzunehmen  ist. 

Die  Epochen  der  Maxiina  der  angeführten  Gattungen  sind  die  folgenden:  Von  jenen  mit  einem  Maximum, 
wozu  gehören:  Cicindela  im  April,  an  einer  Station  Mai ;  Necrophorus  April  bis  Juni  je  nach  der  Station: 
Dermestes  April,  Mai;  Anthrenus  Mai  bis  Juli;  Byrrhus  April  bis  Juni;  Athous  Mai,  Juni;  Limonius  Mai, 
Juni;  Cantharis  Mai,  Juni;  Malachius  Mai.  Juni;  Dasytes  Mai  bis  Juli:  Lagria  Juli,  August;  Mordella 
Mai,  Juni;  Meloe  April,  Mai;  Oedemera  Juni;  Strangalia  Juni,  Juli;  Pachyta  Mai,  Juli;  Gryptocephalus 
Mai.  Juni. 

Das  Maximum  fällt  bei  dieser  Gruppe  vorwiegend  in  den  Mai  oder  Juni,  selten  schon  in  den  April  oder 
erst  in  den  Juli  oder  selbst  August  wie  theilweise  bei  der  Gattung  Lagria.  Die  Zeit  schwankt  bei  derselben 
Gattung  nach  Verschiedenheit  der  Station  von  1 — 3  Monaten.  An  allen  vier  Stationen  übereinstimmend,  fällt 
das  Maximum  nur  bei  Cicindela  und  Oedemera  in  denselben  Monat. 

Das  erste  Maximum  bei  den  Gattungen  der  zweiten  Gruppe  fällt  in  folgende  Monate:  Bei  Paederus  in 
den  März,  April;  Silpha  April,  Juni;  Aphodius  März,  April;  Geotrupes  April,  Mai  und  Juli,  August;  Agriotes 
.Mai  bis  Juli:  Sitones  April  bis  Juni;  Ealtica  April,  Mai;  Chrysomela  April,  Juni;  Coccinella  April  bis  Juni, 
fällt  demnach  bei  Paederus  und  Aphodius  schon  in  den  März,  bei  Geotrupes  selbst  noch  in  den  August,  also 
fast  in  dieselben  Monate  wie  in  der  ersten  Gruppe. 

Das  zweite,  wenig  sichere  Maximum  vertheilt  sich  auf  die  Monate  Juli  bis  Oetober. 

In  den  Wintermonaten  wurden  bei  Prag  38 ,  Wien  35,  Salzburg  nur  8  Gattungen  beobachtet,  da  die 
Beobachtungen  im  Winter  hier  nur  wenige  Jahre  umfassen.  P.  und  W.  haben  davon  15  gemeinsam:  Drau, ins, 
Anchomenus,  Amara,  Bembidium,  Tachyporus,  Sunius,  Paederus,  Aphodius,  Geotrupes,  Ptinus,  Opatrum, 
Omias,  Ceutorhynchus,  Ilaltica,  Coccinella.  In  P.  ist  die  Zahl  der  Gattungen  desslialb  grösser,  weil  die  Käfer 
hier  auch  noch  unter  Steinen  aufgesucht  worden  sind. 

In  Betreff  der  Arten  berufe  ich  mich  auf  die  Tabellen  selbst.  Von  Prag  und  Senftenberg  liegen  keine 
jährlichen  Frequenzzahlen  für  die  Arten  vor;  sie  fehlen  auch  für  die  Familien  und  Gattungen,  wesshalb  die 
folgenden  Untersuchungen  sich  auf  Wien  und  Salzburg  beschränken. 

Nach  den  jährliehen  Frequenzzahlen  herrschen  in  Wien  die  Familien  in  folgender  Ordnung  vor:  Chryso- 
melides,  Scarabaeides,  Curcidionides.  Coccinellides,  Carabides,  Cerambycides,  Elaterides,  Staphilinides,  Der- 
mestides,  Telephorides,  Melyrides,  Sylphides.  Hievon  betheiligen  sich  die  Chrysomelides  mit  18,  die  Familien 
Dermestides  u.  s.  w.  herab  nur  noch  mit  zwei  Percent  an  der  Totalsumme  für  sämmtliche  Familien. 


96  Karl   Fritsch. 

Alle  diese  Familien,  die  Dermestides  ausgenommen,  an  deren  Stelle  die  Oedemerides  treten,  sind  auch 
in  Salzburg  die  herrschenden  Arten,  wenngleich  in  anderer  Reihung;  doch  nehmen  die  CArysometides  eben- 
falls den  ersten  Platz  ein,  mit  20  Percent  des  Totale,  während  die  Sylphides  und  Melyrides  sich  nur  mit 
2  Percent  betheiligen.  Die  Oedemerides  betragen  in  Wien,  sowie  die  Dermestides  in  Salzburg  nur  ein  Percent 
vom  Totale. 

Von  den  Gattungen  sind  in  Wien  durch  die  grössten  jährlichen  Frequenzzahlen  der  Reihe  nach  vertreten : 
Goccinella,  Haltica,  Aphodius,  Cetonia,  Harpalus,  Gantharis,  Gryptocephalus,  Chrysumela,  Silpha,  Malachius, 
Hister,  Meloe,  wovon  Goccinella  5  Percent,  die  Gattungen  von  Silpha  angefangen  nur  noch  1  Percent  der 
Totalsumme  sämmtlicher  Gattungen  ausmachen. 

Salzburg  hat  nur  noch  fünf  der  oben  angeführten  Gattungen  mit  Wien  gemeinsam,  welche  auch  der  Fre- 
quenz nach  oben  anstehen:  Ghrysomela,  Cantharis,  Aphodius,  Goccinella  und  Gryptocephalus  mit  ti  —  3 Percent 
herab  vom  Totale.  Dann  folgen:  Amara,  Phyllobius,  Silpha,  Carabus,  l'aederus,  Staphilinus,  Anoncodes, 
sämmtlieh  mit  2  Percent,  welche  nur  in  S.  herrschend  sind. 

Noch  grösser  wird  die  Divergenz  bei  den  Arten.  Von  den  zwölf  vor  den  übrigen  im  ganzen  Jahre  herr- 
schenden Arten  hat  Salzburg  nur  noch  zwei  mit  Wien  gemeinsam:  Goccinella  septem-punctata  und  Epilachna 
globosa,  welche  indessen  nur  mit  1  Percent  sich  an  der  Totalsumme  aller  Arten  betheiligen. 

Mit  Hilfe  der  Register  ist  es  leicht,  diese  Untersuchungen  auch  auf  die  einzelnen  Monate  auszu- 
dehnen. 

Was  zuerst  die  Familien  betrifft,  so  sind  im  Jänner  sowohl  in  W.  als  S.  die  Staphilinides  in  der 
Überzahl. 

Von  den  drei  Familien,  welche  in  jedem  der  folgenden  Monate  in  Wien  herrschend  sind,  hat  S.  mit  W. 
gemeinsam:  im  Februar  Coccinellides  und  Scarabaeides ,  März  Staphilinides  und  Carabides,  April  und  Mai 
nur  Chrysomelides,  Juni  Chrysomelides  und  Curculionides ,  Juli  Ghrijsvmeiid.es  und  Gerambycides ,  August, 
September  und  October  nur  Chrysomelides,  im  September  auch  die  Coccinellides ,  im  November  und  Decem- 
ber  besteht  keine  Übereinstimmung  in  Betreff  der  herrschenden  Familie. 

Es  ist  bemerkenswerth,  dass  die  Sca?-abaeides  von  Wien  zu  S.  in  den  Monaten  April,  dann  Juni  bis 
October  durch  Carabides  vertreten  sind. 

Weit  geringer  ist  die  Übereinstimmung  in  Betreff  der  in  jedem  Monate  herrschenden  Gattungen. 

Im  Februar  und  April  ist  die  Gattung  Aphodius  gemeinsam,  im  Mai  Cantharis,  dann  erst  wieder  im 
September  Ghrysomela  und  Goccinella,  letztere  auch  im  October  und  November,  im  Ganzen  sind  es  nur 
7  von  oij,   welche  in  W.  in  den  einzelnen  Monaten  zusammen  vorherrschen. 

Von  32  ebenso  untersuchten  Arten  hat  S.  nur  noch  3.  mit  W.  gemein,  nämlich  Cantharis  rustica  im  Mai, 
Goccinella  septem-punctata  im  October  und  Adimonia  tanaceti  im  November.  Die  Faunen  divergiren  desto 
mehr,  je  mehr  man  in  das  Detail  eingeht. 

Dem  Register  sind  für  beide  Stationen  noch  je  2  Tabellen  angeschlossen,  von  denen  die  erste  die  Anzahl 
der  in  jedem  Monate,  sowie  im  ganzen  Jahre  vorkommenden  Arten,  die  zweite  die  Anzahl  der  in  jedem 
Monate  erscheinenden  neuen  Arten  für  jede  Familie  ersichtlich  macht. 

An  beiden  Orten  vermehren  sich  die  Arten  überhaupt,  sowie  die  neuen  Arten  rasch  vom  Anfang  des 
Jahres  bis  in  den  Mai  und  nehmen  dann  langsamer  bis  gegen  Ende  des  Jahres  wieder  ab.  Ein  zweites  .Maxi- 
mum zeigt  sich  nicht,  ist  jedoch  bei  einzelnen  Familien,  wenn  auch  in  der  Regel  nur  schwach  angedeutet. 

In  Betreff  der  angeschlossenen  graphischen  Darstellungen  ist  zu  bemerken,  dass  die  Freqnenzzahlen  der 
Tabellen  nicht  wie  bei  den  vorstehenden  Untersuchungen  unmittelbar  als  Mass  der  Ordinaten  benützt,  son- 
dern zu  je  dreien  in  ein  Mittel  vereint  worden  sind,  um  den  Curven  einen  regelmässigen  Verlauf  zu  geben, 
also  December,  Jänner,  Februar  für  Jänner ,  Jänner,  Februar,  März  für  Februar  u.  s.  w.  Um  die  Zahlen  für 
alle  vier  Stationen  vergleichbar  zu  machen,  sind  die  Ergebnisse  auf  Tat.  VII — IX  noch  in  Percenten  der 
Jahre-ssumme  dargestellt. 


Jährliche  Periode  der  Tnsectenfauna  von  Österreich-Ungarn. 


97 


Frequenz  der  Arten. 
Wien. 


Familie 


Gattung  und  Art 


i  Jänn.  Febr.  März  April 


Mai   i  Juni     Juli    Aug. 


Sept.    Oct.    Nov.    Dec. 


Jahr 


r,.  .    ,        (  Oiemdela  campestris 
Cicinde-   )  ,  r .. 

...  /  „  siilratica 

hdes       ii       "  ,  •    , 

(I        v         sylmcola 


Blethisa  multipunetata  . 
Notiophilus  aquaticus 
„  palustris 

n  semipunctatus 

Procrustes  coriaceus  .    . 
Carabus  Ullrichii  .    .    .    • 

„         granulatas    .     . 

„  intricatus      .     . 

„         purpurasrens 

„         Scheid!eri      .    . 

„  Preissleri  .  . 
Calosoina  Inquisitor  .  . 
Oymindis  humeralis  .  . 
Dromius  glabratus 

„  qnaärimacidafus 

Metailetus  pallipes     .    . 

„  punctatelhis 

Lebia  chlorocephdla    . 
n       crux  minor    .    , 
Brachinus  crepitans   . 
„  explodens 

Dysehirius  politus 

„  Bonellii    . 

Oallistus  lunatus  .  . 
Cklaenius  Sckrankii  . 
TÄcinus  cassideus  .  . 
Oalathus  cisteloides    . 

„        fuh-ipes    .    . 

„         melanocep7ialU' 

n         fuscus  .     .     . 
Anchomenus  angusticoll 
„  prasinus 

„  modestus 

„  versutus 

„  parumpunctat 

Poecilus  p  und  ulatus 

„        dimidia  us 

„         cvpreus    . 

„         lepidus 
Feronia  metallica    . 

„        u/ictirfata  . 

„        carinata    . 

„         striola    .    . 

.,         anthracina 

.,         terricola     . 

.,         elata      .    . 

„        st.enua 
Zrtbrus  giblus      .     . 
Amara  ingenua   .    . 

„       munieipalis 

„       tricuspidata 

.,       plebeja     .    . 

„       simila/a  .    . 

„       obsoleta   .    . 

.,        acuminata  . 

„       trivialis   .    . 

„       communis    . 

,,      familiaris    . 
apricaria 

„       consularis    . 

„        auliea       .     . 


12 

4 

1 

1 

3 

1 

1 

2 

1 

1 

1 

1 

5 

6 

1 

2 

2 

. 

2 

2 

1 

1 
1 

2 

3 

1 

1 

1 

1 

1 

1 

3 

5 

1 

1 

2 

1 
1 

1 
4 

1 

1 

1 
1 

1 

1 
3 

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1 

1 

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1 

1 
1 

4 

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2 

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1 

1 

1 
1 

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1 

1 

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2 

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1 

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1 

1 

1 

1 

1 

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1 

1 

1 

1 

1 

1 

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1 
1 


19 

1 
9 


1 

3 

4 
13 

1 


6 
5 

1 
1 
7 
I 
4 
2 
2 
4 
10 
i 
1 
1 
2 
1 
4 
3 
1 
l 
3 
3 


4 
1 
6 
3 


Denkschriften  der  mathem.-naturw  Cl.    XXXVII.  Ud. 


13 


98 


Karl  Fr itsch. 


Familie 


Gattung  und  Art 


Jänn.  Febr.  März 


April 


Mai 


Juni 


Juli 


Aug. 


Sept. 


Oct.    Nov.    Dee. 


Jahr 


r3 

3 


I 


Gyriuide.s 


o 
'S 

a 


llarpalus  azurens  .    .    . 
„         complanatus   . 
„         ruficornis    .    . 
griseu^     .     .     . 
„  aeneus     .    .    . 

„  rubripi  s 

„         semiviolact  u  s 
„  distinguendm 

„  hottentotta  ■  . 
„  discoideus  .  . 
„  la/us   .... 

„  luteicornis 

„  picipennis  .  . 
„  tardus     .    .    . 

„  serripes  .     .     . 

„  anxms  .  .  . 
Acupalpus  meridieinus  . 
Bradijcellus  similis  .  ■ 
Treckus  palpalis  .  .  . 
„  austriacus  .  . 
Epaphius  secalis  .    . 

Bembidium  Schüppeli    ■ 
„  guadrimaculat 

„  eelox    .    .    . 

n  pygmaeum 

„  decorum  .     . 

r  quadriguttatUi 

r  ustulatum     . 

„  biguttatum    . 

Hyphydrus  ovatus  ■    .    . 
Hydroporus  geminus  .    . 
„  unittrialus 

„  2>ahi?tris 

„  nigriia         • 

Colymbetes  fuscus  .    .    . 
„  /listr-in/its 

„  adsper/ns 

n  consputus 

Agabus  bipustulatus  .  . 
Dytiscus  marginalis  .  . 
Acilius  sulcatus  .  .  . 
Hydaticus  transversalis 

Gyrinus  mergus  .... 

Hydrophilus  piceua  .  . 
Ilydrous  caroboides  .  . 
Hydrobius  fusczpes  .  . 
Helophorus  nubilus     .    . 

„  grandis    .   ■. 

n  granulai'h    . 

Sphaeridium  searabaeoide 
B  bipusiulalum 

Cercyon  plagiatum      .    . 

Falagria  sulcata      .     ■    . 

„  nigra'  . 
Myrmedonia  canalioulafa 
Homalota  orpka/na  .  . 
i ',//  dera  >  ubicunda  .  . 
Ali  oc  iura  nitida  .  .  ■ 
,,  m'grfpes      .    . 

„  rufipennii 

„  bisignata    .    . 

„  moerens 

Tackyporus  saginaius 
„  tcitulus    . 

„  iransvt 

n  hypnorum    . 

brunneus 


11 
2 


1 

4 

1 

l 

o 

1 

1 

. 

1 

5 

1 

1 

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1 

1 

3 

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1 

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1 

1 

1 

2 

1 

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1 

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1 

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1 

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1 

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2 

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1 

4 

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18 

1 
7 
1 
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3 
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13 
1 
1 

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1 
1 
1 
1 
1 


1 

'.) 

18 

17 

1 

31 

6 

4 
1 

1 
1 

8 
in 


Jährliche  Periode  der  Jnsectenfauna  von  Österreich-  Ungarn. 


99 


Familie 


Gattung  und  Art 


Jänn.  Febr.  März  April 


Mai 


Juni 


Juli 


Aug. 


Sept.    Oct.    Nov.    Dec. 


Jahr 


Scydmae- 
nides 


Tachinvs  rußpes     .    .    . 
„  ßmetarius    .     . 

Boletobius  lunatus      .    . 
Xantholinus  rußpennis  . 
„  pwnctulatus 

„  linearis  .    . 

Leptacinus  baiychrus 
Staphylinus  Itirlus  .     .    . 
J7  pubescens 

„  nebulosus     . 

„  murinus  .    . 

„  chalcocephalu. 

„  caesar  cus     . 

Ocypus  falcifer  .... 

„       ater     

„        similis     .... 
„        briinnipes    .     .     . 
17       fulripennis      .     . 
Phüonthus  cribratus  .    . 
.,  intermedius 

„  bimaculatrts 

„  atrains      .    . 

„  carbonarius 

n  sordidus    . 

„  aeneus  .     . 

„  alb/pes 

„  fimetariua 

n  discoideus 

n  fumigaius 

„  rnicans  .    . 

„  aterrimus 

Quedius  fulgidua  .  . 
Lathrobium  fulvipen  ne 
Lithocharis  fmcula     . 

„  melanocephala 

.  obsoleta   . 

Scopaeus  pumilus  .    . 
Stüicus  orbiculatus 
Sunius  ßliformis     .    . 

„       angustatus 
Paederus  ruficollis 
„  littoralis 

„  longipennis 

Dianous  coerulescens 
Sterins  biguttatus     .     . 
„        bipuucta/us 
„         Juno     .... 
„        ruralis     .    .    . 
„        unieolor  .    .    . 
Platystethus  morsitans 
„  eormUus 

Oxytelus  piceus  .    .    . 
„        sculptus    .    . 
B        inustus      .    . 
.,         niiidulus  .    . 
„        compla/nalus 
„         depressus 
( 'oprophilus  s/rialvlus 
Deleaster  dichrous 
Deliphrium  angustatum 
Omalium  rirulare  .     . 
„  ßorale      .     . 

'  Anthobiwm  Sorbi    .    . 

Scydmaenus  tarsatus  . 

Cholera  cisteloides 
„        chrysomelides 
„        nigricans   .    . 
n         sericea  .    .    . 


4 
3 
1 

6 
1 
1 
13 
1 
1 
1 
I 
1 
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1 
1 
1 
1 
1 
16 
1 
1 
1 
1 
3 
1 
1 


13* 


100 


Karl  Fritscli. 


Familie 


Gattung  und  Art 


Jänn. 


Febr. 


März 


April 


Mai 


Juni 


Juli 


Aug. 


Sept.    Oct. 


Nov. 


Dec. 


Jahr 


03 


s 

'S 


Agyrtes  castaneus  .  . 
Sil p ha  thoracica  .  . 
„       guadripunctala 

n       rugosa      .    .    . 

„        sinuata    .    .    . 

„        carinata  .     .     . 
rctiimlata     .    . 

n        ohscura    .     .     . 

„        nigrita      .    .    . 

„        atrata  .... 
Necrophorus  germanicus 
„  mortvoram 

„  vespillo 

_  vestigiator 

Hisler  quadrinotatus 

„  quadriinaculatus 

n  uncinatus    .    . 

„  vnicolur  .     .     . 

„  inaequalis    .    . 

„  modestus      .    . 

_  distinctus     .    . 

„  cadaeerinus 

„  inerdarhis    .     . 

,.  purpurascens  . 

„  stercorarius     . 

,,  sinuatns  .    .    . 

„  carboiiarias 

„  cervinus  .    .    . 

„  duodecimstrialu 
Saprinus  ni/idulns  .    . 
n         virescens 

Pkalacrus  corruseus  . 
„  gro$8US  .     . 

Olibrus  aeneus    .    . 

„        bicolor     .     .     . 

n        liquidus  .    .    . 


I     1 


Cercits  Sambuci  .    .    . 
Brachypierus  Vrticae 
n  gravidus 

Epuraea  bisignata 
„         immunda 
Soronia  grisea     .    .     . 
Omosita  colon      .    .    . 

„         rf/.y  </''-  -'    . 
Meligethes  aeneui   .    ■ 

r  viduatus 

Pellis  ferruginea     .    ■ 


Colydiides 


Ditoiuf  crenatct 


Lathri- 

diides      ) 


Lycius  bicolor      .    . 
Cryptophagus  crenulalus 
„  fiimalus 

acvtangulus 
Atomaria  fimetarii 

„  mes,  m  las  ? 

„  ba  sah's     .     . 

Tritt  nn  bipttsfulata    . 

Lathridius  t>  aasvt  r  <<- 
Corticaria  pubescens  . 


Byturtis  fumatus     . 
„        tomentoms 
IIa  mesies  lardarius 

„  mun'itiis 

.,         laniarius 


1 

9 

II 


3 

4 
1 
6 
4 
5 
17 
16 
4 
3 
5 
1 
9 
4 


13 
■1 


1 

1 
1 

15 
1 
4 
4 
1 

4 

l 


1 
IC 
20 

1 


1 
1 
1 
1 
I 
1 
1 
1 

1 
1 

8 
1 
6 

19 

In 


Jahrliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich-Ungar». 


101 


Familie 


Gattung  und  Art 


Jünn 


Febr. 


März 


April    Mai 


Juni     Juli 


Aug. 


.Sept. 


Ocr. 


Nov. 


Dec. 


Jahr 


( Throscides 


Lucanides 


I         \ 


Dermestes  Frischii 
„         undulatus 
„  atonxarhia  . 

Attagenus  pe/lio     .    . 
„  megatoma  . 

Anthrenus  Scrophularia 
„  museorum 

„  claviger 

Tri.vacus  dermestoides 

Byrrhus  Inniger  .  . 

„        faseiatits  .  . 

„  dorsalis 

.,        pilula     .  .  . 

'"        murinus  .  . 
IMCorychus  nitens 

Lucanus  cervus  .    .    . 
Dorcus  parallelepipedus 
Platycerus  caraboides    , 

Copris  In, iuris     .    .    . 
Onthophagus  Schreberi 
„  camelus 

r  taurus    . 

„  ovatits    . 

„  coenohita 

,.  anstriacus 

„  fracticornis 

„  vacca 

„  nuehicorni 

Oniticellus  ßavipes 
Aphodius  erraticus 

Bubterraneus 

fossor  .    .    . 

fuetens     .    . 

fimetarius    . 

granarius    . 

sordidus 

lugens      .    . 

lieidus     .    . 

melanostirticn 

„  inquinatus  . 

„         pictus  .    .    . 

„  arenarius    . 

n  ru-ßpes     .    . 

„         luridus    .    . 

lihyssetnus  asper     .    . 

Psammodius  caesus     . 

Geotrupes  vernabis 

„  sterco.arius 

„  sylvaticus  . 
Trox  hispidvs  .  .  . 
Soplia  squamosa  .  . 
gram-inicola  . 
Homaloplia  ruricola  . 
Sen'ca  holosericea  .  . 
Rhizotrogus  aestitui  . 

„  nequinoetia) 

„  n  ■  limilis  . 

,,  tolstitiali 

L'olyphylla  fiillo 
Melulontha  vulgaris 
Anisoplia  frut'Cola 
.,         agricola  . 
„         bromicola 
aus/ria  -a 
ndjecta    . 
.,  lata      .    . 


n 


23 


10 

2 
2 

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14 

l 

14 
'6 
2 

3 
11 

1 


10-2 


Karl  Fr itsch. 


Familie 


Gattung-  und  Art 


Jänn. 


Febr 


März 


April 


Mai     Juni 


Juli 


Aug. 


Sept.    Oct. 


Nov. 


Dec. 


Jahr 


S3 

■8 


W 


Pliyllopertha  liorlicola  . 
Anomala  Frischii  .  .  . 
Ovyctes  nasicornis  .  .  . 
o.rijtltyrea  stictica  .  .  . 
Epicornetis  hirtella  .  . 
Cetonia  viridis    .... 

„        aurata    .    .    .    . 

„        marniorata     .    . 

„        aenea      .... 

„  metallica  .  .  . 
Gnorimus  nohilis  .  .  . 
Yalgus  hemipterus 

Acmaeodera  taeniaia 
Capaodis  teriebrioiüs  .    . 
Dicerca  heroliensis     .    . 
Aneylocheira  ruslica 
C'/talcophora  Mariana     . 
Cratomerus  cyanicornis 
intliaxia  nitidala  .    .    . 

„  nitida  .    .    .     . 

„  Salicis      .    .    . 

„  quadri punctata 

„  sepuleralis  .  . 
C'oraebus  elatus  .... 
Agrilus  /.-iridis  .  -  .  . 
Trachys  minuta  .    .    .    . 

Drapetes  equestris  .  . 
Cratonychus  rußpes  .  . 
„  niger  .    .    . 

..  brunnipes 

Lacon  murinus  .... 
Atfious  hirtus  .... 
„  alpinus  .... 
„  iongicollis  .  .  . 
„  haemorrhoidoJis 
„  vittatus  .... 
„  biformis  .... 
Limonius  cylindius  .  . 
„  minutut  .  .  . 
„  parvuh'S      .     . 

L'ardiophorus  di  sei  coli  is 
„  rußpes  .    . 

„  vestigialis 

„  test accus  . 

„  Equiseti    . 

Ampedus  elegantulus 

„  s-rofa  .     .     .     . 

Cryptohypnus  elortgatui 

_  pulchellus 

Drasterius  bimaculatus  . 

Gorymbites  haemalodes  . 

„  cupreus    .    . 

.,  aerttginosus 

„  pectinicornis 

„  tessel/i/iis 

Diacanthus  aeneihs 

„  holosericeus 

„  ?'</»«       .       . 

„  milo     .     . 

Pristilop/ttts  insitivus 
Agriotes  obscicrus   .    . 

„        graminicola  . 

„        pilosus  .    .    . 

„  spu/ator    .     . 

n        ßavicornis 

„        blandus    .    . 

Sericosomus  Hbialis    . 

„  brunneus 

Adrastus  lateralis  .    . 


9 
0 

7 
4 
G 
S 

12 


1 
5 
1 
1 
15 
1 
1 
1 


10 


13 
2 
3 


13 
o 

1 
29 
20 

-2 

40 

6 

17 

30 

2 

14 

1 
1 

1 
1 

1 
1 
7 
2 

1 
C 
o 


1 
3 

14 
3 

11 
3 
1 
5 

10 
1 
1 

19 
1 
1 
1 
1 
2 

3 

5 

1 
1 
1 
1 
4 
1 
1 
1 
1 
1 
G 
f> 
1 
1 
1 
2 

11 
6 

16 
4 
4 
2 

1 
3 


Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich-Ung 


am. 


103 


Familie 


Gattung  und  Art 


Atopides 

Cyphoni- 

des 


2 


Anobiides 


Helopidi  s 


Dascillas  cereinus      .    . 
Cyphon  variabilis    .     .     . 

Lygistopterus  sanguineus 

Lampyris  noclilaca     . 

„  splendidula 

Cantharis  obscura  .    . 

„  cpaca      .    . 

n  f"sca       ■    ■ 

„  rustira     .     . 

„         Hepar     .    • 

„         nigricans    . 

„  clypeata 

„         livida      .    . 

rufa    .     .     . 

Bagonycha  melcnvtra 

Malthodes  pultcarias 

Malachius  i'ubricollis 
„         marginellus 
„  pulicarius 

„  bipustu/atus 

„         aeneu-i    .    . 
„  sculellaris 

n  rubidus 

„  viridis    .    . 

„  elegans  .    . 

„         geniculatus 
„  spinipennis 

A  nthocomus  sanguinolentus 

„  equestris 

Ebaeus  appendicu  latus 
Troglops  albicans  .  . 
Dasytes  coeruleas  .  . 
„  niger  .  .  ■ 
„  obscurus  .  . 
n  fusculus  .  . 
„  Jlavipes  .  . 
Enicopus  hirtus  .  .  . 
Cosmiocomns  pallipes 
Dolichosorna  linearis 


Clerus  formicarius 
Opilus  *\>.  ?     .    .    . 
Trichodes  apiarius 
Corynetes  rußcornis 
„         violaceus 

lledobia  regalte  .    . 

l'tinus  nitidus     .    . 

„       für  .... 

„         latro     .     .     . 
n        tcstaceus 

Anobium  pertinax  . 

„  mo/le    .    . 

Apate  eapucina  .    . 

Blaps  fatidica  .  . 
„  cbtusa  .  .  . 
Pedinus  femol  alte  . 
Opatrum  sabulosum 
„  viennense 
Microzoum  tibiale  . 
Crypticus  glaber 

Uclops  lanipes  .  . 
„  caraboides  . 
„        quisquillius 


Jänn.  Febr.  März  April 


Mai 


13 

I 


3 

6 

4 

17 

11 

3 

11 

2 

1 


1 
15 

1 


13 
3 
1 

1 
1 


Juni 


1 

l 

l 

l 

1 

1 

1 

1 

1 

o 

2 

1 

1 

-1 

5 

Juli    Aug.   Sept.    Oct.    Nov. 


Dec. 


Jahr 


l 
l 
7 
7 
5 

21 

17 
3 

12 
5 
1 

12 
1 

1 
1 
2 
1 

•21 
1 
2 
1 

10 
9 


II 
1 


S 

1 

13 

t 


1 
1 

3 

1 

1 
1 
1 

1 
1 
6 

33 
9 
1 

17 


104 


Kar  l  F 7- itsch. 


Familie 


Gattung  und  Art 


Jänn. 


Febr. 


März  April    Mai 


Juni     Juli 


Ang, 


Sept.    Oct.    Nov.    Dec. 


Jahr 


Cistela  fulvipes 


ü 


\\° 


SIegischia  nigrita   .    . 

L'teniopus  sulpltureus 

Omophlus  lepturoides 

„         picipes    .    . 

Melandryi- 1 L,  ,     ,  ,   ., 

j  <  Melaridrya  caroboides 

Lagrüdes    {  Lagria  hirla    .... 


Pyrochroi  - 
des 


c 

< 


•s 
o 


'S 


Salpin- 
arides 


» 


Pyrochroa  coccinea 

„  pectinicornis 

„  rubeus   .    . 

Nothoxus  monoceros  . 

„  cornutus 

Anthicus  hispidus  .    . 

„         humilis     .    . 

„        floralis      .    . 

„         bifascialus    . 

Mordella  faseiata  .  . 

„  biguttata 

„          aculea/a  .  . 

„         pumila     .  . 

„          brunnea  .  . 

Anapsis  ruficollis    .  . 

„         frontalis    .  . 

„          rufilabris   .  . 

„        /atrt  .... 

Meloe  proscaraiaeus  . 

„       violaceus      .    . 

„       uralensis       .    . 

n       vdriegatus    .    . 

„        rugosus     .     .     . 

„       scabriusculus    . 

„  brericoUis  .  . 
Mylabris  Fueslini  .  , 
iyi7«  vesicaturia     .     . 

„  syriaca  .... 
Epicauta  dubia  .  .  . 
Zonitis  mutica     .    .    . 


.  Asclera  sanguinicollis 
„        eoerulea      .     . 

Oedemera  podagrariae 
n  ßavescens  . 
„  marginata  . 
„  ßavipes  .  . 
„  rirescens     . 

„  ?  Krida     .    . 

Anoncodes  adusta  .  . 
„  rtißventris 

„  azurea  .    , 

„  fuh-ieollis 

„  riridipes    . 

Chrysanthia  viridissima 

Myoterus  curculionoides 


1  Bruchus  Kariegatus 

\  .,         c;'s/i'  .     .    . 

„  nigripes     . 

,,        flavimanua 
„        pubescens 
„         villosus     . 
Platyrhinua  latiroslris 


< 


11 
1 


15 

1 


1 
2 
1 

12 
1 

1 

3 

1 


1 

3 

• 

■ 

6 

• 

1 

1 

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1 

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2 


15 

1 
1 
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4 
1 
3 
1 
3 


28 
3 


3 
1 

9 
10 
10 


1 

15 

3 


1 
20 

L 
1 
1 
11 
1 


Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich-Ungarn. 


105 


Familie 


Gattung  und  Art 


Jänn.  Febr. 


März  April    Mai 


Juni  i  Juli    Aug. 


Sept.    Oct. 


Nov.    Dec. 


Jahr 


' 


Apoderus  Coryli     .... 

Rhynahites  coeruleocephalus 

„  aeguatus  . 

.,  plant  'i 

„  auratus 

nanu» 
.,  Populi 

„  hetuleti 

.,  interpunclatt 

„  aeneovirens 

„  megacephalu 

Apion  pomonae  .    .    . 

„       aeneuni     .    .    . 

„      pulchellum    .    . 

„       Onopordi      .    . 

.,        eurfiros/re    .     . 

„       miniatum 

„       Kiciae  .    ■    . 

„      flavipes     .    . 

„       Fagi      .    .    . 

„       elegantulum 

T      uali'dum    .    . 

.,         miiiii'lH'ii 


Sorbi    .... 
Brackycerus  murieatus 
Psalidium  maxillosum 
Strophosomus  /alter    . 
Sciaphilus  murieatus  ■ 

!:"<"/,("  S    >.,'■"'}(,:/        .       . 

Tanymecus  palliatus  . 

Sitones  diseoid*  us  ,    . 

,,       humeralis     .    . 

„       i.-7  punetatus  . 

„       lineatus  .    .    . 

„       sulcifrons    .    . 

hispidulus    .    . 

.,        bresicollis    .     . 

,,        lineelhis  .    .    . 

Chlorophanus  salieieola 

viridis  . 

.,  pollinosus 

Polydrnsus  undatus    . 

„  micans 

„  sericeus     . 

Metallitt  s  marginatus 

n  ,,/,.!,/./  r.iis    . 

Phyllobius  oblongus    . 
.,  argentalus 

Pyri      .    ■ 
„  Pomonae  . 

.,  uniform  is 

i ','  onus  sulcir  utris    . 
„         obliquus     . 
roridus  .    ■    . 
marmoratus 
alternans   ,    . 
„         ophthalmicus 

cinereus 
„         albidus  .    .    . 
Alophus  triguttatus 
Tropiphorus  M-  '•curiai 
Miniops  variolosus 
Lepyrus  colon     .    . 

„        binoialus  .    . 

Xlylobius  pineli  .     .    . 

,,         Abielis      .    . 

Molt/tes  glabratus    .     . 

r        .,  mus  punetatus 


12 


3 
3 

1 
11 
1 
1 
3 
6 


6 
1 
9 
3 
1 
5 
1 
3 
2 

1 
1 

16 
9 
9 
7 
1 

13 
5 
1 
6 
2 

4 
9 
3 
5 

1 
5 
5 
2 

1 
3 


Denkschriften    der  mathem. -naturw  Cl.    XXXVII.  Dd. 


14 


10G 


Karl  Fr  lisch. 


Familie 


Gattung  und  Art 


Jänn.  Febr.  März  April 


Mai     Juni    Juli    Aug.  Sept.    Oet.    Nov.    Dec. 


Jahr 


o 


Phytonomu  s  Polygom 

„  .."  ./  iciosui 

„  plagiatus 

Limobius  dissimilis  .  . 
Omias  rotundatus  .  .  . 
Otiorhynchu  s  masti  c  .    . 

„  geniculalus 

„  lai  ri 'latus 

„  carinthiacus 

„  ebeniu  s 

.*  niosus 

„  gemmatus 

n  orbicularis 

„  raweMS  . 

„  umrio    . 

„  ovalus  . 

/.'  M(S  /tirlntiis     .     .     . 
„       _4s?an«      .     .     . 
„      Myagri     .    .    . 
„       bicolor       .    .    . 
Larinus  obtusus       .    . 
„        senilis   .    .    . 
„         Jaceae  .    .    . 
Pissodes  notatus      .    . 
Magdalinus  frontalis 
»  styghu      ■ 

Dorytomus  acridulus 
„  bimaculalus 

„  voraus    .    . 

„  rnacropus 

„  Tremulae 

„  majalts 

Ellesms  scanicus    .    . 
XAgnyodes  enueleator 
Anthonomvs  Subi  .    . 
„  ater    .    . 

JBalaninus  Elephas 
n  crux      .    . 

„  Brassicae 

Tychius  tomentosus 
Sibynes  eanus      .    .    . 
Anoplus  plantaris  .    . 
Orchestes  Fayi    .    .    . 
„  pratensis 

„  Populi     .    . 

Baridius  T.  alburn 
„  scolopaeaeus 
„  Artemisiae  . 
„  chloris  .  . 
„  coerulescens 
„  Abrotani  .     . 

Coeliodes  rubicundus 
„  didymits 

„  fuliginosus 

Geranii  .     . 
Centorhynchus  cyanipennis 
„  chalybaeus 

„  Cochlea  riae 

„  pulvinatus  . 

„  floralis    .     . 

„  crucifer 

„  .-!  sperifoliarum 

abbreviatvs 
„  sulcicolli 

Rhinoncus  pcricarpti 
Cionus  Scrofulariae 
n         Verbasii  .     . 
„        Olivieri   .    . 
„        Thapstis  .    . 


1 


•2  1 


1 
1 
1 
1 
1 
i 
3 
4 
1 
5 
1 
1 
2 

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1 
9 
9 
1 
5 
1 
1 
1 
1 
1 
1 
1 

1 

1 
10 


Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich- JJngc 


im. 


107 


Familie 


Gattung  und  Art 


Jänn.  Febr.  März  April    Mai     Juni 


Jahr 


~ 


ü 


j      \ 


Cionus  hortulanus  ,    .    . 

„       pulahellus    .    .    . 

C'leopus  graminis     .    .    . 

„        '.-.'„(  im,, ulae    .    . 

Gymnetr  u  cylindrirostris 

„  Linariae  .    . 

.,  teter       .     .     . 

„  spilotus     .    . 

Sphenophorus  abbreuiatus 
Sitophilus  granarius   .    . 


Ilylastcs  angustatus  . 

Bylurgus  ligni}  erda  . 

Hylestnus  Fraa  ini  ,  . 

„          villatus  .  . 
Polygraphua  /  üb 
Scolytus  deslructor 

„        multistriatus 


I        \ 


Sphondylis  bupreatoides 
Uammaticht    o 

„ 
.  I  rotnia  moschata    .    . 
us  luridus  . 
Hylotrupes  bajulus 

lium  sanguinevm 
NoIhorMn  i  muricata 
■  detritus  .  .  . 
„  mystieus  .  .  . 
.,  arvicola  .  .  . 
„  arietis  .  .  . 
„  floralh  .  .  . 
„  ornatus  .  .  . 
..  ... 

,  t(  C((8      ufoiS    .      . 

Molorchus  m  —  r    .    . 
Astynomus  aed/'lis  .    . 

»  '  's  •    • 

nocheru  i  y  -  osus 
'lamus  sartor  . 
,.  sutor 

//•    aadion    norio     .    . 
„  fulvum 

n  ""s  ■      ■ 

Saperda  i   .    . 

Teirops  prat  u  rta     .    . 
Oberea  oeulata    .    .    , 
Phyto  ecia    \  hy  oium  . 
„  affinis     .    . 

„         punctum 

lineola  .  . 
„  rufimana  . 
n  virescens 

n  uncinata 

„         molybdaena 
Agapanthia  violaeea  . 
n  angusticollii 

n'uni  bifasciatum 
mordax    ,    . 
„  Inquisitor     . 

!         us  meridianus    . 

.,       quadrimaculatu 
Pachyta  oetomaaulata 
a        sexmaculata 
„        virginea. 
,,       aollaris  .    . 
Strangalia  septempunctata 
„  iii'ira 

„  "'  ''  •    • 

armata 


1 

1 

■2 

2 

2 

3 

1 

2 

1 

•i 

1 

1 

2 
3 
3 
3 
5 
1 
1 
1 
1 
1 
1 

16 
7 

17 
1 
5 
3 
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1 

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1 
7 
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2 
3 
1 
G 
5 
1 
11 
3 
o 

2 

4 


14* 


108 


Karl  Fr itsch. 


Familie 


Gattung-  und  Art 


.länu.  Febr.  März 


April    Mai 


Juni     Juli 


Aus. 


Sept. 


Oet.  ,  Nov. 


Dec. 


Jahr 


I 

ü 


ja 


'  Strangalia  attenuata  .    .    . 

„  melanura      .    . 

„  bifasciata      .    . 

Leplura  virens    ..... 

„         rubrotestacea     .     . 

„         cincta     

„         sanguinolenta  .    . 

Grammopiera  maculicornis 

„  Heida    .    .    . 

n  laei-is    .    .    . 

„  rufipes  .    .    . 

ruficomis 


Donacia  discolor     .... 
„  linearis      .... 

„         Menyanthidis  .    . 

Lema  cyanella 

„      melanopa  . 

C'rioceris  merdigera    .    .    . 

„         bnmnea    .... 

„  daodecimpunctata 

„  Asparagi      .    .    . 

Labidostomis  pilicollis    .    . 

„  cyanicomis 

„  lortgimana     . 

,,  luctda  .     .    . 

„  axillaris  .    . 

Lachnaea  longipes      .    .    . 

Clythra  laeviuscula     .    .    . 

„        cjuadri punctata 
Gynandrophtalma  concolor 
„  cyanea 

,.  aurita   . 

„  affinis  . 

r  xanthaspi 

Cheilotoma  bucepkala    .    . 
Coptocephala  guadrimaculata 
„  scopolina  .    . 

Eumolpus  Yitis 

Chrysoehus  pretiosus  .     .     . 

Pachnephurus  arenarius     . 

„  villosus     .    . 

Cryptocephalus    coloralus  . 

„  Coryli  .     . 

„  cordiger    . 

,.  interruptus 

sexpunctatus 
„  violaceiiiS  . 

„  sericeus 

Jhiripes 
,.  iiitens    .    . 

„  Iläbneri    . 

,.  Moraei 

„  geminus     . 

„  bipunctat'is 

„  mimttvs     . 

Disopus  Abietis 

Pachybrachis  bisignatns 

„  jimbriolatus  . 

„  hieroglyphicus 

„  kistrio  .    . 

Timarcha  tenebricosa 
Chrysomela  limbata     .    . 
„  sanguinolenta 

„  fasieata    .    . 

„  polita   .    .    . 

staphylea 
n  graminis  .    . 

r  menthastri  . 

„  rio/acea   .    . 


1 

• 

4 

■1 

1 

3 

2 

6 

2 

Q 

1 

3 

4 

1 

1 

1 

3 

8 

4 

2 

1 

1 

1 

1 

4 

1 

1 

5 

1 

o 

3 

1 

3 

10 

10 

1 

6 


4 
•21 
14 
4 
3 
8 
1 


20 
G 
1 
4 
2 

8 
C 
1 
4 
3 
2 

1 
1 
1 


1 
1 
9 

19 
S 
3 
3 
5 
5 

12 
3 
o 

1 
1 
5 
1 

10 
ä 

19 
9 
2 

1 
4 
6 

1 


Jährliche  Periode  der  Insecienfauna  von  Österreich-Ungarn. 


109 


Familie 


Gattung  und  Art 


g 
o 

m 

>> 

.3 


C/trysomela  haemopter 
„  cerealis     . 

„  Megerlei  . 

„  analis  .    . 

„  Schach 

n  geminata 

„  luctu  >sa  . 

„  speciosissima 

Lina  Populi    .... 
„      Tremulae    .    .     . 
„      aeu.'fl       .... 
„      cuprea     .... 
Entomoscelis  Adonidis 
Gonioctona  sexpunctata 

„  riiwnalis 

Gastrophys  i  Polygoni 
I'lagiodera  A  rmoraciae 
Phaedon  orbt'cularis    . 
„  pyritosus  .    . 

Phratora    I i7  llinae    . 
<  'olaphus  Sophiae   .    . 
_[•!  11,1  nui"  ru8tica    .    . 
„         florentina    . 
„  Tanaceti     . 

„         haematidea 
„  rapreae  .    ■ 

Galeruca  Yiburni  .    . 
„         xanthomelaena 
„  lineola 

Agelastica  Alni   .    . 
Pyllobroticii  quadrimaculata 
Lnperus  raßpes  .    .     . 
„        ßavipes      .    . 
Haltica  Mercurialis    . 
„        nleracea    .    . 
„        impressa    .    . 
„       ferruginea 
„        ITeixinis     .    . 
„       nititula      .    . 
„        rufipes    .     .     . 
„       Ä«4/      .    .    . 
„        fuscicornis     . 
„       procera      .    . 
„        Lepidii  .     .    . 
n       anteanata 
„        a/ra    .... 
„        Armoraciae   . 
„        Ci/parissiae    . 
„         nemortnn   .     . 
„        vittula    .    .     . 
„       flecuosa      .    . 
Longita  fsu  s  labialis    . 
„  I'erJasc/" 

„  l'iridus     . 

„  alricapilhis 

„  Echii  .    . 

„  .1  nohusae 

PsyUiods  Dulcamarae 
„  Hyoscyami 

„  fuscicornis 

„  Napi  .    ,     . 

Plectroscelis  coticinna 
„  aridella 

„  aridula  . 

A  rgopua  hemisphaerieus 
Sphaeroderma  testacei 

Hispa  atra 

Cassida  eques/ris  .  . 
„  austriaca  .  . 
„        vibex      .    .    . 


Jiinu.  Febr. 


März  April    Mai     Juni     Juli   |Aug. 


2 

1 
2 

4 

2 
1 
4 
1 
1 
1 

3 
1 
5 


Sept.    Oct. 


Xov.    Dec. 


Jahr 


12 

l 
2 
1 
1 
3 
1 
1 
17 
9 
3 
2 

3 

17 

o 

18 
4 
1 
1 
7 
12 
20 


3 

11 
4 

37 
1 
9 

12 
1 
o 

1 

11 
2 

32 
1 
2 
1 
2 

24 
1 
1 
1 

13 
1 
1 
1 
8 
7 
3 
1 
1 
o 


110 


Karl  Fritsch. 


Familie 

Gattung  und  Art              Jiinn.  Febr. 

März 

April 

Mai 

Juni 

Juli 

Aug. 

Sept. 

Oct. 

Nov.  |  Dec. 

s 

Jahr 

f. 

C'asst'da  rubiginosa | 

1 

1 

o 

1 

5 

s 

„         inarrjarilacea 

. 

. 

. 

1 

l 

■3         \ 

„        oblonga       ■    .    . 

. 

. 

1 

1 

subreticulata 

. 

1 

1 

■*■■ 

„        nobilis    .... 

. 

4 

4 

ü        ' 

„        obsoleta      .    .    . 

1 

1 

2 

„        nebulosa    .    .    . 

1 

2 

1 

2 

1 

7 

/ 

Hippodamia  tredecimpunctata  . 

. 

3 

3 

i  oecinella  mutabilis 

. 

2 

7 

3 

1 

2 

4 

9 

2 

30 

„          u  ndecim-notata      .    . 

, 

. 

7 

1 

3 

2 

5 

G 

24 

„          dispar 

9 

2 

2 

1 

1 

o 

4 

8 

c> 

o 

33 

„         septem-punctata    .    . 

2           5 

8 

0 

1 

5 

3 

4 

12 

2 

2 

50 

.,          quinque-punctata 

1 

. 

1 

1 

3 

„         guatuordecim-pustu- 

| 

lata 

2 

10 

5 

5 

7 

6 

8 

3 

1 

47 

rnriabilis 

1 

2 

1 

2 

1 

2 

9 

„          margine-punciata 

. 

3 

b 

1 

1 

11 

„          imj'iiuulata   .... 

1 

2 

. 

1 

2 

1 

7 

Halyzia  oblongopunctata    .    ■    ■ 

1 

, 

1 

—         / 

n       sedecim-guttata     .    .    . 

1 

i 

2 

3           \ 

„       ocellata      ...... 

1 

2 

i 

4 

■3 

„       conglobata 

• 

4 

•  5 

5 

7 

3 

2 

1 

27 

o 

Micraspis  duodecim-punctata    . 

. 

1 

1 

O 

i  'hilocorus  renipustulatus  .    .    . 

2 

1 

1 

1 

5 

„            bipustulatus      .    .    . 

. 

1 

2 

1 

4 

"Exochomus  guadri-pustulatua    . 

g 

3 

1 

1 

2 

1 

2 

1 

19 

„           auritus 

. 

. 

1 

1 

1 

Hyperaspis  reppensis     .... 

. 

, 

. 

1 

1 

Epilachna  globosa 

1 

5 

4 

6 

1 

3 

5 

1 

30 

1 

'  'ynegetis  impustulata     .... 

, 

2 

2 

4 

Scymnua  pygmaeus 

. 

. 

1 

1 

2 

„         frontalis   .     .     ■    .     ,    . 

. 

2 

2 

1 

1 

6 

1 

„         marginalis 

. 

1 

. 

2 

\ 

„         ater      

• 

1 

Frequenz  der  Gattungen. 
Wien. 


Familie 


Gattung 


Jiinn.  Febr.  März  April    Mai      Juni 


Juli 


Aug.   Sept. 


Oct. 


Nov. 


Dec.    Jahr 


Cicindeli- 

des 


J3 

o 


Cicindeln  .    .    .    . 

Notiophilus  .    . 

Dyschirhts    .    .    . 
'  'allistus    .... 
( 'hlaenius  .... 

( 'alathus    .... 

Poecilus     .        .    . 

■ 

7 
14 


16 

1 
5 

1 

2 

1 

7 

13 

• 

1 

3 

3 

. 

1 

1 

o 

4 

7 

• 

2 

1 

. 

4 

1 

2 

5 

5 

G 

5 

4 

5 

9 

8 

20 

17 
1 

1 
1 

3 
2 

4 
19 


1 
G 
4 

29 
1 
1 
8 
6 
5 

14 


1 
4 

8 
13 
14 
14 

G 
38 
92 


Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich- Ungarn. 


111 


Familie 


Gattung 


Jänn.  Febr. 


März  April    Mai     Juni     Juli    Aug.  , Sept.    Oct.    Nov. 


Dec. 


Jahr 


Ki 

Acupalpus     . 

'S                   ^ 

Bradyct  Uns  . 

'•3         < 

'   Trechus     .    . 

5§ 

Epaphius  .    . 

ü        ' 

Bembidium    . 

1 

Byphidrus     . 

G2 

Hydroporus  . 

Oolyrnbetes     . 

"3 

CO 

Agabtis  . 

>a 

Dytiscus    .    ■ 

Q 

.  icüius  .     .    . 

1 

llydaticus 

Gyrinides 

Gy  inus     .    . 

( 

Bydrophilua 

Hydroporus  . 

©  _3i 

Ihilrobius 

'^-S 

Helophorus    . 

w^ 

Sphaeridium 

( 'ercyon     .    . 

'    Falagria   .    . 

Myrm  <donia 

II  malota 

Ca  lodern   .     . 

Aleochnra 

Tachyporus    . 

Tachinus   .    . 

Boletobius 

Xantholinus  . 

Leptacinus    . 

Staphylinua  . 

CO 

Ocypua       .    . 

ü 
■^ 

Philonthus     . 

'_3 

Quedius     .    . 

% 

Lathrobium   . 

1. //linearis 

r: 

Scopaeus    .    . 

X: 

Sl/'/ieus   .      .      . 

Sil,,,  IIS     .       .       . 

Paederus  .    . 

Dianous    .    . 

Stenus   .    .    . 

Platystethus  . 

Oxytelus    ■    . 

Coprophilua  . 

Deleaster  ■    . 

Deliphrum     . 

Omalium    .    . 

Anthobium    . 

Scydmaei- 

des        ' 

Scydmaenus  . 

co              / 

©          l 

'    Cholera      .    . 

s 

Agyrtes      .    . 

—         1 

Silpha    .    .    . 

m 

Necrophorut 

Histeridesi  Uhle:  •   ■ 

(  Saprinas   . 

Phalacridesf  ***acnu 

(l  Ohbrits  .     . 


p       /    Epu 
Ä  [\  Soro 


i   Cercus   .    . 
Brachypteru 

raea    . 
Soronia 


1 
2 

11 
1 


5 

2 

1 
3 

1 
1 


1 

14 
10 

19 


1 
o 


12 

6 


18 

1 


4 
1 
o 

1 
18 

1 

0 
17 

9 

18 
IT 

1 

31 

6 

4 

1 

4 

18 

•j 

3 
6 

1 
1 
6 
10 
o 

1 

6 

2 

21 

17 

21 

1 

1 

5 

1 

1 

o 

18 

1 


3 

60 
19 


16 

9 

4 
3 


112 


Karl  F ritsch. 


Familie 


Gattung 


Jänn, 


Febr. 


März 


April 


Mai 


Juni 


Juli     Aug. 


Sept.   Ocl.  i  Nov. 


Dec. 


Jahr 


Nitidulides 


Arnos/' la 
Meh'getkea 
Peltia     .    . 


Colydiides  jj  Ditoma 


DQ 


Lyctus   . 
i  Wyptophagus 
Atomar  ia 
Triioma 


Lathrydii-  j  Lathridius 

des         I  C'orticaria 

,  ,  Syturus    . 

=  ^         J  Dermestes 

'-,'&        i  Attagenua 

Q  m         '  Ant/irt'iois 

Throscidesj  Trixacua   . 

Byrrhides  ■»  j/^,,..,,,,,  . 

Lucamdes<  Dorcus .    . 

/  Platycerus 


C'opris    .    . 

Onthopagua 

Onitieellus 

Aph  diua  ■ 

Mhyssemus 

Paammodiua 

Gt  otrupes 

Trox  .    .    . 

Hoplia  .    , 

Homaloplia 

Serifa     .    . 

Rhizotrogua 

Potypkylla 

Meloloniha 

Anisoplia  . 

Phyllopertha 

Am  mala  . 

Oryctes 

Oxythyi  ea 

Epicometis 

Cetonia 

Gnorimus 

Valgus  .    . 

Aemaeodera 
C'apnodia  . 
Dicerca 
Ancylocheira 
i  'halcophora 
i  ratt  m<  ms    . 
Antkaxia   .    . 
Coraebui    .    . 
Agrilua      .    . 
Trachys     .    . 

!>,,..  ;.  s     ,      , 

Cratonychua 

LoCOtl        .        .        . 

Athotts  .    .    . 
Tjimoiiiua  . 
< './  rdioph<    "  s 
Ampedua   .    . 


i     \ 


1 
20 


1 
1 

1 
16 

2 


2 

23 


0 
20 


10 


14 

1 

1 
2 

2 

4 
13 

4 

10 

1 

o 

1 
1 


10 

3 
3 
3 


9 

9 

25 

12 


6 

8 
8 

17 
8 

1 


o 

9 

1 
1 

- 
o 

1 
13 

2 
12 
10 

2 

5 

1 
4 

1 


14 
2 

9 
3 
3 


3 
5 
5 

1 

1 


1 

0  3 

3  1 

6  i 


12 


2 

ö 

10 


12 


3 

42 

1 


1 
3 
3 
1 

1 
1 

9 
44 
21 
24 


3 

24 


10 

49 

9 

119 

2 

3 

35 

7 

5 

1 

4 

50 

1 

14 

21 

13 

2 

1 
29 
20 
95 

2 
14 

1 
I 
1 
1 
1 
1 
18 
o 

3 
5 

1 

20 
11 
21 
21 
12 
o 


Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich-Ungarn. 


113 


Familie 


Gattung 


1     \ 


( 'ryptohypnus 

Drasterins 

<  'orymbites 

Diacantlnis 

Pristilophvs 

Agriotea 

Sericosovins 

Adrastus   . 


Atopides  j    Dascilhi 
Cyphon 


Cyphoni 
des 


r3    m 


2 


03 

3 


Lygistopteru 
Lampyris    • 
i  atttharis  . 
Ragonycha 
Malthodes 

Halachius 
Anihocomus 

Ebaeits  .    . 
Troglops    , 
Dasytes 
Eni'copns  ' 
Cosmiocomus 
Dolichoaoma 


Clerus    . 
Opihis   . 
Trick:  des 
<  'oryneies 


Ptimdes    ]    ptuws   _ 


Anobndes  j     ^)a,e    _ 


Blaps     . 
Pedimts 

;     Opatri'iit 
Microzoutn 
i  'rypticus 


Helopides  j    llelops  . 


»  j       ) 


Melandryi-  \ 
des        ) 

Lagriides  j 

Pyroehroi-  \ 
des         | 

Anthicides< 


Mordellide 


ides  \ 


i   ( 


Cistela    . 
Äfegischia 

Cteniopus 
Omophlus 

Mdandrya 

Layria  .     . 

Pyroehroa 

Nothoxus  . 
Anthicus  . 

Mo  rdella   . 
Anaspia 

Meloe     .  . 
Mylabris 

Lytta      .  . 

Epicauta  . 

Zonitis  .  . 


Jänn. 


Febr 


März 


M 


April 


Mai  |  Juni  !  Juli    Aug.    Sept 


Oct.    Nov.    Dec 


Jahr 


1 

2 

. 

1 

1 

1 

1 

9 

1 

1 

5 

11 

13 


7         58 
1 


1 
12 


1 
24 


IC, 
4 

11 
2 
2 


3 
3 

6  19 

3 

2  1 


3<;      i 
i 


1 

2 

13 

1 

3 

3 

1 

2 

o 

3 

2 

2 
4 
5 

13 
1 

43 
3 
3 


78 
12 

1 

60 
4 
•_» 

1 
IS 
3 
2 
1 

8 

1 
13 

7 

1 
12 

2 

l 

2 
6 

42 
1 

17 

12 

3 

4 

3 

25 

1 

15 

4 

5 
9 

36 
14 

52 
•j 

8 
1 
3 


Denkschriften  der   nialheiii.-iiatiirw.CI.    XXXVII.  Bd. 


15 


114 


Karl  F ritsch. 


Familie 


Gattung 


Jänn.  Febr. |  März 


April 


Mai 


.Imii 


Juli 


Aug.  |  Sept.j  Oet. 


Nov. 


De« 


Jahr 


Aaclera 

Oedomera 
Anoncodes 
Ckryaanthia 


Salpingides  J    Mycterus 


Bruchides 


o 


3 


o 

La    O 

O 

pq 


3-i 


Bruchua     . 
Platyrhinua 

Apoderua  . 

Bhynchiteä 

Äpion    .     . 

Brackyderea 

T'salidiinn 

StrophÖ8omua 

Seiaphilus 

Eusomüs   . 

Tanymecue 

Sitones  .    . 

Chlorophan  u 

Polydriiaua 

Meta/liiea 

Phyllobiua 

Cleonits 

Alophiü 

Tropiphorua 

Miniopa 

Lepyrus 

Hylobiua    . 

Moiytes 

Phytonomus 

Limnobius 

Omias    .     . 

Otiorhynchu 

Lixus    .    . 

harinua 

l'issodes    . 

Magdalinua 

Dorytomus 

Bliesen*     . 

TJignyodea 

Anthonot/ius 

lialaiiinns 

Tychius 

Sibylles  .     . 

Anopliis 

Orchestes   . 

Baridiii  s    . 

'  'oeliodes   . 

üeutorlnj  lieft; 

lUiinoneus 

i  'ionua   .    . 

Cleojiiis 

Gymnetron 

Sphenophoru 

Sitophilua  . 

Jltl/nst'S     . 

Hylurg.ua  . 
HylesiHus 
Polygraphua 
Scolytua     . 

Sphondylia 

J!nni:iuitielier 
A  romia  .    . 
'  'riomorphua 
Sylotrupea 

i  'nllidiiim  . 


10 


o 

2 

10 

4 

1 
2 

1 
1 


30 
11 


14 
2 
2 

3 
3 


16 
13 


3 

10 


1 

4 

:; 

1 

1 

■• 

6 

1 

. 

8 

1 

2  a 
26 


35 

1 


1 
11 
1 
1 
3 
6 
31 
9 
6 
2 

42 

43 

5 

1 

5 


1 
1 

46 
8 
3 
1 
4 

18 


13 

8 

16 

3 

6 


Jährliche  Periode  der  In&ectenfauna  von  Österreich-Ungarn. 


115 


Familie 

Gattung 

i 

Jan  n. 

I-Ybi'. 

.M;iiz 

April 

Mai 

Juni 

Juli 

Aug. 

Sept.  Oct. 

Nov. 

Dec. 

Jahr 

Notlwrhina    .     .     • 

, 

2 

-> 

Olytus    .    .    . 

. 

o 

7 

8 

I 

3 

■Jl 

Stenopterus   .    . 

.") 

5 

Molorchus 

1 

. 

. 

1 

Astynomus    . 

. 

1 

i 

. 

2 

Pogonocherus 

1 

. 

. 

t 

m 

Mi-uochamus 

. 

2 

• 

o 

Dorcadion 

2 

18 

14 

3 

1 

2 

. 

40 

Saperda     .    . 

1 

1 

Tetrops      .    . 

o 

3 

• 

. 

•"' 

3          \ 

Oberea   .    .    . 

1 

1 

1 

. 

3 

CD 

Phyioect'a,  .    . 

2 

11 

8 

1 

• 

22 

O 

Agapanlhia    .    ■ 
Rhagium    .    . 

1 

2 

1 

1 
2 

• 

4 

Toxotus     .    . 

. 

. 

.'. 

1 

4 

Packyta     .    . 

. 

6 

11 

2 

1 

. 

23 

Strcwgalia 

. 

4 

20 

7 

3 

. 

34 

I.-ptitra       .     . 

* 

. 

ö 

4 

3 

. 

12 

J   Qrammoptera 

3 

6 

3 

• 

12 

'    Donacia    .    . 

. 

3 

2 

. 

5 

Leuna      .    .    . 

1 

3 

1 

. 

5    j 

CriocertB    .    . 

1 

4 

22 

3 

Ü 

6 

5 

47 

Labidostomis 

. 

15 

3 

18 

Ladinaea  .    . 

t 

2 

4 

1 

• 

7 

( 'lytkra      .     . 

1 

5 

1 

7 

Qynandrophtah 

ta 

8 

11 

2 

21 

Cheüostoma   .    . 

1 

1 

Copt  acephala 

. 

•      i 

,      * 

1 

1 

1 

7 

Eitmolpus 

1 

1 

. 

. 

2 

Chry&ochus    . 

. 

1 

• 

• 

1 

Pachnephorus 

2 

- 

■ 

•) 

Cryptoeephalus 

1 

23 

33 

13 

3 

2 

75 

Disopus     .    . 

• 

2 

2 

Pachybrachys 

I 

3 

4 

. 

8 

Ttmarcka  .    . 

4 

1 

. 

2 

2 

1     i 

10 

«3 
03 

'  'hrysomela    . 

2 

5 

9 

12 

8 

9 

14 

9 

l 

69 

rs 

Lina  .... 

5 

8 

8 

4 

4 

2 

31 

TB 

a 

o 

L'/itomoscelis 

1 

• 

2 

3 

Qonioctena    , 

. 

9 

4 

5 

1 

. 

19 

>a 

Gastrophysa  . 

4 

5 

2 

1 

3 

1 

1 

l 

18 

J= 

/'/'itfiodera 

. 

■ 

2 

1 

f 

1 

4 

u 

Phaedon    .    . 

-' 

. 

. 

2 

Phratora  • 

i 

4 

1 

. 

1 

7 

i  'olaph?ia  .    . 

i 

6 

5 

12 

Adimonia  .    . 

2 

1 

14 

1 

3 

10         1 

6 

4 

51 

Galeruca   .    . 

1 

2 

. 

* 

3 

10 

Agela&tica 

2 

2 

2 

. 

2 

. 

■ 

8 

Phyllobrotica, 

• 

1 

• 

1 

2 

Lnperus     .     . 

7 

6 

1 

14 

Haltica      .    . 

i 

1 

15 

30 

19 

23 

19 

13 

14 

7 

2 

144 

Longiiarsus  . 

3 

7 

5 

1 

3 

1 

2 

2 

1 

25 

PsylUodes 

. 

6 

1 

3 

1 

. 

1 

12 

Plectroscelis 

2 

'l 

1 

• 

10 

Argopus     .     . 

. 

1 

2 

2 

2 

• 

7 

Sphaeroderma 

2 

• 

2 

Uispa     .    .    . 

1 

. 

1 

1 

■ 

3 

( 'assida 

1 

3 

14 

3 

4 

1 

26 

1    Uippodamia  . 

. 

. 

3 

3 

Cbccim  IIa 

2 

G 

21 

23 

32 

17 

14 

IC 

28         4 

1 

8    i 

6 

214 

Ol 

CD 

1     llalyzia      .    . 

• 

7 

7 

5 

9 

3 

2 

1 

34 

!2 

|     Micratpis  .    . 

1 

. 

1 

15 

(.'//ilocorus 

3 

3 

2 

1 

9 

.2 

\    Exockomus   . 

2 

6 

3 

1 

2 

2 

1 

2 

1 

2o 

'3 
o 

i    Iliiperaspis    . 

1 

. 

. 

1 

6 

Epilachna 

1 

4 

•"' 

. 

4 

6 

1 

3 

5 

1 

;;u 

1  'ynegetis  .    . 

. 

2 

2 

4 

v    Scymnus    .    . 

2 

3 

3 

1 

1 

1 

11 

15* 


116 


Karl  Fritsch. 


Frequenz  der  Familien. 
Wien. 


Familie 


Jänn. 


Febr. 


März 


I  'II' 

April      Mai    !  Juni   '    Juli      Aug.   i   .Sept.     Oct. 


Nov.     Dec. 


Jahr 


Cicinde/ides 

Carabfdes 

Dytiscides 

Qyrmides 

]hj>lrophilides  .... 
Staphylinidea  .... 
Scydmaeides      .... 

Silphides 

His/erides 

Plialacrides 

Nttidulides 

Colydiides 

Cryplophagides      .     .     . 

Lathridiides 

Dermestides 

Throscides      

Byrrkides 

L}ican>de$ 

Scarabae'des      .... 

linpreslides 

Elaterides 

Atopides 

Cypkonides 

Telephorides      .... 

Melyrides 

Vierides     

Ptinides 

Anobiides 

l'imeliides 

Helopides 

'  'istelides 

Melandryides     .... 

Layriides 

Pyrochroides     .... 

Anthicides 

Mordellides 

Me/oides    .    •     .... 

Oedemerides 

Salpmyides 

Bruchides 

Curculionides  .... 
BoUrychides  .... 
Cerambycides  .... 
Chrysomejides  .... 
C'occinellides      .... 

Totale 


5 


17 


1 
9 

46 


3 
41 
15 

4 

4 
45 

1 
15 

5 


3 
3 

34 
3 


2 

5 

14 
2 


1 
13 


2 

40 

2 

2 

26 

34 

324 


IG 

5 

71 

84 

9 

5 

8 

1 

5 

9 

45 

31 

27 

20 

19 

19 

10 
23 


24 


119 


7 
2 
6 
1 

13 
3 


12 


32 

1 

15 

5 

118 

13 


38 
4 
4 

1 
9 


16 
1 
1 
11 
72 
18 


72 

48 

• 

1 

. 

1 

59 

16 

48 

29 

5 

5 

4 

. 

2 

12 

8 

4 

2 

1^ 

17 

. 

• 

1 

3 

. 

3 

1 

1 

5 

4 

1 

20 

17 

24 

15 

10 

2 

19 

29 
2 

5 

12 

78 

115 

103 

4 

4 

. 

26 

57 

90 

81 

166 

168 

41 

49 

31 

688 

1060 

789 

13 
1 
1 
1 

40 
3 

25 


10 
9 
4 


5 

2 

9 

1 
6 
1 

7 

7 
25 

28 
92 
34 

372 


1 
19 
4 
1 
4 


30 
3 


11 
1 
3 

5 

4 

1 
20 

16 
55 
23 

223 


11 
7 
2 
3 
4 


6 

1      3 

4 

2 


1 
32 


1 
1 

1 

1 

8 

21 

3 

3 

54 

34 

200 


14 
9 
4 

4 
10 

5 
4 
3 


1 

l 

l 

35 


44 
54 

206 


1  I 


7 
9 

39 


20 


29 

296 

69 

31 

35 

101 

1 

89 

60 

25 

56 

1 

8 

2 

98 

3 

26 

17 

506 

34 

162 

1 

1 

95 

91 

29 

13 

3 

68 

12 

35 

1 

15 

4 

14 

50 

66 

62 

3 

36 

416 

14 

222 

697 

327 

39S4 


Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich-Ungarn. 


117 


Vertheilung  der  Arten. 
Wien. 


Familie 

.iiinn. 

Febr. 

März 

April 

Mai 

Juni 

.Ulli 

Aug. 

Sept. 

Oct. 

Nov. 

Dcc. 

Jahr 

Cicindelides 

2 

3 

2 

1 

2 

1 

11 

3 

Carabides      

4 

25 

44 

53 

27 

4 

11 

8 

2 

'. 

90 

Dytiscides 

2 

3 

8 

4 

4 

2 

3 

4 

5 

4 

2 

9 

1 

Gyrinides 

...  1        . 

1 

1 

1 

1 

1 

1 

1 

1 

1 

. 

1 

Hydropliilides         .     .     . 

...  |        . 

1 

4 

4 

5 

1 

4 

3 

2 

3 

9 

Staphylinides     .... 

.    .    .          4 

4 

37 

33 

22 

8 

4 

2 

4 

5 

1 

78 

Scydmaenides    .... 

1 

. 

. 

' 

1 

Silphides 

6 

12 

12 

5 

4 

5 

3 

* 

18 

Histerides 

5 

11 

12 

7 

1 

1 

3 

3 

17 

Phalacrides 

1 

2 

3 

4 

. 

1 

1 

1 

; 

5 

Nih'dulides 

.    .    . 

3 

5 

5 

3 

4 

. 

11 

Colydiides 

.    . 

1 

. 

. 

1 

Cryptophagides     .    .    . 

.    .    .          1 

4 

1 

1 

. 

1 

8 

Lathridiidet 

2 

. 

. 

2 

Dermeslides 

.    .    .  !        1 

1 

3 

7 

10 

8 

2 

4 

1 

13 

1    T/iroscides 

, 

1 

1 

. 

3 

Syrrhides 

4 

5 

1 

. 

1 

1 

6 

ImcafUdes 

3 

2 

3 

Scarahaeides      .... 

2 

5 

11 

27 

35 

34 

28 

14 

16 

16 

6 

i 

60 

Suprestides 

.    .    . 

• 

. 

6 

10 

3 

14 

Elaterides 

.    .    .           1 

1 

2 

6 

26 

23 

8 

3 

43 

Atopides 

. 

1 

1 

Cyphonides 

• 

1 

1 

Telepkorides      .... 

.    .    . 

5 

10 

CT> 

2 

1 

14 

Melyrid.es 

2 

15 

17 

6 

2 

23 

C'lerides 

1 

1 

2 

4 

1 

2 

1 

1 

1 

! 

5 

Piinides 

3 

1 

4 

1 

1 

5 

Anoiiidei 

1 

2 

3 

Pfmeh'fdes 

1 

2 

3 

6 

4 

3 

3 

2 

7 

Helopides 

2 

1 

2 

1 

1 

3 

Oistelides 

.    .     . 

. 

3 

5 

1 

1 

1 

6 

Meltnidryides     .... 

.     .     .  ■ 

1 

. 

1 

Pagriides 

1 

1 

1 

1 

Pyrockro/des      .... 

.    .    . 

2 

1 

3 

Anthicides 

.    .    . 

1 

1 

3 

4 

1 

1 

6 

Mordellides 

. 

1 

5 

5 

3 

3 

9 

Meloides 

.    .    .  |       . 

6 

6 

8 

4 

1 

l 

1 

12 

Oedemerides 

1 

9 

10 

4 

4 

14 

Sit/jx';/'//'/.  s 

'.    '.     '.          '. 

. 

t" 

1 

. 

1 

Bruchides 

.    .    .          . 

2 

1 

4 

2 

1 

3 

l 

7 

Curculionides    .... 

.    .    .           1 

3 

27 

57 

60 

68 

23 

16 

17 

7 

3 

150 

Bostrycliides      .... 

2 

2 

4 

. 

2 

l 

8 

Cerambyeides    .... 

2 

9 

30 

42 

13 

13 

3 

• 

63 

Chrysomelides   .... 

.    .    .           1 

1 

17 

34 

74 

74 

49 

33 

23 

21 

4 

o 

134 

Cocchiellides      ,         .     . 

.    .    .           1 

4 

9 

14 

17 

13 

12 

11 

11 

13 

6 

4 

26 

Totale 

.    .    .        15 

33 

198 

306 

467 

400 

200 

173 

110 

100 

24 

16 

'.MIO 

11« 


Kai-l   Fritsch. 


Verkeilung  der  zuerst  erscheinenden  Arten. 
Wien. 


Familie 


Jiinn. .  Febr.    März 


April     Mai 


Juni      Juli     Aug. 


Sept.     Oct. 


Nov.  ;  Dee. 


Jahr 


Vieindelides 

( 'wabides      

Dytiscides 

Qyrvmdes 

Hydrophilides  .... 
Staphylinidea  .... 
Scydmaeides      .... 

Süphidea 

JJisterides 

Phaläcrides 

Xituhilides 

C'olydiides 

( 'ryptophagidcs      .    .    . 

Lathridiides 

Dermesiides 

Throscides     

Byrrhides 

Lucanides 

Scarabaeides     .... 

Buprestides 

Elaterides 

Atopides 

Oyphonides 

Telephorides     .... 

Melyrides 

CI  enden 

Ptiniäes     

Anobiidi  s 

Pimeliides 

//-  lopides 

t'isfetides 

Melandryides    .... 

Lagriides 

Pyrochroides     .... 

Änthicides 

Mordellides 

Meloidea 

Oedemerides 

Salpingides 

Brudkidt  s 

Citrculiouides  .... 
Boslrychides  .... 
Cerombycides  .... 
C/trysomelides  .... 
< 'orciiteüides      .... 

Totale 


15 


1 

3 
29 


2 

■23 
6 

4 

33 
1 
6 
5 


1 
6 

2 

•26 


lä 
6 


163 


1 
•29 

1 

3 

20 

7 

7 
1 
4 


5  18 

1 


40 


9 
199 


•21 

1 


12 

3 
4 
2 

1 


•2 
3 

12 
6 

21 


5 

13 

2 

2 

3 

3 


4 
3 
8 

3 
35 

2 
24 
öl 

5 

260 


13 
6 

13 
1 
1 
4 
6 


2 
1 

3 
1 
1 

1 
1 
3 
1 
4 
1 

35 

22 
29 

1 

161 


28 


1 

1 

3 

2 

1 

6 

1 

1 

2 

20 

15 

3 

90 

13 

1 

9 

78 

1 

18 

17 

5 

11 

1 

8 

2 

13 

1 

6 

3 

60 

14 

43 

1 

1 

14 

23 


3 

6 

1 

1 

3 

6 

9 

12 

14 

1 

7 

150 

8 

63 

134 

26 

900 


Jährliche  Toriode  der  Insectenfauna  von  Österreich-Ungarn. 


119 


Frequenz  der  Arten. 
Salzburg. 


Familie 


Gattung  und  Art 


Jänn, 


Febr.  März 


April    Mai     Juni 


Cicinde- 
lides 


"2 
3 


i  Hcinäela  campe.stris 
„  syleicola 

v  hybrida    . 


Elaphrus  riparius  .... 

Noliophilus  aauaticus     ■    . 

n  palustris      .    . 

Webria  picicornis    .... 

„       atrata 

'  'ychrus  attt  nuatus     .    .    . 

Procrustes  c  iriaceus  .    -    ■ 

( 'arabus  Ullrichii   .    .    .   ■ 

,,        gramilaius    .    .    . 

n        cancellatns   . 

Lebia  eyanocephala    .    .    . 

chl  r.  '■■  phala    .    .    - 

Clivina  foss-jr 

Dyschirius  globosus    .    .    . 

Panagaeus  cru  s  major    .    • 

( 'hlaenius  nigricornis     .    . 

n  Sehr  inhii    .    .    . 

I  i  Hins  dep  essus   .... 

Anchomenus  angusticollis  . 

j,  impressuB  .    . 

„  sexpwnctatus 

r  ricinus    .     .     . 

n  elongatus   .    . 

„  parumpunetatus 

Poecilus  cvpretts     .... 

„         lepidui      ... 
Feronia  metallica   .    .    . 
transversalis 
unetulata  .    .    . 
„        carinata    .    .    . 
ovalis    .... 
„         striola    .... 
„        pardllela  .    ■    . 
„        fasciat  o-jihii  et  a  ta 
angustata      .    .    . 
nigra     .... 
„        antkracina    .    . 
„        nigrita  .... 
melaiia-  in      .     . 
„         melas     .    .    . 
„        crenata      ■    . 
Anio.ro  nntnicipalis     .    . 
„       tricuspidata    .    . 
2'lebe/a     .... 
,,        similoto    .... 
„       obsolpta    .... 
r       trivialis   . 
r       nitida      .... 
communis     .     .     . 
r       montivaga   .    .    . 
familiaris    .    . 
njirirorin      .     .     . 
r       consularis   .     .     . 
„       aulica       .... 
A nisodoctylns  binotatus 
Horpnlns  asureus  .    .    . 
r         punctulatus 
„         puncticollit     . 
complanatus   . 
rußcornis   .    . 
griseus     .    .    . 


10 


17 
3 


12 
12 


3 
22 

22 
22 

6 

3 

:; 

3 


1". 


12 


7 
22 
3 
3 
6 
12 


12 

3 
3 


10 


12 


10 


17 


Juli 


Aug.  Sept.  ,  Oct.  Nov.  Dec. 


11 


l 
3 

1 
13 

4 
5 
3 


1 

II 

4 


3 

o 

2 

1 
2 
3 
1 
1 
2 
3 
1 
1 

1 
1 


1 

13 

I 

1 

1 
1 
5 

1 


18 


20 


Jahr 


36 

31 


IG 

4 
■> 

3 
26 

39 
58 
38 

11 

6 

2 

22 

1 
4 


•27 
2 
2 

32 

62 
1 

13 
•_> 

4 
2 

6 
4 

1 
1 
1 
12 
5 
6 

OL 

5 

3 

1 

3 

4 

12 

62 

5 

17 

21 

33 

1 

3 

6 

'J> 

.") 

1 

4 

I 

18 

3 


120 


Karl  Fritsch. 


Familie 


■s 

ü 


Gattung  und  Art 


Jänn.;  Febr. 


März 


Harpalus  aeneus     .     .    . 
„  rubripes      .    . 

„  hottentotta  .     . 

.,  laevicollis   .     . 

„  discoideus   .     . 

,,  latus   .... 

„  picipennis  .    . 

n  tarda s     .    .     . 

,         flavitartis   .    . 
„  serripes  .     .     . 

Stenolophus  vaporariorum 
Bembidium  caraboides 
„  flaripes    . 

-  velox    .    . 

„  decorin,,   . 

„  quadriguttatum 

ustulatum     . 
„  testacetim 

Haliplus  obliquus  1    .    . 

JJydroporus  reticu/atus  J 
„  palustris  1  . 

Colyrnbetes  adspersus 

Jlybius  gültiger  .... 

Agabus  femoralis     .     .     . 
„       uliginosus  ' 
„        bipustulatus    .     . 

Dytisctts  marginale»    .     . 

Jiydaticvs  stagnolis    .    . 


Gyrinides 


Gyrinus  mer$ 


03 


c 
o 

K 


Ilydrous  caraboides 

llydrobius  fnscipes  l  . 
Heleoehares  lividus  ] 
PhiUujdrus  melanceephalus 
Cyclonotum  orbicitlare 
Sp/taeridium  scarabaeoides 
Cercyon  unipunctatwm  . 
n  quisquiüium 

„         haeniorrhoidaie 


pygmaeum 

niiuutum  . 


— 


Myrniedonta  canaliculata 
Tac/iyusa  scitula  .  .  . 
I.eptnsa  j'umida  .  .  . 
Aleochara  bisig  na  ta  .  . 
Tachinvs  rufipes  .  .  . 
Xantholinus  fulgidus 

n  rußpennis   . 

„  punctulatus 

Staphylinus  maxülosus 
„  nebulosus    . 

„  'intriiiiis 

„  caesarcus 

„  erythropterus 

„  stercorarius 

Ocypus  iiioriii      .... 
„        falcifer  . 

similis     .    .     .     ■ 

.,         fuscatus      .     .     . 

„         cnpreus   .... 

„       j'ulvipennis      ,     . 

Philontlius  cribratur   . 

atratus      .     . 


Kl 


10 


April  j  Mai 


Juui 


Juli    Aug.  Sept. 


Oct.    Nov. 


Dec. 


7 

3 

7 

3 

ö 

3 

5 

31 

12 

10 

2 

3 

10 

7 

7 

2 

1 
1 

1 

1 

1 

7 

1 

1 

3 

1 

1 

1 

3 

Jahi 


'  Nur  einmal  mit  Algen  aus  einem  Wiesengraben  gefischt,  daher  das  scheinbare  Vorkommen  mehrerer  Arten  im  Juli. 


Jährlicht    Pei'iode  der  Insectenfäuna  von  Österreich-Ungarn. 


21 


Familie 


Gattung  und  Art 


Jänn.  Febr.  März  April    Mai     Juni     Juli    Aug. 


Seilt.      Ort.      Nov.      Dec. 


Jabr 


7t 


Ja 


Philonthus  cephalotes  . 

aeneus  .    .  . 

.,           rubidus     .  . 

.,                          'flllS    -  . 

.,           '■-'  j'a«6     .  . 

Qu,  diu  '  fulgidus     .    .  . 

„         impressus      .  . 

„        punctatellus 

„         unicolor   .    .  . 

„        fuliginosus   .  . 

Latkrobium  fulvipenne  , 

.,           rufipenne  . 

/'./.  7, ,//,  ruficollis     .  . 

.,          littoralis      .  . 

.,         longipennis 

Oxyt,  /,,-,  rugosus     .    .  . 

.,            //tl>sfn\        .      .  . 

i  'oprophilus  striaiulus  . 

OlophrvM  assinitle      .  . 

Omäliurn  rivulare  .    .  . 

„          nigrum    .    .  . 
Anthobium    phthalmicum 


Anisoto- 
mides 


Histeride 


Choleva  cisteloides      .    . 

.,        chrysomeloides  . 

Silpha  littoralis  .... 

„        thoracica     .    .    . 

„       rugosa      .    .    .    . 

„  S<'ii"'>f<t      .      .      .      . 

„        obscura    .    .    .    . 

,,        nigrita     .    .    .    . 

.,         atrata 

.V'  crophorus  mortuorum 
vespilo  ■  ■ 
ru  spator 

Liodes  kutneralis    .    .    . 


Hister  distinetus 

.,        marginatus 

„        corvinus  .    . 

9  '.    inus   ■  itundalus 


Phalacri'des  '  Phalacrus  corruseus 
I  Olibrus  aeneus    .    . 


i  ',  rcus  pedicularius 
l'.ji,,-,'-  n  casta  "■  a 
„         a  estiva 
.,        ßorea    .    . 
Amphotis  marginata 
Meligethes  aeneus    . 
lumbaris 
viduatus 


Ci-yptp-  j 
phagidies  \ 


By 


Antherophagus  pallens  . 

Byturus  tomentosus  .  . 
De  -m,  stes  larda  rius  .  . 
Attagt  nus   vigintipunetatu 

.,         pellio     .    .    . 

„  Schaefferi  .  . 
Anthrenus  Scr  phulariae 


.  Byrrhus  pilu   ■ 
mrhides      Oytilus  varius 
i  MorycJtus  a 


3 
3 
3 

3 
33 


10 

28 


10 
3 

1 
7 

16 

3 


7         10 


•20         U 


3  7 


7         14 


12 


2 
12 


11 

S 
3 


1 

1 

1 

1 

1 

4 

2 

3 

3 

3         17 


1 
:; 

o 

1 

1 

I 

1 
1 

3 

1 
1 

10 
3 
ö 

S 
1 

17 

6 

3 

•23 

109 

1 

0 
•2  0 


3 
22 

3 

6 
50 

1 
60 

1 
16 

:; 


28 

1 

1 

14 

•> 

40 


6 
lö 

3 
16 


4t 
12 


Denk  chriftep  der  mathcnr.-naturw.  Cl.   XX^VIl.  ßi 


16 


122 


Karl  F ritsch. 


Familie 


Gattung  und  Art 


Jänn. 


Febr.  März 


April    Mai  |  Juni 


Juli 


Aug. 


Sept. 


Oct. 


Nov. 


Dec. 


Jahr 


Lucauides ' 


a 


w 


Lucanus  cervus  .     .    - 
Vor cvs  parallelepipedus 
Platycerus  caraboides    . 

Onthophagus  ovatus   . 
„  coenobita 

Aphodius  erraticus 

sulcatus  .    . 
fimetarius    . 
„         grana 
„  sordidus 

„  piceus  .     .     . 

„         prodromus  . 

pUTlCtatOSUlcattlS 

,.  porcatus 
Psammodius  caesus 
Geotrupes  vernalis 

,.  stercorariui 

„         sylvaticus  . 

Trox  hispidus      .    .  . 

„     sabulosus    . 

Hoplia  philanthut  .  . 

„       sguamosa    .  . 

Homdloplia  ruricola  . 

Serica   br muten  .     .  . 

holosericea  .  . 

Melolontha  vulgaris  . 
Pkyllopertha  horticola 
Anomala  Frischii    . 
Epicometis  hirtella 

i  'etonia  "»rata    .    .  . 

.,        aenea     .    .  . 

ßnorimus  nobih's    .  . 

Trichius  fasciatus  .  . 

Ancylockeira  rustica  . 

Anthaxia  nitida  Ja  .     . 

„  quadripunctata 

sepulcraiis  . 
Agrilus  alboguttaris    . 

„        coeruleus  .    . 

n         >■  iridis 
Trachys  minuta  .    .    . 

Cratonyckus  rufipet  . 
Adelocera  fasciata  - 
varia  .  . 
Lacon  murinus  .  .  . 
Athous  hirtus  .  .  . 
„  longicollis  .  . 
„        crassicollis 

kaemorrhoidalts 
„        vittatas    .     .     . 
Oampylus  uiesomelas  . 
Limonius  Jythrodes     . 

„  cylindricus 

Cardiophorus  rvficollis 

„  caellus 

Ampedus  crocatus 
„         sanguineus 
ephippiwm   . 
„  pomoravi 

„  balteatus 

elongatulus 
Corymbites  kaematodes 


20 
17 


43 

10 

3 


12 
10 


3 

34 

3 

7 
3 


3 

10 


3 
19 


19 
3 


10 


12 


10 


2 

2  ? 
12 


10 


17 
12 

2 

40 
5 

2 
21 


9 

12 


3?i 
11 
5 


11 

1 

3 

11 

1 
1 
1 


13 
17 


1 
19 


14 

21 

1 

3 

15 

11 

2 

1 
5 
2 

2 
6 

3 

1 
9 


22 
5 


10 


12 


3 

4 

10 


1 

44 

36 

1 

3 

3 

101 

26 

10 

3 

4 

14 

10 

3 

7 

23 

41 

1 

3 

5 

32 

34 

10 

1 

21 


41 

4 
14 

25 

4 

1 

3 

14 

27 


3 

80 

34 

3 

3 

60 

16 

3 

2 

44 

1 

6 

1 

3 

4 


22 


1  Im  Mai  und  .Juni  nicht  fortlaufend  beobachtet. 

2  Nachtrag  von  1875,  nicht  einbezogen  in  die  graphische  Darstellung. 


Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich-Ungarn. 


123 


Familie 


Gattung-  und  Art 


iJänn.  Febr.  März  April     .Mai     Juni     Juli    Aug.    Sept.    Oct. 


Nov. 


Dec. 


Jahr 


Atopides 


Cyphoni- 
des 


Clerides 


Corymbitea  pectinicorn.it 

„  tesselatus 

Diacantlnis  aeneus 

.,  holotericevA 

Agrintes  obscurut   ■    . 
pilosus  .    .    . 
n  tputator    .     . 

.,  ustulatus  .  . 
„  ßavicornis  . 
n  blandut  .  . 
Sericotomut  brunneus 
Adrastus  limbatut  . 
lacertosus 


Datcillut  cercinus 


Elodes  livida 

n       pattidu 

Cyphon  coarc/atus  .  .  . 
Scirtes  hemisphaericus  .  . 
7.  ■■'  inetut  kazmorrkczdalis 


Lygistopterus  sanguineus 
Dictyoptt  <"us  rubt  ns 
.,  affinis 

Hb  Hiali^i's  sä /u  ra  lis 
Z,ampyris   splendidula  - 
Cantkarit  obseura  . 

futca 

n         rustica    . 
„  thoracica 

„  ditpar     . 

nigricans 
„  humeralis 

liturata   . 
„         attimilit 
ru/a    .    . 
.,  bicolor    . 

Jtagon  ycha  li-  dtenbacheri 
.,  mein " 

iestacea     . 
n  futeicomit 

*  pdlud 

Suis  nitidula  .... 
MaUkodt  s  atramentariu 
spretus  . 
„  dispar    . 

„         ptdic 


Malachius  marginellus 
,  bipustulatus 

.,  geniculatus 

"v/r  us     .     . 
n  viridis     . 

-  elegant  .    . 

A  nthocomut  fteiatus 
Troglops  albicant    .    . 
Datytes  eoeruTeut   .    . 
n         niger       .    .    • 
r  ol  -""  «s      .     . 

.,        ßatipes  .    .    . 
niocomut  pallipes 

t  Olerut  formicariut 
J  Opilv  s  mollit  .... 
/  Trichod't  -  apiärius 
•  et,  'aceut    . 


10 
3 


10 


22 


7 
12 

7 
10 
17 
20 


14 

5 
33 

19 
38 

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12 

10 

24 

5 


19 

12 


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9 
4 

1 
12 

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3 

1 

1 


16 


1 
8 
4 
4 
8 
1 
19 
16 


21 
3 
1 

11 
5 
1 
4 


8 
13 

1 

1 

1 


10 

3 
3 

5 


l.i 

4 


14 


10 


12 
32 

16 
12 
41 
30 
10 
8 
14 
I 

3 
1 
1 


17 


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1 

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1 

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18 

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1 

12 

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13 

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45 

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41 

32 

1 

6 

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7 

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10 


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3 

15 
7 

15 
2 

7 
6 
7 
4 

1  1 
1 

■ 
18 


16  : 


124 


Karl  Fritsch. 


Familie 


Gattung  und  Art 


Jiinn.  Febr.  März  April    Mai     Juni     Juli    Aug.   Sept.    Oct.    Nov.    Dec 


Jahr 


Ptinides    ] 


Ptinus  sexpunctatus 

„       für  .... 


Piilinus  pectinieornis 

A.MauuleJ^^'V'T"'      ' 


Lymexilo 
nide 


dlo-  I 

:s       1 


Pimeliides  j 
Tenebrio-  i 

llideS        I 

Helopides  j 


( üstelides 


Lagriides  J 

Pyroehroi-  j 
des       \ 

Mordel-   ) 
lides      ) 


Meloides 


„  pertinax  .  .  . 
Syleeoetus  dermestotdes 
Opalrum  sabulosum  .  . 
Tenebrio  moUtor  .  .  . 
Helops  lanipes    .... 


'  'istela  murina 

Megischia  nigrita    .... 
Oteniopus  sulphureus      .     . 


Lagria  Itirla 


Bruchides 


c 


Pyrochroa  coceinea     .    . 
„  rubens    . 

Mordeila  fasciata   .  . 

„  aculeala  .  . 

,,         pumtla     .  . 

Anaspis  frontalis    .  .    . 

Meloe  proscaraborii* 
„       violaceus      ,    . 
„       rvgosus     .    .    . 

Xanthochroa  carniolica 
Oedemera  ßavescens   . 

T         marginata  . 

,.  tristis      .    . 

,.  virescens 

,.  Ivrida      .     . 

Anoncodes  adusta  .    . 

.,  rufiventris 

„  ustulata    . 

,.  rufiventris 

ustulata    . 
azurea  .    . 

„         fulviaollis 

„  '■iridipes    . 

Chrysanthia  viridissima 


Bruchus  pisi  .    .    . 
Anthribns  albinuz  . 

Apoderus  Coryli 
Rhynchites  "Betulae 
„  Populi 

,.  betuleti 

tristis 
Apion  Craccae    .    . 
,,       cerdo    .    .    . 
,.       miniatum 
,.      frumenta  "im 
,.       morio    .    .    . 
,.       columbinum 
,.       validum    .    . 


■ 

o 

1 
1 

■ 

■ 

5 

1 
1 

4 

1 

2 

1 

17 
3 


20 


19 


10 
22 


19 


10 


7         21 
17 


1  I 

23 
10 


14 
2 
■2 

7 


13 
3 


18 
2 


12 


3 
1 

14 

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17 
2 
8 
1 
•2 


2 


15 
4 


17 
14 


3 
14 

15 

38 

10 

C 

32 


42 

l 
37 
21 


33 
42 

2 

17 
1 


3 
9 

37 
8 
3 

10 
1 
3 
2 

10 
1 
1 


Jährliche  Veriode  der  Inseetenfauna  von  Österreich-TJnga 


rn. 


125 


Familie 


Gattung  und  Art 


2 

5 


~        \ 


ü 


Apion  punctigt  nun 

Pisi 

Sorbi    .     .    . 
Sciaphüus  murieatus 
Tanymecus  palliatus 
Sitones  discoideus   . 
„        cawibricus    . 
„        octopuitctatui 
,.       lineatus  . 
„       lateralis  ■    . 
,,       tibialis     .    . 
Ohlorophanus  viridis 

„  pollinosus 

graminicola 
Polydrusus  cervinus  . 
„  undatus  . 

„  micans 

Pkyllobius  oblongus    . 
„  calcaratus 

„  psittacinus 

argentaius 
„  inaculicornis 

„  argentatus 

n  -TV"      •    ■ 

n  Pomonae  . 

C'leonus  cinereus     .    . 
Alophica  Irignttatiis 
Uophloeus  nubilus 
Lepyriu  colon     .    .    . 
„        binotatus  .    . 
Molyies  germanus  .    . 
P/iytonomtts  maculalus 
„  punetatus 

„  Aruxduti* 

„  elongalus 

n  Polygoni 

„  variabUis 

Otiorhynchus  villosopunctdtus 
„  geniculatus 

„  lavan&us 

„  lepidopterus 

„  gemmatus 

„  pieipes 

,.  sevtentrionis 

„  pinastri 

„  oi-a/in   . 

„  cariiattvx 

Li'-ns  Myagri     .    .    . 
„       Bardanae     .    . 
Larinus  obtusus       .    . 
„         Jaceae   .    .    . 
„        planus   .    .    . 
„        Carlinae    .    . 
Pissodes  Piceae  .    .    . 
„         notatus      .    . 
Magdalinus  duplicaius 

„  violaceus 

Durytomus  macropus 
A  ntkoriomus  druparüm 
„  incurvüs 

,.  polU'irt'.'rt 

,,  7?«<6/  .    . 

Balaninus  Elephas     . 
Orckestes  itigma      .    . 
Coe/ioden  rubicundus 
„         didymus 
„         guttula    .    . 
,.         fuliginosus 
<  ■  ntorhynchus  arator 

arguatus 


.liinn.  FebrJ  März   April  I  Mai 


3 
IG 


13 

7 


20 
3 


Juni 


Juli 


Aus 


Sept. 


Oct. 


Nov. 


Dec. 


Jahr 


■2 
•2 

7 
12 
12 

17 

21 

10 


21 
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7 
1 
1 

21 
5 
1 

11 


1 
10 
3 
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1 

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1 
5 
12 
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23 
26 

21 

35 

26 

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1 

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10 

3 

51 

6 

29 

1 

4 

4 

5 

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2 

4 

14 

3 

1 

10 

6 

4 

1 
2 

1 
1 
15 
3 
3 
1 


126 


Karl  Fr it seh. 


Familie 


Gattung  und  Art 


Jänn 


Febr. 


März 


April 


Mai 


Juni 


Juli    Aug.  Sept. 


Oct.    Nov. 


Dec. 


Jahr 


2 
'c 

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Ö 


CD 
>> 

s 

tu 
ü 


Chrysome- 
lides 


'  ■>, '<,••!, inirliiiü  nbhrev 
•  'ionu&  Scrofulariae 
„       Tkapsus  .    . 
Oleopus  graminü    . 
„        campanulae 
Sitopkilus  granarfus 
Bhyneolus  elongatus 

Ilylurgus  liqi/i/ erda 
Hylesinus  Fraa  im  . 
Xyloteres  lineatus  . 
Bostryehus  typograpkus 
,,  autogra}  hus 

Scolytus  Pruni   .... 

Spkondylis  buprestoides 

Prionus  cariurius  . 
IIa  mma  tich  e  ros  cerdo 
Aromia  moscltata    . 
Saphanus  piceus 
Hylotrupes  bajulus 
Callidium  siölaceum  . 
„         dilatatum  . 
.,  castaneum 

.,  variabile    , 

Clylus  mysticus  .    .    , 

.,       arietis      .    . 
Gracilia  pygmaea  .    . 
Molorclats  n,i,l"  II,:', i,  lim 
Astynornus  aedilis  .    . 
Leiopus  nebulosus  .    . 
Pogonockerus  pilosui 
Monochamus  sutor 

„  sartor   . 

Lamra  textor  .... 
Mesosa  au  rculionoidez 
Saperda  popvlnea  .  . 
.,  scalaris  .  . 
Tetrops  praeusta  .  . 
Oberen  pupi/lata  .  . 
.,  oeulata  .  .  . 
Phyto  ecia  Solidagim's 
.,  molybdaena 

Rhagium  bifasciatum 
indogator     . 
.,  inquisitor     . 

Toxotus  Cursor  .  .  . 
meridianus  . 
.,  quadr'imaculätus 
Po.  'hyta  octomaculata 
virginea  .  . 
.,  collaris  .  .  . 
Strangalia  nigra  .  . 
„  pubesci  ns 

.,  armata 

n  attenuata 

n  mt  lanura 

L,  i  tura  rubrote&iaceä 
,        cineta    .    .    . 
„         sanguinolenta 
Grammoptera  maculicor 
„  livida    . 

n  Juri  da  . 

n  taevis    . 

Donaci,'  crassipes  .  . 

:,         Sagittariai  . 

.,  serieea       .  . 

„  difcolcr 


12 


10 


7 
19 


1 

2 

3 

1 

1 

3 

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9 

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6 

13 

3 

12 

1 

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3 

1 

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5 

1 

1 

20 

1 

18 


4 
4 

1 
2 

12 
3 
1 

2 

12 

3 

1 
4 

1 

3 

3 

15 

13 

1 

5 

12 

1 

3 

5 

4 

1 

2 

1 
2 
3 
3 
2 
5 
3 
5 
10 
6 
7 
1 
9 
1 


1 
H 

1 
22 
13 

7 
20 
33 


■26 

40 

20 

37 

■> 

12 
18 


1 

3 
10 
13 


Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich- Ungarn. 


127 


Familie 


Gattung  und  Art 


Jänn. 


Febr. 


März 


April 


Mai     Juni 


Juli 


Aug. 


Sept.  i  Oct. 


Nov. 


Dee. 


Jahr 


r3 


Donacia  affinis 

„         linearis     .... 

,,         Menyanthidis  .    . 

Orsodacna  Cerasi  .... 

Lema  cyanella 

„      melanopa  .         ... 
Crioceris  merdigera    .    .    . 
„         brunnea   .... 
„         duodecimpunctata 
„  Asparagi      .    .    . 

Labidostomis  longimana 
„  humeralis 

Olythra  quadripunclata 
Gynandropktalma  cyanea 

r  flavicollis 

»  affinis  . 

„  xanihaspis 

Coptocephala  scopolina  .    . 
Cryptocephalus  laevicollis 
„  Coryli  .     . 

„  variabilia 

„  riolaceus  . 

„  sericms 

„  ßavipes      . 

„  nitens    .    . 

„  nitidulut  . 

„  bipustulaius 

„  Moraei 

„  geminus    . 

n  marginatus 

„  flavescens 

Pachybrachys  Ilippophaes 

„  hieroglyphicus 

C'hrysomela  fastuosa  .    . 
„  pölita  .    .    . 

„  staphylea 

,,  mentkastri  . 

„  violacea  . 

„  varians    .    . 

„  göttingensi» 

r  haemoptera 

n  globosa     .    . 

„  cereülis    .    . 

„  Schach      .     . 

„  lamina     .    . 

n  geminata 

„  speciosissima 

j,  Üacaliae  .    . 

Lina  viginti-punciatü 

„     Populi 

„     Tremulae    .... 
Oonioctena  rufipes      .    . 
71  rimfnalis 

n  pallida     .    . 

Plagiodera  Armoraciae  . 
Phaedan  orbicularia   .    . 
„         Cochleariae 
„  grammictis    .     . 

Phratora   Vitellin&e    .    . 
v  vulgatissima   . 

Prasocuris  violacea    .    . 
Adimonia  florentina    .    ■ 
„         Tanaceti     .    , 
„  capreae  .    ■ 

Galeruca  Vibv/rni  .  .  . 
Agelastica  Alni  .... 
Luperus  rufipes  ■    . 

„        ßavipes      ■    .    . 

Haltica  Erucae   .... 

„   o/eracea     .    .    . 


10 


40 


10 


34 
3 
3 


28 


L2 


3 
22 


14 


17 

10 
5 


5 
19 
21 

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5 

7 
2 


2 

14 


12 
2 
5 

7 
2 
5 


14 
2 


2 

19 

14 
14 
14 
10 
2 


1 

13 

3 

1 
1 

3 

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3 

1 


12 
3 
5 
3 

7 
4 
1 
1 
4 
1 
3 
4 
7 
9 
12 


11 

1 
1 

1 
12 


13 

7 
3 


6 

12 

2 


1 
2 

1 
7 
3 
3 
6 

4 
12 


2 
13 


15 
2 

5 

13 

2 

20 

1 


10 


18 
5 


13 


55 


10 


2 


10 
2 

2 


1 

28 

5 

1 

7 

S 

18 

10 

24 


3 

27 

3 

17 

8 

24 

6 

4 

5 

35 

75 

17 

11 

3 

20 

7 

3 

1 

7 

3 

4 

26 

14 

154 

36 

2 

15 

151 

1 

3 

2 

3 

4 

5 

2 

2 

3 

30 

13 

5 

11 

3 

8 

1 

5 

I 

32 

8 

1 

1 

33 

67 

11 

40 

30 

25 

48 

11 


12S 


Karl  Fr it seh. 


Familie 


Gattung  und  Art 


Jiinn.  Febr. 


März  April   Mai   \  Juni    Juli 


Aug.  Sept.    Oct.    Nov. 


Dec. 


Jahr 


o 


Haltica  impressa    .    . 
„       ferruginea 
.,        Helxinis     .    . 
„        rvßpes  .    .    . 
,,        melannstoma 
„        fuscicornis     . 
.,        nemorvm  .    . 
Longita-rsus  Verbasci 
Sphaeroderma  teslacea 
Cassida  equestris    .    . 
.,        hemisphaeriea 
„        vihex      .    .    . 
.,         rubiginosa 
.,        subreticulata 
„        ohsoleta      .    . 
-        UneoJa  .    .    . 


Bippodamia  tredeeimpunetata 
Coccinella  mutabilis  . 
.,  obliterata  . 

„  bothnica     . 

„  di'spar    .    ■ 

„  dlpina   .    . 

.,  septem-punetata 

.,  quatuordeeim-pustu- 

lata    . 
„  variabilis    . 

,,         impuitvlaia 
Halyzia  sedeeim-guttata 

„        quatuordeeim-guttata 

.,       ocellata      .    .    . 

.,        conglobata     .    . 

„        22-punctata  .    . 

Chüocorus  rem'pustulatus 

JEpilachna  globosa  .    .    . 

Cynegetis  impuncia     .    . 

Scymnus  analis  .... 

Bhizobius  litura         .    . 


12 

7 

15 

3 

7 


19 
12 


14 


22 


14 


•2 

2 

7 

7 

2 

17 

1 

'29 
7 
•> 

1 

o 

1 
4 
2 

o 

. 

3 

2 

2 

2 

•2 

4S 
4 
9 

42 
4 
9 
2 

1 

. 

1 

o 

11 

1 

4 

1 

o 

2 

12 

2 

55 

3 

5 

30 

30 

5 

103 

1 

1 

1 

■2 

18 

2 

3 

2 

10 
2 

14 

2 

7 

3 

1 
o 

14 
8 
1 

8 

■23 

17 
o 

2 

2 

93 

17 

5 

3 

Frequenz  der  Gattungen. 
Salzburg. 


Familie 


Gattung 


Jiinn.  Febr.  März 


April    Mai      Juni    Juli    Aug.  Sept.    Oct.    Nov. 


Dec, 


Jahr 


Ciciudeli- 1 
des        ) 


,3        \ 


Cicindela  , 

Elaphrus  . 
Notiophihis 
Xpbria  .     . 
Cynhrus 
r    ■     ustes 
C'arabus     .    . 
Lebia     .    ■    . 
'  'Itpina  .    .    . 
Dyzckirittß     . 
/'  ■/.  igaeus 
Chlaenius  .    . 
Lictnus      .    . 
.1  nchomeny.  s 
Poecilus     . 
Feronia     .    . 


10 

24 

15 

6 

1 

4 

4 

2 

2 

• 

3 

3 

5 

3 
3 

• 

2 
3 
1 

2 

• 

3 

. 

4 

o 

2 

8 

2 

5 

19 

66 
6 
3 

14 

8 
1 
1 

8 
2 

2 

7 
2 
2 

6 

7 

• 

3 

2 

3 

5 

2 

2 

5 

3 

2 

2 

• 

13 

•27 

4 

7 

10 

3 

4 

2 

7 

"22 

7 

4 

3 

15 

5 

10 

12 

20 

25 

22 

9 

2(1 

5 

67 

1 
16 

6    I 

3 

26 

135 

11 

6    j 

2 


70 

63 
123 


Jährliche  Periode  der  Ins'eetenfauritt  vok  Österreich-Ungarn. 


1-29 


Familii 


Gattung 


Jänn.  Febr.  März  April    Mai     Juni    Juli    Aug.   Sept.    Oct.    Nov.    De!f 


Jahr 


Amara  .    ■ 
l  .    odactylu 
Sarpalus  . 
Stenolopfius 
Bembidium 

Jlydrous    . 
Hydrobius 
Ueloph 
l'liilhydrus 
tiotum 
Sj  haeridium 

Haliplus    . 

J/ihl '■■■   . 

C&lymbetes 
Ilybius  .    . 
Agabus  . 
D     iscus    . 
Hydaticus 


Gyrinidesj    Gyr 


Silphides 

Anisutn-    ( 
mides      j 


Myrmedonia 

Tiiclujusa  . 

Leptusa 

Aleochar  i 

Tnchinus   . 

Xamihölinui 

Staphylimi  ■ 

Ocypus 

P/alonthus 

Quedius 

Lalhrolium 

Paedem  $   . 

Oxytelus    . 

Copropkilus 

Olophrum 

■Hill         . 

Anthobium 

1  holeea 
Silpha    .    , 
Necrophorus 


Liodes 


Histerides 


Phalacrldes 


Hister    .     . 
Saprinus   . 

Phala 


Nitidulides 


Dermes- 
tiides 


Cercus  .  . 
Epuraea  . 
Amphoüs  . 
^Meligethes 


Byrrhidea 


Syturus     . 
Dermestes 
Attagenus 
A  nthrenus 


Byrrhus 
<  'ytüui  . 


10 


20 


53 
12 

■23 


3 

3 
13 


1. 
14 


31 
11 
21 


11) 

3 

10 

47 

24 

il 

13 

17 

9 

o 

16 

12 

4 

1 

3 

6 

5 

•> 

6 

3 

36 

38 

19 

4 

13 

3 

12 

2 

4 
1 

3 

* 

2 

1 

3 

2 

1 

3 

37 

26 

20 

3 

5 

3 

3 

13 

7 

2 

1 

19 

4 

t 

■j 

2 

1 

7 

;; 

7 

9 

7 

3 

19 

- 

4 

3 

7 

1 

14 

13 

17 


13 


1 

1 

15 

9 

1 

1 

10 
3 


6 
20 


4 
4 
■2 

7 
12 


3  2 

•i 


171 

92 

101 

8 

34 

2 

1 

1 
1 
4 

.; 

25 


24 

9 
3 
3 

■  > 

15 
16 

129 

57 

4n 

33 

9 

133 
35 


in 

145 

20 


7 
1 

4 
1 

3 
34 

1 
56 

6 
15 


41 
12 


Denk-  hem.-naturw.  Ol.    XXXVII.  Bd. 


17 


130 


Karl  Fr it seh. 


Familie 


Gattung 


Jänn.  Febr 


März 


April    Mai     Juni 


Juli    Aug.    .Sept. !  Oct. 


Nov. 


Dee. 


Jahr 


Lucanide 


Bupres- 

tides 


w 


Atopides 


Cyph 
rüdes 


o-     ( 


\ 
Melyrides  < 


Clerides 


Dorci's  .    . 
l'latyceriLS 

Onthophagns 
Aph  idiua  ■ 
Psammodius 
Geotrupes 
Trox  .    .    . 
Iloplia  .    , 
IL  in  iloplia 
Serica    .    . 
Melolontha 
Pkyllopertha 
Anomala  . 
Epicomela 
Oetonia 
Gnorimus 
Trichivs     . 

Ancylocheira 
Antharia   . 
Agri/iis       .     . 
Trachys     .    ■ 

( 'ratonychus 

Jdelocera 
Lacon    . 
Athous  . 
<  'ampylus 

Jim  0  U/US 

i  'ärdiophorus 
Ampedus  . 
i  'orymbites 
Diacanthus 
Agriotes  . 
Sericosomus 
Adrastus   . 

Dascillus  . 

Blödes   .     . 

t.'ypfton 

Scirtes   .     . 
Eucinelus 

Lygistopteru* 

D  ict yopterus 

Somalisus 

Laiitpyris  . 

Cantharis 

Ragonycha 

Silü  .'   .    . 

ilalthodes 

Malachius 
Anthocomus  . 
Traglops    .    . 
l>asytes      .    . 
( 'osmiocomus 


Clerus   . 

Opilvs    . 
Trichodes 

C'oryne/es 


Ptinides  {  Ptinus 


69 
3 


10 


3 

10 


3 

19 

3 

19 
3 

20 

3 

13 


32 

3 


IT 
59 

23 

11 

26 
17 
45 


162 
26 

5 

11 

36 


i 
21 


11 


3 

8 

1  1 

1 
15 

9 

7 


13 

44 
3 
4 
4 
7 

IS 
5 

17 
I 


16 


3 
1 

8 
77 

0-7 


26 


35 

1 

3 

15 

11 


3 

10 


22 

10 


29 
2 

1 

2 

2 

1 

1 

1 

8 
5 

10 

3 


10 

11 


15 

4 


2 
3 
3 

2 

1 
6 

10 


23 


12 


14 


14 
2 


3 

4 

10 

6 
225 

3 

28 
10 
64 

1 
,8 

34 
10 
1 
26 
12 
41 

4 
43 
18 
27 


80 

116 

3 

46 

7 

23 

66 

28 

104 

3 

2 

17 

12 
8 


11 

1 

18 

276 

86 

5 

15 

04 

7 

15 

9«> 


11 
1 

53 
18 


Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich-Ungarn. 


131 


Familie 


Gattuns 


Jänn.  Febi 


März 


April    Jlai 


Juni     Juli    Aug. 


Sept.i  Oct.  I  Nov.  I  Dec. 


Jahr 


Anobiides  • 


Liraexilo-  ) 
nides     j 

Pimeliides  J 

Tenebrio- ) 
nides     ( 


Ptilinus 
Trypopytis 

Anobium    . 


Bylecoetus 
Opatrum  . 
Tenebrio    . 


Helopides  J    Helops 


Cistelides  ■ 


Cistela    . 

Megischia 

Cteniopiir» 


Lagi'iides  j    Lagria  .    . 
Pyroehroa 


Pyrochroi-  i 

des        ) 


Mordel- 
lides 

Meloides 


~Mordella   . 
Anaspis 


Meloe     .    .    . 

Xanthochroa 

I     Oedemera 
Jl  Anonco3.es    . 
'     Chrysanthia  . 


Bruclndes        .   .,   ., 

1     AittnnOiis 


O 


I 


i    Apoderus  . 

Mhynchites    . 

Apion    .    .    . 
i  Sciap/iilus 

Tanijmecns    . 

S i/o >i es   .     .     . 

ChlorophanuB 

Polydrusus    . 

PhyUobius 

L'leonus     .    . 

Alop/iiis     .    . 

LiopMoeus     . 

Lepyrüs     .    - 

ATulytes      .    . 

Pkytonomus  . 

Otiorltynclms 

Lixus    .    .    . 

Larinus     .    . 

Pissodes     .    . 

Magdalinus  . 

Dorytomns     . 

Anthonomus  . 

Balaninus 

Orchestes   .    . 

Coeliodes    .    . 

Ceutor'hynchus 

Oionui  .    .    . 

i'ieopus      .     . 

Sitophttus  ■    . 

Jlhi/ncolus 


Bostrycbi-i    f»*"»"  • 
des  Hylesinus 

I     Hyh  i-  '■■  !  . 


17 
3 


20 


13 


26 


32 


26 


3 
33 

13 

7 

20 
0 
3 


10 


24 
2 


14 
11 


4 

2 

13 

72 


21 
4 
o 
4 

11 
2 
7 


7 
15 


30 
47 


13 
6 

4 


10 
14 
32 

1 

1 
21 

6 
11 

1 
25 

10 

3 

1 


18 
2 


14 

1 


15 
53 

o 


1 
2 
2 

9 

1 
5 
2 

G 

4 

11 


4 

20 


1 
10 

6 
3 


6 

1 

10 


17 
14 


7 

1 

27 


17 


63 

6 


62 


101 

124 


1 
9 

37 

28 

32 

•_> 

"> 

23 

14 

32 

147 

1 
18 
54 
13 
51 
49 

53 

■l 

20 
4 
5 
2 

13 


17 


132 


Karl  Fritsch. 


Familie 


Crattunt 


Jänn.  Febr.  März   Aiiril    Mäi     Juni     Juli    Aug.    Sept.  Oct.  I  Nov. 


Dee. 


Jahr 


Bostryclii- 
des 


-= 
- 

3 


Boslrychus 
Scolytus     . 

Sphondylis 

Prioniis 

Hammaticher 

Aromia  .    . 

Saphanus  . 

Byloirupes 

( 'allidiwm  . 

Clytus    .    . 

Gracilia     . 

Molorchus 

Astynomus 

Letopus 

Pogonockeru 

Monockamits 

Lntain    .     . 

Mesosa  .    . 

Sapt  rda 

Telropf, 

Oberea   .     . 

Pkytoi  cia  . 

fthagium    . 

Toxotus 

Pachyta 

Strang'alia 

Leptura 

Qrammoptera 


JJonacia  . 
Orsodacna 
Lewa  .  . 
( 'r/oferis  . 
Labidostomis 

<  'lythra      .    .    . 
Gynandrophtalma 
Coptocephalü 
i  'ryptöcephalus 
Pachybrachys 
i  'hrysomela 

Limt  .      .      . 

Cfomoctena 
Plagiodera 
Phaedon    . 
Phratora  ■ 
1'rasocuris 
Adimonia  . 
Galeruca    . 
Agelastica 
Luperua     . 
Haltica 
Longitarsus 
Sphaeroderm 

<  assida 

Hippodamia 

Coccinella 

Hatyzia 

<  'hilocoras 
Epilachna 
Cynegetis  . 
Scymnus  . 
Hhizobius  . 


53 


10 


14 


20 

3 


6 

13 


77 
3 
3 


12 
3 

30 


44 


38 


10 

7 

2 
4 

10 

26 

9 


28 

4 

14 

2 

32 

78 


14 
14 


IG 
21 

14 

28 
28 


40 


o 
16 
21 

18 
6 


27 

1 
1 


3 
14 

49 

1 
53 
20 


13 


14 

35 

9 

19 

1 

5 

7 

3 

•2 

2 

. 

o 

1 

2 

1 

8 

12 

34 

14 

7 


39 


1 
5 
1 
6 
2 

1 
4 

7 

1 
12 


o 

1 

25 

21 


1 
11 


4 
16 

61 

1 


2 

4 

1 

12 

2 

2 

1 

15 

5 


3 

10 


8 
17 

38 


35 
3 

23 


60 


4 

1 

3 
3 

15 
13 

1 

5 
21 


3 

3 
7 
3 
5 

16 
7 

lo 
•> 

14 
36 
60 

51 
39 

61 

1 
15 
CO 

5 

:i 

55 

24 

194 

3 

420 

46 

19 

•'S 

7 

40 

1 

101 

II 

40 

55 

121 

2 

3 
I  LS 

1 

2 1 0 
45 

1 
9  5 
17 

5 

5 


Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich-Ungarn. 


133 


Frequenz  der  Familien. 
Salzburg. 


Familie 


Jänu. 


Febr.    März 


I 
April      Mai       Juni       Juli    I  Aug.  '   Sept.     Oct.       Nov.     Dec. 


Jahr 


Oicindelides  .    . 
Carabide-s      .    . 
Dytiicid.es     .    . 
Qyrinides  .    . 
llijdroptiilides   . 
Staphylinides    . 
Silphides    .    . 
Anisotomides    ■ 
Sisferides     .    . 
Phaläcrides   . 
Nitidtulides    . 
iJeTinestides  .    , 
Byrrh'des      .    . 
Ziucdnides     .    , 
Scarabaeides  1  , 
Bvpnestides  . 
"Elaterides     .    . 
Atopides    .    . 
Cyphönides    .    . 
Telephorides 
Melyrides  . 
Gierides     .    .    , 
Ptinides     .    . 
Anobiides  .    . 
Lyme  rilonides 
l'imeliides 
Tenebriouides 
Helopides  .    . 
i  'istelides  .    . 
Lagriides  .    . 
Pyrrockroides 
Mordellides  . 
ileloides    .    ■ 
Oedenierides  . 
Brucliides 
Gurculionides 
Bostrycflides 
Ceranibycides 
Chryiomelides 
Coccinellides 


13 


Totale 


19 


10 
97 

20 

10 

123 

3 


27 
3 


96 


17 
3 


20 


25 
6 

72 

37 


24 
242 

6 

19 

189 
43 

3 
3 
35 
17 
22 
3 
91 
13 
83 


35 
3 
3 


26 
32 

26 

7 

120 

10 

13 

237 

48 


582   1353 


15 

113 


4 

110 

33 


11 
18 
16 
7 
55 
24 
207 

10 

213 

42 

15 


2 
2 

10 
7 
2 
26 
2 
181 
o 

100 

367 

33 


6 
135 


51 
24 


10 

7 

5 

3 

79 

32 

116 

10 

8 

112 

41 

19 


7 
15 

77 

181 

2 

122 

217 

65 


1636   1402 


4 

102 
6 

4 
45 
20 


2 

5 

2 

3 

3 

75 

16 

71 

1 

5 

28 

22 

19 

1 

1 

1 


18 
2 

15 

70 

1 

70 

2 

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136 

25 

879 


4 
63 


24 
11 


1 
1 
2 
1 
25 

11 

1 
24 

2 
14 


6 

2 

3 

24 

34 

64 

126 

29 


2 

80 
2 
2 

27 
13 


23 


10 


25 


61 

475    384 


2 

58 


57 
24 


18 

7 


10 


19 

104    103 
65 


355 


25 

4 


21 
9 


16 

21 

37 

669 

17.) 


5 

94 

50 

55 

17 

469 

92 

188 

17 

26 

414 

112 

83 

4 

17 

1 

17 

14 

2 

35 
4 
17 
69 
62 

229 
10 

651 
22 

410 
1413 

375 

7173 


1  Ohne  Melolontka  vulgaris. 


134 


Karl  Fr it seil. 


Vertheilung  der  Arten. 
Salzburg. 


Familie 

Jänu. 

Febr. 

März 

April 

Mai 

Juni 

Juli 

Aug. 

Sept. 

Oct. 

Nov.     Dec. 

Jahr 

Cicindelides 

• 

1 

o 

2 

2 

2 

2 

i 

l 

2 

i'urabides 

18 

30 

27 

44 

44 

27 

20 

14 

2 

76 

Dytiscides 

2 

1 

6 

• 

1 

1 

10 

Gyrinides  .    . 

1 

1 

. 

1 

1 

Mydrbpküides 

2 

5 

2 

4 

' 

11 

Slapfylinides 

3 

18 

20 

15 

15 

12 

6 

7 

10 

6 

2 

44 

Silphides    .     . 

1 

7 

6 

5 

7 

4 

3 

3 

2 

12 

A  nisotomides 

1 

1 

Histei-ides 

1 

1 

2 

• 

4 

Phalacn'des   . 

1 

2 

. 

. 

. 

2 

Nitidulides    . 

2 

4 

4 

5 

2 

1 

1 

1 

8 

L'rijptophagides 

1 

. 

1 

Vennestides  . 

3 

5 

5 

1 

1 

1 

6 

Byrrltides 

2 

3 

2 

1 

2 

. 

3 

Lucaifidea 

. 

1 

1 

1 

1 

1 

3 

Scaralaeides 

1 

6 

13 

13 

15 

17 

S 

5 

5 

2 

30 

Buprestides  . 

3 

5 

8 

5 

. 

1 

8 

Elalerides 

10 

22 

24 

19 

3 

. 

34 

Atopides    .    . 

1 

1 

1 

Cyph&nides    . 

2 

2 

4 

1 

1 

5 

Telephorides 

3 

19 

18 

10 

o 

1 

26 

Melyrides  .    . 

• 

1 

6 

8 

5 

2 

. 

1 

12 

Clerides      .     . 

1 

3 

3 

2 

1 

1 

4 

Ptiiiides     .     , 

1 

1 

2 

. 

2 

Anobiides  .    . 

2 

4 

1 

1 

. 

4 

Lymexilonides 

1 

• 

1 

Pimeliides 

17 

1 

Tenebrionides 

• 

1 

1 

1 

1 

Helopides  .    . 

1 

. 

. 

1 

Cistelides  .    . 

1 

3 

1 

1 

3 

Lagriides  .    . 

. 

1 

l 

. 

1 

Pyrrochroides 

1 

o 

. 

2 

Mordellides  . 

2 

2 

3 

3 

1 

1 

4 

Meloides    .    . 

1 

1 

2 

1 

3 

Oedemerides  . 

2 

3 

8 

10 

5 

3 

13 

Bruchides 

• 

1 

1 

. 

1 

1 

2 

Curcnlionides 

20 

27 

47 

34 

17 

10 

5 

1 

87 

Bostrycltides 

2 

2 

1 

2 

2 

. 

6 

i.'erambycides 

. 

3 

19 

29 

29 

13 

6 

49 

L'lirysomelides 

7 

26 

50 

55 

51 

33 

18 

13 

4 

90 

Coccinellides 

i 

i 

5 

9 

17 

11 

12 

6 

6 

3 

20 

Totale 

5 

■2 

92 

172 

255 

331 

293 

144 

87 

62 

22 

2 

593 

Jährliche  Periode  der  Insectenfaunü  von  Österreich-Ungarn. 


35 


Vertheilung  der  zuerst  erscheinenden  Arten. 
Salzburg. 


Familie 


Jiinn.    Febr.    März     April      Mai       Juni   I    Juli 


Aug.  i  Sept.  !  Oct.      Nov.     Dec 


Jahr 


Cicindelides 

Caralides 

Dytiscides 

Gyrinides 

Ilydroplii/ides  .... 
Staphyliwdea    .... 

Silphides 

Anisotomides     .... 

Hisierides 

P/mlacrides 

Nitidulides 

Cryptophagidas      .    .    . 

Dermestides 

Byrrhides 

hucanides 

Scarabaeides     .... 

l:>tj<restides 

Elaterides 

Atopides 

Cyphonides 

Telephorides      .... 

Melyrtdes 

Vieri  des 

Ptim'des 

Anobiides 

Lymexilonides  .... 

Pimeliides 

Tenebrionides   .... 

Hellendes 

Cittelide»  ...... 

Lagriides 

Pyrrochroides   .... 

Mordellides 

Meloides 

Oedemer/des 

Bruchides 

( 'n re'ilionides  .... 
Bostrychides  .... 
Cerambyeides  .... 
Oirysomelides  .... 
Coccinellides     .... 

Totale 


1 
17 

1 
o 

17 
1 

1 

2 

1 
1 


72 


1 
18 


1 
1 
8 
3 
10 


1 
2 

1 
17 

1 
3 

20 

1 

120 


3 

1 

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16 
6 
2 

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1 
1 

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18 

32 

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10 


79 


18 


12 


76 
10 

1 
11 
44 
12 

1 

4 


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3 

30 
8 

34 
1 


4 

3 

13 

o 

87 
6 
49 
90 
20 

593 


Karl  Fritsch.    Jährliche  Periode  der  Insectenfauna  von  Österreich-Ungarn. 


Haupt-Index. 


Seite 
Einleitung 1 

A.  Erscheinungszeiten 3 

Übersicht  der  Stationen ■ 5 

Erste  Erscheinungszeiten  der  Käfer  an  den  einzelnen  Stationen 9 

Nummern-Index  der  Gattungen S3 

Nummern-Index  der  bei  jeder  Station  verzeichneten  Arten 86 

B.  Jährliche  Vertheilung  der  Käfer 92 

Frequenz  der  Arten.   Wien 97 

Frequenz  der  Gattungen.  Wien HO 

Frequenz  der  Familien.  Wien HC 

Vertheilung  der  Arten.  Wien 117 

Vertheilung  der  zuerst  erscheinenden  Arten.  Wien HS 

Frequenz  der  Arten.  Salzburg , 119 

Frequenz  der  Gattungen.  Salzburg l-2§ 

Frequenz  der  Familien.  Salzburg 133 

Vertheilung  d-jr  Arten.  Salzburg 134 

Vertheilung  der  zuerst  erscheinenden  Arten.  Salzburg 135 


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llcntachriften  der kais  Ak.nl  iUV. malluialurw  C"!  nXvll.BilIAblh.1876 


137 


ZUR  KENNTNISS 

DES 


BAUES  UND  DER  ORGANISATION  DER  POLYPHEMIDEN. 


Prof    Dr.    C.    CLAUS, 

CORRESPONDIRENPEM   MITGLIEPE  DER  KAISERLICHEN  AKAHEM1E  DER  WISSENSCHAFT  I  N  . 

(.mit    7    S«.fefit.) 


VORGELEGT   IN  DER  SITZUNG   DER   MATHEMATISCH-NATURWISSENSCHAFTLICHEN   CEASSE  AM  26.   OCTOBER  1S76. 


In  meinen  jüngst  veröffentlichten  Untersuchungen  über  Daphniden  '  und  Verwandte  war  es  mir  leider  nicht 
möglich  gewesen,  auf  die  nach  Gestaltung  und  Lebensweise  gleich  merkwürdige  Polypheraidengruppe  Bezug 
zu  nehmen.  Ich  musste  eine  Lücke  zurücklassen,  deren  Ergänzung  besonders  im  Hinblick  auf  Weismann 's 
inzwischen  publicirte  Arbeiten  über  Bau  und  Lebenserscheinungen  von  Leptodora  hyalina,  sowie  über  die 
Bildung  von  Wintereiern  dieser  Gattung  dringend  wünschenswerth  erscheinen  musste.  Um  so  erfreulicher 
war  es  nur,  noch  im  Laufe  dieses  Sommers  bei  meinem  mehrwöchentlichen  Aufenthalte  am  Gmundner  See 
(im  Juli  und  August)  und  später  an  der  zoologischen  Station  zu  Triest  (im  September)  Gelegenheit  zu  fin- 
den, sämmtliche  Polyphemidengattungen  des  süssen  Wassers  und  des  Meeres  eingehender  untersuchen  zu 
können. 

Über  die  Cladoceren-Fauna  des  Gmundner  Sees  will  ich  die  Bemerkung  vorausschicken,  dass  dieselbe, 
wie  ja  von  vorneherein  zu  erwarten  stand,  mit  der  Fauna  der  Schweizer  Seen  im  Wesentlichen  überein- 
stimmt. Neben  Bosmina  longirostris  und  der  sehr  verbreiteten  Sida  crystallina  und  Daphnia  hyalina  tischte 
ich  an  der  Oberfläche  des  Wassers  mittelst  des  feinen  Netzes  sowohl  Leptodora  hyalina  als  die  Polyphe- 
miden  Bythotreph.es  longimanus  und  Polyphemus  oculus.  Letztere  Form,  vor  allen  aber  Bythotrephes  lorigi- 
manus,  seheinen  übrigens  vornehmlich  der  Tiefe  anzugehören  und  nur  unter  besonderen  Bedingungen  in 
grösserer  Menge  nach  der  Oberfläche  emporzusteigen. 

Wenn  P.  E.  Müller  und  Weismann  für  Leptodora  behaupten  zu  können  glauben,  dass  sie  überhaupt 
niemals  in  grosse  Tiefen  hinabsteigt,  so  hat  wenigstens  für  Bythotrephes  sicher  das  Gegentheil  Geltung, 
da  sie  die  Hauptnahrung  der  in  bedeutenden  Tiefen  lebenden  Blaufellchen  oder  Reinanken  bildet.  Leidet 
kamen  mir,  was  ich  nach  der  Jahreszeit  nicht  anders  erwarten  konnte,  von  Polyphemus  und  Bythotrephes 
ausschliesslich  Weibehen  mit  Sommereiern  zu  Gesicht.    Männchen  fehlten  noch  durchaus,  und  dem  entspre- 


1  C.  Claus,  Zur  Kenntnis«  der  Organisation  und  des  feineren  Baues  der  Daphniden  und  verwandten  Cladoceren.  Zeit- 
schrift für  wiss.  Zoologie,  Tom.  XXVII,  1S76. 

Denkschriften  der  mathem.-naturw  Ol.    XXXVII.  Bd.  |s 


138  C.   Claus 

chend  wurden  keine  Wintereier  gebildet.  Dagegen  war  ich  in  Triest  mit  den  marinen  Polyphemiden  glück- 
licher, indem  ich  die  Jahreszeit  trat,  in  welcher  wenigstens  für  eine  der  Evadne-Axt&a  beide  Geschlechter 
vorhanden  sind,  und  die  Bildung  von  Wintereiern  stattfindet.  Evadne  spinifera  war  auch  nur  in  weiblichen 
Exemplaren  zu  finden;  ebenso  der  viel  spärlicher  auftretende  Podon  intermedius ,  den  ich  nur  zweimal  in 
völlig  Irischem  Zustande  an  der  Oberfläche  tischte. 

Körperbau  und  Gliedinasseiigestaltiutg. 

Wenn  nun  auch  das  Detail  der  Organisation  und  der  feinere  Bau  aller  dieser  Formen  noch  mannig- 
facher Autklärungen  bedürfen  und  von  erneuerten  Untersuchungen  Bereicherungen  erwarten  lassen,  so  kann 
man  die  morphologische  Gestaltung  als  im  Allgemeinen  befriedigend  bekannt  betrachten.  Insbesondere  war 
es  neuerdings  P.  E.  Müller,  der  in  einer  trefflichen  Arbeit  '  manche  Irrthümer  seiner  Vorgänger  berich- 
tigte und  das  Verständniss  des  Körperbaues  wesentlich  förderte.  Immerhin  dürfte  nach  imeinen  jüngst  ver- 
öffentlichten Beobachtungen  über  Daphniden,  durch  welche  einige  neue  Gesichtspunkte  auch  für  die  Erklä- 
rung der  Körpergestaltung  gewonnen  worden  sind,  eine  kurze  morphologische  Betrachtung  der  Polyphemiden 
zu  einigen  Ergänzungen  und  Berichtigungen  führen. 

Ziehen  wir  zunächst  Leptodora  hyalina  heran,  die  allerdings  nicht  in  die  engere  Gruppe  der  Polvphe- 
miden aufzunehmen  ist,  aber  doch  morphologisch  den  Ausgangspunkt  bilden  muss,  um  die  Eigenthümlich- 
keiten  jener  zum  Verständniss  zu  bringen,  so  zeigt  diese  langgestreckte  Cladocere  vor  den  beschälten 
Daphniden  darin  eine  wesentliche  Eigentümlichkeit,  dass  die  Schal enduplicatur  erst  am  Ende  des  Thorax 
oder  des  die  sechs  Beinpaare  tragenden  Mittelkörpers  beginnt.  Hiermit  im  Zusammenhange  steht  auch  die 
ausserordentliche  Länge  des  Endganges  der  Schalendrüse,  welche  ihre  Lage  in  der  Schale  beibehalten  hat, 
ohne  ihre  Ausmündung  an  der  Maxillarregion  zu  ändern  (Fig.  2).  Offenbar  besteht  hier  bereits  für  die 
Schale,  von  der  ich  an  einem  anderen  Orte  gezeigt  habe,  dass  sie  durch  eine  Hautduplicatur  der  Maxillar- 
gegend  2  entstanden  ist,  ein  seeundäres,  der  Panzerbildung  der  Malakostraceen  durchaus  entsprechendes 
Verhältniss;  denn  auch  hier  ist  die  innere  Lamelle  allmählich  von  Segment  zu  Segment  verkürzt  worden,  so 
dass  der  Panzer  .schliesslich  fast  mit  dem  ganzen  Bein-tragenden  Mittelleibe,  wie  man  es  gewöhnlich  be- 
zeichnet, verwachsen,  nur  eine  verhältnissmässig  schmale  flügeiförmige  Randduplicatur  zu  bilden  im 
Stande  war. 

Bei  säinmtlichen  Polyphemiden  ist  nun  eine  viel  bedeutendere  und  physiologisch  zu  ganz  neuen  Ver- 
hältnissen führende  Abänderung  eingetreten,  welche  darauf  beruht,  dass  sich  die  Matrix  der  Rückenhaut 
des  Thieres  in  Verbindung  mit  der  Hypodermis  der  inneren  Schalenlamelle  zu  einem  Uterus-ähnlichen  von 
Blut  umspülten  Brutsack  umgebildet  hat,  über  welchen  die  Aussenlamelle  als  Rlickenintegument  bis  auf 
eiuen  dünnen  Querschlitz  am  Hinterende  oder  sogar  vollkommen  —  Evadne  —  mit  der  Haut  verwachsen  ist 
und  im  letzteren  Falle  nur  durch  einen  engen  stielartigen  Verbindungsstrang  den  Zusammenhang  mit  dem 
Matrikaisacke  erhalten  hat  (Fig.  12  St.).  Das  enge  Lumen  dieses  Stieles,  gewissermassen  der  Ausführungs- 
gang des  Matrikaisackes,  würde  dem  weiten  Raum  zwischen  Schale  und  Rückenhaut  am  Hinterende  der 
Daphniden  entsprechen . 

Vergleichen  wir  das  Verhalten  der  Abdominalsegmente,  über  welche  sich  die  Schale  der  Daphniden 
ausbreitet,  bei  L<?±>todora  und  den  Polyphemiden,  so  folgen  bekanntlich  bei  Leptodora  auf  den  Mittelkörper 
noch  vier  sehr  langgestreckte  (von  dem  kürzeren  zweiten  Segmente  abgesehen)  Segmente,  welche  keine 
Krümmung  wie  bei  den  Daphniden  erfahren  haben.  Die  drei  vorderen  sind  die  Segmente  des  Abdomens, 
das  hintere  dagegen,  welches  mit  dem  Tastborstenhöcker  beginnt,  entspricht  ohne  jede  Frage  dem  Post- 
abdomen der  Daphniden,  während  die  geraden  Endhaken  die  Furealstücke  wiederholen.  Wir  haben  somit 
genau  wie  bei  den  Daphniden  und  Lynceiden  drei  Abdominalseginente  und  einen  mächtig  entwickelten,  mit 


1  P.E.  Müller,  Danmarks  Cladocera.  Kjöbenhavn  1867. 

-  C.  ('laus.  Untersuchungen  zur  Erforschung  der  genealogischen  Grundlage  des  Crustaceensystems.   Wien  1870. 
sowie:  Zur  Kenntnis-  der  Organisation  der  Daphniden  1.  c.  p.  399. 


Zur  Kenntnis  <!<■<<  Baues  und  der  Organisation  der  Polyphemiden.  139 

den  Tastbo-rstenpaare  beginnenden  Endabschnitt,  der  wie  dort  als  Postabdomen  zu  bezeichnen 
ist,  und  das  Postabdomen  der  Estheriden  und  Verwandten  wiederholt  l. 

Bei  den  Polyphemiden,  die  durchwegs  an  dem  verkürzten  Thorax  nur  vier  Beinpaare  erhalten  haben, 
erfährt  auch  das  Abdomen  eine  bedeutende'  Verkürzung  und  Reduction.  Bei  Bythotrephes  scheinen  zwar 
noch- drei  Abdominalsegmente  nachweisbar,  indessen  sind  die  beiden  vorderen  ventralwärts  nicht  mehr  ab- 
gegrenzt, dagegen  hat  sich  das  Postabdomen  mit  den  beiden  Furcalhaken  in  deutlicher  Abgliederung  erhal- 
ten, jedoch  in  eigentümlicher  Weise  durch  enorme  Verstärkung  und  Verlängerung  des  Tastborstenhöckers 
unigestaltet.  Dieser  mit  den  winzigen  Tastborsten  am  äusseren  Ende  hat  die  Rolle  der  Balancirstange  über- 
nommen,  welche  bei  Leptodora  dem  gesummten  Abdomen  und  Postabdomen  zufällt  (Fig.  1).  Dass  mit  den 
Dachfolgenden  Häutungen  hinter  der  Afteröffnung  zwei,  beziehungsweise  drei  Paare  von  Haken  auftre- 
ten, hat  bereits  Müller  richtig  erkannt  und  durch  die  unterbliebene  Abstreifung  der  älteren  Cutieularhäute 
erklärt.  Bei  Folyphemus  (Fig.  7)  erscheinen  Alidomen  und  Postabdomen  zu  einem  kurzen  ungegliederten 
Rudimente  zusammengezogen,  an  welchem  die  Furcalhaken  ganz  ausfallen,  während  der  Tastborstenhöcker 
eine  immerhin  noch  bedeutende  Länge  bewahrt  und  am  Ende  zwei  ansehnliche  Tastborstenschläuche  trägt. 
Bei  Podon  und  Evadne  endlich  verkürzt  sich  wiederum  der  Tastborstenhöcker  zu  einem  Rudimente,  welches 
den  paarigen  Höckern  von  Stda  ähnlich  ist,  während  die  Furcalhaken  am  Hinterleibsstummel  erhalten  sind 
(Fig.  15,   16,  21,  23). 

Für  die  Details  der  Gliedmassengestaltung  darf  ich  besonders  auf  P.  E.  Müller's  Arbeit  hinweisen. 
Die  Vorderfühler  reduciren  sich  überall  bedeutend  und  tragen  nur  eine  geringe  Zahl,  meist  fünf  bis  sechs 
Riechcj linder  mit  glänzenden  Endkörperchen.  Bei  Byihotreph.es  kolbig  aufgetrieben,  erheben  sich  dieselben 
auf  frei  abstehender  Basis  (Fig.  6),  die  sich  schon  bei  Folyphemus  dem  Kopfe  anlegt.  Während  hier  aber 
noch  die  cylindrischen  Fühler  frei  hervorragen,  und  wie  bei  Bythotrephes  durch  besondere  Muskeln  beweglich 
sind,  verschmelzen  auch  diese  bei  Podon  und  Evadne  mit  der  Vorderfläche  des  Kopfes,  oder  besser,  sie 
kommen  von  derselben  überhaupt  nicht  zur  Abgliederung,  so  dass  hier  ein  ähnliches  Verhältniss  besteht, 
wie  an  den  Nauplius-L&vye^  der  Estheria  und  Limnadia,  deren  Fühler  unter  dem  Integuuient  verborgen, 
nur  den  Borstenanhang  frei  hervorstehen  lassen.  Um  so  mächtiger  ist  überall  das  zweite  Antennenpaar  ent- 
wickelt, welches  wie  bei  Leptodora  vornehmlich  oder  gar  ausschliesslich  die  Ortsbewegung  vermittelt.  Stets 
erheben  sich  auf  langgestrecktem  Stamme  zwei  ziemlich  gleich  lange  Ruderäste,  von  denen  der  eine  dreiglie- 
derig,  der  andere  viergliederig  ist.  Letzterer  trägt  bei  Bythotrephes  8  (0-1-1-^2-1-5  i .  bei  Polyphemüs  und 
bei  Podon  intermedius  7  (0-t-l-+-2-)-4),  bei  Podon  polyphemoides  und  Evadne  nur  6  (0-H  l-r-l-f-4)  fein 
gefiederte  Ruderborsten,  während  der  dreigliederige  Ast  bei  Bythotrephes  und  Folyphemus  7  (l-t-l-t-5), 
bei  Podon  und  Evadne  6  (l-f-l-t-4)  Borstenanhänge  besitzt.  Bei  Podon  und  Evadne  sind  die  Endglieder 
beider  Aste  so  bedeutend  verkürzt,  dass  die  vier  Borsten  am  oberen  Ende  zu  entspringen  scheinen. 

Von  Mundwerkzeugen  findet  sich  überall  unterhalb  der  umfangreichen  überaus  beweglichen  Oberlippe 
ein  kräftiges  Mandibe'paar  und  ein  kleines,   bei  Podon  und  Evadne  überaus  verkümmertes  Paar  von  Maxil- 


1  Hiernach  würde  Weismann's  Deutung  zu  berichtigen  sein.  Vergl.  A.  Weismann,  Über  Bau  und  Lebehserschei- 
nungen  von  Leptodora  hyalina.  Leipzig  l8T-t,  p.  8.  Der  Endabschnitt,  welcher  mit  den  beiden  Tastborsten  beginnt,  welche 
.■uif  zwei  oder  auch  einem  unpaaren  Höcker  sich  erheben  können,  ist  bei  allen  Cladoceren  als  Postabdomen  vorhan- 
den. Es  ist  deshalb  unrichtig,  wenn  Weismann,  der  diesen  Abschnitt  bei  Bythotrephes  und  Polyphemüs  als  Postabdomen 
anerkennt,  denselben  bei  Leptodora  dem  Abdomen  zuzählt  und  bei  vielen  Daphniden  zugleich  schwinden  lässt  (p.  59  . 
Ebenso  bedarf  er  einer  Berichtigung,  wenn  dieser  Autor  sagt:  ..Am  vollständigsten  i.-t  die  Verwischung  der  Segmentgrenzen 
und  Körperabschnitte  wohl  bei  Boemina  etc.,  aber  auch  bei  der  Gattung  Daphnia  ist  weder  eine  Gliederung  des  Abdomens, 
noch  auch  eine  .Marke  zwischen  diesem  und  dem  Thorax  vorhanden."  In  allen  diesen  Fällen,  sowohl  bei  Daj'i>'n"  wie  hei 
liosmina,  Sida  etc.  sind  die  Segmente,  wie  ich  Inder  bereits  citirten  Daphniden- Arbeit  zeigte,  deutlich  gesondert  und  stets 
ein  dreigliedriges  Abdomen  und  ein  einfaches  mächtiges  Postabdomen  vorhanden. 

-  Neuerdings  gäbt  noch  Gers  tack  er  in  dem  eben  erschienenen  2lten  Heft  von  Bronn's  <  lassen  und  <  Irdnungen  Leip- 
zig und  Heidelberg  1876)  für  die  Wo»pft««-Larven  von  Estheria  au.  dass  „Andeutungen  der  späteren  Tastfiihler" 
fehlten,  während  ich  schon  zwei  Jahre  vorher  I.ehrb.  d.  Zoologie,  :;.  Aufl.  2.  lieft,  p.  501  u.  502  hervorgehobe11  habe 
dass  dieselben  als  mit  einer  Horste  besetzte  Knospen  hervortreten. 

ls  * 


140  C.    Claus. 

len.  Die  Mandibeln  sind  überall  kräftige,  mehr  oder  minder  hakenförmig  einwärts  gebogene  Platten,  welche 
im  Vergleiche  zu  den  langen  Mandibularhaken  von  Leptodora  verkürzt  erscheinen,  und  mit  mehrfach  bezahu- 
tem  Kaurande  enden.  Offenbar  werden  dieselben  auch  hier  als  Waffen  zum  Raube  benutzt,  und  verhalten 
sich  zu  jenen,  wie  etwa  die  Mandibeln  verschiedener  Carabidengattungen  zu  denen  von  Cicindela.  Unter 
einander  differiren  sie  wiederum  nicht  unwesentlich  nach  der  besonderen  Bezahnung,  die  wohl  als  Gattungs- 
charakter verwerthet  werden  könnte.  Bei  Bythotreph.es  läuft  der  Kaurand  der  Mandibel  (Fig.  1'  und  2  Md) 
in  eine  zweizähnige  Kante  aus,  vor  welcher  an  der  Innenseite  ein  warziger  mit  Spitzen  besetzter  Höcker 
sich  erhebt.  Der  letztere  fehlt  schon  bei  Polyphemus.  Hier  ist  die  Kaufläche  der  Mandibel,  wie  bereits  Ley- 
dig  beschrieben  hat,  „durch  drei  von  einander  weit  abstehende  quere  Zahnreihen  gerieft,  von  denen  je  der 
äusserste  Zahn  auch  der  längste  ist  und  stark  vorspringt"  (Fig.  7  Md  und  7').  Bei  Podon  (Fig.  23')  und 
Evadne  gestalten  sich  die  Zähne  zu  längeren  mehrzackigen  Spitzen,  welche  wiederum  bei  Evadne  spinifera 
(Fig.  21")  und  Evadne  tergestina  '  (Fig.  15')  so  bedeutend  abweichen,  dass  man  zumal  bei  anderen  nicht 
unwesentlichen  Differenzen  beider  Formen  letztere  generiseh  vielleicht  als  Pseudevadne  sondern  könnte. 

Hinter  den  Mandibeln  erheben  sich  bei  Bythotrephes  (Fig.  2  und  0  Mx)  und  Polyphemus  (Fig.  7  Mx) 
die  Maxillen  als  ansehnliche  mit  kurzen  Spitzen  besetzte  Lappen,  einer  Unterlippe  ähnlich.  Bei  Podon  und 
Evadne  werden  dieselben  ganz  rudimentär,  doch  bleiben  sie  in  beiden  Fällen  noch  als  kleine  schwierig  zu 
beobachtende  behaarte  Wärzchen  nachweisbar. 

Bücksichtlich  der  auf  die  Mundtheile  folgenden  Gliedmassen  ist  die  Vierzahl  der  Beinpaare,  sowie  die 
Verwendung  derselben  als  Greif-  und  Fangorgane  ein  für  die  Polyphemidengruppe  durchgreifender  Cha- 
rakter. In  letzterem  Punkte  schliessen  sie  unmittelbar  an  die  (5  Beinpaare  tragende  Leptodora  an,  obwohl 
sich  eine  beträchtliche  Grössenreduction  von  Bythotrephes  an  bis  zu  Evadne  bemerkbar  macht.  Hier  wie  dort 
scheint  der  Phyllopodenfuss  so  bedeutend  verändert,  dass  es  mit  Schwierigkeiten  verbunden  ist,  denselben 
wiederzuerkennen  und  seine  Abschnitte  an  der  offenbar  secundären ,  den  besonderen  Lebensverhältnissen 
angepassten  Beinform  nachzuweisen.  Indessen  zeigt  ja  auch  schon  das  vordere  Beinpaar  der  Daphniden 
ähnliche,  an  Greif-  und  Kieferfüsse  erinnernde  Gestaltungsverhältnisse,  und  es  ist  zumal  bei  der  Grösse  der 
Gliedmassen  und  bei  der  besonderen  Ausbildung  der  Greiffunction  gerade  auch  am  vordem  Beinpaare  ins- 
besondere von  Leptodom  und  Bythotrephes  kaum  zweifelhaft,  dass  dieses  zuerst  von  dem  Processe  der  mit 
Functionswechsel  verbundenen  Formveränderung  betroffen  wurde. 

Überall  unterscheidet  man  einen  längeren  oder  kürzeren  wohl  aus  einem  zweigliederigen  Abschnitte  her- 
vorgegangenen Stamm ,  an  dessen  Innenseite  ein  Ladenfortsatz  sich  erhebt,  sodann  einen  gestreckten  meist 
dreigliederigen,  mit  Greifborsten  besetzten  Hauptast  und  einen  verschieden  umfangreichen,  in  einem  Falle 
sogar  auf  einen  Dorn  reducirten  Aussenast.  Durch  den  Ausfall  des  letzteren  als  beweglichen  Anhang  schliesst 
sich  Bythotrephes  ebenso  wie  durch  die  bedeutende  Längsstreckung  der  Fussglicder,  sowie  durch  die 
enorme  Grösse  des  vorderen  Beinpaares  (Fig.  1  F')  an  Leptodora  an.  Indessen  sind  an  allen  vier  Beinpaaren 
grosse  Ladenfortsätze  vorhanden,  welche  im  letzteren  Falle  fehlen.  Am  vorderen  Paare  spitz  ausgezogen 
(Fig.  1")  erscheinen  dieselben  am  zweiten  (Fig.  1'")  und  dritten  Paare  oblong,  am  vierten  bei  allen  Polyphe- 
miden  rudimentären  Beinpaare  konisch  und  von  acht  Porsten  des  Hauptastes  umstellt  (Fig.  1IV).  An  die- 
sem vierten  Paare  hat  sich  auffallender  Weise  auch  der  äussere  Ast  als  kleines  mit  einer  Borste  besetztes 


1  Wahrscheinlich  ist  die  im  Hafen  von  Triest  sehr  verbreitete  Form  mit  der  früher  von  mir  als  mechterranea  unterschie- 
denen, jedoch  nicht  ausreichend  auf  die  Artmerkmale  bekannt  gewordenen  Form  identisch.  Von  der  nordischen  Evadnt 
Nordmanni  Loven,  wie  sie  neuerdings  von  P.  E.  Müller  charakterisirt  wurde,  ist  sie  jedenfalls  speeifisch  verschieden. 
Während  bei  E.  X<  rdmanni  der  äussere  Ast  des  dritten  Beinpaares  nur  eine  Borste  trügt,  ist  er  hier  mit  drei  Borsten  be- 
setzt. Ebensowenig-  berühren  die  beiden  vom  Rücken  entspringenden  Levatoren  der  Ruderantennen  einander,  sondern  ste- 
hen wie  bei  E.  spinifera  weit  ab.  Als  besonders  charakteristisch  möchte  ich  für  unsere  Art  die  Verlängerung  der  Fornix- 
Crista  über  die  Basis  des  I.  Beinpaares  (Fig.  15  F),  sodann  die  last  regelmässig  am  Rückenkegel  auftretenden  Zellenreihcn 
mit  Pigmeiitkönielieninlialt,  sowie  den  Besitz  grosser  feinkörniger  Zellen  unterhalb  des  Anges,  endlich  die  eigenfhümliche 
Gestidt  der  Schalendrüse  hervorheben.  Diese  Charaktere  lassen  jetzt  die  Triester  Em, ine  neben  der  E.  spinifera  als  wohl- 
unterschiedene Art  erscheinen. 


Zur  Kenntniss  des  Baues  und  der  Organisation  der  Polypheniiden.  141 

Glied  erhalten  (Fig.  1  Re).  Der  Borstenbesatz  des  Hauptastes  erfahrt  freilich  im  Vergleiche  mit  Leptodora 
eine  merkliche  Reduction,  indem  nur  an  dem  ersten  Gliede  zwei  Borstenreihen  mit  beschränkter  Borstenzahl 
zurückbleiben.  Am  beträchtlichsten  ist  dieselbe  am  ersten  Beinpaare  von  Polyphemus  (Taf.  IV,  Fig.  7"),  an 
welchem  sogar  eine  Art  Fächerstellung  zum  Ausdruck  kommt;  dahingegen  findet  sich  an  der  entsprechenden 
Gliedmasse  von  Bythotrephes,  abgesehen  vom  endständigen  Borstenpaare,  nur  eine  einzige  Borstenreihe.  An 
dem  Terminalgliede  erlieben  sich  überall,  durch  einen  kurzen  fast  gliedförmigen  Absatz  getrennt,  zwei  Paare 
langer  bedornter  Greifborsten,  am  Ende  des  vorletzten  Gliedes,  welches  bei  Podon  und  Evadne  mit  dem  vor- 
ausgehenden verschmilzt,  dagegen  nur  ein  einziges  Borstenpaar. 

Der  Aussenast,  der  breiten  Endlamelle  des  Daphnidenbeines  (3.  und  4.  Paar)  gleichwertig,  erscheint 
noch  bei  Polyphemus  als  fächerförmige,  mit  fünf  langen  Borsten  besetzte .  Platte  von  ansehnlicher  liriisse 
(Fig.  7  Re).  Bei  Podon  und  Evadne  hat  sieh  derselbe  schon  auf  ein  schmales  kurzes  Glied  reducirt.  dessen 
Ende  drei  (2.  und  3.  Beinpaar  von  Evadne  tergestina)  oder  zwei  (1.  Beinpaar  von  Evadne  tergestina;  1.  -., 
3.  Beinpaar  von  Evadne  spiniferä  und  1.  und  4.  Beinpaar  von  Podon  intermedius) ,  oder  nur  eine  einzige 
(1.  Beinpaar  von  Podon  polyphemoides ;  2.,  3.  Beinpaar  von  Podon  intermedius \  4.  Beinpaar  von  Bythotre- 
phes, Evadne)  trägt.  Bei  Polyphemus  stellt  dieser  Theil  am  vierten  Beinpaare  eine  kleine  dreiborstige  Platte 
dar,  welche  am  unteren  Ende  der  auch  in  allen  anderen  Gattungen  auf  eine  einfache  Lamelle  reducirten 
Gliedmasse  hervorsteht  (Fig.  7  Flv  Re),  und  daher  wohl  von  P.  E.  Müller  irrthümlich  als  Rudiment  des 
Stammes  ausgegeben  wurde.  Dagegen  hat  .Müller  ganz  richtig  den  langgezogenen  mit  Wärzchen  besetzten 
Kauhöcker  am  Inneurande  dieser  Fussplatte  erkannt  und  gedeutet  (Fig.  T"  fK). 

Als  männlicher  Sexualcharakter  ist  bei  sämmtlichen  Polypheniiden  der  Besitz  eines  kurzen  Greifhakens 
am  Endgliede  des  ersten  Beinpaares  von  Bedeutung.  Bei  Bythotrephes  liegt  derselbe  am  Grunde  de<  lang- 
gestreckten Gliedes  (P.  E.  Müller),  bei  Polyphemus,  Podon  und  Evadne  fest  am  äussersten  Ende.  Schon 
Loven  hat  den  kurzen  Haken  der  männlichen  Evadne  gekannt  und  ebenso  richtig  hervorgehoben,  dass 
neben  demselben  nur  zwei  lange  Borsten  zurückbleiben  (Fig.  10  /•"'),  eine  Keduction,  die  auch  für  Polyphe- 
mus und  Podon  Geltung  zu  haben  scheint. 

Integiunent. 

Die  äussere  Chitinhaut  erscheint  verhältnissmässig  dünn  und  zart,  auch  ohne  stark  ausgeprägte  rauten- 
förmige Sculpturen,  wie  wir  sie  bei  vielen  Daphniden  finden.  Nur  hie  und  da,  besonders  au  der  Oberfläche  der 
Antennen,  Beine,  Tastborstenhöcker  etc.,  treten  kleine,  schuppenähnliche  Erhebungen,  Haken  und  Dörnchen 
hervor,  wie  sie  insbesondere  Leydig  für  Polyphemus  treffend  beschrieben  hat.  Indessen  markiren  sich  bei 
Evadne  vornehmlich  in  der  Gegend  der  Schalendrüse  auch  langgestreckte  rhombische  Felder  mit  ausgezack 
ten  durch  kleine  Halbkreise  gebildeten  Contouren.  Überaus  verbreitet  ist  die  Bekleidung  der  Cuticula  mit 
Spitzen  und  feinen  Härchen,  besonders  au  Oberlippe  und  Extremitäten.  Die  bekannte  Seiteuleiste  des  Kopf- 
panzers, welche  (bei  den  Daphniden  als  Gewölbe  bezeichnet)  in  der  Augengegend  beginnt  und  von  derRücken- 
seite  her  die  Insertion  der  Ruderantennen  bogenartig  umspannt,  fehlt  auch  bei  den  Polypheniiden  nicht, 
wenngleich  sie  nur  als  feine  lineare  Curvatur  erkannt  wird.  Für  Polyphemus  (Fig.  7  Fo)  und  Bythotrephes 
(Fig.  G  Fo),  bereits  von  Leydig  richtig  beschrieben,  findet  sie  sich  in  einfacherer  für  die  Arten  charakte- 
ristischer Form  arcli  bei  Podon  und  Evadne  (Fig.  15,  Fig.  16,  Fig.  21  Fo).  Bei  Evadne  tergestina  erstreckt 
sich  dieselbe  in  charakteristischem  Verlauf  bis  über  die  Basis  des  vorderen  Beinpaares,  so  dass  man  sie  für 
die  vordere  Schalenwand  halten  könnte. 

Die  Hypoderinis  ist  als  zusammenhängende  Schicht  polygonaler  Zellen  selten  so  schön  wie  bei  den 
Polypheniiden  zur  Darstellung  zu  bringen  (Fig.  6  und  21  Hy),  und  wurde  auch  bei  Evadne  schon  vor  länger 
als  4(1  Jahren  von  Loven  als  besondere  Hautlage  erkannt,   die  an  der  oberen  Fläche  immerfort  eine  neue 


1  Zum  Vcrgl.  siehe  C.Claus,  Daphniden  I.e.  Tat.  XXVIII.  p.  368— 370. 

-  S.  L.  Loven,  Evadne  Nordmanni,  ein  bisher  unbekanntes  Entomostraeon.  (Aus  dei  k.  Wetenskaps-Academien's  Hand 
lingar  for  1S35;  Archiv  für  Naturgeschichte  von  Wiegmann,   183S.) 


142  C.  Gla 


ii  s. 


Epidermis  absondere.  Freilich  nahm  dieser  Forscher  irrthttmlich  an  der  inneren  Flüche  derselben  noch  eine 
dünne  Muskelschicht  an,  welche  mit  dem  grossen  zirkelrunden  Muskel  am  Kopfschilde  zusammenhänge, 
hatte  auch  über  die  feinere  Structur  derselben  keine  genauere  Vorstellung.  Zuweilen  treten  ringsum  in  den 
grossen  bläschenförmigen  Kernen  zahlreiche  Pigmentkörnchen  im  Protoplasma  der  Zellen  auf,  welche  an 
gewissen  Stellen  der  Haut  eine  meist  bräunliche  Färbung  veranlassen  i  z.  P.  regelmässig  aut  dem  Nacken 
von  Podon  intermedius  in  der  Peripherie  des  trächtigen  Brutsackes,  Fig.  23  Z',  und  an  gleicher  Stelle  bei 
Evadne  tergestina,  wo  sie  freilich  rechts  und  links  auf  eine  oder  nur  wenige  Zellreihen  beschränkt  bleiben, 
Fig.  15  Z1).  Häufiger  tritt  das  bei  Crustaceen  so  verbreitete  diffuse  violette  Pigment  an  den  Extremitäten 
und  Abdomen  auf.  Dasselbe  gehört  der  Matrix  an  und  wurde  auch  schon  von  Leydig  an  Polyphemus  oculus 
aus  dem  Alpsee  beobachtet.  Für  die  ausgewachsenen  Thiere,  welche  dein  See  bei  Maiseistein  entstammen, 
hob  derselbe  Forscher  eine  grüngelbe  Färbung  an  den  Ruderannen  und  dem  Rücken  des  Thorax,  sowie  eine 
braune  Pigmentirung  des  Schalenrückens  hervor,  die  wahrscheinlich  auf  Körnchenablagerung  im  Protoplasma 
der  Matrixzellen  zurückzuführen  sind.  Sehr  eigenthümliche  röthlich  braune  Stäbchen  bilden  in  dichter 
Häufung  den  Inhalt  mehrerer  grosser  Zellen,  welche  bei  Evadne  tergestina  jederseits  unterhalb  des  Augen- 
pigments vertheilt  liegen  (Fig.  15  und  IG).  Hier  aber  handelt  es  sieh  wahrscheinlich  um  Absonderungen  von 
bestimmter  aber  nicht  näher  bekannter  Bedeutung.  Auch  ist  es  möglich,  dass  diese  Zellen  unterhalb  der 
Hypodermis  lagern  und  dieser  nicht  angehören,  was  an  dieser  schwierig  zu  untersuchenden  Region  nicht  zu 
entscheiden  war. 

Nervensystem  und  Sinnesorgane. 

Vom  Nervensystem  gewinnt  man  leicht  bei  seitlicher  Lage  des  lebenden  Thieres  ein  übersichtliches 
Bild,  und  ich  wüsste  neben  Leptodora  keine  Cladoceren  namhaft  zu  machen,  deren  Bauchkette  so  leicht 
der  Beobachtung  zu  gängig  wäre.  In  der  That  ist  die  Bauchkette  auch  zuerst  unter  den  Cladoceren  für 
Evadne  nachgewiesen  worden.  Es  gelang  mir  bereits  vor  15  Jahren,  hinter  dem  unteren  Schlundganglion 
den  bisher  nur  hypothetisch  vorausgesetzten  Bauchstrang  in  situ  nicht  nur  zur  Darstellung  zu  bringen,  son- 
dern auch  zu  isoliren  und  an  demselben  '  vier  Anschwellungen  mit  austretenden  Nerven  zu  unterscheiden. 
Freilich  seheint  diese  Beobachtung  sämmtlichen  in  der  Folgezeit  über  Cladoceren  arbeitenden  Forschern  un- 
bekannt geblieben  zu  sein.  Weder  Klun  zinger '-,  noch  Cr.  0.  Sars3,  noch  P.  E.  Müller*  weisen  bei  ihren 
Beschi-eibungen  der  Bauchganglienkette  von  Daphnia,   Si'da  und  Leptodora  auf  dieselbe  hin. 

Bei  allen  Polyphemiden  markirt  sich  wie  bei  Daphnia  und  Verwandten  das  Gehirn  mit  dem  Ganglion 
opticum  sehr  bestimmt  und  scharf,  und  sind  daher  diese  Abschnitte  von  allen  Beobachtern  gesehen  und  meist 
genau  beschrieben.  So  bemerkt  Leydig5  über  Polyphemus:  .Das  Gehirn  ist  an  seinem  vordem  Rande  und 
oft  weithinein  ins  Innere  ziemlich  intensiv  braun  pigmentirt;  bat  das  Thier  die  Rückenlage  eingenommen, 
so  lässt  sich  dann  ferner  erkennen,  dass  der  Hirnknoten  durch  eine  mittlere  seichte  Furche  aus  zwei  Hälften 
gebildet  wird,  und  endlich  bemerkt  man  in  der  bezeichneten  Haltung  des  Thieres,  dass  das  Augenganglion 
mit  zwei  kurzen  Wurzeln  dein  Hirnknoten  aufsitzt,  wobei  dann  wieder  ein  deutlicher  freier  Raum  in  Form 
einer  Querspalte  zwischen  dem  Augenganglion  und  dem  Gehirn  offen  bleibt.  Wie  bei  allen  anderen  Daph- 
niden  .  vermochte  ich  wohl  die  den  Schlund  umfassende  Fortsetzung  des  Gehirns  zu  sehen,  aber  durchaus 
nicht  die  hintere  Portion  des  Ringes.  Gleich  den  übrigen  Arten  geht  ein  starker  Nerv  vom  Gehirn  weg  zu 
den  Antennen."  Der  letztere  Nerv,  oder  besser  das  letztere  Nervenpaar  entspringt  aber  wie  bei  den  Übrigen 
Cladoceren  aus  der  unteren  Hirnportion,  oder  nahe  an  der  Grenze  des  unteren  Schlundganglions,  welches  Ley- 
dig bei  Polyphemus  nicht  beobachten  konnte,  und  es  mnss  jene  letztere  Angabe  um  so  auffallender  erschei- 


1  C  Chilis.  Über  Evadm    mediterranen  etc.  Würzburger  naturw.  Zeitschr.  Tom.  III,  1862,  p.  245. 
-'  Klunzinger,  Einiges  zur  Anatomie  der  Daphnien,  nel.sr  kurzen  Bemerkungen  über  die  Süsswasseifauna  der  Um- 
jegend  Cairo's.  Zeitschr.  für  wiss.  Zool.  Tom.  XIV.   IS61. 

-  G.  0.  Sars,  Norges  FerskvandskrebS'lyr.  I.  Cladocera,  Ctenopoda.  Christiania   1865. 

1  P.E.Müller,  Danmarks  Cladocera.  Kjöbenhavn  1867. 

5  Leydig,  Naturgeschichte  der  Daphniden.  Tübingen   1S6U,  p.  235 


Zur  Kenntniss  des  Baues  und  der  Organisation  der  Polyphemiden.  143 

neu,  als  Leydig  in  anderen  Fällen  das  hintere  Sehlundganglion  iz.  B.  bei  Daphnia  pulex)  und  den  Ursprung 
des  Nerven  für  die  Ruderantennen  jenseits  des  Schlundes  mehrfach  darstellte  und  in  der  Beschreibung  betonte. 
Sd  beobachtet  man  auch  bei  Polyphemus  (Fig.  7)  den  Ursprung  der  fraglichen  Nervenpaare  unterhalb  des 
Schlundes,  welchen,  wie  auch  bei  allen  Polyphemiden.  eine  auffallend  breite  und  kurze  Gommissur  umgibt. 
Von  der  unteren  Schlundportion  aber,  welche  die  Antennennerven  entsendet,  erstreckt  sich  eine  lange  ver- 
schmälerte Brücke  längs  der  Kieferregion  /.n  dem  Ganglion  des  ersten  Beinpaares,  welches  den  oberen  Ab- 
schnitt der  mit  vier  Anschwellungen  versehenen  beinalte  strangtörmigen  Bauchkette  bildet.  Vollständiger 
noch  als  bei  Polyphemus  gelang  es  mir.  bei  Bythotrephes  die  Bauchganglienkette  zu  verfolgen,  da  ich  die- 
selbe nicht  nur  in  seitlicher  Lage  (Fig.  1  |,  sondern  auch  in  der  Rückenlage  des  Thieres  (Fig.  5)  zu  sehen 
Gelegenheit  fand.  Auch  hier  folgt  auf  das  untere  Schlundganglion  eine  langgestreckte  Gommissur  der  Kiefer- 
region mit  einer  deutlichen,  den  Mandibelnerv  entsendenden  Anschwellung  (Fig.  1  und  6).  Heide  Gommis- 
suren  vereinigen  sich  dicht  hinter  dem  Maxillarpaare  unter  Bildung  einer  gangliösen,  durch  eine  breite  Quer- 
brücke verbundenen  Anschwellung,  welche  als  Maxillarganglion  einen  Nerven  zum  Unterkiefer  abgibt  und 
sieb  unmittelbar  in  das  grosse  den  ersten  Beinnerven  (NF')  entsendende  Ganglion  fortsetzt.  Es  bestehen 
somit  im  Wesentlichen  dieselben  Verhältnisse  als  bei  den  Daphniden  ',  bei  denen  auch  auf  das  Mandi- 
bularganglion  ein  mit  dem  Ganglion  des  vorderen  Beinpaares  fast  verschmolzenes  Maxillarganglion  folgt. 
Dem  Ganglion  des  vorderen  Beinpaares  folgen  noch  drei  Ganglienpaare  mit  Nerven  für  die  entsprechenden 
Beine:  die  beiden  hinteren  Paare  sind  schmächtiger  und  einander  näher  gerückt,  auch  nur  durch  eine  einzige 
schmale  Quercommissur  verbunden,  während  sich  zwischen  den  Ganglien  des  ersten  und  zweiten  Paares  wie 
bei  den  Phyllopoden  doppelte  Queibrücken  entwickeln.  Da  die  Längscommissuren  sehr  kurz  bleiben. 
gewinnt  die  Bauchkette,  wie  die  von  Leptodora,  eine  bedeutende  Concentration.  Von  der  letzten  die  Mus- 
keln der  vierten  Beines  versorgenden  Anschwellung  entspringt  der  zu  den  Tastborsten  tretende  Nerv  (NTh), 
sowie  ein  mehr  ventral  verlaufender  Nerv  für  das  Abdomen.  Die  Nerven,  welche  vom  Gehirn  austreten,  ver- 
halten sich  ähnlich  wie  bei  den  Daphniden.  freilich  mit  Reductionen ,  die  durch  den  Ausfall  des  unpaaren 
Auges,  sowie  durch  die  Verkümmerung  des  eigenthümlichen  Sinnesorganes  in  der  Beginn  des  Gewölbes 
begründet  sind. 

Bei  Evadne  und  Pod&n  bilden  wir  im  Allgemeinen  dieselben  Verhältnisse.  Hier  ist  der  Schlundring  so 
breit  und  eng.  ilass  die  beiden  Nervenpaare  der  Ruderantennen  aus  dem  Gehirn  zu  entspringen  scheinen, 
während  man  die  nun  folgende  lange  und  schmale  Commissur  zur  Bauchkette,  weil  sie  in  ganzer  Länge  des 
Oesophagus  verläuft,  beim  ersten  Blick  für  die  Schlundcommissur  zu  halten  geneigt  ist.  Auch  scheint  der 
Ursprung  des  Augennerven  weit  aufwärts  geiüekt.  Das  Augenganglion  zerfällt  sehr  deutlich  —  und  Gleiches 
gilt  auch  für  das  viel  breitere  und  kürzere  Ganglion  opticwm  von  Polyphemus  und  Bythotreph.es  —  in 
einen  oberen  und  unteren  Abschnitt,  welche  den  unpaaren  und  paarigen  Theil  des  Augenganglions  von  Daphnia 
wiederholen.   An  der  strangähnlichen  Bauchkette  kehren  die  gleichen  Anschwellungen  und  Nerven  wieder. 


1   In  meiner  bereits  citirten  Abhandlung  über  Daphniden  habe  ich  mich  in  nicht  völlig  zutreffender,  und  wie  ich  sehe, 
einen  Widerspruch  enthaltender  Ausdrucksforin  des  Nervensystems  ausgesprochen.    Es  heisst  da  p.  18:   „Aber  ausser  den 
bereits  von  Klunzinger  bekannt  gewordenen  gangliösen  Anschwellungen  der  Beinpaare  habe  ich  noch  ein  vorausgehen- 
des Ganglion  dicht  unter  den  Mandibeln  erkannt,  von  welchem  die  Mandibein  und  Max  Hon  innervirt  werden    so  dass  die 
Übereinstimmung  mit  den  Estheriden   eine  überraschend  vollständige  ist."  Letztere  besitzen  aber  auch 
für  die  Maxillen  besondere  Ganglien,  und  somit  trifft  die  letztere  Behauptung  nur  dann  zu.  wenn  auch  für  die  Maxillen  der 
Daphniden  ein  besonderes  Ganglion  hinter  dem  Mandibelgan.ülion  existirt.    Ines  ist   nun    in  der  That  ebenso  bei  den  Pol  v 
phemiden  der  Fall,  und  war  auch  bei  Daphnia  von  nur  erkannt  worden,  als  ich  bei  spaterer  Nachuntersuchung  während  der 
Correctur  mich  von  einem  etwas  abweichenden  Verhalten  überzeugt  zu  haben  glaubte,  und  daher  den  ursprünglichen  Satz. 
wie  er  in  dein  zufallig  aufbewahrten  Correc'urbogen  mir  vorliegt  und  Jedermann  zur  Einsicht  zusteht,  (Aber  etc.  o-laube 
ich  noch  zwei  vorausgehende  Ganglien  erkannt  zu  haben,   von  denen  das  obere   Jen  Mandibeln,    das   zweite  den  .Maxillen 
zugehört,  so  dass  die  Übereinstimmung  mit  den  Estheriden  eine  überraschend  vollständige  ist-i  veränderte.  Nur  so  hat  die 
in  der  verschlechterten  Correctur  belassene  Schlussfolgerung  einen  Sinn,  und  klärt  sich  dir  scheinbare  Widerspruch  meiner 
früheren  Darstellung  auf.  Wenn  man  die  Schwierigkeit  in  Anschlag  bringt,  mit   welcher  die   betreffende  Region   des  Nerven- 
centrums  bei  seitlicher  Betrachtung  des  lebenden  Thieres  zu  verfolgen  ist,  so  wird  man  den  durch  nochmalige  Untersuchung 
während   der  Coirectur  eingeschlichenen  Irrthiun  begreiflich  finden. 


144  C.    Claus. 

Unter  den  Sinnesorganen  zieht  das  Auge  sowohl  wegen  seiner  ausserordentlichen  Grösse  als  der  beson- 
ders schön  zu  verfolgenden  feineren  Structur  unsere  Aufmerksamkeit  auf  sich.  Schon  0.  Fr.  Müller  und 
Jurine  waren  der  Bewunderung  voll  über  den  prachtvollen,  die  grössere  Hälfte  des  Kopfraumes  erfüllen- 
den Augenkegel  von  Polyphemus,  dessen  genauere  Beschreibung  wir  denn  insbesondere  Leydig  verdan- 
ken. Unter  Hinweis  auf  die  Darstellung  dieses  Autors  kann  ich  mich  auf  einige  ergänzende  Bemerkungen 
beschränken.  Der  fast  halbkugelige  Atigenkörper,  im  Vorderraume  des  Kopfes  durch  bindegewebige  Faser- 
züge suspendirt,  liegt  mit  seiner  vorderen  Kngelfläche  der  entsprechend  gewölbten  Chitinhaut  des  Kopfes 
beinahe  dicht  an  (Fig.  7).  Hier  erheben  sich  die  zahlreichen  Krystallkegel,  einem  Perlenkranz  vergleichbar, 
aus  dem  grossen  dunkeln  Pigmcntkörper,  in  dessen  schwach  coneaver  Seitenfläche  die  zahlreichen  Nerven- 
fasern der  Retina  ans  dem  Augenganglion  treten,  um  in  die  vom  Pigment  umhüllten  Nenenstäbe  überzu- 
gehen. Auffallenderweise  scheint  von  Leydig  die  Grössenverschiedenheit  der  Kegel  gar  nicht  bemerkt 
worden  zu  sein,  die  freilich  noch  viel  bedeutender  an  dem  ähnlichen  Auge  von  Bythotrepkes  hervortritt  und 
für  diese  auch  von  P.E.  Müller  richtig  eikannt  und  dargestellt  worden  ist  (vergl.  P.E.  Müller  1.  c. 
Taf.  IV,  Fig.  29).  Während  die  Krystallkegel  an  der  dem  Ursprünge  der  sog.  Tastfühler  zugewendeten 
unteren  Seite  des  Pigmentkörpers  kurz  und  schmal  sind,  werden  dieselben  allmählig  an  der  vorderen  Fläche 
nach  der  Rüekenseite  zu  länger  und  breiter.  Bei  Bythotrephes  sind  die  entsprechenden  Krystallkegel  in 
einen  langen  und  dünnen  Faden  ausgezogen,  ganz  ähnlich  wie  bei  zahlreichen  Hyperiden ,  bei  denen  noch 
auffallendere  Grössendifferenzen  der  lichtbrechenden  Gebilde  zu  beobachten  sind.  Dass  dieselben  in  einen 
engen  fadenförmigen  Stiel  ausgezogen  sind  (Fig.  6  a),  scheint  mir  nicht  wenig  zu  Gunsten  der  alten  Mül- 
1  ersehen  Lehre  vom  musivischen  Sehen  des  zusammengesetzten  Anthropodenauges  zu  sprechen,  denn  bei 
dieser  Gestaltung  der  Krystallkegel  ist  es  nicht  anders  möglich,  als  dass  der  hinten  liegende  Nervenstab 
einen  einfachen  intensiven  Lichteindruck  empfindet.  Den  zugehörigen  Nervenstab  kann  man  an  vorher 
erhärteteten  Augen  durch  Auflösung  des  dunkeln,  vornehmlich  aus  röthlich  braunen  Körnchen  zusammen- 
gesetzten Pigmentes  zur  Darstellung  bringen;  man  überzeugt  sich  dann  von  dem  Vorhandensein  einer  zarten 
Scheide,  welche  sich  in  die  Scheide  des  Krystallkegels  fortsetzt,  ferner  von  der  verschiedenen  Länge  der 
Nenenstäbe,  indem  zu  den  kurzen  Krystallkegeln  auch  kurze  Nervenstäbe  gehören  (Fig.  6  b),  und  umge- 
kehrt, und,  wenigstens  bei  Byt/wtrephes ,  von  der  überaus  scharf  ausgeprägten  sogenannten  Plättchen- 
struetur,  wie  sie  Max  Schulze  zuerst  am  Anthropodenauge  entdeckte.  Übrigens  sind  die  Krystallkegel 
der  Polyphemiden  nicht  aus  vier,  sondern  regelmässig  aus  fünf  Segmenten  zusammengesetzt.  Dies 
ailt  nicht  nur  iür  BytJiotrepJies ,  bei  welcher  Form  schon  Leydig  die  Fünfzahl  der  Krystallkegelsegmente 
bemerkt  hat  sondern  in  gleicherweise  für  Polyphemus  und  Evadne,  wahrscheinlich  auch  für  Po  don.  Am 
Auge  der  letzten  Gattung  (Fig.  23)  sind  die  oberen  Krystallkegel  ebenfalls  lang  gestielt  und  von  ausser 
ordentlicher  Länge,  während  die  der  Zahl  nach  reducirten  (zwei  Reihen)  Krystallkegel  an  der  Unterseite 
des  Pigmentkörpers  eine  ganz  kurze  birnförmige  Gestalt  haben  und  von  jenen  durch  einen  sehr  bedeutenden 
Zwischenraum  getrennt  sind,  in  welchem  noch  einmal  eine  Reihe  gestreckt  kegelförmiger  Krystallkörper 
liegt  (Fig.  23). 

Bereits  P.  E.  Müller  hat  dieses  Verhältniss  eben  so  richtig  als  genau  dargestellt,  sowie  auf  das  Vorhan- 
densein zweier  Nebenaugen  (o')  hingewiesen,  die  ich  schon  vorher  gesehen,  aber  unrichtiger  Weise  als  un- 
paares  Auge  beschrieben  hatte.  Nach  Lage  desselben  auf  der  Rückenseite  haben  wir  es  doch  wohl  mit  einem 
losgelösten  Abschnitte  des  grossen  Doppelauges  zu  thun.  um  nicht  —wie  ich  früher  glaubte —  mit  dem  Äqui- 
valent des  unpaaren  Entomostrakenauges.  Nur  ein  einziger  und  zwar  winzig  kleiner  Krystallkegel  sitzt 
einem  kleinen  den  Nervenstab  umschliesscnden  Pigmentstab  auf,  in  welchen  ein  zarter  langer  Nerv  eintritt. 
Bei  Evadne  hat  der  Augcnbulbus  eine  mehr  kegelförmige  Gestalt,  und  /.war  in  Folge  der  Reduction  der  un- 
teren Krystallkegel.  Nur  die  oberen  und  vorderen  lichtbrechenden  Kegel  sind  hier  erhalten,  die  unteren  da- 
gegen bis  auf  winzige  im  Pigmentkörper  noch  nachweisbare  Enlagerungen  hinweggefallen  (£".  tergestina  und 
wahrscheinlich  auch  E.  Nordmunni).  Bei  E.  spimfera  freilich  haben  sich  auch  noch  von  der  mittleren  Gruppe 
(PodonJ   v«m  Krystallkegeln  zwei  schräg  nach  unten  stehende  Kegel  erhalten   (Fig.  21). 


Zur  Kenntniss  des  Baues  und  der  Organisation  der  Polyphemiden.  145 

Wenn  auch,  wie  bei  allen  Cladoceren  und  Phyllopoden,  Facetten  und  Linsen  der  Cornea  fehlen,  so  mar- 
kiren  sich  doch  bei  allen  Polypheiniden  an  der  den  Augeubulbus  umschliessenden  bindegewebigen  Membran, 
der  sog.  Augenkapsel  (Fig.  21  Ale),  facettenartige  Umrisse  vor  der  Vorderfläche  der  Krystallkegel,  wohl 
durch  nichts  anderes,  als  durch  die  Auhaftung  der  Krystallkegelhülle  veranlasst.  Ähnliche  Kreise  treten 
ganz  regelmässig  auch  an  der  Cornea  homolog  gebauter,  aber  nicht  beweglicher  Arthropodenaugen,  z.B. 
der  Hyperiden  auf,  deren  Krystallkegel  durchwegs  aus  nur  zwei  Segmenten  bestehen.  Daher  liegen  bei  den 
Hyperiden  nur  zwei  Zellkerne  an  der  Innenseite  der  Eh-podermis  jeder  Cornealfacette  an.  Bei  den  Polyphe- 
miden freilich  suchte  ich  nach  den  entsprechenden  Kernresten  vergebens. 

Der  Bewegungsapparat  des  Auges  ist  in  der  bekannten  Weise  wie  bei  den  Daphniden  aus  drei  Muskel- 
paaren, einem  oberen,  einem  seitlichen  und  einem  unteren  Paare  gebildet,  welche  den  Bulbus  weniger  aus- 
greifend seitwärts,  als  um-  die  Transversalaxe  dorsalwärts  und  ventralwäits  zu  rollen  im  Stande  sind. 
Leydig  bemerkt  für  Polyp  heraus ,  dass  diese  Augenmuskeln  unterhalb  der  Basis  der  Ruderantennen  ent- 
springen und  sich  mit  trichterförmiger  Ausbreitung  zum  Auge  begeben.  Letzteres  kann  streng  genommen 
nur  für  den  obern  und  untern  Muskel  gelten,  da  der  Seitemnuskel  in  merklichem  Abstand,  und  zwar  ventral- 
wäits von  dem  fast  gemeinsamen  Insertionspunkte  der  erstem  entspringt  (Fig.  6,  7,  16,  21 J.  An  die  Augen- 
kapsel befestigen  sich  die  Muskeln  durch  mehrere  divergirende  Sehnenfasern.  Übrigens  sind  an  jedem 
Muskel  zwei,  an  dem  seitlichen  sogar  drei  Bündel  nachweisbar,  die  wahrscheinlich  wie  bei  Daphnia  eben  so 
vielen  Muskelzellen  entsprechen.  Bei  Bythotrepkes  tritt  zu  dem  unteren  Augenmuskel  noch  ein  schräg  vom 
Rücken  herabkommendes  Bündel  hinzu  (Fig.  6).  Dicht  unter  dem  fast  gemeinsamen  Ursprünge  der  oberen 
und  unteren  kegelförmig  divergirenden  Augenmuskeln  liegt  die  Insertion  des  Muskels  zur  Bewegung  der 
kleinen  Fühler. 

Der  von  den  Seiten  des  Gehirns  abgehende  Sinnesnerv,  welcher  zu  den  Ganglienzellen- ähnlichen  Gebil- 
den der  Haut  führt,  erfährt  wie  diese  eine  bedeutende  Reduction,  bleibt  aber  immerhin  mehr  oder  minder 
deutlich  nachweisbar.  Leydig  gedenkt  desselben  bei  Polyphemus  und  hebt  hervor,  dass  derselbe  über  die 
Wurzel  der  Ruderarme  aufwärts  steige  und  mit  einer  länglichen  Platte  ende.  Bestimmter  konnte  ich  diesen 
Nerven  bei  Bythotrephes  verfolgen,  wo  er  etwas  hinter  der  Insertion  der  Augenmuskeln  längs  der  Contour 
des  Gewölbes  mit  zwei  oder  drei  langgezogenen  Endzellen  in  Verbindung  steht  (Fig.  G). 

Die  Nerven,  Ganglien  und  Riechcylinderchen  der  vorderen  ihrer  Form  nach  bereits  oben  besprochenen 
Fühler  stimmen  ebensowie  die  Nerven  der  Tastborsten  des  Postabdomens  im  Wesentlichen  mit  den  entspre- 
chenden Gebilden  der  Daphniden  Uberein.  Von  besonderem  Interesse  erscheint  bei  Bolyphemus  die  ausser- 
ordentliche Verlängerung  der  Tastborstennerven,  welche  den  stielartig  ausgezogenen  Schwanzhöcker  in 
ganzer  Länge  durchsetzen  (Fig.  6). 

Verdauungscanal. 

Der  Darmcanal  der  Polyphemiden  wiederholt  im  Allgemeinen  die  bekannten  Verhältnisse  der  Daph- 
niden. Derselbe  beginnt  mit  einer  Art  Vestibulum  am  Grunde  der  überaus  beweglichen  Oberlippe,  deren 
Grösse  und  Gestalt  nach  den  einzelnen  Gattungen  charakteristische  Unterschiede  bietet.  Für  Bythotrephes 
hat  bereits  Leydig  und  noch  besser  P.  E.  Müller  die  eigenthümliche  Form  derselben  hervorgehoben  und 
auf  einen  mittleren  langen  hakenförmigen  Fortsatz  aufmerksam  gemacht  (Fig.  1  u.  6  Lb).  Dieser  nimmt 
einen  engen  Ausführungsgang  der  Lippendrüse  auf,  welche  nur  aus  zwei  (beziehungsweise  drei)  grossen 
birnförmigen  Zellen  besteht,  während  der  zweite  lauge  Ausführungsgang  in  dem  mit  Härchen  bekleideten 
Hauptabschnitt  im  Vestibulum  ausmündet  (Fig.  G).  Bei  den  übrigen  Gattungen,  denen  jener  Fortsatz  der 
Oberlippe  abgeht,  sind  die  Lippendrüsen  minder  ausgebildet  und,  von  Bodon  abgesehen,  nicht  so  deutlich 
nachweisbar.  Die  Muskulatur  wird  jederseits  durch  den  schräg  unterhalb  des  Gehirns  nach  der  Basis  der 
Oberlippe  herabgehenden  Adductor  (Ad)  und  durch  mehr  senkrecht  von  der  Basis  nach  der  unteren  Fläche 
verlaufende  Levatoren  [LM),  welche  die  Lippe  zu  fast  horizontaler  Lage  empor  zu  heben  im  Stande  sind, 
gebildet.    Die  massig  lange  schräg  aufsteigende  Speiseröhre,  überall  mit  kräftigen  Ringmuskeln  der  Wand 

Denkschriften  der  mathem.-naturw.   C\     XXXVII.  Bd.  19 


146  C.    rinn,. 

und  einer  ohitinigen  das  Lumen  begrenzenden  Intima  versehen,  wird  durch  obere  (31')  und  untere  Dilatatoren 
befestigt  und  springt  zapfenförmig  in  das  Lumen  des  Magendarines  vor. 

Oberhalb  der  Eintrittsstelle  des  Oesophagus  bildet  der  Magendarm  stets  eine  ansehnliche  mit  zwei  seit- 
lichen Ausstülpungen  versehene  Erhebung,  die  somit  mehr  oder  minder  deutlich  dreizipflig  erscheint.  Die 
paarigen  Ausstülpungen  dürfen  wir  unbedingt,  obwohl  sie  genau  die  Structur  des  Magendannes  besitzen, 
als  den  sog.  Leberhörnchen  den  Daphuiden  homolog  betrachten.  Erschlaffen  die  Ringmuskeln  der  mit  grossen 
Zellen  und  einer  Intima  bekleideten  Wandung,  so  dehnt  sich  diese  zu  beträchtlichem  Umfang  aus  (Fig.  6). 

Diese  bei  Bythotrephes  und  Polyphemus  besonders  klar  liegenden  Verhältnisse  haben  auch  für  Podon 
und  Evadne  Geltung,  bei  denen  freilich  die  Leberhörnchen  fast  ganz  in  die  Transversalebene  fallen,  und 
desshalb  nicht  so  leicht  beim  ersten  Blick  hervortreten  (Fig.  21  n.  Fig.  2]  LH).  P.  E.  Müller  '  hat  diesel- 
ben bei  Evadne  denn  auch  nicht  beobachten  können  und  mit  Unrecht  meine  bereits  früher  gemachten  An- 
gaben über  das  Auftreten  der  beiden  Leberhörnchen  bei  Evadne  bestritten.  Der  übrige  Theil  des  Magen- 
darmes verläuft  in  gerader  Richtung  durch  die  ganze  Länge  des  Körpers  und  geht  erst  im  Abdomen  in  das 
kurze  dünnwandige  Rectum  über;  die  Structur  des  Magendannes  ist  dieselbe,  wie  bei  Leptodora;  auf  die 
dicke  fein  quergestrichelte  Intima  folgt  die  Bekleidung  grosser  kernhaltiger  Zellen  mit  mehr  oder  minder  aus- 
gesprochener Fetttröpfchenfüllung.  Die  peripherische  Bekleidung  der  zarten  Stützmembran  (T.  proprio.)  wird 
wiederum  von  Ringmuskeln  gebildet,  welche  Muskelzellen  entsprechen,  die  hier  und  da  durch  Fortsätze  und 
Ausläufer  zusammenhängen  und  zwischen  sich  nur  spärlicheLängsfasern  erkennen  lassen.  Das  überaus  kurze 
Rectum  ist  überall  durch  die  bekannten  Dilatatoren  gruppen,  die  in  ähnlicher  Weise  in  allen  Crustaceenord- 
nungen  wiederkehren,  an  dem  Integument  des  Postabdomens  suspendirt.  Dass  diese  in  seitlichen  Reihen  an- 
geordneten Muskelbündel  die  Erweiterung  des  Mastdarmes  wesentlich  unterstützen,  liegt  ohne  Widerrede  auf 
der  Hand,  dass  sie  aber,  wie  Lereboullet  schon  für  Daphnia,  dann  später  Weismann  für  L&ptodora 
•wahrscheinlich  zu  machen  suchten,  eine  Art  Darmrespiration  vermitteln,  vermag  ich  auch  nach  wiederholten 
Beobachtungen  nicht  einzusehen.  Sicher  kann  allerdings  in  Folge  energischer  Wirkung  dieser  Muskeln  der 
Eintritt  von  Wasser  in  das  Rectum  und  selbst  in  den  Magendarm  stattfinden.  Es  fragt  sich  aber  sofort,  ob 
diese  Bewegungsvorgänge  einen  regelmässigen  und  normalen  für  die  Erhaltung  des  Organismus  not- 
wendigen Process  bezeichnen.  Diese  Frage  muss  ich  nach  wiederholten  Beobachtungen  an  Copcpoden, 
Daphnia,  den  Polyphemiden  und  Leptodora  entschieden  verneinen.  In  der  Regel  nimmt  mau  eine  intensive 
Thätigkeit  dieser  Muskeln,  ein  in  raschem  Wechsel  sich  wiederholendes  Offnen  und  Schlicssen  des  Rectum 
dann  wahr,  wenn  das  Thier  schon  einige  Zeit  dem  Drucke  des  üeckgiäschens  ausgesetzt,  den  normalen  Ver- 
hältnissen der  Athmung  entzogen  ist,  oder  wenn  das  lebensfrische  Thier  einen  Korbbällen  birgt,  und  diesen 
zu  entleeren  im  Begriffe  steht.  Letztere  Beobachtungen  beweisen  zunächst,  dass  die  Wirkung  der  Dilata- 
toren zum  Austritt  des  Darminhaltes  nothwendig  ist;  denselben  gegenüber  verliert  Weis  mann 's  mehr 
teleologische  Vorstellung,  nach  welcher  „für  die  Entfernung  des  Kotlies  peristaltische  Bewegungen  gewiss 
völlig  ausreichend  wären,"  ihre  Berechtigung.  Dagegen  weist  das  erstere  leicht  zu  constatirende  Verhält 
niss  darauf  hin,  dass  es  abnorme,  vielleicht  asphyktische  Zustände  des  Thieres  sind,  durch  welche  die  Dila- 
tatoren zu  angestrengter  Thätikeit  angeregt,  ihr  die  Respiration  vielleicht  gewissermassen  eine  neue  Fläche 
zugängig  zu  machen  vermögen.  Eben  so  wenig  normal  ist  der  für  den  Eintritt  der  Darmrespiration  von 
Weismann  hervorgehobene  Zustand  der  Darmleere:  „So  lauge  der  Magen  leer  ist,  geht  ein  continuir- 
licher  Wasserstrom  in  der  Richtung  von  hinten  nach  vorne  durch  den  ganzen  Tractus.  Man  sieht,  wie  der 
After  sich  in  regelmässigen  Zwischenräumen  öffnet  und  wieder  schliesst,  sieht  den  aufgenommenen  Schluck 
Wasser  durch  den  Mastdarm  gleiten,  wobei  die  Dilatatoren  desselben  die  Rolle  der  Säugpumpe  übernehmen, 
die  Ringmuskeln  aber  die  der  Druckpumpe.  Der  Magendarm  selbst,  auch  wenn  er  vollständig  leer  von  Nah- 
rung ist,  zeigt  niemals  zusammengefallene  Wände,  sondern  stets  ein  weites,  also  mit  Wasser  gefülltes 
Lumen,   und  befindet  sich   in  weit  lebhafterer  antiperistaltischer  Bewegung,    als  während  der  Verdauung. 


i   P.  E.  Müller  1.  c.  p.  218. 


Zur  Kenntniss  des  Baues  and  der  Organisation  der  Polyphemiden.  14  V 

Ununterbrochen  lauten  grosse  Contractionswellen  über  seine  Oberfläche  bin,  oft  fünf  bis  sechs  gleichzeitig, 
so  dass  seine  Contouren  eine  stark  geschwungene  Wellenlinie  darstellen.-  Ich  kann  nur  sagen,  dass  ich 
Ähnliches  auch  bei  den  Polyphemiden  beobachtet,  aber  anders  zu  deuten  Veranlassung  fand,  da  ich  sofort 
den  Zustand  völliger  Magenleere  eben  so  wenig  normal  als  die  mit  demselben  im  Zusammenhange  stehenden, 
wahrscheinlich  von  demselben  bedingten  antiperistaltischen  Bewegungen  halten  musste.  Ja  die  Stärke  und 
Grösse  des  Magendarmepithels ,  die  von  demselben  fast  stets  ausgeschiedene,  der  Innenfläche  anlie- 
gende Sehleimschicht,  wie  ich  sie  auch  schon  vor  längerer  Zeit  für  die  Cyclopiden  '  und  Ostraco- 
den  nachgewiesen  habe,  schien  mir  sogar  einer  gelegentlichen  anter  abnormen  Bedingungen  stattfindenden 
ausgedehnten  Darmathmung  sehr  wenig  günstig  zu  sein. 

Fettkörper. 

Bei  den  Polyphemiden  spielt  der  Fettkörper  keine  geringere  Rolle  wie  bei  Leptödora.  Auch  hier  sind 
es  nicht  feine  den  Darm  umspinnende  Netze,  sondern  —  wenigstens  bei  Polyphemus  und  Bythotreph.es — 
Platten  und  Stränge  von  Zellen,  vornehmlich  zu  den  Seiten  des  Darmes  und  in  der  Nähe  der  Schalendrüse. 
Sn  liegen  bei  Polyphemus  zwei  umfangreiche  Zellenplatten  zu  den  Seiten  des  Darmes  oberhalb  des  Ovariums 
mehr  oder  minder  unmittelbar  vor  der  mächtigen  Pia  entarlamelle  des  Brutraumes.  Der  Fettgehalt  der  Zellen 
scheint  einem  mannigfachen  Wechsel  unterworfen ,  in  der  Regel  aber  findet  sich  jederseits  eine  Fettkugel 
von  ausserordentlichem  Umfange  abgelagert  (Fig.  7).  Auch  bei  Bythotrephes  treten  ähnliche,  aber  weit  um- 
fangreichere und  verzweigte  bis  in  das  Abdomen  herabreichende  Zellenstränge  auf  (Fig.  4  Fk\  Auch  findet 
sich  hier  hinter  dem  vorderen  Bauchganglion  seitlich  vom  Darm  eine  mit  mehreren  sehr  grossen  Kernblasen 
durchsetzte  Platte,  die  ich  auch  nicht  anders  als  auf  den  Fettkörper  zu  beziehen  im  Stande  bin  (Fig.  G  Fk). 
Bei  Evadne  und  l'odon  sind  es  grosse  mit  heller  Flüssigkeit  gefüllte  blasige  Körper,  welche  in  paariger 
Anordnung'  an  der  Rückenwand  des  Darmcanals  ausgebreitet  den  Fettkörper  repräsentiren,  und  obwohl  es 
mir  nicht  gelang,  Kerne  in  demselben  nachzuweisen,  doch  aus  Zellen  hervorgegangen  sein  müssen  (Fig.  12,- 
21  und  23  Fk).  Schon  Loven  hat  diese  Bildungen  beobachtet  und  als  blasenförmiges  Organ  bezeich- 
net. Zahl  und  Grösse  der  fest  aneinander  liegenden  Blasen  wechselt  übrigens  eben  so,  wie  Aussehen  und 
Beschaffenheit  des  Inhalts,  in  dessen  Peripherie  sich  zuweilen  eine  consistentere  fast  protoplasmatische 
Schicht  abhebt.  Freilich  gehören  hierher  die  grossblasigen  Netze,  welche  bei  Polyphemus  (Fig.  7  BIG)  und 
Podon  (Fig.  23  BT)  der  Hinterwand  der  Augeukapsel  anliegen,  und  vielleicht  eine  mehr  mechanische 
Bedeutung  für  die  Bewegungen  des  Augenbulbus  haben. 

Wenn  wir  von  diesen  blasigen  Stüt/.geweben  des  Auges  mit  überaus  hellem  wässerigen  Inhalte  absehen, 
dürften  alle  übrigen  in  die  Kategorie  des  Fettkörpers  gezogenen  Bildungen  eine  hohe  Bedeutung  für  den 
Stoffwechsel  besitzen,  indem  sie  sowohl  stickstoffhaltige  Nahrungskörper  als  Fette  aus  dem  Blut  aufneh- 
men und  allmälig  abgeben.  Bereits  Weismann  hat  dieses  Verhältniss  für  Leptödora  treffend  dargestellt, 
und  ich  möchte  nach  meinen  ähnlichen  Erfahrungen  an  Polyphemiden  und  anderen  Daphniden  diese  Auf- 
fassung durchaus  unterstützen.  Den  Werth  als  Regulatoren  des  Stoffwechsels  haben  vielleicht  in  noch  höhe- 
rem Grade  die  grossblasigen  mit  plasmatischen  Stoffen  gefüllten  grossen  Blasen,  die  ich  bei  Evadne  mit 
der  Überführung  von  Nährstoffen  in  die  Wandung  des  trächtigen  Uterus  in  Verbindung  bringen  möchte.  Auch 
dürfte  es  kaum  zufällig  sein,  dass  bei  den  Daphniden  in  der  Nähe  des  Excreationsapparates  der  Schalen- 
drüsen, so  häutig  Fettkörperplatten,  mitunter  von  ganz  beträchtlichem  Umfange  (ßidaj  auftreten. 

Schaleudriise. 

Da  bei  den  Polyphemiden  die  Seitenfläche  des  Thorax  frei  und  unbedeckt  bleibt  und  weiterhin  im  Zu- 
sammenhange mit  der  Entwicklung'  eines  Uterus-ähnlichen  Brutsackes  der  Binnenraum  beider  Schalenblätter 
unmittelbar  zur  Leibeshöhle  wird,   so  liegt  die  Schalendrüse,  wie  das  sehleifenförmige  Excretionsorgan  der 


1  C'.  Claus.  Die  frei  lebenden  Copepoden,  p.  58. 

19* 


148  C.   Claus. 

Maxillarregion  wegen  seiner  Lage  zwischen  den  beiden  Schalenblättern  genannt  worden  ist,  frei  im  Leibes- 
raiune,  dem  Integiunent  in  ganzer  Länge  an;  Gestalt  und  Verlauf  der  Drüsenschleifen  sind  daher  über- 
aus bestimmt  und  deutlich  bis  zur  Ausmündungsstelle  zu  verfolgen.  Unter  allen  Polypliemiden  möchte 
Bytliotrephes  zum  Studium  der  Drüse  am  geeignetsten  sein  und  desshalb  wohl  am  besten  den  Ausgangs- 
punkt unserer  Betrachtungen  bilden.  Die  schöne  und  grosse  Schalendrüse  dieser  Gattung  gestattet  eine 
unmittelbare  Zurückführung  auf  die  homologe  Drüse  von  Moina  '  und  Geriodaphnza.  Denken  wir  uns  die 
transversale  Lage  der  beiden  Schleifen  der  Schalendrüse  von  Moina  in  eine  mehr  longitudinale  übergeführt. 
die  vorderen  Schenkel  (<z,  b)  verlängert,  dagegen  den  dorsalen  Ausläufer  reducirt,  so  erhalten  wir  im  Wesent- 
lichen die  Drüsenform  von  Bytliotrephes  (Fig.  2).  Dazu  kommt  freilich  noch  die  beträchtliche  Vergrößerung 
der  ampullenförmigen  Blase  (AS),  sowie  die  Erweiterung  des  transversal  verlaufenden  Endganges  (d),  der 
mit  stark  verengertem  Endabschnitte  fast  rechtwinklig  unigebogen  mit  deutlicher  Öffnung  nach  aussen 
mündet. 

Ein  Vergleich  mit  Leptodora,  der  ja  auch  in  manch'  anderer  Hinsicht  Bytliotrephes  nahe  steht,  zeigt 
sofort,  dass  der  transversal  verlaufende  Endgang  dem  ausserordentlich  verlängerten  durch  den  ganzen 
Thorax  sich  hin  erstreckenden  Drüsenabschnitt,  welchen  Weismann  als  Thoracaltheil  bezeichnet  (Weis- 
mann 1.  c.  Taf.  XXV,  Fig.  11  grD)  entspricht.  Aber  auch  au  dem  relativ  kleinen  in  der  Schalenduplieatur 
von  Leptodora  gelegenen  Drüsenahschnitte  unterscheidet  man  —  freilich  in  verschiedenen  Ebenen  —  eine 
äussere  und  innere  Schleife  nebst  Ampulle  (Weismanu's  lateraler  Zipfel  10),  welche,  wie  überall,  durch 
stark  verengerten  Hals  und  den  vorderen  Schenkel  der  inneren  Schleife  führt  (siehe  Fig.  10). 

Bei  Polyphemus  (Fig.  7,  8)  liegt,  der  Hals  des  ampullenförmigen  Sackes  fast  am  untern  Ende  dessel- 
ben; hiermit  im  Zusammenhange  wird  der  vordere  Schenkel  der  inneren  Schleife  ausserordentlich  kurz,  wäh- 
rend der  vordere  Schenkel  der  Aussenschleife  (b1)  grösstentheils  hinter  jenem  Sacke  verläuft  und  in  den  unter 
fast  rechtem  Winkel  umbiegenden  transversalen  Endgang  führt,  dem  auch  hier  ein  ganz  kurzer  enger  Aus- 
führungscanal  (Ag)  folgt. 

Bei  Podon  und  Evadne  haben  die  Schalendrüsen  eine  weit  gestrecktere  Gestalt  und  erinnern  au  die 
gleichnamigen  Organe  von  Sida  crystallina.  Am  meisten  tritt  diese  Ähnlichkeit  bei  Evadne  spinifera  hervor 
(Fig.  21  und  22).  Auch  hier  ist  der  vordere  oder  absteigende  Schenkel  der  Innenschleife  sehr  verkürzt  und 
eben  so  wie  das  ampullenförmige  Säckchen,  das  in  der  Seitenlage  eine  mehr  dreiseitige  Gestalt  darbietet, 
schwierig  zu  sehen.  Der  absteigende  oder  hintere  Schenkel  der  Aussenschleife  (Fig.  22  b)  verlängert  sich 
sehr  bedeutend  bis  in  die  Gegend  des  vierten  Beines  und  biegt  dann  in  den  aufsteigenden  vorderen  Schen- 
kel um,  der  sich  unmittelbar  in  den  mächtig  erweiterten  und  rechtwinklig  umbiegenden  Endgang  mit  kurzem 
engen  Ausführungsröhrchen  fortsetzt.  Bei  Evadne  tergestina  (Fig.  15,  IG)  reicht  die  Schalendrüse  nur 
etwa  bis  in  die  Gegend  des  dritten  Beinpaares  und  zeigt  mehrfache,  zur  Artunterscheidung  höchst  bezeich- 
nende Eigenthümlickeiten.  Nicht  nur  die  ausserordentliche  Kürze  des  gesammten  inneren  Schleifenganges, 
sondern  die  Lage  des  absteigenden  Schenkels  der  Aussenschleife  (Fig.  20  b),  welcher  mit  sackförmiger  Auf- 
treibung beginnend,  sowohl  dem  aufsteigenden  Schenkel,  als  dem  blasig  aufgetriebenen  Endgang  (d)  seitlich 
aufliegt,  treten  auf  den  ersten  Blick  als  wichtige  Artcharactere  hervor.  Auch  bei  Podon  (Fig.  23)  erscheint 
der  innere  Schleifengang  ausserordentlich  reducirt,  die  äussere  Schleife  mit  dem  blasig  erweiterten  Endgang 
und  engerem  Ausführungsröhrchen  in  mächtiger  Ausdehnung  entwickelt. 

Bezüglich  der  Structur  der  Wandung  und  Beschaffenheit  des  Drüseninhalts  im  Allgemeinen  kehren  die 
bereits  bekannten  und  bei  einer  früheren  Gelegenheit  für  die  Daphniden  erörterten  Verhältnisse  wieder.  Ein 
Unterschied  in  der  Function  des  ampullenförmigen  Sackes  und  des  Schleifenganges,  wie  ihn  zuerst  Weis- 
mann für  Leptodora  aus  der  histologischen  Beschaffenheit  des  Drüsenepithels  und  des  Sekretes,  welches 
das  Lumen  erfüllt,  abgeleitet  hat,  möchte  in  gleicher  Weise  auch  bei  den  Polypliemiden  bestehen;  aber  als 
fraglich  erscheint  es  mir  doch,  ob  derselbe  im  Sinne  eines  so  strengen  Gegensatzes  aufgefasst  werden  kann. 


1   Vergl.  C.  Claus,  Die  Schalendriise  der  Daphuien.  Zeitsclir.  für  wiss.  Zool.  Tom.  XXV,  Tat'.  XI,  Fig.  1. 


Zur  Kenntniss  des  Baues  und  der  Organisation  der  Polyphemiden.  149 

Wenn  auch  der  grosszellige  ampiülenförmige  Blindsack  ausschliesslich  wässerige  Flüssigkeit  und  niemals  Körn- 
chen und  Concremente  zur  Ausscheidung  bringt,  diese  vielmehr  von  dem  Epithel  des  Drüsenganges  gebildet 
werden,  so  glaube  ich  doch,  wie  bei  Daphniden,  so  auch  hier  unabweisbare  Anhaltspunkte  gefunden  zu 
haben,  zum  Beweise,  dass  die  Ausscheidung  wässeriger  Flüssigkeit  vielleicht  in  noch  höherem  Grade  in  der 
Wandung  der  Drüsengänge,  vornehmlich  sogar  in  dem  unteren  Abschnitte  derselben  (Endgang  und  äussere 
Schleife,  beziehungsweise  Nebenschleife)  stattfindet.  Bei  Leptodora  mögen  es  immer  nur  kleine  Vacuolen 
sein,  welche  die  Epithelzellen  der  .Schleifengänge  bilden,  dahingegen  finden  wir  bei  fast  allen  mir  bekann- 
ten Daphniden  und  Lyneeiden,  ebenso  bei  Bythotrepltes  und  Polyphemus  gerade  in  der  unteren  der  Ausfüh- 
rungsöffmuig  genäherten  Hälfte  die  Flüssigkeitstropfeu  zu  enormer  Grösse  ausgedehnt,  so  dass  das  Epithel 
eine  grossblasige  Beschaffenheit  gewinnt.  In  meiner  früheren  Arbeit  legte  ich  auf  dieses  Verhältniss  nicht 
den  zu  einer  richtigen  Beurtheilung  hinleitenden  Nachdruck,  und  erst  als  ich  in  dem  aufsteigenden  Schenkel 
der  Aussenschleife  von  Podon  kleine  glänzende  Concremente  im  Innern  dieser  Blasen  fand,  welche  dann  in 
dem  flüssigen  Inhalt  des  Endganges  in  grosser  Menge  frei  sich  wiederfanden,  kam  ich  zu  der  Vorstellung, 
dass  hier  die  grossen  Blasen  ihren  Inhalt  durch  Dehiscenz  entleeren  und  zugleich  die  Concremente  nach 
aussen  in  das  Lumen  des  Drüsenganges  gelangen  lassen.  Die  letzteren  aber,  die  bei  Podon  und  Evadne  in 
grosser  Menge  und  oft  zu  förmlichen  Concretionen  zusammengeballt,  in  dem  erweiterten  Fortgang  gehäuft 
liegen,  kann  ich  nach  ihrem  Verhalten  gegen  Essigsäure  und  Alkalien,  deren  Einwirkung  sie  eine  bedeu- 
tende Resistenz  entgegensetzen,  für  nichts  anderes  als  Harnconcremente  halten,  denen  ähnlich,  welche 
oft  in  so  dichter  Häufung  in  der  Niere  der  Mollusken  ausgeschieden  werden.  Was  endlich  die  Bedeutung  der 
Röhrchenstructur  des  Nierenepithels  anbelangt,  so  bin  ich,  da  wir  ganz  ähnliche  Körperchen,  als  die  von 
Weismann  beschriebenen  Cylinderchen  in  verschiedenen  Drüsenzellen  und  in  dem  Epithel  der  Kiemeusäck- 
chen  von  Daphnia  beobachteten,  dieselben  andererseits  wieder  in  dem  Epithel  der  Schalendrüse  vermissen, 
mehr  als  zweifelhaft  geworden,  dass  dieselbe  als  eine  eigenthümliche  und  charakteristische  Structur  der 
Harnorgane  in  Frage  kommen  kann. 

Haftorgane  der  Nackengegend. 

Die  merkwürdigen,  nach  Lage  und  Besonderheit  der  Form  und  Structur  überaus  mannigfaltigen  Haft- 
organe, welche  auf  der  Kückenseite  des  Integuments  von  zahlreichen  Cladoceren  und  Phyllopoden  auf- 
treten, haben  bisher  eine  überaus  verschiedene  Deutung  erfahren.  So  sehr  man  sich  auch  bemühte,  für  die 
Zurückfülirung  derselben  einen  morphologisch  gemeinsamen  Ausgangspunkt  zu  gewinnen,  so  war  doch,  von 
der  wechselnden  Lage  abgesehen,  die  so  bedeutend  differente  Structur  ein  unübersteigliches  Hinderniss.  In 
einem  Falle  fand  man  Drüsenzellen  (Sida)  oder  Reste  derselben,  im  andern  (Evadne,  Podon)  glaubte  man 
einen  muskulösen  Saugnapf  vor  sich  zu  haben.  Da  die  Vorstellung,  nach  welcher  morphologisch  gleiche  Ele- 
mente in  einem  Falle  Muskelzellen,  im  andern  Drüsenzellen  liefern,  als  im  höchsten  Grade  unwahrscheinlich 
zurückgewiesen  werden  muss,  konnte  bislang  die  einheitliche  Auffassung  der  Haftgebilde  der  Phyllopoden 
nicht  durchgeführt  werden.  Nachdem  ich  nunmehr  Gelegenheit  hatte,  den  bekannten  Rückensaugnapf  von 
Podon  und  Evadne  eingehend  zu  studiren  und  gefunden  habe,  dass  derselbe  nicht  durch  radiäre  Muskel- 
fasern, sondern  aus  grossen  Drüsenzellen  mit  streifigem  Protoplasma  gebildet  wird,  steht 
der  Zurückfülirung  der  Haftorgane  der  Nackengegend  auf  die  gleiche  durch  Drüsenzellen  des  Hautblattes 
gebildete  Grundlage  nichts  mehr  hinderlich  im  Wege.  Überblicken  wir  die  seitherigen  Meinungen  über  das 
grosse  Haftorgan  der  Evadne,  so  wurde  dasselbe  zuerst  von  Loven,  dem  Monographen  dieser  Gattung,  als 
grosser  zirkelrunder  Muskel,  welcher  an  einem  ringförmigen  Eindrucke  in  der  Schale  befestigt,  durch  strah- 
lenförmigen Verlauf  seiner  Fasern  vom  gemeinsamen  Mittelpunkte  bezeichnet  sei,  beschrieben.  Eingehender 
noch  stellte  R.  Leuckart  '  das  Nackenorgan  von  Podon  pohjphemoides  dar,  fasste  dasselbe  aber  in  wesent- 


1  R.  Leuckart,  Über  das  Vorkommen  eines  saugnapfartigen  Haftapparates  bei  den  Daphniaden  und  verwandten  Kreb- 
sen. Archiv  für  Naturg.  Tom.  XXV,   1S59,  p.  262,  Tat.  VII,  Fig.  5. 


150  C.    Chi  us. 

lieh  gleicher  Weise  als  grossen  runden  Saugnapf,  ..als  eine  tellerförmige  Grube  mit  aufgewulstetem  Rande 
und  einer  deutlichen  .Muskulatur.  Ringfasern  in  der  Peripherie  und  radiär  verlaufenden  Fasern  in  der  Mitte" 
auf.  Auch  ich  selbst  '  sehloss  mich  früher  nach  Beobachtungen  an  Evadne  und  Podon  Leu ckart's  Auffassung 
an,  hob  jedoch  bereits  hervor,  dass  nur  ein  radiäres,  nicht  aber  ein  cirenläres  Fasersystem  vorhanden  sei. 
Zwar  hatte  bereits  Lilljeborg  das  Naekenorgan  von  Evadne  und  Polyphemus  als  „Organum  secretionis" 
bezeichnet,  da  er  sieb  jedoch  nicht  auf  einen  näheren  histologischen  Grund  stützte,  so  blieb  seine  allerdings 
vollkommen  richtige  Deutung  seither  unbeachtet,  und  die  falsche  gewann  fast  allgemeine  Anerkennung. 

Der  Grund  nun  zu  der  irrtlr  mlichon  Auffassung  ('es  Haftorgans  als  Muskel  ist  offenbar  darin  zu  suchen, 
dass  alle  seitherigen  Forscher  weder  starke  Yergrösserung  gebrauchten,  noch  Reagentien  bei  Untersuchung 
des  fraglichen  Gebildes  zu  Hilfe  genommen  haben.  Beobachtet  man  das  Haftorgan  von  Evadne  und  Podon 
unter  schwachen  Vergrößerungen ,  so  machen  die  radiären  Streifen  ganz  den  Eindruck  von  Muskeltibrillen, 
und  das  Ganze  scheint  einem  muskulösen  Saugnapf  so  ähnlich,  dass  man  die  Frage  für  erledigt  hält.  Da- 
gegen  genügt  bei  Anwendung  eines  starken  Systems  (Hartna,ck,  VIII)  der  erste  Blick,  um  darzuthun,  dass 
die  tibrillären  Streifen  mit  Muskelfasern  absolut  nichts  zu  thun  haben,  vielmehr  zähe  plasmatische  Fäden 
sind.  Gar  bald  gewahrt  man  auch  eine  Klüftung  in  der  Substanz  und  dieser  entsprechend  mehr  oder  minder 
bestimmte  Einschnürungen  des  äusseren  Ringes  (Fig.  16),  welche  auf  eine  Zusammensetzung  der  streitigen 
Masse  aus  Zellen  hinweisen.  Dass  es  sich  in  der  That  um  einen  Kreis  von  grossen  Drüsenzellen  handelt, 
erkennt  man  bei  längerer  Beobachtung  des  absterbenden  Thieres,  und  noch  bestimmter  auf  Zusatz  mit 
Essigsäure,  durch  welche  einige  wenige  Kerne  deutlich  werden.  Die  ganze  Bildung  löst  sich  allmälig  iu 
grosse  Zellen  mit  zähen  streifigen  Protoplasma  auf.  welches  an  dem  obern  der  Cuticula  aufliegenden  Theile 
der  Zelle  einem  mehr  gleichmässigen  und  homogenen  Protoplasma  weicht  (Fig.  17).  Auch  über  die  Zahl  und 
Gruppirung  dieser  Zellen  ,  deren  secretorische  Bedeutung  bei  längerer  Beobachtung  des  Objectes  durch  die 
Ansammlung  kleiner  Tröpfchen  im  Körper  oberhalb  der  Cuticula  unzweifelhaft  wird,  gelingt  es  nicht  min- 
der leicht,  sich  nähere  Auskunft  zu  verschaffen  (Fig.  1-1  b,  e).  Es  sind  fast  regelmässig  zehn  grosse  kegel- 
förmige Zellen,  von  denen  zwei  central,  die  übrigen  peripherisch  innerhalb  des  bekannten  doppelt  con- 
tourirten  Cuticularringes  liegen,  welchen  der  innere  Kreis  der  vermeintlichen  Saugseheibe  entsprechen 
würde.  Die  verschmälerten,  ein  mehr  homogenes  Protoplasma  haltigen  Spitzen  sind  sämmtlich  nach  der 
Cuticnlarplatte  gewendet,  aus  welcher,  ähnlich  wie  aus  dem  Wachshäiischen  der  Biene,  das  Secret  der 
unterliegenden  Zellen  hervortritt.  Seihst  nach  Entfernung  der  Zellen,  deren  Zahl  und  Lage  durch  die  Beob- 
achtung von  Embryonen  (Fig.  14  a  und  10  HO)  bestätigt  wird,  findet  man  in  einem  mehr  oder  minder 
hervortretenden  polygonalen  Netze  an  der  Innenseite  des  Cuticularplättchens  die  Grenzen  der  Drüsenzellen 
erhalten  (Fig.  14  d). 

Ganz  ähnlich  wie  Evadne  verhält  sich  das  Nackenorgan  von  Podon  (Fig.  23),  und  aller  Wahrschein- 
lichkeit nach  auch  das  schöne  Nackenorgan  der  Macrotkrt'x-Arten,  welches  unter  schwachen  Vergrösserun- 
gen,  genau  wie  das  von  Evadne,  den  Eindruck  einer  flachen  Saugscheibe  macht.  Ich  habe  mir  erlaubt,  eine 
schon  vor  mehreren  Jahren  entworfene  Abbildung  von  Macrothrix  laticornii  beizufügen  (Fig.  24  HO),  und 
bemerke,  dass  sich  das  entsprechende  Gebilde  von  M.  roseus  in  ganz  gleicher  Weise  ausnimmt.  Auch  kann 
es  keinem  Zweifel  unterliegen,  dass  das  embryonale  Haftorgan  der  Gattung  Daphm'a  mit  seiner  uhrglasför- 
mig  erhobenen  Cuticularscheibe  und  dem  unterliegenden  Zellenkörper  dieselbe  Bildung  wiederholt,  und  dass 
die  im  Zellenprotoplasma  wahrnehmbaren  radialen  Streifen  auf  die  gleichen  Plasmafäden  der  Secretionszellen 
zurückzuführen  sind.  Ein  Rest  desselben  Organs  ist  offenbar  auch  der  schon  an  der  Nauplius-Larve  von 
Apus  und  Branchipus  auftretende  Nackenschild,  unter  welchem  stets  noch  eine  Anzahl  anliegender  oder  ab- 
gelöster Zellen  nachweisbar  bleiben.  Letztere  erhalten  sieh  oft  auch  da,  wo  von  der  Begrenzung  der  Cuticular- 
scheibe keine  Spur  mehr  zurückgeblieben  ist.    In  diesem  Sinne  habe  ich  bereits  an  einem  anderen  Orte  auf 


1    C.  Claus,   Untersuchungen   zur  Erforschung   der   genealogischen   Grundlage   des  C'rustaeeensysteins.    Wien    1876, 
Tat.  XIX,  Fig.  2  NO. 


Zur  Kenntniss  des  Hains  und  de?-  Organisation  der  Polyphemiden.  151 

eine  Zellengrube  im  Nacken  der  Estheria-L&vven  aufmerksam  gemacht  und  füge  hinzu,  dass  auch  bei  Bytho- 
trephes die  nämlichen  Zellen  in  gleicher  (irgend  regelmässig  bemerkbar  sind  (Fig.  1  und  Fig.  6  Z). 

Nun  tritt  freilich  in  vielen  Füllen  zu  der  Nackendriise ,  mag  dieselbe  noch  als  Haftorgan  fungiren  oder 
rückgebildel  sein,  ein  weiteres  Element  hinzu,  gebildet  durch  sehnige  Ansätze  von  Muskelfasern,  welche 
bei  eintretender  Contraction  einen  Zug  auf  die  Nackengegend  ausüben  und  eine  grubenförmige  Vertiefung 
des  Integunieiits  zu  erzeugen  vermögen.  Solche  Muskeln  habe  ich  bereits  für  Sida  näher  beschrieben  und 
rinde  nun  auch,  dass  sie  anderwärts  —  wenngleich  aufwärts  in  der  Nackengegend  —  wiederkehren.  Schon 
bei  Bytkotreph.es  (Fig.  6  NO)  bemerkt  man  oberhalb  der  erwähnten  Zellen  einen  kleinen  Faserkegel,  dessen 
Spitze  in  einen  langen  sehnigen  Faden  ausläuft,  welcher  einer  hinteren  Gruppe  von  Dilatatoren  des  Oeso- 
phagus, vielleicht  auch  dem  Adductor  der  Oberlippe  zuzugehören  scheint.  In  dieselbe  Kategorie  werden  die 
viel  grösseren  Kegel  divergirender  Sehnenfasern  bei  Moi?ia  und  Polyphemus  (Fig.  7  A7Ö)  zu  beziehen  sein, 
zwischen  denen  ich  keine  secretorischen  Elemente  nachzuweisen  im  Stande  war.  Leydig  will  freilich  unter 
der  Haut  der  letzteren  Form  ein  Lager  birnförmiger  Zellen  gesehen  haben,  so  geordnet,  dass  sie  zusammen 
bei  der  Seitenlage  des  Thieres  ein  Dreieck  formen,  bringt  dieselben  jedoch  in  seiner  Zeichnung  nicht  zum 
überzeugenden  Ausdruck,  während  Fischer  den  dreieckigen  Kaum  durch  den  Ansatz  von  Muskeln 
bestimmt  findet.  Zum  Anlegen  des  Leibes  scheint  übrigens  dieser  Faserkegel  für  sich  kaum  befähigt  zu  sein, 
da  ich  weder  für  Tolyphemvs  noch  Bythotrephes  eine  Fixation  beobachtet  habe.  Anders  mag  sieh  vielleicht 
Bosmina  verhalten,  deren  auffällig  grosses  und  schönes  Nackenorgan  fast  allen  Beobachtern  entgangen  zu 
sein  scheint.  Hier  (Fig.  '.'  NO)  findel  sieh  innerhalb  des  Faserkegels  eine  colossale  Zelle,  und  in  deren  Um- 
gebung, der  Oberfläche  genähert,  kleinere  Zellen,  die  sämmtlich  vielleicht  noch  Secrete  abscheiden.  Dazu 
kommt  am  äussersten  Endpunkte  ein  kleiner  Cutieularring,  welcher  doch  wohl  mehr  als  ein  Ornamentum  cuti- 
cvlae  sein  möchte,  wie  P.  E.  Müller  die  gleichen  Chitinringe  der  Lynceiden  bezeichnet  hat. 

Kreislauf  und  Athmung. 

Die  Polyphemiden  eignen  sich  wegen  der  relativ  sehr  geringen  Menge  von  körperlichen  Elementen  in 
der  meist  farblosen  Blutflüssigkeit  minder  gut  zur  eingehenden  Verfolgung  der  Blutbahnen  des  Kreislautes. 
Dass  diese  aber  im  Wesentlichen  die  Circulation  der  Daphuiden  wiederholt,  unter  Vereinfachungen,  welche 
durch  die  Reduction  des  Schalenraumes,  beziehungsweise  dessen  Zusammenfallen  mit  der  Leibeshöhle 
(Podon,  Evadnt  i  bedingt  sind,  möchte  aus  der  übereinstimmenden  Lage  und  Gruppirung  der  die  Grenzen 
der  Blutbahnen  bildenden  Organe,  sowie  aus  der  überaus  ähnlichen  Gestaltung  des  Herzens  hervor- 
gehen. 

Bei  Bythotrephes  (Fig.  1  C)  erreicht  schon  das  Herz  die  bedeutendste  Grösse  und  zeigt  die  Form  eines 
länglichen  ventralwärts  schwach  eingebogenen  Schlauches,  dessen  Vorderende  sieh  plötzlich  stark  verengt  und 
in  eine  laug  ausgezogene  Aorta  führt  (Fig.  C>  Ao).  Dem  arteriellen  Ostium  liegt  gleichwie  bei  Leptodora  eine 
ansehnliche  kernhaltige  Klappe  (Va)  auf,  welche  in  gleicherweise  an  dem  mehr  tonnenförniigen  Herzen  der 
übrigen  Polyphemiden,  bei  Evadne  (Fig.  13  Va)  mehr  einer  flachen  Eallthür  ähnlich  (Fig.35),  wiederkehrt. 
Die  in  spitzem  Winkel  zur  Längsaxe  gestellten  seitlichen  Spaltöffnungen  mit  lippcnförniig  eingeschlagenem 
Saume  sind  aulfallend  weit  nach  hinten  gerückt  (Fig.  (3  0),  während  sie  bei  den  übrigen  Gattungen  mit  der- 
selben einen  rechten  Winkel  bilden,  aber  auch  mehr  der  hinteren  Hüllte  angehören.  Die  Fixation  wird  vor- 
wiegend durch  die  vorderen,  den  Aortenraum  umgrenzenden  membranösen  Platten,  aber  auch  durch  sehr 
feine  sehnige  Fasern  vermittelt,  denen  ich  jedoch  keinen  Einliuss  bei  der  Diastole  des  Herzens  zuzuschreiben 
vermag.  Hei  Evadne  erscheint  der  Aortenraum  ausserordentlich  kurz  und  weit,  da  die  dorsale  und  ventrale 
Wand  fast  rechtwinklig  zur  Längsaxe  des  Herzens  absteht.  Die  Muskelzellen,  welche  die  Aussenfläche  der 
struet urlosen  Intima  umgürten,  zeigen  bei  Bythotrephes  und  Polyphemus  als  breite  quer  gestreifte  Bänder 
einen  ähnlichen  Verlauf  wie  bei  Daphnia,  während  sie  bei  Evadne  an  die  verästelten  nur  durch  weite  Zwi- 
schenräume getrennten  Muskelreihen  von  Leptodora  erinnern,  nur  dass  sie  ein  weit  zarteres  Netzwerk  mit 
viel  feineren  Faserzügen  bilden. 


152  G.  Claus. 

Die  Athmung  nmss  vorwiegend  durch  die  gesammte  zarthäutige  Körperoberfläche  vermittelt  werden,  da 
ebenso  wie  bei  Leptodora  Kiemensäckchen  an  den  vier  Beinpaaren  vernrisst  werden. 

Geschlechtsorgane  und  Fortpflanzung. 

Die  Eigentümlichkeiten ,  durch  welche  sieb  die  Fortpflanzung  der  Polyphemiden  auszeichnet,  werden 
in  erster  Linie  durch  das  Auftreten  eines  vollständigen  Uterus-ähnlichen  Brutbehälters  bestimmt. 
Morphologisch  entspricht  der  Raum  desselben  dem  zwischen  Rückenhant  und  Schalenduplicatur  zurückblei- 
benden Brutbehälter  der  Daphniden.  Die  beiden  Blätter  desselben,  die  Rückenhaut  und  die  zarte  innere 
Lamelle  der  Schalenduplicatur  vereinigen  sich  zur  Bildung  eines  geräumigen,  in  der  Leibeshöhle  suspen- 
dirten  Brutsackes,  dessen  Wandung  den  umschliessenden  Eiern  und  Embryonen  Nahrungssäfte  aus  dem 
Blute  des  Mutterthieres  zuführen.  Während  bei  den  Daphniden,  Lynceiden  ete.  der  Brutraum  zwischen 
Schale  und  Rückenintegument  den  eintretenden  grossen  Eiern  für  die  weitere  Entwicklung  kaum  mehr  als 
Schutz  gewährt,  ist  derselbe  bei  den  Polyphemiden  zu  einer  Nährkammer  geworden,  die  mit  fortschrei- 
tender Entwicklung  ihres  Inhaltes  an  Umfang  mächtig  zunimmt  und  den  Rücken  des  Körpers  buckeiförmig 
auftreibt.  Die  in  dieselbe  gelangenden  Eier  sind  bei  ihrem  Eintritt  winzig  klein,  erfahren  aber,  wie  die 
Keime  der  viviparen  Aphiden,  während  der  Vorgänge  der  Embryonalentwicklung  eine  fortschreitende 
Grössenzunahme,  ja  die  Ernährungsverhältnisse  der  Embryonen  gestalten  sich  so  günstig,  dass  diese  beim 
Ausschlüpfen  aus  der  Bruthöhle  eine  relativ  so  bedeutende  Grösse  und  Ausbildung  erlangt  haben,  wie  in 
keiner  anderen  Cladocerengruppe,  bei  Evadne  sogar  schon  vor  der  Geburt  trächtig  geworden 
sind  und  eine  Anzahl  (4— 6)  in  der  Furchung  begriffene  Eier  in  ihrem  Fruchtbehälter  mit 
zur  Welt  bringen. 

Ohne  alle  Frage  ist  es  die  besondere  Structur  der  Uteruswandung,  auf  welche  die  Function  der  letz- 
teren als  Ernährungsorgan  zurückgeführt  werden  muss,  und  in  der  That  fällt  sofort  die  mächtige  drüsen- 
ähnliche Gestaltung  der  als  modificirte  Hypodermis  nachweisbaren  Zellenlage  derselben  auf.  Bei  Bythotre- 
phes  und  Polyphemus  hat  nur  die  untere,  der  Rückenhaut  entsprechende  Lamelle  des  Uterus  den  drüsigen 
Charakter  gewonnen,  und  erscheint  als  verdickte  medianwärts  in  den  Brutraum  faltig  vorspringende  Platte, 
deren  mächtig  vergrösserte  Zellen  reihenweise  wie  durch  feine  Stützbälkcben  unter  einander  und  am  Integu- 
mente  befestigt  sind  (Fig.  3  und  4  Li).  Die  äussere  Lamelle  bleibt  der  Rückendecke  (äusseren  Schalen- 
wand) in  ganzer  Länge  angelagert,  oder  durch  kleine  Faserbrücken,  wie  sie  ähnlich  nur  in  mächtigerem 
Umfang  zwischen  beiden  Schalenplatten  der  Daphniden  auftreten,  fest  angeheftet.  Der  enge  zwischen 
Rückendecke  (J)  und  Aussenlamelle  des  Brutsackes  (Le)  befindliche  Raum  würde  also  dem  Schalenraume 
homolog  sein. 

An  jungen  noch  nicht  trächtigen  Thieren  (Fig.  1)  liegen  auch  die  beiden  Platten  des  Uterus  einander 
dicht  an,  und  erst  mit  der  Aufnahme  der  kleinen  aus  dem  Ovarium  ausgetretenen  Eier  markirt  sich  das 
Lumen  desselben  um  so  deutlicher,  als  sich  nun  in  demselben  auch  ein  heller  ausgeschiedener  Nährsaft  sam- 
melt. Zugleich  mit  der  Grössenzunahme  der  Eier  wächst  auch  die  innere  oder  placentale  und  nicht  minder 
die  äussere  Lamelle;  der  Brutraum  dehnt  sich  immer  mehr  aus  und  treibt  die  Rückenhaut  in  Form  eines 
Buckels  (Bythotrephes)  oder  eines  regelmässigeren  abgerundeten  Kegels  {Polyphemus)  zu  gewaltigem  Umfang 
auf.  Bei  Podon  und  Evadne  aber  gewinnt  der  Brutsack  eine  noch  selbstständigere  Form,  indem  sich  das  obere 
dorsale  Blatt  in  ganzer  Länge  von  der  Rückenplatte  des  Integuments  loslöst  und  in  gleicher  Weise  wie  der 
Uterus  bei  der  Ernährung  der  Embryonen  betheiligt.  Der  Uterus-ähnliche  Brutsaek  (Fig.  15,  21,  23,  40  Ut) 
liegt  an  der  Rückenseite  des  Darmes  von  Blut  umspült  im  Leibesraume  aufgehängt,  und  zwar  an  der  Hypo- 
dermis der  Rückenplatte  mittelst  eines  Stieles  befestigt,  welcher  nichts  anders  als  die  eingeschnürte  Verbin- 
dungsstelle der  Schalenblätter  und  der  Rückenhant  sein  kann.  Die  Wand  des  Sackes  besteht  aus  nur  wenigen 
aber  ganz  ausserordentlich  grossen  Zellen,  deren  trübkörniges  Protoplasma  reich  an  gelösten  Eiweissstoffen 
zu  sein  scheint  und  jedenfalls  in  der  ganzen  Peripherie  des  Uterus  Nährstoffe  aus  dem  Blute  den  Embryonen 
zuleitet  (Fig.  12  Ut).   Und  mit  diesen  günstigen  Ernährungsbedingungen  im  engen  Zusammenhange  bilden 


Zur  Kenntniss  des  Baues  und  der  Organisation  der  Polyphemiden.  158 

sich  dann  bei  Eradne  aus  den  kleinen  Eiern,  die  meist  in  vier-  bis  sechsfacher  Zahl  in  den  Brntsack  eintreten, 
Embryonen  aus,  die,  was  relative  Körpergrösse  und  Aasbildung  der  Organe  anbetrifft,  alle  anderen  Clado- 
ceren  übertreffen ,  und  im  weiblichen  Geschlechte,  wie  oben  erwähnt,  bereits  als  trächtige  Thiere  geboren 
werden  (Fig.  10,  11). 

In  Folge  der  eigenthümlichcn  Umbildung,  welche  die  Duplicatur  der  Schale  in  Verbindung  mit  dem 
Rückenintegument  des  Thorax  bei  den  Polyphemiden  erfährt,  wird  die  Segmentirung  des  letzteren  vollkom- 
men unterdrückt,  und  nur  an  der  oberen  und  hinteren  Grenze  der  Brust  bleiben  Reste  der  Muskulatur  als  ab- 
steigende (.17)  und  aufsteigende  Bündel  (J/'j  erhalten  (Fig.  7,  15  und  23).  Bei  Polypfiemus  scheint  noch  eine 
tiefere  Fasergruppe  an  die  innere  placcntale  Lamelle  des  Uterus  sich  anzuheften  und  geringe  Bewegungen 
derselben  bewirken  zu  können. 

Das  Ovarium  bleibt  bei  allen  Polyphemiden  auf  einen  verhältnissmässig  geringen  Umfang  beschränkt 
und  liegt  jederseits  vom  Magendavm  in  der  hinteren  Thoracalgegend  als  ein  gekrümmter  mit  seinem  hinteren 
verjüngten  Ende  dorsalwärts  gewendeter  Schlauch.  Das  obere  meist  kolbig  erweiterte  Ende  entspricht  dem 
am  weitesten  vorgeschrittenen  Ovarialfach,  welches  auch  hier,  wie  jedes  der  folgenden,  wenngleich  nicht 
durch  schärfere  Abschnürung  gesonderten  Fächer  oder  Kammern,  vier  Zellen  einschliesst.  Wie  bei  den 
Daphniden  und  Leptodora  bildet  sich  ausschliesslich  die  dritte  (vom  verjüngten  hinteren  Ende  an  gerechnet) 
Zelle  zum  Ei  aus,  während  die  drei  anderen  in  gewissem  Sinne  die  Bedeutung  von  Dotterbildungzellen 
halien  und  später  zu  Grunde  gehen.  Es  wiederholt  sich  also  das  neuerdings  für  die  Cladoceren  genauer 
bekannt  gewordene  Verhältniss  der  Eibildung  auch  bei  den  Polyphemiden,  obwohl  in  der  Regel  allerdings 
nur  zwei  oder  drei,  seltener  vier  oder  fünf  minder  scharf  begrenzte  Eikammern  hinter  einander  erzeugt  wer- 
den. Die  Ausmündungsstelle  des  Ovariums,  die  wohl  nur  im  Momente  des  Eieraustrittes  in  dem  Uterus 
zu  sehen  sein  dürfte,  möchte  wie  bei  Daphniden  an  dem  verjüngten  hinteren  Ende,  dessen  Wandung  das 
Keimlager  enthält,  zu  suchen  sein  und  wohl  direct  der  ventralen  Wand  des  Uterus  anliegen.  Leider  habe 
ich  an  keiner  Polyphemidengattung  den  Eintritt  der  Eier  in  den  Brutbehälter  beobachten  können  und  bin 
somit  nicht  in  der  Lage,  mir  den  Vorgang  in  einer  von  den  Daphniden  verschiedenen  Weise  vorzustellen. 
Ebensowenig  habe  ich  die  Geburt  der  im  Brntsack  zur  Entwicklung  gebrachten  Jungen  direct  beobachtet, 
glaube  aber  kaum  zu  irren,  wenn  ich  für  Polyphemus  und  Bxßhotrephes  eine  seitlich  weit  übergreifende 
Spalte  unter  dem  hinteren  Ende  der  Rückenplatte  (Aussenblatt  der  Schale)  voraussetze,  durch  welche  die  aus 
der  Öffnung  des  Uterus  (Fig.  4  Oe)  austretenden  Embryonen  nach  aussen  gelangen.  Bei  Podo?i  und  Evadne 
werden  die  Jungen  das  für  gewöhnlich  geschlossene  Lumen  des  engen  Stiels  passiren  müssen,  um  wahr- 
scheinlich zuerst  unter  die  alte  Cuticula  und  dann  mit  der  Abstreifung  derselben  bei  gleichzeitig  eintretender 
Häutung  ins  Freie  zu  kommen.  Und  in  der  That  glaube  ich  diese  aus  der  Organisation  abzuleitenden  Vor- 
gänge durch  die  Angaben  L  Oven 's,  welchem  es  gelang,  den  Geburtsact  bei  Evadne  direct  zu  beobachten, 
bestätigt  zu  finden.  „Wenn  das  Pigment",  so  äussert  sich  dieser  Forscher,  „im  Auge  schwarz  geworden,  ist 
das  Junge  nach  allen  seinen  vornehmsten  Thcilen  ausgebildet,  fängt  an,  sich  zu  rühren,  und  der  Uterus 
wird  immer  mehr  ausgedehnt.  Nun  öffnet  er  sich  durch  eine  Spalte  an  der  oberen  Fläche,  und  die  Jungen 
kommen  aus  ihr  in  den  grossen  Raum  unter  der  Schale.  Die  Geburt  ist  dann  eigentlich  vollbracht,  der  Ute- 
rus ist  im  Augenblicke  nachher  wieder  stark  zusammengezogen  und  empfängt  zwei  neue  Eier  aus  dem  Eier- 
stocke. Wenngleich  eigentlich  nun  geboren,  sind  die  Jungen  noch  im  Körper  der  Mutter,  aber  nur  für  eine 
kurze  Weile.  Die  Mutter  wird  unruhig  —  sie  soll  sich  von  ihrer  alten  Schale  befreien  und  zugleich  ihre  Jun- 
gen dem  Elemente  überliefern,  welchem  sie  angehören; — so  nahe  verbunden  mit  einander  sind  hier  die 
Phänomene  des  Gebarens  und  des  Hautwechsels.  Das  Corium  hat  schon  die  anzulegende  neue  Schale  ab- 
gesondert; sie  ist  weich  und  die  Naht  zwischen  ihren  Rückenstücken  auch  nicht  verwachsen.  Diese  ganze 
Haut  beginnt  nun,  sich  von  der  alten  Schale  abzulösen  und  sich  nach  innen  zusammenzuziehen.  Je  mehr 
die  Haut  sich  einwärts  zieht,  desto  weniger  Raum  behalten  die  Jungen;  aber  eben  sie  gibt  ihnen  nach  und 
öffnet  sich  in  der  Rückennaht.  Hinter  dieser  ausgeschlüpft,  haben  sie  nur  noch  die  Schale  zu  durchbrechen.-' 
So   eingehend    und   klar  mit   diesen  Worten   Luven 's    der   Häutungsprocess   beschrieben   worden   ist,    so 

Denkschriften  der  mathcm.-naturw.  CK    XXXVII.  Bd.  20 


154  C.   Clau.i. 

bestimmt  kann  man  sich  aus  der  beigefügten  Abbildung  dieses  Autors  (Lov.  1.  c.  Taf.  V,  Fig.  15)  überzeugen, 
dass  die  Embryonen  unterhalb  der  abzustreifenden  Outicula  und  über  der  im  Zusammenhange  mit  der  Schrum- 
pfung des  Uterus  weit  zurückgezogenen  neuen  Rückendecke  der  Hypodermis  liegen.  Die  vermeintliche  Spalte 
des  Uterus  aber  möchte  nichts  anderes  denn  als  das  klaffende  Lumen  des  ausgedehnten  Verbindungsstieles 
zu  deuten  sein,  an  dessen  Ende  allerdings  auch  die  noch  weiche  neue  Chitinlage  durchbrochen  wurde. 
Wahrscheinlich  steht  aber  auch  bei  Volyphemus  und  Bythotrephes  Geburt  und  Häutung  in  gleicher 
Beziehung. 

Die  Bildung  des  Wintereies  scheint  nach  Beobachtungen  an  Evadne  tergestina  mit  der  des  Sommereies  in 
wesentlich  analoger  Weise,  wahrscheinlich  aber  unter  Vermittlung  von  Nährkammern  stattzufinden.  Leider 
habe  ich  nur  wenige  jBi'orfwc- Weibchen,  welche  in  ihrem  Ovarium  grosse,  mit  grobkörnigem  Dotter  gefüllte 
Wintereier  bargen,  aufgefunden,  so  dass  mir  nicht  sämmtlichc  Phasen  des  Processes  der  Eientwicklung 
bekannt  geworden  sind,  in  keinem  Falle  aber  sah  ich  die  für  Leptodora  so  eingehend  von  Weis  mann 
dargestellten  Nährkammern.  Nur  eine,  und  zwar  die  obere  Endkammer  jedes  Ovanums  erzeugt  bei  Evadne 
ein  Wiuterei  unter  den  bekannten  Erscheinungen  der  drei  Abortivzellen  (Fig.  19  Kz),  welche  an  den  Polen 
des  ausserordentlich  umfangreichen.  Wintereies  ( W E)  zurückbleiben.  Auch  hier  fällt,  wie  am  Winterei  von 
Leptodora,  in  der  Peripherie  des  dunklen  grobkörnigen  Dotters  eine  helle  homogene  Plasmalage  auf,  die 
man  leicht  für  den  Ausdruck  einer  Schalenhülle  halten  könnte.  An  Stelle  der  nachfolgenden  Kammeranlagen 
findet  man  nun  einen  weiten  mit  heller  Flüssigkeit  erfüllten  Gang,  dessen  Wandung  hie  und  da  mit  Körnern 
erfüllte  Auftreibungen  darbietet.  Entweder  sind  also  die  Zellen  der  nachfolgenden  Kammeranlagen  unter 
Ausscheidung  der  hellen  flüssigen  Substanz  rückgebildet  und  mit  ihren  Resten  in  der  Wandung  des  Oviduct- 
ähnlichen  Ganges  zurückgeblieben,  oder  während  der  Bildung  jener  Substanz  aufgelöst  und  untergegangen. 

Leider  ist  es  mir  nicht  gelungen,  der  zur  Erklärung  nothwendigen  Zwischenstadien  habhaft  zu  werden. 
In  den  wenigen  Wintereier  haltigen  Weibchen,  welche  ich  untersuchte,  war  der  Process  der  Bildung  schon 
nahezu  oder  vollkommen  vollendet. 

Ebenso  bleibt  die  Möglichkeit,  dass  die  am  weitesten  vom  Keimlager  entfernte,  mit  dem  Winterei  ge- 
füllte Kammer  nur  scheinbar  die  terminale  ist,  die  wahre  Endkammer  vielmehr  schon  vorher  zur  Erzeugung 
von  Nährstoffen  verwendet  ist  und  demgemäss  eine  Rückbildung  erfahren  hat,  deren  Spuren  an  den  so  weit 
vorgeschrittenen  Stadien,  wie  den  beobachteten,  vollkommen  geschwunden  sind. 

Eine  Erklärung  der  complicirten,  mit.  dem  Auftreten  von  Nährzellen  verbundenen  Eibildungen  ist  bereits 
schon  von  Weismann  '  versucht  worden.  Den  Ausgangspunkt  zu  diesem  Versuche  bildet  die  gewiss  voll 
kommen  berechtigte  Vorstellung,  dass  es  für  jede  Zellenart  eine  Maximalgrösse  gibt,  welche  die  Grenze  des 
Wachsthums  bezeichnet.  Minder  überzeugend,  wenngleich  immerhin  als  möglich  denkbar  ist  die  mit  jener 
Vorstellung  verknüpfte  Supposition,  dass  die  Zelle  und  insbesondere  die  bekanntlich  im  Allgemeinen  gerade 
durch  eine  sehr  bedeutende  Maximalgrösse  ausgezeichnete  Eizelle,  jene  nicht  immer  auf  dem  gewöhnlichen 
Wege  der  Ernährung  aus  den  Blutbestandtheilen  erreichen  könne,  dass  vielmehr  eine  besondere  ander- 
weitige Hilfeleistung  nothwendig  sei,  um  die  Stoffmasse  zu  der  erforderlichen  Menge  herbeizuschaffen.  Man 
sieht  jedoch  sofort,  durch  diese  zweite  Annahme  wird  der  Erklärungsversuch  zu  einer  blossen  Umschreibung 
des  Sachverhaltes  sich  gestalten.  Zu  einer  Erklärung  auf  dem  Wege  des  Weismann'schen  Gedanken- 
ganges müsste  zunächst  der  Beweis  gebracht  werden,  dass  und  wesshalb  im  vorliegenden  Falle  die  Zelle  des 
Cladocereneies  die  Fähigkeit  nicht  besitze,  aus  eigener  Kraft  die  zur  Entwicklung  noth wendige 
Maximalgrösse  zu  erreichen.  Dass  die  Dotterbildungszellen  (Inseeten)  oder  Nährzellen  die  durch 
eigenen  Stoffwechsel  gewonnene  Substanz  der  Eizelle  wesentlich  verstärken,  liegt  als  längst  erkannte  und 
unbestrittene  Thatsache  vor,  und  es  ist  nur  eine  andere,  mehr  negative  Ausdrucksweise,  wenn  man  sagt, 
dass  die  Eizelle  ohne  die  unterstützende  Thätigkeit  der  ersteren  das  beobachtete  Grössenmaxiraum  nicht 
erreiche.    Sobald  sich  aber  mit  derselben  die  Vorstelluug  verknüpft,  dass  dieses  Grössenmaximuin  für  die 


1   A.  Weisiuann  1.  c.  p.  14 — 54. 


Zur  Kenntniss  des  Baues  und  der  Organisation  der  I'olyphemiden.  155 

Entwicklungsfähigkeit  des  Eies  nothwendig  sei,  und  an  Stelle  der  Furchung  und  Embryonalentwickhmg 
Rückbildung  eintreten  müsse,  falls  die  Eizelle  auf  ihre  eigene  Kraft  in  der  Beschaffung  der  Stoffmasse 
beschränkt  sei,  so  erscheint  nicht  nur  ein  neues  und  unerwiesenes,  sondern  sogar  unwahrscheinliches  Moment 
mit  dem  vermeintlichen  Erklärungsversuche  aufgenommen,  dessen  Klarstellung  einer  besonderen  Betrachtung 
bedarf. 

Offenbar  dürfen  wir  nach  Massgabe  der  normalen  und  gerade  bei  niederen  Thieren  weit  verbreiteten 
Eibildung  von  dem  Satze  ausgehen,  dass  die  Eizelle  an  sich  durch  ihre  eigene  Lebensenergie  im  Stande  ist, 
so  viel  plastisches  Material  aus  dem  Blute  zu  gewinnen,  als  das  Bedürfnis*  der  Embryonalentwicklung  erfor- 
dert. Bei  relativ  spärlicher  Menge  von  Dottermaterial  und  unter  Ausschluss  seeundärer  Nahrungszufuhr  tritt 
aber  der  Embryo  mit  relativ  sehr  einfacher  Organisirung  als  Larve  ins  freie  Leben  ein  und  hat  eine  Reihe 
metamorphotischer  Zustände  zu  durchlaufen,  welche  nach  Fr.  Müll  er 's  gewiss  vollkommen  begründeter  An- 
schauungsweise den  Process  phylogenetischer  Entwicklung  mehr  oder  minder  vollständig,  wenn  auch  hier 
und  da  gefälscht,  wiederholen. 

Die  complicirtere,  durch  Betheiligung  von  Nährzellen  oder  sonst  welcher  dotterbereitender  Hilfsorgane 
bedingte  Eibildung  kann  nicht  als  ursprüngliche,  sondern  nur  als  seeundär  erworbene  und  nachher 
vererbte  betrachtet  werden.  Und  in  specieller  Anwendung  auf  die  Cladoceren  werden  wir  mit  dem  gleichen 
Rechte,  mit  welchem  wir  die  vereinfachte  Entwicklung  des  im  Brutraume  unter  dem  mütterlichen  Schutze 
sich  ausbildenden  Embryos  auf  Abkürzung  und  Veränderung  einer  ursprünglich  vorhandenen  Metamorphosen- 
reihe zurückführen,  gewiss  auch  die  complicirteren  Bildungsvorgänge  des  Eies  im  Ovarium  als  aus  der  ein- 
facheren Form  der  Eibildung  hervorgegangen  aufzufassen  und  anzunehmen  haben,  dass  bei  den  alten 
Stammformen  der  Cladoceren  und  Phyllopoden,  so  gut  als  gegenwärtig  noch  bei  den  Copepoden,  Ostracoden 
und  anderen  Cnistaceen  die  Eizelle  in  sich  diejenige  Substanzmenge  bildete,  welche  für  die  Erzeugung 
eines  Nachkommens  hinreichend  war.  Wir  würden  demgemäss  auch  für  die  jetzt  lebenden  Cladoceren  nicht 
etwa  die  Folgerung  erwarten,  dnss  die  Eizelle  für  sich  allein  —  und  ebenso  die  einzelne  Eikammer  ohne 
Nachhilfe  der  benachbarten  —  nicht  das  für  die  Entwicklung  des  Embryos  nothwendige  Grössenmass  errei 
eben  könne  und  dein  entsprechend  eine  Rückbildung  und  Auflösung  erfahre,  sondern  gerade  umgekehrt  zu 
dem  Schlüsse  berechtigt  sein,  dass  bei  Aufhebung  der  seeundären  Substanzvermehrung  die  Eizelle  durch 
ihre  Ernährung  vom  Blute  aus  eine  minder  vorgeschrittene  winzige  Nauplius-Ymm  hervorzubringen  im  Stande 
sein  müsse.  Der  erstere,  nach  den  Beobachtungen  Weismann's  thatsächlich  vorliegende  Fall  wird  nur  durch 
die  Annahme  verständlich  sein,  dass  die  ursprünglich  vorhandene  Fähigkeit  der  Eizelle,  in  eigener 
Thätigkeit  das  zur  Embryonalentwicklung  erforderliche  Material  zu  beschaffen,  im  Laufe  des  langen  phylo- 
genetischen Gestaltungsprocesses,  welcher  auch  zur  allmähligen  Unterdrückung  der  Metamorphose  führte, 
verloren  gegangen  sei.  Erst  während  dieser  Vorgänge  konnten  die  merkwürdigen  Complicationen  in  der  Eibil- 
dung der  Cladoceren  zur  Ausbildung  gelangen,  und  man  wird  nicht  irren ,  dieselben  gerade  mit  der  Zusam- 
menziehung der  metamorphotischen  Vorgänge  und  mit  der  Vereinfachung  zur  directen  Entwicklung  in  notwen- 
digen Causalnexus  zu  bringen,  da  diese  ohne  Zufuhr  einer  reichlichen  Nahrungsquelle  für  den  Embryo  nicht 
denkbar  ist.  Mit  der  Unterdrückung  der  Metamorphose  vollzog  sich  offenbar  auch  die  Überführung  der  ein- 
fachen primären  in  die  complicirte  seeundäre  mit  Auflösung  von  Eizellen,  beziehungsweise  von  Eierkammern 
verbundene  Eibildung;  vielleicht  schon  vor  dem  Ausfall  der  Xaiqjh'us-Form  als  frei  schwärmende  Larve 
begann  die  Fähigkeit  der  Eizelle,  das  zur  Entwicklung  erforderliche  Material  durch  eigene  Kraft  zu  gewinnen, 
geschwächt  zu  werden,  und  wurde  in  gleichem  Masse,  als  die  im  Entstehen  begriffenen  Hilfseinrichtungen 
zur  Vermittlung  einer  beträchtlicheren  Stoffzüftihr  sich  ausbildeten  und  durch  Vererbung  befestigten,  zugleich 
mit  dem  Schwunde  der  Metamorphose  bis  zum  völligen  Verluste  unterdrückt.  Beurtheilt  man  das  Sachver- 
hältniss  in  der  vorausgeschickten  Weise,  so  wird  man  zwar  Weismann's  Anschauung  vollkommen  bei- 
pflichten können,  nach  welcher  das  Ei  nunmehr  für  sieh  ohne  äussere  Nachhilfe  die  bestimmte  Substanzinasse 
nicht  zu  erzeugen  im  Stande  sei,  und  die  Nährzellen  dazu  dienen,  das  erforderliche  Plus  von  Material  her- 
beizuschaffen, dagegen  es  für  unzulässig  halten,  die  Vorstellung  von  der  Maximalgrösse  des  Eigenwachsthums 

20* 


156  C.   Claus. 

als  Basis  der  Begründung  zu  benützen,  zumal  es  sehr  wohl  denkbar,  ja  a  priori  wahrscheinlich  ist,  dass  die 
Eizelle  das  mögliche  Maximum  ihres  Eigenwachsthunis  noch  gar  nicht  erreicht  hat,  wenn  die  so  ausserordent- 
lich ergiebige  Arbeit  der  Nährzellen  beginnt. 

Für  die  Richtigkeit  meines  Einwurfes  spricht  nicht  nur  die  vorausgehende  Erörterung,  sondern  die 
bereits  früher  für  die  Daphniden  '  hervorgehobene  Thatsache,  dass  die  Nährzellen  noch  beträchtlich  fort- 
wachsen wenn  die  Dotterabscheidung  in  der  Eizelle  beginnt,  und  somit  das  zeitliche  Zusammenfallen  des 
Schwindens  der  Nährzellen  und  der  Dotterausscheidung  in  der  Eizelle  nicht  als  allgemein  giltige  Erscheinung 
betrachtet  werden  kann.  Dieselbe  wird  aber  fast  zur  Gewissheit  durch  die  Vorgänge  der  Eibildung  und  Em- 
bryoiialentwicklung  der  Polyphemiden. 

Bei  allen  Gattungen  dieser  Cladocerengruppe  tritt  uns  ein  neuer  und  sehr  ansehnlicher  Hilf  sapparat  der 
Dotterzufuhr  entgegen,  und  zwar  in  den  von  plasmatischen  Stoffen  erfüllten  Wandungen  des  Uterus,  welcher 
im  vollsten  Sinne  einer  Nährkammer  des  umschlossenen,  in  der  Entwicklung  begriffenen  Embryos  entspricht. 
Diese  in  der  phylogenetiischen  Entwicklung  wahrscheinlich  erst  spät  hinzugekommene  Anpassung  hat  nun 
eine  mächtige  Rückwirkung  auf  die  Dotterbildung  im  Ovarium  ausgeübt,  und  eine  bedeutende  Beschränkung 
derselben  zur  Folge  gehabt.  Morphologisch  ist  der  übereinstimmende  Bau  erhalten  zum  Beweise,  dass  im 
Ovarium  bereits  vierzellige  Kammern  die  Eibildung  besorgten,  als  sich  die  Umgestaltung  der  Rückeuiälte 
des  Intcuments  zum  Uterus  und  die  mit  derselben  verbundene  Functionsänderung  der  "Wandung  vollzog. 
Die  neue  Zufuhrsquelle  scheint  aber  im  Vergleich  zu  der  bereits  vorhandenen  so  reich  und  ergiebig,  den  Ent- 
wicklungsbedingungen so  überaus  förderlich  und  nützlich,  dass  diese  eine  auffallende  Beschränkung  erleidet, 
und  das  Ei  als  ein  so  winziger  Körper  in  den  Uterus  eintritt,  wie  ihn  sich  die  Eizelle  aus  eigener 
Kraft  zu  erzeugen  im  Stande  sein  müsste,  auch  wenn  die  Maxiinalgrösse  ihres  Wachs- 
th ums  eine  sehr  geringe  wäre.  Und  in  gleicherweise  wird  man  zu  schliessen  berechtigt  sein,  dass 
sich  dem  ursprünglichen  weit  ausgedehnteren  Eigenwachsthume  der  Eizelle  gegenüber  die  seeundäre,  durch 
Betheiligung  von  Nährzellen,  beziehungsweise  Nälirkammern,  bedingte  Plasmazufuhr  so  überwiegend  vor- 
teilhaft gestaltete,  dass  für  die  Eizelle  die  Notwendigkeit  entfiel,  die  ihr  mögliche  Maxiinalgrösse  auf  dem 
Wege  des  Eigenwachthums  zu  erreichen. 

Eine  Erklärung  der  merkwürdigen,  für  die  Eibildung  der  Cladoceren  charakteristischen  Complicationeu. 
ist  auch  mit  der  obigen  Erörterung  nicht  gewonnen.  Diese  war  vornehmlich  ausgeführt  worden,  um  das  in 
Betracht  kommende  phylogenetische  Verhältniss  und  die  Wechselbeziehung  jener  Complication  mit  dem  Ver- 
luste der  Metamorphose  klarzustellen.  Eine  wahre  Erklärung  würde  zu  zeigen  haben,  aus  welchem  Grunde 
und  unter  welchen  Bedingungen  Eizellen  zu  dotterbildeudeu  Nährzellen  weiden  und  die  Larvenentwicklung 
sich  vereinfachen  musste,  wie  es  kam,  dass  vier  gleichartige  Ovarialzelleu  sich  zu  einer  Eikammer  grup- 
pirten,  in  welcher  ausschliesslich  die  dritte  Zelle  die  ursprüngliche  Bedeutung  bewahrte.  Bei  dem  Ver- 
suche einer  solchen  werden  wir  unmöglich  von  den  noch  zusammengesetzteren  und  in  Bezug  zu  jenen  Vor- 
gängen seeundären  Erscheinungen  der  Überführung  von  Eikammern  zu  Nährkammern  ausgehen  können, 
noch  weniger  aber  den  für  ursprüngliche  Verhältnisse  unhaltbaren  Satz  als  Stütze  heranziehen  dürfen,  dass 
die  Eizelle  nicht  die  zur  Entwicklung  des  Embryos  erforderliche  Stoffmenge  durch  Eigenwachsthum  beschaffen 
könne.  Will  man  sich  auf  denselben  stützen,  so  ist  zuvor  die  Begründung  zu  bringen,  wesshalb  die  Eizelle 
die  iii  ihr  anfangs  vorhandene  Fähigkeit  verloren  habe;  diese  aber  fällt  mit  der  eben  als  zu  einer  Erklärung 
nothwendig  verlangten  Begründung  zusammen. 

Die  Männehen  der  Polyphemiden  sind  schon  mehrfach  beobachtet  und  für  säuimtliche  Gattungen  bereits 
bekannt.  In  ihren  äusseren  Erscheinungen  stehen  dieselben  den  Weibchen  sehr  nahe,  indem  sie  —  von  den 
(ieschlechtsorganen  und  dem  fehlenden  Hinträume  abgesehen  —  nur  im  Bau  der  Fühler  und  des  vorderen 
Beinpaares  die  für  die  Cladoceren  allgemein  giltigen  Eigentümlichkeiten  wiederholen  (.Polypkemus) ,  oder 
auch  nur  —  wie  bei  Evadne  —  durch  den  Greifapparat  der  Vorderbeine  ausgezeichnet  sind,   ohne  im  Fühler - 

1    C.  Chi  US   1.  C.   p.  393. 


Zur  Kenntiüss  des  Baues  loal  der  Organisation  de?-  Polyphemiden.  157 

bau  vom  Weibchen  zu  differiren.  Für  Evadne  hat  bereits  Loren  den  jederseitigeu  Hoden  nebst  Samenleiter 
und  Penis  nach  Lage  und  Gestalt  richtig  dargestellt;  bezüglich  des  feineren  Baues  freilich  irrt  Loven,  wenn 
er  den  Inhalt  des  blasigen  Hodens  auf  umeinander  geschlungene  Samencanäle  zurückführt.  Die  vermeint- 
lichen Samencanäle  sind  vielmehr  langgestreckte,  am  Ende  kolbig  angeschwollene  Zellen  (Fig.  1(3  T,  17  Z), 
welche  den  von  Leydig  bei Polyphemus  beobachteten  grossen  Samenzellen  entsprechen.  Auch  P.  E.  Müller 
lässt  den  Inhalt  des  Hodens  von  Bythotreph.es  aus  grossen  Zoospermienzellen  bestehen.  Zerreisst  mau  den 
Hoden  von  Evadne,  so  beobachtet  man  an  den  frei  gewordenen  Samenzellen  höchst  merkwürdige  Bewegun- 
gen (Fig.  17),  ganz  denen  ähnlich,  welche  Leydig  von  den  aus  der  Geschlechtsöffnung  ausgetreteneu 
Zoospermien  von  Polyphemus  beschrieben  hat.  Da  ich  der  treffliehen  Darstellung  Leydig's  nichts  zuzu- 
setzen vermag  —  ich  war  freilich  nur  einmal  in  der  Lage,  das  Schauspiel  der  Bewegungen  zu  sehen  —  so 
werde  ich  am  besten  thun,  auf  dieselben  an  diesem  Orte  die  Aufmerksamkeit  von  Neuem  zu  lenken. 

„Es  quellen",  sagt  Leydig,  ,. die  Samenelemente  in  Form  einfacher  eyliudrischer  fein  granulärer  Kör- 
per hervor,  welche  sich,  von  dem  umgebenden  Wasser  berührt,  rasch  an  beiden  Polen  ausziehen  und  damit 
spindelförmig  werden.  Sie  haben  jetzt  ein  blasses  zartes  Aussehen  gewonnen;  in  der  Mitte  liegt  ein  kern- 
artiges Gebilde  mit  einem  Hof  blasser  Kernchen,  und  es  sind  jetzt  diese  Zoospermien  im  Verhältnisse  zur 
Grösse  des  Thieres  von  wahrhaft  riesiger  Grösse;  sie  erreichen  die  Länge  der  Tastantennen  sammt  Tast- 
borsten. Nun  fangen  die  Enden  an,  sieh  langsam  zu  bewegen  und  jedes  Ende  drillt  sich  in  eine  Anzahl  feiner 
Fäden  '  auf.  Dann  erfolgen  amöbenartige  Zusammenziehungen  und  Ausdehnungen  des  ganzen  Zoosperms, 
die  zuletzt  damit  aufhören,  dass  das  Zoosperm  zu  einer  Kugel  sieh  umgestaltet  hat,  welche  au  mehreren 
Stellen  Büschel  zarter  Strahlen  abgibt.  Auf  dieser  Stute  angekommen,  sind  sie  den  Strahlenzellen  im  Samen 
der  Deeapoden  vergleichbar  und  bleiben  auch  wie  jene  vollkommen  starr.  Die  amöbenartigen  Bewegungen 
sind  schon  nach  einigen  Minuten  erloschen.  Zwischen  den  ausgetretenen  Zoospermien  beobachtet  man  noch 
Häufchen  einer  dunkelkörnigen  Substanz.  Selbstverständlich  kann  von  solch'  colossalen  Samenelementen 
immer  nur  eine  beschränkte  Anzahl  im  Hoden  bereitet  werden,  und  so  habe  ich  auch  nie  mehr  als  etwa  ein 
Dutzend  bei  der  Circulation  aus  der  Geschlechtsmündung  hervortreten  sehen-1.  Die  ganze  Darstellung  lässt 
sich  auf  die  Bewegungsvorgänge  der  Zoospermien  von  Evadne  anwenden.  Das  überaus  spärliche  Material  an 
Männchen  machte  es  mir  leider  nicht  möglich,  näher  auf  die  Sache  einzugehen  und  mehrfache  sich  aufdrän- 
gende Fragen  zu  beantworten. 

Loven  vennuthet,  dass  die  Hodenwand  von  Evadne  muskulös  sei.  und  Leydig  erwähnt  bei  Polyphemus 
peristaltische  Bewegungen  des  Hodens,  ohne  die  zugehörige  Muskulatur  nachweisen  zu  können.  Auch  ich  habe 
nur  Kerne  in  der  Begrenzungshaut  des  Hodens  gesehen,  bin  aber  ebenso  wie  Leydig  über  das  Vorhanden- 
sein von  Muskelelementen  nicht  im  Zweifel.  Eine  mittlere  zwischen  beiden  Hoden  gelegene  Blase  (Fig.  17  Fe), 
welche  sich  mit  den  Contractionen  der  Darmwand  auf-  und  abhebt,  ist  mir  ihrer  Bedeutung  nach  nicht  klar 
geworden. 

Der  Penis  endlich,  in  welchem  das  ziemlich  gestreckte  Var  deferens  endet  (Fig.  16  Pc),  erscheint  mor- 
phologisch unzweifelhaft  als  eine  Wiederholung  des  bei  Branchipus  vorkommenden  Zapfens  und  weist  auf 
ein  Gliedmassenrudimerit  hin.  Aus  dem  Vorhandensein  dieses  etwas  ausstülpbaren  und  einziehbaren  Anhanges 
dürfte  die  von  mir  mehrfach  geäusserte Vermuthung,  dass  die  Zoospermien  zunächst  der  Polyphemiden,  dann 
aber  auch  die  der  übrigen  Cladoceren  bei  der  Begattung  in  das  Innere  des  weiblichen  Körpers  gelangen, 
wesentlich  unterstützt  werden. 


1  Die  bei  Evadne  sieh  wie  Samenfaden  schlängeln  und  bewegen  (Fig.  17') 


158  C.   Claus. 


ERKLÄRUNG  DER  TAFELN. 


TAFEL  I. 

Fig.  1.    Bythotrephes  lofigimanus.   Junges  noch  nicht  trächtiges  Weibchen  in  seitlicher  Lage,  circa  lOOfach  vergrössert. 

A  Abdomen.  PA  Postabdomen.  0  Herz.  HO  Rest  des  Haftorganes  der  Nackengegend.  Z  Zellen  desselben. 
JV  Nerv  der  kleinen  Fühler.  G  Ganglion  desselben.  LI  Oberlippe,  Md  Mandibel.  F'  Erstes  Beinpaar.  Be  Aussen- 
ast  des  vierten  Beinpaares.    Ov  Ovarimn. 

Man  sieht  die  Duplicatur  der  Haut,  welche  der  Schale  entspricht  und  die  Matrix  der  Innenlamelle  des  Brutsaekes. 
„     1'.    Die  Zahnbewaffnung  der  Mandibel  in  seitlicher  Lage,  sehr  stark  vergrössert. 
„     1".    Maxillarfortsatz  des  ersten    )    Rejnes 
„     1'".  „  „     zweiten) 

„     irv.    Viertes  Bein  von  der  Innenseite  betrachtet,    kf  Maxillarfortsatz  desselben. 
„     2.    Kiefer  und  Schalendrüse,   circa  250fach  vergrössert. 

Md  Mandibel.    Mx  Maxille.   AS  Ampulle  oder  sackförmiger  Anfaugstheil  der  Drüse.   IS  Innerer  Schleifencanal. 
AeS  Äusserer  Schleifencanal.    Oe  Öffnung  des  blasig  erweiterten  Endganges. 
„     3.    Buckeiförmig  aufgetriebener  Rückenhöcker  des  Thorax  mit  Schalenduplicatur  und  Brutraum,  welcher  jederseifs  zwei 
in  der  Furchung  begriffene  Eier  enthält,  und  dessen  Innenlamelle  (Li)  zu  einem  aus  mächtigen  Zellen  gebildeten  Er- 
nährungsorgan,  Placentarplatte,  umgebildet  ist,  circa  250fach  vergrössert.    0  Herz. 

TAFEL    IL 

Fig.  4.  Brutraum  eines  trächtigen  Weibchens  von  Bythotrephes  mit  zwei  Embryonen,  von  denen  nur  der  anfliegende  der 
linken  Seite  iE)  gezeichnet  ist.  /  Integument.  Le  Äussere,  dem  Integument  bis  auf  einen  engen  Zwischenraum 
(Schalenraum)  anliegende  Lamelle  des  Uterus.  Li  Innere  Lamelle  desselben,  oder  Placentarorgan.  Oe  Öffnung  des 
Brutraumes.    0  Herz.    Fk  Fettkörper. 

„  5.  Bauchganglienkette  des  Nervensystems,  von  der  Bauchseite  dargestellt,  circa  300fach  vergrössert.  M d  Mandibel. 
Mx  Maxille.  N  Vorderer  aufsteigender  Nerv  des  Maxillargauglions.  NF'  —  NFW  Nerven  des  ersten  bis  vierten  Bein- 
paares. N  Tb  Nerv  der  Tastborste.  NA  Nerv  des  Abdomens.  M  Muskelgruppen  im  Querschnitt  zwischen  den  Quer- 
commissuren  der  Ganglien. 

„  6.  Bythotrephes-Weibchen  in  seitlicher  Lage,  sehr  stark  vergrössert.  NO  Nackenorgan.  Z  Zellen  desselben.  Sy  Hypo- 
dermiszellen.  MD  Mageudarm.  MA'  Muskel  des  vorderen  Fühlers  MA"  Muskeln  der  Ruderantennen.  6'  Herz  mit 
den  Muskelzellen  der  Wand.  Va  Klappe  an  dem  arteriellen  Optium.  0  Seitliches  Ostium.  Ao  Aorta.  O >■  Ova- 
rium.  E  Embryo  im  NaupliusStmXmm.  G  Ganglion  des  Fühlernerven.  Ad  Adductor  (beziehungsweise  Levator  siipe- 
rior)  der  Oberlippe  (Lb).  L  Levator  derselben.  Dg  Ausführungsgänge  der  Lippendrüsen.  M  Muskelgruppe  der 
Oberlippe  in  der  Umgebung  des  Mundes.  M'  Oberer  Dilatator  des  Oesophagus,  dem  unteren  Dilatator  gegenüber, 
dessen  Lage  durch  das  untere  Schlundganglion  versteckt  wird.  Mx  Maxille.  VG  Vorderes  Ganglion  der  Bauch- 
kette.   Fi  Fettkörperlappen  hinter  demselben  zu  den  Seiten  des  Darmes.   Fo  Fornix. 

TAFEL    III. 

Fig.  6'.  Krystallkegel  des  Auges,  a  Ein  grosser  fadenförmig  verlängerter  Krystallkegel  mit  Nervenstab,  b  Ein  kleiner  Kry- 
slallkegel  mit  kurzem  Nervenstab,  stärker  vergrössert.  c  Optischer  füufstrahliger  Querschnitteines  grossen  und  eines 
kleinen  Krystallkegels. 


Zur  Kenntniss  des  Baues  und  der  Organisation  der  Polyphemiden.  159 

Fig.  7.  Polyphemus  ocuhis.  Weibchen  in  seitlicher  Lage,  etwa  200fach  vergrössert.  Ä  Vorderfühler.  A"  Ruderantenne  der 
linken  Seite,  zum  Theil  vom  Körper  bedeckt.  Ad  Adductor  der  Oberlippe.  BIG  Blasiges  Bindegewebe.  AOe  After- 
öffnuug.  0  Herz.  Md  Mandibel.  Mx  Maxille.  NO  Nackenorgan.  K  Fühlernerv.  F'  Erstes  Beinpaar.  Sie  Aussenast 
desselben.  Or  Ovarium.  MD  Magendann.  Fo  C'ontour  des  Gewölbes  (Fornix;.  MD  Magendami.  Tb  H  Tastborsten- 
höcker.   Tb  Tastborste. 

TAFEL   IV. 

Fig.  7'.    Kaufläche  der  Mandibel. 

„     7".    Bein  des  ersten  Paares,  von  der  inneren  Seite  betrachtet.  Kf  Kieferfortsatz. 

„     7'".    Bein  des  vierten  Paares,  von  der  Innenseite  aus  gesehen.  Kf  Kieferfortsatz. 

„  7IV.  Krystallkegel  des  Auges.  Man  sieht  die  Hülle  und  die  firafstrahlige  auf  fünf  Segmente  zurückzuführende  Figur 
des  Krystallkegels  in  verschiedener  Lage. 

„  8.  Schalendrüse  von  Polyphemus  in  natürlicher  Lage  zu  den  umgebenden  Körpertheilen.  Md  Mandibel.  O  Herz. 
M  Rückenmuskel  der  Schale.  AS  Ampullenförmiger  Sack.  Ag  Ausführuugscanal.  4  Absteigender,  V  aufsteigender 
Schenkel  der  Aussenschleife.  d  Endgang  der  Schleifen. 

„  9.  Kopf  von  Boemina  longirostris,  circa  300fach  vergrössert.  A'  Vorderfühler,  L  Levator  der  Oberlippe.  M  Oberer  Dik- 
tator des  Schlundes.  D  Lippendrüsen.  KO  Nackenorgan  mit  sehr  grosser  Drüsenzelle. 

„  10.  Embryo  von  Evadne  spinigera,  nicht  vollständig  ausgezeichnet,  mit  Rücksicht  auf  das  Haftorgan  des  Nackens  HO 
und  des  Ovarium  0  r  dargestellt.  C  Herz.  Sp  Einstülpung  der  Hypodermis  mit  dem  Stachel  des  Rückens.  MD 
Magendarm  mit  Dotterrest. 

„  11.  Rückentheil  eines  trächtigen  Embryos  kurze  Zeit  vor  der  Geburt.  Sp  Spinaanlage.  TJt  Uterus  mit  vier  in  der  Fur- 
chung begriffenen  Eiern.  Hy  Hypodermis.  Cu  Cuticula.   Dw  Darmwand. 

„  12.  Evadne  tergestina.  Grossblasiger  Fettkörper  der  linken  Seite  (Fk)  mit  dem  anliegenden  Ovarium  Or  und  Oviduct 
der  gleichen  Seite  und  dem  trächtigen  Uterus  Ut,  dessen  gesammte  Wandung  aus  grossen  Nährzellen  gebildet  ist. 
St  Stiel  des  Uterus,  mit  engen  Lumen,  in  die  Hypodermis  Hy  übergehend. 

TAFEL    V. 

Fig.  13.    Herz  von  Evadne  tergestina.    Ya   Aortenklappe. 

„  14.  Haftorgan  von  Eradie  spinifera.  a  Zellen  desselben  aus  einem  Embryo,  b  Solche  eines  ausgebildeten  Thieres.  c  Das 
Organ  von  der  Rückeufläche  gesehen,  mit  zwei  mittleren  und  acht  peripherischen  Drüsenzellen,  d  Cuticulare  Scheibe 
desselben,  mit  den  Grenzlinien  der  entfernten  Secretionszellen,  circa  350faeh  vergrössert. 

„  15.  Evadne  tergestina  nov.  sp.  Weibchen  in  seitlicher  Lage,  circa  300fach  vergrössert.  Byk  Bauchganglienkette.  C  Herz. 
Fo  Vorderschenkel  des  Gewölbes.  HO  Haftorgan.  T.b  Überlippe.  L  Leberhörnchen.  Or  Ovarium.  St  Stiel  des  Ute- 
rus.   U  Uterus.   Z'  Zellenreihe  der  Hypodermis  mit  braunem  körnigem  Inhalt. 

„  15.    a  Mandibel.  b  Kaurand  derselben,  stärker  vergrössert. 

„  16.  Evadne  tergestina.  Männchen  in  seitlicher  Lage,  circa  300fäch  vergrössert.  T  Hoden.  T'  Bläschenförmiges  Organ  an 
der  hintern  Darmwand  zwischen  beiden  Hoden.  N  Nerv  der  Tastborste.  F'  Vorderes  Beinpaar  mit  Greifhaken. 
P  Penis. 

„  17.  Hoden  des  Männchens  isolirt.  Ä'  Kerne  der  bindegewebigen  Kapsel.  Z  Schlauchförmige  und  retorteuförmige  Kör- 
per, d  Ausführungsgang. 

„   17'.    Grosse  Samenzellen  mit  Wimperfäden. 

„  18.    Haftorgan  eines  absterbenden  Thieres,  sehr  stark  vergrössert,  mit  austretendem  Secret  oberhalb  der  Cuticularplatte. 

TAFEL  VI. 

Fig.  19.  Linksseitiges  Ovarium  von  Eradne  tergestina  mit  Winterei  WE  und  den  drei  Abortivzellen.  Ut  Uterus.  Nz  Nähr- 
zellen oder  Abortiveier.  X  Heller  Inhalt  des  Lumens. 

„  20.  Schalendrüse  der  rechten  Seite,  von  derselben  Eradne-Art.  A  S  Ampullenförmiges  Säckchen.  5  Äusserer  Schleifen- 
gang,  d  Endgang.   A g  Ausführungsröhrchen.    Fo  Vorderschenkel  des  Fornix.   LA  Leberhörnchen. 

„  21.  Evadne  spinifera.  Weibchen  in  seitlicher  Lage,  circa  300fach  vergrössert.  Fk  Blasiges  Organ,  Fettkörper.  SD  Scha- 
lendrüse. Hy  Hypodermis.    Die  übrigen  Bezeichnungen  wie  in  Fig.  lö  und  tu. 

„  21'.    Kaurand  der  Mandibel  von  derselben  Art. 

n  21'.    Krystallkegel  im  optischen  Querschnitt,  von  der  Vorderfläche  betrachtet. 

„  22.  Schalendrüse  der  gleichen  Art.  AS  Ampullenförmiges  Säckchen.  «'  Aufsteigender  Schenkel  der  inneren  Schleife 
bb'  Aussenschleife.  d  Endgang  mit  glänzenden  Harnconcrementen. 


1<<0  C.   Claus.   Zur  Kenntniss  des  Baues  und  der  Organisation  der  Polyjphemiden. 

TAFEL   VIT. 

Fig.  23.  Podon  intermedius  von  Triest.  Weibchen,  mit  besonderer  Rücksicht  auf  die  mit  Harnconerementeu  gefüllte  Schalen- 
drüse,  circa  30üfach  vergrössert.  Ak  Augenkapsel,  o  Kleines  paariges  Nebenauge.  Bl  Blasiges  Gewebe  hinter  der 
Augenkapsel.  Z  Zellen  der  Hypodermis  mit  braunkörnigem  Inhalt.  Ag  Augenganglion.  Die  übrigen  Buchstaben 
wie  in  Fig.  15  und  16. 

„  23'.    Kaurand  der  Mandibel  dieser  Podon-Art. 

„  24.    Macrothrix  laticomis.  Weibchen  in  seitlicher  Lage. 

„  2ö.  Linksseitige  .Schalendrüse  von  Leptodora  hyalina  mit  unterliegendem  Herzen  C.  SD  Sehalenduplicatur  am  Ende  des 
Thorax,  mit  Muskelausbreitung  Mi  AS  Ampullenformiges  Säckchen.  IS  Innere  Schleife.  AeS  Äussere  Schleife. 
d  Endgang.   Oe  Öffnung. 


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[Ullis:  ZurKmiitilift  di-s  Baues  ik-l-Poluphftmiden. 


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Claim .- Ziip  Kenulnil's  des  Baues  der  Poljjphemiaen. 


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(]  k  Akul  d."W  math.  uaturw.  CI.XXXHL  Bd.I.Äblh.  1877. 


(I.-ius:  Zur  Kenntnii's  des  Banes  der  PoIypHemiden . 


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Denlcschrili  i      k.Aka<l.d.W.3    nh.  natu™  'II  Bd  1  Äbth.1877. 


(l.iiis-  Zur  Konntnil's  des  Baues  depPolyphemiden. 


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Denkschriften  u.k.Akwhi.W  math.  natura  f!  XXXVII.  Bd.  LÄbüul87i 


Claus.- Zur  Kenntml's  des  Baues  clerPohjpherniclen. 


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Denkschriften  d  k.i\kad.d^ 


Haus:  Znv  Koiu.inils  des  Baues  der  Polygen 


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Claus:  Zur  Kenirtnii's  des  Baues  dei-Prihjpheiniden. 


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Denkschri    eu .        ■      :  h  '  '  lhl877" 


DIE 

FOSSILE  FLORA  VON  SAGOR  IN  KRAIN. 


V  O  N 


Prof.  Dk.    CONSTANTIN    Feeiheeen  von  ETTINGSHAUSEN, 

CORRESPONDIRENDEM    MIT8LIEDE    DER    KAIS.    AKADEMIE    DER    WISSENSCHAFTEN. 


IL    THEIL. 

DKJd    17    Eo-feCii 
VORGELEGT   IN    DER  SITZUNG    DER   MATHEMATISCH- NATURWISSENSCHAFTLICHEN   (  LASSE   AM   21.   DECE.MBER   1876 


V  erliegende  Abhandlung  enthält  die  Gamopetalen  und  Dialypetalen  der  fossilen  Flora  von  Sagor  und 
schliesst  sieh  dem  ersten  Theile  der  Bearbeitung  dieser  Tertiärflora  an,  welcher  im  XXXII.  Bande  der  Denk- 
schriften veröffentlicht  worden  ist. 

Die  fossile  Flora  von  Sagor  umfasst  327  Arten,  welche  sich  auf  alle  HaiiptabtheihiDgen  des  Pflanzen- 
reiches vertheilen.  und  zählt  daher  zu  den  reichhaltigsten  der  bis  jetzt  bekannt  gewordenen  tertiären  Lokal- 
floren. Von  diesen  Arten  entfallen  58  auf  die  erstgenannte  Abtheilung  und  vertheilen  sich  auf  12  Ordnungen 
und  22  Gattungen  derselben.  Diese  Ordnungen  und  Gattungen  haben  sich  auch  für  andere  Localfloren  der 
Tertiärperiode,  allerdings  nicht  immer  mit  der  wünschenswerthen  Sicherheit,  nachweisen  lassen,  und  es 
werden  mit  der  vorgelegten  Abhandlung  neue  Beweise  gebracht  für  die  Repräsentation  nachfolgender  Gamo- 
petalen in  der  Flora  der  genannten  Erdbildungsperiode.  Es  betrifft  dies  die  Compositen  (1  Sp.),  Rubiaeeen 
(5Sp.),  Oleaceen  (7  Sp.),  Apocynaceen  (13  Sp.),  Myoporineen  (2  Sp.),  Äsperifolien  (1  Sp.),  Myrsineen 
(4  Sp.),  Sapotaceen  (12  Sp.),  Ebenaceen  (5  Sp.),  Styraceen  (2  Sp.),  Ericaceen  (4  Sp.)  und  \'accinien 
(2Sp.). 

Aus  der  Abtheilung  der  Dialypetalen  enthält  die  fossile  Flora  von  Sagor  126  Arten,  vertheilt  auf 
29  Ordnungen  und  65  Gattungen,  und  zwar:  auf  die  Araliaceen  (5  Sp.  i,  Ampelideen  (1  Sp.),  Corneen  (1  Sp,), 
Loranthaceen  (4  Sp.),  Saxifragaceen  (4  Sp.),  Magnoliaceen  (1  Sp.),  Nymphaeaceen  (2  Sp.),  Bombaceen 
(2  sp.),  Sterculiaceen  (2  Sp.),  Büttneriaceen  (1  Sp.),  Ternstroemiaceen  (1  Sp.),  Acerineen  (1  Sp.),  Malpi- 
ghiaeeen  (3  Sp.).  Sapindaceen  (6  Sp.),  Pittosporeae  (2  Sp.),  Celastrineen  (17  Sp.),  Ilicineen  Q)  Sp.),  Rham- 
neen  (7  Sp.),  Jnglandeen  (7  Sp.),  Anaeardiaeeen  (4  Sp.),  Zanthoxyleen  (3  Sp.),  Combretaceen  (3  Sp.), 
Voehysiaeeen  (1  Sp.),  Myrtaceen  (7  Sp.),  Pb'mäceei!  il  Sp.),  Amygdaleeii  (1  Sp.),  Papilionaceen  (21  Sp.), 
Caesalpineen  (13  Sp.),  Mimoseen  (3  Sp.). 

Die  Tertiärflora  wird  bereichert  durch  die  Ordnung  der  Vochysiaceen  und  durch  die  Gattungen  Phthirusa 
(Loranthaceen),   Hydrangea,  Dioden  und  Stypfmolobium.    Die  bis  jetzt  noch  mehr  oder  weniger  zweifelhaft 

Denkschriften  der  mathem.-naturw.  Cl     XXXVII.  I;.i  „ 


1(32  Constantin   v.   Etttngshausen. 

nachgewiesenen  Araliaceen,  Corneen,  Saxifragaceen,  Magnoliaceen,   Bombaceen,  Ternstroemiaceen  und  Bütt- 
neriaeeen  erhalten  für  die  Tertiärfiora  neue  Bestätigung. 

Die  den  lithographirten  Tafeln  angeschlossenen  Naturselbstabdrücke  beziehen  sich  auch  auf  den  I.  Theil. 

Bezüglich  der  allgemeinen  Resultate  der  Bearbeitung  verweise  ich  auf  den  III.  Theil. 


Gamopetalae. 

Class.    AGGREGATAE. 

Ord.    C  0  MPÜSITAE. 
Hyoserites  Lingua  n.  sp. 

Taf.  XI,  Fig.   27,  28. 

H.  acheniis  lanceolatis  acuminatis  costatis,  rostro  brevissimo  ;  foliis  petiqlatts ,  submembranaceis ,  oblongo- 
lanceolatis,  man/ine  integerrimis  basm  versus  emarginatam  attenuatis;  nervatione  camptodroma,  nervo 
primaria  basi  valido,  nervis  secundariis  numerosis  sub  angulis peracutis  orientibus,  divergentibus,  flexuo- 
sis  approximatis. 

F  u  n  d  ort:  Savine  (Stollen). 

Das  Fruchtfossil  Fig.  28  kann  seinen  Eigenschaften  nach  nur  eine  Achene  sein,  und  zwar  der  von  mir 
nutgestellten  Gattung  Hyoserites  (Fossile  Flora  von  Bilin,  II.  Th.,  S.  18). 

Der  Fruchtkörper  ist  unterhalb  der  Mitte  am  breitesten,  gegen  die  Spitze  zu  allmälig  verschmälert,  von 
drei  Furchen  durchzogen,  welche  nur  mittelst  der  Loupe  deutlich  wahrzunehmen  sind  (s.  die  Yergrbsserung 
Fig.  '28  a).  An  der  Spitze  ist  er  in  einen  sehr  kurzen  Schnabel  vorgezogen.  Durch  die  angegebenen  Merk- 
male unterscheidet  sich  diese  Achene  von  der  a.  a.  0.  Taf.  35,  Fig.  27  abgebildeten  Achene  ans  dem  Thon 

von  Priesen. 

Mit  der  beschriebenen  Frucht  fand  sich  in  den  Schichten  von  Savine  ein  Blatt ,  welches  alle  Eigenschaf- 
ten zeigt,  die  vorzugsweise  Compositen-Blättem  zukommen.  Der  Abdruck  desselben  verräth  eine  zartere, 
keineswegs  eine  lederartige  Textur.  Ausser  der  last  spateiförmigen  Gestalt  des  Blattes  bieten  die  tiefe  Aus- 
randung an  der  Basis  der  Lamina,  der  breite  Mache  Blattstiel  und  die  Nervation  sehr  auffallende  Merkmale 
dar,  welche  auf  die  Ordnung  der  Compositen  am  ersten  hinweisen. 

Class.   CAPRIFOUACEAE. 

Ord.   RUBIACEAE. 

CinchonitUum  bUlnicum  m. 

Ettin  gsh.  Fossile  Flora  von  Bilin,  II,  S.  19,  Taf.  35,  Fig.  2s— 31. 

Fundort:   Savine  (Steinbruch). 

Von  dieser  Art  liegen  mir  zwei  Blätter  vor.  das  eine  dem  Blatte  Fig.  28,  das  andere  dem  Blatte  Fig.  30 
aus  dem  Polirsehiefer  von  Kutschlin  gleichend. 

Ersteres  zeigt  nur  etwas  stärker,  letzteres  etwas  schwächer  hervortretende  Seeundärnerveu,  so  dass  die 
beiden  Blätter  von  Savine  zwischen  den  erwähnten  in  Bezug  auf  die  Stärke  der  Secundärnerven  von  einander 
ein  wenig  abweichenden  Kutschliner  Blättern  die  Mitte  halten.  Die  Tertiärnerven  gehen  von  beiden  Seiten 
der  Seeundären  unter  rechtem  Winkel  ab.  Das  Blattnetz  ist  nur  sehr  mangelhaft  erhalten,  stimmt  aber  mit 
dem  der  Biliner  Blätter  gut  überein. 

Chichonidiuin  sagorianum  n.  sp. 

Taf.  XI,  Fig.   I. 
C.     foliis    petiolatis,      subcorinaeeis ,     oratis  .     utrinque    acutes,     integerrimis,     nervatione     camptodroma, 
nervo   primario   prominente    recto    excurrente,     nervis    secundariis    sub    angulis    50  —  60      orientibus 


Die  fossile  Flora  von  Sagor  in  Krain.  163 

approximatis ,    subflexuosis,    nervis    tertiariis   angulo    recto   exeuntibus ,    inter   se  conjunctis,    vix  con- 
spicuis. 

Fundort:  Savine  (Stollen). 

Die  Blattfossilien  sind  denen  der  vorhergehenden  Art  sehr  ähnlich,  zeigen  aber  bei  genauer  Vergleichung 
Verschiedenheiten,  welche  die  Vereinigung  nicht  annehmbar  erscheinen  lassen.  Die  Blätter  sind  kleiner, 
eiförmig,  nach  den  Enden  weniger  verschmälert,  die  Secundärnerven  einander  mehr  genähert,  gegen  den 
Kand  zu  etwas  geschlängelt.  Die  Tertiärnerven,  welche  nur  an  einer  einzigen  Stelle  des  abgebildeten  Blattes 
wahrgenommen  werden  könnten,  sind  sehr  fein,  verlängert  und  durchgehend.  Die  Blatt-Textur  ist  wie  bei 
(  'inchonidium  bilinicum. 

Von  ähnlichen  kleineren  Blättern  der  Diospyros  braehysepala  A.  Braun  in  Heer's  Tertiärflora  der 
Schweiz,  Bd.  III,  Tat'.  102.  Fig.  3,  5,  8.  unterscheidet  man  das  Blatt  dieser  Art  durch  die  verhältnissmässig 
grossere  Zahl  der  Secundärnerven.  die  etwas  stumpferen  Ursprnngswinkel  derselben  und  durch  die  sehr 
feinen  unter  rechtem  Winkel  abgehenden  Tertiärnerven. 

Mit  den  in  der  Blattform  und  im  Verlaufe  der  Secundärnerven  zwar  mehr  oder  weniger  übereinstimmen- 
den, aber  durch  stärker  hervortretende  querläufige  Tertiärnerven  abweichenden  Blättern  von  Porona  oenin- 
gensis  Heer  1.  c.  Taf.  103,  Fig.  25  and  Rhamnus  Rossmat  isleri Heer  1.  c.  Tat.  124,  Fig.  20  wird  man  die 
beschriebenen  Blätter  ebenfalls  nicht  leicht  verwechseln. 

Cinchonidliim  cmgustifölium  n.  sp. 

Taf.  XI,  Fig.  -2. 

C.  folüs  breviter  petiolatis ,  coriaeeis  lanceolatis  integerrimis  basi  attenuatis ,  nervatione  camptodrotna,  nervo 
primario  prominente ,  recto,  iwvis  seeundariis  sub  angulis  4< ) — 50  orientibus,  utringue  7 — 8,  saepe 
abbreviatis,    nervis  tertiariis  angulo  recto  exeuntibus,    tenuissimis,   inter  se  conjunctis,    vix  conspieuis. 

Fundort:  Savine  (Stollen). 

Durch  die  schmälere  Blattform,  die  in  einen  kurzen  Stiel  vorgezogene  Basis  und  die  Nervation  von  den 
vorhergehenden  Arten  verschieden.  Die  Spitze  ist  verletzt:  sie  scheint  wegen  des  unterhall)  derselben  bereits 
sehr  verfeinerten  Primämervs  nicht  verlängert  gewesen  zu  sein.  Die  Secundärnerven  sind  ungleich  lang  und 
entspringen  vorherrschend  unter  spitzeren  Winkeln. 

Vnii  den  ähnlichen  Blättern  einiger  Laurineen,  wie  z.  B.  Laurus  primigenia,  L.  phoeboides  unterscheidet 
man  das  vorliegende  Blatt  leicht  durch  die  angegebenen  Merkmale,  insbesondere  durch  die  sehr  feinen  Ter- 
tiärnerven is.  Fig.  2  a),  welche,  bald  ungetheilt  verbindend,  bald  gabeltheilig,  von  einander  verhältnissmässig 
ziemlieh  entfernt  stehen  und  in  kein  hervortretendes  Netz  übergehen. 

CinclifOnidium  latifoliuni  n.  sp. 

Taf.  XI,  Fig.  4. 

C.  folüs  coriaeeis  obovatis,  basi rotundatis ,  margine  integerrimis,  nervatione  camptodroma,  nervo  primario 
valido,  recto,  nervis  seeundariis  elongatis  prominentibus  subflexuosis,  inflmis  abbreviatis  sub  angults 
70 — 80  ,  mediis  et  superioribus  sub  angulis  acutioribus  exeuntibus,  nervis  tertiariis  tenuibus  angulo 
recto  egredientibus,   rett  iriconspieuo. 

Fundorte:  Savine,  Sagor  (Bachschichte). 

Die  abgerundete  Blattbasis  und  die  längeren  stärker  hervortretenden  Secundärnerven  charakterisiren 
diese  Art  vor  den  bisher  beschriebenen  fossilen  Cinchonaceen ,  von  welchen  ihr  Cinchona' pannonica  Ung. 
und  Posoqueria  protogaea  Ung.  am  nächsten  stehen.  Das  ebenfalls  sehr  ähnliche  Blatt  von  Apocynophyllum 
wetteravicum  Ung.  weicht  durch  die  zartere  mehr  häutige  Textur  und  die  unter  gleichen  Winkeln  abgehenden 
feineren  Secundärnerven  ab.  In  den  Merkmalen  der  Tertiärnerven  und  im  Mangel  eines  hervortretenden 
Blattnetzes  stimmt  das  Blatt   des    Cinchonidium  latifoliuni   mit  den    oben   beschriebenen  Arten  und  mit  den 

'2  1    ■ 


IQ±  Constantin  v.  Ettingshausen. 

Blättern  mehrerer  ietztlebender  Cinchonaceen  überein.    Die  genauere  Bestimmung  der  Gattung  muss  späteren 
Forschungen  überlassen  bleiben. 

Cinchonidiwm  mucronaturn  n.  sp. 

Tat'.  XL    Fig.  3. 

C.  foliis  subcoriaceis  obovato-oblongis ,  apice  acutiusculo  mucronatis,  integerrimis,  nervatione  camptodroma, 
nervo  primario  recto  hast  prominente .  apicem  versus  sensim  attenuato,  excurrente,  nervt's  secundariis 
tenuissimis ,  sub  angulis  60 — 70°  orientibvs,  approximatis  subflexuosis,  nervi*  tertiariis  vix  conspicuis 
dictyodromis,   rete  tenerrimum  formantibus. 

Fundort:  Sa vine  (Steinbruch ) . 

Das  vorliegende  Blattfossil  stimmt  seiner  Tracht  nach  einerseits  mit  denvonUnger  und  mir  beschrie- 
benen Oinchona-  und  Cinchonidium-BlMtem ,  anderseits  mit  denen  einiger  jetztlebenden  Cinchonaceen-Arten, 
z.  B.  von  Coprosma  (s.  m.  Blattskelette  der  Dicotyledonen,  Tat.  L'4,  Fig.  8)  im  Allgemeinen  überein.  Durch 
seine  deutliehe  Stachelspitze  unterscheidet  es  sich  sicher  von  ebenfalls  ähnlichen  Myrica- Blättern;  durch  das 
genannte  Merkmal,  die  .sehr  feinen  Secundär-  und  die  netzläufigen  Tertiärnerven  (s.  die  Vergrössernng  der 
Nervation,  Fig.  3  a)  von  den  Blättern  der  bisher  aufgestellten  fossilen  Arten,  insbesondere  der  oben 
beschriebenen  Cinchonaceen. 

(  kss.   CONTORTAE. 

Ord.   OLE  ACE AE. 

Olea  Woti  üng. 

Tat'.  XI,  Fig.  5. 

Unger,  Fossile,  Flora  von  Kuini  auf  der  Insel  Euboea,  S.  62,  Tat.  io,  Fig.  1  —  12. 

0.  folns  coriaeeis  lanceolato-linearibus  obtusis,  in  petiolum  crassum  attenuatis,  integerrimis  margine  invo- 
lutis  nervatione  carnptodroma,  nervo  primaria  crasso,  excurrente,  nervis  seeundariis  tenuissimis  erebris 
simplieibus  inter  se  conjunetis,   nervis  tertiariis  angulo  subrecto  exeuntibus  dictyodromis. 

Fundort:  Savine  (Stollen). 

Das  Blatt  Fig.  5  zeigt  eine  derbe  lederartige  Beschaffenheit,  einen  verdickten  Hand,  sehr  feine  unter 
wenig  spitzen  Winkeln  entspringende  Secundärnerven,  von  welchen  nur  unter  der  Loupe  sichtbare  netzläufige 
Tertiärnerven  abgehen.  Der  starke  gerade  Primärnerv  geht  in  einen  derben  Blattstiel  über,  an  dem  die 
lanzettlineale  Lamina  herabläuft.  In  allen  diesen  Merkmalen  stimmt  das  bezeichnete  Blatt  mit  den  Blättern 
der  Olea  Noti  aus  der  fossilen  Flora  von  Kumi  , insbesondere  mit  Fig.  11  1.  c.  überein. 

Olea  camiolica  n.  sp. 

Tat'.  XL  Fig.  C-s. 

(i.  folns  f,,r, ,, reis,  brevitm   petiolatis,   oblonyis  apice  obtusiusculü  basi  acutis   vel  acuminatis,   integerrimis, 

nervatione  hyphodroma ,   nervo  primario   basißrmo,   apicem   versus  valde  attenuato ,   recto,    nervis  seeun- 

dat  iis  vix  conspieuis. 

Fundort:    Savine  (Steinbruch). 

Es  ist  dieses  Blatt  von  dem  der  Olea  bohemica  Ett,  einer  in  der  fossilen  Flora  von  Altsattel  in  Böhmen, 
dann  im  Braunkohlenlager  von  Kötlach  in  Steiermark  vorkommenden  Art  (s.  m.  Fossile  Flora  von  Köflach, 
S.  16)  Taf.  2,  Fig.  1)  in  der  Form  und  Grösse  wohl  verschieden.  Ob  die  Olea  von  Sagor  einer  selbstständigen 
Art  angehört,  halte  ich  desshalb  für  kaum  zweifelhaft,  überlasse  jedoch  die  Entscheidung  hierüber  späteren 
Forschungen. 


Dit  fossile  Flora  von  Sagor  in  Kretin.  165 

Noteiaea  rectitietrvis  n.  sp. 

Tat.  XU.  Fig.  2. 

N.  foliis  eoriaeeis  petiolatis  anguste-lanceolatis  integerrimis,  basi  angustatis ,  apipe  acuminatis ;  nervatione 
brochidodroma,  nervo  primario  valido  recto,  apicem  versus  attenuato,  nervis  seeundariis  rectis,  sub  an- 
gulo  recto  vel  subrecto  orientibus ,  furcatis ,  ramis  conjunetis ,  segmentis  seeundariis  rotundato-obtusis, 
abbreviatis,    nervis  tertiariis  sub  angulo  recto  egredientibus,   rete  distinetwm  formantibus. 

Fundort:   Savine  (Stollen). 

Bei  «lein  zweifellosen  Vorkommen  von  Oleaceen  in  der  fossilen  Flora  von  Sagor  und  bei  der  Reichhaltig- 
keit der  Formen  dieser  Flora  überhaupt,  lässt  sich  vermuthen,  dass  derselben  auch  australische  Formen 
genannter  Familie  nicht  gefehlt  haben.  In  der  That  hat  sich  ein  Blatt,  Fig.  -,  gefunden,  welches  mit  ATo/e- 
/Wfl-Blattern.  insbesondere  mit  dem  Blatte  der  Noteiaea  longifolia  lt.  Br.  (Et t.  Mlattskelete  d.  Dicotyledouen 
Taf.  26.  Fig.  9)  sehr  viele  Ähnlichkeit  zeigt.  Die  Form.  Textur,  die  Distanz  und  Schlingenbildung  der  Secun- 
därnerven.  sowie  auch  das  Net/.  <\^^  Blattes  (s.  d.  Vergrößerung  der  Nervation,  Fig.  2  a)  sind  bei  beiden 
vollkommen  gleich;  nur  im  Ursprungsvvinkel  der  Secundär-  und  der  Tertiärnerven,  welcher  beim  fossilen 
Blatte  vorherrschend  90°  beträgt,  beim  recenten  aber  stets  ein  viel  spitzerer  ist,  besteht  ein  Artunterschied 
zwischen  beiden.  Die  Notelaea-Art  der  fossilen  Flora  von  Sotzka  unterscheidet  sieh  von  der  iV.  rectinervis 
durch  ein  breiteres  Blatt  und  unter  spitzen  Winkeln  abgehende  Secundäruerven. 

IÄgustrum  priscum  m.\ 

Taf.  XII,  Fig.  l. 

Ettingsh.   Fossile  Flora  von  Bilin,  II,  S.  24,  Taf.  36,  Fig.  8. 

Fundorte:  Savine.  Sagor  ('Bachschichte). 

Der  Nervation  und  zarten  Textur  nach  stimmt  ein  mir  aus  bezeichneter  Localität  vorliegendes  Blatt  Fig.  1 
mit  dem  des  in  Kutschlin  bei  Bilin  vorkommenden  Ligustrum  priscum  vollkommen  überein.  Die  Form  ist 
etwas  schmäler  lanzettlich.  Nebst  dem  eben  bezeichneten  fand  sieh  in  Sagor  noch  ein  Blatt  dieser  Art,  wel- 
ches zu  dorn  Kutschliner  Blatte  in  allen  Eigenschaften  passt  und  daher  nicht  in  die  Tafel  aufgenommen  wurde. 
Das  sehr  ähnliche  Blatt  von  Ligustrum  vulgare  ist  auf  Tat.  XXIII,  Fig.  11  im  Naturselbstdruck  dargestellt. 

Fraxinus  primigenia  lug. 

Tat;  XI.  Fig.   in 
Unger.  Sylloge  plantarum  fossilnnn,  1,  S.  22,  'tat.  S,  Fig.  l — 8. 
Fundort:   Savine   i  Steinbruch  i. 

Im  Museum  zu  Laibach  zeigte  mir  Herr  Custos  Desehinann  eine  Eschenfrueht,  welche  er  an  bezeich- 
neter Lagerstätte  gesammelt  hat.  sie  stimmt  mit  dem  a.  a.  0.  Fig.  2  abgebildeten  Exemplare  von  Bilin  voll- 
kommen überein.  Einige  Blättchen,  welche  den  von  Unger  dargestellten  Blättchen  der  Fraxinus  primigenia 
gleichen,  kamen  ebenfalls  in  Savine  zum  Vorschein.  Das  am  besten  erhaltene  gleicht  in  der  Form  am  meisten 
der  Fig.  4  1.  c.  der  Sylloge,  zeigt  aber  eine  deutlicher  erhaltene  Nervation,  welche  in  Fig.  10  unserer  Taf.  XI 
schwach  vergrftssert  dargestelll  wurde.  Dieselbe  ist  sehr  ähnlich  jener  von  Fraxinus  SckeuchzeriH.e&r,  und 
es  könnte  daher  die  Ansicht  sich  geltend  machen,  dass  die  F.  primigenia  mit  dieser  auch  in  der  Form  und 
Randbeschaffenheit  der  Blättchen  Übereinstimmenden  Art  zu  vereinigen  sei.  Dies  scheint  mir  jedoch  aus  dem 
Grunde  nicht  passend  zu  sein,  weil  das  erwähnte  Blättchen  von  Savine  etwas  feinere,  unter  weniger  spitzen 
Winkeln  abgehende  Secundäruerven  zeigt  und  die  Tertiärnerven  ebenfalls  weniger  hervortreten,  als  bei  F. 
Scheuchzeri  und  unter  stumpferen  Winkeln  von  diesen  abgehen.  Jedenfalls  haben  wir  es  aber  hier  mit  zwei 
einander  sehr  nahe  verwandten  Arten  zu  thun. 


L 66  Constantin  v.  Ettingshausen. 

Fraxinus  savinensis  n.  sp. 

Taf;  XI,   Fig.  9,   12. 

F.  foliolis  subeoriaceis  lanceolatis,  Serratia,   basi  inaequalibus  integerrvmis ,   apice  sensim  acuminatis;  nerva- 
tione  crasvedodroina,   nervis  secundariis  sah  angulis  acutis  orientibus  tenuissimis. 

Fundort:  Savine  (Stollen). 

Die  Blättchen  Fig.  0  und  12  tragen  das  Gepräge  von  Eschenblättchen  unläugbar  an  sieh  und  gehören, 
obwohl  sie  in  der  Grösse  bedeutend  von  einander  abweichen,  zweifelsohne  zu  Einer  Art.  Dieselbe  steht  in 
Bezug  auf  die  Form,  die  Beschaffenheit  der  Basis  der  Blättchen  und  die  Zähnung  des  Bandes  am  nächsten 
der  Fraxinus  inaequalis  Heer  (Tertiärflora  d.  Schweiz,  III,  p.  23),  von  welcher  sie  sich  aber  durch  die 
allmälige  Zuspitzung  der  Blättehen  und  durch  feinere  Secnndärnerven  unterscheidet.  Die  Fraxinus  excelsi- 
folia  Web.  (Neuer  Beitr.  z.  Tertiärflora  d.  niederrheinischen  Braunkohlenformation,  p.  40,  T.  8,  F.  3)  kommt 
der  F.  savinensis  nahe,  weicht  aber  von  dieser  durch  breitere,  entfernter  gezähnte  Blättchen  und  durch  ent- 
fernt stehende  hervortretende  Secnndärnerven  ab.  Die  sehr  ähnlichen  Blättchen  von  F.  tamariseifolia  wurden 
auf  Taf.  XXIII  in  Fig.  2  zur  Vergleichung  beigegeben. 

Fraxinus  palaeo-excelsior  n.  sp. 

Tat'.  XI,  Fig.   li. 

F.  foliolis  subeoriaceis,  lanceolatis,  acuminatis  serrulatis,  basi  attenuata  obliquis ;  nervationt  craspedodroma, 
nervis  seeundariis  tenuissimis. 

Fundort:  Savine  (Stollen). 

In  der  Form  der  Blättchen  und  der  Bandzahnung  nähert  sich  diese  Art  am  meisten  der  Fraxinus  prae- 
dieta  Heer  (a.  a.  0.  p.  22,  Taf.  104,  Fig.  12,  13),  unterscheidet  sich  von  derselben  aber  durch  die  Zuspit- 
zung der  Blättchen  und  durch  viel  feinere  bei  weitem  nicht  hervortretende  Secnndärnerven.  Nur  durch  das 
letztere  Merkmal  und  die  feineren  Bandzähne  ist  die  beschriebene  Art  von  unserer  F.  exce/sior  (Taf.  XXIII, 
Fig.  1 )  verschieden,  welcher  dieselbe  von  den  Eschenarten  der  Sagor-Flora  am  nächsten  stellt. 

Von  den  bis  jetzt  bekannt  gewordenen  Eschen  der  Tertiärflora  ist  noch  Fraxinus  denticulata  Heer 
(Miocene  Flora  von  Nordgrönland,  p.  118)  als  der  F.  palaeo-excelsior  ebenfalls  sehr  ähnlich  hervorzuheben. 
Doch  treten  auch  bei  dieser  die  wenigeren  Secnndärnerven  viel  stärker  hervor  als  bei  unserer  Art. 

Ord.   ABOCYNACEAE. 

ApocyiioptiijUum  Reussii  m. 

Tat'.  XI.  Fig.  21,  -2-2. 
Ettingsh.  Fossile  Flora  von  Bilin,  II.  S.  28,  Taf.  37,  Fig.  l. 

Fundort:   Savine  (Steinbruch  und  Stollen). 

Die  vorliegenden  Blätter  sind  zwar  kürzer  und  um  3 — 4  Millirri.  schmäler  als  das  a.  a.  0.  abgebildete 
Rlatt  aus  dem  plastischen  Thone  von  Priesen,  stimmen  aber  in  allen  wesentlichen  Merkmalen  mit  demselben 
überein.  Wodurch  sich  diese  Art  von  Äpocynophyllum  kehetieum  Heer,  von  A.  Sismondae  Ma ss al.  und 
von  Fiats  lanceolata  Heer  unterscheidet,  ist  bereits  am  cit.  <>.  angegeben  worden.  Es  erübrigt  nur  noch 
hinzuzufügen,  dass  der  Mangel  eines  feinen  Blattnetzes,  das  Vorhandensein  von  kürzeren  Secnndärnerven  in 
den  Hauptsegmenten  und  endlich  die  dem  Bande  nicht  parallellaufenden  Scblingenbogen  die  beschriebene 
Art  von  dem  ähnlichen  Apocynophyllum  balticum  Heer  (Miocene  baltische  Flora,  p.  39,  Taf.  0,  Fig.  10) 
trennen.  Wegen  der  schmäler  lanzettlichen  Form  und  den  zu  beiden  Seiten  der  Secundärnerven  rechtwinklig 
eingefügten  Tertiären  lässt  sich  das  .1.  tleussii  mit  Ficus  lanceolata-acuminata  oder  mit  F.  sagoriana  nicht 
verwechseln. 


Die  fossile  Flora  von    Sago?'  in  Kral//.  167 

Apocynophyllum  pachyphyllwm  m. 

Ettingsh.  Fossile  Flora  von  Bilin,  II,  S.  29,  Taf.  36,  Fig.  18. 
Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Das  Vorkommen  dieser  von  nur  bei  Kostenblatt  im  Biliner  Becken  aufgefundenen  Art  in  der  fossilen 
Flora  von  Sagor  wird  durch  ein  rollständig  erhaltenes  Blatt,  welches  mit  dem  ä.  ä.  0.  abgebildeten  in  allen 
Merkmalen  übereinstimmt,  beurkundet. 

Apocynophyllum  haerinf/iamuH  m. 

Ettingsh.  Tertiäre  Flora  von  Häring,  S.  58,  Taf.  20,  Fig.  8,  9. 

Fundort:  Savihe  (Steinbruch). 

Ans  Sagor  liegt  mir  ein  Blatt  vor,  welches  zu  den  a.  a.  0.  abgebildeten  Blattfossilien  von  Häring  am 
besten  passt  und  nur  in  dir  Grösse  von  denselben  etwas  abweicht.  Hinsichtlich  letzterer  nähert  es  sieh  dem 
Blatte  von  Apocynophyllum plumeriaeforme  VAX.  der  fossilen  Flora  von  Köflach,  das  aber  breiter  und  nach 
der  Basis  mehr  verschmälert  ist. 

Apocynophyllum  salicinum  n.  sp. 
Taf.  XI,  Fig.  23. 

A.  foltii  oppositis,  subcoriaeeis  petiolatis ,  (anceolatis  utrinque  acuminatis  integerrimis ,  nervatione  campto- 
droma,  nervo  primaria  firmo,  recto,  apicem  versus  attenuato,  nervis  seeundariis  tenuissimis,  sab  angu- 
lis 65 — 70    orientibus ,   nervis  tertiariis  obsolet/'s. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Fig.  23  stellt  das  Ende  eines  Zweiges  mit  einer  denselben  abschliessenden  Knospe  und  zwei  dieselbe 
stützenden  gegenständigen  Blättern  dar.  Die  Tracht  spricht  für  eine  Apocynacee.  Ich  reihe  dieselbe  einer- 
seits dem  Apocynophyllum  stenophyllum  Ung.  Sylloge,  III,  Taf.4,  Fig.  11,  anderseits  dem A.  haeringianum  in. 
an.  Von  beiden  Arten  unterscheidet  sie  sich  durch  die  viel  feineren  Secundärnerven.  Von  den  in  der  Form 
ähnlichen  A.  helveticwm  Heer  (vergl.  Tertiärflora  d.  Schweiz.  Bd.  III,  Tai.  154,  Fig.  2)  unterscheidet  sich 
unsere  Art  durch  die  feineren  entfernter  stehenden  Secundärnerven  und  wie  es  scheint  auch  durch  eine  zartere 
Textur  des  Blattes 

Apocynophyllum  angustwm  n.  sp. 

Taf.  XII,  Fig.   12,   13. 

A.  foliis  subsessilibus  coriaeeis  länceolato-linearibus,  basi  acutis,  apice  obtusis,  margine  integerrimis,  nerva- 
tione camptodroma,  nervo  primario  valido  recto  excurrente,  nervis  seeundariis  tenuissimis  sub  angulis 
70 — 50°  orientibus,   nervis  tertiariis  angulo  subrecto  eyredientibus  fe/-e  inconspieuis. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch  und  Stollen). 

Die  schmallanzettliche  Blattform,  die  stumpfe  Spitze  und  die  sehr  feinen  einander  nicht  genäherten 
Secundärnerven  unterscheiden  diese  Art  von  den  ähnlichen  Apocynophyllum  longifolium  und  .1.  dubium  Ung. 
Von  den  verwandten  Ä'mMwt-Arten  weicht  sie  überdies  durch  die  stumpferen  Ursprungswinkel  der  Secundär- 
nerven ab.  Ob  das  kleinere  Blatt,   Fiir.  12,  hieher  zu  zählen  ist,   niuss  vorderhand  noch  zweifelhaft  bleiben. 

Apocynophyllum  tenuifolvum  n.  sp. 

Taf.  XI,   Fig.   17—20. 

A.  foliis  breviter  petiolatis  membranaeeis ,   länceolato-linearibus,   bast  attenuatis,   margine  integerrimis,   ner- 
vatione brochidodroma,   ittr>:,i  primario  debili,  recto,   nervis  seeundariis  tenuissimis  sub  angulis  60—70 
orientibus,   lagueis  margini  subparallelis ,  nervis  tertiariis  angulis  acutis  >-<irtis  exeuntibus. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch  und  Stollen). 


g  Constantin  >:.  Ettings hausen. 

Die  feine  Conto«  der  Blattabdrücke  und  der  verhältnismässig  sehwache  Stiel,    aus  dem  ein  dünner 
Primae         .-vorgeht,  deuten  auf  die  zarte  membranöse  Textur  dies,-  Fossilien  hin.   Dadurch  unterschoben 
reiben  sowohl  von  den  im  Vorhergehenden  beschriebenen  ^*™j^  ^n  ^ 
von  den  ähnlichen  Blättern  des  Echüonvu«.  SojpMae  Web.  (Palaeontogr.  II.    Taf.  20,    Fig.  21   und  Hee  , 
Tertia  III,  Ta,  104,  Fig.  10)  denen  eine  viel  derbere  mehr  „der  weniger  „derartige  ^  «**«£ 

Die   in  der  Form  und  Textur  mehr   übereinstimmenden  Blätter  des  Echu9murn  cus^dat Heet   und  des 

ZZes  LZna  Heer  weichen  in  der  Nervation  von  unserer  ApooynopkyU^- Art  (s.  Ftg.  17  .  -ofevne 
ab  atirteTe  Art  mehr  hervortretende.  dem  Rande  genäherte  und  para.le.e  Schlingenbogen,  letztere  stär- 
kere rechtwinklig  eingefügte  Tertiärnerven  besitzt. 

Apocynophyllum  Amsonia  Ung. 

,<    TofA   Fio-  4.     s    _  Ettins-sh    Fossile  Flora  von  Bilin,  II,   S.  28,  Taf.  37,  Fig.  3. 
Unger,  Sylloge  plant,  foss.  III,  p.  14,    lat.  4,  Fig.  4-8.         üumgsn 

Fundorte:  Sagor,  Friedhofschichte;  Savine. 

Dieser  Artbestimmung  liegen  Blattfossilien  zu  Grunde,    welche  mit  den  in  der  ^^^^ 
Fig/5  abgebildeten  genau  übereinstimmte.  Ich  bemerke  nur  noch,    dass  auch  an  d.esen  Fossxhen  weder 
tiärnerven,  noch  ein  deutliches  Blattuetz  sichtbar  sind. 

Apocynophyllum  loiHje-petiolatmn  n.  sp. 

Tat'.  XI  .    Fig.  24  —  20. 

J    Mus  länge  petiolatis  coriac^.  lanceolato-oblongü,   utrinaue  acuta  integerrirnis,   ne, tionecamptodrvma, 

■     tiariis  inconspicuis. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

%2%£^J^^™£^  f.M,    00. .—  sieh  7T 

Indien  deichen  Abstand«  verth.ilte  Secnndävner,en  ™,  die  unter  wen.g  sp.«n,  <*    ""'"    "  ,"'    '    ' 
«erringen.  Diese»  Nervancnstypn,  »igen  viele  Arten  von  Apocynaeeen,  fflr  welche  aneh  d,     nb  n 

^  Mlnm*  ,n  sprechen  seheinen.  Yen  den  bishev  beschriebenen  fossilen  Arten  haben  .1.  * i-  nnd 

.4.  Jmso,,/.,  ebenfalls  ziemlich  lange  Blattstiele. 

Apocynophyllum  breve-petioUtwm  n.  sp. 

Tat'.  XII,   Fig.   11. 
t    folüsbreoüerpetMaUsTnenbranaceis,   elUpUco-oblong^   «rd* btusis,   integeres ,    "^^ 

,*,*,    angulo  subrecto  egredientibus,    appraxünaüS;   nervä  terüarus  dtctyodrorms. 

Fundort:  Sagor,  nächst  der  oberen  Zinkhütte  Jagbau,  Schichte  ID. 

Der  verhältnismässig  dicke  Blattstiel,  die  unter  last  rechtem  Winkel  abgehenden    genäherten  ungleich 
i  ■       ■  ith.v.  ,Pbr  /arte  Netz    endlich  die  Form  des  Blattes  deuten  auf  die 

langen  Secundämerven.  das  wenig  Mchtba.e  sein   zaite  Aet/    en  iPOevno. 

Ordnung  der  Apocynaeeen.    Hinsichtlich  der  Form  gleicht  das  beschriebene F  ssil  dem  Blatt    ^^ 

PkyltJ> «J** üng,  gylloge  HB  Taf.  IV,   Fi,.  1,-1-  m  der  Nervatton    F,g.  11  a)     msbe  onde  e 

bezüglich  der  Secundämerven  und  der  Beschaffenheit  des  Netzes  aber  dem  von  4.  ,«,,*««  Heei, 
tiäriWa,    III.  Taf.  104,  Fig.  4.    Von  beiden  weicht  es  durch  die  zartere  Textur  ab. 

Feritinium  majus  Ung. 

Tat'.  XII.  Fig.  3. 
i      ..   »■  m     t-,1,    \     li.--    Ter  10    —    övn.    Neritinum   dubium   Ung.   1-  C.   Hg.  15. 

Unger,  Sylloge  plant,  toss.  111.  tab.  ...  ng.  ,  >  r  tu. 


Die  fossil''-  Flora  von  Sagor  in  Kram.  Ifi9 

Fundort:  Savine  (Stollen), 

Die  Untersuchung  der  Originalexemplare  von  üng  er's  Neritinium  majus  und  dubium  lehrte  mich,  dass 
die  zu  ersterer  Art  gestellten  Blattfossilien  zwei  verschiedenen  Apocynaceen-Arten  angehören;  ferner,  dass 
die  zu  Neritinium  dubium  gebrachten  Exemplare  theils  zu  Sapindus  bilinicus,  theils  zu  N.  majus  gehören. 
Letztgenannte  Art  zeichnet  sich  durch  fast  rechtwinklig  eingefügte  Secundämerven  aus,  deren  Schlingen- 
bögen vom  Eande  beträchtlich  abstehen.  Die  Tertiärnerven  entspringen  von  beiden  Seiten  der  Seeundären 
unter  wenig  spitzem  oder  rechtem  Winkel.  Das  hier  abgebildete  Blatt  von  Savine  passt  daher  am  besten  zu 
den  Blättern  des  Neritinium  majus.  Von  den  jetztlebenden  Apoeynaceen  kommt  demselben  Ochrosia  bor- 
bonica  (Taf.  XXIII,  Fig.  6)  sehr  nahe. 

JEchitonium  superstes  Fug. 

Taf.  XII,  Fig.  10. 

Unger,  Sylloge  plant,  foss.  p.  18,  tab.  5,  fig.  11.  6.  —  Gen.  et  spec.  plant,  foss.  p.  43-2. 

Fundort:   Savine  (Stollen). 

Der  vorliegende  mit  einem  Haarschopfe  versehene  Apocyneen-Same  ist  etwas  grösser  als  der  des  Echi- 
tonium  superstes  üng.  aus  der  fossilen  Flora  von  Radoboj,  stimmt  aber  in  den  übrigen  Eigenschaften  am 
meisten  mit  diesem  überein,  wesshalb  ich  es  vermeide,  eine  besondere  Art  für  ihn  zu  bilden.  Der  Haarschopf, 
welcher  unvollständig  erhalten  ist,  dürfte  nach  seiner  Breite  an  der  Ursprungsstelle  zu  schliessen,  dem  des 
Radobojer  Samens  an  Länge  nicht  nachstehen. 

Echitonium  microspermum  Ung. 

Taf.  XII,  Fig.  9. 

üng  er,  Sylloge  plant,  foss.  p.  18,  Üb.  5,  fig.  12.  --  Gen.  et  spec.  plant,  foss.  p.  43-2.   -   Ettingsh.  Beiträge  z.  Kenntnisg 
iL  rertiävflora  Steiermarks,  p.  öl. 

Fundort:  Savine  (Stollen). 

Der  in  Fig.  9  abgebildete  Same  gleicht  sowohl  den  aus  Radoboj  zum  Vorschein  gekommenen,  als  auch 
den  von  mir  am  Moskenberge  bei  Leoben  gesammelten  kleineren  Apocyneen-Samen.  Das  mit  denselben  in 
Verbindung  gebrachte  Blatt,  das  sich  auch  an  genannter  Localität  bei  Leoben  fand,  habe  ich  unter  den 
Pflanzenfossilien  des  Gebietes  Sagor-Tüffer  bis  jetzt  nicht  entdecken  können. 

Alstonia  camiolica  n.  sp. 

Tat.  XII,  Fig.  -22. 

A.foliis  coriaeeis  lanceolato-oblongis,  basi  euneatim  in  petiolum  erassum  angustatis,  upice  obtuse  cuspidatis, 
nervatione  camptodroma ,  nervo  primario  valido ,  recto  excurrente ,  nervis  secundaria  sub  angulo  reeto 
vel  subrecto  orientibus  flexuosis,  prominentibus,  basin  versus  abbreviatis,  nervis  tertiariü  angulo  subrecto 
exeuntibus,  flexuosis  ramosis,   inter  se  conjunetis. 

Fundort:   Savine   (Stollen). 

Die  angegebenen  Merkmale  lassen  mit  ziemlicher  Wahrscheinlichkeit  auf  eine  Apocynacee  schliessen.  Die 
gegen  die  Basis  zu  allmälig  verkürzten  und  unter  stumpferen  Winkeln  abgehenden  Secundämerven  sprechen 
weder  für  Persea  oder Laurus  noch  für  Ficus  oder  Quercus,  welche  tvegen  der  Blattform,  Consistenz,  bogen- 
läutigen  Xervation  u.  a.  hier  in  Betracht  gezogen  werden  könnten.  Die  Tertiärnerven  entspringen  in  der  Mitte 
der  Blattfläche  von  beiden  Seiten  der  Seeundären  unter  rechtem  Winkel,  gegen  die  Basis  zu  aber  sind  sie  fast 
Längsläufig.  Letzterem  Merkmale  nach  passt  .las  Blatt  sehr  gut  zu  einigen  Apocynaoeen-Formen,  insbesondere 
zu  Alstonia  mäcrophylla  (s.  Ettingsh.  Biatt-Skelete  der  Dikotyledonen,  Taf  30,  Fig.  4). 

Denkschrift.-!!  der  mathem.-naturw.  PI.    XXXVII.  Bd. 


22 


170  Constantin  v.  Ettingshausen. 

Class.   NUCULIFERAE. 

Ord.   MYOPORINEAE. 

Myoporwn  Sälicites  n.  sp. 

Tat'.  XII,  Fig.   14. 
M.foliis  coriaceis  linearibus,  integerrimis,    nervatione  camptodroma,    nervo  primaria  prominente  recto  apicem 

versus  attenuato ,  nervis  secundariis  abbreviatis  remotis  hyphodromis. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Die  Tracht  und  Nervation  dieses  Blattfossils  deutet  auf  die  aeuholländische  Gattung-  Myoporum,  wo 
mehrere  Arten  mit  sehr  ähnliehen  schmalen  lederartigen  Blättern  vorkommen,  die  durch  entfernt  stehende 
kurze  unter  wenig  spitzen  Winkeln  abgehende  Secuudärnerven  und  den  Mangel  eines  Blattnetzes  auffallen. 
Die  Secundärnerven  entspringen  an  unserem  Fossil  diyergirend  um!  bilden  erst  dann  einen  schwach  conver- 
girenden  Bogen. 

Myoporum  ambiguum  m. 

Ettingsh.  Tertiäre  Flora  von  Häring,  S.  59,  Tat'.  20,  Fig.  "21. 
Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Unter  de,  Pflanzenfossilien  von  Savine  fand  sich  ein  Blatt,  welches  mit  dem  von  mir  als  Myoporum 
ambiguum  bezeichneten  Blattfossil  der  Tertiärflora  von  Häring  genau  übereinstimmt.  Es  ist  etwas  breiter  als 
das  der  vorhergehenden  Art  und  hat  convergirend  entspringende  Secundärnerven.  Tertiärnerven  und  ein 
deutliches  Blattnetz  mangeln  auch  diesem. 

Ord.  A  S  P  E  E I F  0  L I A  C  E  A  E. 
Heliotropites  parvifolius  n.  sp. 

Tat'.  XI,  Fig.   13-16. 
IL  pyrenis  subrotundis  compressis;  foliis  subcoriaeeis  granuLoso-scabris  Uneari-lanceolaUs  integerrimis;  ner- 
vatione dictyodroma,  nervo  primaria  prominente  recto,  nervis  secundariis  tenuissimis  sub  anguhsbü-70 
orientibus  abbreviatis  rectis. 
Fundort:  Savine  (Stollen). 

Das  in  Fig.  13—15  abgebildete  rundliche,  ziemlich  zusammengedrückte  Fruchtfossil  scheint  der  Gattung 
nach  mit  den  im  Biliner  Becken  vorkommenden,  von  mir  unter  der  Bezeichnung  Heliotropites  Reussii  beschrie- 
benen Steinkernen  übereinzustimmen.  Es  unterscheidet  sich  das  Sagorer  Fossil  durch  die  mehr  rundliche 
Form  Mit  dieser  Steinfrucht  vereinige  ich  das  Blatt  Fig.  16,  welches  in  seinen  Eigenschaften  den  Aspenfoha- 
ceen-Blättern  der  Biliner  Flora  ganz  und  gar  entspricht,  jedoch  einer  besonderen  Art  angehört.  Die  Form 
desselben  ist  viel  schmäler  als  bei  Heliotropites  ReMssii:  die  Oberfläche  aber  wie  bei  dieser  Art  mit  Knöt- 
chen dicht  besetzt  (s.  die  Vergrösserung  Fig.  16  a). 

Class.    PETALANTHAE. 

Ord.  MYRSINEAE. 

Myrsine  Doryphora  Ung. 

Unger,  Sylloge  plant,  foss.  III,  p.  19,  tat,  6,  fig.  1-10.  -   Ettingsh.  Fossile  Flora  von  Bilin,  II,  8.  35,  Taf.  37,  Fig.  5,  6 
und  13.  -  Syn.   Myrsine  Centaurorum  Ung.  1.  e.  tat..  7.  fig.   15  et  17.     Ex  parte.) 

F  u  n  dort  e  :   Savine ,  Trifail. 

Dass  die  in  Unger's  Sylloge,  III,  als  Myrsine  Centaurorum  bezeichneten  Blätter  der  fossilen  Flora  von 
Radoboj  nicht  zu  einer  Art  gehören  können,  sieht  man  schon  auf  den  ersten  Blick.    Das  Blatt  Fig.   16  Weieht 


Die  fossile  Flora  von  Sagor  in  Krain.  171 

durch  in  längerem  Bogen  aufsteigende,  unter  spitzeren  Winkeln  entspringende  Secundärnerven  von  den  Blät- 
tern Fig.  15  und  17  ab.  Letztere  sind  aber  von  denen  der  Myrsine  Doryphora,  welche  auch  in  Radoboj 
gefunden  wurden,  keineswegs  verschieden.  In  Savine  fand  ich  ein  Blatt,  welches  sowohl  zu  dem  als  Myrsine 
Centaurorum  bezeichneten  Blatte  Fig.  15,  als  auch  zu  dem  als  M.  Doryphora  bezeichneten  Blatte  Fig.  9  auf 
Taf.  6  der  Sylloge  vollkommen  passt.  Ein  aus  Trifail  vorliegendes  Blatt  gleicht  dem  auf  Tat'.  6  a.  a.  0.  ab- 
gebildeten Blatte. 

Myrsine  encalyptoides  n.  sp. 

Taf.  XII,  Fig.   15;    Taf.  XIII,  Fig.   IS. 
M.   folüs  coriaceis  anguste  lanceolatis  basi  attenuatis  apice  longe  acuminatis  margine  integerrimis ,    nerva- 
tione dictyodroma,   nervo  prirnario  vaUdo,  recto,  apicem  versus  attenuato,  nervis  seeundariis  numerosis, 
sub  angulis  60—70°    orientibus ,    tenuissimis  in   rete  tenerrimo  abeuntibus ,  maculis  irregulariter  poly- 
gonatis. 

V u  n  d o  r  t :   Savine   ( Steinbruch  ). 

Das  Blatt  Fig.  15  stimmt  in  Bezug  auf  das  Verhältniss  der  Länge  zur  Breite  am  meisten  mit  dem  Blatte 
Fig.  10  der  Myrsine  Doryphora  üng.  1.  c.  überein,  dem  es  auch  in  der  Textur,  Eandbeschaffenheit  und  den 
Merkmalen  des  Primärnervs  gleicht.  Allein  es  ist  nach  der  Spitze  bei  weitem  mehr  als  nach  der  Basis  ver- 
schmälert, während  bei  allen  Blättern  der  genannten  Art  das  Gegentheil  vorkommt.  Ausserdem  finde  ich  an 
dem  in  Rede  stehenden  Blatte  feinere,  einander  mehr  genäherte  Secundärnerven  und  ein  so  zartes  Maschen- 
netz, wie  ich  solches  an  den  Blättern  der  Myrsine  Doryphora  niemals  gesehen  habe.  Durch  diese  Nervation 
ähnelt  unser  Blatt  denen  von  Eucalyptus- Arten,  von  welchen  es  aber  durch  den  Mangel  von  saumläufigen 
Secundärschlingen  abweicht.  Die  Netzmaschen  Fig.  18  a.  a.  0.  sind  vorherrschend  unregelmässig  polygonal, 
von  ziemlich  gleichen  Durchmessern. 

Mijfsine  sacinensis  n.  sp. 

Taf.  XII,  Fig.    ic. 
M.foliis  coriaceis  petiolatis,    ovato-lanceolatis ,   utrinaue  attenuatis,  integerrimis ,    nervatione  dictyodroma, 
nervo  prirnario  valido,  recto.   seeundariis  crebris,  sub  angulis  70-80°  orientibus  tenuibus  ramosis,   ner- 
vis tertiariis  tenuissimis,   maculis  subtilissimis  transversim  ellipticis. 
Fundort:   Savine  (Stollen). 

Vorliegendes  Blattfossil  reiht  sich  sowohl  bezüglich  seiner  Tracht,  als  auch  dem  Typus  der  Nervation 
nach  an  das  Blatt  von  Myrsine  Endymionis,  von  dem  es  sich  jedoch  durch  die  unter  stumpferen  Winkeln 
abgehenden  Secundärnerven,  das  zartere  Netz  und  durch  die  anscheinend  derbere  lederartige  Textur  unter- 
scheidet. Von  der  vorhergehenden  Art  weicht  die  eben  beschriebene  durch  die  Blattform  und  das  aus  quer- 
elliptischen  Maschen  zusammengesetzte  Netz,  Fig.  16  «,  wesentlich  ab. 

Myrsine  Endymionis  Ung. 

Taf.   XII,    Fig.    17,    18. 

ünger,  Sylloge  plant,  foss.  III,  p.  2t,  tab.  7,  fig.  i-_>. 

M-  f°l™™°coriaceis  petiolatis,  ovato-lanceolatis,  utriwjue  attenuatis,  apic,  obtusiusculis ,  margine  integer- 
rimis, nervatione  camptodroma,  nervo  prirnario  distineto  prominente,  recto,  apicem  versus  attenuato,  ner- 
vis seeundariis  crebris ,  sub  angulis  45— 55°  orientibus  tenuibus,  simplieibus  et  apice  furcatis ,  nervis 
tertiariis  tenuissimis  dictyodi-omis. 

Fundorte:  Savine.   Grodredesch. 

Die  vorliegenden  Blatter  sind  elwas  kleiner  als  das  von  ünger  abgebildete,  stimmen  aber  mit  demselben 
in  der  Form,  Textur  und  Nervation  vollkommen  überein.  Das  zarte  Blattnetz  ist  mit  Fig.  18  a  in  schwacher 
Yergrbsserung  zur  Anschauung  gebracht. 


22 


* 


172  Constantin  v.  Ettingshausen. 

Ord.   SAPOTACEAE. 
Sapotacites  sidwoxyloides  in. 

Taf  XIII,  Fig.  9. 

Ettingsh.  Tertiäre  Flora  von  Häring,  S.  61.  Taf.  21,  Fig.  21.  —  Fossile  Flora  von  Bilin,  II.  S.  4i. 

S.  fulit*  coriaceis  obovato-  vel  lanceolato-oblongis  integer remis,  aju'ce  rotnuJotis  Imsi  onqustotis}  nervatione 
dictyodroma,   nervo  primario  firmo,   recto ,   nervis  seeundariis  tenuissimis  paralleles. 

Fundorte:  Savine,  Sagor  (Bachschichte,   Friedhofschichte),  Trifail,  Tüffer. 

An  den  im  Gebiete  der  Sagor-Flora  zum  Vorschein  gekommenen  Blättern  dieser  Sapotacee  findet  man 
sehr  feine,  einander  parallellaufende,  mit  dem  starken  Primärnerv  Winkel  von  55—65°  bildende  Seeuudär- 
nerven.  wie  solche  bei  vielen  Arten  dieser  Ordnung  gesehen  werden.  Als  Beispiel  lüge  ich  den  Naturselbst- 
druck von  Achras  Sapota  auf  Taf.  XXIII  in  Fig.  3  und  4  bei. 

Sapotacites  Daphnes  Ung.  sp. 

Tat.  XII,    Fig.   U;  Taf.  XIII.  Fig.  9. 

Ettingsh.  Eocene  Flora  des  Monte  Promina,  S.  ■';.">,  Tat.  9,  Fig.  in.  —  Fossile  Flora  von  Bilin,  11,  S.  41.  Taf.  38,  Fig.  8 
u.  22.  —  Syn.  Quercus  Daphnes  Ung.  Chloris  protogaea,  Taf.  31,  Fig.  2,  :->.  —  Q.  ehlorophylla  Ung.  I.e.  S.  111, 
Taf.  Hl.   Fig.  1. 

Fundorte:  Sagor  (Bachschichte),  Savine  (Steinbruch  und  Stollen). 

Von  dieser  durch  die  derbe  Blattbeschaffenheit  und  die  zahlreichen  feinen,  parallelen  Secundämerven 
ausgezeichneten  fossilen  Pflanze,  welche  mit  grösserer  Wahrscheinlichkeit  den  Sapotaceen,  als  den  Cupuliferen 
eingereiht  wird,  fanden  sich  an  den  angegebenen  Loealitäten  einige  Blattreste.  Die  gute  Erhaltung  derselben 
machte  eine  genauere  Untersuchung  des  zwischen  den  Secundämerven  ausgebreiteten  sehr  zarten  Blattnetzes 
Fig.  11  a  möglich.  Dasselbe  stimmt  mit  dem  Netze  der  früher  von  Unger  als  Quercus  Daphnes  und  Q.  ehlo- 
rophylla bezeichneten  Blätter  aus  Parschlug,  von  welchen  ich  kürzlich  wohlerhaltene  Exemplare  sammelte. 
vollkommen  iiberein. 

Sapotacites  dfimasops  m. 

Taf.   XIII,    Fig.   1. 
Ettingsh.  Tertiäre  Flora  von  Häring,  S.  62,  Taf.  21,  Fig. -22. 

S.  foliis  coriaceis  petiolatis  obovatis    vel  ovato-ellipticis  integerrimis  apice  rotundatis  vel  emarginatis,  basi 

cu/neatis,  nervatione  dictyodroma ,   nervo  primario  valido,    recto,    nervis  seeundariis  tenuissimis,    appro- 

ximatis  parallelis. 

Fundorte:  Savine,  Sagor  (Bachschichte),  Trifail,  Bresno. 

Diese  Art,  durch  breitere,  mehr  eiiörmige,  an  der  Basis  wenig  verschmälerte  Blätter  von  der  vorhergehen- 
den verschieden,  fand  sich  im  Mergelschiefer  von  Sagor  häutiger  als  zu  Häring.  Das  am  besten  erhaltene  Blatt 
wurde  in  Fig.  1  abgebildet.  Es  ist  mit  einem  ziemlich  dicken  Stiele  versehen  und  zeigt  sehr  feine  genäherte 
Secundämerven, 

Sapotacites  enuirginatus  Heer. 

Taf.   XIII,   Fig.   -2-4. 

Heer.   Tertiärflora  ü.  Schweiz,  Bd.  III.  S.  14,    Taf.  103,  Fig.  S. 

S.  fgliis  pollicaribus  coriaceis  petiolatis  oblongis  obovato-ellipticis  apice  emarginatis  vel  obeordatis,  integer- 
rimis, nervatione  dictyodroma ,  nervo  primario  firmo,  recto,  excurrente,  nervis  seeundariis  tenuissimis 
densis  parallelis,   laqueos  formantibus. 

Fundorte:  Savine.   Bresno,   Sagor  (Friedhof schichte). 

Von  den  ähnlichen  Blättern  des  Sapotacites  minor  hauptsächlich  durch  die  zahlreichen,  sehr  feinen  genä- 
herten Secundämerven  verschieden.  Ich  glaube,   dass  die  eiförmigen,  weniger  tief  ausgerandeten  Blätter  wie 


Die  fossile  Flora  von  Sagor  in  Kretin.  173 

Fig.  4  und  vielleicht  auch  einige  der  in  Unger's  Foss.  Flora  von  Kuiui  als  Ohrysophyllum  olympicum 
bezeichneten  hieher  gehören,  da  sie  in  der  Nervation  und  Tracht  sowohl  mit  dem  von  Heer  a.  a.  Ü. 
abgebildeten  Blatte,  als  auch  mit  den  übrigen  in  Sagor  aufgefundenen  Blättern  dieser  Art  am  meisten  über- 
einstimmen. Die  feinen  Schlingen  der  Secundärnerven  laufen  dem  Rande  fast  parallel,  ein  Merkmal,  wodurch 
sich  diese  Art  von  Sapotacides  Daphnes  und  S.  sideroxyloides  trennt  (s.  die  Vergrösserung  der  Nervation, 
Fig.  2  o). 

Sapotacites  m/inor  m. 

Tat'.  XIII.  Fig.  5—8. 

Ettingsh.  Tertiäre  Flora  von  Bäring,  S.  62,  Tat.  21,  Fig.  6—8.  —  Heer,  Tertiärflora  d.  Schweiz,  Bd.  III,  s.  14,  Taf.  103, 

Fig.  '.i. 

S.  fuliis  petiolatis  coriaceis  obovatis  integerrimis ,  apice  emarginatis  basi  cuneatim  angustatis ,  nervo  privia- 
rio  valido  excurrente,  nervis  secundariis  sab  ängulo  acuto  egredientibus,  utrinque  4  —  6  ,  camptodromis, 
tenuissimis. 

Fundorte:  Sagor  (Bachschichte),  Savine,  Trifail,  TÜffer,  Islaak. 

An  den  bezeichneten  Lngerstätten  kam  eine  Auswahl  von  Blattern  dieser  Art  zum  Vorschein,  welche  in 
Bezug  auf  die  derbe,  lederartige  Textur,  die  Breite  der  Lamina  und  die  Tiefe  der  charakteristischen  Ausran- 
dung an  der  Spitze  übereinstimmen  und  sich  dadurch  von  ähnlichen  i?««ne&a-Blättern  unterscheiden.  An 
einigen  sah  ich  Spuren  von  feinen  Secundärnerven,  wie  sie  an  den  Blättern  von  Sotzka  und  Häring  deutlicher 
wahrzunehmen  sind. 

Heer  schreibt  dieser  Art  einen  ganz  kurzen  Blattstiel  zu,  was  jedoch  nach  den  aus  Sotzka,  Radoboj  und 
Sagor  vorliegenden  vollständigen  Blättern  nicht  der  Fall  ist.  Der  ziemlich  dicke  Stiel  geht  in  einen  starken 
Primärnerv  über,  welcher  an  der  ausgerandeten  Spitze  wenig-  verfeinert  endigt.  Berücksichtigt  man  die  eben 
angegebenen  Merkmale,  so  kann  man  die  von  Unger  in  der  Sylloge  plant,  foss.  III,  Tab.  ij  und  in  der  Foss. 
Flora  von  Kumi,  Taf.  11,  unter  der  Bezeichnung  Bumelia  minor  abgebildeten  Blätter  nicht  sämmtlich  als  zu 
Einer  Art  gehörig  betrachten. 

Sapotacites  Heerii  n.  sp. 

Taf.  XII,  Fig.  7. 

S.  foliis  petiolatis,  coriaceis  ellipticis  vel  oblongis,  integerrimis,  apice  rotundato-obtusis  vel  emarginatis,  basi 
ovatim  acutis  vel  obtusiusculis ,  nervo  primario  valido,  recto  excurrente,  nervis  secundariis  sub  angulo 
acuto  egredientibus,   numerosis  divergenti-arcuatis,  (enuissimis. 

Fundort:  Savine  (Stollen). 

Durch  die  längliche  Blattform  und  die  wenig  spitze  oder  stumpfliebe  Basis  von  den  vorhergehenden, 
durch  die  in  divergi rentier  Krümmung  dem  Bande  zulaufenden  Secundärnerven  von  allen  bis  jetzt  beschrie- 
benen Arten  dieser  Gattung  verschieden. 

Das  Netz  ist  an  dem  Blatte  Fig.  7  sehr  gut  erhalten.  Aus  den  feinen  Secundärnerven  entspringen  kurze 
Tertiärnerven  unter  verschiedenen,  vorherrschend  alter  wenig  spitzen  oder  stumpfen  Winkeln,  und  lösen  sich 
in  das  feine,   nur  mittelst  der  Loupe  sichtbare  Netz,  Fig.  7  a,  auf. 

Sapotacites  Jonae-petiolatu.s  n.  sp. 

Tat'.   XII,   Fig.   4,   5. 

S.jo/i/s  coriaceis  Longe  petiolatis,  obovatis  vel  ovato-ellipticis,  integerrimis,  apice  truncatib  vel  truncato-emar- 
ginatis,  basimversus  sensim  attenuatis;  nervaiione  dictyodroma,  nervo  primario  valido  recto  excurrente, 
nervig  secundariis  tenuibus  approximativ  parallelis,  inter  se  conjunetis,  nervis  tertiariis  abbreviatis,  sub 
angulis  variis  acutis  vel  obtusis  orientibus,  rete  distinetum  formantibus. 

Fundorte:  Sagor  (Bachschichte),  Savine  (Stollen). 


174  Gonstantin  v.  Ettingshausen. 

Der  auffallend  lange  Stiel,  welcher  an  dem  Blatte  Fig.  4  von  Savine  am  besten  erhalten  ist.  unterschei- 
det diese  Fossilien,  deren  Merkmale  mit  denen  von  Sapotaceen-Blätterfl  am  meisten  übereinstimmen,  von  allen 
bis  jetzt  bekannt  gewordenen  Sajtotacites-Kl'Attevw.  In  der  Form,  namentlich  bezüglich  der  abgeschnitten- 
stumpfen  oft  seicht  ausgerandeten  Spitze  schliesst  sich  diese  Art  ebenso  dem  Sapotacites  emarginatus  als  dem 
Sapotacites  minor  an.  Hinsichtlich  der  Grösse  des  Blattes  hingegen  gleicht  es  am  meisten  dem  S.  Mimusops. 
In  seiner  Nervation,  Fig.  0  «,  vereinigt  es  die  Netzbildung  von  letztgenannter  Art  mit  der  Schlingenbildung 
der  Secundärnerven  von  8.  emarginatus.  Von  8.  minor  findet  man  zuweilen  Blätter  mit  ziemlich  langem  Stiele. 
(S.  Heer,  Tertiärflora  III,  Taf.  103,  Fig.  8).  Doch  erreicht  derselbe  nie  die  Länge  der  halben  Lamina, 
während  bei  S.  longe-petiolatus  der  Stiel  so  lang  ist  als  die  Blattfläche. 

Sapotacites  Cha/müedrys  Ung.  sp. 

Taf.  XI 1,  Fig.  s. 

Ettingsh.  Beitrage  zur  Kenntniss  der  fossilen  Flora  von  Radoboj,  Sitzungsb.  d.  k.  Akad.  d.  Wiss.  Bd.  LXI,  S.  28.  —  Syn. 
Vaccinium  Chamaedrys  Ung.  Sylt.  III,  p.  30.  tab.  12,  fig.  1  b,  c. 

8.  foliis  minimis  petiolatis  orbicularibus  apice  emarginatis ,    integer rimis  coriaeeis,   nerro  primaria  distineto, 
prominente ,  nervt's  seeundariis  tenuissimis  vix  conspieuis. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Das  kleine  Blatt  Fig.  8,  welches  in  Ab-  und  Gegendruck  mir  vorliegt,  gleicht  den  von  Ung  er  a.  a.  0. 
abgebildeten  Blättern,  besonders  dem  aus  Parschlug  (Fig.  1  b)  vollkommen,  so  dass  an  der  Gleichartigkeit 
derselben  nicht  zu  zweifeln  ist.  Die  Abdrücke  von  Savine  zeigen  eine  derbere,  mehr  lederartige  Textur  an. 
Dies,  sowie  der  verhältnissmässig  .stärkere  und  längere  Stiel,  welcher  in  einen  stark  hervortretenden  Primär- 
nerv übergeht,  sowie  die  feinsten,  kaum  sichtbaren  Secundärnerven,  welche  der  letztere  entsendet,  sprechen 
mehr  für  eine  Sapotacee  als  für  Vaccinium.  Auch  findet  man  in  der  Galtung  Sapotacites  dem  beschriebenen 
Fossil  näher  kommende  Ähnlichkeiten,  als  bei  Vaccinium.  Ich  nenne  mir  8.  panrifolius  und  S.  minor.  Von 
den  bisher  beschriebenen  echten  Vaccinien  der  Vorwelt  kommt  F.  parvifolium  Heer,  Tertiärrl.  III,  Taf.  IUI, 
Fig.  :!ö,  dem  Sapotacites  Chamaedrys  in  der  Blattform  und  Textur  nach  am  meisten  nahe,  unterscheidet  sich 
aber  durch  die  Xervation  hinlänglich  sicher. 

Chrysoph/yllum  sagorianum  n.  sp. 

Tat'.  XII,  Fig.   19-21. 

Ch.  foliis  coriaeeis  late  obovatis,  basi  angustatis  integerrimis ,  nervo  primario  vah'do,  recto,  nervis  seeunda- 
riis angulo  subacuta  exeuntibus,  creberrimis,   tenuibus,  approximativ. 

Fundort:    Savine  (Stollen). 

Die  lederartige  Textur  und  der  Charakter  der  Xervation  dieser  Blätter  sprechen  für  die  Ordnung  der 
Sapotaceen;  die  breitere  Blattform  und  die  etwas  weniger  feinen  Secundärnerven  für  die  Gattung  Chryso- 
phyllum. 

Ein  wohlerhaltenes  CkrysopkgUuni-Bl&tt  hat  sieh  unter  den  Fossilien  von  Parschlug  gefunden.  Es  stimmt 
mit  dem  beschriebenen  im  Habitus  überein.  dürfte  aber  wegen  kürzerer  unter  spitzeren  Winkeln  abgehender 
Secundärnerven  einer  anderen  Art  (CA.  parseklugianum  m.)  angehören.  Als  beiden  analog  dürfte  Ch.  argen- 
teum,  Taf.  XXIII.   Fig.  12,  zu  betrachten  sein. 

Bunielia  Oreadwm  Ung. 

Taf.  XIII,  Fig.   13,   14. 

Unger,  Foss.  Flora  von  Sotzka,  S.  42.  Tat'.  22,  Fig.  7,  11,  13.  —  Foss.  Flora  von  Kuiiii.  Tat'.  11,  Fig.  30.  —  Ettingsh. 
Tertiäre  Flora  von  Häring,  S.  64,  Taf.  21,  Fig.  19,  20.  —  Fossile  Flora  von  Bilin,  II,  S.  13,  Taf.  38,  Fig.  12  — IS.  — 
Syn.  Myrsine  pygmaea  Ung.  Sylloge  plant,  foss.  III,  tab.  7,  fig.  5,  <i.  —  Vaccinium  Chamaedrys  Ung.  1.  c.  tab.  12, 
flg.   1  a. 


Die  fossile  Flora  von  Sagor  in  Kra/'n.  175 

B.  foliis  subcoriaceis  obovatis  in  petiolum  attenuatis  apice  rqtundatis  vel  emarginatis,  integerrimis ,  nerva- 
tione  dictyodroma ,  nervo  primär io  tenui  infra  apicem  saepe  evanescente,  nervis  seoundariis  tenuissimis 
subsimplicibus  crebris. 

Fundorte:  Savine,  Sagor  (Bachschichte),  Trifail,  Hrastnigg,  Bresno,  TiifiFer. 

Die  Blätter  dieser  Art  können  mit  denen  um  Sapotacites-Arten  leicht  verwechselt  werden,  sind  aber 
durch  folgende  Merkmale  von  denselben  zu  unterscheiden.  Die  Blätter  sind  meistens  kleiner,  von  etwas  zar- 
terer Textur.  Der  Primärnerv  ist  viel  schwächer,  nicht  selten  sehen  an  der  l'.asis  fein;  er  verschwindet  oft 
unterhalb  der  Spitze.  Das  Merkmal  der  abgerundeten  Spitze  ist  nicht  stichhältig,  da  sowohl  seicht,  als  auch 
tiefer  ausgerandete  Blätter  vorkommen.  Das  abgerundete  Blatt  Fig.5  der Myrsine pygmaeaYJag.  (I.e.)  gleicht 
bis  auf's  Haar  dem  Blatte  Fig.  13  der  Bumelia  Oreadum  Ung.  (Foss.  Flora  von  Sotzka).  Die  ausgerandeten 
Blätter  Fig.  1  a  des  Vaccinium  Chamaedrys  Ung.;  Fig.  8  und  10  der  Bumeh'a  Oreadum  Ung.  (1.  c.)  und 
Fig.  l."i  auf  unserer  Tafel  sind  gewiss  ebenfalls  gleichartig.  Das  Blatt  der  analogen  jetztlebenden  Bumelia 
tenax,  Tat'.  XXIII,  Fig.  13,  ist  oft  seicht  ausgerandet. 

Bumelia  riejadttm  Ung. 
Tut'.  XIII,  Fig.  15,   10. 

Unger,  .Sylloge  plant.  f'u.ss.  [II,  p.  24,,  tab.  8,  fig.  6.  —  Ettingsh.  Fossile  Flora  der  alteren  Braimkohlenformation  der 
Wetterau,  S.  58,  Tat'.  2.  Fig.  4.  —  Syn.  Hex  stenophylla  Ung.  Syll.  II,  p.  14,  tab.  3,  flg.  25—27.  (Ex  parte. 

Fundort:   Savine  (Stollen). 

Kass  die  in  Sylloge,  II,  auf  Tat.  3  unter  der  Bezeichnung  Hex  stenophylla  Ung.  abgebildeten  Blaftfossi- 
lien  gar  verschiedene  Dinge  sind,  ist  schon  auf  den  ersten  Blick  einleuchtend.  Die  aus  der  Wetterau  stam- 
menden Blätter  Fig.  25—27  habe  ich  a.  a.  0.  mit  der  ebendaselbst  gefundenen  in  Sylloge,  III  als  Bumelia 
Plejadum  bezeichneten  Beere  zu  Einer  Art  gebracht.  Sie  unterscheiden  sich  von  denen  der  vorhergehenden 
Art  hauptsächlich  durch  die  schmälere  längliche  Form.  Die  hier  abgebildeten  Blätter  von  Sagor  halteu  die 
Mitte  zwischen  dem  kleineren  ausgerandeten  Blatte,  Fig.  27.  und  den  übrigen. 

Bitmelia  Heliadtim  u.  sp. 
Taf.  XIII,  Fig.  12. 

B.  foliis  petiolatis  subcoriaceis,  lanceolato-oblongis,  hast  attenuatis  integerrimis ,  nervatio>ie  brochidodroma, 
nervo  primaria  distineto ,  nervis  seoundariis  angulo  subacuto  egredientibus ,  laaueis  margine  subparal- 
lelis. 

Fundort:   Savine  (Stollen). 

Das  vorliegende  Blatt  aus  dem  Mergelsehiefer  von  Savine  ist  vielleicht  gleichartig  mit  dem  als  Hex 
stenophylla  Ung.  bezeichneten  Blatte  Fig.  23,  Taf.  3  der  Sylloge,  II,  auf  welches  die  Diagnose  „nemis 
seoundariis  inconspieuis"  wohl  nicht  passt.  Ich  halte  beide  für  .Bwmefoa-BIätter  und  unterscheide  sie  von 
denen  der  vorhergehenden  Arten  durch  die  lanzettliche  Form  und  die  unter  stumpferen  Winkeln  abgehenden 
Secundärnerven. 

Ord.   EBENACEAE. 

JJiospyi-os  bradvysepala  A.Braun. 

Heer,  Tertiärfl.  d.  Schweiz,  Bd.  III,  S.  11.  Tal'.  102,  Fig.  1  —  14. 

F  u  n  d  o  r  t :  Savine  (Stollen). 

Im  Mergelsehiefer  von  Savine  fand  ich  Blätter,  welche  zu  den  von  Heer  am  a.  0.  Fig.  2,  3  und  8  abge- 
bildeten Blättern  dieser  Art  vollkommen  passen. 


176  Constantin  v.  Ettingskausen. 

JMospyros  anceps  Heer. 

Heer  1.  e.  Bd.  III.  S.  12,  Tat'.  102,  Fig.  15—18. 
F  u  n  d  o  rt :  Savine  (Stollen). 

Aus  oben  bezeichneter  Localität  liegen  mir  einige  Blätter  vor,  welche  mit  den  a.  a.  0.  abgebildeten, 
insbesondere  mit  Fig.  16  — 18,  übereinstimmen. 

Diospyros  lotoides  Ung\ 
Unger,  Sylloge  plant,  foss.  III,  p.  30,  tab.  tu.  fig.  1—12. 
Fundort:  Savine  (Stollen). 

An  bezeichneter  Lagerstätte  fand  ich  einige  Blätter  dieser  Art.  Das  eine  gleicht  dem  in  Fig.  8,  ein 
anderes  dem  in  Fig.  11  der  Sylloge  plant,  foss.  abgebildeten  Blatte  am  meisten.  Ein  drittes  gleicht  dem  auf 
unserer  Tafel  XXIII  im  Naturselbstdruek  dargestellten  Blatte  Fig.  ö  der  analogen  D.  Lotus. 

Diospyros  sagoriana  n.  sp. 

Tat".  XIV,  Fig.  17—21. 

/'.  calyce  quinquefido ,  laciniis  inaequalibus  ovato-ellipticis,  rotuwdato-obtusis.  Bacca  elliptico-globosa,  ex- 
succa;  foliis  coriaeeis  lanceolatis  utrinque  aequaliter  attenuatis,  integerrimis,  p/urinerviis;  nervatione 
dictyodroma,  nervo  primaria  valido,  recto,  apicem  versus  valdo  attenuato,  ner>-is  secundariis  suh  angulis 
40 — 50    orientibus,   approximativ  subtilibus,  ßexuosis  abbreviatis  in  rete  dissolutis. 

Fundorte:  Sagor  (Bachschiehte),  Savine  (Steinbruch  und  Stollen). 

Nur  in  der  Blattform  stimmt  diese  Art  mit  der  vorhergehenden  vollkommen  überein.  Bezüglich  der  leder- 
artigen Textur  und  in  der  Nervation  des  Blattes  weicht  dieselbe  von  I>.  lotoides  wesentlich  ab. 

Von  den  Blättern  der  recenten  Diospyros-Arten  zeigt  D.  lanoeolata  Poir.  von  Madagaskar  (Ett.  Blatt- 
skelete  der  Dikotyledonen,  Taf.  37,  Fig.  12)  eine  sehr  bemerkeuswerthe  Übereinstimmung  in  allen  Merk- 
malen. Die  kurzen,  geschlängelten,  ziemlich  genäherten  Secuiidärnerven  und  die  Maschen  des  Netzes,  in 
welches  sieh  dieselben  auflösen,  gleichen  denen  der  genannten  lebenden  Art  vollkommen. 

Das  in  der  Form  mit  dem  beschriebenen  Dzospyros-BlattQ  übereinstimmende  Blatt  der  Myrstne  Gentau- 
rorum  U  ng.  aus  der  fossilen  Flora  von  Radobqj  unterscheidet  sich  von  ersterem  durch  die  stärkeren  entfernter 
von  einander  gestellten,  unter  stumpferen  Winkeln  abgehenden  Secuiidärnerven. 

Zu  dieser  Art  zähle  ich  den  fünflappigen  Kelch,  Fig.  19,  und  die  elliptisch-kugeligen  trockenen  Beeren 
Fig.  17.  18  und  21,  welche  sich  mit  Blattresten  der  Diospyros  sagoriana  in  den  Schichten  des  Stolleus  von 
Savine  fanden.  Der  erwähnte  Kelch  ist  etwas  grösser  als  der  von  Diospyi-os  Royena  Ung.  (Sylloge,  III, 
Taf.  9,  Fig.  18)  und  unterscheidet  sich  von  diesem  durch  die  abgerundet  stumpfen  Lappen. 

Diospyros  IVorfaiii  Ung. 

Tat'.  XII.   Fig.   23,   24. 
Unger,  Sylloge  plant,  foss.  HI,  p.  -J7.  tab.  '.'.  tia;.  in — 12. 
Fundort:  Savine  (Stollen). 

Der  tiefere  Eindruck  im  Gestein,  die  stark  verkohlte  Substanz  und  die  unregelmässig  runzlige  Oberfläche 
lassen  die  Deutung  der  in  Fig.  23  und  24  abgebildeten  Fossilien  als  trockene  Beeren  vollkommen  zu.  Es 
dürfte  auch  zweifellos  -ein.  dass  die  beiden  Beeren,  welche  nur  in  der  Grösse  unbedeutend  von  einander 
abweichen,  zu  Einer  und  derselben  Art  gehören.  Weniger  sicher  ist  die  Bestimmung  derselben  als  Diospyros- 
Beeren.  Doch  spricht  hiefür  das  Vorkommen  der  Blätter  dieser  Gattung  in  den  gleichen  Schichten,  in  welchen 
die  erwähnten  Beer,  n  gelunden  worden  sind.  Ich  vermag  jedoch  keiner  der  oben  beschriebenen  Arten  von 
Dwspyros-"B]'Attern  diese  Beeren  mit  hinreichender  Wahrscheinlichkeit  zuzuweisen.  Die  vollkommene" Über 
einstimmung  derselben  mit  den  von  Unger  unter  der  Bezeichnung  Diospyros  Wödani  beschriebenen  Beeren 


Du  fossile  Flora  von  Sagor  in  Krain.  17  7 

aus  der  fossilen  Flora  von  Radoboj  veranlasste  mich,  für  die  fraglichen  Beeren  eben  diese  Bezeichnung  zu 
wählen,  es  späteren  Forschungen  überlassend,  zu  ermitteln,  in  welcher  Beziehung  diese  Art.  von  der  nur 
Kelch  und  Beeren  bekannt  worden  .sind,  zu  jenen  fossilen  Diospyros- Arten  steht ,  von  denen  nur  Kelch  und 
die  Blätter  oder  nur  diese  allein  beschrieben  worden  sind. 

Von  den  zu  der  vorhergehenden  Art  gebrachten  Beeren  unterscheiden  sich  die  Beeren  von  L>.  Wodani 
leicht  durch  ihre  kugelige  Form.  Die  in  der  Sylloge  plant,  foss.  Fig.  12  abgebildete  Beere  liegt  hinsichtlich 
der  Grösse  fast  in  der  Mitte  zwischen  den  beiden  in  Savine  aufgefundenen  Exemplaren.  Die  Beere  Fig.  23 
ist  noch  mit  Resten  des  Kelches  versehen. 

Ord.    STYRACEAE. 
^t/utplocos  radobojana  Ung. 

Tat'.  XIV.   Fig.   11  —  16. 
Ung  er,  Sylloge  plant,  foss.  III.  p.  .;.;.  tab.  11,  fig.  .">— 7. 

Fundort:   Savine  (Steinbruch  und  Stollen). 

Von  dem  Steinkerne  dieser  Art  liegen  mir  mehrere  Exemplare  aus  Savine  in  verschiedener  Grösse  und 
Erhaltungs weise  vor.  Bei  allen  lässt  sich  die  Naht  des  zweifächerigen  Steinkerns  durch  einen  mehr  oder 
weniger  feinen  bei  manchen  anscheinend  etwas  hervortretenden  Streiten  an  der  Oberfläche  erkennen.  Nicht 
immer  liegt  dieser  Streifen  in  der  Mitte  der  Fläche  des  Fossils,  eine  gerade  die  Basis  und  Spitze  der  Frucht 
verbindende  Linie  bildend.  Bei  einigen  sieht  man  ihn  als  mehr  oder  weniger  seitliche  dem  Bande  parallele 
krumme,  den  beiden  Enden  der  Frucht  zulaufende  Linie  (Fig.  12,  13).  Bei  dem  grössten  Exemplar  Fig.  15 
ist  an  der  Fläche  kein  solcher  Streifen  erkennbar,  wohl  aber  unmittelbar  am  Bande.  Die  Erklärung  dieser 
Erscheinung  ist  einfach  in  der  zufälligen  verschiedenen  Lage,  welche  der  Steinkern  vor  der  Petrifieirung  an- 
genommen, zu  suchen,  und  erscheint  derselbe  desshalb  bald  von  der  Fläche  ,  bald  mehr  oder  weniger  von 
der  Seite  coniprimirt. 

Ausser  der  Naht  bemerkt  man  an  den  meisten  Kernen  einige  unregelmässige  Längsstreifen ,  wie  eben 
auch  an  den  in  der  Sylloge  abgebildeten  Exemplar  Fig.  5.  Diese  Streifen  gehen  zuweilen  in  Bunzeln  über, 
wie  bei  Fig.  10.  Anderen  Exemplaren  fehlen  sowohl  streifen  als  Runzeln  beinahe  gänzlich,  wie  z.  B.  Fig.  15 
zeigt.  Fig.  11  zeigt  einen  an  der  Naht  in  seine  zwei  Fächer  gespaltenen  Kern. 

Symplocos  savinensis  n.  sp. 

Tat'.   XIV,  Fig.   10. 
S.  putamine  subgloboso,   unüoculari  irregulartter  et  leviter  striata.   11  mülim.  ln„,jo,  9  millim.  lato. 
Fundort:  Savine  (Steinbruch), 

Das  beschriebene  Fossil  weicht  durch  seine  kugelige  Gestalt  von  dem  Steinkerne  der  Symplocos  radobo- 
jana ab,  gleicht  aber  mit  Ausnahme  der  fehlenden  Naht  demselben  in  allen  übrigen  Eigenschaften.  Sollte 
also  hier  ebenfalls  ein  Symplocos-Stemkem  vorliegen,  was  ich  für  das  Wahrscheinlichste  halte,  so  muss 
dieser  einfächerig  gewesen  sein. 

Class.   BICORNES. 

Ord.    ERIC  ACE  AE. 

Andromeda  protogaea  Ung. 

Tat'.  XIII.   Fig.   jn  — 33. 

ünger,  Fossile  Flora  von  Sotzka,  S.  43,  Taf.  23,  Fig.  2,  3,  :>— 9.  -  Ettingsh.  Tertiäre  Flora  von  Häring,  S.  64,  Tal'.  ■_••->. 
Fig.  1—8.  —  Heer,  Tertiärflora  d.  Schweiz,  Ud.  III.  Tat'.  101,  Fig.  26. 

Fundorte:  Sagor  (Friedhofschiebte,  Bachschichte  u.  s.  w.  >,  Savine,  Trifail,  Bresno.  Tüffer,  Godredesch. 

Deukschriften  der  mathem.-naturw.  Ol.    XXXVII.  Bd.  90 


178  0 onstantin  v.  Ettingshausen. 

Diese  Art  kommt  in  Sagor  fast  ebenso  häutig  und  in  ebenso  vielen  Formen  wie  zu  Sotzka  vor.  Nur  selten 
lassen  sieh  die  sehr  feinen  Secundärnerven  wahrnehmen;  diese  sind  einander  mehr  genähert  als  an  den  von 
Heer  a.  a.  0.  dargestellten  Blättern,  wesshalb  ich  zweifle,  dass  die  Schweizer  Blätter  hieher  gehören. 

Da  ich  an  keinem  der  mir  aus  Sotzka  vorliegenden  Blattfossilien  dieser  Art  die  Nervafion  deutlieh  wahr- 
nehmen konnte  und  diese  in  Unger's  Abhandlung  nicht  dargestellt  ist.  so  habe  ich  zur  Vergleichung  mit  den 
erwähnten  Blattfossilien  der  Schweizer  Tertiärflora  die  an  einigen  Blättern  der  Andromeda  protogaea  aus  den 
Savine-Schichten  vortrefflich  erhaltene  Nervation  in  Fig.  33  »  schwach  vergrössert  dargestellt.  Sie  nähert 
sich  sehr  der  Nervation  von  Andromeda  > Leucotkoe)  ooriifolia  Tat'.  XXIII,  Fig.  10.  Die  hier  in  Fig.  20 — 33 
zur  Anschauung  gebrachten  Blattformen  geben  zusammengehalten  mit  den  in  Unger's  fossiler  Flora  von 
Sotzka  auf  der  Tafel  23  dargestellten  nun  ein  ziemlich  vollständiges  Bild  von  der  Variation  in  der  Blattbildung 
dieser  Art. 

Eine  kurze  Übersieht  der  bis  jetzt  beobachteten  Formen  möge  hier  Platz  linden. 

1.  Der  Blattstiel  erreicht  oder  übertrifft  die  halbe  Länge  der  Lamina.  Hieher  Fig.  2  und  8  der  Sotzka- 
Flora  und  Fig.  33  unserer  Tafel  XIII. 

2.  Der  Blattstiel  erreicht  nicht  10  Millim.  Länge.  Hieher  die  Fig.  •';.  5,  und  9  der  Sotzka-Flora,  ferner 
Fig.  30  und  32  auf  unserer  Tafel. 

Zwischen  den  Formen  1  und  2  liegen  die  zahlreichsten  Übergänge.  Andromeda  tristis  Ung.  der  Sotzka- 
Flora  ist  desshalb  nur  eine  kleinblättrige  Form  der  .1.  protogaea  mit  kürzerem  Blattstiel. 

:;.  Mit  stark  hervortretendem  Primärnerv.  Fig.  1  der  Sotzka-Flora;  Fig.  22.  24.  25,   28.  :;<».  ;;i  unserer 

Tafel. 

4.  Mit  dünnem,  nicht  oder  schwächer  hervortretenden  Primärnerv,  Fig.  6,  7  der  Sotzka-Flora,  Fig.  20. 
27    32  unserer  Tafel.  Übergänge  zwischen  den  Formen  3  und  4  zeigen  Fig.  2(i  und  33  unserer  Tafel. 

ö.  Mit  stumpflicher  deutlich  gerundeter  Basis.  Fi-.  :),   7  der  Sotzka-Flora:  unsere  Fig.  25  und  33. 

6.  Mit  verschmälerter  vorgezogener  Basis.  Fig.  S  der  Sotzka-Flora,  Fig.  20,  22  und  30  unserer  Tafel. 
Übergänge  zwischen  den  Formen  5  und  6  unsere  Fig   23,  31  und  32. 

7.  Mit  abgerundet- stumpfer  oder  ausgerandeter  Spitze.  Fig.  2  und  4  der  Sotzka-Flora;  die  eine  mon- 
ströse Bildung  zeigende  Fig.  22,   lerner  Fig.  21  a  und  b  unserer  Tafel. 

8.  Mit  verschmälerter  oder  zugespitzter  Spitze.   Fig.  6  der  Sotzka-Flora.  unsere  Fig.  29,  31  und  33. 
Übergänge  zwischen  den  Formen  7  und  8  zeigen  Fig.  20  und  2(3  unserer  Tafel. 

9.  Mit  elliptischer  oder  breit  lanzettförmiger  Lamina.    Fig.  7  der  Sotzka-Flora ,  Fig.  24  und  31   unserer 

Tafel. 

H>.  Mit  schmaler  lineal-lanzettlicker  Lamina.  Fig.  27  unserer  Tafel. 

Andromeda  sagoriana  n.  sp. 

Tat'.  MV,  Fig.  l,  2. 

A.  foliü  subcoriaeeis,  lanceolatis.   acuminatis,  integerriniis,  apice  obtusiusculo  mucronatis,   nervatione  dietyo- 

dröma,    nervo  primaria  prominente,  recto  excurrente,    nervis  secundaria  sub  angulo  recto  exeuntibus, 

tenuissimis,  ßexuosis  ramdsis. 

Fundort:  Savine  (Stullen'. 

Von  Andromeda  neriiformis  und  .4.  venulosa  Sap.,  welche  wahrscheinlich  nur  Eine  Art  der  fossilen 
Flora  von  Fenestrella  bilden,  durch  die  stumpfliche,  mit  einer  kleinen  Borste  bewaffnete  Spitze,  die  anschei- 
nend etwas  zartere  Textur  und  die  unter  rechtem  Winkel  entspringenden  Secundärnerven  verschieden. 

Jihododetuh-oii  sagorianvmn  n.  sp. 

Taf.   XIV.  Fig.  30 

Uli.    foliis   breviter  petiolatü    coriaeeis,    linear i-lanceolatis ,    utrinque    angustatis,    integerrimis ,    nervatione 
camptodröma,    nervo  primario  valido,  recto  excurrente .   nervis  seeundariis  sub  angulis  70— SO"  orte//- 


Die  fossile  Flora  von  Sago?-  in  Krain.  179 

tibus,   tenuibus ,  flexuosis ,   laqueos  formantibus ,    nervis  tertiariis  in  latere  externo  angulis  obtusis,    in 
latere  interna  angulis  subrectis  egredieniibus,   tenuissimis,    inter  se  conjunctis. 

Fundort:  Savine  (Stollen). 

Mit  Rhododendron  Haueri  Ett.  der  fossilen  Flora  von  Bilin  am  nächsten  verwandt,  aber  durch  folgende 
Merkmale  von  demselben  verschieden.  Die  Blätter  sind  lineal-lanzettförmig,  an  der  Basis  sowohl  als  nach 
der  Spitze  mehr  verschmälert.  Der  Primärnerv  ist  bedeutend  schwächer;  die  Secundärnerven  entspringen 
unter  stumpferen  Winkeln  und  sind  kürzer,  die  Schlingen  deutlich  hervortretend,  dem  Rande  fast  parallel- 
laufend; die  Tertiärnerven  begrenzen  schmälere  Segmente.  In  diesen  Eigenschaften  nähert  sich  die  beschrie- 
bene Art  noch  mehr  dem  jetztlebenden  Rhododendron  azalo ides  Desf. 

Letliim  limnophilum   Ung. 

Tat'.  XIII.  Fig.  17. 
Unger,  Sylloge  plant   foss.  III,  p.  40,   tab.  12,  flg.  4  — 26. 
Fnndo  rt:  Savine  (Stollen). 

Das  hier  abgebildete  kleine  schmale  gestielte  Blatt  verräth  in  seinem  Abdrucke  eine  steife  lederartige 
Textur  und  zeigt  nebst  einem  feinen  Primärnerv  einige  kaum  mit  unbewaffnetem  Auge  sichtbare  sehr  feine 
kurze  Secundärnerven,  die  unter  spitzen  Winkeln  entspringen.  In  genannten  Eigenschaften  stimmt  dieses 
Blatttossil  am  meisten  mit  den  bisher  nur  in  Parschlug  vorgekommenen  Blättern  von  Ledum  limnophilum 
überein.  Es  hält  die  Mitte  zwischen  den  einander  weniger  ähnlichen  Blättern  Fig.  25  und  26,  welche  Unger 
in   der  Sylloge  1.  c.   abbildete. 

Ord.    VACCINIEAE. 
Vaccinium  acheronticum  Ung. 

Unger,  Foss.  Flora  von  Sotzka,  S.  43,  Taf.  24,  Fig.  l,  3,  4  u.  6.  -  Heer,  Tertiärflora  d.  Schweiz,  Bd.  III,  S    10    Tat  101 
Fig.  29.  —  Ettingsh.  Fossile  Flora  von  Bilin,  II,   S.  18,  Taf.  39,  Fig.  5,  6. 

Fundort:   Savine  (Stollen). 

Von  dieser  in  der  Tertiärformation  sein-  verbreiteten  Art  habe  ich  aus  Sagor  nur  einige  Blätter  erhalten 
von  welchen  eines  mit  dem  in  Unger's  citirter  Abhandlung  abgebildeten  Blatte  Fig.  (i,  am  meisten  überein- 
stimmt. Kleinere  Exemplare  erinnern  an  die  Blätter  von  Vaccinium  crassifolium,  Taf.  XXIII,  Fig.  7-0. 

Vaccinium  Palaeo-Mij)>tMns  n.  sp. 

Tat'.  XIII,   Fig.    19. 

V.foliis  subcoriaeeis,   sessilibus,   rotundatis,   tenuiter  serratis ,  basi  integerrimis ,    nervatione  dictyodroma, 

"erV01" "'"'  «*"*»»<*>  apicen rsus  attenuato  excurrente,   nervis  secundaria  tenuissimis  approxima- 

tis,  flexuosis,    sub  angulis  50-60°  orientibus,   nervis  tertiär -iis  abbreviatis,   ramosis. 

Fundort:   Savine  (Stollen). 

Das  Blatt  Fig.  10  zeigt  einige  Ähnlichkeit  mit  den  Blättern  von  Myrsine- Arten,  unterscheidet  sich  aber 
von  den  Blattern  der  hier  am  ersten  in  Betracht  kommenden  M.  radobojana  Ung.  und  M.  europaea  Et» 
durch  den  fehlenden  Blattstiel,  die  mehr  rundliehe  Form,  die  feinere  Zahnung  des  Bandes  welche  nur  am 
Blattgrunde  fehlt,  und  durch  die  in  Fig.  19  «  vergrößert  dargestellte  Nervation.  Aber  in  allen  diesen  Eigen- 
schatten,  sow.e  auch  in  der  Textur  und  der  sitzenden  Basis  des  Blattes  stimmt  dasselbe  am  meisten  überein 
mit  Vaccmmm-Wmevn.  Ich  glaube  desshalb  nicht  zu  irren,  wenn  ich  dasselbe  zu  Vaccinium  stelle  und  es 
mit  unserem  I.  Myrtillus,  mit  dessen  Blatte  es  sehr  grosse  Ähnlichkeit  zeigt,  in  genetische  Beziehung 
bringe.  ö 


]S()  Gonstantin  v.  Ettings  hausen. 

Dialypetalae. 

Class.   DISCNATHAE. 

Ord.   ARAL1ACEAE. 

Cussonia  ambigua  n.  sp. 

Taf.  XIV,  Fig.  3-2. 
G   foliolis  coriaceü  varie  inciso-lobatis ,    lobts  integerrimis ,  nervo  primaria  recto  valido  prominente ,   nervi, 
"  '    secundariis  tenuibus,  sub  angulis  30—40°  orientibus,  approximatis,  ßexuosis  hyphodromis . 

Fundort :  Godredesch. 

Mit  manchem  Zweifel  brachte  ich  da.  vorliegende  Bruchstück  eines  grossen  lederartigen  Blattes  unter 
obige  Bezeichnung.  Dasselbe  verräth  eine  unregelmässige  Lappung  und  zeigt  fein  e  dem  unbewaffneten  Auge 
kaum  sichtbare  Secundärnerven,  welche  aus  einem  mächtigen  stark  hervortretenden  Primärnerv,  einander 
genähert  unter  ziemlich  spitzen  Winkeln  entspringen.  Ein  Blattnetz  ist  nicht  sichtbar;  die  Secundärnerven 
verlieren  sich  nach  gesehlängeltem  Verlaufe  in  die  Blattsubstanz.  Diese  wenigen  aber  bezeichnenden  Merk- 
male führten  mich  auf  die  Gattung  Cussonia,  in  welcher  Arten  vorkommen,  deren  grosse  bandförmig  gefie- 
derten Blätter  lederartige  Blättehen  besitzen ,  welche  eine  ähnliehe  Lappung  und  die  beschriebene  Nervation 
zei,en  Das  Merkmal  der  gewebläufigen  Secundärnerven  tritt  besonders  deutlich  an  Naturselbstabdrücken 
der  Blätter  hervor,  und  ich  verweise  desshalb  aui  den  Abdruck  eines  Blattes  von  Cussonia  thyrsiflora  Thunb. 
Fi-  60  auf  Seite  111  meines  Werkes  über  die  Blattskelete  der  Dicotyledonen. 

"  Das  fragliche  Blattfossil  wäre  nach  der  im  Vorhergehenden  begründeten  Ansicht  als  ein  Theüblättchen 
eines  Blattes  von  sehr  grosser  Dimension  zu  betrachten,  dessen  vollständige  Gewinnung  an  fossilen  Zustande 
allerdings  zu  den  grössten  Glücksfällen  gehört.  Dieses  Blatt  müsste  man  sich  ergänzt  beiläufig  von  der 
Gestalt  des  in  Unger's  Abhandlung  über  die  fossile  Flora  von  Kund  Taf.  17  abgebildeten  grossen  und  voll- 
ständig  erhaltenen  Cussonia-BMtes  denken,  das  mit  dem  Blatte  unserer  Art  bei  genauer  Vergleichung  eine 
nicht  geringe  Verwandtschaft  zeigt. 

Araliophyllum  Jiederoides  n.  sp. 
Taf.  XIV,  Fig.  8. 
A.foliis  compositis,  foliolis  subsessüibus  rigide  coriaceis,  rot.ndo.tis  vel  ellipticü  obliauis  sublobatis   rel 
repandis,  margine  revolutis,   basi  trinerviis. 
Fundort:   Savine  (Stollen). 

Die  vorliegenden  kleinen  Blattfossilien  haben  einige  Ähnlichkeit  mit  denen  von  Eedera  Kargii  A 
Braun  sind  jedoch  nicht  deutlich  gelappt  und  von  feineren  mehr  bogenläufigen ,  entfernt  von  einander  ste- 
henden Secundärnerven  durchzogen.  Der  Habitus  dieser  Fossilien  deutet  mit  ziemlicher  Bestimmtheit  darauf 
lliu  dass  dieselben  als  Theüblättchen  eines  bandförmig  oder  fiederar.ig  zusammengesetzten  Blattes  zu 
betrachten  sind.  Der  sehr  verdickt  erscheinende  Band  derselben  zeigt  die  Einrollung  daselbst  an.  Der  Abdruck 
verräth  eine  steife  Blattbeschaffenheit.  Die  Nervation  ist  unvollkommen  strahlläufig.  Die  seitlichen  zwei 
Basalnerven  sind  ungleich  der  stärkere  mit  einigen  Aussennerven  besetzt.  Die  wenigen  Secundärnerven  smd 
etwas  feiner  als  die  seitlichen  Basalnerven  und  bilden  dem  unbewaffneten  Auge  kaum  deutlich  s.chbare 
Schlingen  Das  sehr  feine,  aus  viereckigen  Maschen  bestehende  Netz  ist  in  Fig.  8  a  vergrößert  dargestellt. 
Die  angegebenen  charakteristischen  Merkmale  deuten  weniger  auf  die  Papilionaceen  oder  Mimoseen  als 

vielmehr  auf  die  Araliaceen  und  Ampelideen  hin. 

Das  Vorkommen  der  Araliaceen  in  der  Flora  der  Tertiärzeit  habe  ich  schon  seit  Langem  erkannt  . 
Haidinger,  Bericht  über  die  foss.  Flora  von  Radoboj,  Sitzungsbe,  Bd.  V,  S.  91  und  Ettingsh.  B  att- 
skelete  der  Dikotyledonen,  8.  XLIII).  Heer  „ndSapoHa  haben  fossile  Araliaceen  nachgewiesen,  welche 


Die  fossile  Flora  von  Sago?-  in  Krain.  181 

den  Gattungen  Hedern  und  Aratia  unzweifelhaft  angehören.  Der  Flora  von  Sagor  fehlt  diese  Familie  keines- 
wegs, wie  ich  nach  einigen  Resten  mit  Sicherheit  annehmen  zu  können  glaube,  doch  wage  ich  es  nicht,  die- 
selben jetztweltlichen  Gattungen  einzureihen. 

AraUophyllwm  crenulatum  n.  sp. 

Taf.  XIV,  Fig.  5,  6. 
L.  foliis  digitatis ff J,  foliolis  coriaoeis ,   ovatis  vel  ellipticis ,   basi  in  petiolum  brevem  produetis ,   apicebre- 
viter  acuminatis,   margine  crenulatis ,   nervatione  camjptodromn ,    nervo  primario  distincto ,   excurrente 
nervis  secundaria  sub  angulis  40—00°  exeuntibus,  flexuosis,  laqueos  formantibus ,   nervis  tertiariis  an- 
gulo  subrecto  insertis,   inter  se  conjunctis. 

Fundort:  Savine. 

Vorliegendes  Blattfossil  dürfte  in  der  Ordnung  der  Araliaceeu,  wo  einige  von  Saporta  beschriebene 
Arten  der  fossilen  Flora  von  Armissan  demselben  in  der  Nervation  und  Form  nahe  kommen,  den  passendsten 
Platz  finden.  Aralia  legitima  Sap.  unterscheidet  sich  von  unserer  Art  nur  durch  einen  längeren  Stiel ,  den 
ganzen  Rand  und  die  etwas  entfernter  stehenden  Recundärnerven. 

AraUophyllwm  asperum  n.  sp. 

Taf.  XIV,   Fig.  3. 
A.  foliis  digital,:»  ( ?),  foliolis  coriaoeis  oblong o-ovatis  vel  ellipticis  breviter  petiolatis ,    denticulatis,    nervo- 
tione  camptodroma,    nervo  primaria  prominente,    nervis  seeundariis  sub  angulis  60—70°    orientibus, 
tenuissimis  subsimplioibus. 

Fundort:  Savine  (Stollen). 

Mit  der  Aralia  inaequalis  Sap.  in  der  Nervation  am  meisten  übereinstimmend,  jedoch  von  dieser  Art 
durch  die  gleiche  Basis  der  Blättehen  und  die  Zähnung  des  Randes  abweichend. 

AraUophyllwm  Saportanwm  n.  sp. 

Tat:  XIV,  Fig.   4. 
A.  foliis  digitatis ,  foliolis  coriaoeis,   sessilibus,   ovatts  vel  ellipticis ,    utrinque  obtusis ,   integerrimis ,   nerva- 
tione camptodroma,   nervo  primaria  valido,    apicem  versus  attenuato,   excurrente,   nervis  seeundariis  sub 
angulis   40—50°    orientibus,    tenuibus   subßexuosis,    nervis    tertiariis   tenuissimis    abbreviatis     dietyo- 
dromis. 

Fundort:  Savine  (Stollen). 

Ein  elliptisches  Blättchen  von  lederartiger  Textur,  welches  in  der  Tracht  und  Nervation  am  meisten 
denen  der  vorhergehenden  Arten  sich  anschliesst.  Es  ist  jedoch  ganzrandig  und  dadurch,  sowie  auch  durch 
die  kurzen,  sogleich  in  ein  aus  quer-elliptischen  Maschen  zusammengesetztes  Netz  aufgelösten  Tertiärnerven 
von  denselben  verschieden.  An  der  Basis  bemerkt  man  den  Rest  des  gemeinschaftlichen  Blattstieles,  mit  dein 
es  noch  in  Verbindung  steht.  Von  Aralia  paiaeogaea  Ett.  der  Biliner  Tertiär-Flora  und  von  ,4.  Decaisnaei 
Sap.  der  fossilen  Flora  von  Saint-Zacharie  unterscheidet  sich  unsere  Araliophyllvmi-kxt  durch  die  sitzenden 
Blättchen  und  die  Feinheit  der  Secundärnerven. 

Ord.   AMPELIDEAE. 
Cissus  Heerii  ui. 

Tat.  XIV,  Fig.   9. 
Ettingsh,  Beitrage  z.  foss.  Flora  von  Sotzka,  S.  72,  Taf.  3,   Fig.  :;.  4. 

C.  foliis  pinnatis ,  foliolis  petiolatis  submembranaeeis  ovatis  vel  lanceolatis  vel  ovato-lanceolatis ,    basi  ,,,- 
aegualibus,    apice  acutis  vel  acuminatis,    margine  dentatis  vel  inciso-dentatis,  dentibus  i -qua'libus,  acu- 


>•  eil. 


ts.)  Constantin  v.  Ettingshausi 

tis;   nervatione  dictyodroma,  nervo  primär io  tenui,  vix  fercurrente,  recto,  nervis  secundaria  tenuissimis, 

remotis,  sub  angulis  •25—40°  orientibus,   nervis  tertiariis  obsoletis. 

Fundort:  Sagor,  nächst  dem  Bache. 

An  bezeichneter  Fundstelle  sammelte  ich  das  kleine  Blattfossil  Fig.  9,  welches  sich  auf  den  ersten  Blick 
als  ein  Theiblättchen  eines  CY^s-Blattes  erkennen  lässt.  Es  passt  sehr  gut  zu  den  Theilbläitchen,  welche  ich 
bei  Sotzka  auffand  und  am  a.  0.  als  Gissus  Heerii  bezeichnete.  Es  hat  nur  die  Länge,  nicht  aber  die  Breite 
des  Blättchens  Fig.  3,  hingegen  die  Form  des  längeren  Blättchens  Fig.  4.  Es  hält  also  die  Mitte  zwischen 
den  beiden  einander  in  der  Form  etwas  unähnlichen  CWs-Blättehen  von  Sotzka  und  beweist  die  Zusam- 
mengehörigkeit derselben.  In  der  Zahnung  des  Randes  und  in  der  Beschaffenheit  der  Basis  gleicht  es  dem 
Blättchen  Fig.  4,  doch  ist  die  letztere  an  dein  von  Sagor  etwas  weniger  spitz  und  die  Zähne  treten  weniger 
hervor.  Der  Abdruck  deutet  mehr  auf  eine  zartere  als  auf  eine  lederartige  Textur.  Der  angegebenen  den 
Formenkreis  dieser  Art  ergänzenden  Abänderungen  wegen  musste  die  Diagnose  entsprechend  erweitert 
werden. 

Ord.   CORNEAE. 
Cornus  Bucht i  Heer. 

Tat.  XIV,  Fig.  31. 
Heer,  Tertiärflora  d.  Schweiz,  Bd.  III.   S.  2G,  Tat.  105.   Fig.  6-9.  -   Ettingsh.   Fossile  Flora  von  Bilin.  III,  S.  4,  Taf.  40, 
Fig.   32. 

Fundort:  Savine  (Stollen). 

Dieses  einzige  Cornus-BMt,  das  sich  unter  den  Fossilien  der  Sagor-Flora  fand,  dürfte  am  besten  zu  der 
bezeichneten  von  0.  Heer  beschriebenen  Art  passen.  Der  Stiel  ist  verloren  gegangen.  In  der  Grösse  der 
Lamina  gleicht  es  am  meisten  dem  von  mir  im  Biliner  Becken  aufgefundenen  Cornus-BMte,  das  ich  gleichfalls 
zu  C.  Bürhii  brachte,  obwohl  die  Blätter,  welche  Heer  a.  a.  0.  abbildet,  etwas  kleiner  sind  und  näher- 
stehende Secundärnerven  haben.  Nachdem  ich  die  Deckblätter,  genau  von  der  Form  und  Grösse  jener, 
welche  Heer  genannter  Art  zuweiset,  in  der  fossilen  Flora  von  Leoben  aufgefunden,  hatte  ich  Kenntniss  von 
der  grösseren  Verbreitung  dieser  Art  erh  ngt  und  zweifle  nun  nicht  daran,  dass  auch  das  in  Rede  stehende 
Cornvs-BMt  von  Savine  derselben  angehört. 

Ord.   LORAKTHACEAE. 
Loranthus  Palaeo-Micalypti  n.  sp. 

Taf.  XIV,  Fig.  26,  2S,   29. 
L    foliiscoriaceispetiolatis,  lanoeolatis  vel  obk  ngis ,   basi  in  petiolum  angustatis  ,   apice  acuminatis ,   nerva- 
'  tiöne  acrodroma,  nervo  primaria  prominente  excurrente,    nervis  lateralibus  basalibus  tenuibus;   apicem 

haud  attingentibus,   nervis  secundaria  paucis  tenuissimis,   angulis  60— 70°  insertis ,   nervis  tertiariis 

nullis. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch  und  Stollen). 

Der  völlige  Mangel  eines  Blattnetzes,  welchen  die  wohlerhalteuen  Blattfossilien  Fig.  26,  28,  29  deutlich 
offenbaren,  die  lederartige  Textur  und  die  feinen  spitzläufigen  Basalnerven  sind  in  Verbindung  nut  der 
schmalen  lanzettlichen  Form,  Merkmale,  die  man  vorzugsweise  an  Lorantkus-Bimev»  wahrnimmt.  Zudem 
ist  an  einigen  Stellen  dieser  Blattfossilien  eine  Runzelnng  der  jedenfalls  dicken  überhaut  deutlich  sichtbar, 
wie  eine  solche  den  Lorantkus-BlMtem  zukommt.  Es  ist  daher  kaum  zu  zweifeln,  dass  wir  hier  Reste  e.nes 
Loranthus  vor  uns  haben,    und  dass  die  drei  nur  in  der  Grösse  etwas  verschiedenen  Blätter  zu  einer  und 

derselben  Art  gehören. 

Das  Vorkommen  der  genannten  Gattung  in  der  Flora  der  Tertiärperiode  habe  ich  bereits  an  anderer 
stelle  (Beiträge  z.  Kenntniss  d.  fossilen  Flora  von  Radoboj,  Sitzungsber.  Bd.  LXI,  &  57)  nachgewiesen. 


s 


I h',  fossile  Flora  von  Sago?'  in  Kram.  183 

Während  aber  das  Loranthus-Blutt  von  Radoboj  unserem  L.  europaeus  am  nächsten  kommt,  zeigen  die  oben 
beschriebenen  Blätter  die  meiste  Ähnlichkeit  mit  denen  von  Loranthus  miraculosus  Miq.  (Ett.  Blättskelete 
der  Loranthaceen,  Denkschriften,  Bd.  XXXII.  Taf.  II,  Fig.  27— 29),  einer  in  Neuholland  die  Eucahjptus- 
Bäume  bewohnenden  Art.  Es  ist  sonach  durch  diese  Loranthus-Bl&tter  der  Sagor-Flora  auch  auf  die  Gattung 
Eucalyptus  hingewiesen  und  um  so  wahrscheinlicher,  dass  der  Schmarotzerstrauch,  dem  sie  angehörten,  auf 
Eucalyptus-B'äamen  vegetirte,  als  Blattfossilien,  die  nur  zu  letztgenannter  Gattung  gehören  können,  in  Sagor 
häufig  fossil  vorkommen. 

Lovantlnts  ejcti actus  n.  sp. 

Taf.  XIV,   Fig.   25. 

/..  brevtter  petiolatis  cortaceis,  oblongis,  obtusis,  nervatione  brochidodroma ,  nervo  primario  prominente  ex- 
currente ,  nervis  secundariis  tenuibus,  sub  angulo  40 — 50°  orientibus,  arcuatis,  arcubus  laqueorum 
tenuissimis ,    nervis  tertiariis  paucis. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Dieses  kleine  Blatt,  dessen  Abdruck  eine  lederartige  Textur  verräth,  könnte  man  bei  oberflächlicher 
Untersuchung  sein-  leicht  mit  dem  Blatte  von  Santalum  osyrinum  Ett.  (Vergl.  I.  Theil.  Taf.  X.  Fig.  23),  dem 
es  in  der  Thal  sehr  ähnlich  siebt,  verwechseln.  Auch  Hesse  sieh  der  Schlingenbildung  wegen  die  Ansicht 
hinstellen,  dasselbe  habe  einer  Myrtacee  angehört.  Von  genanntem  Santalum-JShtte  unterscheidet  es  sich 
durch  die  schlingläufige  Nervation  und  die  weniger  spitzen  Ursprungswinkel  der  Secundärnerven  sieher.  Die 
Ordnung  der  Myrtaeeen  aber  ist  hier  wegen  des  Mangels  eines  vollkommen  entwickelten  Blattnetzes,  das  sieh 
bei  dem  wohlerhaltenen  Fossil  gewiss  müsste  wahrnehmen  lassen,  wenn  ein  solches  vorhanden  gewesen,  voll- 
ständig ausgeschlossen.  Ausserdem  ist  der  Schlingenbogen  der  Secundärnerven  nicht  randständig;  die  Myr- 
taceen-Blätter  haben  aber  zum  bei  weitem  grössten  Theile  randständige  Schlingenhogen ,  die  oft  zusammen- 
fliessend  einen  saumläufigen  Nerv  darstellen. 

Es  bleibt  somit  nur  noch  übrig,  das  beschriebene  Blatt  zu  Loranthus  zu  stellen,  wo  in  der  Tiiat  in  den 
Blättern  von  L.  oleaefolius  Cham,  et  Schi.  (Ett.  Loranthaceen  1.  c.  Taf.  X.  Fig.  10—15,  Taf.  XI.  Fig.  5 
vom  Cap,  die  ihm  näehstkommende  Bildirng  zu  finden  ist. 

Lorantlvus  Palaeo-Exocarpi  n.  sp. 

Taf.  XIV,  1  ig.  27. 

L.  foliis  linearibus  vel  lineari-lanceolatis,  cortaceis,  nervatione  acrodroma,  nervo  primario  tenut,  haud pro- 
minente,   nervis  st   undariis  tenuissimis  vix  co7ispicuis ,   nervis  tertiariis  nullis. 

Fundort:   Savine  (Stollen). 

Dieses  Blatt  bat  Ähnlichkeit  mit  schmalen  Formen  von  Vodocarpus  eocenica  Ung.,  von  welchen  es  sich 
aber  durch  das  Vorhandensein  von  Secundärnerven  sicher  unterscheidet.  Die  spitzläufigen  seitlichen  Basal- 
nerven, der  Mangel  eines  ausgebildeten  Blattnetzes  und  die  lederartige  Textur  deuten  entschieden  auf  Loran- 
thus hin,  wo  uns  in  L.  Exocarpi  liehr  von  Neuholland  (Ett.  1.  c.  Taf.  3,  Fig.  14.  15)  eine  der  Blattbildung 
nach  vollkommen  analoge  Art  entgegentritt. 

Phthtrusa  Palaeo-TJieobromae  n.  sp. 

Taf.  XIV,  Fig.  -24. 

Vh.  foliis  superficie  tenuiter  rugosis ,  cortaceis,  ovatis,  basi  angustatis ,  ttervatiom  brochidodroma,  nervo 
primario  valido  prominenU  .  n  cto,  m  rvis  secundariis  >■  nuibus  rectis,  approximatis,  sub  angulis  60 — 65" 
orientibus,    nervis  tertiariis  inconspicuis. 

Fundort:  Sagor  (Friedhofschichte  . 

Die  feinrunzlige  Oberflächenbeschaffenheit  dieses  Blattes  (s.  d.  Vergrösserung  Fig.  24  a),  in  Verbindung 
mit  den  übrigen  oben  beschriebenen  Merkmalen   führt  sogleich  auf  die  Ordnung  der  Loranthaceen.  wo  die 


jgj.  Constantin  v.  Ettingsh 


aus  en. 


im 


tropischen  Amerika  einheimische  Phthirusa  Theobromae  Willd.  (Ett.  Loranthaceen  1.  c.  Tai'.  VII, 
Fig.  14— IG)  die  meiste  Ähnlichkeit  in  der  Blattbildimg  verräth.  Unser  Blattfossil  weicht  von  den  Blättern 
der  genannten  lebenden  Art  nur  durch  die  geradlinigen  und  einander  mehr  genäherten  Secundärnerven  ab. 

Class.    CORNICULATAE. 

Ord.    SAXIFRAGACEAE. 

Cällicoma  pannonica  Ung. 

Unger,  Sylloge  plant,  foss.  III,  p.  41,  tob.  13,  fig.  1.  —    Syn.  Quercus  Cyri  Ung.  Flora  von  Sotzka,  S.  33,  Tat.  10,  Fig.  4 
F  u  n  d  ort:  Savine  (.Stollen). 

Vergleicht  man  das  a.  a.  0.  abgebildete  Blatt  der  Cällicoma  pannonica  Ung.  mit  dem  unter  der  Bezeich- 
nung Quercus  Cyri  Ung.  dargestellten  Blatte  der  fossilen  Flora  von  Sotzka,  so  wird  man  überrascht  von 
der  Übereinstimmung  dieser  Reste  in  allen  Merkmalen.  Auf  die  grosse  Ähnlichkeit  des  letzteren  mit  dem 
Blatte  der  Cällicoma  serratifolia  aus  Xeuholland  habe  ich  in  meinen  „Beiträgen  zur  foss.  Flora  von  Sotzka><, 
Sitzungsber.  Bd.  XXVIII,  S.  480  hingewiesen.  Bei  Sagor  wurde  ein  Blattfragment  gefunden,  welches  ich 
ebenfalls  nur  der  C.  pannonica  einreihen  konnte. 

Cällicoma  microphylla  m. 
Tat'.  XV,  Fig.  5. 
Ettingsh.  Fossile  Flora  von  Bilin,  III,  S.  5,  Tat'.  40,  Fig.  14—22. 
Fundort:  Savine. 

Bisher  fand  sich  bei  Sagor  nur  ein  einziges  Blatt  dieser  im  Polirschiefer  von  Kutschlin  nicht  selten  vor- 
kommenden Art.  Es  vervollständigt  die  Formenreihe  der  bis  jetzt  aufgefundenen  Blätter  genannter  Art  und 
beweist  damit  die  Zusammengehörigkeit  derselben.  Denkt  man  sich  die  verletzte  Spitze  ergänzt,  so  passt  es 
am  besten  zu  dem  Blatte  Fig.  17  der  Biliner  Flora ,  mit  dem  es  auch  die  grössere  Verschmälerung  an  der 
Basis  theilt.  In  den  übrigen  Merkmalen  reiht  es  sich  an  die  kleineren  Blattformem  Fig.  15  und  22  a.  a.  0. 

Ceratopetälum  haervngianum  m. 

Ettingsh.  Tertiäre  Flora  von  Häring,  8.  65,  Tat'.  22,  Fig.  13—26. 

Fundort:  Savine. 

Es  liegt  mir  ein  Theilblättchen  vor,  welches  zu  den  a.  a.  0.  abgebildeten  Formen  Fig.  18  und  20  voll- 
kommen passt. 

Weinmannia  soteMana  m. 

Tat.  XV,  Fig.  2—4. 
Ettingsh.  Beiträge  z.  Kenntuiss  d.  foss.  Flora  von  Sotzka,  Sitzungsber.  Bd.  XXVIII,  S.  532.  -  Syn.  Celastrus  Andromeäae 
Ung.  1.  e.  Tat.  30,  Fig.  6  u.  8.  (Ex  parte.)  -  0.  dubius  Ung.  1.  c.  Tat'.  30,  Fig.  14.  iEx  parte.) 

Fundort:    Savine  (Steinbruch  und  Stollen). 

Durch  grössere  gekerbte  Theilblättchen  unterscheidet  man  diese  Art  von  der  sehr  ähnlichen  Weinmannia 
paradisiaca  Ett.  ans  der  fossilen  Flora  von  Häring.  Fig.  3  stellt  ein  Endblättchen,  Fig. 4  ein  Seitenblättchen, 
Fig.  2  ein  nicht  vollständig  erhaltenes  ganzes  Blatt  dar.  Von  den  in  der  Form  ähnlichen  Blättern  des  Celastrus 
Andromedae  Ung.  und  einiger  anderen  Celastrineen  der  vorweltlichen  Flora  sind  die  bezeichneten  Fossilien 
durch  die  randläufige  Nervation  wesentlich  verschieden. 

Hydrcmgea     sagoriana  n.  sp. 
Taf.  XIV,  Fig.  22,  28. 
Floris  sterilis  lobis  calycinis  petaliformibus  obovatc-rotundis  integerrimis ;  foliis  subcoriaeeis,   ovato-ellipti- 

cis,   acutis,    Jentaus,   nervatione  camptodroma,    nervo  primaria   valido?   nervis  seeundariis   sub  angulis 

40—50°  orientibus,   ramosis,   subflexuosis,    nervis  tertiariis  transversim  conjunetis. 


Die  fossile  Flora  von  Sagor  in  Krain.  185 

Fundort:  Savine  (Stollen). 

0.  Weber  hat  in  seiner  „Tertiärflora  der  niederrheinischen  Braunkohlenformation a  Taf.  VII,  Fig.  2  den 
Abdruck  eines  Antholithen  ans  dem  Lignitlager  von  Orsberg  bei  Bonn  abgebildet  and  als  Getönia  oeningensis 
bezeichnet.  Ich  habe  denselben  als  eine  sterile  Blume  von  Hydrangea  bestimmt  und  das  sehr  ähnliche  hier 
in  Fig.  22  abgebildete  Blütenfossil,  welches  ich  im  Mergelschiefer  von  Savine  entdeckte,  als  vom  Ersteren 
specifisch  nicht  verschieden  gehalten  (Blattskelete  der  Dikotyledonen,  S.  231).  Es  bestehen,  jedoch  einige 
Unterschiede  zwischen  beiden,  welche  die  Vereinigung  zu  Einer  Art  als  gewagt  erscheinen  lassen.  Das 
Fossil  von  Orsberg  zeigt  wenigere  und  entfernter  von  einander  stehende  Nerven  in  den  Kelchlappen  und 
dadurch  eine  noch  grössere  Übereinstimmung  mit  den  sterilen  Blumen  der  in  China  und  Japan  einheimischen 
H.  Hortensia.  Der  Blumenkelch  von  Savine  zeigt  mit  breiterer  Basis  sitzende  Kelchlappen. 

Das  Blattfossil  Fig.  23  weicht  von  den  nur  bei  oberflächlicher  Besichtigung  als  ähnlich  erscheinenden 
Erlenblättern  durch  die  Nervation  sehr  ab.  Es  besitzt  ästige,  geschlängelte,  bogenläufige  Secundärnerven, 
deren  Äste  hin  und  wieder  durch  Schlingen  verbunden  sind.  Diese  und  die  übrigen  .Merkmale,  insbesondere 
die  fast  querläufigen  Tertiärnerven  sprechen  sehr  für  die  Gattung  Hydrangea.  Ich  habe  daher  keinen  Anstand 
genommen,  dasselbe  mit  dem  beschriebenen  Blumenkelch  zu  Einer  Art  zu  verbinden,  umso  mehr,  als  es  auch 
ganz  in  der  Nähe  desselben  liegend  in  den  Schichten  von  Savine  gefunden  worden  ist. 

Hydrangea  dubia  n.  sp. 

Taf.  XV,  Fig.   1. 

iL  foliis  submernbranaeeis ,  oblongis  cuspidato-dentatis ,  nervatione  a;aspedodroma ,  nervo  primario  promi- 
nente, nervis  seeundariis  distinetis,  sub  ang'ulis  30 — 40"  orientibus,  flexuosis,  simplieibus ,  nervis  ter- 
tiariis  transversim  conjunetis. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Dieses  Blatt  unterscheidet  sich  sowohl  von  Ostrya-  und  Carpinus-  wie  auch  von  Ce&e's-Blättern ,  mit 
denen  es  der  randläufigen  Nervation  und  der  einfachen  Secundärnerven  wegen  allenfalls  verglichen  werden 
könnte,  sogleich  durch  den  eigenthümlichen  Verlauf  der  Secundärnerven  und  durch  die  querläufigen  Tertiär- 
nerven.  Ich  glaube  dieser  letzteren  Merkmale  wegen  dasselbe  zu  Hydrangea  stellen  zu  können,  bei  der  auch 
Arten  mit  randläufiger  Nervation  und  länglicher  Blattform  vorkommen.  Über  die  Richtigkeit  dieser  Ansicht 
werden  aber  erst  vollständiger  erhaltene  Fossilien  sicheren  Attfsclihiss  geben  können. 

Class.    POLYCARPICAE. 
Ord.    MAGNOLIACEAE. 
Magnölia  Dianae  Eng. 

Unger,  Sylloge  plant,  foss.  I,  p.  28,  tab.  II,  fig.  1—4;  III,  tab.  14,  Hg.  i  —  7. 

Fundort:    Savine  (Steinbruch). 

Ein  an  genanntem  Fundort  gesammeltes  Magno  lia-B\a.t\  gleicht  in  Form  und  Nervation  ganz  und  gar 
den  von  Unger  beschriebenen  Blattfossilien.  Jedoch  ist  der  Stiel  etwas  länger  als  der  beim  ziemlich  lang- 
gestielten Blatte  Fig.  2  der  Sylloge.  Da  jedoch  die  Blätter  der  analogen  lebenden  Magnölia  grandiflora  in 
der  Länge  des  Blattstiels  nicht  minder  variiren  ,  so  kann  unser  fossiles  Magnolia-Tl\ait  noch  ganz  wohl  zur 
Formenreihe  der  M.  Dianae  gehören. 

Class.    NELUMBIA. 
Ord.   NYMPHAEACEAE. 

Anoectomeria  Brongniarti  Sap. 

Saporta,  Etudes  sur  la  Vegetation  du  Sud.-Est  de  la  France  ä  l'epoque  tertiaire,  II.  p.  i -j 4.  pl.  7.  fig.  i;  p.  306,  pl.  10, 
fig.  i — 1.  —  Ettingsh.  Fossile  Flora  von  Bilin,  III.  s.  to,  Taf.  11.  Fig.  n  —  14. 

Denkschriften   der  matüem. -natura.    Cl      XXXVII.    Bd.  24 


186  Constantin  v.  Ettingshausen. 

F  u  n  d  o  r  t :  Hrastnigg. 

Von  genanntem  Fundorte  liegt  ein  Rhizonibruchstuck,  das  dieser  Art  angehört,  vor.  Es  gleicht  dem  von 
Saporta  in  Fig.  3  A  1.  c.  allgebildeten   Stücke  ganz  und  gar. 

Nymphaea  gypsorurn  Sap. 

Saporta  1.  c.  I,  p.  117,  pl.  12,  fig.  2.  —  Ettingsh  1.  c.  III.  S.  11,  Tat'.  41,  Fig.  lö. 

F  u  n  d  o  r  t :  Hrastnigg. 

An  der  Fundstelle  oben  aufgeführter  Nymphaeaeeen  kam  ein  Rhizombruchstüek  vor,  welches  zu  dem  von 
Saporta  a.  a.  0.  abgebildeten  vollkommen  passt. 

Ciass.  COLUMNIFERAE. 

Ord.   ROM  BACK  AK. 
Bonibax  sagorianum  m. 

Ettingsh.  Tertiärflora  d.  österr.  Monarchie.  I.  Fossile  Flora  von  Wien,  S.  21,  Tat'.  4,  Fig.  3. 

Fundort:   Savine  (Stollen). 

Bis  jetzt  hat  sich  nur  das  einzige  a.  a.  0.  abgebildete  Theilblättchen  dieser  Art  vorgefunden.  Als  die 
nächstverwandte  lebende  Art  bezeichne  ich  Bombax  glaucescens  Sw.  von  Brasilien,  deren  Blattskelet  in 
meiner  Abhandlung  über  die  Bonibaceen,  Denkschriften,  Bd.  XIV,  Taf.  II,  Fig.  1  und  Tat'.  IV,  Fig.  2  zur 
Darstellung  gelangten. 

Bomba.r  cJwrisiaefoliwm  m. 

Ettingsh.  Foss.  Flora  von  Bilin,  III.  S.  11,  Taf.  42,  Fig.  2.  4  n.  5. 

Fundort :  Trifail. 

Zwei  Theilblättchen,  welche  denen  der  tropisch-amerikanischen  Chorisia  speciosa  St.  Hil.  (vergl.  die 
citirte  Abhandlung  über  die  Bonibaceen,  Taf.  Ii  in  der  Form,  Textur  und  Nervatiori  am  meisten  ähnlich  sind. 
fanden  sich  am  bezeichneten  Orte.  Sie  passen  vollkommen  zu  den  von  mir  bereits  in  der  „Fossilen  Flora  von 
Bilin"  a.  a.  0.  beschriebenen  Blattfossilien  aus  dem  Polirschiefer  von  Kutschlin. 

Ord.   S  T  E  R  C  U  L I A  C  E  A  E. 

Sterculia  Labrusca  Ung. 

Taf.  XV,  Fig.  14.   lö. 

ünger,   Foss.  Flora  von  Sotzka,  Denkschriften,  Bd.  II.  S.  i:;,,  Taf.  49,  Fig.  1— 11.   —   Ettingsh.  Foss.  Flora  vom  Monte 
Promina,  1.  e.  Bd.  VIII.  S.  :;:.  Tat'.  14.  Fig.  7.  —    Foss.  Flora  von  Bilin,  1.  e.  Bd.  XXIX.  S.  13.  Taf.  43.  Fig.  4.  5. 

Var.  fi   St.  Labrasra  breriloba,  folüs  trilobis,   basi rotundatis,  lobt*  abbreviatis,   e  hast  lato  acutü  medi'o 

jjroduetiore. 
Var.  gj   St.  Labrusca  angustiloba,  folüs  trilobis,   basi  i>lituxis,  lobis  angustissimis  sub linear ibus,   in- 

aegualibus. 

Fundort  :  Savine  (Steinbruch  und  Stollen). 

Zur  Formenreihe  dieser  gleich  der  analogen  receuten  Sterculia  diversifolia  in  der  Blattform  sehr  ver- 
änderlichen Art  tüge  ich  die  Blätter  Fig.  14  und  15  von  Savine  hinzu.  Will  man  dieselben  den  in  meiner 
..Fossilen  Flora  von  Bilin1'  gegebenen  Übersieht  aufgestellten  Varietäten  einreihen,  so  würde  Fig.  14  zur 
Var.  (i  angustata;  Fig.  15  zur  Var.  c  aceroides  gehören.  Jede  dieser  Formen  zeigt  aber  solche  Abweichungen 
von  allen  bisher  bekannt  gewordenen  Blattformen  der  St.  Labrusca,  dass  sie  wohl  obige  separate  Bezeich- 
nung verdienen.  Die  Form  /  (Fig.  14)  schliesst  sich  durch  das  Blatt  Fig.  7  der  ,.Foss.  Flora  des  Monte  Pro- 
miiia-  der  Var.  c  an:  die  Form  g  (Fig.  13)  geht  einerseits  in  die  Form  a,  andererseits  in  die  Form  b  (vermit- 
telst des  Blattes  Fig.  7  der  „Foss.  Flora  von  Sotzka-)  über. 

Ausserdem  fand  sich  an  der  gleichen  Lagerstätte  ein  Blatt  der  Form  a  vor. 


Die  fossile  Flora  ran  Sago?1  in  Krain.  lv7 

Sterculia  laurina  in. 

Ettingsh.  Beiträge  z.  Kenntuiss  d.  foss.  Flora  von  Sotzka,  Sitzungsber.  Bd.  XXVIII,  S.  533,  Tat'.  -2,  Fig.  1.  —  Foss.  Flora 
von  Bilin,  Denkschriften,  Bd.  XXIX,  S.  14,  Tat.  42,  Flg.  l. 

Fundort:  Savine  (Stollen).  / 

Es  lieg't  nur  ein  Blatt  vor,  welches  mit  dem  in  Sotzka  aufgefundenen  in  allen  Merkmalen  übereinstimmt. 
Die  wohlerhaltene  Nervation  ist  ausserordentlich  ähnlich  der  des  Blattes  einer  ostindischeu  Sfercutia-Art, 
welches  in  meiner  Abhandlung  über  die  Nervation  der  Bombaceen  1.  c.  Taf.  10,  Fig.  3  im  Naturselbstdruck 
dargestellt  ist. 

Ord.   BÜTTXEBIACEAE. 

Pterospermum  sagorianum  n.  sp. 

Taf.  XV,  Fig.   17-19. 

/'.  foliis  coriaceis,  ovato-oblongis,  inter/eri-imia.  nei  •■<*  ■/•■//■  cainptuflromn.  nervo  j/rimario  prominente,  recto, 
nervis  secundariis  sub  angulis  55 — 65°  orientibus ,  nervt's  tertiariis  transversim  conjunctis;  seminibus 
alatis,   oblongis  basi  rotundatis,   api'ce  acurninatis. 

Fundort:  Säger,  nächst  der  Zinkhütte  (Tagbau,   Schichte  I). 

Das  vorliegende  Fragment  eines  länglichen  ganzrandigen  Blattes  von  lederartiger  Textur  zeigt  eine  Ner- 
vation, welche  mit  der  von  Pterospermum- Blättern ,  besonders  /'.  lanceaefolium  Roxb.  und  P.  suberifolium 
WM  Id.  (vergl.  Blattskelete  der  Dicotyledonen,  Tat'.  4M  und  50)  die  meiste  Ähnlichkeit  verräth. 

Von  P.ferox  Ett.  der  Schichten  von  Bilin  und  l'arschlug  unterscheidet  sich  die  beschriebene  Pterosper- 
mum-Art  durch  die  mehr  längliche  Blattforni  und  die  vollkommen  querläufigen  Tertiärnerven,  wodurch  sich 
letztere  Art  ganz  und  gar  an  die  bezeichneten  ostindischen  Arten  anschliesst. 

In  der  gleichen  "Fundstelle  wurden  Abdrücke  einiger  geflügelter  Samen,  Fig.  18,  1'.»,  gesammelt,  welche 
zu  Pterospermum  gehören  dürften.  Ob  und  inwieferne  diese  Samen  zu  denen  der  genannten  lebenden  Arten 
passen,  konnte  ich  nicht  ermitteln,  da  ich  mir  die  Samen  der  letzteren  bis  jetzt  nicht  verschaffen  konnte. 

Class.   GUTTIFERAE. 

Ord .   TER  N  S  T  R  0  E  M I A  C  E  A  E. 
lei'iistt'oeniia  bilinica  m. 

Ettingsh.  Fossile  Flora  von  Bilin,  III.  S.  17.  Tat'.  47.  Fig.  s_ io. 
Fundort:  Savine  (Stollen). 

Es  liegen  mir  nur  zwei  Blätter  dieser  Art  vor.  Das  grössere  hält  in  der  (inisse  und  Form  die  Mitte  zwi- 
schen den  Blättern  Fig.  9  und  10  aus  dem  Polirschiefer  von  Kutschlin,  die  in  der  „Foss.  Flora  von  Bilin" 
a.  a.  0.  abgebildet  sind.  Der  am  Abdrucke  scharf  hervortretende  Blattrand  zeigt  die  lederartige  Consistenz 
des  Blattes  an.  Als  analoge  lebende  Arten  bezeichnete  ich  eine  noch  unbestimmte  amerikanische  Art  (s.  meine 
Blattskelete  der  Dicotyledonen.  Taf.  53,  Fig.  5  und  11)  und  Ternstroemia  dentata  Sw.  ans  Guiana  (a.  a.  0. 
Taf.  53,  Fig.  8  i. 

Class.    ACERA. 

Ord.  ACERINE AE. 

Acer  trilobatum  A.  Braun. 

ünger,  Chlor,  prot.  p.  130,  tab.  41,  tig.  1—8.  _  Heer.  Tertiärflora  .1.  Schweiz,  IM.  III,  S.  47  u.  107.  Tat'.  2,  Fig.  3,  i.  6,  8, 
Taf.  110,  Fig.  IC— 21;  Tat.  111,  Fig.  1,  -2.  5—14,  16,  18—21;  Tat'.  112.  Fig.  l—  s  u.  11— 16;  Taf.  113—115;  Taf.  116, 
Fig.  1—3;  Tat'.  ISO,  Fig.  9,  9  Ä,  10.  —  Ettingsh.  Fossile  Flora  von  Bilin.  III.  S.  18,  Taf.  lt.  Fig.  1—5,  7—9,  12 
ii.  15. 

Fundort:   Savine  i  Steinbruch  und  Stollen),  Trifail. 

24  * 


188  Gonstantin   v.  Ettingshausen. 

Von  diesen  in  den  jüngeren  Stuten  der  Tertiärflora  sehr  häufigen  Art  liegen  mir  nur  sehr  wenige  Exem- 
plare von  Blättern  und  FlügelfrUchten  aus  der  Sagor-Flora  vor.  Die  Blätter  gehören  zu  Varietäten,  die 
säninitlieli  aueli  in  der  Biliner  Flora  repräsentirt  sind,   und  zwar: 

ii,  A.  tr.  genuinum.  Einige  Blätter,  von  der  Form  der  in  Unger's  Chloris  protogaea,  Taf.  41,  Fig.  3 
und  4  abgebildeten. 

,-,    .1.  tr.   remote  dentatum.   Ein  ßlattfragment. 

dl  A-  tr.  plurinervium.  Ein  wohlerhaltenes  Blatt,  den  hieher  zählenden,  in  Unger's  Chloris  pro- 
togaea 1.  c.  Fig.  5  und  in  meiner  „Foss.  Flora  von  Bilin"  1.  c.  Fig.  1  abgebildeten  Blättern  vollkommen  ent- 
sprechend. Diese  durch  zahlreichere  genäherte  Secundärnerven  charakterisirte  Varietät  vermissen  wir  in  der 
eben  so  prachtvollen  als  reichhaltigen  Suite  von  Resten  des  Acer  trilobatum.,  welche  .ms  Meer  in  seiner 
Tertiärflora  der  Schweiz"  überliefert  hat.  Jedoch  könnten  die  daselbst  auf  Taf.  112,  Fig.  5  und  Tat'.  113, 
Fig.  ii  abgebildeten  Blätter  als  Ubergangsformen  zur  genannten  Varietät  bezeichuel  werden. 

e)   .1.  //■.  brevilobum.   Ein  Blatt,   der  Fig.  4  auf  Tat.  44  der  ..Foss.  Flora  von  Bilin-  gleichend. 

g)  A.  tr.  productum.  Ein  Blatt,  von  der  Form  des  in  Fig.  11  auf  Taf.  1  lö  der  „Tertiärll.  d.  Schweiz" 
abgebildeten.  Die  in  Savine  aufgefundenen  Flügelfrüchte  dieser  Art  entsprechen  ganz  und  gar  den  in  Fig.  5 
auf  Taf.  111  der  „Tertiärrl.  d.  Schweiz"  dargestellten  Formen. 

Ein  Blick  auf  diese  Varietäten  des  Acer  trilobatum  gibt  der  Ansieht  Raum,  dass  mehrere  Ahornarten  der 
Jetztwelt,  wie  .1.  rubrum,  I'seudo-Platanus,  platanoides,  campestre  und  monspessidanum  (s.  Tal'.  XXIV  und 
Taf.  XXV  Fig.  10)  sich  auf  dieselben  genetisch  zurückführen  lassen,  und  dass  einige  Ahornarten  jüngerer 
Stufen  der  Tertiärfiora  nur  Zwischenglieder  der  ganzen  Entwicklungsreihe  sind.  Ich  werde  im  allgemeinen 
Theile  dies  ausführlicher  zu  begründen  suchen. 

Ord.  MALPIGHIACEAE. 
Tetrapteris  sagoriana  n.  sp. 

Taf.  XV.  Fig.  6— 11,  16,  -2m. 

T.  Inflorescentia  corymbosa,  flöribus  longe petiolatis ,  calyce  quinquepartito  lobis  obovatis  obtusis ,  basi  an- 
qustatis ;  samarae  processubtis  membranaeeis  muricutae,  guadrialatae,  alis  striatis  cruciatim  divergenti- 
bus  aequalibus;  foläs  lanceolatis,  acuminatis 'petiolatis  integerrimis,  coriaeeis ;  nervationt  camptodroma, 
nervo  primaria  prominente,  recto ,  nervis  seeundariis  tenuibus,  sub  angulis  acutis  orientibus,  nervi»  ter- 
tiariis  tenuissimis  flexuosis  ramosis. 

Fundort:   Savine  (Steinbruch  um!  Stollen). 

Die  in  Fig.  1<»  abgebildete  Doldentraube  trägt  Blüthenkelche,  eine  unentwickelte  und  eine  vollkommen 
reife  Frucht.  Es  landen  sich  in  Savine  auch  einzelne  losgetrennte  Kelche  (Fig.  II  1  und  Früchte  (Fig.  6— -9) 
dieser  Art.  Letztere  sind  von  denen  der  Tetrapteris  Harpyarum  Fug.  i  Foss.  Flora  von  Sotzka  1.  C.  Taf.  50, 
Fig.  Si  durch  die  breiteren  und  nahezu  gleich  grossen  Flügel  verschieden.  Der  tief  fünftheilige  Kelch 
Fig.  11  zeichnet  sieh  durch  länglioh-verkehrt-eiförmige  abgerundet-stumpfe,  an  der  Basis  fast  in  einen  kurzen 
Stiel  verschmälerte  Zipfel  aus  (s.  die  Vergrösserungen  Fig.  11  a  und  b).  Zur  Erklärung  der  in  Fig.  10  bei 
gegebenen  Zeichnung  des  interessanten  Blüthehstandes  i  in  natürlicher  Grösse)  sei  noch  Folgendes  bemerkt. 
Die  kleineu  Verdickungen  an  den  Blüthenstielen  deinen  auf  den  Ansatz  von  Blüthenstielchen  oder  von  Deck- 
blättern. Eine  Abzweigung  bestand  jedenfalls  am  Endstielchen,  zu  dem  nicht  nur  die  reife  Frucht,  sondern 
auch  der  unter  derselben  liegende  Resl  einer  kleineren  unentwickelten  Frucht  bezogen  werden  inuss. 

Mit  diesen  Resten  vereinige  ich  die  Blätter  Fig.  16  und  20.  Dieselben  sind  denen  sehr  ähnlieh,  welche 
Unger  mit  der  Frucht  von  Tetrapteris  Harpyarum  verband,  aber  grösser  und  mehr  zugespitzt.  Das  Blatt 
Fig.  16  könnte  man  auch  zu  Malpighiastrum  lanceolatum  bringen,  von  dessen  Blättern  es  sich  nur  durch  eine 
etwas  stärkere  Zuspitzung  an  der  Basi-  unterscheidet. 


Die  fossile.  Flora  von  Sagor  in  Krain.  189 

JSatt/isteria  carniolica  n.  sp. 

Taf.  XV.  Fig.  21,  22. 

iy.  Samarae  parva e  ellipticae  ala  obovato-rotundata,  tenuissime -striata,  margine  antico  hast  crassiore;  foliis 
oblongo-ellipticis,  petiolatis,  integerrimis  coriact  is;  nervatione  camptodroma,  nervo  primario  promini  ntt . 
recto ,  nervis  secundariis  tenuibus,  sub  angulis  50 — <i<>°  orientibus,  nervis  tertiariis  tenuissinu's  trans- 
versalibus. 

Fundort:  Savine  (Stollen). 

Die  kleine  Flilgelfrucht  Fig.  22  kann  nur  entweder  zu  Acer  oder  zu  Banisteria  gehören.  Gegen  erstere 
Gattung  spricht  der  anscheinend  etwas  festere,  an  seiner  Basis  vorne  stark  verdickte  Flügel.  Eine  FlUgel- 
frucht  von  Banisteria  habe  ich  übrigens  auch  in  Häring  gefunden.  Diese  ist  aber  etwas  grösser  als  die  von 
Savine  und  hat  ein  mehr  kugeliges  Nüssehen.  Das  beigegebene  Blatt  Fig.  21  zeigt  Merkmale,  wie  sie  hei 
Blättern  von  Malpighiacecn,  insbesondere  bei  denen  von  Banisteria  vorkommen. 

MalpighiastTwm  rotundifölium  n   sp. 

Taf.  XVI,  Fig.  24. 

hl.  foliis  coriaceis,  breviter  petiolatis  subrotundis,  integerrimis  apict  brevissime  produetis  :  nervatione  campto- 
droma, nervo  primario  distiitct",  iien-is  ,srr>/ minriis  puueis,  valde  arcuatis,  adscendentibus,  sub  angulis 
60 — 70°  orientibus;  nervis  tertiariis  tenuibus ßexuosis,   ramosis  transversim  conjunctis. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Dieses  Blatt  zeigt  die  meiste  Ähnlichkeit  mit  Blättern  von  Malpighiaceen,  z.  B.  von  Hiraea-  und  Bani- 
steria- Arten.  Da  ich  die  Gattung  nicht  mit  Sicherheit  bestimmen  konnte,  so  habe  ich  dasselbe  der  von  Unger 
aufgestellten  Sammelgattung  Malpighiastrum  eingereiht.  Von  den  darin  enthaltenen  Arten  unterscheidet  es 
sich  durch  die  rundliehe  Form  und  die  geringere  Zahl  der  Secundärnerven;  von  ähnlichen  Rhamneen-Blättern 
durch  die  weniger  leinen  also  schärfer  hervortretenden  längeren  und  einander  weniger  genäherten  Tertiär- 
nerven. 

Ord.   SAPINDACEAE. 

Sapindus  falcifolius  A.   Braun. 

A.  Braun  in  Stizenberger's  Verzeichnis-,  s.  s:.  —  Heer,  Tertiärflora  d.  Schweiz,  Bd.  III,  S.  61,  Taf.  119,  120;  Fig.  2 
bis  8;   Taf.  121,    Fig.  1,   2. 

Fundort:  Savine  (Stollen). 

Einige  auf  einem  Handstücke  beisammenliegende  Theilblättchen,  die  jedenfalls  zu  einem  und  demselben 
Blatte  dieser  Art  gehören.  Sie  gleichen  den  kleineren  Blättchen  des  in  11  e  e  r's  Tertiärflora  1.  e.  Taf.  119, 
Fig.  1  abgebildeten  Blattes. 

Sapindus  undulatus  Heer. 

Taf.  XV,  Fig.   13. 
Herr.  Tertiärflorn,  I.e.  S.  62,  Taf.  121,  Fig.  3— 7. 

S.  foliis  pinnatis  membranaeeis ,  foliolis  sessilibus  lanceolatis,  basi  attenuatis  vel  acutis,  apict  acuminatis 
margint  undulatis;  nervatione  camptodroma,  n<  rvo  primario  prominente,  recto,  nervis  seeundariis 
tenuibus  approximatis,   nervis  tertiariis  tenuissimis  dictyodromis. 

Fundort:   Savine  (Steinbruch). 

Ein  Bruchstück  eines  grösseren  gefiederten  Blattes  mi!  seinem  Endblättehen  und  einem  Blättchen  des 
obersten  Paares,  sammt  einem  Stück  der  Spindel.  An  letzterem  gewahrt  man  die  Einfügungsstelle  des 
nächsten  Theilblättchens.  Die  Fieder  standen  um  mehr  als  ihre  Breite  beträgt  von  einander  entfernt.  Das 
Blatt  zeigt  ganz  und  gar  die  Tracht  eines  Sapindus-Bl&ttes.  Textur,  Form,  Randbeschaffenheit  und  Nervation 


190  Constantin  v.  Ettingshausen. 

der  Blättclien  stimmen    sehr  gut  zu  denen  von  Sapindus  undülatus.  Die  Basis  der  Blättchen  jedoch  ist  um 

etwas  weniger  zugespitzt. 

Sapindus  d ablas  Ung. 

önger,   Fossile  Flora  von  Gleichenberg,    S.  24.  Tat'.  5,  Fig.  12.  —   Heer,   Tertiärflora  d.  Schweiz.   Bd.  III,   Taf.  120, 
Fig.  9—11. 

Fundort:  Savine  (Stollen). 

Ein  Theilblättchen,  welches  in  Bezug  auf  Grösse  und  Form  die  Mitte  hält  zwischen  den  Blättchen  Fig.  9 
und  11  von  Sapindus  dubius  in  Heer's  Tertiärflora.  Die  Nervation  desselben  ist  genau  so  wie  sie  Heer  a.  a. 
0.  darstellt.  Die  Textur  des  Blättchens  ist  jedoch  eher  lederartig  als  membranös.  Auch  die  cit.  Blättchen 
machen  mehr  den  Eindruck  von  lederartigen  Blättchen.  Hingegen  verräth  das  von  Ung  er  a.  a.  0.  darge- 
stellte als  Sapindus  dubius  bezeichnete  Blattfossil  von  Gleichenberg  mehr  eine  membranöse  Beschaffenheit. 
Es  ist  desshalb  in  Frage  gestellt,  ob  die  cit.  Fossilien  der  Schweizer  Tertiärflora  und  das  mit  diesen  jeden- 
falls gleichartige  Blattfossil  von  Savine  zu  Sapindus  dubius  Ung.  gehören. 

Sapindus  l*ythii  Ung. 

Tat.  XV,  Fig.   12. 
Unger,  Sylloge  plant,  foss.  I,  p.  33,  tab.  14,  tig.  0 — 17;  III,  p.  51,  tab.  16,  fig.  6,  7. 
Fundort:  Savine  (Stollen),  Sagor  (nächst  dem  Bache). 

Von  bezeichneten  Fundorten  liegt  je  ein  grösseres  Blättchen  dieser  Art  vor.  Beide  halten  bezüglich  ihrer 
Grösse  und  Form  die  Mitte  zwischen  den  in  Sylloge  I  1.  c.  Fig.  6  und  11  abgebildeten  Parschluger  Blättchen. 
Von  Savine  erhielt  ich  noch  ein  wohlerhaltenes  Blättclien  Fig.  12,  welches  dem  in  Sylloge  III  1.  c.  Fig.  7 
dargestellten  Fossil  von  Radoboj  am  meisten  entspricht.  Bemerkenswerth  ist  die  Ähnlichkeit  dieser  Theil- 
blättchen mit  denen  von  Cupania.  (Vergl.  Taf.  XXV,  Fig.  12.) 

Dodonaea  Apocynophyllum  m. 

Taf.  XV,  Fig.   23. 
Ettingsh.  Fossile  Flora  von  Bilin,  III,  S.  28,  Taf.  46,  Fig.  19,  20. 
D.  fructibus  parvis  orbiculatis,  alatis,  basi  apicegue  emarginatis. 

F  u  n  d  o  r  t :  Savine  (Stollen). 

Bei  Savine  sammelte  ich  Blattfossilien,  welche  mit  den  bei  Kutschlin  im  Polirschiefer  aufgefundenen 
und  von  mir  a.  a.  0.  als  Dodonaea  Apocynophyllum  beschriebenen  in  allen  Merkmalen  übereinstimmen.  An 
derselben  Stelle,  wo  ich  bei  Savine  die  erwähnten  Z/öcftmaea-Blätter  fand,  erhielt  ich  auch  eine  Flügelfrucht, 
welche  zu  dieser  Gattung  vollkommen  passt,  und  welche  ich  daher  mit  bereits  beschriebenen  Blättern  zu  Einer 
Art  vereinige. 

Die  ZWowaea-Frueht  von  Savine  ist  der  in  der  Tertiärflora  der  Schweiz  Bd.  III,  Taf.  121,  Fig.  17  abge- 
bildeten als  D.  orbiculata  Heer  bezeichneten  Frucht  von  ( Illingen  sehr  ähnlich,  jedoch  etwas  kleiner  und  an 
der  Spitze  tiefer  ausgerandet.  Sie  ist  ferner  von  letzterer  auch  durch  das  Fruchtgehäuse  verschieden,  welches 
wie  die  Vergrösserung  Fig.  2o  a  zeigt,  bei  der  Frucht  von  Savine  vollkommen  kreisrund,  bei  Dodonaea  orbi- 
culata aber  oval  ist.  Itiedurch  steht  erstere  der  analogen  Frucht  der  ostindischen  D.  viscosa  näher  als  die 
letztere.  Der  schmale  Flügel  zeigt  Spuren  einer  zarten  Aderung. 

Dodonaea  Salicites  m. 

Ettingsh.  Tertiäre  Flora  von  Häring,   S.  68,  Taf.  23,  Fig.  36—  13. 

Fundorte:  Sagor  (nächst  der  Kirche),  Savine  (Stollen). 

Ein  Blatt ,  welches  dem  a.  a.  0.  Fig.  41  dargestellten  in  allen  Eigenschaften  vollkommen  gleicht,  fand 
sich  an  erstbezeichneter;  ein  mit  Fig.  43  1.  c.  übereinstimmendes  Blatt  an  letzterer  Localität. 


Die  fossile  Flora  von  Sago?-  in  Krain.  191 

Class.   FRANGULACEAE. 

Ord.  PITTOSPOREAE. 

Fittosporum  palaeo-tetraspermwm  n.  sp. 

Taf.  XVI,  Fig.   14,   lö. 

P.  folüs  petiolatis  coriaoeis,  ovato-lanceolatis ,  utrinque  acuminatis ,  integerrimis;  nervatione  diotyodroma, 
nervo  primär io  basi  valido,  apicem  versus  attenuato,  nervis  secundaria  sub  anguh's  40  —  50°  orientibus, 
tenuibus  rennosis,  nervis  tertiariis  sub  angulis  varvis  aoutis  et  obtusis  egredieiitibus,  rete  tenerrimum  in- 
cludentibus. 

Fundort:  Savine  (Stollen). 

Dem  Fittosporum  Fensliim.  der  fossilen  Flora  von  Häring  sehr  nahestehend,  jedoch  von  diesem  durch 
die  an  beiden  Enden  verschmälerte  Blattform  und  die  etwas  mehr  hervortretenden  Secundärnerven  abwei- 
chend. In  diesen  Eigenschaften  nähert  sich  die  Pittosporum-Art  von  Savine  ausserordentlich  dem  gegenwärtig 
in  Ostindien  lebenden  ]'.  tetraspermum  Wight  et  Arnott.  Diese  letztere  ist  aber  die  Analogie  des  Pittos- 
porum  Fenzlii  und  die  Savine  Art  hält  die  Mitte  zwischen  beiden.  Die  hin  und  hergebogenen  Secundärnerven 
und  die  netzläufigen  Tertiärnerven  sind  in  Fig.  14  u  und  15  «  vergrössert  dargestellt. 

Bursa/Ha  radobojana  Ung. 

Unger,  Sylloge  plant,  foss.  II,  p.  G,  tab.  I,  Hg.  16—2-2.  —  Syn.  Canthidium  radobojanum  et  C.  eagorianum  l'ng.  Gen.  et  spee. 
plant,  foss.  p.  429. 

Fundorte:  Sagor  (Tagbau,  nächst  der  Zinkhütte,  Schichte  I). 

Ein  Bruchstück  der  Inflorescenz  mit  einigen  Fruchtkapseln  besetzt,  fast  von  der  Gestalt  der  Fig.  17  auf 
Taf.  1  der  cit.  Sylloge  kam  an  bezeichneter  Fundstelle  zum  Vorschein.  Unger  verglich  diese  Reste  mit  der 
Inflorescenz  und  den  Früchten  der  neuholländischen  Bursaria  spinosa  Cav. 

Ord.   CELASTRINEAE. 

Celastrus  Persei  Ung. 

Tat.  XVI,  Fig.   1. 

Unger,  Fossile  Flora  von  Sotzka,  S.  17.  Taf.  30,  Fig.  l.  —  Heer.  Tertiärflora  d.  Schweiz.  Bd.  III.  Taf.  122,  Fig.  l.  — 
Syn.  Elaejdendron  Persei  Ett.  Foss.  Flora  von  Bilin,  III,  S.  30,  Taf.  4S,   Fig.  25;  Taf.  49,  Fig.  11. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Das  vorliegende  Blatt  Fig.  1,  welches  den  Typus  eines  CWas?r!<,s-Blattes  unläugbar  an  sich  trägt,  unter- 
scheidet sich  zwar  von  den  bisher  als  C.  Persei  bezeichneten  Blättern  durch  eine  geringe  Verschmälerung 
gegeu  die  übrigens  völlig  abgerundet-stumpfe  Spitze  zu,  stimmt  aber  in  den  übrigen  Merkmalen  insbesondere 
in  der  Zahnung  des  Randes  und  der  Nervation  mit  diesen  am  meisten  überein.  Dieses  Celastrus-Bl&tt,  dessen 
Nervation  Fig.  1  a  besser  erhalten  ist,  als  das  von  Unger  in  der  ..Fossilen  Flora  von  Sotzka-  abgebildete 
Blatt  seines  C.  J'ersei,  führte  mich  zur  Überzeugung,  dass  das  Letztere  nicht  der  Gattung  Elaeodendron,  wie 
ich  früher  glaubte,  einzureihen  ist. 

Noch  habe  ich  zur  Keuntniss  des  Verbreitungsbezirks  des  Celastrus  Persei  die  Berichtigung  beizufügen. 
dass  die  Blattfossilien,  welche  Unger  in  seiner  fossilen  Flora  von  Kümi  Taf.  13,  Fig.  7 — '.•  unter  dieser 
Bezeichnung  abgebildet  hat,  nicht  zu  Celastrus  Persei  gehören.  Diese  Blätter-Fossilien  zeigen  randläufige 
Secundärnerven,  welche  der  genannten  Art  niemals  zukommen.  Vergleicht  man  Fig.  7  mit  Fig.  4  und  5  -m\\' 
Taf.  8,  Fig.  8  und  (.i  mit  Fig.  7  und  14  auf  Taf.  h'  der  citirten  Abhandlung,  so  wird  man  kaum  zweifeln,  dass 
die  erwähnten  Blattfossilien  zur  Qvercus  mediterranea  Ung.  gehören,  deren  Blätter  zu  den  häutigsten  Fossi- 
lien von  Kumi  zählen. 


102  Consta  ritin   v.   Ettingshausen. 

Celastrus  Andromedae  Ung. 

Taf.  X\'.   Fig.   29. 
Unger,  Fossile  Flora  von  Sotzka,  S.  67,  Taf.  30,  Fig.  2-i,  7. 

Fundort:   Savine  (Steinbruch). 

Bin  Blatt  welches  in  seiner  Form  die  M'.tte  hält  zwischen  Fig.  4  und  Fig.  7  der  fossilen  Flora  von 
Sotzka.  Es  hat  einige  sehr  feine,  kaum  deutlich  sieht  bare  Seeundarnerven  und  sehr  Btumpfe,  kaum  hervortre- 
tende Randkerben.  Das  von  Heer  iu  der  „Tertiärflora  d.  Schweiz-,  Bd.  III.  Taf.  122,  Fig.  2  als  Gelastrus 
Andromedae  bezeichnete  Blatt  zeigt,  eine  scharf  hervortretende  Zahnung  des  Randes  mit  einander  sehr 
genäherten  spitzen  Zähnen.  Die  Seeundarnerven  sind  stärker,  die  Blattbasis  ist  kaum  verschmälert.  Dasselbe 
kann  daher  nicht  zu  dieser  Art  gehören. 

Celastrus  cassinefoUus  fing. 

Tat.  XVI,   Fig.  22. 

U liger,  Sylloge  plant,  foss.  II,  p.  7.  tab.  2,  fig.  1.  —  Heer,  Tertiärflorä  d.  Schweiz,  Bd.  III,  S.  67,  Tat'.  121,  Fig.  -21—26. 
—  Ettingsh.  Fossile  Flora  von  Bilin,  III.  S.  31,  Tat'.  48,  Fig.  17.  IS.  --  Syn.  Celastrus  noaiictfs  Ung.  1.  c.  p.  7, 
tab.  2,  fig.  2,   3. 

Fundort:   Savine  (Stollen). 

Dieses  Blatt  steht  in  der  Mitte  zwischen  den  in  der  Sylloge  1.  c.  Fig-.  1  (G.  cassinefoliusj  und  Fig.  2  (C. 
noaticus)  abgebildeten  Blättern.  Auch  das  von  Heer  in  der  „niioceneri  baltischen  Flora-  Tat'.  10,  Fig.  15  als 
Celastrus  noaticus  bezeichnete  Blattfossil  ist  weder  seiner  Form  noch  der  Zähnung  des  Randes  nach  von  0. 
cassinefoUus  zu  trennen.  Neuerlieh  erhielt  ich  Blattfossilien  aus  Parschlug,  welche  die  Zusammengehörigkeit 
dieser  Blattformen,  aufweiche  ich  bereits  in  meiner  foss.  Flora  von  Bilin  hingewiesen,  durchaus  bestätigen. 
Weniger  in  der  Nervation  als  in  der  Blatt  form  schliesst  sich  Gelastrus  luxifolius  vom  Cap,  Taf.  XXIV, 
Fig.  12—14  dieser  fossilen  Art  an. 

Celastrus  Acherontis  m. 

Ettingsli.  Tertiäre  Flora  von  Häring,  S.  71.  Taf.  24,  Fig.  lt.  -  Fossile  Flora  von  Bilin,  III,  S.  33,  Taf.  48,  Fig.  9.  — 
Heer,  Tertiärflora  d.  Schweiz,  III,  S.  6S,  Taf.  121.  Fig.  47—52. 

Fundort  :   Savine  (Steinbruch  und  Stollen). 

Die  mir  aus  angegebenem  Fundorte  vorliegenden  Blätter  passen  sehr  gut  zu  den  etwas  breiteren  und 
grösseren  Blättern  dieser  Art.  welche  Heer  a.  a.  0.  Fig.  51  und  Fig.  52  dargestellt  hat. 

Celastrus  protogaeus  m. 

Taf  XV,  Fig.  28;    Taf.  XVI,  Fig.   17,   IS. 

Ettingsh.  Tertiäre  Flora  von  Häring,  S.  70.  Taf.  24,  Fig.  17-29.  -  Heer  1.  c.  S.  68,  Taf.  154,  Fig.  30.  -  Miooene  bal- 
tische Flora,   S.  9.'.,   Taf  30.   Fig.  14,    15. 

Fundorte:  Savine  (Stollen),  Sagor  (nächst  der  Kirche),  Bresno,  Ttiffer. 

Das  Blatt  Fig.  2s  stammt  von  erstgenanntem,  der  Blüthenkelch  Fig.  18  und  das  Blatt  Fig.  17  von  letzt- 
genanntem Fundorte.  Fig.  28  schliesst  sieh  dem  in  Balligen  in  der  Schweiz  von  Heer  entdeckten  Blatte,  die 
Uhrigen  Beste  reihen  sieh  den  in  Häring  aufgefundenen  am  besten  au. 

Celastrus  Pseudo-Ile.r  m. 

Ettingsh.  Tertiäre  Flora  von  Häring,  S.  70,  Tat'.  24,  Fig.  31-36.  -  Fossile  Flora  von  Bilin,  IU,  S.  34,  Taf.  48,  Fig.  22. 
bis  24.  —  Heer,  Tertiärflora  d.  Schweiz,  Bd.  III,  S.  69,  Taf.  121.  Fig.  57. 

Fundort:   Savine  (Steinbruch  und  Stollen  1. 

Einige  Blätter  von  den  Formen  Fig.  31,  33  und  35  de-  cit.  Flora  von  Häring. 


Diefössile  Flora  ton  Sagor  in  Krain.  193 

Celastrus  elaenus  Ung. 

Unger,  Fossile  Flora  von  Sotzka,  S.  47.  Taf.  30,  Fig.  IS— 2o.    —    Sylloge  plant,  foss.  II,  p.  10,  tab.  2,  fig.  19.    —    Heer 
1.  c.  S.  69,  Tat'.  121,  Fig.  45  ;  Taf.  154.  Fig.  27.  —  Ettingsh.  Foss.  Flora  von  Bilin,  III,  S.  ;j4.  Tat'.  48,  Fig.  -29. 

Fundort:  Savine  (Stollen). 

Zwei  Blattfossilien,  welche  mit  den  schmäleren  Blattformen  dieser  Art  in  allen  Merkmalen  überein 
stimmen. 

Celastrus  oxyphyllus  Ung. 

Tat'.  XVI,  Fig.  21. 
Unger,   Fossile  Flora   von  Sotzka,   S.  47,  Taf.  30,  Fig.  22—24.  —  Sylloge  plant,  foss.  II,  p.  s.  tab.  2.  fig.  4. 
Fundort:   Savine  (Stollen). 

Es  wurde  nur  ein  einziges  Blattfossil,  welches  auf  unserer  Taf.  XVI  in  Fig.  i'l  abgebildet  ist.  an 
bezeichnetem  Orte  gefunden.  Es  steht  in  seinen  Eigenschaften  in  der  Mitte  zwischen  den  Fig.  22  und  i';!  der 
..fossilen  Flora  von  Sotzka-.  An  diese  Art  schliessen  sich  die  jetztweltlichen  C.  rupestris  Taf.  XXIII,  Fig.  14, 
15,    C.  acuminatus,  Tai'.  XXV,   Fig.  9  und  0.  cassinoides,   Taf.  XXV,   Fig.  8. 

Celastrus  Murchisoni  Heer. 
Taf.  XV,  Fig.  24. 
Heer,  Tertiärflora  d.  Schweiz,  III,  S.  70,  Taf.  121.   Fig.  Gu— 02. 
Fundort:   Savine  (Stollen). 

Das  hier  in  Fig.  24  abgebildete  Celastrus-Blditt  stimmt  in  allen  Eigenschaften  mit  den  Blättern  der  oben 
bezeichneten  aus  den  Schichten  von  Öningen  und  Loele  zum  Vorschein  gekommenen  Art  überein.  In  der  Form 
gleicht  es  dem  Blatte  Fig.  60,  und  in  der  Xervation  der  Fig.  61  der  cit.  Tertiärflora  am  meisten.  Von  den 
jetztlebenden  Celastrus-Avtev  dürfte  Q.  campestris  Eckl.  et  Zeyh.  vom  Cap  der  guteu  Hoffnung  (vergl. 
Ett.  Xervation  der  Celastrineen,  p.  31,  Taf.  7,  Fig.  10)  dem  C.  Murchisoni  der  Blattbildung  nach  am  besten 
entsprechen. 

Celastrus  deperditus  m. 

Ettingsh.  Tertiäre  Flora   von  Häring,  S.  71.  Taf.  24,  Fig.  15. 

Fundort:   Savine  (Stolleu). 

Von  genannter  Fundstelle  liegt  ein  Blatt  vor,  welches  mit  dem  am  a.  O.  abgebildeten  Blatte  von  Häring 
vollkommen  übereinstimmt.  Auch  passt  es  gut  zu  dem  Blatte  von  C.  heterophyllus ,  Taf.  XXIII,  Fig.  16. 

Celastrus  oreopliilus  Ung. 
Unger.  Fossile  Flora  von  Sotzka,  Taf.  51,   Fig.  11  —  13.  —  Ettingsh.    1.  c.  S.  72,  Taf.  25,  Fig.  l. 
Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Es  fand  sich  an  angegebener  Lagerstätte  ein  Blatt  dieser  Art.  welches  zu  den  kleineren  Blattformen 
Fig.   11  der  Flora  von  Sotzka  und  Fig.  1  der  Flora  von  Häring  am  besten  passt. 

Celastrus  fflppolyti  in. 

Taf.  XVI.    Fig.    19,  20. 

Ettingsh.   Fossile  Flora  von  Bilin,   III,    s.  35,    Tai'.   18,  Fig.  n.    —    Beiträge  z.  Kenntniss  d.  Tertiärflora  Steiermarks. 
Sitzui  gsber.  IM  LX.  S.  6S,  Taf.  5.  Fig.  16. 

Fundort:   Savine  (Stollen). 

Von  Savine  liegt  ein  kleineres,  wohlerhaltenes  Blatt  Fig.  19  dieser  Art  vor;  die  Xervation  desselben  ist 
in  Fig.  19  rt  in  schwacher  Vergrösserung  gezeichnet.  Ein  grösseres  längeres  Blättchen  Fig.  20  von  derselben 
Lagerstätte  reiht  sich  den  in  cit.  Abhandlungen  abgebildeten  Blattformen  bezeichneter  Art  an. 

Denkschriften  der  mathem.-ualurw.   Cl     XXXVII.  Bd.  o- 


194  Gonstantin  v.  Ettingshaus<  n. 

CeUistius  europaeus  Ung. 

Tat'.  XV,  Fig.  25—27. 
Unger,  Sylloge  plant,  foss.  II,  p.  10.  tab.  2,  fig.  10—15. 
Fundort:  Savine  (Steinbruch  und  Stollen). 

Die  hier  dargestellten  Blattfossilien  entsprechen  vollkommen  den  bisher  bekannt  gewordenen  Blattformen 
von  Celastrus  europaeus.  Fig.  26  schliesst  sich  der  Fig.  10;  Fig.  27  der  Fig.  12  und  Fig.  25  der  Fig.  15  der 
cit.  Sylloge  an.  Fig.  27  kann  auch  als  eine  Ubergangsform  zwischen  den  entfernter  von  einander  stehenden 
Formen  Fig.  1<>  und  15  gelten. 

Elaeodendron  sagorianutn  n.  sp. 

Tat'.  XVI.  Fig.   16,  24. 

E.  foliis  rigide  coriaceis,  breviter  petiolatis,  obovato-ellipticis  vel  oblongis,  apice  obtusis.  basi  attenuata  ernar- 
ginatis  vel  obtusis,  murr/ine  dentatis,  basi  integer rimis,  nervatione  dictyodroma,  nervo  primario  e petto lo 
erasso  Oriente  ralido,  reeto ,  apicem  versus  valde  attenuaiq,  esccurrente,  recto ;  nervis  secundariis  basi 
dtverqentibus,   sub  angulis  acutioribus  egredientibus ,   medio  ßexuosis,   rämosts,   ramts  tnter  se  conjunetts. 

Fundort:   Savine  (Stollen). 

Der  dicke  Blattstiel,  der  aus  demselben  hervorgehende  wenigstens  bis  zur  Mitte  der  Lamina  sehr  starke 
Primärnerv  und  der  scharf  hervortretende  Blattrand  bei  Fig.  24  zeigen  ein  Blatt  von  besonders  steifer  leder- 
artiger  Textur  an.  Der  Rand  ist  nur  an  der  oberen  Hälfte  des  Blattes  mit  kleinen  und  stumpflichen  Zähnen 
besetzt  gegen  die  Basis  zu  aber  ganz.  Das  kleinere  Blatt  Fig.  IG,  welches  ich  ohne  Bedenken  mit  dem 
erwähnten  grossen  Blatte  vereinige,  zeigt  eine  noch  viel  schwächere  Zahnung  des  Randes.  Von  den  Merk- 
malen der  oben  beschriebenen  Nervation  hebe  ich  nur  dir'  an  ihrem  Ursprünge  auffallend  divergirenden 
Secundärnerven  hervor,  welche  einen  geschlängelten  Verlauf  zeigen  und  deren  Äste  unter  einander  anasto- 
mosirend  Schlingenbogen  bilden,  die  nicht  hervortreten. 

Alle  Eigenschaften  dieser  Blätter  weisen  auf  die  Gattung  Elaeodeudron,  von  welcher  einige  fossile  Arten 
beschrieben  worden  sind,  welche  der  in  Rede  stehenden  mehr  oder  weniger  nahe  kommen.  Mit  Elaeodendron 
degener  (Ficus  d.  Ung.)  der  Sotzka-Flora  hat  unsere  Art  die  derbe  Blatt-Textur  und  die  Zähnung  des  Randes 
gemein:  dem  E.  Gaudini  Heer  schliesst  sich  unsere  Art  bezüglich  der  Grösse  und  Form  des  Blattes  an.  Von 
beiden  aber  unterscheidet  sich  dieselbe  durch  die  angegebenen  Merkmale  hinlänglich.  Unter  den  jetztlebeu- 
den  Arten  von  Elaeodendron  konnte  ich  keine  rinden,  welche  mit  E.  sogorianuin  eine  auffallende  Überein- 
stimmung zeigt.  Wohl  aber  scheint  mir  die  vorweltliche  Art  die  Merkmale  mehrerer  lebender  Arten  zu  ver- 
einigen wie  eine  Vergleichung  mit  den  auf  Taf.  1  und  2  meiner  Abhandlung  über  die  Nervation  der  Celas- 
trineen  dargestellten  Elaeoden <fr-o«-Blätfern  ergibt. 

Elaeodendron  stiriacwm  m. 

Tai.  XVII.  Fig.  20. 

Ettingsh.  Beiträge  z.  Kenntniss  d.-  Tertiärflora  Steiermarks,  S.  69,  Taf.  G.  Fig.  l.  —  Schimper,  Traite  de  Paläontologie 
veo'etale.  tom.  III,  p.  202.   —   Syn.  Elaeodend  on  oligoneure  Ett.  1.  e.   Fig'.  2. 

Fundort:  Savine  (Stollen). 

Ein  Blatt,  welches  zwischen  den  beiden  von  mir  am  Moskenberg  bei  Leoben  aufgefundenen  und  a.  a.  0. 
beschriebenen  Elaeodendron  Blättern  in  allen  Eigenschaften  die  Mitte  hält,  wodurch  die  schon  von  Schim- 
per  a.  a.  0.   für  wahrscheinlich  gehaltene  Zusammengehörigkeit  von  E.  stiriacum  und  oligoneure   ausser 

Zweifel  steht. 

Die  steife,  lederartige  Textur  und  der  dicke  Stiel  treten  an  dem  Blatte  von  Savine  noch  deutlicher  her- 
vor, als  an  denen  vom  Moskenberg. 


Dit  fossile  Flora  von  Sago?-  in  Krain.  195 

Elaeodeiidron  äiibium  m. 

Taf.  XV,  Fig.  30. 
Ettingsh.  Tertiäre  Flora  vou  Häring,  S.  74.  Taf.  24.  Fig.  39,  40. 
Fundort:  Savine  (Stollen). 

Dieses  Blatt  hält  in  seiner  Form  die  Mitte  zwischen  den  schmäleren  Blättern  des  Elaeodendron  degener 
und  dem  Blatte  von  E.  dubium.   In  der  Nervation  jedoch  stimmt  es  mit  letzterer  Art  überein. 

TSvonyvnus  lleerii  n.  sp. 

Tat.  XVI.   Fig.  -16. 

E.  faiiis  obovato-ellipticis ,  apice  productis,  margine  serrulatit,  nervatione  camptodroma ,  nervo  primaria 
recto,  valido  prominente ,  nervis  seeundariis  sub  angulis  5Q — <'>"°  orientibus,  subßexuosis,  nervis  ter- 
tiariis  tenuissimis,  transversim  conjunotis. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Der  Abdruck  dieses  Blattfossils  deutet  auf  eine  dünnere,  kaum  lederartige  Textur.  Die  Form  des  Blattes, 
die  feine  Zahnung:  des  Randes,  die  vorgezogene  Blattspitze,  sowie  auch  die  Nervation  lassen  die  Gattung 
Evonymus  erkennen,  in  welcher  eine  nordamerikanische  Art,  E.  atropurpureus  (vergl.  Ettingsh.  Nervation 
der  Celastrineen ,  Taf.  8,  Fig.  9,  10),  der  Art  von  Savine  der  Blattbildung  nach  in  allen  Merkmalen  nahe- 
kommt. 

Ord.   IL  10 INE AE. 

Hex  stenoptvylla  Ung. 
Lfnger,  Sylloge  plant.  tos*.  II,  p.  14,  tab.3,  flg.  1.1—27.  —  Heer,  Tertiärflora  d.  Schweiz,  Bd.  111,  S.  71,  Taf.  122,  Fig.7— 10. 
Fundort:  Savine  (Steinbruch  und  Stollen). 

Es  kamen  an  bezeichneter  Fundstelle  einige  Blätter  dieser  Art  zum  Vorschein.  Dieselben  gleichen  den 
vou  Un  g er  a.  a.  0.  Fig.  20  und  2(3  abgebildeten  und  den  von  Heer  a.  a.  0.  Fig;.  9  und  10  dargestellten 
Blättern. 

Hex  parschlugiana  Ung. 
Unger,  Chloris  protogaea,  p.  US,  tab.  50,  fig.  S.  —  Ettingsh.  I.  c.  S.  7."..  Taf.  25,  Fig.  6. 
Fundort:   Trifail. 

Ein  Blatt,  das  zu  dem  von  Unger  a.  a.  Ü.  allgebildeten  vollkommen  passt. 

Prinos  fvyperboreus  Ung. 

Unger,  Sylloge  plant,  foss.  II,  p.  14.  tab.  3,  Kg.  34  a,  t>,  37.  -  Syn.  Celastrus  Psevdo-Hex  Ettingsh.  Tertiäre  Flora  von 
Häring,  Taf.  24,  Fig.  30. 

Fundort:   Savine   1  Stollen). 

Es  liegen  von  dieser  Art  abgefallene  Corollen  und  Blätter  aus  den  Schichten  von  Savine  vor.  Als  eine 
Corolle  dieser  Art  muss  ich  auch  den  Bliithentheil  bezeichnen,  welchen  ich  a.  a.  0.  mit  den  Blättern  von 
Celastrus  Pseudo-llex  vereinigt  habe. 

Ord.   RHAMNEAE. 
Zizyphus  paraMsiacus  Herr. 

Heer,  Tertiärflora  d.  Schweiz.  Bd.  III,  S.  74.  —  Syn.  Daphnogene  paradisiaaa  et  relicta  Ung.  Fossile  Flora  von  Sotzka, 
Taf.   17,  Fig.  1  —  7:  Taf.  18,  Fig.  6. 

Fundort:  Sagor,  nächst  dem  Bache. 

Einige  Reste  der  Blätter  dieser  Art,  welche  durch  ihre  charakteristische  Form  und  Nervation  leicht 
erkannt  werden  können. 

■2.-,  * 


196  Constantin  v.  Ettings hausen. 

Zizyphus  undulatus  n.  sp. 

Tat'.  XVI,  Fig.  4-6. 

Z.  foliis  petiolatis  subcoriaceis,  lanoeolatis  lotige  acuminatis,  basi  rotimdata  obliquis,  margine  undulatis,  sub- 
integerrimis  vel  undulato-denticulatis ,  nervatione  acrodroma,  nervo  primario  prominente  reclo  excuv- 
rente ,  nervt's  lateralibus  basilaribus  distinetis  mnrginem  subparallelis ,  apicern  attingentibus ,  nervis 
secundariis  tenuibus  vix  conspicuis,  nervis  tertiariis  tenuissimis  nwmeros.issvmis ,  transversis ,  nervis 
qualernariis  conjunctis. 

Fundort:  Sagor,  nächst  der  Kirche. 

Ist  der  vorhergehenden  Art  nächstverwandt,  von  derselben  aber  durch  die  schmälere  Blattform  und 
deren  allmälige  verlängerte  Zuspitzung  verschieden.  Der  Kami  ist  meistens  undulirt  oder  fast  ganz.  Sind 
Kerben  oder  Zähnchen  siebtbar,  so  sind  diese  stets  in  grösserer  Zahl  vorbanden.  Bei  Zizyphus  paradisiacus 
kommt  allerdings  zuweilen  ein  fast  ganzer  oder  ein  welliger  Rand  vor;  ist  aber  der  Rand  gezähnt,  so  sind 
die  Zähne  immer  nur  in  geringer  Anzahl  vorbanden  und  weiter  von  einander  entfernt,  als  die  kaum  deutlich 
hervortretenden  Zähnehen  des  Z.  undulatus.  Ich  muss  hier  noch  besonders  darauf  hinweisen,  dass  die  von 
Unger  a.  a.  0.  Taf.  IG,  Fig.  8 — 11  als  Daphnogene paradisiaca  bezeichneten  Blattfossilien  nicht  zu  dieser 
Art  gehören.  Das  mit  den  kleinen  genäherten  Randkerben  versehene  Blatt  Fig.  9  gehört  zu  dem  in  Sotzka 
sehr  häutigen  Zizyphus  Ungeri;  Fig.  1(1  und  11  zu  Cinnamomum. 

Unsere  Fig.  4  a  zeigt  die  Kervation  einer  Stelle  in  der  Nähe  der  Spitze  des  Blattes  Fig.  4  schwach  ver- 
grössert. 

Berehemia  muftinerris  A.  Braun  sp. 

Tat.  XVI,  Fig.   7  — U). 

Heer,  Tertiärflora  d.  Schweiz,  Bd.  III,  S.  77.  Tal.  123,  Fig.  9— IS.  —  Ettingsh.  Fossile  Flora  von  Bilin,  III.  8.  41,  Tat.  49, 
Fig.  15  —  17. 

V  a  r  i  a  t. : 

aj  Berehemia  multinervis  obtusifolia,  foliis  ovatis,  ovato-ellipticis  vel  subrotundatis,  apice  ob- 
tusis  vel  subemarginatis-,  rarius  brevissime  productis. 

b)  Berehemia  multinervis   acwminata,   foliis  ovato- vel  lanoeolato-acuminatis. 

Fundort:   Savine. 

Die  liier  abgebildeten  Blattfossilien  dieser  Art  geboren  sämmtlich  der  Varietät  b  an.  welche  auch  in 
Kutschlin  vorkommt,  und  sich  durch  die  lange  Zuspitzung  des  Blattes  sehr  auszeichnet.  An  den  Blättern 
Fig.  7  und  '.>  ist  die  Spitze  verloren  gegangen.  Fig.  8  »  zeigt  die  wohlerhaltene  charakteristische  Kervation. 
In  Kutschlin  und  in  Savine  ist  die  in  den  jüngeren  Stufen  der  Tertiärflora  häutigere  Varietät  a  äusserst  selten. 
Die  Varietät  /»  seheint  diesen  letzteren  gänzlich  zu  fehlen.  Eine  Übergangsform  zwischen  diesen  Varietäten 
bildet  das  in  der  „Fossilen  Flora  von  Bilin-  a.  a.  0.  abgebildete  Blatt  Fig.  17  von  Kutschlin.  Die  analoge 
jetztlebende  Berehemia  volubilis,  Taf.  XXVI.   Fig.  8,   entspricht  nur  der  Varietät  a. 

Rhamnus  Gaudini  Heer. 

11  ,ii  1.  i.  Bd.  III,  S.  79,  Tat'.  1-21.  Fig.  4  —  15:  Tat'.  1-25.  Fig.  7.  —  Ettingsh.  1.  c.  III.  S.  42,  Tat'.  49,  Fig.  20:  Tat'.  5(1. 
Fig.  1-4. 

Fundort:   Savine  (Steinbruch). 

Ein  kleines  Blatt,  welches  dem  von  Heer  a.  a.  0.  Taf.  124,  Fig.  11  abgebildeten  Blatte  in  allen  Merk- 
malen genau  entspricht.  Die  wohlerhaltene  Kervation  trägt  vollkommen  das  Gepräge  der  Gattung  Rkamnus 
an  sich. 


Dir-  fossile  Flora  von  Sagor  in  Krain.  197 

Rham  h  us  DecJien i  W  e  b. 

O.Weber,  Tertiärflorii  d.  niederrheinischen  Braunkohlenformatiou ,  S.  90,  Tat'.  0,  Fig.  2.  —  Heer  I.e.  S.  81,  Tat'.  125, 
Fig.  14,  15. 

Fundort:  Savine  (Stollen). 

Es  liegen  mir  drei  Blattfossilien  dieser  Bhamnee  aus  Savine  vor.  Eines  derselben  passt  sehr  gut  zu  dem 
von  0.  Weber  a.  a.  0.  abgebildeten  Blatte  Fig.  2  c.  Es  hat  einen  1  Cm.  langen  Stiel.  Die  übrigen  gleichen 
mehr  den  Blättern  Fig.  2a  und  2  b.  I>ie  Textur  dieser  Blätter  scheint  mehr  krautartig  al*  lederartig  gewesen 
zu  sein. 

Ulm  mit  hs  paudnervis  m. 

Ettingsh.  Fossile  Flora  von  Bilin,  III,  S.  13,  Taf.  49,  Fig.  19. 
Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Ein  Blatt,  welches  zu  dem  a.  a.  0.  abgebildeten  Blatte  aus  dem  Folirschiefer  von  Kutschlin  am  besten 
passt.  Es  ist  nur  ein  wenig  breiter  lanzettförmig,  aber  an  der  Basis  und  Spitzt'  eben  so  verschmälert  wie 
letzteres.  Es  zeigt  zu  jeder  Seite  des  l'riinärnervs  nur  vier  Secundärnerven.  Die  Netzbildung  hat  das 
Gepräge  von  Rhamnus. 

Pomnilerris  acuminata  in. 

Tat.  XVI,   Fig.    11  — 13. 

Ettin-gsh.  Fossile  Flora  von  Bilin,  111.  S.  4;s.  Taf.  50,  Fig.  -21. 

]\  foliis  petiolatis  coriaeeis  gvato-lanceolatis  vel  lanceolatis,  longe  acuminatis,  integerrimis  vel  undulatt's  vel 
remote  denticulatis ;  nervatione  camptodroma,  nervo  primario  prominente,  recto  excurrente,  nervis  seeun- 
dariis  utrinque  6 — 8,  sub  xingulis  40 — 55"  orientibus,  alternis,  distinetis;  nervis  tertiariis  e  latere  ex- 
terna sub  anqulis  acutis  exeuntibus,  tenuissimis. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch  und  Stollen). 

Die  hier  abgebildeten  Blattfossilien  dieser  bisher  von  mir  auch  im  Polirschiefer  von  Kutschlin  und  im 
Schieferthon  der  Braunkohlenformation  von  Leoben  aufgefundenen  Rhamnee  ergänzen  den  Formenkreis  ihrer 
Blätter,  daher  die  Diagnose  der  Art  dein  entsprechend  erweitert  werden  niusste.  Die  Blatter  sind  bald  brei- 
ter, bald  schmäler  lanzettförmig,  bald  ganzrandig,  bald  am  Bande  wellenartig  oder  entfernt  stumpf-gezäh- 
nelt.  Die  derbere  lederartige  Textur  unterscheidet  sie  von  den  Rhamnus-Blättern,  insbesondere  von  in  der 
Form  sehr  ähnliehen  Blättern  des  Rhamnus  Deckeni.  Ausser  den  erwähnten  Fossilien  liegen  mir  noch  einige 
der  beschriebenen  Art  vor.  welche  zwar  minder  vollständig  in  der  Form  erhalten  sind,  deren  Nervation  jedoch 
deutlich  sichtbar  ist.  Letztere  wurde  bereits  a.  a.  <>.  zur  Anschauung  gebracht. 

Class.   TEREBINTHINEAE. 

Ord.  JUGLANDEAE. 

Juglans  acwmimata  A.  Braun. 

Heer.   Tertiärflora  d.  Schweiz,  Bd.  III,  S.  88,  Taf.  12S,   129,  Fig.  1— S. 

Fundort:   Savine  (Steinbruch). 

Ein  Blättchen,  welches  in  allen  seineu  Eigenschaften  mit  dem  a.  a.  0.  Tal.  128,  Fig.  r.  abgebildeten 
Theilblättcheu  dieser  Art  übereinstimmt.  Die  Nervation  desselben  i>t  vortrefflich  erhalten  und  übereinstimmend 
mit  Fig.  8  auf  Taf.  128  des  citirten  Werkes. 

Juglans  venosa  n.  sp. 

Tat'.  XVII,  Fig.  2. 

-/.  foliolis  subcoriaeeis ,  obovoto-oblongis ,  basi  obliquis,  m argint  integerrimis,  nervatione  brockidodroma, 
nervo  primario  valido  prominente,  recto;   nervis  seeundariis  in  utraque  ala  circiter  10,  distinetisj  sub 


198  Gonstantin  v.  Ettingshausen. 

angulis  inaequilateris  orientibus ,   subflescuosis ,   rantosis ,  ramis  laqueos  numerosos  formantibus;    nervis 
tertiariis  angulo  r  <t<>  vel  subrecto  exeunti'bus,   inter  se  conjunctis,   maculis  rete   tenuissimum  includen- 

tibus. 

Fundort:  Sarine  (Steinbruch). 

Die  etwas  derbere,  fast  lederartige  Textur,  welche  der  Abdruck  dieses  Blättchens  veiräth  und  die 
sehlingläufige  Nervation  desselben,  lassen  beinahe  Zweifel  zu.  ob  dieses  Blättchen  zu  Juglans  (s.  Taf.  XXVI) 
gestellt  werden  dürfe.  Auch  die  Form  desselben  scheint  nicht  sehr  zu  dieser  Gattung  zu  passen.  Doch  wird 
man  bei  genauerer  Durchprüfung  der  Merkmale  und  der  Ähnlichkeiten  das  beschriebene  Blattfossil  kaum 
irgend  einer  anderen  Gattung  mit  mehr  Recht  einreihen  können. 

Die  ungleiche  Basis  und  der  Habitus  des  Blattfossils  lassen  wohl  keinen  Zweifel  zu,  dass  dasselbe  als 
ein  Theilblättchen  betrachtet  werden  muss.  Es  ist  in  seiner  oberen  Hälfte  am  breitesten,  der  Band  vollkommen 
ganz.  An  der  Spitze  ist  dasselbe  verletzt,  doch  liisst  sich  aus  der  Zurundung  des  Bandes  unmittelbar  von  der- 
selben entnehmen,  dass  eine  bedeutende  Verschniälerung  gegen  die  Spitze  zu  nicht  bestand.  Da  aller  zugleich 
auch  die  an  der  Bruchstelle  schon  bedeutende  Verfeinerung  des  starken  Primärnervs  darauf  hindeutet,  dass 
nur  mehr  ein  sehr  kleines  Stück  von  der  Spitze  fehlen  kann,  so  ist  es  höchst  wahrscheinlich,  dass  diese  abge- 
rundet-stumpf war. 

Die  Secundärnerven  entspringen  auf  der  einen  Seite  unter  auffallend  spitzeren  Winkeln  als  auf  der 
anderen,  ein  Merkmal,  welches  bei  den  Theilblättchen  von  Juglans  oft  vorkommt.  Auch  die  Zahl  und  die  Ent- 
fernung der  Secundärnerven  von  einander,  dann  die  Ursprungswinkel  und  die  Verzweigung  der  Tertiärnerven 
und  die  Netzbildung  Fig.  -  <i  sprechen  für  Juglans.  Eigentümlich  ist  die  reiche  Schlingenbildung  der 
Secundärnerven  gegen  den  Band  zu.  Eine  sehr  annähernde  Ähnlichkeit  kommt  aber  in  der  Nervation  von 
Juglans  obtusifolia  Heerl.  c.  Taf.  129,  Fig.  9  vor,  welcher  sieh  die  Jvglana  venosa  in  der  That  am  besten 
anschliesst.  Indess  kann  eine  Verwechslung  beider  Arten  nicht  leicht  stattfinden,  da  die  Blättchen  von  Juglans 
obtusifolia  durch  ihre  ovale  Form  und  insbesondere  durch  die  geringere  Zahl  der  Secundärnerven  und  Rand- 
schlingen von  denen  unserer  Art  verschieden  sind. 

Juglans  recti/nervis  n.  sp. 

Taf.  XVII.  Fig.   l. 

J.  foliolis    oblong  is ,    basi  inaegualibus ,    aj>ia    rotundato-obtusis ,    margine   remote  (lenticularis,    nervation 
camptodroma ,    nervo  primaria  valido  -prominente  recto ;  nervis  iecundariis  in  utraque  äla  circiter  0 — 11, 
distinctis,  in  """  latere  sub  angulo  recto  vel  tubrecto,   in  altero  latere  sub  angulis  acutis  orientibus,  nmr- 
(/im  in  versus  valdeattenuatis,flexuosisramosis,  inter  se  conjunctis;   nervi*  tertiariis  angulo  recto  vel  sub- 
recto exeunti'bus,   temiissimis  dictyodromis. 

Fundort:  Savine    Stollen  . 

Dieses  Nussblättchen  unterscheidet  sich  von  den  ähnlichen  Blättchen  des  Juglans  acuminata  und  der 
Juglans  bilinica  durch  die  abgerundet-stumpfe  Spitze  und  durch  die  auf  einer  Blattseite  unter  nahezu  rechtem 
Winkel  allgehenden,  gegen  den  Band  zu  sehr  verfeinerten  Secundärnerven,  deren  Anastomosen  nicht  hervor- 
treten. Von  den  jetztlebenden  Juglans-Arten  ist  hinsichtlich  der  Form  und  Randbeschaffenheit,  sowie  der  Zahl 
und  Distanz  der  Secundär-  und  Tertiärnerven  (s.  die  Vergrüsserung  Fig.  1  a)  die  Juglans  regia,  bei  welcher 
auch  zuweilen  gezähnelte  Blättchen  vorkommen,  dieser  Art  am  nächsten  verwandt.  (Vergl.  Taf.  XXVI, 
Fig.  5—7). 

Carya  Heerii  in. 

Heer,  Tertiäifl.  d.  Schweiz,  Bd.  III,  S.  93,  Taf.  99,  Fig.  -i:,  b\  Taf.  131,  Fig.  s— 17.  —  Svd.  Juglam  HeernE  ttingsh.  Fos- 
sile Flora   von  Tokaj,  S.  :'•">.  Taf.  2,   Fig.  5—7. 

Fundort:  Sagor,  nächst  dem  Bache. 


Die  fossile  Flora  von  San")-  in  Kram.  199 

Von  dieser  Localität  liegt  ein  Fiederblätteben  obiger  Art  vor.  Es  gleicht  dem  a.  a.  <».  abgebildeten  Blatt- 
fossil  Fig.  13  von  Monod. 

Carya  elaenoides  l'ng.  sp. 

Heer  I.e.  S.  9-2 .  Taf.  131,  Fig.  1  —  4.  —  Syn.  Juglans  elaenoides  Ung.  Fossile  Flora  von  Sotzka,  Taf.  :;2  .  Fig.  1 — 4.  — 
0.  Weber.  Tertiärfl.  d.  niederrhein.  Braunkohlenformation,  Taf.  6,  Fig.  9. 

Fundort:  Sagor,  nächst  dein  Hache. 

Ein  Blattfossil,  welches  mit  dem  von  0.  Weber  a.  a.  0.  abgebildeten  Theilblättchen  dieser  Art  ans  dem 
bituminösen  Schiefer  von  Rott  bei  Bonn  in  allen  Merkmalen  übereinstimmt. 

Fterocarya  denticulata  <».  Web.  sp. 
Taf.  XVII .  Fig.  3. 
Heer  1.  e.  S.  94,  Taf.  13t,  Fig.  5  —  7.   —   Syn.  Juglans  denticulata  0.  Weber  1.  c.  Taf.  6,   Fig.  10, 
Fun  dort:  Savine  (Stollen  |. 

Dieses  Juglandeen/Theilblättchen  entspricht  seiner  Form  nach  am  meisten  den  Theilblättchen  der  Carya 
elaenoides,  namentlich  den  von  Unger  in  der  „fossilen  Flora  von  Sotzka"  abgebildeten. 

Es  hat  jedoch  kleinere,  einander  mehr  genäherte  und  schärfer  hervortretende  Randzähne,  wie  solche  der 
Vterocarya  denticulata  entsprechen.  Die  Nervation  desselben  stimmt  mit  der  von  Heer  a.  a.  0.  Fig.  6  dar- 
gestellten gut  überein.  Überdies  gleicht  das  ebendort  in  Fig.  7  abgebildete  Blattfossil  vom  Indien  Rhonen 
auch  in  der  Form  dem  Blättchen  von  Savine.  Die  Ähnlichkeit  mit  P.  caucasica  Tat.  XXVI,  Fig.  3,  4  springt 
in  die  Augen. 

Engelhardtia  Brongniarti  Sap. 
Taf.  XVII,  Fig.  4—7. 

Saporta,  Etudes  etc.  II.  p.  343,  t.  12,  f.  ö.  —  Syn.  Carpinus  macroptera  Brongn.  Ann.  d.  scienc.  nat.  tum.  15,  p.  48,  f.  3, 
f.  6.  —  Unger,  Fossile  Flora  von  Sotzka,  Taf.  11,  Fig.l — 3.  —  Carpinus  producta  Ung.  1.  c.  Fig.4 — 6.  —  Carpinus  gran- 
dis  Ung.  Iconogr.  plant,  foss.  t.  20,   f.  2,  3.   —   Engelhardtia  macroptera  Ung.   Sylloge  plant,  foss.   Taf.  IC,  Fig.  9— 12. 

Fundorte:  Savine  (Steinbruch  und  Stollen),  Trifail. 

Die  hier  abgebildeten  Fruchtfossilien  von  Savine  lagen  mir  vor.  als  ich  vor  25  Jahren  in  meiner  Ab- 
handlung über  die  fossile  Flora  des  Wienerbeckens  (S.  12)  zuerst  die  Ansicht  aussprach,  dass  diese  früher 
zu  Carpinus  gestellten  Früchte  zu  Engelhardtia  gehören,  weil  dieselben  mit  einem  viertheiligen  Involucrum 
versehen  sind.  Der  viel  kleinere  hintere  Zipfel  ist  an  den  Exemplaren  Fig.  4  und  6  dem  Beschauer  zugekehrt, 
an  Fig.  5  und  7  aber  von  den  Basaltheilen  der  drei  vorderen  Zipfel  fast  ganz  verdeckt.  Exemplare  wie  die 
letzteren  haben  daher  das  Aussehen  als  wären  sie  mit  einem  dreitheiligen  Involucrum  versehen  und  konnten 
zur  Deutung  für  CänM'wMs-Frtichte  Anlass  geben. 


'o 


Die  Fiederblättchen  dieser  Art  haben  sich  unter  den  Fossilien  dei  Sagor-Flora  bis  jetzt  noch  nicht 
gefunden. 

Ord.  ANACARDIACEAE. 

Pistacia  PcUaeo-JJentiscus  n.  sp. 

Taf.  XVIII,  Fig.  20—22. 

/'.  foliis  pinnatis,  foliolis  sessilibus  coriaeeis  lanceolatis,  basi  attenuatis  inaequalibus,  versus  apicem  obtusi- 
usculam  angustatis,  margine  integerrimis,  ne>~oo primario  recto,  nervis  seeundariis  sub  angulis  70 — 80° 
orienlibus,    tt  nuissimis  approximatis. 

Fundorte:  Godredesch,  Trifail. 

Diese  Blattfossilien  zeigen  eine  grosse  Ähnlichkeit  mir  den  Fiederblättchen  von  Pistacia  Lentiscus  /.. 
Taf.  XXVII,  Fig.  7.  Die  stark  verkohlte  Blattsubstanz  am  Abdrucke  deutet  auf  die  starre,  lederartige  Textur, 
worin  das  Fossil  eben  auch  sehr  mit  den  bezeichneten  Blättchen  übereinstimmt.  Der  Primärnerv  ist  verhältniss- 


200  Consta utin  v.  Ettingshausen. 

massig  stark,  tritt  jedoch  nicht  hervor.  Von  den  sehr  leinen  Secundärnerven  ist  nur  wenig  zu  sehen,  jedoch 
mit  Bestimmtheit  zu  entnehmen,  dass  dieselben  unter  nahe  rechtem  Winkel  entspringen  und  einander  ziemlieh 
genähert  sind.  Das  an  der  Basis  kaum  ungleiche  Blattfossil,  Fig.  21,  von  Trifail  ist  ein  Endblättchen,  die  übrigen, 
von  Godredesch  stammend,  sind  an  der  Basis  auffallend  schief  und  Seitenblättcben. 

Von  den  bisher  beschriebenen  fossilen  Pistacia-Axt&a  stellt  unserer  Art  die  Pistacia  lentiseoides  Ung. 
(Sylloge  plant,  foss.  I,  Taf.  21,  Fig.  14)  von  Parschlug  so  nahe,  dass  man  geneigt  sein  könnte,  die  Ver- 
schiedenheit derselben  zu  bezweifeln.  Indess  hat  die  Pistacia  von  Parschlug  viel  kleinere  und  schmälere,  an 
der  Basis  fast  gleiche  oder  wenigstens  durchaus  nicht  so  auffallend  schiefe  Blätteben.  Die  Nervation  der 
letzteren  ist  nicht  bekannt. 

Rhus  stygia  Ung. 

Tat'.  XVIII,  Fig.  6,  7. 
Unger,  Chloris  protogaea,  )>.  8<>,  Tat'.  -22,  Fig.  3—5.  —  Ettingsh.  Tertiäre  Flora  von  Häring,    S.  79,  Tat'.  S6,  Fig.  4o-4-_>. 
Fundort:   Savine  (Steinbruch). 

An  bezeichneter  Lagerstätte  fand  sich  ein  Fiederblättchen  dieser  Art.  welches  mit  dem  von  Unger 
a.  a.  0.  abgebildeten  am  meisten  übereinstimmt.  Mit  erwähntem  Fiederblättchen  kam  ein  Bruchstück  einer 
verblühten,  mit  jungen  Früchten  besetzten  Inflorescenz  Fig.  7  zum  Vorschein,  welches  zu  dem  von  Unger 
a.  a.  0.  dargestellten  Blüthenstande  von  Rhus  stygia  ganz  wohl  passt. 

Der  Abdruck  Fig.  6  eines  Fruchtfossils,  welches  einer  Steinfrucht  entspricht  und  der  zu  Rhus  stygia 
gebrachten  Frucht  sehr  ähnlich  ist,  fand  sich  in  denselben  Schichten  und  bestätigt  gleichfalls  das  Vorkommen 
genannter  Art  in  der  fossilen  Flora  von  Sagor. 

Uhus  hydrophila  Ung.  sp. 

Taf.  XVIII,  Fig.  15. 

Ettingsh.  Fossile  Flora  von  Bilin,  III,  S.  49,  Taf.  öl,  Fig.  3..  —  Syn.  Juglans  hydrophila  Ung.  Fossile  Flora  von  Sotzka, 
Taf.  32,  Fig.  5. 

Fundorte:   Savine  (Stollen);  Sagor,  nächst  dem  Bache. 

Fig.  15  stammt  von  Savine  und  stellt  drei  Theilblättchen  dar,  welche  jedenfalls  zusammengehören  und 
den  Endtbeil  eines  gefiederten  Blattes  gebildet  hatten.  Die  Textur  dieser  Blättehen  ist  membranös.  Sie  passen 
zu  den  an  anderen  Lagerstätten  aufgefundenen  Blattresten  dieser  Art  rollkommen. 

Witts  sagoriana  n.  sp. 

Tat'.  XVIII,  Fig.  1  —  5,  8—14,   16—19. 

R,  putamme  subgloboso,  tenuiter  costato ;  foliis  ternatis,  longe  petiolatis,  foliolis  sessilibus  subcoriaeeis  elon- 
qato-lanceolatis  vel  lineari-lanceolatis,  margine  integerrimis,  basi  acutis,  apice  acuminatis ;  ttervatione 
brochidodroma,  nervo  primario  prominente  recto ,  nervis  seeundariis  sub  angulis  75 — 85"  orientibusy 
numerosis,  flexuosis,  ramosis ;   nervis  tertiariis  angulo  subrect.o  exeuntibus ,   ramosis  dictyodromis. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch  und  Stollen). 

Dass  die  in  bezeichneten  Figuren  abgebildeten  Blattfossilien  Kusamniengesetzten  Blättern  angehört  haben, 
kann  nicht  bezweifelt  werden.  An  den  meisten  sind  die  Geleukspolster  deutlich  sichtbar;  denn  nur  als  solche 
können  die  rundlichen  Verdickungen  an  der  Basis  der  Blättchen  gedeutet  werden.  Diese  waren  zu  dreien 
sitzend;  die  Gelenke  befanden  sich  an  der  Spitze  des  gemeinschaftlichen  Blattstieles.  Letzterer  zeigt  eine  Länge 
von  2  bis  4  Centim.  Fig.  2,  8,  9,  11,  12.  17—10  sind  Endblättchen,  Fig.  3,  4.  13,  14  und  1 1 i  aber  Seiten- 
blättchen; letztere  noch  in  Verbindung  mit  dem  gemeinschaftlichen  Blattstiele. 

Die  Nervation,  in  Fig.  17a  vergrössert  dargestellt,  zeigt  ganz  und  gar  den  Typus  der  Anacardiaceen 
namentlich  von  Rhus.  Aus  dem  wegen  der  Grösse  der  Blättchen  ziemlich  mächtigen  Primärnerv  entspringen 
viele  verhältnissmässig  feine,  etwas  geschlängelte  Secundärnerven  unter  wenig  spitzem  oderfast  rechtem  Winkel. 


Die  fossile  Flora  von  Sagor  i>?  Kredit.  20  1 

Dieselben  spülten  sich  in  der  Nähe  des  Randes,  je  zwei  untev  rechtem  Winkel  divergirende,  schlingenbildende 
Äste  entsendend.  Die  Schlingenbogen  sind  dem  Rande  nicht  parallel  und  begrenzen  nach  aussen  abgerundete 
Secundärsegniente. 

Die  Tertiärnerven  sind  vorherrschend  kurz,  ästig,  netzläufig;  sie  entspringen  unter  rechtem  Winkel.  Die 
unregelmässig  eckigen,  im  Umrisse  rundlichen  Tertiärmaseben  schliessen  ein  zartes,  wenig  entwickeltes 
Quaternärnetz  ein,  welches  an  einigen  der  abgebildeten  Exemplare  mittelst  Loupe  deutlich  wahrgenommen 
werden  kann. 

Die  Ähnlichkeit  der  beschriebenen  Blätter  mit  denen  von  Rhus  viminalis  Valh,  aus  Südafrika,  ist  in  die 
Augen  springend  und  bezeichne  ich  diese  Art  als  der  fossilen  am  nächsten  verwandt.  Der  einzige  Unter- 
schied zwischen  beiden  ist.  dass  die  jetzt  lebende  Art  schmale,  mehr  lineale  und  an  der  Basis  zugespitzte 
Blättchen  besitzt,  während  der  Rhus  sagoriana  breitere,  mehr  lanzettförmige  Blättchen  mit  reicherer  Ent- 
wicklung des  Netzes  zukommen.  Auch  dürfte  die  Textur  der  letzteren  d<  rber  als  die  der  Rhus  viminalis 
gewesen  sein. 

Bemerkenswert!)  zur  Entwicklungsgeschichte  der  Art  scheint  mir  der  Umstand  zu  sein,  dass  Rhus  vimi- 
nalis in  unseren  Gewächshäusern  oft  viel  breitere  Blättchen  mit  reicherer  Ausbildung  des  Netzes  als  in  seiner 
Heimat  hervorbringt.  Solche  Blättchen  erreichen  auch  meistens  eine  verhältnissnjässig  ansehnliche  Länge  und 
nähern  sich  dadurch  denen  der  fossilen  Art  in  auffallender  We  se.  (Vergl.  die  beigegebenen  Blätter  von  eul- 
tivirten  Exemplaren  der  Rhus  viminalis  im  Naturselbstdruck,  Tat".  XXV,  Fig  6  und  7.)  Ist  aber  hiednreh  die 
genetische  Beziehung  der  jetztlebenden  Art  zur  vorweltlichen  Stammart  angedeutet,  so  wäre  erwähnte 
Erscheinung  als  ein  ausgezeichnetes  Beispiel  atavistischer  Bildung  anzusehen. 

Durch  die  Veränderung  der  äusseren  Lebensbedingungen,  wie  sie  die  Cultur  der  Pflanze  mit  sich  bringt, 
wurde  der  Impuls  zu  inneren  Veränderungen  in  retrograder  Richtung  gegeben.  Dieser  Fall  steht  jedoch  nicht 
vereinzelt  da.  Es  sind  mir  mehrere  nicht  minder  beachtenswerthe  Beispiele  atavistischer  Bildung  bekannt 
geworden,  über  welche  ich  an  anderer  Stelle  zu  berichten  beabsichtige. 

Vnii  den  bis  jetzt  beschriebenen  fossilen  Rhus-Arten  seheint  Rh.  cassiaeformis  Ett.  aus  der  fossilen  Flora 
von  Häring  der  Rh.  sagoriana  am  nächsten  zu  stehen.  Erstere  hat  aber  viel  kleinere,  dünnere,  an  der  Basis 
oft  schiefe  Blättchen. 

Mit  den  Blättchen  unserer  Art  fand  sich  in  Savine  der  in  Fig.  5  und  5«  dargestellte  Abdruck  einer  Stein- 
frucht, welche  wohl  zu  dieser  Art  gehören  dürfte. 


Ord.   ZANTHOXYLEAE. 

Zanthoocylon  Ttaeringicmum,  m. 

Taf.  XVII,  Fig.  8,  9. 
Ettingsh.  Tertiäre  Flora  von  Häring.  S.  81,  Taf.  27,  Fig.  l. 
F  u  n  d  ort  :  Savine  (Stollen). 

Theilblättchen,  welche  ihrer  Form,  Randbeschaffenheit,  Nervation  und  Textur  nach  mit  dem  a.  a.  0.  dar- 
gestellten Blättchen  vollkommen  übereinstimmen  und  dadurch  die  Selbstständigkeit  obiger  Art  bestätigen. 
In  Fig.  9  w  ist  die  wohlerhaltene  Nervation  derselben,  welche  an  dem  Fossil  von  Häring  nicht  wahrgenommen 
werden  konnte,  vergrössert  zur  Anschauung  gebracht. 

Aus  dem  wenig  hervortretenden  Primärnerv  entspringen  sehr  feine  genäherte,  erst  mittelst  Loupe  in  ihrem 
Verlaufe  verfolgbare  Secundärnerven  unter  wenig  spitzen  Winkeln.  Dieselben  entsenden  zahlreiche  kurze, 
sehr  feine  Tertiärnerven  unter  verschiedenen  Winkeln.  Das  Netz  besteht  aus  unregelmässig  eckigen  Maschen. 
Diese  Nervation  hat  die  meiste  Ähnlichkeit  mit  der  von  Zanthoxylon  serratum  Heer,  welches  sich  von  unserer 
Art  durch  eiförmige  Blättchen  und  die  geringere  Zahl  mehr  hervortretender  Secundärnerven  wohl  unter- 
scheidet. 

Denkschriften   der  mathem.-naiurw.   Cl.    XXXVII.    Bd.  2fi 


20.2  Constantin  v.  Ettzngshausen. 

Ptelea  intermedia  n.  sp. 

Tat'.  XVI,  Flg.  2,  24. 

/'.   samaris  rotundatis  vel  subrotundis,  pericarpio  ovato  vel  elliptico,  ala  tenuissime  reticülosa,  maculis  mini- 
mis  angustissimis,   numerosissimis. 

Fundorte:  Savine  (Steinbruch  und  Stollen);  Tüfter. 

Diese  Flügelfilichte  unterscheiden  sieh  von  den  ähnlichen  Ulmus- Früchten  auf  den  ersten  Blick  durch  den 
netzaderigen  Flügel. 

Sie  sind  zusammengedrückt  und  deutlich  zweifächerig  und  stimmen  in  diesen  Eigenschaften  nur  mit  den 
Flügelfrüchten  von  l'telea  überein.  Die  Frucht  sammt  Flügel  ist  fast  kreisrund,  das  Pericarpium  aber  eiförmig 
oder  elliptisch.  Der  hautartige  Flügel  ist  von  sehr  feinen  genäherten  Nerven  strahlenförmig  durchzogen,  welche 
unter  einander  vielfach  anastomosiren  und  ein  engmaschiges  Netz  bilden.  Dieses  ist  in  Fig.  2b  vergrössert 
dargestellt. 

Bezüglich  der  Form  des  i  lügeis  stimmt  die  beschriebene  Frucht  mit  der  von  Ptelea  trifoliata  L.  aus  Nord- 
amerika überein;  bezüglich  der  Form  des  Pericarpiuuis  aber  gleicht  sie  der  Frucht  der  mexikanischen  }'. 
podocarpa  De  Cand.  Die  fossile  Art  steht  also  ihrer  Fruchtbildung  nach  in  der  Mitte  zwischen  den  beiden 
genannten  Lebenden. 

Ptelea  microcarpa  n.  sp. 
Taf.  XVI,  Fig.  3. 
/'.    samaris  parvis  ellipticis,  pericarpio  oblongo,   (da  tenuissime  retieulosa,   maculis  vdninds. 

Fundort:  Savine  (Stollen). 

Durch  die  kleinere  elliptische  Flügelfrucht,  das  längliche  Pericarpium  und  das  aus  mehr  rundlichen  oder 
ovalen  Maschen  bestehende  Net/,  des  viel  schmäleren  Flügels  (in  Fig.  3a  vergrössert  dargestellt)  von  der  vor- 
hergehenden Art  sehr  verschieden.  Steht  der  Ptelea  podocarpa  näher  als  die  Letztere.  Die  Blattreste  der 
beschriebenen  Ptelea  Arten  habe  ich  bis  jetzt  vergeblich  unter  den  Fossilien  der  Sagor-Flora  gesucht. 

Class.  CALYCIFLORAE. 

Ord.  VOCHYSIACEAE. 

Vochysia  europaea  n.  sp. 

Taf.  XIX.  Fig.  22. 

V.  foliis  petiolatis  coriaceis,   ovato-lanceolatis,  integerrirnis ;  nervatione  camptodroma,    nervo  primario  valido, 
recto,    nervis  secundarüs   sub  anguh's  65 — 75     orientibus,    numerosis   approximatis ,    nervis   tertiariis 
tenuissitnis  approximätis,  transversis,   dictyodromis, 
Fundort:   Savine  (Steinbruch). 

Dieses  Blattfossil  unterscheidet  sich  von  den  in  der  Nervation  ähnlichen  Bhamneen-BYättem  durch  den 
dicken  Blattstiel  und  den  stark  hervortretenden  mächtigen  Primärnerv:  von  ähnlichen  Ficus-Blätterrt  durch  den 
Verlauf  der  Tertiärnerven  und  das  Blattnetz  (s.  d.  Vergrößerung  der  Nervation,  Fig.  22a).  Es  zeigt  aber  das 
beschriebene  Fossil  in  allen  Eigenschaften  die  grösste  Übereinstimmung  mit  Blättern  von  Vochysia  Arten,  ins- 
besondere der  brasilianischen  F.  acuminata  (Ett.  Blattskelete  der  Dikotyledonen,  S.  186,  Fig.  193);  wesshalb 
ich  kein  Bedenken  trage,  dasselbe  der  Gattung  Vochysia  einzureihen. 

Ord.    COMBRETACEAE. 
Terminal  ia  radobojensis  üng. 

Taf.  XIX,  Fig.   14. 

ünger,  Chloris  protogaeä,  p.  142.  tab.  48,  fig,  2.  —  Sylloge  plant,  foss.  III.  p.  öö,  tab.  17.  tig.  l.  —  Heer,  Tertiärfl.  d. 
Schweiz.  Bd.  III.   S.  32,   Tat'.  Ins.    Fig.  10-12. 


Die  fossile  Flora  von  Sagor  in  Kram.  203 

Fundort:  Savine  (Stollen). 

Dieser  Rest  eines  grossen  Blattes  passt  sehr  gut  zu  den  von  Unger  abgebildeten  Rlättern  der  Termi- 
nalia  radohojensis.  Die  vortrefflich  erhaltene  Nervation  ist  in  Fig.  14«  vergrössert  zur  Anschauung  gebracht. 

Termin«!)«  miocewica  Ung. 
Unger,  Chlorig  protogaea,  p.  14-2,  tab.  4S,  Fig.  3 — 4. 

Fundorte:  Sagor,  nächst  dem  Bache;  Savine  (Steinbruch). 

Ein  Blattfossil,  welches  dem  a.  a.  0.  abgebildeten  Blatte  von  Radoboj  am  besten  entspricht,  liegt  ans 
Savine,  ein  weniger  gut  erhaltenes  dieser  Art  ans  der  bezeichneten  Fundstelle  bei  Sagor  vor. 

Terminal i«  Fenzliana  Ung. 
Tat'.  XIX,  Fig.   15—19. 
Unger,  Fossile  Flora  von  Sotzka,  S.  51,  Taf.  33,  Fig.  15— IS. 

Fundorte:  Sagor,  nächst  der  Kirche  (Friedhofsehichte);  Savine  (Steinbruch  und  Stollen);  Islaak. 

An  erstgenannter  Localität  fand  sich  die  Flügelfrucht  Fig.  15,  an  letzterer  beim  Stollen  die  Flügelfrüchte 
Fig.  16 — 19.  An  fast  allen  diesen  Exemplaren  ist  der  an  der  Frucht  stehenbleibende  Griffel  erhalten.  Das  ovale 
Pericarpium  ist  scharf  begrenzt  bei  Fig.  lob,  IG. 

An  Fig.  15  sind  die  Flügel  am  kürzesten  wie  an  Fig.  15  a.  a.  0.  der  fossilen  Flora  von  Sotzka.  Die 
übrigen  Früchte  nähern  sich  hinsichtlich  der  grösseren  Flügel  den  Fig.  16 — 18  der  Sotzka-Flora.  Auch  die 
(rriisse  des  Pericarpiums  ist  sehr  verschieden.  Dessungeachtet  wird  man  aber  an  der  Gleichartigkeit  dieser 
Früchte  nicht  zweifeln,  wenn  man  die  ganze  Reihe  derselben  überblickt.  Die  Nervation  der  Flügel,  an  den 
Früchten  von  Savine  besser  erhalten  als  an  denen  von  Sotzka,  ist  in  Fig.  17  zur  Anschauung  gebracht. 

Die  zu  dieser  Art  gehörigen  Blätter  konnten  bis  jetzt  noch  nicht,  weder  in  Sotzka  noch  in  Sagor,  auf- 
gefunden werden.  Die  Blattfossilien,  welche  Unger  a.a.O.  mit  den  erwähnten  Früchten  vereinigte,  sind  keine 
Terminalia-,  sondern  Sapotaceen-Blätter. 

Class.   MYRTIFLORAE. 

Ord.  MYKTACEAE. 

Eucalyptus  oceaniea  Ung. 

Tal'.  XVII  ,  Fig.   10-  18. 
Unger,  Fossile  Flora  von  Sotzka,  S.  52,  Taf.  36,  Fig.  1—13. 

Fundorte:  Sagor,  nächst  der  Kirche  und  am  Bache;  Savine;  Godredesch;  Islaak;  Trifail;  Hrastnigg; 
Tüffer;  Bresno. 

Von  dieser  Art  liegen  mir  zahlreiche  Blätter,  besonders  schön  erhalten  vonSavine  vor.  Die  charakteristische 
Nervation  mit  den  feinen  in  einen  saumläufigen  Nerv  zusammenfliessenden  Schlingenbogen,  nur  mittelst  der 
Loupe  sichtbar,  ist  in  Fig.  18«  vergrössert  dargestellt.  Es  haben  sich  hier  alle  Blattformen  gefunden,  die 
Unger  a.  a.  0.  abbildete.  Wahrscheinlich  gehören  die  unter  der  Bezeichnung  Eucalyptus  oceaniea  vereinigten 
Blätter  der  fossilen  Flora  von  Sotzka  und  Sagor  zu  mehreren  Eucalyptus- Arten,  welche  aber  nach  den  Blättern 
nicht  unterschieden  werden  können.  Einige  der  bezeichnendsten  Eucalyptus-Blätter  von  Savine  habe  ich  der 
Tafel  XVII  beigegeben.  Denselben  schliessen  sich  die  Blätter  von  E.  salicinus,  Taf.  XXVII,  Fig.  1,  2,  aus 
Neuholland  an. 

Eucalyptus  haeringiana   m. 
Ettingsh.  Tertiäre  Flora  von  Häring,  s.  >i.  Tai'.  28,  Fig.  2 — 13,  -_'.">. 

Fundorte:  Sagor,  nächst  der  Kirche  (Friedhöfschichte);  Savine  1  Stollen). 

Ist  an  erstbenannter  Localität  häutiger  als  in  Savine.  Die  Blätter  dieser  Ar;  erwiesen  sich  als  schmäler, 
kleiner  und  weniger  derb,  als  die  der  vorhergehenden.    An  der  liasis  sind  sie  meistens  stärker  verschmälert. 

26  * 


204  Gonstantin   v.   Ettingshausen. 

Eucalyptus  grcmdifolia  m. 

Ettingah.  Fossile  Flora  von  Bilin,  III,  S.  53,  Tat'.  54,  Fig.  17  —  19. 

Fundorte:  Sagor  (Friedhofschichte  und  BachscMchte). 

Von  dieser  Art,  welche  sich  nicht  nur  durch  die  Grösse  der  Blätter,  sondern  auch  durch  die  längeren 
Stiele,  die  etwas  breitere  Basis  und  durch  die  Nervalion  von  den  vorhergehenden  unterscheiden  lässt,  liegen 
mir  nur  einige  Blattfossilien  ans  den  genannten  Fundstätten  vor. 

Callistemophyllum  iiieluleiicaefonne  m. 

Ettingsh.  Tertiäre  Flora   von  Häring,  S.  84,  Tat'.  27,  Fig.  13,   14.  —    Fossile  Flora  von  Bilin,  III,  S.  53,  Tat'.  54.  Fig.  1--3. 

Fundorte:  8a vine  (Stollen);  Sagor,  nächst  dem  Bache. 

Einige  Blattfossilien  von  Savine,  welche  mit  den  Fig.  2  und  3  der  cit.  Flora  von  Bilin  am  meisten  über- 
einstimmen und  ein  Blattrest  von  Sagor.  der  zu  Fig.  14  der  cit.  Flora  von  Häring  am  besten  passt,  beurkunden 
das  Vorkommen  dieser  Art  in  unserer  fossilen  Flora. 

CallistemophylVwm  acuminatiivn  m. 

Tat'.  XIX,  Fig.   25,  26. 
Ettingsh.  Beiträge  zur  Kenntniss  der  Tertiärflora  Steiermark^,  S.  76,  Tat',  6,  Fig.  16. 
Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Mit  Ausnahme  der  mehr  verschmälerten  Basis  stimmen  diese  Blätter  mit  dem  am  Moskenberge  bei  Leoben 
aufgefundenen  Blatte  obiger  Art  sehr  wohl  iibercin. 

Metrosideros  europaea  n.  sp. 

Tat'.  XIX,  Fig.  20,  21. 

M.foliis  subeöriaeeis  ovatis  vel  oblonges,  apicern  versus  aeümi'natis,  apice  obtusis,  basi plus  minusve  angustatis, 
margine  integerrimis ,  nervatione  brochidodroma ,  nervo  primaria  prominente  recto ,  nervis  seeundariis 
sab  angulis  55 — 65     orientibus,   tenuissimis ,   approximatis ,  nervis  tertiariis  abbreviatis,  dictyodromis. 

Fundort:   Savine  (Stollen). 

Blätter  mit  wohlerhaltener  Nervation  Fig.  20a,  welche  auf  die  Ordnung  der  Myrtaceen  mit  Sicherheit 
schliessen  lässt.  Wir  finden  die  Blätter  der  in  Oceanien  einheimischen  Metrosideros  polymorpha  Gau  dich. 
(Ettingsh.  Blattskelete  der  Dicotyledonen,  Taf.  84,  Fig.  7)  mit  den  beschriebenen  Fossilen  in  allen  Eigen- 
schaften am  meisten  übereinstimmend. 

Von  den  bis  jetzt  beschriebenen  fossilen  Myrtaceen  sind  Metrosideros  calophyllum  Ett.  von  Häring  und 
Myrtus  Dianae  Heer  von  Öningen  der  Metrosideros-Art  von  Savine  in  der  Blattbildung  ähnlich;  es  unter- 
scheidet sich  von  derselben  aber  die  erstere  durch  zahlreichere  gedrängtere  Secundärnerven,  dir  letztere  durch 
die  wenigeren  steil  aufsteigenden  Secundärnerven  und  die  derbere  Textur  des  Blattes. 

Es  ist  möglich,  dass  einige  der  vielgestaltigen  Blätter,  welche  Ung er  unter  der  Bezeichnung  Eitgenio 
Appolinis  vereinigt  hat,  wie  z.  B.  Fig.  13—15  1.  c.  hiehergehören,  lässt  sich  jedoch  bis  jetzt  nicht  entschei- 
den, da  an  diesen  Blättern  ausser  dem  Priinärnerv  von  Nervation  nichts  erhalten  ist.  Übrigens  wird  der  Eugenia 
Apo'llinis  eine  derbere  lederartige  Textur  zugeschrieben. 

Eugeiu'ft  Apollinis  Ung. 

Tai'.  XIX,  Fig.  -23,  24. 
Unger,  Fossile  Flora  von  Sotzka.   S.  52.  Taf.  35,  Fig..: — IS. 

Fundorte:   Sagor,  nächst  dem  Bache;  Savine:  Trifail;  Tüffer. 

Einige  Blätter,  welche  in  den  Formenkreis  dieser  Art  am  besten  passen.  Sie  lassen  keine  Spur  der  wahr- 
scheinlich sehr  feinen  Secundärnerven  mehr  wahrnehmen   und  verrathen  eine    lederartige  Textur.    Das  hier 


Die  fossile  Flora  ran  Sagor  in  Krain.  205 

Fig.  24  abgebildete  Blatt  von  Savine  entspricht  der  Fig.  3  der  „Fossilen  Flora  von  Sotzka" ;  das  Blatt  Fig.  23 
von  Sagor  hält  die  Mitte  zwischen  Fig.  4  und  10  auf  der  Tafel  35  cit.  Abhandlung. 

Es  ist  wahrscheinlich,  dass  die  bisher  unter  der  Benennung  Eugenia  Apollim's  zusammengestellten  Blatt- 
fossilien verschiedenen  Myrtaceen- Arten  angehören. 

Class.  ROSIFLORAE. 

Ord.   1'  0  M  A  C  E  A  F. 

Cotoneaster  Persei  Vng. 

Unger,  Sylloge  plant,  t'o«.  III,  p.  50.  tab.  18,  fig.  IQ. 
Fundorte:  Savine ,  Trifail. 

Es  haben  sich  von  dieser  Art  bis  jetzt  nur  Steinkerne,  welche  in  Grösse  und  Form  denen  der  Mespilus 
;/  rmanica  nicht  wenig  gleichen,  an  den  bezeichneten  Lagerstätten  gefunden. 

Ord.   AMYCDALEAE. 
Prunus  Palaeo-Cerasus  m. 

Ettingsh.  Beitrüge  zur  Kenntniss  der  Tertiärflora  Steiermark*,  s.  TS.  Tat'.  6,  Fig.  12,  13. 

Fundort:  Trifail. 

Ein  Blattfossil  mit  wohlerhaltener  Nervation,  das  in  allen  Merkmalen  mit  dem  a.  a.  0.  Fig.  12  abgebildeten 
Blatte  vom  Moskenberg  bei  Leoben  übereinstimmt.  Es  passt  auch  sehr  gut  zu  dem  Blatte  der  Prunus  Cerasus 
Taf.  XXVII,  Fig.  8. 

Class.    LEGUMINOSAE. 
Ord:   PAPILIONACEAE. 

L  0  T  E  A  E 

Psoralen  palaeogaea  Sap. 

Saporta,  Etudes  sur  la  Vegetation  du  Sud-Est  de  la  France  ä  l'epoque  tertiaire,  p.  253,  tab.  11,  fig.  G. 
F  u  n  d  ort:  Sagor  (Bachschichte). 

Ein  Tlieilblättcbcn,  welches  etwas  grösser  ist,  als  das  von  Saporta  a.  a.  0.  abgebildete  Blättchen  aus 
dem  bituminösen  Kalk  von  Saint- Zacharie,  aber  in  allen  wesentlichen  Merkmalen,  insbesondere  bezüglich  der 
dort  dargestellten  Nervation  mit  demselben  übereinstimmt.  Die  Beschaffenheit  des  Abdruckes  deutet  auf  eine 
zarte  membranöse  Textur. 

Glycyrrhiza  deperdita  Ung. 

Taf.  XIX.  Fig.  1-.',  lo. 

Unger,   Fossile  Flora  von  .Sotzka,    S.  51,  Taf.  39,  Fig.  1,  2.    --    Heer,    Terriarrl.  d.  Schweiz,  IM.  III,  S.  101,  Taf.   133, 
Fig.  4,  5. 

Fundorte:   Savine,   Islaak. 

Von  den  angegebenen  Localitäten  liegt  mir  je  ein  Blättchen  dieser  Art  vor.  Das  eine  Fig  13  von  Savine 
stammend,  passt  seiner  Form  nach  am  besten  zu  Fig.  2  der  Sotzka-Flora,  bezüglich  der  etwas  spitzeren  Abgangs- 
winkel über  zu  dem  von  Heer  1.  c.  abgebildeten  Blättchen  Fig.  4  vom  hohen  Khouen.  Es  liefert  dies  wohl  den 
Beweis  der  Zusammengehörigkeit  dieser  Fossilien.  Das  andere  Blättchen  Fig.  12,  von  Islaak  stammend,  gleicht 
in  allen  Merkmalen  dem  von  Unger  I.  c  abgebildeten  Blättchen  Fig.  1.  ist  aber  kleiner  als  dieses.  Die  Ab- 
drücke erwähnter  Fossilien  lassen  eher  auf  eine  lederartige  als  auf  eine  zarte  Textur  schliessen.  Wegen  der 
Seltenheit  des  Vorkommens  (bis  jetzt  sind  nur  vier  Blättchen  gefunden  worden)  und  wegen  der  zweifelhaften 
systematischen  Stellung  dieser  l.'este  habe  ich  die  Abbildung  der  in  der  fossilen  Flora  von  Sagor  aufgefundenen, 
auf  der  c.  Tafel  beigegeben. 


206  Consta»,  tin  v.  Ettingshausen. 

Robinia  cr&nceta  Heer. 
Taf.  XIX,  Fig.  l. 
Heer,  Tertiärflora  der  Schweiz,  Bd.  III.  S.  100,  Täf.  132,  Fig.  27— so. 

Fundorte:  Savine;  Sagor,  nächst  der  Zinkhütte  (Schichte  II). 

Ein  kurzgestieltes  ovales  Theilblättchen  von  zarter  Textur  mit  entfernt-seichtgekerbtem  Rande,  welches  zu 
den  a.  a.  0.  dargestellten  Blättchen  aus  dem  Kesselsteine  von  Öningen  vollkommen  passt.  Mit  diesem  in 
Savine  gefundenen  Blattfossil  einer  Robinie  vereinige  ich  eine  Hülse,  Fig.  1,  welche  im  Tagbaue  nächst  der 
Zinkhütte  bei  Sagor  gefunden  wurde,  und  die  nur  zu  Hobinia  gehören  kann.  Sie  nähert  sich  der  Hülse  von 
Robinia  constricta  Heer,  welche  jedoch  viel  breiter  ist.  Der  Form  nach  stimmt  sie  am  meisten  mit  der  Hülse 
von  Hobinia  Hesperidum  Ung.  überein,  von  der  sie  sich  jedoch,  abgesehen  von  der  geringeren  Länge,  durch 
flachere  Samen,  welche  bei  weitem  nicht  so  starke  Eindrücke  wie  bei  dieser  bewirkten,  wohl  unterscheidet. 

PHAsEOEEAE. 

Erythvtiia  Untjeri  n.  sp. 

Taf.  XIX.  Fig.  2—5. 

E.  foliis  pinnatim  trifoliatis,  f'oliolis  brevissime  petiolatis,  subcoriaceits,  elliptico-oblongis,  integerrimis;  ner- 
vatione  camptodroma,  nervo  primaria  prominente  reeto,  nervis  secundariis  sah  angulis  vix  acutis  orien- 
tibus,  curvatis,  parallelis  simplicibus.  nervis  tertiariis  tenuissimis,  sub  angulo  reeto  e.rei/ntibus,  abbre- 
viatis,   dictyodromis. 

Fundorte:  Savine;  Sagor,  nächst  der  Zinkhütte  (Tagbau,  Schichte  I). 

Der  Erythrirta  daphnoides  Ung.  Sylloge  plant,  foss.  II,  t.  5,  f.  7  sehr  nahe  stehend,  alter  durch  folgende 
Merkmale  von  derselben  verschieden.  Die  Blättchen  sind  viel  kürzer  gestielt,  mehr  elliptisch  als  eiförmig;  die 
Secundärnerven  entspringen  unter  gleichem,  wenig  spitzem  oder  nahezu  rechtem  Winkel  und  laufen  unter  ein- 
ander parallel  dem  Rande  im  Bogen  zu,  ohne  sich  zu  verästeln.  Die  Tertiärnerven  sind  an  der  cit.  Abbildung 
nicht  ersichtlich;  an  der  beschriebenen  Erythrina-Art  sind  dieselben  so  fein,  dass  sie  nur  mittelst  der  Loupe 
wahrgenommen  werden  können.  Ihren  Verlauf  zeigt  die  Vergrößerung  der  Xervation  Fig.  4  a. 

Die  Erythrina  Ungeri  zeigt  in  allen  beschriebenen  Merkmalen  eine  grosse  Annäherung  zur  E.  coralloides 
De  Cand.  aus  Mexiko  (vergl.  Ett.  Nervation  der  Papilionaceen,  Sitzungsber.  Bd.  XII,  Taf.  10,  Fig.  2).  Die 
Exemplare  Fig.  4,  5  stammen  aus  der  gleichen  Schichte  bei  Savine,  das  Exemplar  Fig.  3  von  bezeichneter 
Fundstelle  bei  Sagor. 

Dioden  protogaea  n.  sp. 

Tat'.  XIX,  Fig.  (3— S. 

D.  foliis  pinnatim  trifoliatis,  foliolis  brevissime  petiolatis  subcoriaceis,  rotundatis  vel  rotundato-ovatis  sub- 
obliquis  integerrimis ;  nervatione  camptodroma  ,  nervo  primaria  basi  valido ,  prominente,  reeto,  nervis 
secundariis  sub  a?igiclis  75 — 55°  orientibus,  curvatis  parallelis,  simplicibus,  marginein  versus  subflexuo- 
sis;   nervis  tertiariis  tenuissimis,   transversariis,   approximatis. 

Fund  o  r  t :   Savine  (Stollen). 

Diese  Papilionaceen-Theilblättchen,  durch  ihre  Form  und  Xervation  wohl  charakterisirt,  können  nur  der 
Unterordnung  der  Phaseoleen  eingereiht  werden.  Die  Blattsnbstanz  ist  mehr  lederartig,  die  Form  schief- 
rundlich;  manchmal  geht  sie  in's  Eiförmige  über.  Aus  einem  sehr  kurzen  Stielchen  läuft  der  starke  hervor- 
tretende Primärnerv  allmälig  verschmälert  und  ziemlieh  gerade  der  Blattspitze  zu.  Die  Secundärnerven  ent- 
springen jederseits  (3  —  9  unter  wenig  spitzem  oder  nahezu  rechtem  Winkel,  treten  schart  hervor  und  laufen 
ungetheilt  in  langen  Bogen  dem  Rande  zu.  Vor  demselben  etwas  geschlängelt,  anastomosiren  sie  unter  ein- 
ander mit  kaum  oder  nur  wenig  hervortretenden  Schlingen.  Die  Tertiärnerven  sind  sehr  fein,  zahlreich 
genähert  und  querläufig.  Aus  ihnen  entspringen  sehr  zahlreiche  Quaternärnerven,  welche  ein  sehr  entwickeltes 
aus  querovalen  Maschen  zusammengesetztes  Netz  bilden. 


Die  fossile  Flora  von  Sagor  in  Kroiii.  "J07 

Die  angegebenen  Merkmale  führen  auf  die  tropisch-amerikanische  Gattung Dioclea  (vergl.  Ett.  Nervation 
der  Papilionaceen,  Taf.  IX,  Fig.  1,  2,  5),  in  welcher  Arten  wie  D.  violacea  Mart. ,  D.  lasiocarpa  Ma.rt.  und 
D.  argentea  Desv.  vorkommen,  deren  Blättehen  mit  den  beschriebenen  eine  grosse  Verwandtschaft  /.eigen. 
Insbesondere  stimmen  mit  letzteren  die  Blättchen  von  D.  lasiocarpa  (Fig.  2  1.  c.)  aus  Brasilien  bezüglich  der 
Form  und  der  Merkmale  der  Secundärnerven  sehr  überein.  Die  querläufigen  Tertiärnerven  und  die  Netzbildung 
aber  theilt  die  fossile  Art  mit  der  brasilianischen  I>.  argentea  (Fig.  f>  1.  c). 

Phaseolites  glycinoides  Sap. 

Saporta,  1.  e.  I,  p.  254,  tab.  11,  fig.  8.  —  Syn.   Ph.  pulehellns  Sap.  1.  o.  p.  255,  tab.  11,   fig.  8.    —    Ph.  fralerfffts   Sap.  1.  c. 
II.  p.  3C6,  tab.  13,  fig-.  11. 

Fundort:  Savine  (Stollen). 

Ein  Fiederblättchen  mit  wohlerhaltener  Nervation,  welches  in  allen  Eigenschaften  mit  den  citirten  ohne 
Zweifel  zu  Einer  Art  gehörigen  Blättchen  übereinstimmt.  Die  Form  dieser  Blättchen  entspricht  am  meisten  der 
von  Eiq)//aseolee/>-B\i\tiehen,  die  Nervation  hingegen  der  Gattung  Enjtlirina.  Das  als  Rhynchosia  pojjulina. 
Ung.  bezeichnete  Phaseoleen-Blättchen  der  fossilen  Flora  von  Kunii  theilt  mit  den  Blättchen  von  Phaseolites 
glycinoides  nur  die  Form  und  Textur,  weicht  aber  durch  die  zwei  grundständigen  hervortretenden  Nerven,  die 
den  letzteren  fehlen,  und  durch  die  geringere  Zahl  der  Secundärnerven  wesentlich  von  denselben  ab. 

Phaseolites  arMcularis  Üüg. 

Taf.  XVII,  Fig.  19. 

U liger,  Foss.  Flora  von  Sotzka,  S.  54,  Taf.  39,  Fig.  3,   t.  —   Ettingsh.  Tertiäre  Flora  von  Urning,  S.  87,  Tat.  29,  Fig.  1. 
—  Heer,  Tertiärflora  d.  Schweiz,  Bd.  III,  S.  io2,  Tat'.  133,  Fig.  7. 

Fu  n  dort :  Ttiffer. 

Das  hier  abgebildete  Theilblättchen  fand  ich  an  bezeichneter  Lagerstätte  mit  Resten  von  tSe,pioia  Coutt- 
siae.  Es  gleicht  in  seiner  Form  am  meisten  dem  Blätteben  Fig.  4  der  Sotzka- Flora,  in  der  Nervation  aber 
stimmt  es  mit  dem  Blättchen  Fig.  7  der  Schweizer  Flora  vollkommen  überein. 

Phaseolites  microphyllus  m. 

Ettingsh.  Tertiäre  Flora  von  Häring,  S.  87,  Tat'.  -29,  Fig.  3—6. 

Funilo  rt :   Hrastnieg. 

An  der  genannten,  nur  eine  sehr  spärliche  Flora  bergenden  Lagerstätte  fand  ich  unter  Anderem  ein 
kleines  Theilblättchen,  welches  zu  dem  a.  a.  0.  abgebildeten  Blättchen  von  Häring  am  besten  passt. 

Phaseolites  doliehophi/llas  Web. 
0.  Weber,  Neuer  Beitrag  zur  Tertiärflora  der  niederrheinischen  Braunkohlenformation,   S.  öl.  Taf.  lo,   Fig.  9. 
Fundort:  Trifail. 

Ein  Phaseoleen-Blättchen,  welches  vollkommen  zu  dem  a.  a.  0.  abgebildeten  Blatt  eben  von  Rott  bei 
Bonn   passt. 

Phaseolites  erioseinaefolias  Ung. 
Unger,  Fossile  Flora  von  Sotzka.  S.  55,  Tat'.  39.  Fig.  .j  — 7. 
Fundort:  Savine  (Stollen). 

Hin  Blattfossil,  welches  mir  mit  den  a.  a.  0.  abgebildeten  Resten  gleichartig  zu  sein  scheint.  Die  Bestim- 
mung dieser  Fossilien  als  Phaseolee  ist  .-ehr  zweifelhaft. 

DALBERG1EAE. 
Dalberai«  Jieeastopfu/llina  Sap. 

Saporta,  Etüde*  mit  !a  Vegetation  du  Sud-Est  de  la  France  ä  l'epoque  tertiaire,  II.  p.  367,  tab,  13.  fig.  10 


208  Gonstantin  v.  Ettingshausen. 

Fundort:  Sagor  (Bachschichte)* 

Ein  Blattfossil,  welches  mit  dem  a.  a.  0.  beschriebenen  ZWier<^'«-Blättchen  von  Armissan  in  allen  Merk- 
malen übereinstimmt. 

Dalbergia  palaeocarpa  Sap. 

Saporta  I.  c.  II,  p.  369,  tab.  13,  fig.  15. 

Fundort:  Sagor  (Tagbau,  Sehichteil). 

An  bezeichneter  Localität  fand  sich  eine  Dalbergia-HWtee,  welche  zu  der  a.  a.  0.  abgebildeten  von  Ar- 
missan  am  besten  passt.  Es  ist  wahrscheinlich,  dass  diese  Hülse  mit  dem  Blättchen  der  Dalbergia  kecasto- 
phyllina  zu  Einer  Art  gehört. 

Dalbergia  haeringiana  m. 

Tal'.  XX,   Fig.   1,  2. 
Ettingsh.  Tertiäre  Flora  von  Häring,  S.  87,  Tat'.  29,  Fig.  7—9.  —  Fossile  Flora  von  ISilin.  III.  S.  :>".  Tat'.  55,  Fig.  10. 
Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Diese  Blättchen  gleichen  den  a.  a.  0.  abgebildeten  in  allen  Eigenschaften.  Sie  zeigen  eine  wohlerhaltene 
Nervation,  welche  mit  der  1.  c.  in  Fig.  10  b  dargestellten  vollkommen  übereinstimmt. 

Dalbergia  valdensis  Heer. 
Heer,  Tertiärflora  der  Schweiz,  Bd.  III,  S.  104,  Tat'.  133,  Fig.  12,  13. 

Fundort:  Sagor,  nächst  der  Zinkhütte  (Tagbau,  Schichte  I). 

Ein  Theilblättchen,  welches  zu  dem  a.  a.  0.  abgebildeten  /Wi«-<7i'a-Blättchen  Fig.  13  von  Lausanne 
am  besten  passt. 

Dalbergia  retusaefolia  Web.  sp. 

Tat'.  XX,  Fig.  3. 

Heer  1.  c.  S.  104,  Taf.  133,  Fig.  9—11.  —  Syn.  Templetonia  retusaefolia  0.  Web.  Neuer  Beitrag  z.  Tertiärfl.  d.  uiederrheini- 
scheu  Braunkohlenformation,  S.  50,  Taf.  10,  Fig.  7  (?). 

Fundort:  Savine  (Stollen). 

Das  hier  abgebildete  Dalbergia-  Blättchen  grenzt  in  seiner  Form  mehr  an  das  Verkehrt-eiförmige,  als  an 
das  Längliche,  stimmt  aber  in  allen  übrigen  Eigenschaften  mit  den  Blättchen,  welche  Heer  a.  a.  0.  unter 
der  Benennung  D.  retusaefolia  abgebildet,  am  meisten  überein.  Ob  aber  diese  Blättchen  mit  dem  Blattfossil 
Fig.  7  1.  c.  von  Bott  bei  Bonn,  welches  Weber  Templetcnia  retusaefolia  nannte,  gleichartig  sind,  halte  ich 
mindestens  für  sehr  zweifelhaft. 

Das  Blättchen  von  Savine  zeigt  eine  wohlerhaltene  Nervation,  welche  in  Fig.  ?>  a  auf  unserer  citirten 

Tafel  vergrössert  dargestellt  ist. 

Dalbergia  priniaera  Eng. 

Unger,  Fossile  Flora  von  Sotzka,  S.  55,  Taf.  39,  Fig.  S— 1-2.    —    Ettingsh.  Tertiäre  Flora  von  Häring,  .S.  96,  Taf.  13. 
Fig.  5.  —  Heer  1.  c.  Taf.  133,  Fig.  -21— -23. 

Fundorte:  Sagor  (Friedhofschichte,  Bachschichte). 

An  den  bezeichneten  Fundorten  wurde  bis  jetzt  nur  je  ein  Blättchen  dieser  Art  gesammelt. 

Machaerium  palaeogaeum  m. 

Taf.  XX,  Fig.   12. 
Ettingsh.  Fossile  Flora  von  Biliu,  III,  S.  59,  Taf.  55,  Fig.  24. 
Fundort:  Savine  (Stollen i. 

Das  Theilblättchen  Fig.  12  zeigt  eine  derbere  lederartige  Textur,  eine  schmallängliche,  fast  lanzettliche 
Form  und  eine  etwas  länger  gestielte  stumpfliche  liasis.  Die  Secnndärnerven  gehen  unter  wenig  spitzem  oder 


Die  fossile  Flora  von  Sagor  in  Krain.  209 

fast  stumpfem  Winkel  ab;  der  Primärnerv  tritt  verhältnissmässig  stark  hervor.  Dies  sind  aber  Merkmale, 
welche  das  im  Polirschiefer  von  Kutschlin  aufgefundene  und  a.  a.  0.  beschriebene  Dalbergiaceen-Blättchen 
auszeichnen.  Dass  die  Basis  des  letzteren  etwas  mehr  ungleich  ist  als  an  dem  Blättchen  von  Savine,  halte 
ich  für  einen  unwesentlichen  Unterschied.  An  dem  Machaerium-BlMtchen  Taf.  XXVII,  Fig.  18  ist  die  Basis 
nahezu  gleichseitig. 

PalaeotoMum  heterophyllum  Ung. 

Unger,  Fossile  Flora  von  Sotzka,  S.  55.  Taf.  41,  Fig.  1  —  5.  —  Ettingsh.  Tertiäre  Flora  von  Häring,  S.  88,  Taf.  29, 
Fig.  19. 

F  u  n  d  o rt e :  Sagor  (Bachschichte  i ;  Trifail. 

Von  genannten  Fundorten  liegt  je  ein  Blättchen  dieser  Art  vor,  das  Eine  passt  zu  Fig.  1,  das  Andere  zu 
Fig.  2  der  c.  Flora  von  Solzka. 

Pahieolobiiim  railobojensis  U  n  g. 

Taf.  XX,    Fig.  9. 
Unger  1.  e.  Taf.  41,  Fig.  11.  —  Ettingsh.  1.  e.  Tat'.  29,  Fig.  18 
Fundort:  Savine  (Stollen). 

Das  hier  abgebildete  Theilblättchen  stimmt  sowohl  bezüglich  seiner  Form  und  Textur  als  auch  in  seiner 
Nervation  mit  dem  von  Unger  a.  a.  0.  in  Fig.  11  abgebildeten  Theilblättchen  am  meisten  überein.  Es  ist 
von  dem  an  der  Spitze  gegliederten  Blattstiel  losgetrennt.  Das  verdickte  Gelenk  ist  an  der  Basis  der  Lamina 
deutlich  zu  erkennen.  Die  Basis  ist  schiefer  und  weniger  zugerundet  als  an  dem  Blättchen  von  Radoboj.  Die 
Nervation  und  die  Textur  aber  sind  genau  so  wie  an  jenem.  Letztere  halte  ich  mehr  für  lederartig  als  dünn- 
häutig. 

SOPH  0  E  E  A  E. 

Sophora  europaea  Ung. 

Taf.  XX.  Fig.   10,   11. 

Unger,  Fossile  Flora  von  Sotzka,  S.  57,  Taf.  42,  Fig.  1  —  5.  —  Sylloge  plant,  foss.  II,  p.  27.  tab.  9,  fig.  7—14.  — 
Ettingsh.  Tertilire  Flora  von  Häring.  S.  89,  Taf.  29,  Fig.  20.  —  Heer.  Tertiärfl.  d.  Schweiz.  III,  S.  107.  Taf.  13.3, 
Fig.  36—39. 

Fundorte:  Savine;  Sagor  i  Bach  schichte  i ;  Trifail. 

Das  Blättchen  Fig.  10  von  Savine  zeigt  eine  wohlerhaltene  Nervation  (in  Fig.  10  a  vergrössert  darge- 
stellt), welche  mit  der  von  Unger  in  der  Sylloge  1.  c.  Fig.  9  dargestellten  am  meisten  übereinstimmt,  aber 
noch  mehr  Details  erkennen  lässt.  Die  Secundärsegmente  werden  von  einem  sehr  feinen  nur  mittelst  der 
Loupe  sichtbaren  Tertiärnetz  ausgefüllt.  Das  Blättchen  Fig.  11  von  derselben  Lagerstätte  gehört  zu  den 
kleinsten  dieser  Art  und  hält  die  Mitte  zwischen  Fig.  11  und  12  cit.  Sylloge.  Ein  Blättchen  aus  der  Bach- 
schichte gleicht  vollkommen  der  Fig.  8  ebendaselbst. 

Styphnolobium  europaeum  n.  sp. 

Taf.  XIX,  Fig.  9—11. 

St.  foliolis  petiolatis,  submernbranaceis ,  oblongo-ellipticis  vel  oblongis  integerrimis,  basi  plus  minusve  obli- 
quis,  apice  mucronatis ;  nervatiorn  camptodroma,  nervo  primario  distincto,  recto,  nervt's  secundarns  sub 
angulis  60 — 7<>"  orientibu$f  tenuissimis,  nervis  tertiarüs  vi'x  conapicuis  tenuissimis,  brevissiviis,  dictyo- 
dromis. 

Fundorte:  Savine  (Stollen);  Sagor  (Friedhofschichte). 

Diese  Fiederblättchen  gleichen  auf  den  ersten  Blick  denen  von  Dalbergien  namentlich  von  I).  haeringiana, 
unterscheiden  sich  aber  bei  genauerer  Untersuchung  sogleich  wesentlich  von  denselben  durch  die  zartere 
Textur,  den  in  ein  Dörnchen  auslaufenden  Primärnerv  und  durch  die  sehr  kurzen  netzläufigen  Tertiärnerven 

Denkschriften  der  irjathem.-uaturw.   Cl.    XXXVII.  Bd.  -)  7 


210  Cönstantin  v.  Ettingshausen. 

(vergl.  die  Vergrösserung  der  Nervation  in  Fig.  10  «).  Alle  diese  Merkmale  finden  wir  aber  an  den  Blättchen 
von  Styphnolobium  japonteum  Sehott,  welchen  die  fossilen  Blättehen  auch  in  den  übrigen  Eigenschaften 
sehr  nahe  kommen,  wie  der  beigefügte  Naturdruck,  Taf.  XXVII,  Fig.  15  zeigt. 

Ord.  CAESALPINIEAE. 
Caesalpim'a  Saidingei'i  m. 

Ettingsh.  Tertiäre  Flora  von  Häring,  S.  89,  Tat'.  29,  Fig.  -21—39. 

Fu n  d ort:  Sagor  (Friedhofschichte). 

Ein  Theilblättchen  von  der  Grösse,  Form  und  Textur  des  in  Fig.  32  1.  c.  abgebildeten  Caesalpinien- 
Blättchens. 

Caesalpinia  Heerii  n.  sp. 

Tat'.  XX.  Fig.  35,  36. 

C.  foliolis  minutis,  submembranaceis,  subsessilibus  hast  vnaequilateris,  oblongis  vel  lanceolatis,  apice  obtusis, 
nervatiove  dictyodroma,  nervo  primär io  tenui  distincto ,  nervt's  secundarns  vix  con&picuis,  in  rete  tener- 
rimum  dissolutis. 

Fundort:  Savine  (Stolleu). 

Steht  bezüglich  der  Form  und  Grösse  der  Fiederblättchen  in  der  Mitte  zwischen  Caesalpinia  Townshendi 
Heer  und  0.  lepida  Heer,  weicht  aber  von  beiden  dureh  die  feinen,  kaum  unter  der  Loupe  deutlich  sicht- 
baren Secundärnerven.  welche  sich  in  ein  äusserst  zartes,  aus  rundlichen  Maschen  zusammengesetztes  Netz 
verlieren ,  wesentlich  ab.  In  Fig.  36  «  ist  eine  Stelle  des  Netzes  von  Fig.  36  vergrössert  dargestellt.  Das 
Blättchen  Fig.  35  erscheint  zwar  in  seiner  Form  wohlerhalten,  hat  jedoch  seine  Nervation  fast  gänzlich  ver- 
loren, so  dass  von  dem  charakteristischen  Netz  nur  Spuren  vorhanden  sind.  L'aesalpinites  minutus  Sap.  1.  c.  I, 
Taf.  11,  Fig.  11  hat  noch  kleinere  Blättchen .  die  zwar  in  der  Form  denen  unserer  Art  sehr  ähnlich  sind, 
deren  Nervation  alter  einen  ganz  anderen  Charakter  zeigt. 

Cctssia  Phaseolites  Ung. 

Taf.  XX.  Fig.  -23—30. 

Unger,  Fossile  Flora  von  Sotzka,  S.  58,  Tat'.  44.  Fig.  l—  5.  —  Ettingsh.  Tertiäre  Flora  von  Häring,  S.  91,  Taf.  30, 
Fig.  15—17.  —  Heer,  Tertiärfl.  d.  Schweiz.  Bd.  III,  R.  119.  Taf.  137,  Fig.  00—73-,  Taf.  138,  Fig.  l— 0. 

Fundorte:  Savine;  Sagor  (Bachschichte);  Godredesch. 

Fig.  25,  u'>  reihen  sich  den  breiteren.  Fig.  27,  28  den  schmäleren  Blättchen  von  Cassia  Phaseolites  an; 
Fig.  23,  24,  29,  30  stehen  zwischen  diesen.  Fig.  27  zeigt  an  einer  Stelle  eine  Nervation,  bis  ins  feinste 
Detail  erhalten.  Dieselbe  ist  in  Fig.  27  a  vergrössert  dargestellt. 

Cassia  Berenices  Ung. 

Taf.  XX,   Fig.  ..i—:;i 

Unger  I.e.  S.  58,  Taf.  43,  Fig  4—10.  —  Heer  I.e.  S.  118,  Taf.  137,  Fig.  42—56.  —  0.  Weber,  Neuer  Beitrag  z.  Ter- 
tiärfl. d.  niederrhein.  Braunkohlenformation:  Tat',  io,  Fig.  IG,   19.  20. 

Fundort:  Savine  (Stollen). 

Nebst  wohl  erhaltenen  Blatt  eben,  Fig.  31,  33,  34  fand  sich  von  dieser  Art  an  genannter  Localität  auch 
eine  Hülse,  Fig.  32.  Diese  Reste  passen  sehr  gut  zu  den  in  Sotzka  aufgefundenen  der  C.  Berenices.  Das 
Blättchen  zeigt  einen  stark  hervortretenden  Primärnerv  und  sehr  feine  kaum  sichtbare  Secundärnerven.  sowie 
die  Fiederbl-ittcheii  von  Sotzka.  Es  scheint  dies  im  Charakter  derselben  zu  liegen.  Ich  möchte  es  daher 
bezweifeln,  dass  die  von  Heer  und  0.  Weber  a.  a.  0.  als  C  Berenices  bezeichneten  Blättchen  mit  deutlich 
sichtbaren,  ja  sogar  hervortretenden  Secuudäinerveu  hieher  gehören. 


Die  fossile  Flora  von  Sagor  in  Krain.  211 

Cassia  sagoriana  n.  sp. 

Taf.  XX,  Fig.  u-19. 

C.  foliolis  membranaceis,  subsessilibus,  lanceolatis  rarius  ovato-lanceolatis,  acuminalis,  basi  obtusis,  mar- 
gine  integerrimis ;  nervatione  camptodroma ,  nervo  primario  distincto,  valde  attenuato,  recto ,  nervis 
secundariis  tenuissimis  sub~  angulis  65 — 75°  orientibus,  numerosis,  approximatis ;  nervis  tertiär iis  bre- 
vissimis  dictyodrorms. 

Fundorte:  Savine;  Sagor  (Friedhofschichte). 

Von  dieser  Art  fanden  sieh  an  den  bezeichneten  Lagerstätten  Fiederblättchen,  mit  welchen  ich  auch  noch 
eine  in  Savine  gefundene  Hülse,  Fig.  15,  vereinige.  Letztere  ist  etwas  breiter  als  die  der  vorhergehenden  Art 
und  zeigt  elliptische  Samen.  Durch  die  schmälere  Form  der  Blättchen  und  die  kurzen,  gedrängt  stehenden 
Secundärnerven  ist  diese  Art  von  den  vorhergehenden  Arten  und  von  <_'.  Fischen  sowohl,  als  von  C.  hyperborea 
sicher  verschieden.  Auch  das  Blattnetz  (in  Fig.  17  a  vergrössert  dargestellt)  zeigt  einen  von  dem  der  erwähn- 
ten Arten  verschiedenen  Typus.  Von  den  jetztlebenden  Cassia- Arten  kommen  C.  acuminata  W.  (C.  ramiflora 
Vog.)  Taf.  XXVII,  Fig.  13,  insbesondere  aber  C.  planisiliqua  Lam.  Taf.  XXVII,  Fig.  12,  beide  aus  dem  tro- 
pischen Amerika,  der  beschriebenen  Art  in  der  Blattbildung  sehr  nahe. 

Cassia  Feroniae  m. 

Taf.  XX,  Fig.  8. 

Ettingsh.  Tertiäre  Fluni  von  Häring.  S.  91,  Taf.  30,  Fig.  0— 11.  —  Fossile  Flora  von  Bilin,  III,  S.  60,  Taf.  54,  Fig.  13.  — 
Heer,  Tertiärfl.  d.  Schweiz,  Bd.  III,  S.  120,  Taf.  138,  Fig.  17. 

Fundort:  Sagor  (Tagbau,  Schichte  1). 

V»m  dieser  Art  hat  sich  nur  ein  Bläitclien  Fig.  8  gefunden,  welches  sich  dem  kleinsten  Fiederblättchen 
dieser  Art  (Fig.  11  der  Flora  von  Häring)  anschliesst.  Es  ist  kurz  gestielt,  lanzettförmig,  an  der  Basis  abge- 
rundet, oberhalb  derselben  am  breitesten  und  von  da  an  gegen  die  Spitze  zu  allmälig  verschmälert.  Durch 
diese  Merkmale  unterscheidet  man  dasselbe  leicht  von  den  ähnlichen  Blättchen  der  Cassia  lignitum  und  C. 
a/nxbigua. 

Cassia  lignitum  Ung. 
Taf.  XX.  Fig.  20,  21. 

Unger,  Genera  et  spec.  plant,  foss.  p.  49-2.  —  Sylloge  plant,  foss.  II.  p.  30,  tab.  10,  tig.  16.  —  Ettingsh.  Tertiäre  Flora 
von  Häring.  s.  90,  Taf.  29.  Fig.  40—42.  —  Heer,  Tertiärfl.  d.  Schweiz  1.  e.  S.  120,  Taf.  138.  Fig.  22—28. 

Fundorte:  Savine  (Stollen);  Sagor  (Bachschichte). 

Das  Blättchen  Fig.  20  von  Savine  schliesst  sich  dem  der  Schweizer  Flora  Fig.  25,  das  Blättchen  Fig.  21 
von  Sagor,  seiner  etwas  spitzeren  Basis  wegen,  dem  Blättchen  Fig.  42  der  Flora  von  Häring  am  meisten  an. 

Cassia  ambigua  Ung. 

Unger,  Genera  et  spec.  plant,  foss.  p.  492.  —  Sylloge  plant,  foss.  II.  p.  29,  tab.  10,  tig.  9.  —  Ettingsh.  I.  c.  Tat.  29. 
Fig.  43— 40.  —  Heer  1.  c.  Taf.  138,  Fig.  29— 36. 

Fundort:   Savine  (Stollen)'. 

Ein  Fiederblättchen,  welches  der  Fig.  30  der  Tertiärflora  der  Schweiz  1.  c.  am  meisten  entspricht. 

Cassitt  denticulata  n.  sp. 

Taf.  XX,  Fig.  13. 

C.  foliolis  membranaceis,  breviter  petiolatis,  lanceolatis  longe  acuminatis,  basi  obtusiusculis,  margine  remote 
denticulatis ;  nervatione  camptodroma,  nervo  primario  tenni.  aerris  secundariis  te/niissimis,  sub  angulis 
70 — 80°  egredientibus,   numerosis,  approximatis. 

27  * 


212  Constantin  v.  Ettingshqusen. 

Fundort:  Trifail. 

Dieses  Cassia-Blättchen  hat  die  Form  der  Blüttchen  von  C.  Ferom'ae,  von  welcher  es  sich  aber  durch  die 
lange  Zuspitzung,  die  Zähnelung  des  Randes,  durch  zahlreiche  genäherte,  sehr  feine  Secundärnerven  und 
durch  die  zartere  Textur  wesentlich  unterscheidet.  Mit  den  Blüttchen  der  übrigen  bis  jetzt  bekannt  gewor- 
denen fossilen  Cassien  kann  das  beschriebene  nicht  verwechselt  werden.  Fig.  13  <i  zeigt  die  Vergrößerung 
der  Nervation.  Von  den  jetztlebenden  Cassien  ist  die  brasilianische  0.  dentata  Vog.  (Ett.  Nervation  der 
Papilionaceen,  Taf.  20,  Fig.  9,   10)  unserer  C.  denticulata  analog. 

Cassia  stenophylla  Heer. 
Taf.  XX,  Fig.  22. 
Heer,  T.ertiärflora  der  Schweiz,  Bd.  III,  S.  122.  Taf.  138,  Fig.  42,  4.3. 
Fundort:  Savine  (Stollen). 

Ein  Blättcheu,  welches  die  Mitte  hält  zwischen  den  a.  a.  0.  abgebildeten  in  der  Grösse  vou  einander 
ziemlich  viel  abweichenden  Blättchen  Fig.  42  und  4:5. 

Cassia  Memnonia  Uug. 

Unger,  Sylloge  plantarum  fossilium  II,  p.  20,  tab.  10,  fig.  4—8.  —  Fossile  Flora  von  Kmni,  S.  61,  Taf.  15,  Fig.  32,  33. 
Fundorte:    Savine,  Trifail. 
Einige  Blatteten,  welche  zu  den  a.  a.  0.  abgebildeten  vollkommen  passen. 

Cassia  palaeogaea  Web. 
O.Weber,  Neuer  Beitrag  zur  Tertiärflora  der  niederrhein.  Braunkohlenformation,  S.  53,  Taf.  10,  Fig.  13,  14,  19. 
Fundort:  Sagor  (Tagbau,  Schichte  II). 
Ein  Blättehen,  der  Fig.  14  1.  c.  in  allen  Merkmalen  entsprechend. 

Podogon  in  in  Lyell  ian  am  Heer. 

Heer,  Tertiärflora  der  Schweiz,  Bd.  III,  S.  117,  Taf.  136,  Fig.  22—52. 

Fundorte:   Savine  (Steinbruch);  Sagor  (Tagbau,  Schichte  II). 

Aus  ersterer  Localität  liegt  eine  geöffnete  Hülse  von  der  Grösse  und  Form  der  Fig.  40  1.  c,  von  letz- 
terer eine  kleine,  unreife  Hülse  dieser  Art  vor. 

Ord.   MIMOSEAE. 
Acacia  sotxkiana  Uug. 

Unger,  Fossile  Flora  von  Sotzka,   S.  59,  Taf.  46,  Fig.  1—10.    —    Heer,  Tertiärfl.  d.  Schweiz,    Bd.  III,  S.  131,  Taf.  140, 
Fig.  1  —  12. 

Fundort:  Savine  (Stollen). 

Von  dieser  Art  wurde  eine  Hülse  und  ein  Blättchen  an  bezeichneter  Lagerstätte  gesammelt.  Die  Hülse 
gleicht  der  in  Fig.  7  von  Heer  a.  a.  0.  abgebildeten:  das  Blüttchen  entspricht  der  Fig.  10  der  c.  Sotzka- 
Flora. 

Acacia  parschlagiana  Eng. 

Unger,  Gen.  et  spec.  plant,  foss.  p.  494.  —    Ettingsh.  Tertiäre  Flora  von  Häring,  S.  93,  Tat.  30,  Fig.  57.  —   Heer  1.  e. 
S.  130,   Taf.  139,  Fig.  45— 59. 

Fundorte:  Sagor  (Friedhofschichte  und  Bachschichte),   Savine  (Stolleu),  Islaak. 

Aus  den  bezeichneten  Localitäten  liegen  Blättchen  vor,  welche  mit  den  a.  a.  0.  abgebildeten  und  ins- 
besondere mit  den  in  Parschlug  vorkommenden  Blättchen  dieser  Art  vollkommen  übereinstimmen. 


Die  fossile  Flora  von  Sagor  in  Krain.  213 

Mimosites  haeringianus  m. 

Taf.  XX,  Fig.  4-7. 
Ettingsh.  Tertiäre  Flora  vou  Häring,  S.  92,  Taf.  30.  Fig.  23—27. 

Fundorte:  Sagor  (Bachschichte  und  Tagbau,  Schichte  I),  Savine  (Stollen). 

Mit  den  Blättchen  dieser  Art,  welche  au  den  genaunten  Localitäten  zum  Vorschein  gekommen,  vereinige 
ich  die  Hülsen  Fig.  4,  5,  welche  im  Gebiete  der  fossilen  Flora  von  Sagor  bis  jetzt  nur  in  der  Bachschichte 
gefunden  worden  sind. 


214  Constantin  v.  Ettinqshausen. 


Übersicht  der  Tafeln. 


TAFEL  XI. 

Fig.  1  Cinchonidivm  sagorianum  Ett. ;  1  a  Vergrösserung  der  Nervation.  Fig.  2  C.  angustifolium  EU.  Fig.  3  C.mucronaium 
Ett.;  3  a  die  Nervation  vergrössert.  Fig.  4  C.  latifolium  Ett.  Fig.  ö  Olea  Noti  Ung.  Fig.  6— S  0.  carniolica  Ett. 
Fig.  9,  12  Fra.rinus  sai-inensis  Ett.  Fig.  10  F.  primigenia  Ung.,  die  Nervation  vergrössert.  Fig.  11  F.  jm'aeo-excel- 
sior  Ett.  Fig.  13—16  Heliotropites  parvifolius  Ett.,  13  — 15  NUsschen,  16  Blatt  dieser  Art;  16  a  Vergrösserung  des- 
selben. Fig.  17  —  20  Apocynophyllum  tenuifolium  Ett.;  19  a  die  Nervation  vergrössert.  Fig.  21,  22  A.  Reussii  Ett. 
Fig.  23  A.  salieinum  Ett.  Fig.  24 — 26  A.  longe-petiolatum  Ett.  Fig.  27  Blatt,  Fig.  28  Aclieue  von  Hyoserites  Lingua 
Ett.;  28  a  die  Achene  vergrössert  dargestellt.  —  Sämmtliche  Fossilien  von  Savine. 

TAFEL  XII. 

Fig.  1  Ligustrum  priscum  Ett.  Fig.  2  Noteiaea  rectinervü  Ett.;  2  a  Vergrösserung  der  Nervation.  Fig.  3  Neritinium  majus 
Ung.  Fig.  4,  5  Sapotacites  longe-petiolatus  Ett. ;  5  a  die  Nervation  vergr.  Fig.  6  S.  Daphnes  Ung.  sp.  Fig.  7  S.Seerii 
Ett.  Fig.  8  &  C'hamaedrys  Ung.  sp.  Fig.  9  Echitonium  microspermum  Ung.,  Same.  Fig.  10  E.  superstes  U  n  g.,  Same. 
Fig.  11  ApocynophyUum  breve-petiolalum  E 1 1. ;  11  a  Vergrösserung  der  Nervation.  Fig.  12,  13  Myoporum  angustum  Ett. 
Fig.  14  M.  Salicites  Ett.  Fig.  15  Myrsine  eucalyptaides  Ett.  Fig.  16  .1/.  savinensü  Ett.;  16«  die  Nervation  vergr. 
Fig.  17,  18  M.  Endymionis  Ung.;  18«  die  Nervation  vergr.  Fig.  19—21  Ohrysophyllwm.  sagorianum  Ett.  Fig.  22  Al- 
stonia  carniolica  Ett.  Fig.  23  — 24  Diospyros  Wodani  Ung.,  Beeren.  —  Das  Fossil  Fig.  11  vom  Tagbaue  bei  Sagor, 
die  übrigen  von  Savine. 

TAFEL    XIII. 

Fig.  1  Sapotacites  Mimusops  Ett.  Fig.  2 — 4  S.  emarginatus  Heer;  2  a  die  Nervation  vergr.;  Fig.  5 — 8  S.  minor  Ett.  Fig.  9. 
10  .$.  sidero.ri/füides  Ett.  Fig.  11  S.  Daphnes  Ung.  sp. ,  11  a  die  Nervation  vergr.  F'ig.  12  Bumelia  Ueliadum  Ett. 
Fig.  13,  14  B.  Oreadum  Ung.  Fig.  IS,  16  II.  Plejadum  Ung.  Fig.  17  Ledvm  limnophilwn  Y\\£.  Fig.  18  Myrsine  extea- 
lyptoides  Ett.,  Vergrösserung  der  Nervation.  Fig.  19  Vaccinium  Palaeo-Myrtülus  Ett.;  19  a  die  Nervation  vergr. 
Fig.  20 — 33  Andromeda  protogaea  Ung.;  33  a  die  Nervation  vergrössert  dargestellt.  —  Die  Fossilien  stammen  von 
Savine. 

TAFEL  XIV. 

Fig.  1,  2  Andromeda  Saporiana  Ett.  Fig.  3  Araliophyllxm  asperwm  Ett.  Fig.  4  A.  Saportanum  Ett.  Fig.  5,  6  A.  crenuia- 
tum  Ett.  Fig.  7,  8  A.  hederoides  Ett.;  8  a  Vergrösserung  der  Nervation.  Fig.  9  Cissus  SeernEtt,  Theilblättchen. 
Fig.  10.  Symplocos  sai-inensis  Ett.,  Steinkern.  Fig.  11  — 16  ■"•'.  radohojana  Ung.,  Steinkerne.  Fig.  17,  20,  21  Beeren, 
Fig.  18  Blatt,  Fig.  19  Kelch  von  Diospyros  sagoriana  Ett.  Fig.  22  Blumenkrone,  Fig.  23  Blatt  von  Hydrangea  sago- 
riana  Ett.  Fig.  24  Phthirusa  Palaeo-Theobromae  Ett.;  24  a  die  Nervation  vergrössert.  Fig.  25  Loranthus  extinclus 
Ett.  Fig.  26.  28,  29  L.  Palaeo-Eucalypti  Ett.  Fig.  27  L.  Pal aeo-Exocarpi  Ett.  Fig.  30  Rhododendron  sagorianum  Ett. 
Fig.  31  Oornus  Buchii  Heer.  Fig.  32  Cussonia  ambigua  Ett.  —  Die  Fossilien  Fig.  9,  24  stammen  von  Sagor,  Fig.  32 
von  Godredesch,  die  übrigen  von  Savine. 

TAFEL  XV. 

Fig.  1  Hydrangea  dubia  Ett.  Fig.  2—4  Weinmannia  sotzkiana  Ett.  Fig.  5  Callicoma  microphylla  Ett.  Fig.  6—9  Früchte, 
Fig.  10  Inrlorescenz,  Fig.  11  Kelch,  Fig.  16,  20  Blätter  von  Tetrapteris  sagoriana  Ett.  Fig.  12  Sapindus  Pythii  Ung. 
Fig.  13  S.  undulatus  Heer.  Fig.  14,  15  Sterculia  Labrusca  Ung.  Fig.  17  — 18  Samen,  Fig.  19  Blatt  von  Pterospermum 
sagorianum   Ett.    Fig.  21   Blatt,  Fig.  22   Frucht  von  Banisteria  carniolica  Ett.    Fig.  23  Frucht  von  Dodonaea  Apocyno- 


Die  fossile  Flora  von  Sagor  in  Kretin.  215 

phy Htm  Ett;  23  a  dieselbe  vergr.  Fig.  24  Celastrus  Murchisom Heer.  Fig.  25  — 27  C.  europaeus  Ung.  Fig.  28  G.pro- 
togaens  Ftt.  Fig.  29  C.  Andromedae  Ung.  Fig.  30  Elaeodendron  duhium  Ett.  —  Fig.  18  und  19  von  Sagor,  die  übri- 
gen Fossilien  von  Savine. 

TAFEL  XVI. 

Fig.  1  Celastrus  Persei  Ung.  Fig.  2  Frucht  von  Ptelea  intermedia  Ett;  2  a  und  2  b  Vergrösserungen  derselben.  Fig.  3  Frucht 
von  /'.  microcarpa  Ett;  3a  Vergrößerung  derselben.  Fig.  4—6  Zizyphus  undulatua  Ett.;  4«  Vergrö'sserung  der 
Nervation.  Fig.  7  — 10  Berchemia  multinervis  A.  Br.  Fig.  So  die  Nervation  vergr.  Fig.  11  — 13  Pomaderria  acuminota 
Ett.  Fig.  14,  15  Pittosporum  palaeo-tetraspermum  Ett.;  14a  und  15  o  Vergrösserungen  der  Nervation.  Fig.  16,  24 
Elaeodendron  sagorianum  Ett.  Fig.  17  Blatt,  Fig.  18  Kelch  von  Oelastrus  protogaeus  Ett.  Fig.  19,  20  C.  Hippolyti 
Ett.;  19  a  die  Nervation  vergr.  Fig.  21  0.  oxyphyllos  Ung.  Fig.  22  0.  cassinefolius  Ung.  Fig.  23  Evonymus  Seerii 
Ett.  Fig.  24  Malpigtiiastrum  rolundifolium  Ett.  -  Die  Fossilien  4—6  und  18  stammen  von  Sagor,  die  übrigen  von 
Sai  ine. 

TAFEL  XVII. 

Fig.  1  Juglans  rectinervis  Ett.;  1  a  die  Nervation  vergr.  Fig.  2  Juglams  venosa  Ett.;  2  a  die  Nervation  vergr.  Fig.  .;  Pte- 
rocarya  denticulata  Web.  sp.  Fig.  i— 7  Engelhardtia  Brongniarti  Sap.,  Früchte.  Fig.  8,  9.  Zanthoxylum  kaeringianum 
Ett.;  9  a  die  Nervation  vergr.  Fig.  10— 18  Eucalyptus  oceanica  Ung.;  18«  Vergrösserung  der  Nervation.  Fig.  19 
Vhaseolites  orbicularis  Ung.  Fig.  20  Elaeodendron  sliriacum  Ett.  —  Fig.  19  von  Tüffer,  die  übrigen  Fossilien  von 
Savine. 

TAFEL  XVIII. 

Fig.  1  —  4,  8—14.  16—19  Theilblättchen,  Fig.  5  Frucht  von  Rhus  sagoriana  Ett.;  5  a  die  letztere,  17  a  die  Nervation  vergr. 
dargestellt.  Fig.  6  Frucht,  Fig.  7  Fragment  der  Inrlorescenz  von  Shus  stygia  Ung.  Fig.  15  Rhus  hydrophila  Ung. 
Fig.  20—22   Pistacia  Palaeu-Lentiscus  Ett.  —  Die  Fossilien   Fig.  20—22  von  Godredesch,  die  übrigen  von  Savine. 

TAFEL  XIX. 

Fig.  1  Hülse  von  Uni,:, na  crenata  Heer.  Fig.  2—5  Erythrina  üngeri  Ett.;  4  ./  die  Nervation  vergr.  Fig.  6  —  8  Dioclea  pro 
togaea  Ett.  Fix.  9  —  11  Styphnololium  europaeum  Eft. ;  10  a  die  Nervation  vergr.  Fig.  12,  13  Glycyrrhiza  deperdita 
Ung.  Fig.  14  Termin, i/ia  radobojensis  Ung.;  11  a  die  Nervation  vergr.  Fig.  15  —  19  Früchte  von  Terminalia  Fenzliana 
Ung.  Fig.  20,  21  Metrosideros  europaea  Ett.:  20  a  Vergrösserung  der  Nervation.  Fig.  22  Vochysia  europaea  Ett.; 
22  n  die  Nervation  vergr.  Fig.  23,  24  Eugenia  Apollinis  Ung.  Fig.  25,  26  OallistemopkyUum  acuminatum  Ett.  — 
Fig.  13  und  15  von  Sagor,  die  übrigen  Fossilien   von  Savine. 

TAFEL  XX. 

Fig.  1,  2  Dalbergia  haeringiana  Ett.  Fig.  3  D.  retusaefolia  Weh  sp.  Fig.  4,  5  Hülsenfrüchte,  Fig.  6,  7  Theilblättchen  von 
Mimosites  haeringianus  Ett.  Fig.  8  Cassia  Feroniae  Ett..  Fig.  9  Palaeolobium  radobojana  Ung.  Fig.  10,  11  Sophora 
europaea  Ung.;  10  a  die  Nervation  vergr.  Fig.  12  Machaerium  palaeogaeum  Ett.  Fig.  13  Cassia  denticulata  Ett.; 
13  a  Vergrösserung  der  Nervation.  Fig.  14.  16  —  19  Blättchen,  Fig.  15  Hülsenfrucht  von  Cassia  sagoriana  Ett. 
Fig.  20,  2  1  Cassia  lignitum  Ung.  Fig.  22  C.  stenophylla  Heer.  Fig.  23  —  30  C.  Phaseolites  Ung.;  26  a  die  Nervation 
vergr.  l^ig.  31,  33,  34  Theilblättchen,  Fig.  32  Hülse  von  C.  Berenices  Ung.  Fig.  35,  36  Caesalpinia  Heerii  Ett.; 
:;'i  a  die  Nervation  vergrössert   dargestellt.  -     Fix.  13  von  Sagor,  die  übrigen  von  Savine. 

TAFEL  XXI. 

Fig.  1  —  4   Myrica  caroliniana  aus-Nordamerika.    Fig.  5     7   U.Gale  L.  Europa.    Fig.  S   Qu<  "     '   '     Orient.    Fig.  9   Ul- 

mus  iaponica,  Japan.  Fig.  10,  12  Alnus  glutinosa  Gaertn  Europa.  Fig.  l  l,  1.;  A.  incana  1><'  Buropa.  Fig.  14  Betüla 
pubesc  «a   Elirli.   Europa.    Fig.  15   /.'..///„;   L.   Europa. 

TAFEL  XXII. 

Fig.  1,  2  Cinnamomum  Camphora  L  Ostindien.  Fig.  3-.'.  Ulmus  campestris  L.  Fix-  6  liorl,,,,-  Laureola  L.  Fig.  7  L>.  Meze- 
reum  L.    Fig.  8 — 13  Fagus  sylvatica  L     Sämmtlich  in  Europa 


216  Constanti  n  v.  Eltingshausen.   Die  fossile  Flora  von  Sagor  in  Krain. 

TAFEL  XX LH. 

Fig.  1  Fraxmus  excelsior  L.  Europa.  Fig.  2  F.  tamariscifolia,  eultiv.  Fig.  3.  4  Achras  Sapota  L.  Jamaika.  Fig.  5  Diospyros 
Lotus  L.  Kaukasus.  Fig.  6  Ochrosia  borbonica  Gmel.  Insel  Bourbon.  Fig.  7  —  9  Yaccinium  crassifolium  Andr.  Nord- 
amerika. Fig.  10  Leucothoe  coriifolia  DC.  Brasilien.  Fig.  11  Ligustrum  vulgare  L.  Europa.  Fig.  12  Chrysophyllum  argen- 
teum  Jacq.  Trop.  Amerika.  Fig.  13  Bumelia  tenax  Willd.  Nordamerika.  Fig.  14,  15  Celastrus  rupestris  Eekl.  et 
Zeyli.   Cap.    Fig.  16   C.  heterophyttus  Eckl.  et  Zeyh.  Cap. 

TAFEL  XXIV. 

Fig.  1 — 4  Acer  rubrum  L.  Nordamerika.  Fig.  5 — 7  A.  campestre  L.  Europa.  Fig.  8  A.  platanoides  L.  Europa.  Fig.  9,  10  i. 
■nonspessulanum  L.   Südl.  Europa.    Fig.  11    Celastrus  cassinoides  L'Her,   Cap.    Fig.  12 — 14   C.  buxifolius  L.   Cap. 


mc 


TAFEL  XXV. 

Fig.  1  Mhammis  cathartica  L.  Europa.  Fig.  2  R.  Frangula  L.  Europa.  Fig.  3  —  5  Zizyphus  vulgaris  Lam.  Orient.  Fig.  0,  7 
Bkus  viminalis  Vahl.  Cap.  Fig.  8,  9  Celastrus  acumina/us  Thunb.  Cap-  Fig.  10  Acer  pseudoplatanus  L.  Europa. 
Fig.  11  Tilia  grandifolia  Ehrh.  Europa.   Fig.  12  Oupania  sp.  Tropisches  Amerika. 

TAFEL  XXVI. 

Fig.  1  Zizyphus  vulgaris  Lam.  Orient.  Fig.  2  Juglans  cinerea  L.  Nordamerika.  Fig.  3.  4  Plerocarya  caucasica  K t h.  Kaukasus. 
Fig.  5—7   Juglans  regia  L..  eultiv.    Fig.  8  Berchemia  volubilis  I>C.   Carolina. 

TAFEL  XXVII. 

Fig.  1,  2  Eucalyptus  salicinus  Mich.  Neuholland.  Fig.  3  Bhus  villosa  L.  Cap.  Fig.  4  Pyrus  communis  L.  Europa.  Fig.  5  Rham- 
nus  Frangula  L.  Europa.  Fig.  6  R.  cathartica  L.  Europa.  Fig.  7  Pistacia  Lentiscus  L.  Südl.  Europa.  Fig.  8  Prunus 
Cerasus  L.,  eultiv.  Fig.  9  P.  avium  L.  Europa.  Fig.  10,  11  Cassia  Candolleana  V  o  g._  Chili.  Fig.  12  C.  planisüiqua  L. 
Brasilien.  Fig.  13  C.  acuminata  W.  Guiana.  Fig.  14  C.  acutifolia  DC.  Arabien.  Fig.  15  Styphnolobium  japonicum  Schott, 
Japan.  Fig.  16,  17  Robinia  Pseudo-Acacia  L.  Nordamerika.  Fig.  18  Machaerium  muticum  Bentb.  Brasilien.  Fig.  19 
M.  seeundiflomm  Mark  Brasilien.  • 


^~X^O<X— 


CxEttingshauseil.  fossile  Flora  von  Sagor. 


ruckerei 

Fig.  /.  I'iiirlioiiidiiim  stigoriamim. Fig  Z.C.angwstifolium,.  Fit/.  3.C  mucronatum.  FigA.C.  latifbliiun  ■    Fig.  S.  Olea  Xoti . 
f  'ig.  6-8.  0.  carniotim..  Fi<).  9,  12.  Fmxinu.s  .sairiiiensus.Fig.  10.F.primigenia  /■  ig.  // F.palaeo -exeelsior.  Fig.  /3 - /f>: Hettoüvpaes 
parvifolias.  Fig.// '  W.lpdqiiwphijlluiu  trwii/blium.  Fig.  V,  '/?../. //rn/kii .  Fig.  ?3 A.salidnum.  .  Fig.  Zi-2ß^4.longepeä0latam 
Fig.  ?T  ?S.  HtfoserUes  Lingua . 

Donksclmiten(l.k.Akail.(l.A\:inatli.nalmnv.(laäSfXXXMl.]3(l.l.Abth.l877. 


C.v.Eltintjshausen .  Fossil*«  Flora  von  Sagor. 


h  hwt-ii. Staats  dru.ch  i  ei 


Fig.  /.  Ligustriurvpriscum,.  Fü/.ZXolclaca  rectinerois.  Fig.  .3.  Jrritinium  inujus.  Fi//  4t,  5.  Sapotacites  longepeäoZatus . 
Fig.  6.  $;DqpJmes- Fi//  7.  S. Heerii .  Fi//. 6'. S. Chamaedrys.  Fig.  ff.  Echitoruwn  microspermum .   Fig.  10-  E  superstes. 
Vüj.  /L./poc/jiiop/tt/i/i/w  bivnrpetiotatuni .  Fi//.  /'.',  1S.Aamgwtam.   Fig.  t't .  Myopgrum  salieitcs.  Fit/.  /:> '.  Myrsine 
eacctlyploides. Fi//.  16.  Jl.  saoinmsis.  Fig.  /7,  /A'Jf.  Endymionis.  Fig.  I!)  -  i'i.  OtrysophgVam  sagoruamm  '.  Fig.  :?.'.//.\to/ritt 


aint/oliat .  Fig.  23,  Z'i.Dioxpyros  Motitwi . 

Donlvsdii-illpn  (l.k.Akad.a.W.inalli.nahinv.(  lasso  XX\Tll.B(l.l.Abth.l87r. 


C.v.Küinnsliauseii.  Fossile  Flora  von  Saqor 


Taf.  XIII. 


Fig./.S'tipotati/es  J/imusops.  F'i'g.%-4  S.emarginatus.  Fü/,5-8.  S-minor.Füf.3,  /O.'S'.sklt'roxiiloidcs.  Iü't/.  II.,S\  Daphnes. 
/'Yff.  /'/  Bumelia  Heliadiim.  Fig.  /.?.  /'f  B.Oreadum  .  Fig.  15,  tti.ß.  Plejadiini.  Fig.  /F.  Ledwn  lintnopTiilum.  Fig.18.ATf/rsine 
oucalyptoides.  Fig.  /ff  Vtuxirüum  Palaeo  -M/rti/f/r.s .  Fuj.  20  -33-  jfndromeda  protogaea  . 

Denkscliriüen  d.k.Akad.d.W  math.natarwClasse  XXXYll.Bd.l.Ablh.  I877. 


CrcEttingshauseii. Fossile  Flora  von  Sagor. 


itltHoi  • 


Fig  /,  V.  Jndremeda  Sapartana .  Fig.  .lArahophyllurti  asperuin .  Fig.  4t. .  /  Saportamun .  Fig.  5, 6.A.  crenulatum . 
Fig.  7,8.  A.lwderoides .  Fig. 9  Cisstts  Heerii .  Fig.  /(?.  Symplocos  .sairiiirnsis .  Fig. 41-16.  S.radobojana .  Fig.  17  -  ','/. 
üiospyros  sagoriana .  Fig.  ?'i ,Z3.Hgdrangea  sagoriana .  Fig .  ZkPhthirusa  Palaeo   Tlwobromae.Fig.  i3.LorimtJni.s- 
exanctas.Fig.  "ß,  28,  29.  L.  Palaeo  -Eucalyptus.  Fig.  W.L.Palaeo  -Exocarpi .  Fig.  30.  Rhododendron  sagorzanum  . 
Fig.jf.  Camus  Riivhii .  Fig.3':.Cussoiiia  tim/ngua. 

Denkschriften  AkAkad.d.WIinath.nahirw-. (lasse  XXXVlI.Bd.l.Abth.  1877 . 


C.v.Ettinnsliausen.  Fossile  Flora  von  Sagoi 


Taf.  XV 


Fig.J.Ifydrangea  dubia.  Fig.  "-'i.Wcüim an/im  sotzküma .Fig.S.CaUicoma  micropJa/Ua  .  Fig. 6- 11,10,  W.Teirapteru 
sagoriana.  ft'ig.  <Z>. Sapindus Pythil. Fig.  43.S.undulatus.  Ffy.tä,  /J.Strrcu/ia  labrasecu  Fig.  17-i9.Pterospermujn 
sagoriaruutv   Fig.  «/,   tZ.Banisteria  carmolica .Fig.  ?3.I)odonaea  JpocynophyUum. .  Fig.  ■,"i('clastriis  Murehzsom  ■ 
Fig.  95 -Z7.  Ceuropaeus.  Fig  ZS.  C.protogaeus.  Fig.  Z9.  CJndromcddr.  Fig.30.  Hlaiwlcridron  dubiu/ri  . 

Donkscliriftend.k.Aka(l.a.A\:malli.nafiu-\v.aasseXXXA,ll.B(l.l.Abth.l87r. 


OxKUinflshausen .  Fossile  Flora  von  Saqor. 


K.k.Hoi'-u.StaatE  dnirierei 


Fig.  /.  Cehistrus  Persei .  Fig.  2,  "(g.Ptelea  intermedia .  Fig.. TP.  mierocarpa .  Fig.4  -ß.ZizypJius  unJulaJus.  PVa.  7-10- 
BcrrhemUi  multmervis .  Fig.  //- 13.  Pomaderris  aeunrinat« .  Fiy.l't,  /J.  Pittosporum  jmlacoMraspcrrmim.  Fiq.l6t  ZS. 
Elacodcndron  sagorianum  .  Fig.  /7,/S.  Gelastras  protogaeas.  Fig.  tff,  W.C.Hippolyti,.  Fig.  '!/.  C.oxyphifllus.Fiij.  22. 
Ccassinefölius .  Fig.  •iXRiwnynuis Ifcerrii.  ?'t.j/al/)ighias'irum  rotiindifolium. 

Dpnkscliriüen(l.k.Akad.d.AV:matli.iiah1nv-.(las.seXXXMl.Bd.l.Abth.l877. 


l'.v.Kttinjjshaiisen.  Fossile  Flora  von  Sagor 


Taf.  XYH. 


K  k  Küf-u.STaaLBöruckerei 


Fig.  /.  Jiigltuis  rectinwris.    Fig.  2.Juglaus  venoscc.  Fig.  ■'!■  Iterocarffei  dcii/irnlti/a .    Fig   4-7.  EngeUiardtia  Brongrdarli 
Fig.S,ff.  ZcmÜioxijlon    htieringiamun..    Fig.  10-/#.Euatlyp1iis  ocecmica.  Fig.  /■<>.  l'Ii«scoliti:s  orbieulaHs.Fig.  W.Elaeodundivn 

.iti/riaciim . 

Derikscliriftend.kÄkaa.d.lV:mathaiatarw;  Gasse  XXXVH.Bd.tAbÜi.  1877. 


CvcEttingsliauseu  .  Fossile  Flora  von  Sagor. 


Taf.  XVHI. 


Hg.-I-S.e-*.  /6/ff.Mas  sagoriana.  Fig.b.T.IS  s,gf/la .  Fig.  /J.It.fajdroghila.  Fig.  W-ZUlakuia  Palaeo 

Dpnksclmitpnd.k.Akaa.dAV.inalli.nalunNaiiis.siXXXTlI.Ikl.l.Ablh.lßrr. 


Lentiscus. 


(\v.EMiH|shauson .  Fossile  Flora  von  Sagen- . 


Taf.  XIX. 


Iuy.t. Hobiiitu  aviiatu  .  Fig .2-5. ETrythrina  UiigerC.  Fi{).6-8.Diodea pTatogaca.FUg.S- H.Styphnolobiwn  europaeum  ■ 
*'''!/■ r!,  /J  Olgcgrr/iixn    deperdiiu  .  Fig.  /',  Tpr/mnalin  nulobojrnxis.  Fig.  I5-/S.  T.  FenzttarUL,  Fig.  ?(>,  XI  MetrosüU'T'o.s 
ouropetfii.Fig.  2Z.lbehysia  europaea .   Fig.  ?3-  '.'i.Fiujeriid .Ipollinis .  Fig.25.26.CallistemopHylhtm  aeaminatum-. 

Denkschriften  d.k-Akiid.d.W math.naturw.  Ciasse  XXXVlI.Bd.l.Abth.  1877. 


C.V.EttilUlshanseil.  Fossile  Flora  von  Saijor. 


Tal.  XX. 


I'ifj.  I,  .  Dulbcrgm  liaerbigimia.—Fig.3.T).retusaefoUa  -Fi,/,  'i -7.  Mimoxitcs  liaeriugicauis.—Fig.S.CafsiaFeroniae.-  Fig.9. 
Pahwolohmm  vudobqjenae.-  Fig.  10,  II.  Sophora  eiwopaea.  Fig.lZ.  Macliaerium  pcäaeogaeiinl—  Fig.  13.Cafsia  dentieiilaii 
,';'!  ''>;'■>/' ■•'■<'<l«'-icj,i<, .-  Fig.  ■!<),  ■!<  C.Ugnitum.-Fig.  ;>;'  C.stenaplvgUw^  Fig.  ZS-30.CPhaseoTaes.-Fig.  3i-34.C.Berenices 
/■if/.  ,k>,  36.  Caesalpinia    Heerii . 

Denkschriften  d.k.Akad.d.W. inalh.nalurw. (lasse  XXXVH.Bcl.l.Abth.  1877. 


C-  v.  Ettingshausen.  Fossile  Flora  von  Sagor. 


Tnf.  XXI. 


1—4.    Myiica   caroliniana.    5—7.  M.  Gale  L.    8.  Querciis  coccifera  L.    9.  Ulmus  japonica.    10,  12.  Alnns  glutiaosn   Gaertn. 
11,  13.  A.  incana  DC.  11  Betula  pubescens  Ehih.  15.  B.  alba  L.  16.  Salix  purpurea  L. 


NalumlbKtrh  «./. 


Denkschriften  der  mathcm.-naturw.  CI.  XXXVII.  Dil- 


Im  dei   k    f..   "         nd  Staat  druckerti 


C-  v-  Ettingshausen.  Fossile  Flora  von  Sagor. 

2. 


Taf.  XXII. 


1,  2.  Cinnamomum  Camphora  L,  3-5.  Ulmus  campesrris  L.  6.  Daphne  Laureola  L.  7.  D.  Mezercum  L.  8-13.  Fagua  silvatica  L. 

Denkschriften  der  uiathem.-naturw.  Cl.  XXXVII.  Bd. 


Xalumclbtitdruck. 


Aus  •'"   1..  K.  Huf-  und  SCaattdruckn 


C.  v.  Ettingshausen.  Fossile  Flora  von  Sagor. 


Taf.  XXIII. 


1.  Fraxinus  excelsior  L.  2.  F.  tamariseifolia.  3,  4.  Achrus  Sapota  L.  5.  Diospyros  Lotus  L.  6.  Oelnosia  liorbomca  Gmel.  7—9. 

Vaceiuium   crassifolium  Audr.    10.  Leucotboe  coiiifolia  DC.    11.  Ligustrum   vulgare  L.    12.  Chrysophyllum  argenteum  Jacq. 

13,  Bumelia  ten;:x  Willd.  14,  15.  Celastnis  rupestris  Eckl.  et  Zeyh.  16.  Celastrus  heterophyllus  Eckl.  et  Zeyh. 


Naluraelhitdruck. 


Denkschriften  der  mathem.-uaturw.  GL  XXXVII.  ßd. 


Aue  dtr  h.  k.  Ho/-  und  Slautsdruckcrei. 


C-  v.  Ettiugshausen.  Fossile  Flora  von  Sagor. 


Taf.  XXIV. 


1-4.  Acer  rubrum  L.  5—7.  A.  campestre  L.  8.  A.  platanoides  L.  9,  10.  A.  monspessulannm  L.  11.  C'elastrus  cassiuoides  L'Her. 

12  —  14.  C.  buxifolius  L. 


Iienkschriften  der  mathem.-nalurw.  Cl.  XXXVII.  M 


Waturielbtldruck. 


Aus  rtfr  k.  A.  Hof-  und  Slaatsdrucktrt 


C  v.  Ettingshausen.  Fossile  Flora  von  Sagor. 


Tai'.  XXV. 


1.  Rbanmus  cathartica  L   2  R.  Frangula  L.  3-5.  Zfcyphua  vulgaris  Lan>.  G,  7.  Hin,.  Viminalia  Vahl.  8,9.  Celastrus  acuminatus 

rhunb.  10.  Acer  Pseudo-Platanus  L.  11.  Tilia  grandifolia  Ehrl,.  12.  Cupania  s,,.  Amer.  in.,,. 

Denkschriften  der  malhcm.-natunv.  Tl.  XXXVII.  Bd. 

Aim  iltr  k.  ',.    Ho/- und   Slaattdruchtrti. 


ffatnrseleitdrucrt. 


C.  v.  Ettingshausen-  Fossile  Flora  von  Sagor. 


Tal.  XXVI. 


ZteyphnB  vulgaris  l1.  2.  Juglan.  cinerea  f..  3,  4.  Pte, arva  caueasica  K,l,  5-7.  Jngians  regia  L.  8.  Berehemia  volubilis  DC 


1 .  Zi/.yi 


Denkschriften  der  mathem.-natuiw.  Cl.  XXXVH.  Bd. 


,      .  /;  'tdrucktn 


,       ,  S.iiliur*. 


C.  v.  Ettingshausen.  Fossile  Flora  von  Sagor. 


Tnf.  XXYII. 


,  ,.  Eucalypti  salieinus  M.  3.  Rhus  villosa  L.  4.  Pyrus  communis  I,  5.  Rhamnus  Irangula  L  6  R.  cath«bc.  L  "^ 
LeTtitcusL  8  Primus  Ceras«  L.  9.  P.  a,ium  L.  10,  11.  Caesia  Candolleaaa  Vog.  12.  C.  plan.s.hqua  L.  13.  C.  »nata  YV. 
U Tc  aLfoliaDG.  IL  Stiphnolobi™  japonic.n,  Sehott.  IG,  17.  BoUni»  Pse.do-Acada  L.   18.  Machaerhna  n,ut,c«  Benth. 

19.  M.  secundifloruin  Mark 


Denkschriften  der  mathem.-naturw.  Cl.  XXXVII.  IM. 


[«,  ,/,,■    *.  *.  //o/-l 


,/  Slaalttlruclterti, 


yatursetbetdrttck. 


217 


ÜBER 

DIE  BLUTGEFÄSSE  DER  KNOCHEN  DES  SCHÄDELDACHES 

UND 

PER  HARTEN  HIRNHAUT. 


Prof.   KARL   LANGER, 

WIRKLICHEM    MITGLIED!;    DER    KAISERLICHES    AKADEMIE    DER    WISSENSCHAFTEN. 


(DKil  i  EafeUi.) 


VORGELEGT    IN     HER    .SITZUNG    DER    MATHEMATISCH-NATURWISSENSCHAFTLICHEN   CLASSE  AM   11.   JAKNER   KS77. 


Gefässe  der  Knochen  des  Schädeldaches  und  der  harten  Hirnhaut. 

An  die  vor  anderthalb  Jahren  publicirte  Abhandlung  über  die  Blutgefässe  der  Röhrenknochen  reihe  ich 
die  vorliegende  Mittheilung  über  die  Gefäss Verhältnisse  in  den  Knochen  des  Schädeldaches.  Es  schien  mir 
wünschenswerth",  die  Untersuchung  auch  nach  dieser  Richtung  hin  auszudehnen,  weil  diese  Knochen  wegen 
ihrer  Entstehung  innerhall)  einer  bindegewebigen  Grundlage  eine  besondere  Gruppe  von  Skeletstücken  dar- 
stellen. 

Die  Untersuchung  erstreckte  sich  daher  auch  auf  den  in  der  Bildung  begriffenen  Knochen  und  wurden 
in  dieselbe  auch  die  Gefässverhältnisge  der  harten  Hirnhaut  einbezogen. 

Bei  der  Darstellung  der  Gefässe  bin  ich  wie  früher  vorgegangen.  Die  Arterien  wurden  direct  aber  auf 
möglichst  kurzemWege,  durch  die  Mening'ea  oder  einen  ihrer  Aste,  die  Venen  theils  direct  durch  den  Sinus, 
theils  nach  Anbohrung  des  Knochens  durch  die  Diploe  injicirt.  Um  sieb  den  Erfolg  einer  Tnjection  durch  die 
Diploe'  möglichst  zu  si'chern,  wühle  man  Individuen  aus  den  20ger  und  30ger  Jahren,  deren  Diploe  in  der 
Regel  stärker  entwickelt  ist,  als  bei  ganz  jungen  und  sehr  alten  Leuten.  Wenn  man  mehrere  Bohrlöcher  an 
geeigneten  Stellen  {Tubera,  Nahtränder)  angelegt  hat.  wird  es  meistens  gelungen  sein,  Knochen  und  Dura 
beide  in  grösserem  Umfange  bis  in  die  Capillaren  zu  füllen.  Bei  solchen  [njeetionen  übergeht  die  Masse  nicht 
nur  ganz  leicht  in  die  Breschet'schen  Venen,  sundern  auch  in  die  Dura-Venen,  die  äusseren  Venen  der 
Calvaria,  in  die  der  Augenhöhle,  der  Schläfengrube,  selbst  in  die  Hauptstämme  des  Halses,  welche  bei 
fortgesetztem  Injectionsdrucke  einen  leicht  flüssigen  Injectionsstoff  bis  in  die  Sinus  spinales  und  selbst  bis 
zum  Herzen  gelangen  lassen. 

tadeln  ich  zur  Besprechung  der  Befunde  übergehe,   beginne  ich  mit  der  Schilderung  der 

A.   Gefässverhältnisse  in  der    Dura  mater. 

Aus  den  zahlreichen  voreapillaren  Anastomosen .  welche  sieh  sämmtliche  Abzweigungen  aller  Arteriae 
meningeae  nicht  nur  an  derselben  Körperseite,  sondern  auch  über  die  Scheitelmitte  hinweg  zusenden,  erklären 

Denkschriften  der  mathem.-naturw.  Ol.    XXXVII.  Bd.  2S 


2  i  8  Karl  La  n  g 


i  r. 


sich  manche  bemerkenswerthe  Injections-Ergebnisse ;  zunächst  der  Übergang  des  Injectionsstoffes  über  die 
Sichel  hinweg  nach  der  anderen  Seite,  dann  die  gelegentlich  vorkommende  Asymmetrie  in  derVertheilung  der 
Astfolge  der  beiderseitigen  Arterien.  Es  kommt  manchmal  besonders  in  der  Stirngegend  vor,  dass  /..  B.  die 
linke  Meningea  media  auch  auf  der  rechten  Seite  Duiagebiete  mit  Blut  versorgt,  seien  es  grössere  Bezirke 
oder  so,  dass  nur  die  beiden  von  Hyrtl  beschriebenen  neben  dem  Sichelansatze  hinter  der  Stirnnaht  herab- 
laufenden Zweige  ans  einer  asymmetrischen  Arterie  abkommen,  welches  Stämmchen  dann  quer  über  die 
Stirnfontanelle  hinwegzieht  '.  Es  erklärt  sich  ferner  aus  diesen  allseitig  ausgreifenden  Anastomosen  der  Über- 
tritt des  Injectupnsstoffes  aus  der  Meningea  media  in  sümmtliehe  andere  M,eningeae  und  rückläufig  in  deren 
Stämme,   in  die  Ophthalinica,   selbst  in  die  Carotis  interna    und  dann   nieder  peripheriewärts  in   ihre  Hirn- 

zweige. 

Die  Endzweige  der  Art.  meningea  media  durchdringen  wie  schon  Cruveilhier  angegeben  hat,  auch 
vollends  die  Substanz  der  dicken  Sinus -WänAe  bis  zur  innersten  Fläche  derselben.  Hier  zweigen  auch  die 
grössten  Arteriae perforantes  (Hyrtl)  ab  und  hier  entstehen  die  absteigenden  Zweige  für  die  Sichel. 

Die  grösseren  Zweige,  welche  neben  der  Pfeilnaht  in  den  Knochen  eindringen,  haben  nebst  Venen  noch 
ein  ganzes  Bündel  von  feineren  Zweigen  an  ihrer  Seite.  Diese  letzteren  sind  theils  Ramificationen  der  grösse- 
ren Arterie  ,  theils  Ausläufer  des  arteriösen  MeningeaTplexüs.  Es  hat  den  Anschein,  als  ob  die  grössere 
Arterie  ein  Ramus  perforans,   die  kleineren  aber  dazu  bestimmt  wären,   in  dem  Knochen  sich  aufzulösen. 

Die  Sichel  bekommt  ausser  den  erwähnten  absteigenden  Zweigen  der  Meningeae  noch  einen  oder  noch 
einen  zweiten  Ast  von  der  Arteria  cerebri  anterior,  welcher  am  coneaven  Rande  der  Sichel  fortzieht  und  mit 
den  Ausläufern  der  absteigenden  Arterien  anastoraosirt.  Am  sichersten  gelangt  man  zur  Ansicht  dieser,  wie 
ich  glaube,  bisher  unbekannt  gebliebenen  Arterien,  wenn  man  an  einem  Kinde  die  inneren Carotiden  mit  sehr 
feinen  Massen  injicirt,  dann  mittelst  eines  Sägeschnittes  die  Galvaria  samint  den  darin  eingelagerten  Gross- 
hirnhemisphären abträgt  und  die  eine  der  Hemisphären  vorsichtig  ans  ihrer  Nische  heraushebt.  Damit  bringt 
man  sich  die  obere  Fläche  des  Corpus  callosum  sammt  seinen  Arterien  zur  Ansicht.  Der  Ast  für  die  Sichel 
entsteht  gerade  an  der  Stelle,  wo  sich  der  Stamm  der  vorderen  Hirnarterie  über  das  Balkeuknie  schlingt,  um 
in  den  -rossen  Gehirnspalt  zu  gelangen.  Wenn  noch  ein  zweiter  Siehelast  vorhanden  ist,  so  löst  er  sich 
ungefähr  in  der  Mitte  dir  Länge  des  Balkens  und  wahrscheinlich  immer  von  der  Arterie  der  anderen  Seite. 

Der  Fund  dieser  Arterie  zeigt,  dass  das  Vertkeilungsgebiet  der  Hirnarterien  keineswegs  so  in  sich 
abgeschlossen  ist,  als  man  sich  dasselbe  bisher  vorgestellt  hat.  Bekannt  ist  zwar,  dass  auch  die  Carotis 
inten,«  und  ihr  Zweig,  die  Arteria  ophthalmica,  Meningealzweige  abgeben,  dass  somit  centralwärts  Verbin- 
dungen bestehen,  dass  aber  auch  an  der  Peripherie,  nämlich  zwischen  eigentlichen  Hirnarterieu  und  Menin- 
gealarterien  solche  Anastomosen  vorhanden  sind,  dürfte  nicht  bekannt  gewesen  sein.  Es  erklärt  sich  aber 
diese  Verbindung  schon  aus  dem  Umstände,  dass  die  Sichel  nicht  frei  zwischen  die  Hemisphären  eingeschal- 
tet, sondern  mit  der  Via  mater  in  directen  Zusammenhang  gebracht  ist.  nämlich  durch  die  in  den  Sinus  lon- 
gitudinalis  inferior  eintretenden  Hirnvenen,  welche  somit  diesen  Arterien  gleichsam  den  Weg  vorzeichnen. 
Daraufhin  habe  ich  auch  die  Verbindung,  welche  die  oberen  Hirn  Venen  mit  der  Sichel  und  mit  der  oberen 
Dura  vermitteln,  untersucht,  und  es  haben  sieh  dabei  auch  hier  wieder  feinere,  diese  Venen  begleitende  Arte- 
rienzweige nachweisen  lassen  Wie  mir  scheint,  sind  diese  Verbindungen  überhaupt  nichts  weniger  als  so 
vereinzelt  und  auf  diese  Stellen  beschränkt,  indem  ich  später  auch  unter  dem  Tentorium  leine,  von  der  Pyra- 
midengegend der  Dura  abgebende  Fäden  angetroffen  habe,   welche  arteriell  injicirt  waren. 

Über  die  feinere  Vertbeilung  der  Blutgefässe  in  der  Dura  mater  liegen  bereits  mehrere  Arbeiten 
vor.  zunächst  jene  von  Böhm*,    dann  die  von  Paskowitsch3  und  die  von  Michel*.   Als  Endergebniss 


i  Dieser  Fall  von  Asymmetrie  findet  sich  auch  abgebildet  in  der  von.).  Ladmiral  in  farbigem  Öldruck  ausgeführten 
Tafel  v..ii  F.  Ruysch.    [con.  durse  matris  a  ei.  vivo  Fr.  Ruyachio.  Delineata  et  coloribus  inipressa  a  J.  Ladmiral.  1730. 
2  Virchow's  Archiv.   Bd.  47,   p.  218. 

■•  Beiträge  zu  Anatomie  und  Histologie  von  Landzert.  i.Hft.,  p.  58. 
-»  Berichte  der  k.  äächs.  Gesellsch.  der  Wissenscn.  1872,  p.  331. 


Über  die  Blutgefässe  der  Knochen  des  Schädeldaches  und  der  harten  Hirnhaut.  210 

dieser  Arbeiten,  insbesondere  der  letzteren  ist  hervorzuheben,  dass  in  der  Dura  zwei  Gefässnetze  vorhanden 
sind,  ein  ans  feineren  Röhrchen  zusammengesetztes  an  ihrer  inneren  freien  Fläche  und  ein  von  grösseren 
Gelassen  dargestelltes  an  der  äusseren,  dem  Knochen  zugewendeten  Fläche.  Nach  den  Schilderungen  von 
.Michel,  welcher  hauptsächlich  die  Dura  des  Hundes  zu  seinen  Untersuchungen  benutzte,  und  der  auch  der 
erste  das  äussere  Netz  und  zwar  vom  Hunde  abgebildet  hatte,  übergehen  die  feinsten  Arterien,  welche  sich 
allenthalben  in  der  Dura  vertbeilen ,  ganz  unmittelbar  in  diese  Netze  ein,  welche  beide  er  daher  auch  als. 
venöse  betrachtet. 

Der  folgende  Bericht  über  die  Resultate  meiner  Untersuchungen  betrifft  nur  die  Verhältnisse  in  der 
harten  Hirnhaut  des  Menschen,  worin  allerdings  auch  zwei  Gefässnetze,  ein  inneres  und  ein  äusseres  vor- 
kommen, deren  Zusammenhang  mit  den  zu-  und  ableitenden  Stämmchen  sich  mir  jedoch  in  anderer  Weise 
dargestellt  bat,  als  aus  den  vorliegenden,  insbesondere  den  Verhältnissen  der  Hunde-Dura  entnommenen 
Schilderungen  hervorgeht. 

Das  innere  Netz,  welches  ich  partienweise  ganz  dicht  zu  füllen  vermochte,  besteht  aus  Röhrchen, 
welche  bezüglich  ihrer  Durchmesser  keineswegs  zu  den  feineren  gehören;  sie  übertreffen,  wenn  prall  gefüllt 
um  das  Zweifache  und  mehr  die  Durchmesser  der  feinsten  Drüsengefässe ;  nur  dann,  wenn  sie  nicht  prall 
gefüllt  sind,  zeigen  sie  sich  feiner,  sie  sind  s< .  zartwandig,  dass  der  geringste  Überdruck,  auch  dann,  wenn  mit 
sehr  flüssigen  Massen  injicirt  wird,  alsbald  Extravasate  veranlasst.  Entsprechend  der  Anordnung  der  die 
oberfläcbliche  Schichte  der  Dura  darstellenden  Faserbündel  bildet  es  in  der  Mitte  der  Scheitelbeingegend,  wo 
die  Fasern  in  parallele  Züge  geordnet  sind,  längliche,  schmale,  stumpf  und  spitzwinkelig  abgeschlossene 
Maschen,  in  der  Stirngegend  wieder,  wo  das  Duragewebe  mebr  verflochten  ist.  kürzere,  verschieden  ver- 
schobene und  verdrückte  Quadrat".  (Fig.  1.) 

Es  unterscheidet  sich,  wenn  seine  Injection  gelungen  ist  bezüglich  der  Gestaltung  seiner  Röhrchen 
in  nichts  Wesentlichem  von  anderen  Netzen  dieser  Form;  nur  dann  wieder,  wenn  eis  nicht  prall  gefüllt 
ist,  erscheinen  die  Röhrchen  stellenweise  auffallend  verengt  und  kommen  in  den  Knotenpunkten  des 
Netzes  die  beschriebenen  grösseren  Aufquellungen  vor,  welche  ihm  das  Aussehen  eines  Lymphgefässnetzes 
geben. 

Die  Frage  nach  der  Stellung  dieses  Netzes,  beziehungsweise  die  Frage,  wie  hier,  an  der  inneren  Ober- 
fläche  der  Dura  der  Kreislauf  des  Blutes  zum  Abschlüsse  kommt,  glaube  ich  dahin  beantworten  zu  können, 
dass  das  Netz  als  ein  echtes  intermediäres  aufzufassen  sei,  als  eine  Gefässformation  nämlich,  welche 
zwischen  arterielle  und  venöse  Endverzweigungen  eingeschaltet  ist.  Denn  ich  konnte  in  ganz  gelungenen 
Präparaten  und  bilateralen  Injectionen  den  ganzen  peripherischen  Röhrenzug  lückenlos  verfolgen;  ich  sah 
wie  die  feine  Ramification  der  Arterien  in  die  Röhrchen  des  Netzes  übergeht,  und  überzeugte  mich,  dass  die 
Venenstämmehen  nur  durch  allmälig  sich  vereinigende  Wurzelzweige  aus  diesem  Netze  hervorgehen.  Das 
Netz  gehört  somit  nicht  zum  venösen  Bezirke,  sondern  besteht  aus  wallten  Ubergangsgefässen ;  es  überlagert 
daher  die  beiderseitigen  Astfolgen  und  stellt  eine  nach  der  Fläche  ausgebreitete  Grenzformation  dar,  wie 
solche  auch  in  anderen  Membranen,  z.  B.  serösen  Häuten  vorkommen.  In  Fig.  2  ist  ein  Theil  dieses  Netzes 
im  Zusammenhange  mit  der  arteriellen  Astfolge  und  mit  den  Wurzeln  der  Venen  dargestellt. 

An  Durchschnitten  der  Membran  (Fig.  3)  lassen  sich  die  Niveauverhältnisse  all'  dieser  Gefässe  leicht  zur 
Ansicht  bringen.  Sie  zeigen,  wie  die  grösseren  Arterien  und  Venenzweige  von  aussen  anlangend  vorerst  nur 
ins  zur  Mitte  der  Dicke  der  Membran  vordringen,  sich  aber  daselbst  wieder  in  Zweige  theilen ,  welche  öfter 
zwischen  den  zwei  Hauptschichten  des  Gewebes  noch  eine  Strecke  weit  fortlaufen,  bis  sie  endlich  zur  Ober- 
fläche gelangen,   um  mit  ihren  feinsten  Verkeilungen  das  Netz  darzustellen. 

Der  Nachweis  dieses  inneren  Oberflächennetzes  der  Dura  mater  ist  mir  auch  beim  Neugebornen  und 
bei  zwei  Embryonen  aus  dem  6.  und  7.  Monate  der  Schwangerschaft  gelungen.  In  der  Gestaltung  desselben 
sind  kaum  wesentliche  Altersunterschiede  wahrzunehmen. 

Auch  muss  ich  hinzufügen,  dass  bei  älteren  Personen  an  der  inneren  Oberfläche  der  harten  Hirnhaut 
öfter   kleine,    bindegewebige  Flocken    haften,    und    dass   sich    auch   diese   leicht    injiciren  lassen,    um   so 

28* 


220  Karl  Langer. 

leichter,  als  die  darin  enthaltenen  Gefässe  bedeutend  grösser  sind.  Die  Masehen  ihres  Gefässgeflechtes 
sind  mehr  rundlich  und  das  ganze  Gebilde  bietet  im  injieirten  Zustande  das  Aussehen  eines  Synovial- 
zöttchens. 

Es  war  von  vorn  herein  anzunehmen,  dass  in  der  Sichel,  welche  beim  Erwachsen  leicht  in  zwei 
Schichten  zerlegt  werden  kann,  sich  beiderseits  das  feine  cartillare  Begrenzungsnetz  finden  werde;  es  ist  mir 
auch  gelungen,  das  Netz  auf  beulen  Seiten  zur  Ansicht  zu  bringen,  doch  immer  nur  in  kleineren  Partien, 
woraus  ich  aber  doch  ersehen  konnte,  dass  es  sich  in  nichts  Wesentlichem  von  dem  Netze  in  der  den  Kno- 
chen unmittelbar  deckenden  Dura  unterscheidet. 

Spuren  dieses  Netzes  traf  ich  auch  an  der  Sichel  des  Neugebornen ,  doch  nur  oben  nahe  an  dem  Sinus, 
wo  sich  die  Falx  gleichfalls  in  zwei  Blätter  zerlegen  lässt.  Gegen  den  feinen  Rand  und  im  Innern  der  Sichel 
Neugeborner  und  Embryonen  finden  sich  aber  andere  Verhältnisse,  welche  ich  erst  später  im  Zusammenhang 
mit  der  Beschreibung  der  an  der  äusseren  Fläche  der  Dura  vorkommenden  Gefässyerhältnisse  schildern 
werde. 

Rücksichtlich  des  Verlaufes  der  feineren  arteriellen  Stämmchen  innerhalb  der  Dura  habe  ich  noch  zu 
bemerken,  dass  sie  auch  in  der  Substanz  der  Membran  nicht  selten  geschlängelt  angetroffen  werden,  und 
zwar  nicht  blos  bei  älteren  Personen,  sondern  auch  bei  Kindern.  Aus  diesen  Schlängelungen,  welche  auch 
in  der  Sichel  vorkommen,  können  sich,  gelegentlich  doch  immer  nur  bei  älteren,  korkzieherartige  Windungen 
entwickeln,  und  diese  können,  wie  ich  bei  einem  sehr  alten  Manne  gesehen,  weiter  ausgebildet,  bis  zu 
förmlichen  Verknäuelungen  sich  gestalten. 

Au  der  äusseren  Oberfläche  der  harten  Hirnhaut  findet  sich  vorerst  ein  aus  dicken  Gefäss- 
röhren  bestehendes  Netz  mit  mehr  oder  weniger  weit  offenen  unregelmässigen  Maschen,  innerhalb 
welcher  sieh  aber  da  und  dort  noch  etwas  feinere,  gleichfalls  netzförmig  zusammentretende  Röhren  einschul- 
ten, stellenweise  mit  deutliehen  oft  längeren  in  die  Maschenräume  hereinragenden  Fortsätzen.  Manche  dieser 
Fortsätze  mögen  nur  den  Abbruch  der  [njeetion  bedeuten,  viel  andere  aber  sind  sicher  eigene  Formationen, 
wichtig  für  den  Übergang  des  Blutes  aus  dem  arteriellen  in  den  venösen  Bezirk,  wie  alsbald  nachgewiesen 
werden  soll. 

Das  Netz  lässt  sich,  selbst  in  grösseren  Partien  leicht  von  der  Diploe  her  füllen,  bildet  die  äusserste 
Schichte  der  Membran,  gleichsam  die  innerste  Schichte  des  von  der  Dura  dargestellten  Periosts;  und  über- 
lagert daher  auch  sämtntliche  grössere  Meuingealgefässe  (Fig.  4).  Beim  Ablösen  der  Membran  bleiben  mit- 
unter Partien  desselben  am  Knochen  haften,  meistens  dann,  wenn  sich  am  Knochen  die  bekannten  lamellösen 
Autlagerungen  finden,  deren  Furchen  genau  die  Formen  des  Netzes  wiederholen.  Die  auffällige  Weite  der 
Gefässe.  die  Leichtigkeit,  womit  dieselben  von  der  Diploe  aus  gefüllt  werden  können,  bezeugte  schon,  dass 
das  Netz  ein  venöses  ist;  und  zum  Beweise,  dass  es  unmittelbar  mit  den  Gefässen  der  Diploe  in  Ver- 
bindung steht,  dienen  zerstreute,  und  zwar  injicirte  Flocken,  welche  sieh  an  der  äusseren  Fläche  einer  frisch 
abgelösten  harten  Hirnhaut  bemerkbar  machen. 

Das  Netz  entspricht  dem  von  Michel  aus  der  Dura  des  Hundes  dargestellten  Venennetz,  ist  aber  nicht 
die  einzige  an  der  äussern  Fläche  dieser  Membran  vorkommende  Gefässformation ;  es  findet  sich  vielmehr 
noch  eine  zu  dieser  venösen  parallele  arterielle,  bestehend  aus  feinen  Röhrchen,  welche  sich  theilweise  an 
die  venösen  anschli essen ,  aber  auch  in  die  »rossen  Maschenräume  theils  vereinzelte,  theils  anastomosirende 
Zweige  absenden.  Ich  fand  es  bei  einem  älteren  Manne  zunächst  an  dem  Sinus  longitudinalts ,  über  den 
hinweg  sieh  dasselbe  fortsetzt.  Ich  sah  es  ferner  ziemlich  dicht  an  Stellen,  wo  es  über  grössere  meningeale 
Gefässstämme  sich  lagert.  Dass  dieses  Net z  ein  arterielles  ist,  dafür  spricht  ausser  der  Feinheit  seiner 
Röhrchen,  auch  der  nicht  schwer  nachweisbare  Zusammenhang  desselben  mit  den  arteriellen  Verzweigungen. 
Auch  an  ihm  sah  ich  stellenweise  doch  nur  wenige  kurze  Gefässstümpfchen  haften,  welche  beim  Ablösen  der 
Haut  aus  den  feinen  Poren  des  Knochens  herausgezogen  waren.  Ausser  den  localen  Verschiedenheiten 
seheinen  beide  Netze  noch  Verschiedenheiten  zu  zeigen,  welche  vom  Alter  und  der  Beschaffenheit  der  Kno- 
chen abhängig  sind.  Bei  jüngeren  Individuen  scheinen  sie  dichter  zu  sein  als  bei  älteren. 


Über  die  Blutgefässe  der  Knochen  des  Schädeldaches  und  der  harten  Hirnhaut.  221 

Obgleich  beide  dieser  Netze,  das  venöse  und  das  arterielle  in  nachweisbarem  Zusammenhang  mit  den 
Rnochengefässen  stehen,  so  bilden  sie  denn  doch  wieder  Begrenzungsnetze  des  Dura-Gewebes  und  es  ergibt 
sieh  die  Frage,  ob  und  für  diesen  Fall,  wie  sie  mit  einander  in  Verbindung  stellen,  d.  h.  wie  gegebenen  Fal- 
les zwischen  ihnen  der  Kreislauf  zum  Abschluss  gelangt. 

Durch  die  Möglichkeit,  das  venöse  Netz  von  arterieller  Seite  her  direct,  wenn  auch  nur  theilweise  zu 
füllen,  i^t  überhaupt  schon  der  Nachweis  für  den  Zusammenhang  beider  erbracht,  und  wenn  mich  gelungener 
arterieller  Injection  auch  noch  von  Seite  der  Venen  her  eine  Injection  gemacht  wird,  gelingt  es  die  thatsäch- 
lich  vorhandenen  Übergänge  auch  einzeln  zu  ermitteln. 

Bei  dieser  Untersuchung  niuss  man  sich  vergegenwärtigen,  dass  die  sichtbaren  arteriellen  Ausläufer 
schon  sehr  fein  sind,  und  sich,  betreffend  die  Durchmesser  von  den  Röhrchen  des  inneren  Netzes,  nicht  unter- 
scheiden, dass  dagegen  auf  Seite  der  Venen,  wenn  auch  deren  Injection  gut  gelungen  ist,  doch  keine  ent- 
sprechend feine  Ramification  nachweisbar  ist.  So  wird  man  bald  zu  dem  Schlüsse  gelangen,  es  müsse  da 
ein  Übergang  stattfinden  von  feinsten  arteriellen  Zweigen  in  die  grösseren  venösen 
Ge  fasse. 

Solche  Übergänge  wirklich  aufzufinden,  gelingt,  wie  gesagt,  nicht  schwer  an  Präparaten  von  Doppel- 
injectionen.  Man  erkennt,  dass  es  die  bald  längeren,  bald  kürzeren  zapfenartigen  Anhänge  der  venösen 
Gefässe  sind,  welche  die  feinsten  arteriellen  Zweige  in  sich  aufnehmen;  sie  gehen  meistens  seitlich  von 
einem  Venenrohr  ab,  sind  anfangs  kaum  dünner  als  die  Stammvene  und  schärfen  sich  bald  langsamer,  bald 
rascher  in  eine  Spitze  zu,  welche  den  Zusammenhang  mit  dem  arteriellen  Zweigchen  vermittelt.  Ich  war  so 
glücklich  solche  Doppelinjectionen  herzustellen,  wo  die  beiden  Farbstoffe  gerade  an  der  Übergangsstelle  zur 
Begegnung  gelangten,  wie  dies  in  Fig.  5  abgebildet  ist.  Die  Zeichnung  ist  zwar  bei  kleinerer  Vergrösserung 
angefertigt,  doch  wurde  Alles  auch  mit  stärkeren  Linsen  durchgeprüft.  Die  Übergänge  sind  zahlreich  genug, 
da  ich  in  dem  Gesichtsfelde  eines  Nr.  2-Objectivs  manchmal  fünf  derselben  eonstatiren  konnte.  Die  Über- 
gangsarterien sind  meistens  Ausläufer  einer  Netzpartie,  gehen  aber  auch  direct  von  einem  grösseren  Stämm- 
chen als  unverzweigte  wahre  Endarterien  ab;  ich  sah  auch  Fälle,  wo  ein  schon  feines  Getäss  sich  dieho- 
tomisch  theilte,  mit  einem  kurzen  Zweige  in  einen  ihm  entgegenkommenden  Venenzapfen  überging,  während 
der  Zweite  sich  an  den  Zapfen  anlehnte  und  parallel  mit  ihm  weiter  verlief.  Die  aufnehmenden  zapfenartigen 
Ansätze  der  Venen  sind  bald  ganz  kurz,  bald  aber  auch  von  einer  überraschenden  Länge,  selbstverständlich 
ohne  während  dieses  Verlaufes  irgend  einen  Ast  abzugeben. 

Ganz  so  geformte,  doch  nur  sehr  vereinzelte  Verbindungen  feiner  Arterien  mit  Venenanhängen  habe  ich 
auch  hei  tieferen  Einstellungen  des  Mikroskopes  wahrgenommen,  so  dass  ich  annehmen  darf,  dass  auch 
zwischen  den  zwei  llauptscliichten  der  Dura,  da,  wo  sich  die  gegen  die  Innenfläche  ansteigenden  Gefässe  zu 
ramiticiren  beginnen  und  mit  Theilen  ihrer  Astfolge  einschalten,  der  Absehluss  des  Kreislaufes  in  derselben 
Weise  wie  in  der  äussersten  Schichte  vollzogen  wird. 

Bekanntlich  hat  auch  Michel  aus  der  Dura  mater  des  Hundes  unmittelbare  Übergänge  feinster  Arterien 
in  grössere  Venen  beschrieben.  Nach  seiner  Beschreibung  findet  die  ziemlich  spärliche  Capillarvertheilung 
der  Meningeal-Arterien  zum  grössten  Theile  auf  der  äusseren  Oberfläche,  weit  geringer  aber  im  Gewebe  der 
Dura  selbst  statt;  und  das  daraus  hervorgehende  arterielle  Capillarnetz  übergeht  in  zwei  venöse  Systeme, 
von  denen  das  stärkere  auf  der  Aussen-,  das  schwächere  auf  der  Innenfläche  sich  befindet,  und  welche  mit 
einander  durch  von  dem  Netze  der  Innenfläche  abgehende  und  das  Gewebe  der  Dura  durchsetzende  Aste 
communiciren.  Die  Verbindungen  geschehen  vorzugsweise  an  Stellen,  wo  das  innere  Netz  mit  knotenartigen 
Anschwellungen  versehen  ist. 

Wenn  diese  Darstellung  auch  auf  die  Verhältnisse  beim  Menschen  übertragen  werden  wollte,  so  müsste 
ich  sie  nach  meinen  Erfahrungen  moditiciren,  zunächst  in  Betreff  des  innern  Netzes,  welches  ich  bereits  als  ein 
intermediäres  bezeichnet  habe.  Seine  Einschaltung  zwischen  eine  arterielle  und  eine  venöse  Astfolge  bezeugen 
dies,  zu  dem  auch  der  Umstand,  dass  seine  Röhrchen,  trotz  des  verhältnissmässig  grösseren  Durchmessers  doch 
die  feinsten  in  dieser  Region  sind.  Auch  fasse  ich  dieVertheilung  der  Arterien  insoferne  anders  auf.  als  ich  eine 


■22  2  Karl  Lau  per. 

zweite  (nach  Einrechnnug  der  Aste  zwischen  den  zwei  Schichten  der  Dura  eine  drittel  Astfolge  unterscheide, 
welche  gleichfalls,  wenn  auch  nicht  überall  dicht,  zu  einem  Flächennetze  zusammentritt.  Von  der  Gestaltung 
des  Übergangsrobres  sehe  ich  ganz  ab,  die  ja  leicht  hin  durch  das  Mehr  oder  Weniger  der  Füllung  der  beiden 
zusammentretenden  und  gewiss  auch  ungleich  ausdehnbaren  liöhrenstückchen  ein  verschiedenes  Aussehen 
bekommen  kann.  Für  sicher  halte  ich,  dass  das  Übergangsrohr  bei  praller  Füllung  sich  in  der  beschriebenen 
Weise  darstellen  werde. 

Es  besteht  also  bezüglich  des  Abschlusses  des  Kreislautes  in  den  beiden  Lagen  der  harten  Hirnhaut  eine 
bemerkenswerthe  Verschiedenheit.  Um  diesen  Unterschied  auch  in  der  Fig.  5  hervortreten  zu  lassen,  habe 
ich  auch  eine  Venenwurzel  bei  x  aufgenommen,  deren  Astfolge  nach  der  Tiefe,  nämlich  gegen  die  Innenfläche 
der  harten  Hirnhaut  gerichtet  ist. 

Aus  der  Gestaltung  der  directen  Übergänge  an  den  äusseren  Schichten  der  Dura  erklärt  sich  der  leichte 
Übergang  der  Injectionsflüssigkeit  aus  der  Memngeal- Arterie  in  die  Meningeal- Venen,  ohne  dass  sieh  gelegent- 
lich weder  in  dem  Knochen  noch  in  dem  Innen-Netz  viel  Farbstoff  vorfindet.  Der  Injectionsstrom  erfährt  näm- 
lich eine  Ablenkung,  weil  die  grossen  Zwischengefässe  des  venösen  äusseren  Netzes  leichter  prakticabel 
sind  und  zum  Übergange  jedenfalls  auch  kürzere  Wege  darbieten  als  das  feine  Netz  der  inneren  Oberfläche. 
Damit  dürfte  in  der  That,  wie  Michel  darlegt,  die  Möglichkeit  geboten  sein,  für  rasche  Ausgleiche  bei  »Stau- 
ungen, insbesondere  rücksichtlich  der  Bahn  des  innern  Oberflächen-Netzes,  also  eine  Art  Circuhition  derivative 
im  Sinne  von  S  ueq  u  et. 

Dennoch  aber  möchte  ich  diesen  Übergang  nicht  ohne  gewisse  Einschränkungen  unter  deu  Begriff  des 
bisher  sogenannten  „unmittelbaren  Überganges"  subsummiren,  wie  derselbe  auf  die  Schwellkörper,  nach 
Sucquet  und  Hoyer  auch  auf  die  in  anderen  Organen  vorkommende  Übergangsweise  bezogen  wird,  wo 
nämlich  in  dieselben  Venenwurzeln  zwei  Wege  aus  den  Arterien  führen,  ein  längerer  durch  die  intermediären 
Gefässe,  ein  kürzerer  direct  von  den  arteriellen  Stämmchen  her.  In  diesen  Fällen  führt  der  kürzere  Weg 
durch  einen  anderen  Bezirk  des  Organes  und  in  ein  anderes  venöses  Wurzelnetz,  wenn  auch  in  demselben 
Organe  und  in  weiterer  Folge  zu  denselben  venösen  Stämmen;  in  der  Meninx  aber  ist  die  Wende  des  Kreis- 
laufes nur  eine,  und  diese  bis  an  die  äusserste  Peripherie  der  arteriellen  Verth eilung  verschoben,  auch  durch 
arterielle  Gefässröhrchen  vermittelt,  welche  sieh  bezüglich  ihres  Durchmessers  kaum  unterscheiden  von  denen 
des  intermediären  Grenznetzes  der  inneren  Oberfläche.  Es  unterscheidet  sieh  daher  diese  Übergangsweise 
von  der  gewöhnlichen  durch  intermediäre  vermittelten  nur  darin,  dass  der  ins  Feinste  zerfallenen  Arterien- 
ramification,  keine  gleich  feine  verästelte  venöse  Astfolge  gegenüber  gestellt  ist. 

Für  das  Organ,  die  Dura  mater,  diese  als  Ganzes  genommen,  bietet  die  beschriebene  Übergangsweise 
allerdings  einen  zweiten  kürzeren  Weg  zum  Abschlüsse  des  Kreislaufes  dar,  und  damit  die  Möglichkeit  einer 
Derivation  des  Blutstromes  aber  nur  von  der  inneren  Fläche.  Um  darzuthun.  dass  diese  Einrichtung  eigent- 
lich doch  nur  eine,  allerdings  in  physiologischer  Beziehung  bemerkenswerthe  Modifikation  der  gewöhnlichen 
für  typisch  geltenden  Weise  des  Kreislaufsabschlusses  ist,  stütze  ich  mich  zur  weiteren  Begründung  dieser 
Anschauung  noch  anfeinen  Befund,  der  nachweisen  könnte,  wie  diese  Modifikation  zu  »Staude  käme. 

Ich  habe  vorhin  gesagt,  dass  das  innere  Netz  an  der  Sichel  des  Neugebornen  und  Embryo  zwar 
oben,  in  der  Nähe  des  Sinus  vorkommt,  dass  aber  an  dem  dünnen  Bande  dieses  membranösen  Fortsatzes 
andere  Gefässverbältnisse  sich  finden. 

Die  in  grösseren  Absländen  von  einander  gegen  den  Sichelrand  absteigenden  Arterien  zerfallen  in  jedem 
Astgebiete  in  sehr  feine  Endzweige,  welche  netzförmig  verbunden  sind  und  dann  von  ebenfalls  feinen,  und 
allmalig  anwachsenden  Venenwurzeln  gesammelt  werden.  Diese  stellen  alsbald  grössere  Stämmchen  dar, 
welche  wieder  aufsteigen,  aber  nicht  im  Anschlüsse  an  die  Arterien,  sondern  entfernt  von  ihnen  in  den 
Zwischenräumen  derselben.  (Siehe  Fig.  G.)  Es  ist  dies  gewiss  ein  Vchältniss  im  Übergänge,  welches  noch 
als  typisch  bezeichnet  werden  kann. 

Je  weiter  aufwärts  aber  diese  Gefässschichte  verfolgt  wird,  desto  mehr  ändert  sich  das  Aussehen  der 
Venen.     Denu  nicht  nur  die  Stämme  auch  ihre  Zweige  und  selbst  das  Wurzelnetz  schwellen  beträchtlich  an, 


Über  die  Blutgefässe  der  Knochen  des  Schädeldaches  und  der  harten  Hirnhaut.  22 3 

mit  Maschenräumen,  die  sieh  nach  oben  zu  immer  mein-  verengen,  wobei  aber  das  Kaliber  der  arteriellen  End- 
äste keineswegs  zunimmt,  so  dass  dann  der  Übergang  wieder  durch  leine  arterielle  Zweige  dargestellt  wird, 
welche  gleich  von  grösseren  Gelassen  des  venösen  Bezirkes  aufgenommen  werden.  Also  eine  Übergangsfbrm, 
welche  der  in  der  äusseren  Schichte  der  Dura  vorkommenden  ähnlich  ist,  sich  aber  doch  aus  gewöhnlichen 
Formen  herausgebildet  hat.  Das  Verhältniss  ist  in  Fig.  7  dargestellt,  doch  nur  in  einer  kleinen  Partie,  während 
bei  completer  Injection,  das  die  feinen  Arterien  aufnehmende  venöse  Netz  den  ganzen  Zwischenraum  zwischen 
zwei  Arterienstämmehen  ausfüllt,  und  sich  dann  auch  gegen  die  Arterien  mit  Anastoinosenketten  begrenzt, 
woraus  dann  Venae  comitantes  der  Arterien  hervorgehen,  welche  ausser  dem  grossen  venösen  Stamm  auch  in 
den  Sinus  eingehen. 

Dieser  Gefässbau  reicht  beim  Embryo  (von  6  Monaten  i  nicht  so  weit  herab,  wie  beim  Kinde,  bei  dem  es 
sieh  ganz  oben  zu  einem  so  dichten  Venenplexus  umgestaltet,  dass  es  fasst  den  Eindruck  eines  in  der  Fläche 
ausgebreiteten  Schwellnetzes  macht.  Ich  werde  diesen  Plexus  mich  einmal  zur  Sprache  bringen;  erwähne 
aber  hier  nur  noch,  dass  er  in  der  Sichel  eine  mittlere  Gefässlage  darstellt,  über  welche  beiderseits  das  innere 
Netz  der  Dura  allmälig  hei  über  wächst  und  dass  er  gleichsam  eine  Gefässformation  vorstellt,  in  welcher  die 
beiderseitigen  äusseren  Gefässlagen  der  Dura  innerhalb  der  Sichel  zusammentreten. 

Es  liegt  auch  in  der  That  beim  Kinde  an  der  äusseren  Fläche  der  harten  Hirnhaut  ein  Venennetz,  welches 
mindestens  topographisch  auf  das  beim  Erwachsenen  vorkommende  zu  beziehen  ist.  Es  istinFig. 8 abgebildet, 
aber  nach  einer  arteriellen  Injection,  zu  dem  Zwecke,  um  darin  die  Übergänge  der  Arterien  in  das  Netz  besser 
überblicken  zu  können.  Es  erscheint  da.  allerdings  nicht  seiner  wahren  Beschaffenheit  entsprechend  geschwellt, 
doch  sah  ich  es  in  einem  anderen  aus  der  Nachbarschaft  des  Sichelansatzes  entnommenen  Präparate  (Fig.  9) 
ganz  gefüllt  und  da  stellte  es  sich  als  ein  dichtes  rundmaschiges  aus  dicken  Röhrchen  bestehendes  Wurzel- 
geflecht  dar  von  Vencnstämmcheii,  welche  gegen  den  Sinus  ihren  Abfluss  nehmen,  ganz  also  in  derselben 
Weise  geformt,  wie  der  Venenplexus  in  der  Sichel.  Dass  zwischen  diesem  Netze  und  dem  beim  Erwachsenen 
auch  eine  entwicklungsgeschichtliche  Beziehung  besteht,  ist  mehr  als  wahrscheinlich. 

B.  Der  Sinus  longitudinalis. 

Behufs  einer  möglichst  vollständigen  Beschreibung  der  Gefässe  des  Schädeldaches  mussten  auch  die 
Sinus  insbesondere  der  Sinus  longitudinalis  superior  in  die  Untersuchung  einbezogen  werden;  dabei  haben 
sich  auch  einige  bisher  weniger  beachtete  Verhältnisse  der  Wahrnehmungen  dargeboten,  deren  Schilderung 
gleichfalls  hier  ihren  Platz  finden  soll. 

Bekanntlich  entleeren  dreierlei  Venen  ihr  Blut  in  diesen  Sinus;  vorerst  die  Venen  der  Dura,  dann  die  der 
Knochen,  endlich  die  oberen  Venen  der  Grosshirnhemisphären. 

Die  ersteren  nehmen  allenthalben  in  ihrem  Verlaufe  auch  Knochenvenen  auf,  so  dass  wenn  man  abseilen 
will  von  den  Balkenvenen  nur  die  Venen  der  Sichel  eigentliche  Duravenen  sind.  Alle  seitlichen,  über  die 
"Wände  des  Schädeldaches  herabziehenden  Meningealvenen  gehen  dabei,  meistens  mehrfach  in  Äste 
getheilt  auch  mit  dem  Sinus  Verbindungen  ein.  Die  grösste  dieser  Venen  ist  der  von  Breschet  sogenannte 
Sinus  spheno-parietalis ,  welcher  längs  der  Kronennaht  herabgeht  und  mindestens  einen  Ast  der  Arteria 
meningea  media  begleitet,  oft  genug  in  tiefe  Furchen  des  Knochens  eingegraben.  Bekannt  ist  auch,  dass  alle 
Zweige  der  Meningealarterien  von  zwei  Venen  begleitet  werden,  so  dass  der  Terminus  „Sulci  arteriosi"  nichts 
weniger  denn  als  richtig  bezeichnet  werden  kann. 

Rucksichtlich  der  Hirnvenen  ist  seit  Cruveilhier  bekannt,  dass  die  von  der  hinteren  Hälfte  des  Hemi- 
sphären kommenden  nicht  in  gerader  Richtung'  in  den  Sinus  eingehen,  sondern  gegen  den  Strom  desselben, 
also  in  nach  hinten  offenen,  mitunter  sehr  spitzigen  Winkeln  an  denselben  herantreten.  Ganz sachgemäss  wird 
auch  von  Cruveilhier  hervorgehoben,  dass  diese  Venen  eine  Strecke  weit  zwischen  Lamellen  der  Dura  ein- 
gelagert verlaufen,  zu  welcher  Angabe  ich  beifügen  kann,  dass  ich  Fälle  kenne,  wo  diese  Venen  einen  über 
zwei  Zoll  langen  Weg  innerhalb  der  Duraschichten  zurücklegen,  auch  solche  Venen,  welche  schon  in  der 
Gegend  des  Scheitelbeines  vom  Gehirn  sich  lösen,  so  dass  dadurch  auch  weit  vom  Sinus  wegeine  Verbindung 


224  Karl  Langer. 

der  Hirnhemisphäre  mit  der  Dura-Kapsel  hergestellt  wird.  Cruv  eil  hier  ist  es  auch,  welcher  darauf  auf- 
merksam macht,  dass  sich  au  der  Seite  des  Sinus  Venenräume  befinden,  welche,  von  zahlreichen  bindegewebigen 
Fibrillen  durchzogen,  eine  Art  erectiles  Gewebe  darstellen.  Diese  Venenräume,  welche  das  trabeculare  Gewebe, 
im  Abgangswinkel  der  Sichel  durchsetzen,  wurden  von  L.  Meyer1  gewiss  mit  Hecht  als  ein  ausgleichen- 
de! Mechanismus  betrachtet,  der  in  Function  tritt  zu  dem  Zwecke,  um  die  beim  Wechsel  von  Blutfülle  und 
Blutleere  des  Gehirns  in  der  hermetisch  geschlossenen  und  räumlich  nicht  veränderlichen  Schädelhöhle  sich 
ergebenden  Volumsdifferenzen  rasch  zu  beheben,  indem  sie  bei  Blutleere  des  Gehirns  sich  mit  Blut  füllen, 
dagegen  bei  Hyperaemie  des  Gehirns  wieder  entleeren. 

Um  in  das  immer  noch  nicht  genauer  gekannte  Verhältniss  der  in  den  Sinus  eingehenden  Venen  Einsicht 
zu  bekommen,  und  dieAusdehnung  und  den  Zusammenhang  dieser  Cavemen  genauer  kennen  zu  lernen,  habe 
ich  vom  Sinus  und  seiner  Astfolge  Corrosions-Präparate  angefertigt,  deren  eines  die  Fig.  9  in  der  Ansicht  von 
oben,  die  Fig.  10  in  der  Ansicht  von  unten  darstellt. 

Daraus  habe  ich  Folgendes  entnommen:  Zunächst,  dass  die  Venen  von  dem  ganzen  hinteren  Abschnitte 
der  Grosshirnheniisphären  nicht  gerade  da  in  das  Lumen  des  Sinus  eingehen,  wo  sie  aussen  mit  der  Wand 
desselben  zusammentreten,  sondern  dass  sie  innerhalb  dieser  oft  mn-h  lange  Strecken  weit  fortlaufend  sich 
erst  am  Scheitel  in  den  Sinus  öffnen  und  da  mit  den  weiter  vorne  von  den  Hemisphären  abgehenden 
sich  vereinigen,  so  dass  es  also  nur  ein  kurzes,  kaum  2  Centimeter  langes  Stück  des  Sinus  ist,  welches 
die  meisten  und  grössten  Hirnvenen  aufnimmt;  die  von  ganz  hinten  kommenden  müssen  in  Folge  dessen 
eine  bis  3  Centimeter  lange  Strecke  innerhalb  der  Sinuswand  zurücklegen,  bevor  sie  wirklich  einmünden,  so 
dass  es  bei  der  Grösse  dieser  Venen  mitunter  den  Anschein  hat,  als  sei  der  Sinus  verdoppelt.  Meistens 
verlaufen  diese  Venen  neben  dem  Sinus,  eine  oder  die  andere  auch  unter  demselben,  nämlich  im  Ansätze  der 
Sichel. 

Gerade  da,  wo  die  meisten  und  grössten  Hirnvenen  sich  in  den  Sinus  öffnen,  also  am  Scheitel  des  Kopfes 
finden  sich  die  von  Cruveilhier  zuerst  bemerkten  cavernösen  Räume;  sie  stellen  sich  an  Corrosions- 
Präparaten  als  Netze  dar,  bestehend  aus  grösseren  und  kleineren  Gelassen,  welche  mittelst  Stämmchen  bald 
an  einer,  bald  an  mehreren  Stellen  in  den  Sinus  sich  öffnen.  Sie  umgeben  beiderseits  den  Sinus  und  bilden 
also  die  bekannten  zwischen  den  aufgelösten  Balken  der  Dura  hervortretenden  Buchten.  Wenn  stärker  ent- 
wickelt, wie  bei  älteren  Personen,  drängen  sie  sich  auch  nach  oben  vor,  indem  sie  die  Dura  verdünnen  und 
die  innere  Knochentafel  einbiegen;  sie  brechen  aber  auch  durch  beide  hindurch,  und  eröffnen  dann  nicht 
selten  vollends  die  Diploe.  Andere  dieser  Bäume  sind  an  die  untere,  nur  wenig  kantig  vortretende  Peripherie 
des  Sinus  angesetzt,  und  reichen  bis  in  die  Falx,  deren  zwei  Blätter  sie  auseinanderdrängen. 

Wenn  auch  diese  Bäume  stark  ausgeweitet  in  der  Begel  nur  bei  älteren  Personen  vorkommen,  so  finden 
sie  sich  doch  schon,  und  zwar  an  derselben  Stelle  auch  beim  Kinde  vor. 

An  Corrosions-Präparaten  kann  man  sich  leicht  überzeugen,  dass  sie  nicht  eigentlich  Buchten  des  Sinus, 
auch  nicht  der  Hirnvenen  sind,  wie  Luschka  meint,  da  sich  ihre  Abgüsse  ganz  leicht  von  beiden  ablösen 
lassen:  sie  entwicklen  sieb  nur  aus  den  Knochen  venen  und  aus  den  Venen  der  harten  Hirnhaut.  Ihre  Substrate 
sind  also  die  an  der  Aussenfläche  der  Dura  befindlichen  Venenplexus,  dann  die  früher  beschriebenen  schon 
beim  Kinde  so  dichten  Venennetze  in  der  Sichel  und  insbesondere  die  Venengeflechte,  welche  die  dicken 
Sinuswände  durchsetzen.  Die  letzteren  dringen  bis  an  die  innere  Sinuswand  vor,  wo  sie  feiner  und  engma- 
schiger ausgebreitet  Vasa  vasorum  darstellen,  mit  einem  aus  feinen  Gefässröhrchen  bestehenden  inneren 
Wandnetze. 

Alle  diese  Venen  bilden  schon  im  jugendlichen  Alter  ganz  ansehnliche  Receptacula  sanguinis,  erfahren 
aber  doch  erst  im  höheren  Alter  und  unter  mehr  oder  weniger  pathologischen  Zuständen  (bei  Säufern,  Herz- 
krankheiten u.  s.  w.)  eine  ungewöhnliche  Ausweitung,  die  bis  zum  Durchbrechen  der  inneren  Tafel  führen 
kann. 


1   Virchow's  Archiv.  Bd.  XIX;  p.  31£ 


Über  die  Blutgefässe  der  Knocken  des  Schädeldaches  and  der  harten  Hirnhaut.  '2 '25 

Wie  bekannt  werden  die  Grübchen  an  der  inneren  Oberfläche  der  Calvaria  und  auch  die  an  der  Schädel- 
basisvorkommenden Grübchen  mit  den  Wucherungen  Pacchionischer  Granulationen  in  Verbindung  gebracht 
und  desshalb  als  Foveae  glanduläres  bezeichnet.  Ich  kann  zwar  gegenüber  vorliegenden  Berichten  nicht  in 
Abrede  stellen,  dass  diese  Gebilde  solche  Eindrücke  in  den  Knochen  veranlassen  können,  doch  muss  ich 
andererseits  nach  eigenen  Erfahrungen,  wie  sie  mir  injieirte  Präparate  dargeboten,  die  Angabe  Trollard  's  ' 
bestätigen,  der  sich  dahin  ausspricht,  dass  das  in  solche  Grübchen  eingelagerte  Körperchen  ein  Yenendiver- 
tikel  ist. 

Ich  habe  in  solchen  Fällen,  wo  die  Diploe  eröffnet  war,  auch  den  Zusammenhang  solcher  Buchten,  mit 
diploStischen  Venen  nachweisen  können,  wie  dies  bei  a  der  Fig.  9  dargestellt  ist.  Der  Nachweis  gelingt 
leicht  während  der  Ablösung  einer,  namentlich  mit  Harzmassen  gut  injicirten  Dura  mater.  Der  geschilderte 
Befund  kann  um  so  weniger  auffallen,  als, ja  allgemein  bekannt  ist,  dass  auch  an  den  anderen  grossen  Sinus 
Ectasien  vorkommen,  welche  sogar  Schwund  des  Knochens  veranlassen. 

C.   Gefässe  des  ausgebildeten  Knochens. 

In  Übereinstimmung  mir  der  Thatsache,  dass  die  Schädelbedachung  ursprünglich  aus  einer  einheitli- 
chen, blasenartig  geformten  Membran  hervorgeht,  kann  ich  gleich  von  vorne  herein  aussprechen,  dass  auch 
das  Blutgefässsystem  der  Calvaria  ein  einheitliches  Ganzes  darstellt,  wie  später  beim  Erwachsenen,  so  auch 
schon  von  Anfang  an  beim  Embryo  und  beim  Kinde.  Wenn  sich  auch  durch  Ablagerung  discreter  Verknö- 
cherungskerne  die  primitive  Hirnkapsel  in  verschiedene  Felder,  und  schliesslich  in  leicht  trennbare  Knochen- 
segmente scheidet,  so  stehen  deren  Gefässe  doch  mit  einander  in  unmittelbarstem  Zusammenhange,  anfangs 
durch  Vermittlung  der  in  den  Interstitialmembranen  enthaltenen  Gefässe.  später  durch  die  Gefässe,  welche 
den  sogenannten  Nahtknorpel  durchsetzen.  Bekannt  ist  ja  schon,  dass  die  Bre  seh  et 'sehen  Venen  durch 
die  Nähte  hindurch  von  einem  auf  den  anderen  Knochen  herübergreifen;  und  es  sind  ganz  leicht  in  den  die 
Nahtfugen  begrenzenden  Knochenflächen,  zwischen  den  vortretenden  Nahtzacken  die  grösseren  und  klei- 
neren Lücken,  welche  den  Gefässüb  er  tritt  vermitteln,  nachzuweisen,  insbesonders  deutlieh  zeigen  sie  sich  an 
den  Knochen  jugendlicher  Individuen. 

Ganz  in  derselben  Weise,  wie  in  der  Calvaria  die  Gefässe  ein  Ganzes  darstellen,  so  sind  auch  Verbin- 
dungen allenthalben  in  grosser  Zahl  nachweisbar,  wodurch  die  Gefässe  der  Dura  mit  jenen  der  äusseren 
Schädelbedeckungen  und  selbst  mit  den  Gelassen  des  Gehirns  sich  einheitlich  verbinden.  Dass  dieser  letztere 
Verband  nicht  auf  die  Venen  beschränkt  bleibt,  sondern  auch  die  Arterien  betrifft,  habe  ich  früher  hervor- 
gehoben. 

Um  instruetive  Präparate  von  den  Gefässen  des  festen  Knochens  zu  erhalten,  empfehle  ich  bilaterale 
lnjectionen  vorzunehmen,  die  Arterien  von  der  Meningea  aus.  die  Venen  von  der  Diploe'  aus  zu  injiciren,  weil 
durch  arterielle  lnjectionen  die  Venen  nur  theilweise  gefüllt  werden  können,  schon  wegen  der  Arterien  per- 
forantes,  durch  welche  sehr  viel  Injectionsstoff  entweicht,  dann  aber  auch  wegen  des  leichten  Übertrittes 
desselben  in  die  Venen  schon  im  Bereiche  der  Dura  mater.  Ich  muss  nochmals  betonen,  dass  sich  nach 
Anbohrung  der  Diploe  wirklich  die  Venen  und  nicht  etwa  blos  die  Canäle  füllen.  So  schwer  sich  beim  Er- 
wachsenen von  den  Arterien  her  die  Venen  füllen  lassen,  so  leicht  ist  dagegen  der  Übergang  der  Injections- 
masse  in  die  Venen  bei  Kindern,  wo  es  wieder  kaum  gelingt,  eine  feinere  arterielle  Injection  rein  herzu- 
stellen. 

Sehr  anschauliche  Übersichtspräparate  von  den  Venen  der  Diploe  lassen  sich  herstellen,  nenn  man  an 
mehreren  Stellen  die  Diploe  anbohrt,  dann  den  Knochen  in  verdünnter  Salzsäure  auslaugt  und  nachdem  er 
durch  Weingeist  entwässert  worden  mit  Terpentingeist  und  Lack  aufhellt.  Es  gelingen  die  lnjectionen  auch 
mit  Harzmassen  und  von  solchen  Präparaten  lassen  sich  auch  Corrosionen  herstellen. 


1  Archive  generale  de  Medecine.  1S76,  p.  260. 
Denkschriften  der  mathem.-naturw.  Ol.    XXXVII.  Bd.  09 


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-6  Karl  Langer. 

Bezüglich  der  im  Knochen  enthaltenen  Canäle  und  Zellen,  habe  ich  einleitend  mir  hervorzuheben     Ab 

die  zwischen  den  Lamellen  der  äusseren  und  inneren  Tafel  lagernden,  meistens  sternförmig  zusammentretenden 
Hayers'schen  Canäle  erst  später  eigene  Lamellensysteme  bekommen,  welche  mit  dem  Alter  durch  wie- 
derholte Schichtung  sich  vermehren;  dass  ferner  nur  in  den  grösseren  diploBtischen  Räumen  sich  fetthaltiges 
Mark  findet  und  dass  endlich  sich  auch  hier  das  ganze  Röhrensystem,  markhaltige  und  marklose  Canäle  bei 
vorsichtiger  Maceration  aus  der  Knochensubstanz  isoliren  lässt.  Die  engeren  Canäle  lassen  sich  als  feine 
zu  Netzen  vereinigte  Fäden  aus  der  zerfallenden  Substanz  hervorziehen.  Fig.  12.  Die  weiteren  aber  stellen  in 
ihrem  Zusammenhange,  nachdem  die  zerfallene  Knochensubstanz  beseitigt  ist,  ein  sehwammartiges  Gewebe 
vor.  an  welchem,  wenn  in  kleineren  Partien  unter  das  Mikroskop  gebracht,  man  leicht  die  Cöntinuität  der  grös- 
seren Räume  unter  einander,  aber  auch  mit  den  engeren  Canälen  nachweisen  kann.  War  das  Object  mit  einem 
der  Säure  widerstehenden  Farbstoffe  injicirt.  so  bieten  solche  isolirte  Kanäle  auch  eine  gute  Übersicht  über 
den  Verlauf  und  die  Verbindungen  der  Gefässe. 

An  isolirten  Canälen  macht  sich  deutlich  in  einem  hellen  Contour  die  sie  begrenzende  hyaline 
Membran  ersichtlich,  deren  Selbstständigkeit  schon  solche  Fälle  beweisen,  wo  sich  der  Inhalt  stellen- 
weise von  ihr  abgelöst  hat:  sie  erscheint  aber  oft  genug  an  den  Rissenden  auch  ganz  leer,  dahvr  deutlich 
geschieden. 

Alle  Canäle  und  Räume,  markhaltige  und  marklose,  enthalten  Blutgefässe.  In  den  engen  habe  ich  überall 
zwei Gefässröhrchen (Fig.  12)  angetroffen,  ein  dünnes,  die  Arterie  und  ein  viel  dickeres,  die  Vene;  beide  liegen 
dicht  beisammen;  stellenweise  überkreuzt  sich  die  Arterie  mit  der  Vene;  an  Abzweigungen  des  Canals  ano-e- 
langt.  theilen  auch  sie  sich  in  Zweige.  Der  Canal  wird  aber  von  ihnen  nicht  vollständig  ausgefüllt,  da  sich  da 
und  dort,  wo  sie  etwas  von  der  Wand  ablenken,  unter  stärkereu  Vergrösserungen  auch  ein  faseriges  Gewebe 
sichtbar  macht.  In  grösseren,  obwohl  noch  marklosen  Canälen,  welche  ein  grösseres  Venenstämmchen  ent- 
halten, finden  sich  meistens  zwei  Arterien,  welche  beide  in  laxen  Touren  die  Vene  umkreisen. 

In  allen  grösseren  Räumen  aber,  worin  Mark  enthalten  ist,  findet  sieh  ein  aus  dickeren  Gefässen 
dargestelltes  Netz,  welches  die  Markmasse  nach  allen  Richtungen  durchsetzt,  beziehungsweise  die  Mark- 
zellen gruppenweise  in  seine  Maschenräume  einschliesst.  Es  ist  dies  das  eigene  Marknetz,  und  unterscheidet 
sich  kaum  wesentlich  von  dem  im  Marke  und  in  der  Spongiosa  anderer  Knochen  enthaltenen  Gefässnetze. 
Jedermann  wird  gleich  beim  ersten  Anblicke  dieses  Netzes  sagen,  dass  es  ein  venöses  sei  und  den  Wurzel- 
bezirk der  Venen  darstellt:  es  ist  auch  in  der  That  in  ganzer  Fülle  seiner  Röhren  nur  durch  Injection  von 
Seite  der  Venen  darstellbar. 

Aus  Durchschnitten,  welche  senkrecht  auf  die  Tafeln  fallen,  wird  man  die  Verbindung  der  diploetischen 
Gefässe  mit  jenen  der  engeren  Tafelcanäle.  des  Pericrauiums  und  der  Dura  ersehen.  Flachschnitte  aber,  mehr 
oder  weniger  dick,  bringen  die  Vertheilung  der  Gefässe  am  besten  zur  Ansicht. 

Solche  Lamellen  zeigen,  dass  die  Arterien,  die  sich  darin  auf  weiteren  Strecken  verfolgen  lassen,  viel- 
fach verzweigen,  und  wie  in  der  Meninx  so  auch  hier  in  einem  vorcapillaren  Plexus  vereinigen,  der  sämmt- 
liche  Canäle  durchzieht.  Von  den  Bestandteilen  dieses  Netzes  gehen  in  die  Markräume  Endzweige  ab,  welche 
in  dem  Marknetze  endigen. 

Es  entsteht  nun  die  Frage,  wie  sich  der  Ü  b  e  r  g a  n  g  a  u  s  d  e  m  arteriellen  in  d  e  n  v  e  n  ö s  e n  B  e  z  i  r k 
hier  gestaltet. 

Es  ist  nicht  leicht,  diese  Übergänge  zur  Ansicht  zu  bekommen,  da  die  Menge  der  Markzellen,  die  Grösse 
und  Dichte  der  Gefässe  des  Marknetzes  die  Durchsicht  des  Ganzen  hindern. 

Am  sichersten  kommt  man  dabei  fort,  wenn  man  nur  arteriell  injicirte  Präparate  zur  Aufsuchung  der 
Übergänge  benutzt,  weil  darin  die  Arterien  nach  ihrem  ganzen  Verlaufe  erkennbar  sind,  und  das  venöse 
Netz,  wenn  auch  unvollständig  injicirt,  doch  hinreichend  deutlich  markirt  ist.  Solchen  Präparaten  sind  die 
Fig.  15  und  IG  entnommen,  doch  erst  nachdem  ich  mir  über  die  arteriellen  Züge  vollständig  Überzeugung 
verschafft  habe.  Allerdings  ist  das  venöse  Netz  nicht  vollständig,  einzelne  Röhrchen  desselben  sogar  ganz 
dünn:    dies  hat  aber  nur  den  Übelstand,    dass  man  nicht  zur  Ansicht  sämmtlicher  Uebergänge  gelangt,    und 


übe?1  die  Blutgefässe  der  Knochen  des  Schädeldaches  und  der  harten  Hirnhaut.  22 


dass  die  Uebergänge,    welche  man  zu  Gesichte  bekommt,    nicht  alle  jene  Form   zeigen,    die   sie  thatsächlich 

besitzen. 

Es  wiederholen  sich  hier  dieselben  Verhältnisse  wie  an  dem  Anssennetze  der  Dura;  es  gehen  nämlich 
auch  hier  wieder  ganz  leine  arterielle  Ausläufer  gleich  in  grössere  Venen  ein.  Es  ist  dies  eine  Übergangs- 
weise,  welche  auch  im  Marke  langrühriger  Knochen  vorkommt,  und  sich  dadurch,  dass  sie  an  der  äusser- 
sten  Peripherie  der  arteriellen  Ramifieation  die  Kreislaufscurve  abschliesst,  der  typischen  Übergangsweise 
anschliesst,  sich  von  derselben  aber  nur  durch  den  Mangel  von  intermediären  Gefässen  unterscheidet,  also 
durch  den  Ausfall  einer  besonderen  Röhrensuite,  weiche  zwischen  zwei  gleichmässige,  ihr  von  beiden  Seiten 
entgegenkommende  Gefässvertheilungen  einschaltet,  sie  gehört  also  gleichfalls  nicht  zu  jener  Übergangs- 
weise,  welche  eigentlich  als  eine  „unmittelbare",  innerhalb  der  Stämmchen  stattfindende  bezeichnet  werden 
kann. 

Sie  erklärt  aber  doch  den  leichten  Übergang  der  Injectiousniissigkeit  in  den  venösen  Bezirk,  der  um  so 
widerstandsloser  vollendet  werden  kann,  wenn,  wie  in  Fig.  l'>  dargestellt  ist,  die  Verbindung  ganz  nahe  an 
eine  schon  formirte  Venenwurzel  herangerückt  ist. 

Ganz  gute  Einsieht  gewähren  auch  Präparate  der  Markräume,  welche  man  durch  Maceration  des  Knochens 
gewinnt,  wenn  sich  ihr  Inhalt  gut  erhalten  hat  (Fig.  20  und  15). 

Mehr  als  wahrscheinlich  ist  es  mir,  dass  solche  Übergänge  feinster  Arterien  in  grössere  Venen  auch  in 
den  feineren  Canälen  der  compacten  Tafeln  vorkommen,  weil  ich  zwar  nur  einmal  in  den  Canälchen  eines 
Flächenschnittes  einen  aus  der  Seite  einer  Venenwand  austretenden  zapfen  firm  igen  Anhang  fand,  der  mit 
einem  arteriell  injicirten  Gefässe  in  Verbindung  stand.  Nur  einmal  sah  ich  das  in  Fig.  13  aligebildete  Ver- 
hältniss,  wo  in  einem  aus  der  Compacta  herausmacerirten  Canal  ein  von  der  Arterie  aus  injicirtes  (ietäss 
in  ein  Venenstämmchen  ganz  unzweifelhaft  überging.  An  dem  Zusammenbange  beider  konnte  ich  nicht  zwei- 
feln, da  die  eingerückte  Injectionsmasse  sogar  die  Blutkörper  in  einen  Klumpen  zusammengeballt  hat.  Doch 
war  es  mir  nicht  mehr  möglich,  den  Zusammenhang  des  injicirten  Röhrchens  mit  der  arteriellen  Vertheilung 
darzuthun. 

Nach  den  beute  schon  gewonnenen  Anschauungen  dürfte  es  kaum  mehr  nöthig  sein,  auf  den  Beweis  zu- 
rückzukommen, dass  das  venöse  Netz  des  Markes  mit  eigenen  Röhren  Wandungen  ausgestattet  sei;  ich  will  nur 
bemerken,  dass  es  nicht  schwer  hält,  Röhrenstücke  des  unvollständig  injicirten  Netzes  nur  nach  den  Cou- 
touren  der  Wandungen  gelegentlich  zwischen  den  Fett/eilen  hindurch  weiter  zu  verfolgen. 

Die  aus  dem  beschriebenen  Marknetze  hervorkommenden  Venenstämmchen  erster  Ordnung,  bilden 
sich  in  einer  Astfolge,  welche  Ähnlichkeit  hat  mit  der  Anordnung  der  Zinken  an  einem  Hirschgeweih,  indem 
stets  nur  dicke,  dabei  kurze  Zweige  zusammentreten,  was  zur  Folge  hat,  dass  das  rückkehrende  Blut  alsbald 
in  weitere  Röhren  gelangt.  Diese  durchsetzen  bald  eigene  gleichweite  Canäle,  bald  auch  solche  bäume,  die 
Mark  enthalten,  nehmen  aber  dann  innerhalb  dieser,  wieder  in  kurzer  Astfolge  Wurzelzweige  aus  dem  Mark- 
netze auf.  Sie  treten  alsbald  wieder  zusammen  und  stellen  jenes,  die  Diploe  nach  allen  Richtungen  durch- 
ziehende Netz  dar,  welches  ich  als  diplo6tiscb.es  Venennetz  bezeichnen  will  (Fig.  14). 

Alle  Venen,  mit  inbegriffen  die  Stämmchen  und  Stämme,  sind  so  dünnhäutig,  dass  die  Selbstständigkeit 
ihrer  Wände  eben  nur  da  ersichtlich  wird,  wo  sie  sich  von  der  Wand  der  Canäle  ablieben.  Daraus  geht  schon 
hervor,  dass  das  Verhältniss  der  Venenwände,  auch  der  grössten,  zu  der  Canalwand  nicht  so  aufzufassen 
ist.  als  ob  die  Bekleidung  der  letzteren  auch  die  Venenwand  wäre,  da  immer  noch  zwischen  beiden  sich 
Spuren  eines  faserigen  Wesens  nachweisen  lassen.  Zudem  hat  jede  Vene,  gleichviel  ob  sie  in  einem 
weiteren  oder  engeren  Canal  eingebettet  ist,  immer  mindestens  eine  Arterie  an  der  Seite,  welche  häufig 
ihren  Platz  wechselt,  bald  da,  bald  dort  sichtbar  wird,  das  Venenrohr  also  umlagert  und  von  der  Canalwand 
scheidet. 

Über  die  Astfolge  der  Breschet' sehen  Venen  geben,  wie  gesagt,  Corrosions  und  aufgehellte  Präparate 
die  beste  Übersicht ;  dieselbe  ist  kurzstämmig  und  so  dicht,  dass  alsbald  an  ihre  Nebencanäle  erster  Ordnung 
sich  das  dichte,    schon  aus  grösseren  Röhren  bestehende  diploetische  Netz  reiht,   welches  gleich  wieder  die 

29 


228  Karl  Langer. 

Wurzeln  aus  dein  Marknetze  aufnimmt.  Eine  durch  allmäliges  Herantreten  von  Ästen  und  Zweigen  an 
Hauptstämme,  also  eine  etwa  den  Meningealgefässen  ähnliche  Ramifieation  ist  an  den  Breschet'schen  Venen 
nicht  vorhanden  ;  sie  stellen  nur  vereinzelte  Canäle  vor.  welche  ans  dem  gleichmässig  das  diploctische  Gewebe 
durchziehenden  Netze  wie  aus  einem  Parenchyme  hervorkommen.  Das  Fassungsvermögen  des  diploetischen 
Venensystems  ist  ein  wahrhaft  colossales  an  und  für  sieh  schon,  noch  mehr  aber  im  Vergleiche  mit  jenem  des 
arteriellen  Gebietes;  an  einen  rascheren  Blutumlauf  darin  ist  dalier  kaum  zu  denken,  und  es  begreift  sich  das 
Vorhandensein  so  vieler  Auswege  aus  diesem  Venen-Labyrinth. 

An  den  Aastrittsöffnungen  der  Breschet'schen  Venen  kommen  Klappen  vor. 

Zum  vollen  Nachweise  der  Einheit  des  Gefässsystems  der  ganzen  Calvaria  erübrigt  noch  die  Untersuchung 
der  Gefässanordnung  in  den  Nähten.  Der  Beweis  für  den  Übertritt  der  Gefässe  aus  einen  in  den 
anderen  Knochen  ist  durch  Anbohrungsinjeetion  nahe  den  Nähten  leicht  zu  erbringen;  es  füllen  sich  dadurch 
immer  auch  die  Venen  des  benachbarten  Knochens.  Aus  solchen  Präparaten  lernt  man  auch  das  Gefässver- 
halten  in  der  Nahtfuge  kennen.  Fig.  21  und  22  stellen  diese  Gefässe  daraus  der  Kronennaht  eines  10  Jahre 
alten  Kindes.  Fig.  21  einen  Flächenschnitt  innerhalb  der  äusseren  compacten  Tafel ,  Fig.  22  einen  Quer- 
schnitt. 

Daraus  ist  erstens  zu  ersehen,  dass  der  sogenannte  Nahtknorpel  von  einem  feinen  Gefässnetze  durchzogen 
wird,  welches  nach  beiden  Seiten  mit  den  Asten  des  benachbarten  Knochens  eommunicirt.  In  Fig.  21  erscheint 
es  im  Durchschnitte,  will  man  es  aber  in  seiner  vollen  Ausdehnung  zur  Ansicht  bekommen,  so  muss  man  die 
Naht  lösen,  und  da  zeigt  sieh,  dass  es  die  ganze  Dicke  der  Naht  durchsetzt  und  wenn  man  es  im  Zusammen- 
hange, aufliegend  auf  einem  oder  dem  anderen  Knochen  betrachtet,  dass  es  aus  mehr  feinen,  in  ziemlich  enge, 
vielgestaltige  Maschen  verwobenen  Gefässröhrchen  besteht.  Nur  im  Innern  der  Naht  kann  man  da  oder 
dort  auch  grössere  Gefässe,  offenbar  Venen,  wahrnehmen,  welche  das  Netz  sammeln.  Die  grösste  Ausdehnung 
erreicht  das  Netz  in  Nähten,  worin  die  Knochen  mit  breiteren  Flächen  zusammentreten,  in  Anderen,  z.  B.  dem 
oberen  Theile  der  zackigen  Kronennaht  ist  es  durch  die  Nahtzacken  vielfach  verdrückt  und  kommt  daher 
in  dem  Fig.  16  dargestellten  Flachschnitt  nur  da  wo  sich  die  Nahtzacke  schief  gegen  die  Bildfläche  stellt, 
deutlicher  zur  Ansicht,  während  es  da,  wo  sieb  die  Seitenfläche  der  Naht  senkrecht  einstellt,  mehr  zusammen- 
gedrängt erscheint. 

Trotz  der  Communicationen  mit  den  Gefässen  der  benachbarten  Knochen  behauptet  es  doch  eine  gewisse 
Selbstständigkeit,  indem  die  von  einer  Seite  eingedrungene  Injectionsmasse  sich  leichter  in  dem  Netze  ver- 
theilt.  als  in  den  anderen  Knochen  eindringt.  Der  Grund  davon  scheint  eben  der  zu  sein,  dass  dieses  Netz 
ein  Sanimelnetz  ist,  worin  schon  ausführende  Venen  entstehen,  welche  dann  direet  in  die  Meningealveuen  ein- 
gehen, welche  an  der  Naht  entlang  verlaufen.  Solche  im  Innern  der  Naht,  d.  i.  entsprechend  der  Schichte  der 
Diploe"  wurzelnden  Venen  sind  im  Durchschnitte  Fig.  22  abgebildet. 

Die  Nähte  vermitteln  also  nicht  nur  die  Gefässverbindungen  zwischen  den  zusammentretenden  Knochen. 
sondern  sind  auch  Sammelorte  für  Venenstämmchen. 


D.   Gefässe  des  kindlichen  Knochens. 

Der  erste  Blick  auf  die  Schädelknochen  eines  Embryo  oder  Neugebornen  lehrt,  ilass  sich  dieselben 
bezüglich  ihrer  Architectur  wesentlich  von  den  ausgebildeten  Knochen  unterscheiden.  Sie  besitzen  auch  keine 
eigentlichen  compacten  Grenztafeln,  und  ihre  Diploe  zeigt  noch  nicht  den  charakteristischen  zelligen  Bau;  sie 
sind  vielmehr,  wie  schon  Breschet  beschrieben,  durchaus  von  radiären  Canälen  durchzogen,  welche  von  dem 
ursprünglichen  Verknöcherungspunkte  aus  gegen  die  Nahtränder  ausstrahlen. 

Diese  Anordnung  hat  zunächst  darin  ihren  Grund,  dass  die  Canäle  von  einem  Centrum  aus  sieh  bilden, 
sich  nach  Massgabe  des  Wachsthums  des  Knochens  in  die  Breite  verlängern  und  durch  dichotomische 
Theilung  auch  vermehren.  Da  aber  diese  Canäle  alle  wieder  unter  einander  anastomosiren,  so  stellt  ihre 
Gesammtheit  eigentlich  ein  Netz  vor,  dessen  Maschenräume  im  Bereiche  der   radiären  Anordnung  länglich 


Über  die  Blutgefässe  der  Knochen  des  Schädeldaches  und  der  harten  Hirnhaut.         229 

sind,  im  ursprünglichen  Verkniicherungskern  aber,  wo  alle  Canäle  zusammentreten,  sich  mehr  rundlich 
oder  polygonal  gestalten.  Denn  hier  ist  bereits  eine  zellige  Diploe  vorhanden,  weil  bei  der  ersten  Anlage  des 
Verknöeherungspunktes  die  abgelagerten  Knochenbalken  alsbald  netzförmig  zusammentreten  und  sich 
schichten. 

Schon  an  einem  3  Monate  alten  Embryo  bestellt  die  kleine  Scheibe  des  Scheitelbeines  in  der  Mitte  aus 
etwa  drei  Schichten,  deren  Zwischenräume  durch  runde  Lücken  sich  beiderseits  öffnen,  und  peripheriewärts 
ans  radiär  abgehenden,  anfangs  in  doppelter  Schichte  lagernden  Balken,  welche  durch  schief  gelegte  Balken 
mit  einander  vereinigt,   längliche  Lücken  begrenzen. 

Auf  dieser  Grundlage  baut  sich  der  Knochen  weiter  fort,  zunächst  durch  Verlängerung  und  Schichtung 
seiner  Balken,  doch  geschieht  der  Ansät/,  neuer  Lamellen  nicht  gleichmässig  auf  den  beiden  Flächen,  denn 
wenn  dies  der  Fall  wäre,  müsste  der  Knochen,  wenn  er  älter  geworden,  gerade  in  der  Mitte  am  dicksten  sein 
und  sich  gleichmässig  von  beiden  Flächen  her  gegen  den  Band  zuschärfen.  Beides  ist  nicht  der  Fall,  indem 
einerseits  der  Knochen  des  Kindes  am  Tuber  nicht  dicker  ist,  als  in  einigem  Abstände  vom  Rande,  wo  er  sogar 
gelegentlich  dicker  angetroffen  wird,  als  am  Tuber  und  andererseits,  indem  sich  der  Knochen  gegen  den 
Nahtrand  mehr  von  der  äusseren  als  von  der  inneren  Fläche  aus  zuschärft. 

Es  muss  also  der  Ausatz  neuer  Lamellen  ungleichmäßig  70r  sieh  gehen.  Da  aber  oft  genug  schon  beim 
Neugebornen  Störungen  in  der  Knochenbildung-  wahrnehmbar  sind,  so  werde  ich  die  Merkmale  der  Ungleich- 
heit in  der  Apposition  neuer  Lamellen  nach  Befunden  an  Embryonen  aus  dem  fünften  bis  siebenten  Monate 
darlegen. 

Es  zeigen  sich  am  Scheitelbein,  welches  ich  als  den  typischen  Knochen  schildere,  innen  und  aussen  ganz 
auffallige  Verschiedenheiten. 

Der  Knochen  ist  aussen  am  Tuber  ganz  glatt,  zwar  porös,  doch  anscheinend  ganz  compact;  dann  folgen 
radiäre  von  compacten  Balken  begrenzte  Furchen,  in  welchen  sich  die  schief  gegen  die  Oberfläche  gerichteten 
inneren  Canäle  mit  schlitzförmigen  Lücken  öffnen.  Gegen  den  Band  i\vs  Knochens  wird  aber  die  äussere  Ober- 
fläche ganz  rauh,  die  Offnungen  und  Furchen  werden  dichter,  und  die  Bälkchen  endigen  wie  aufgelöst  frei  in 
Spitzen  oder  Schüppchen,  welche  sich  dachziegelförmig  aufeinander  schichten,  mit  gegen  den  Nahtrand  vor- 
tretenden Enden.  Diese  Partien  nehmen  auch  viel  leichter  eine  Carminfärbung  an,  als  das  Tuber  und  seine 
nächste  Umgebung. 

Die  innere  Oberfläche  ist  zwar  auch  durch  vortretende  Balken  gefurcht  und  mit  schlitzförmigen  Öffnungen 
versehen,  doch  glatt  und  auch  schwieriger  zu  tingiren :  ihre  Substanz  ist  auch  compacter  bis  an  die  tiefste 
dem  Tuber  entsprechende  Stelle,  wo  sich  die  Diploe  mit  grösseren  Lücken  öffnet  und  oft  tief  eingegrabene 
gegen  den  vorderen  unteren  Winkel  des  Knochens  gerichtete  Binnen  entsendet.  Tiefer  und  dichter  gereiht 
einen  gerieften  Saum  darstellend,  finden  sich  die  Kinnen  nur  ganz  nahe  am  Knochenrande,  also  da.  wo  sich 
die  Bandstrahlen  isoliren  und  die  im  Innern  des  Knochens  laufenden  Canäle  öffnen. 

Diese  Verschiedenheit  im  Aussehen  der  beiden  Flächen  gründet  sich  auf  die  Architectur  des  Knochens 
welche  aus  einem  radiär  gegen  das  Tuber  geführten  Durchschnitt  ersichtlich  wird. 

Im  Tuber  zeigen  sich  zellig  geformte  diploetische  Bäume,  welche  beiderseits  von  einer  compacteren 
Lamelle  begrenzt  werden;  ausserhalb  des  Tuber  aber  findet  sich  beim  Embryo  und  Kinde  nur  eine  innere 
Lamelle,  auf  die  hin,  wie  auf  eine  Grundlamelle  sich  eine  neue  Serie  von  Lamellen  aufgebaut  hat,  doch 
nicht  parallel  mit  ihr.  sondern  in  dachziegelartig  gegen  den  Knochenrand  geschichteten  Blättchen,  deren 
Durchschnitte  sich  gegen  die  Durchschnittslinie  der  inneren  Grundlamelle  eintiederig  reihen,  wie  Fig.  17 
zeigt. 

In  einiger  Entfernung  vom  Tuber  öffnet  sieh  also  das  ( lanalsystem  auf  der  ganzen  Fläche   weil  die  äussere 

Tafel  früher  endigt,  oder  wie  ich  auch  sah,  mit  der  innerenTafel  sich  vereinigt,  die  S] giosa  des  Tubers  zum 

Theile  abschliessend.  In  allen  Fällen  sind  die  schief,  d.  i.  dachziegelförmig,  auf  die  Bandpartie  der  äusseren 
Fläche  aufgelegten  Schichten  ein  jüngerer  Zuwachs,  dem  an  der  inneren  Seite  kein  anderer  gleicher  entspricht. 
Man  kann  also  sagen,  dass  es  hauptsächlich  die  innere  Lamelle  ist,  welche  das  Wachsthuni  des  Scheitelbeines 


230  Karl  Langt  r 

in  die  Breite  rings  um  das  Tuber  bedingt,  das*  aber  in  dieser  Periode,  das  ist  bis  zur  Geburt  und  vielleicht 
auch  eine  Zeit  darüber  hinaus,  das  Wacbsthum  in  die  Dicke  vorwaltend  aut  der  äusseren  Oberfläche  statt- 
findet, und  zwar  wieder  mehr  in  der  Randpartie  als  im  Bereiche  des  Tuber. 

Daraus  würden  sich  aucli  jene  Fälle  erklären,  wo  bei  Embryonen  und  Kindern  die  peripherisch  das 
Tuber  umgebende  Partie  des  Knochens  dicker  ist,  als  der  centrale  Theil  desselben. 

Bei  Neugebornen  habe  ich  diese  Architectur  oft  genug  ganz  ungestört  von  anderen,  den  Hau  des  Knochens 
beeinflussenden  Processen  aufgefunden,  nur  mnss  ich  gestehen,  dass  ich  da,  und  manchmal  auch  schon  bei 
älteren  Embryonen,  Impressionen  digitatae  angetroffen  habe,  welche  offenbar  durch  Resorption  der  innersten 
Lamelle  zu  Stande  gekommen  sind. 

Wenn  ich  nun  den  geschilderten,  wie  ich  glaube,  mindestens  bis  zur  Zeit  der  Geburt  normalen  Vorgang 
des  Knochenwacbsthums  als  den  die  Architectur  bedingenden  betrachten  darf,  kann  ich  auch  sagen,  dass  die 
anfangs  geräumigen  radiären  (  anale  sich  mit  reihenweise  geordneten  Spalten  nach  innen  in  die  da  befindliehen 
Rinnen  öffnen,  dass  von  ihnen  aber  auch  in  der  Randpartie  des  Knochens,  zwischen  die  daselbgt  dachziegel- 
förmig  aufgelegten  Lamellen  Zweigcanäle  abgehen,  welche  sich  an  der  äusseren  Oberfläche,  sei  es  in  Rinnen, 
wie  näher  dem  Nahtrande,  sei  es  in  spaltformigen  Offnungen,  wie  näher  dem  Tuber  öffnen. 

Denkt  man  sich  dieses  Canalsystem  von  Venen  durchzogen,  so  ergibt  sich  aus  der  geschilderten  Anlage 
desselben  auch  die  Richtung  des  venösen  Blutstromes.  Seine  Stammwurzeln  werden  sich  an  der  äussersten 
Peripherie,  d.  i.  an  den  Nahträndern  und  dann  in  der  Randpartie  an  der  äusseren  Oberfläche  des  Knochens 
befinden.  Die  peripherischen  gelangen  direct  in  die  ('anale,  die  äusseren  aber  durch  die  schief  nach  innen 
dringenden  Zweigcanäle.  Ein  Theil  der  Stämme  kommt  centralwärts  fortlaufend  in  die  Spongiosa  des  Tuber, 
wo  bereits  ein  aus  grösseren  Gefässen  bestehender  rundmaschiger  Plexus  gi<  h  befindet,  (wie  Fig.  30  an  dem 
Scheitelbein  zeigt);  der  andere  Theil,  durch  die  schiefgeschlitzten  inneren,  grösseren  Lücken  an  die  innere 
Fläche  des  Knochens,  wo  die  Venen  in  den  daselbst  befindlichen  Rinnen  gegen  das  Tuber  ziehen  und  sich 
da  mit  den  Venen  der  Spongiosa  rereinigen  zu  grösseren  Stämmchen,  welche  in  die  daselbst  entstehenden 
tieferen  Rinnen  eingebettet  und  darin  fortlaufend  schliesslich  den  vorderen  unteren  Winkel  des  Scheitelbeines 
erreichen. 

Ist  das  Venensystem  prall  gefüllt,  so  lässt  sich  auch  thatsächlich  der  Ursprung  der  inneren  radiären 
Stämmchen  in  der  Nähe  des  Nahtrandes  nachweisen:  ferner  an  der  äusseren  Oberfläche  der  Randpartie  des 
Knochens  ein  lockerer,  aus  dickeren  Gelassen  bestehender  venöser  Wurzelplexus  finden,  dessen  Zusammen- 
hang mit  den  radiären  Strömeheu  leicht  darstellbar  ist,  endlich  auch  die  radiären  grösseren  Venen  demon- 
striren,  welche  an  der  inneren  Oberfläche  des  Knochens  in  die  daselbst  befindlichen  Rinnen  eingebettet,  aber 
auch  so  an  die  Dura  mater  eng  angeschlossen  sind,  dass  wenn  dieselbe  abgelöst  wird,  sie  mit  vom  Knochen 
abgerissen  werden. 

Preschet  hat  das  ganze  Canalsystem  als  ein  venöses  bezeichnet,  um!  es  hat  nach  vollständiger  Füllung 
der  \  enen,  insbesondere  mit  plaslischer  Harzmasse  wirklich  den  Anschein,  als  ob  die  Venen  allein  den  Inhalt 
der  Canäle  darstellen  würden,  bei  genauerer  Untersuchung  des  Röhreninhaltes  aber  überzeugt  man  sich,  dass 
seine  Grundlage  von  bindegewebigen  Strängen  dargestellt  wird,  welche  gleichwie  nach  innen  mit  den  Faser- 
massen der  Dura  mater,  so  auch  nach  aussen  mit  jenen  des  Pericraniums  in  Verbindung  stehen,  d.  h. 
Abzweigungen  derselben  sind.  Ich  werde  diese  Stränge  als  Mark  st  ränge  bezeichnen,  obgleich  sie  noch  kein 
fetthaltiges  Mark  enthalten,  sondern  nur  jene  Zellenmassen,  welche  als  Osteoblasten  bekannt  sind  und  die 
äussere  Oberfläche  des  bindegewebigen  (iebddes  epithelartig  umgeben.  Diese  Markstränge  sind  die  Leitgebilde 
für  sammtliche  Knochengefässe,  nicht  nur  aber  für  die  Venen,  sundern  auch  für  die  Arterien. 

Im  eine  Übersicht  von  der  Anordnung  des  ganzen  Gefässapparates  zu  bekommen,  benutze  man  vorerst 
gut  vcm  arterieller  Seite  her  injicirte  Schädelknochen  von  5  bis  ßmonatlichen  Embryonen,  die,  wenn  mit 
Terpentin  aufgehellt,  sich  ganz,  auch  vollständig  durchsichtig  unter  das  Mikroskop  bringen  lassen.  Darin  sieht 
man,  wie  die  von  den  Zweigen  der  Meningeae  abgehende  Astfolge  als  dünne,  allseitig  anastomosirende 
Röhrchen  sammtliche  Canälchen  durchsetzt  und  ein  Endnetz  darstellt,  welches  in  weite  Maschen  verflochten. 


Über  die  Blutgefässe  der  Knochen  des  Schädeldaches  und  der  harten  Hirnhaut.         •_';-'>  1 

die  Anordnung  der  Canäle  vollständig'  wiederholt,  so  dass  sich  in  jedem  Canälchen  auch  ein  arterielles  Gefäss 
vorfindet.  An  dieses  arterielle  Gerüste  sind  die  Venen  angesi  blossen,  doch  nicht  blos  in  Asten  und  Stamm chen, 
sondern  auch  in  einem  Netze,  welches  den  ganzen  Markstrang  durchzieht,  so  dass  in  jedem  Markstrange  auch 
ein  Gefässnetzstrang  enthalten  ist.  Die  Ansicht,  welche  man  von  diesem  Netze  bekommt,  ist  sehr 
wesentlich  beeinflusst  von  der  Methode  seiner  Darstellung. 

Benützt  mau  nämlich  zur  Untersuchung  desselben  blos  arterielle  Injectionen,  so  zeigt  es  Ansichten,  wie 
sie  Fig.  23,  24  und  25  wiedergeben.  Es  genügt  zwar  die  Injection,  um  das  Netz  zu  kennzeichnen,  doch 
nicht,  um  dasselbe  ganz  zu  füllen  und  in  voller  Plasticität  zur  Ansicht  zu  bringen.  Soll  dies  erreicht  wer- 
den, sn  niiiss  auch  eine  venöse  Injection  am  besten  durch  Anbohrung  der  Diploe  und,  wo  möglich,  mit  Harz- 
masse vorgenommen  werden:  dann  gibt  das  Netz,  wie  es  sielt  in  der  Mitte  zwischen  Tuber  und  Nahtrand  tonnt. 
Ansichten,  wie  sie  Fig.  27  nach  gelungener  Injection  mit  Berlinerblaii  und  Fig.  28  nach  einer  Harzinjection 
darstellen. 

Nach  allem,  was  ich  von  diesem  Netze  gesehen,  kann  ich  sagen,  dass  es  durch  den  Zusammenflnss  kurzer 
und  dicker  Röhrchen  entsteht,  deren  Zwischenräume  sich  als  ziemlich  enge,  grösstenteils  rundliche  oder  doch 
aligerundete  Maschen  darstellen.  Im  Ganzen  genommen  längs  geordnet,  schliesst  es  sich  an  ein  grösseres 
venöses  Stämmchen  der  Hauptgefässe  an.  begrenzt  sich  aber  andererseits  mit  einer  Anastomosenkette,  woraus 
sich  auch  neue  Wurzelzweige  gestalten.  Ist  es  nicht  gut  gefüllt,  so  sind  die  Maschen  natürlich  grösser,  auch 
verschieden  verzogen  und  die  Röhrchen  enger,  mitunter  fadendünn,  doch  aber  wieder  an  den  Knotenpunkten 
aufgequollen,  und  die  Stämme  und  Wurzelzweige  sind  bald  dicker,  bald  dünner,  an  den  Aststellen  auch  hin 
und  her  geknickt,  indess  sie  bei  voller  Füllung  spulrund  und  ganz  gestreckt  erscheinen. 

Wenn  sich  stellenweise  nur  die  Hauptstämme  und  höchstens  Theile  des  Netzes  gut  füllen,  dann  bildet  das 
Netz  unterbrochene  Anhänge  der  Stämme,  einzelne  Maschen  nur  henkelartig  angeschlossene  Bögen. 

So  wenig  charakteristisch  also  das  Netz  nach  arteriellen  Injectionen  sich  darstellt,  so  verwerthbar,  ja 
einzig  verwendbar  sind  solche  Präparate  zum  Nachweise  des  Überganges  aus  den  Arterien  in  die  Venen,  wo- 
mit allerdings  wieder  der  Nachtheil  verbunden  ist,  dass  die  Übergänge  weder  in  voller  Zahl  noch  in  der 
wahren  Form  zum  Vorschein  kommen. 

Der  Übe  rga  ng  aus  einem  in  das  andere  Röhrensystem  wird  auch  hier  wieder  ohne  Einschaltung  eigent- 
licher intermediärer  Gelasse  durchgeführt,  indem  die  feinsten  Arterien  gleich  unmittelbar  in  grössere  Venen 
des  Netzstranges  einmünden,  woraus  sich  gleichfalls  wieder  der  nur  zu  leichte  Übergang  der  Injections- 
tlüssigkeit  in  die  Venen  erklärt.  Auf  diese  Übergänge  beziehen  sich  die  Fig.  23  und  24. 

Diese  feinsten  Arterien  sind  nicht  unmittelbar  jene  Zweige,  welche  das  nach  den  ('analen  georduete 
Endnetz  darstellen,  sondern  eigene,  erst  von  diesen  abzweigende  und  keine  weitere  Anastomosen  eingehende 
Röhrchen,  also  wahre  Endarterien;  sie  gehen  bald  in  die  Bohren  des  Netzes  ein,  bald  auch  in  eine  schon 
entstehende  Wurzelvene;  immer  aber  ist  der  Weg  aus  dem  arteriellen  Kreislaufsehenkel  in  den  venösen  ein 
sehr  kurzei'.  In  der  Regel  geschieht  der  Übergang  in  demselben  Canale.  worin  auch  die  Mutterarterie  ent- 
halten ist,  er  geschieht  aber  auch  in  einem  benachbarten  ('anale,  in  welchen  der  freie  Endast  durch  einen 
Querschenkel  des  Canales  eintritt. 

Nach  dem,  über  den  Einfluss  der  Präparation  auf  das  Aussehen  des  Netzes  Gesagten,  verstellt  es  sich  von 
selbst,  dass  auch  die  Verbindungsstellen  zwischen  Arterien  und  Venen  nicht  so  beschaffen  sein  werden,  wie 
sie  in  den  Figuren  23  und  24  abgebildet  sind,  dass  sie  vielmehr  Formen  besitzen,  ähnlich  jenen  auf  der 
Aussenfläche  der  Dura  mat'er\  offenbar  also  werden  auch  da  die  feinsten  Arterien  in  bald  kürzere,  bald 
längere  zapfenartige  Anhänge  der  venösen  Gefässe  eingehen. 

Die  beschriebenen  Netzstränge  stellen  zunächst  jene  Gefässformation  dar.  welche  den  Gefässen  im 
Diploemark.  des  ausgebildeten  Knochens  entspricht,  beziehungsweise  in  dieselbe  übergeht;  in  ihnen  ist  aber 
offenbar  auch  jene  vorschreitende  Vascularisa  t  ion  zu  erkennen,  welche  den  Knochen  bi  Idungs- 
process  einleitet.  Sie  durchziehen  daher  nicht  nur  alle  Canäle.  sondern  finden  sich  auch  an  der  äusseren 
Fläche  des  Knochens,  wohin  sie  durch  die  Lücken  und  Spalten  der  schiel' aufsteigenden  Zweigcanäle  gelangen. 


Karl  Langer. 

Daselbst  bilden  sie,  in  Furchen  und  Grübchen  eingebettet,  eine  doppelt  netzförmig  in  sich  versWene 
Gefassformatton  von  ganz  auffälliger  Gestaltung,  den  vascnlären  Bestandteil  der  t/eien  zelli,weiehen  nämlich 
osteoblast,schen  Schichte  des  Pericraniums.  Sie  lässt  siel,  ebenso  leicht  als  über,,,  des  Knochens,  '2 a  h 
im  Zusammenhange  mit  dem  Pericranium  darstellen.  Ein  Theil  derselben  ist  in  Fig  25  abgebildet 

Ihre  Stämmchen  bilden   das  auf  der  äusseren  Fläche  des  Knochens  lagernde,   schon  früher  erwähnte 
Wurzelnetz;  seine  Abzugseanäle  gehen  theils  in  die  radiären  Vene,,  theil*  in  den  Sin,,. 

Dieser  äusseren  Getasslage  entspricht  an  der  inneren  Fläche  des  Knochens  da.  äussere  Net,  der  Du  ,, 
*£.   welchen,  für  die  Knochenbildung  gewiss  dieselbe  Bedeutung  zukommt:   Ist  ja  doch  auch  das;  äussere 
Netz  A      !>«,■«  des  Mannes  mit  Knochenneubildungen  in  Zusammenhang  zu  bringen,   indem  sieh  dasselbe 
wenn  blattenge  Auflagerungen  an  der  Knochentafel  vorkommen,  in  die  Furchen  der  neugebildeten  Knochen 
schichte  eingelagert  findet.  Es  ist  selbstverständlich,  dass,  gleichwie  die  Marknetze  allenthalben  1  1 

Verbindungszweige  absenden,  auch  zun,  ZWNetze  Röhrenleitungen  führen,  so  dass  durch  dies,  beiderseits 
ausgreifenden  Anastomosen  die  Calvaria  mit  ihren  sämmtlichen  Bedeckungen  in  vascul  ren  Zusammenhang 

Eine  besondere  Aufmerksamkeit  verdient   das  Verhalten    der  Uefasse  an,  Nahtrande     wo   der 
Ansatz  neuer  bubstanz  zur  Verbesserung  des  Knochens  in  die  Breite  stattfindet.   Es  ist  dies  in,  Fortgan*  des 
Wachsthums  jene  Richtung,  nach  welcher  hin  die  Dimension  des  Knochens  an,  meisten  gewinnt.  Während 
sich  aber  ,m   röhngen  Knochen  an  der  Verknöcherungsgrenze  seines  vorwaltenden  Wachsthums  das  Blut- 
ge  asssystem  abscbhess.,  und  nur  durch  Ansätze  neu  keimender  Sprossen  Schritt  für  Schritt  weiter  fortbildet 
gelangt  m  einem  Schädeldachknochen  das  Gefässsystem  auch  da  nicht  zu  einen,  Abschlüsse,   indem  es  gleich 
von  Haus  aus  mit  .jenem  des  verknöchernden  Substrates  ein  einheitliches  Ganze  darstellt,  wobei  allerdings  zu 
berücksichtigen  ist    dass  die  grundlegenden  Gewebe  für  den  sich  bildenden  Knochen,  obgleich  zu  derselben 
Gewebsgruppe   gehörig,   sich  doch  histologisch  wesentlich  von  einander  unterscheiden.   Bindegewebe   und 
Knorpel.  ° 

Es  dringen  alle  drei  Gefässstrata,  die  in  und  auf  den,  embryonalen  und  kindlichen  Knochen  liegenden  bis 
m  die  spalten  zwischen  den  Randstrahlen  fort,  und  setzen  sich  in  ununterbrochene  Verbindung  mit  den  Gelassen 
der  Interstitialmembranen,  F,g,  26,  doch  nicht  so,  dass  sich  die  Grenze  zwischen  Knochen  und  Membran 
vollends  verwischen  würde,  indem  man  dieselbe  an  gut  injicirten  Objecto  selbst  mit  unbewaffnetem  Auge 
deuthch  nachweisen  kann;  die  Membran  ist  nämlich  immer  weniger  gefärbt  als  der  Knochen,  und  es  ist  auch 
tha  sacbheh   der   Knochen    nicht    nur    viel     gefäßreicher,    sondern    auch    mit    dickeren  Gefässröhren    aus- 

Die  bis  an  den  Nahtrand  vorgeschrittenen  Netze  ändern  ihre  Form,  indem  sich  die  Maschen  strecken  und 
die  Rohrchen  etwas  dünner  werden,  doch  sind  sie  immer  noch  sehr  dicht,  und  indem  sich  da  dieLängsgefässe 
Arterien  und  ^  enenwurzeln  deutlich  hervorheben  und  die  Röhrchen  des  Plexus  noch  mehr  longitudinal  ordnen' 
bekommt  jede  zwischen  zw«  Bandstrahlen  eingeschaltete  Gefässgruppe  den  Anschein  einer  pinselförmigen 
Anordnung.  Da  und  dort  aber  sieh,  man  auch  dickere,  offenbar  venöse  Röhrchen,  die  Bäume  bogenförmig 
überbrücken,  und  manchen  Knochenstrah]  umgreifen,  es  sieht  dann  aus,  als  ob  sich  mit  diesen  Bögen  d£ 
venöse  Marknetz  begrenzen  wollte.  Dünne,  von  diesen  Bögen  und  Bündeln  abgehende  Röhrchen  Wien 
zweige  und  Venenwurzeln  treten  nun  in  die  Interstitialmembrau. 

In  dieser  verändert  sieh  die  ganze  Gefässanlage  vollends;  das  Netz,  welches  sich  in  zwei  bis  drei  Lagen 
schieb  et,  wird  schütter,  indem  seine  gleichmässig  feinen  Röhrchen  in  weit  offene  Maschen  zusammentreten 
Be  onders  auftauend  ist  das  Dünnerwerden  sämmtlicher  Venen,  deren  Astfolge  sieh  schwer  von  der  der  arte- 
riellen unterscheiden  lässt;  sie  treten  überhaupt  vor  den,  arteriellen  und  intermediären  Bezirke  in  keiner  Weise 
mehr  vor  weder  bezüglich  der  Grösse  und  Anordnung  ihrer  Röhrchen,  noch  auch  bezüglich  ihrer  Menge  wo- 
durch sich  aber  gerade  das  den,  Knochen  zukommende  Gefässgebiet  so  sehr  auszeichnet.  Man  kann  daher 
sagen,   dass  mit  den,  Vorschreiten  der  Verknöchenmg  die  Capacität  des  venösen  Svsten.es  sehr  beträchtlich 

ZUDlIDmt, 


i  ber  du   Blutgefässe  ihr  Knochen  <les  Schädeldaches  und  der  harten  Hirnhaut.  233 

Dafcs  das  Netz  der  Interstitialmembran  die  Gefässe  der  anstossenden  Knochen  einigt,  und  dass  es  sich 
continuirlich  durch  alle  Fontanell-  und  Nahtmembranen  fortzieht,  ist  selbstverständlich.  Noch  muss  ich  hinzu- 
fügen, dass  die  in  den  Interstitialmembranen  sich  bildenden  kleineren  Venenstämmchen,  auch  wenn  sie  sich 
an  entsprechende  Arterien  ansfhliessen,  immer  nur  einfach,  nicht  doppelt  sind. 

In  Fig.  26  sind  die  zwischen  den  Randstrahlen  eingelagerten  Gefässstränge  abgebildet,  ohne  dass  jedoch 
das  Bild  Anspruch  auf  Vollständigkeit  machen  könnte;  es  stellt  ein  arterielles  Injectionspräparat  dar. 

Fig.  18  gibl  die  Ansteht  eines  radiären  Durchschnittes  durch  den  Knochenrand  mit  austretenden  Blut- 
gefässen, worunter  sich  auch  Venen  bemerkbar  macln  n. 

Schöne  Ansichten  von  dein  Übergänge  der  Gefässe  ans  dem  Knochen  in  die  Interstitialmembranen  gibt 
auch  die  aufgehellte  Calvaria  gut  injicirter  Embryonen  von  kleinen  Thieren,  wie  Kaninchen,  da  sich  das  ganze 
Objeot  ohne  weitere  Präparation  unter  das  Mikroskop  bringen  lässt. 

Wenn  bei  einem  Kinde  schon  dickere  Ränder  zweier  Knochen  aneinandertreten,  wie  in  dem  unteren 
Theile  der  Kronennaht,  dann  ist  statt  einer  Interstitialmembran  schon  eine  Nahtfuge  vorhanden,  welche  gleich- 
falls gefässhaltig  ist,  und  wie  heim  Erwachsenen  den  vasculären  Zusammenhang  herstellt.  Eine  Durchschnitts  - 
ansieht  davon.gibl  Fig.  19. 

Um  die  Übersicht  über  die  Anlage  des  Venensystems  der  Schädelknochen  beim  Kinde  zu  vervoll- 
ständigen, muss  ich  noch  hinzufügen,  dass  es  ausser  den  in  die  radiären  Canäle  aufgenommenen  Venen, 
welche  innen  am  Tuber  austreten,  noch  eine  zweite  Serie  von  S  tä  mmchen  gibt,  welche  ich  als  peripher)  che 
bezeichnen  werde. 

Sie  haben  dieselben  Bezugsquellen  im  Knochen,  wie  die  radiären,  formiren  sich  aber  mir  diesen  Venen 
anastomosirend  schon  im  Bereiche  des  Verknocherungsrandes ;  sie  nehmen  auch  die  Stämmchen  des  äusseren 
Netzes  der  Dura  mute)  auf,  und  übergehen  längs  den  Sagittalnähten  in  den  Sinus,  seitlich  aber,  an  der 
Kronen-  und  Lambdanaht  in  die  da  verlaufenden  Meningealvenen ;  ihre  Durchschnitte  kommen  allemal  beim 
Ablösen  der  harten  Hirnhaut  an  den  betreffenden  Stellen,  sie  selbst  an  aufgehellten  Präparaten  zum  Vorschein. 
Noch  muss  ich  darauf  aufmerksam  machen,  dass  sie  da,  wo  sie  den  Knochen  verlassen,  sich  oft  anastomotische 
Zweige  zusenden,  welche  eine  den  Nahträndern  entlang  ziehende,  allerdings  häutig  unterbrochene,  und  wie 
mir  scheint  nur  an  der  Kronennabt  constantere  Anastomosenkette  herstellen. 

Die  gegebene  Beschreibung  der  Venen  ist.  wie  schon  trüber  angedeutet,  den  Verhältnissen  im  Scheitel- 
bein entnommen,  wo  es  kleine  Störungen,  namentlich  in  den  Radialzügen  nur  dann  erfährt,  wenn  Impressiones 
digitatae  die  Knoebensiibstanz  stellenweise  verdünnen.  Grössere  in  den  Knochen  aufgenommene,  also 
Bres  chet'sche  Venen  sind  darin  noch  nicht  zur  Ausbildung  gekommen;  als  Andeutung  solcher,  könnte  das 
Stämmchen  genommen  werden,  welches  am  Tuber  entsteht  und  zum  vorderen  unteren  Winkel  des  Knochens 
hinzieht.  Fig.  30. 

An  den  beiden  anderen  Knochen  des  Schädeldaches  erleidet  aber  die  Gefässanlage  bereits  Modificationen, 
namentlich  am  Stirnbein  und  zwar  in  Folge  seiner  Gestaltung,  seiner  Abknickung  nämlich  in  den  Orbitaltheil, 
und  der  Verdickung  am  Jochfortsatze,  worin  sich  bereits  Spongiosa  findet,  welche  sich  an  dem  Orbitalrande  ent- 
lang, bis  gegen  die  Stirnnaht  fortzieht.  Da  ist  bereits  die  Anlage  eines  grösseren  Venenstammes  bedingt,  der 
aber  auch  in  der  Schuppe  seine  Wurzeln  tasst,  und  zwar  nicht  nur  in  der  dünneren  Spongiosa  des  Tuber, 
sondern  auch  in  den  von  der  Stirnfontanelle  und  der  btirnnaht  abgehenden  radiären  Canälchen.  Dieses 
Stä'ininchen  repräsentirt  also  schon  eine  Bresch et'scbe,  im  Foramen  supraorbitale  austretende  Vene,  neben 
der  sich  auch  ein  oder  das  andere  Stämmchen  an  der  Kronennaht  bemerkbar  macht,  welches  in  die  Spheno- 
pärietal-Vene  übergeht;   Fig.  iü  gibt  eine  Ansieht  dieser  Venengänge  aus  einem  linken  Stirnbein 

Andeutungen  Breschet'scher  Canäle  und  Venen  habe  ich  auch  in  der  Hinterhauptschuppe  gesehen,   die 

auch%ckon  beim  Kinde  dicker  ist,  als  das  Scheitelbein. 

Nach  allem  bisher  Mitgetheilten  begründet  die  Gefässanlage  in  (bn  Knochen  der  Calvaria  ganz  beträcht- 
liche   Altersunterschiede,    welche    selbstverständlich    parallel    gehen    mit    Verschiedenheiten    in    der 

Architektur  des  Knochens.    Diese  Unterschiede  dauern  aber  nicht  lange,   da  alsbald  nach  der  Geburt  des 

Denkschriften  der  mathem.-naturw.  Cl.    SlXXVII.  im  oq 


234  Karl  Langer. 

Kindes  der  Process  beginnt,  wodurch  die  infantile  Form  in  die  definitive  übergeführt  wird;  der  Process  dürfte 
schon  im  fünften  Lebensjahre  zum  Abschluss  kommen,  und  die  äusseren  Anzeichen  seines  Abschlusses  werden 
folgende  sein:  der  volle  Verschluss  der  Fontanellen,  herbeigeführt  durch  ein  gesteigertes  Wachsthum  in  die 
Breite,  dann  die  Consolidirung  der  zackigen  Nähte,  bedingt  durch  das  Wachsthum  des  Knochens  in  die  Dicke. 
Seim-  Aufgabe  besteht  in  der  Ausbilduni;'  der  anscheinend  zelligen  und  später  markhaltigen  Diploe  und  unter 
Einem  in  der  Umgestaltung  des  Venensystems,  des  Netzes  in  den  radiären  C 'analen  zu  dem  diploetischen 
Netze  und  seiner  Abzugsröhren  zu  den  Breschet'schen  Venen.  Sein  Ablauf  aber  ist  mannigfachen  Störungen 
unterworfen,  deren  bemerkenswertheste  durch  Craniotabes  herbeigeführt  werden. 

Die  ersten  Veränderungen,  womit  der  ganze  Process  der  Umbildung  eingeleitet  wird,  bestellen  in  der 
Aufnahme  aller  jener  Venenstämmchen,  welche  bisher  ausserhalb  des  Knochens  lagen,  insbesondere  jener 
von  seiner  inneren  Oberfläche  in  das  Innere  desselben.  Es  geschieht  dies  durch  Auflagerung  neuer  Lamellen. 
Statt  der  in  der  Gegend  des  Tuber  früher  befindlichen  grösseren  Lücken  sind  dann  nur  mehr  feine  Poren  wahr- 
nehmbar. Communicationsöffnungen  für  Verbindungen  mit  den  Gefässen  der  Dura,  aber  keine  Durchtritts- 
öffnungen  mehr  für  grössere  Venen.  Aus  den  früher  gegen  den  vorderen  unteren  Winkel  des  Scheitelbeines 
ziehenden  tieferen  Furchen  sind  ( 'anale  entstanden,  deren  Abschluss  siel;  immer  weiter  vom  Tuber  entfernt; 
die  innere  Tafel  glättet  sich  immer  mehr,  so  dass  bei  Kindern  aus  dem  Beginne  des  zweiten  Lebensjahres  nur 
mehr  die  arteriellen  Furchen  eingezeichnet  sind. 

Die  formale  Umformung  des  venösen  Netzes  besteht  darin,  dass  das  gestreckte  Maschenwerk  ein 
gleichmässiges  Aussehen  bekommt,  was  offenbar  durch  Ausweitung  mindestens  der  grösseren  Anastomosen 
möglich  wird,  indem  diese  dann  in  die  directe  Astfolge  der  radiären  Venen  einbezogen  werden:  dass  sich  aber 
bei  der  Bildung  des  grossröhrigen  diploetischen  Netzes  auch  das  in  den  Marksträngen  enthaltene  Net/ 
partienweise  betheiligt,  halte  ich  aul  Grund  des  Befundes,  welchen  Fig.  31  darstellt,  für  sicher. 

Die  Abbildung  bezieht  sieh  auf  einen  Abschnitt  des  Venenplexus  im  Stirntheil  des  Stirnbeines  eines  kaum 
ein  volles  Jahr  alten,  etwas  hydrokephalen  Kindes.  Grosse  Röhren  sind  da  untereinander  verflochten,  deren 
einzelne  sich  an  eine  Netzpartie  von  gleicher  Breite,  wie  die  Röhre  selbst  anreihen;  andere  Bohren  aber 
zeigen  wieder  Lücken,  die  wie  zerstreute  Inseln  in  einem  continuirlichen  breiten  Strom  eingeschaltet  sind,  so 
da^s  man  füglich  einen  zwischen  diesen  beiden  Formen  bestehenden  genetischen  Zusammenhang  annehmen 
kann  und  sagen  darf  es  seien  diese  Röhren  grösseren  Calibers  aus  dein  Netze  durch  Confluenz  feiner  Röhrchen 
hervorgegangen. 

Doch  können  nicht  alle  Theile  des  in  den  infantilen  Marksträngen  enthaltenen  Netzes  in  den  grösseren 
Röhrennetzen  aufgehen,  ein  Theil  muss  ja  erhalten  bleiben  schon  als  Substrat  für  das  Netz,  welches  später 
die  Markklümpchen  in  den  diploetischen  Bäumen  durchzieht,  vorzugsweise  aber  um  die  feinsten  Ausläufer  des 
arteriellen  Bezirkes  aufzunehmen  und  in  das  Venengebiet  zu  überführen.  Diese  Partien  des  Netzes,  allerdings 
schon  umgeformt,  sind  gleichfalls  in  der  Fig.  31  zum  Ausdrucke  gekommen;  sie  sind  in  die  Zwischenräume 
der  grösseren  Röhren    der  Netzstränge  eingeschaltet. 

Wie  die  Bestandteile  des  diploetischen  Venennetzes,  so  entstehen  gewiss  auch  die  Breschet'schen 
Venen,  die  ausführenden  Stämme;  zum  Beweise  dafür,  dass  dies  wirklich  der  Fall  sei.  habe  ich  in  Fig.  32 
einen  solchen  Breschet'schen  Venenstamm  von  demselben  Kinde  abgebildet,  denn  er  zeigt  auch  die  Spuren 
der  Confluenz  aus  mehreren  Röhren  in  den  bis  dahin  noch  erhaltenen  inselartig,  eingeschalteten  Maschen- 
lücken. 

Wenn  schon  nach  dem  Gesagten  kein  Zweifel  über  das  Substrat  und  die  Entstehungsweise  der 
Breschet'schen  Venen  bestehen  kann,  so  kommt  noch  die  Frage  über  die  Localisation  ihrer  Hauptstämme 
zu  beantworten.  So  vielfach  auch  diese  Venen  beziehentlich  ihrer  Wurzeln  und  deren  Verkeilung  über  die 
Fläche  der  Calvaria  variiren,  wie  aus  den  Breschet'schen  Abbildungen  zu  ersehen,  so  zeigt  sich  doch 
beziehentlich  der  Richtung,  in  der  sie  zusammenlaufen  und  der  Anlage  ihrer  Ausgänge  aus  dem  Knochen 
eine  gewisse  Constanz,  denn  immer  sind  doch  der  idargo  supraorbitatis,  dann  die  beiden  unteren  Winkel  des 
Scheitelbeines  die  constantesten  Austrittsstellen  dieser  Venencanäle.  Dass  aber  diese  Anordnung  auch  schon 


Über  die  Blutgefässe  de?1  Knochen  des  Schädeldaches  und  der  harten  Hirnhaut.  2n5 

beim  Kinde  präformirt  ist,  ergibt  sich  aus  der  Abbildung  des  Stirnbeines  Fig.  29,  worin  bereits  ein  Breschet'- 
scher.Ganal  enthalten  ist,  und  des  Scheitelbeines  Fig.  30,  worin  die  Bresc  het'schen  Venen  bereits  durch 
Plexuszüge  stärkerer  Venencanäle  angedeutet  sind,  welche  vom  Tuber  ausstrahlen. 

Rücksichtlich  dieser  letzteren  kann  man  auch  sagen,  dass  sie  aus  den  typischen,  infantilen  radiären  Venen 
hervorgehen,  rücksichtlich  jener  aber,  welche  an  der  Kronennaht  entlang  herablaufen,  daher  querwegs  über 
die  radiären  Canäle  hinwegziehen,  muss  wohl,  um  ihr  Znstandekommen  zu  erklären,  eine  Übergangsformation 
angenommen  werden;  diese  ergibt  sich  aber  in  der  That  aus  den  früher  besprochenen  Anastomosenketten, 
welche  am  Verknöcherungssaume  der  Knochen  da  oder  dort  allerdings  unterbrochen  die  Wurzeln  der  radiären 
Venen  mit  einander  verbinden.  Bildet  sich  etwa  beim  Kinde  schon  eine  solche  geschlossene  Anastomosenkette 
ans,  und  erweitert  sie  sich  zu  einem  Stämmchen,  dann  kommt  ein  solcher  Fall  zu  Stande,  wie  ich  ihn  an  einem 
zehnjährigen  Knaben  im  Scheitelbein  beobachtet  habe,  wo  eine  Breschet'sche  Vene  in  einem  etwa  finger- 
breiten Alistande  die  Kronennaht  ihrer  ganzen  Länge  nach  verfolgte,  die  also  in  einer  Linie  lag,  deren  Ab- 
stand von  der  Naht  als  Mass  für  die  daselbst  erfolgte  Zunahme  des  Knochens  gelten  kann.  Kommt  es  aber  da 
nicht  zur  Ausbildung  einer  continnirliehen  Anastomosenkette,  so  öffnet  sich  dann  die  peripheriewärts  ab- 
gehende Serie  von  Venenstämmchen  in  den  da  herablaufenden  und  dann  auch  grösseren  Sinus  sphenoparie- 
talis,  dessen  Communicationszweige  mit  dem  Sinus  longitudinalis  ihn  zu  einer  grossen,  natürlich  nicht  immer 
so  bedeutenden  Nebenleitung  des  Sinus  gestalten  können,  woraus  sich  die  tief  in  die  innere  Knochentafel  ein- 
gegrabenen Furchen  längs  der  Kronennaht  erklären. 

Zum  Schlüsse  komme  ich  noch  auf  die  von  Welker1  bereits  erwähnten  Linien  zu  sprechen,  welche  nicht 
selten  an  den  Nahträndern  der  Schädelknochen  von  Kindern  beobachtet  werden,  und  in  dem  von  ihnen 
begrenzten  Saume  die  Resultate  des  Randwachsthums  zur  Schau  tragen.  Zuckerkan  del2  hat  diese  Linien 
als  Spuren  gesteigerten  Knochenwachsthums  ausführlicher  beschrieben.  Wenn  auch  diese  Linien  zumeist  an 
hydrokephalischen  Schädelformen  vorkommen,  so  findet  man  sie  gelegentlich  doch  auch  an  Schädeln,  welche 
keine  Spuren  krankhafter  Bildung  zeigen,  sie  müssen  daher  in  Texturvarietäten  ihren  Grund  haben,  weiche 
auch  bei  normalem  Wachsthum  vorkommen  können.  Faetiseh  ist,  dass  sie  die  Umrisse  des  jungen  Knochens 
in  den  älter  gewordenen  einzeichnen  und  daher  schärfere  Begrenzungen  sind  neuer,  von  aussen  aufgetragener 
Lamellen.  Während  aber  in  der  Kegel  die  neugebideten  Lamellen  in  unregelmässig  vortretende  Spitzen  und 
Blättchen  ausgehen,  dieGefässöffnungen  ganz  zerstreut  erscheinen  und  desshalb  derßand  der  neuen  Lamellen 
sie  von  den  älteren  nicht  deutlich  scheidet,  bildet  er  in  diesen  Fällen  eine  schärfere  Begrenzung,  und  zwar 
dadurch,  dass  sich  die  Gefässporen  linear  ordnen,  in  Folge  dessen  dann  auch  der  jüngere  Saum  durch  die 
dicht  zusammengedrängten  Gefässfurchen  eine  regelmässige  Strichelung  und  einen  anderen  Farbenton 
bekommt.  So  sehe  ich  es  an  dem  normalen  von  Zuckerkandel  beschriebenen  Schädel;  da  handelt  es  sich 
gewiss  um  kein  unterbrochenes  oder  ruckweises  Wachsthum. 

In  dem  zweiten,  ein  hydrokephalisches  Kind  betreffenden  Falle  ist  der  neue  Saum  von  dem  centralen 
Knochentheile  nicht  nur  durch  eine  schärfer  gezogene,  sondern  stellenweise  sogar  rinnenförmig  ausgebildete 
Linie  abgegrenzt  und  ragt  mit,  rückwärts  ausgreifenden  kurzen,  nahtzackenartigen  Fortsätzen  etwas  über  den 
älteren  Theil  hervor.  Seine  Fläche  ist  nicht  gerieft,  sondern  wie  gewöhnlich  schuppig  rauh.  In  diesem  Falle 
könnte  man  eher  vermuthen,  dass  eine  Unterbrechung  und  eine  später  erfolgende  Steigerung  des  Wachsthums 
vor  sich  gegangen,  obgleich  an  der  inneren  Fläche  des  Knochens  keine  Solche  Abgrenzungslinie  wahr- 
nehmbar ist. 

Wenn  nun  schon  die  reihenweise  gestellten  Poren  in  diesen  Linien  deutlich  auf  den  Einrluss  der  Gefäss- 
formation  hinweisen,  so  dürfte  durch  den  zweiten  Fall,  wo  die  Linie  sich  stellenweise  als  Furche  ausprägt  noch 
mehr  die  Vermuthung  begründet  werden,  dass  die  nächste  Veranlassung  dieser  Erscheinung  in  der  Anordnung 
der  Gefässe  liege.    Ich  erinnere  da  nochmals  an  die  variablen  Anastomosenketten,  nämlich  die  Bindeglieder 


1  Untersuchungen  über  Wachsthum  und  Hau  des  menschlichen  Schädels, 
-  Mittheilungen  der  unthropolonischcu  Gesellschaft  in  Wien.   1874. 


30  : 


236  Karl  L 


ii  ii  n  er. 


der  radialen  Venen,  und  es  hat  in  der  That  den  Anschein,   als  ob  subperiostal  an  dieser  Linie  entlang'  eine 
kleine  Vene  eingelagert  gewesen  wäre. 

Noch  mehr  scheint  mir  den  Einfluss  der  Gefässe  auf  diese  Formation  ein  [njectionsergebniss  zu  bestätigen, 
gewonnen  gelegentlich  der  Injection  der  Diploe  an  dein  Schädel  eines  etwas  hydrokcphalischen,  etwa  neun 
Monate  alten  Kindes.  Dabei  füllten  sieh  vorerst,  wie  es  Fig.  33  in  etwas  verkleinertem  Massstabe  darstellt, 
beiderseits  an  dem  Stirnbein  je  zwei  schmale  Plexuszüge  etwas  grösserer  Venen,  deren  Richtung  fast  genau 
mit  den  Contouren  übereinstimmt,  welche  man  einzeichnen  müsste,  um  den  früheren  Umfang  des  Knochens 
abzugrenzen.  Es  ist  dieser  Fall  jedenfalls  ein  Beweis,  wie  gerne  sieh  an  den  Nahträndern  entlang,  ins- 
besondere aber  an  der  Kronennaht,  solche  Anastomosen  zwischen  den  ursprünglich  radiär  angelegten  Venen 
entwickeln. 


Es  sei  mir  nur  noch  gestattet,  die  Ergebnisse  dieser  Arbeit  in  Kürze  zusammenzufassen: 

1.  Uie  Arteria  cerebri  anterior  gibt  am  Balkenknie,  an  die  Sichel  einen  oder  zwei  Meningeal- 
z  we  ige  ab.  welche  mit  den  vom  Ansatzrande  der  Sichel  absteigenden  Asten  der  eigentlichen  Meningeal- 
arterien  anastomosiren.  Ausser  diesen  bestehen  noch  andere  Anastomosen  zwischen  den  Arterien  der  Gehirn- 
rinde und  den  Meningae,  zunächst  längs  der  in  den  Sinus  loi<<\,'xti<-h'italis  eingehenden  oberen  Hirnvenen. 

2.  Die  viin  Cruveilhier  zuerst  beschriebenen  venösen  Buchten  an  den  Seiten  des  Sinus  longitu- 
d-inalis,  zeigen  einen  in  der  That  eavernösen  Bau:  sie  sind  eigentlich  keine  Buchten  des  Sinus,  sondern  dichte 
Netze  grösserer  Venen,  hervorgegangen  aus  dem  Netze  der  die  Sinuswände  durchziehenden  Venen,  in  welche 
sich  auch  diploetische  Venenzweige  öffnen.  Ursprünglich  sind  diese  Netze  beiderseits  neben  dem  Sinns  und 
in  ihr  Sichel  nur  nach  der  Fläche  ausgebreitet,  werden  aber  am  Seheitel  schon  beim  Kinde  geräumiger,  noch 
geräumiger  aber  und  selbst  varicös  im  Alter  und  bei  gewissen  mit  Blutstauungen  einhergehenden  Krankheiten.  In 
diesem  Zustande  brechen  sie  durch  die  harte  Hirnhaut  hindurch,  setzen  Eindrücke  an  der  inneren  Knochen- 
tafel, /.ehren  diese  mitunter  auch  auf  und  eröffnen  dadurch  die  Diploe.  Die  sogenannten  Foveolae  glanduläres 
kommen  also  zunächst  durch  Varicositäten  der  Meningeal-  und  Knochenvenen  zu  Stande.  Ich  bestätige  damit 
die  Beobachtung  von  Trollard. 

Diese  Darstellung  fusst  auf  Corrosionspräparaten  des  Sinus,  woran  auch  ersichtlich  ist.  dass  sämmtliche 
obere  Hirnvenen  des  Mittel-  und  Hinterhauptlappens  nur  am  Scheitel  durch  ganz  nahe  beisammen  liegende 
Öffnungen  in  den  Sinus  eingehen,  daher  einzelne  bis  ]'2  Zoll  lange  Wege  in  der  Sinuswand  zurücklegen 
müssen,  um  an  ihr  Ziel  zu  gelangen. 

3.  Das  an  der  Innenfläche  der  Dura  mater  befindliche,  schon  mehrfach  beschriebene  Netz  feiner 
G.efässe  ist  ein  intermediäres,  eingeschaltet  zwischen  zwei  gleichmässige  Astfolgen,  nämlich  die  arterielle 
und  die  venöse,  welche  beide  sich  peripheriewärts  in  immer  feiner  werdende  Zweige  zerlegen  und  von  dem 
Netze  überlagert  werden. 

4.  An  der  Aussenfläche  der  harten  Hirnhaut  befindet  sich  erstens  ein  aus  dickeren  Gefässen 
bestehemies  mehr  oder  weniger  dichtes  Netz,  welches  ein  venöses  ist  und  mit  den  feineren  Knochen- 
venen  in  Verbindung  steht:  dann  eine  aus  leinen  Röhrchen  bestehende,  ein  sehr  lockeres  Netz  darstel- 
lende arterielle  Verkeilung;  beide  Netze  gehen  in  einander  über,  durch  direete  Verbindungen  feiner 
arterieller  Röhivchen  in  bei  weitem  dickere  Venen.  Den  Übergang  vermitteln  konische,  von 
den  Venen  abtretende,  manchmal  sehr  lange  Zapfen,  deren  Spitzen  die  feinen  arteriellen  Röhrchen  auf- 
nehmen. 

5.  Die  llavers'scheii  Canäle  mit  Einschluss  der  markhaltigen  diploetiscken  grösseren  Räume  lassen 
sich  durch  langsame  Maceration  der  frischen  Knochen  in  Salzsäure  isoliren  mit  einer  anseheinend  ganz  struetur- 


Über  die  Blutgefässe  der  Knochen  des  Schädeldaches  und  der  harten  Hirnhaut.  237 

losen  Begrenzungsmemb.ran.  Alle  Canäle  enthalten  eine  grössere  Vene  und  eine  feine  Arterie ;  in  den  grösseren 
Räumen  ist  fetthaltiges  Mark  eingescblossen. 

6.  Die  Arterien  durchziehen,  allseitig  mit  einander  anastomosirend  und  in  zartere  Gefässe  zertheilt, 
sämmtliche  Räume  des  Knochens,  bilden  somit  ein  nach  diesen  Cänälen  und  den  diploetischen  Räumen  geord- 
netes Netz,  dem  entsprechend  sieh  auch  die  sie  begleitenden  Venen  netzförmig  ordnen  und  das  einem  caver- 
nösen  Netze  ähnliche  diploetiehe  Venennetz  darstellen.  Von  diesen  Venen  geben  Stämmchen  ab,  welche 
sich  in  den  Markktümpcben  in  feine  Netze,  die  Marknetze,  auflösen. 

7.  Auch  das  Marknetz  ist  noch  ein  venöses  Netz;  seine  Röhrchen  übertreffen,  wenn  prall  gefüllt,  um  d;>s 
Vier-  bis  Fünffache  die  dahin  gelangenden  feinsten  Arterien,  und  vermitteln  den  Abschluss  des  Kreislaufes, 
indem  auch  hier,  wie  an  der  äusseren  Fläche  der  Dura  mater  die  feinsten  arteriellen  Röhrchen  gleich  von  diesen 
grösseren  venösen  Röhrchen  aufgenommen  werden. 

8.  Sämmtliche  Nähte  werden  nach  ihrer  ganzen  Dicke  von  einem  aus  feinen  Röhren  bestehenden  Gefäss- 
netze  durchzog«  n.  welches  die  feineren  Gefässe  der  da  zusammentretenden  Knochen  aufnimmt,  aber  auch 
Venenstämmchen  bildet,  welche  mit  jenen  aus  der  Diploe  austretenden  vereinigt,  in  die  an  den  Nähten 
befindlichen  Meningealveneii  eingehen. 

9.  Die  Apposition  neuer  Lamellen  auf  die  Flächen  der  Schädeldachknochen  ist  beim  Embryo 
und  Neugebornen  eine  ungleich  massige,  Beweis  dessen  die  äussere  schuppig  rauhe  Oberfläche 
ringsum  das  beim  Neugebornen  ganz  glatte,  aus  fast  compacter  Substanz  bestehende  Tuber;  es  schichten  sieh 
nämlich  daselbst  dachziegelartig  kürzere,  auf  die  innerste  Lamelle  aufgelagerte  Blatt  eben,  die  an  einem 
radiär  vom  Sagittalrande  zum  Tuber  gerichteten  Durchschnitte  sich  an  die  innere  Lamelle  einfiedrig  an- 
reiben. 

10.  Beim  Neugebornen  findet  sieh  nur  im  Tuber  eine  Diploe"  mit  einem  rundmaschigen,  diploe'tisehen 
Venennetze.  Von  da  geben  radiäre,  dichotomisch  sieh  vervielfältigende  und  unter  einander  anastomosirende 
Canäle  aus.  worin  je  eine  feine  Arterie  und  eine  grössere  Vene  und  ein  um  diese  Vene  sich  reihendes  Venen- 
netz enthalten  ist.  Diese  Netzstränge  dringen  zwischen  den  dachziegelartig  aufgelegten  Knochenlamellen 
auch  an  die  äussere  Oberfläche,  wo  sie  unter  einander  zu  einem  zierlichen  Doppelnetze  vereinigt,  sich  flächen- 
artig in  der  innersten,  osteoblastischen  Sei  ichte  des  Pericraniums  ausbreiten. 

11.  Der  Abschluss  des  Kreislaufes  geschieht  im  kindliehen  Knochen  gleichfalls  wieder  durch  den  un- 
mittelbaren Übergang  der  feinsten  Arterien  in  die  Röhren  dieser  Netzstränge;  die  Übergänge  scheinen 
sehr  zahlreich  zu  sein,  da  es  kaum  möglich  ist.  rein  arterielle  [njectionen  ohne  Füllung  dieses  Netzes  und  der 
in  den  radiären  (analen  befindlichen  Venen  zu  erzielen. 

iL*.  Am  Nahtrande  des  Knochens  übergehen  ohne  bestimmte  Grenze  allenthalben  die  radiär  netzförmig 
angeordneten  Gefässe  in  die  Interstitialmembranen,  worin  sie  ein  zwei-  bis  dreischichtiges  Netz  dar- 
stellen. Dieses  lockermaschige  Netz  besteht  aber  nur  aus  sehr  feinen  Gefässen,  während  alsbald  am  Ver 
knöcherungsrande  die  Venen  schon  durch  ihr  Caliber  hervertreten  und  sich  vervielfältigen,  so  dass  an  gut 
injicirten  Objecten  die  intensivere  Färbung  auch  ohne  Zuhilfenahme  des  Mikroskops  schon  die  Grenze  zwi- 
schen Knochen  und  Interstitialmembranen  erkennen  lässt.  Durch  die  Netze  der  Naht-  und  Fontanellenmem- 
branen wird  das  Gefässsystem  sämmtlicher  Knochen  zu  einem  einheitlichen  (Tanzen  vereinigt. 

13.  |Die  Abzugscanäle  der  Venen  des  kindliehen  Knochens  wurzeln  theils  in  der  Diploe  des  Tuber, 
theils  au  der  Peripherie  in  den  Nahträndern.  Die  ersteren  gehen  im  Scheitelbein  als  Plexus  grösserer  Gefässe 
vorgebildet  gegen  die  unteren  Winkel  des  Knochens,  die  letzteren  am  Sagittalrande  in  den  Sinus  longitudina- 
lis,  am  Kronenrande  in  die  Vena  spheno-parietalü.  Diese  Abzugspiexus  hegen  beim  Neugebornen  noch  frei, 
nur  in  Rinnen  des  Knochens  eingelagert,  an  der  inneren  Fläche  desselben,  werden  alier  bald  nach  der  Geburt 
von  Knochensubstanz  umlagert  und  so  in  ('anale  eingeschlossen. 


2 3 8  Ka >'?  La ng e r. 

14.  Aus  diesem  Plexus  gehen  durch  Coalition  der  Röhren  die  Breschet'schen  Venen  hervor.  Eigent- 
liche Breschet'sche  Venen  kommen  daher  beim  Neugebornen  im  Scheitelbein  noch  nicht  vor.  Dagegen  ist  in 
dieser  Zeit  im  Stirnbein  schon  ein  solcher  ganz  in  den  Knochen  aufgenommener  Venencanal  vorhanden,  wel- 
cher am  Foramen  supraorlitale  von  einer  Klappe  geschützt  sich  nach  aussen  öffnet. 

15.  Es  bestehen  also  bezüglich  der  Anlage  der  Gefässe,  namentlich  der  Venen,  gleichwie  auch  bezüglich 
der  Architectur  der  Knochen  beträchtliche  Altersunterschiede.  Die  mit  dem  Wachsthum  einher- 
schreitenden  Veränderungen  scheinen  schon  im  fünften  Lebensjahre,  manchmal  vielleicht  sogar  früher  zum 
Abschluss  zu  kommen. 


übet-  die  Blutgefässe  der  Knochen  des  Schädeldaches  und  der  harten  Hirnhaut.  239 


ERKLÄRUNG  DER  ABBILDUNGEN. 


TABULA    I. 

Fig.  1.  Feines  Gefässnetz  der  Innenfläche  der  harten  Hirnhaut;  an*  der  Stirngegend  eines  Mannes  von  mittleren  Jahren. 
Hartnaek.  0 ciliar  II.  Objectiv  i. 

,.  •_'.  Theile  dieses  feinen  Ne  zes,  im  Zusammenhange  dargestellt  mit  den  zuleitenden  Arterien  und  ableitenden  Venen; 
aus  der  Gegend  des  Tuber  parietale ,  von  einem  60  Jahre  alten  Manne;  bilaterale  [njeetion.  Aufgenommen  mit 
Oc.  II.  Obj.  2.  Durchgeprüft  mit  Obj.  5. 

..  3.  Durchschnitt  der  Dura  murr  zur  Darstellung  clei  schichtenweisen  Gefässvertheilung,  mit  dem  Querschnitte  eines 
grösseren  meningealen  Arterienastes.  Oc.  II.  Obj.  2. 

,.  4.  Das  Venennetz  von  der  Aussenfläche  der  Dura  mater,  nicht  ganz  dicht  gefüllt;  aus  der  Gegend  des  Scheitelbeines. 
Von  einem  älteren  Manne.  Lotipenvergrösserung. 

,.  5.  Theile  des  venösen  Netze-  der  Aussenfläche  der  Dura  mater  mit  den  entsprechenden  feinen  Vertheilungen  der  Ar- 
terien und  unmittelbaren  Übergänge  der  feinsten  arteriellen  Röhrchen  in  eonische  Zapfen.  Um  den  Unterschied 
in  der  Astfolge  der  beiderseitigen  Venenwurzeln  zu  zeigen,  ist  bei  <■  eine  aus  der  Tiefe,  d.  i.  von  der  Innen- 
fläche der  Dura  kommende  Venenwurzel  gezeichnet.  Nach  einem  Präparate  ans  der  harten  Hirnhaut  eines  60gers; 
bilaterale  Injection.  Aufgenommen  bei  Oc.  II,  Obj  2.  Controlirt  mit  Obj.  5. 

„     6.    Vertheilung  der  Arterien  und  Venen  in  dem  dünnen  Eande  der  Falx  eines  Neugebornen.  Oc.  II,  Obj.  2. 

„     7.    Arterielle  Endverzweigung  und  venöse  Wurzeln  ans  der  oberen  Hälfte  der  Falx  eines  Neugebornen.    Oc.  II.  Obj.  2. 

,.  8.  Venennetz  an  der  äusseren  Oberfläche  der  harten  Hirnhaut  eines  Neugebornen;  aus  der  Scheitelbeingegend.  Nach 
einer  arteriellen  Injection. 

„  9.  Dasselbe  Netz  aus  der  Nähe  des  Sichelansatzes,  dichter  gefüllt  durch  eine  Veneninjection.  Beide  Präparate  gezeich- 
net mit  Oe.  II.  Obj   2. 


TABULA    II. 

Fig.  10  u.  li.    .sYnas  longitudinalis   mp<  -      eines  .Manne-  mittleren  Alters,  mit  den  angeschlossenen  cavernösen  Räumen  und 

oberen  Hirnvenen;   nach  einem  Corrosionspräparate.    Fig.  10  in  der  Ansicht  vi ben,    Fig.   n  in  der  Ansieht 

von  unten. 

..    !■_'.    Isölirter  Havers'scher  (anal  aus  der  compacten  Tafel  eines  Erwachseneu;  mit  den  darin  enthaltenen  Gefässen,  einer 
grossen  Vene  und  einer  feinen  Arterie.  Arterielle  Injection.  Oc.  II,  Obj.  5. 

„  13.    Eil)  ähnlicher  (/anal,  mit  Gelassen  und  einem  Zweigeanal,  worin  eine  feine  Arterie  unmittelbar  in  eine  Vene  über- 
geht. 

,.   14.    Das  diploetische  Venennetz,  aus  dem  Scheitelbein  eines  Erwachsenen.  Nach  einem  Corrosionspräparate.  Kleine  Lou 
penvergrösserung. 

,.   15  u.  in.   Theile  des  venösen  Marknetzes,  durch  arterielle  Injection  dargestellt;  mit  Übergang   n  von -feinen  Arterien  im 
Röhrchen  des  Netzes.  Oc   II.  Obj.  5. 

..   17.    Radiärer  Durchschnitt  ans  dem  Randstücke  vom  Stirnbein  eines  etwa  6  -Monate  alten  Embryos,  um  daran  die  Schich- 
tung der  Lamellen  zu  demonstriren  und  den  Übertritt  der  arteriell  injicirten  Gefässe  in  das  Pericranium.  Oc.  II. 

Ulij.  5. 

'■  18.    Nahtrand  desselben  Knochens,  mit  dem  Übergänge  dei  Gefässi    aus  seinen  Canälen  in  die  Fontanellmembran.  Etwas 
stärker  vergrössert. 
19.    Horizontaler  Durchschnitt  durch  die  Mitte  der  Hein   dei  Kronennaht,  mit  den  darin  enthaltenen  Gefässen:  von  einem 

Kl  ugi  Immen,    i  ie.   II.   ( lllj.  2. 


240  Karl  Langer.    Über  die  Blutgefässe  der  Knochen  des  Schädeldaches  etc. 

TA  KU  LA   III. 

Fig.  20.    Theile  des  venösen  Marknetzes,  mit  einem  Aiterienzweig  und  Übergängen  feinster  Arterien  in  Röhren  des  Netzes. 

Arterielle  Injection.  Macerationspräparat.  Oc.  II,  Obj.  4. 
„  21.    Tangeritialschnitt  durch  die  Kronennaht,  nebst  dem  darin  enthaltenen  Gefässneize.  Von  einem  10jährigen  Knaben. 

Venöse  Injection.  Oc.  II,  Obj.  2. 
.,   22.    Durchschnitt  durch  die  Kronennaht,  mit  darin  enthaltenen  Venenwurzeln  desselben  Knaben.  Oc.  II,  Obj.  2. 
n  23U.24.    Venöse  Netzstränge  der  Gefässcanäle   im  Scheitelbein  eines  Embryos  von  etwa   7  Monaten;    zur  Darstellung 

der  Übergänge  feinster  Arterien  in  die  Röhrchen  des  Netzes.   Fig.  23  Oc.  II,  Obj.  4;   Fig.  24  Oc.  II,  Obj.  5. 
„  25.    Venöses  Netz  von  der  äusseren  Oberfläche  des  .Scheitelbeines,  nahe  seinein  Nahtrande.   Von  einem  Embryo.  Oc.  II, 

Obj.  4. 
„  26.    Nahtrand  des  Scheitelbeines  eines  Tmonatlichen  Embryos,  darstellend  den  Übertritt  der  (iefässe  in   die  Interstitial- 

membran.  Oc.  II,  Obj.  2.   (Fig.  23 — 26  nach  arteriell  injicirten  Präparaten. 


TABULA    IV. 

Fig.  27.  Venen  der  radiären  Canäle,  aus  der  Peripherie  des  Scheitelbeines  eines  Nengebornen.  Dichtere  venöse  Injection  mit 
Berlinerblau.  Oc.  II,  Obj.  4. 

„  28.    Ahnliches  Objeet,  von  einem  etwa  5  Monate  alten  Embryo.  Venöse  Injection  mit  Harzmasse.  Oc.  II,  Obj.  2. 

„  29.    Venös  injicirtes  linkes  Stirnbein  eines  Neugebornen,  mit  einer  Breschet'schen  Vene.  Etwas  verkleinert. 

„   30.    Venös  injicirtes  linkes  Scheitelbein  eines  Neugebornen. 

„  31.  Aus  dem  Stirnbein,  nahe  dem  Kronenrande  eines  kaum  mehr  als  0  Monate  alten  Kindes,  mit  Theilen  des  sieh  gestal- 
tenden diploetischen  Venennetzes.  Oc.  II,  Obj.  4. 

„   32.    Theil  einer  sich  bildenden  Breschet'schen  Vene ;  aus  demselben  Objecte.  Loupenvergrösserung. 

„  33.  Ansicht  der  Oalvaria  desselben  Kindes,  um  daran  grössere  Venenzüge  zu  demonstriien.  welche  sich  entsprechend 
den  Vergrösserungslinien  der  Knochen,  insbesondere  am  Stirnbein,  gelegentlich  entwickeln.   Etwas  verkleinert. 


Lanier:  "Dbepa.TJ'hitfio  lasse  Aluiochend.  Schädeldaches  u.iharlen  Hirnhaut. 


Tal'.l 


Vit- 5. 


Vit  6. 


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DwikscluilteRdk^ad.cl.W.math.naturMa'l.IXXYE.Bd.I.Abth.lÖ??. 


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Lanier:  über  Ohil°elasse  a.Knochen  ii Schädeldaches  udharlen  Hirnhaut 


Taf.D . 


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Denkschriften  d  k.Akad.d.W.  math.  natural  l.IXXTll.Bd.I  AbtK.1877. 


Lanier:  Über  cUBhitgefä 


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Kg.Sl. 


Fi629. 


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atui-w.Cl.XXXVIl.Bd.IAbtli 


UNTERSUCHUNGEN 

ÜBER 

ir 


DIE  TUNICATEN   DES  ADRIATISCÜEN 

UND  MITTELMEERES. 


Prof.  camil  heller, 

c'OKRESPONOIRENnKM   MITGUEPE   DER  KAISERLICHEN  AKADEMIE  PER  WISSENSCHAFTEN. 

IH.  (J.i  ABTHEILUNG. 


VORGELEGT  IN   DER  SITZUNG    HER  MATHEMATISCH-NATURWISSENSCHAFTLICHEN   CLASSE   AM    1     MÄRZ    1877. 


Charakteristik  und  Eintheilung  der  Cynthien. 

Unter  dem  Namen  der  Cyvihiae  fasst  man  gewöhnlich  jene  Ascidienformen  zusammen,  welche  eine  vier- 
oder  sechslappige  Aufnahmsöffnung  und  eine  vierlappige  Auswurfsöffnung  besitzen,  deren  äussere  Hülle  fest, 
haut-  oder  lederartig  ist,  und  bei  denen  sieh  meist  ein  gefalteter  Kiemensack  vorfindet.  Sie  ieben  gewöhnlich 
isolirt,  seltener  sind  sie  zu  Stöcken  verbunden,  und  können  entweder  auf  einer  Unterlage  festgewachsen  sein, 
oder  frei  im  Sande  und  Schlamme  stecken. 

Die  Unterscheidung  der  Cynthien  ist  noch  mit  viel  grösseren  Schwierigkeiten  verbunden,  als  jene  der 
eigentlichen  Ascidien.  Die  äussere  Form  wechselt  bei  derselben  Art  oft  in  auffallender  Weise,  je  nach  dem 
Alter  und  Standort,  je  nachdem  die  einzelnen  Individuen  sich  frei  entwickeln  können  oder  neben  einander 
gehäuft  sieh  gegenseitig  in  der  Entwicklung  hindern,  ferner  auch  nach  der  Zald  und  Beschaffenheit  der  frem- 
den Körper,  die  an  ihrer  Oberfläche  sieb  besonders  gern  ansiedeln.  Es  ist  dalier  hier  mehr  noch  als  bei  den 
Phallusien  eine  genaue  Untersuchung  des  inneren  Baues  nothwendig,  um  die  einzelnen  Formen  von  einander 
zu  unterscheiden.  Die  Beschaffenheit  des  inneren  Mantels,  Zald  und  Form  der  Tentakel,  die  Gestalt  des  Kie- 
mensackes und  der  Rückenfalle,  die  Lage,  Verlauf  und  Form  des  Darmcanals  und  der  Geschlechtsorgane 
liefern  eben  so  viele  wichtige  Merkmale  zur  Unterscheidung  der  Gattungen  und  Arten. 

Savigny1,  dem  wir  überhaupt  die  erste  gründliche  Arbeit  über  die  Ascidien  verdanken,  unterschied 
auf  Grundlage  der  inneren  Organisationsverhältnisse  bei  der  Gattung  Cynthia  vier  verschiedene  Gruppen, 
nämlich:    Oynthiae  simpliees,    0.  Caesiräe,    0,  Stijelae  und  C.  Pandociae. 

Die  Oynthiae  simpliees  eharakterisiren  sieb  nach  ihm  durch  einen  mehrfaltigen  Kiemensack,  an  dein 
mehr  als  acht  Falten,  gewöhnlich  12—19  sich  unterscheiden  lassen,  das  Adernetz  ist  ununterbrochen,  die 


1  J.  C.  Savigny,  Memoires  sur  les  Animaux  sans  Vertfcbres.  tl.  Partie.    Paris   isig. 

Denkschriften  -Um    luatbem.  naluru     Cl.    X  X  X  V 1 1  -    IM.  •'»  1 


•_»42  ( ■amil  Heller. 

Tentakel  sind  verästelt,  der  Magen  von  einer  lappigen  Leber  umgeben,  der  Dann  ohne  Leitfalte.  Die 
0.  Caesirae  unterscheiden  sich  von  jenen  durch  ein  unterbrochenes  Adernetz.  Die  C.  Styelae  zeigen  nie  mehr 
als  acht  Kiemenfalten,  ein  ununterbrochenes  Adernetz,  einfache  Tentakel ,  keine  deutliche  äussere  Leber 
und  mehrere  Ovarien.  Die  G.  Pandociae  stimmen  mit  den  letzteren  im  Allgemeinen  liberein,  besitzen  aber 
nur  ein  einfaches,  auf  der  Darmseite  liegendes  Ovariuni. 

Die  im  adriatiselien  und  mittelländischen  Meere  beobachteten  Arten  gehören  ausschliesslich  zur  ersten 
und  dritten  Gruppe;  jedocli  lassen  sieh  bei  jeder  Gruppe  wieder  zwei  verschiedene  Formenreihen  unter- 
scheiden. Unter  den  Gynthiae  simplices  findet  sich  nämlich  bei  einer  grossen  Anzahl  von  Arten  die  Rücken- 
falte einfach,  glatt,  während  sie  bei  zahlreichen  anderen  am  Rande  mit  kurzen  Züngeichen  oder  Fadenfort- 
sätzen ,  ähnlich  wie  bei  Ciona  unter  den  Aseidien  besetzt  ist.  Nach  diesem  auffallenden  Merkmale  seheide 
ich  die  Gattung  Gynthia  Sav.  in  zwei  Untergattungen,  welche  ich  als  Microcosmus  und  Cynthia  s.  str.  be- 
zeichne. Als  typische  Form  der  ersteren  gilt  Microcosmus  vulgaris  ^Öynthia  microcosmus  aut.),  als  Typus  der 
letzteren  Cynthia  papulosa  L. 

Bei  den  Cynthiae  Styelae  verhalten  sich  die  einzelnen  Arten  namentlich  in  Bezug  auf  die  Geschlechts- 
drüsen in  verschiedener  Weise.  Bei  den  einen  bilden  die  Geschlechtsorgane  zahlreiche,  mehr  oder  weniger 
regelmässig  angeordnete,  rundliehe  oder  längliche  Säckchen  im  Peribranchialraume,  während  hei  anderen 
die  Geschlechtsdrüsen  in  Form  einfacher  oder  gelappter  länglicher  Schläuche  erscheinen.  Ich  halte  es 
daher  auf  Grundlage  dieses  Merkmales  für  zweckmässig,  auch  in  djeäer  Gruppe  zwei  besondere  Untergat- 
tungen aufzustellen,  und  proponire  für  die  erstere  die  Bezeichnung  Pqlycarpa,  für  die  letztere  Styela  s.  str. 
Zu  ersterer  gehört  als  typische  Art  Polyäarpa  varians  [Gynthia  polycarpa  Sav.),  zu  letzterer  St.  cano- 
pus  Sav. 

Die  Abtheilung  der  Gynthiae  Pandociae  kann  nicht  länger  aufrecht  gehalten  werden.  Nach  den  Unter- 
suchungen von  R.  Hertwig  '  an  Cynthia  mytiligera  hat  es  sich  nämlich  herausgestellt,  dass  der  in  der  Darm- 
schlinge vorhandene  Körper  kein  Ovarium,  sondern  ein  Muskelfortsatz  sei,  und  dass  die  Geschlechtsdrüsen 
in  Form  zahlreicher  Säckchen  an  der  Innenwand  dos  Mantels  liegen,  und  sieh  demnach  ganz  wie  bei  Poly- 
carpa verhalten. 

Was  aber  die  Abtheilung  der  Gynthiae  Caesirae  betrifft,  so  scheint  diese  unzweifelhaft  mit  der  von 
Stimpson  aufgestellten  Gattung  Glandula  zusammen  zu  fallen. 

Die  übrigen  zu  der  Gruppe  der  Gynthiae  gehörigen  Gattungen  sind:  Boltenia ,  Chelyosömä,  Pelonaeä, 
Molijula,   l'era,   Glandula,   Gymnocystis,  Tathonepkrya,   Eugyra,   Volystyela  und   Thylacium. 

Bei  der  Gattung  Boltenia  Sav.  ist  der  Körper  mehr  oder  weniger  rundlich  und  mittelst  eines  länglichen 
Stieles  festsitzend,  die  Testa  lederartig,  die  Öffnungen  seitlieh,  vierlappig,  der  Kiemensack  gefaltet,  die  Ten- 
takelfäden verästelt.  Typus:  Boltenia  clavaia¥a,b. 

Die  Gattung  Chelyosömä  Brod.  u.  Sow.  clnuakterisirt  sich  durch  einen  oblongen,  flachen,  an  der  Unter 
seite  festsitzenden  Körper,  die  Testa  mit  horuartigen,  polygonalen  Tafeln  bedeckt  beide  Öffnungen  an  der 
Uberseite,  sechseckig,  die  Tentakel  einfach,  der  Kiemensack  uugef'altet,  die  Kiemenspalten  jedoch  gekrümmt. 
Typus:    Chelyosömä  Mac  Leayanum  Br.  Sow. 

Im  Gegensätze  zu  den  bis  jetzt  aufgeführten  Gattungen  ist  der  Körper  bei  den  nun  folgenden  entweder 
ganz  frei  oder  nur  mit  kleiner  Fläche  angeheftet.   Sie  lassen  sieh  auf  folgende  Weise  kurz  charukterisiren. 

Molijula  Forb.  hat  einen  rundlichen  Körper,  die  Testa  häutig,  meist  mit  fremden  Körpern  besetzt,  die 
Öffnungen  auf  coutractilen  Siphonen,  die  Ingestionsöffnung  sechslappig,  die  Auswurfsöffnuug  vierlappig, 
der  Kiemensack  gefaltet,  (He  Tentakel  verästelt.  Typus:   Molgula  tubulosa  Rathke. 

Pera  Stimpson.  Der  Körper  birnförmig,  an  sti eiförmig  verdünnter  Basis  aufsitzend,  die  Testa  weieh, 
die  Öffnungen  sitzend,  die  Aufnahmsöffnung  sechslappig,  die  Auswurfsöffnung  vierlappig,  der  Kiemensack 
gefaltet,  die  Tentakel  verästelt.  Typus:   Peru  pellucida,  St. 


1  Jeuu'sche  Zeitschrift  für  Medicin  und  Naturwissenschaft.  VII.  Bd.   ist.;,  p.  81. 


Untersuchungen  über  die  Tuuicaten  des  adriatischen  und  Mittelmeeres.  'J-L'> 

Gymnocystis  Giard.  Diese  Gattung  unterscheidet  sich  durch  die  dicke,  glatte,  mehr  cartilaginöse, 
durchscheinende  Testa  von  Molgula,  mit  welcher  sie  in  den  übrigen  Organisationgverhältnissen  überein- 
stimmt. Sie  bildet  den  Übergang  zur  Gattung  Ascidia.   Typus:    Gymnocystis  ampulloides  v.  Ben. 

Lithonephrya  Giard.  Stimmt  im  Allgemeinen  in  der  Körperform  mit  Molgula  überein,  und  weicht  nur 
dadurch  ab,  dass  der  Nierensack  von  einer  röthlichen  festen  Concretion  gänzlich  ausgefüllt  ist.  Typus:  Litho- 
nephrya  com.planata  Aid.  &  Haue.  Letztere  Gattung  kann  wohl  nicht  aufrecht  erhalten  werden,  sondern  ist 
vielmehr  mit  Molgula  zu  vereinigen. 

Glandula  Stimpson.  Der  Körper  rund,  frei,  dick  mit  Sand  und  anderen  Substanzen  bedeckt.  Die  Off- 
nungen auf  Siphqnen,  die  Ingestions-  und  Auswurfsöffnung  vierlappig.  Der  Kiemensack  gefaltet.  Typus: 
Glandula  fibrosa  St. 

Eugyra  Aid.  &  Haue.  Der  Körper  kugelig,  frei,  meist  mit  fremden  Körpern  bedeckt.  Die  Ingestions- 
öffnung wie  bei  Molgula  sechslappig,  die  Auswurfsöffnung  vierlappig.  Die  Tentakel  verästelt.  Der  Kiemen- 
sack  ungefaltet,  die  Kiemenspalten  gekrümmt,  in  den  einzelnen  Feldern  concentrisch  geordnete,  in  Form  eines 
conischen  Zapfens  verlängerte  Systeme  bildend.  Typus:    Eugyra  arenosa  Aid.  &  Haue. 

Pelonaea  Fori).  &Goods.  Der  längliche  Körper  frei  im  Sande,  die  Offnungen  viereckig,  hart  neben 
einander  am  Vorderende.  Die  Testa  lederartig,  die  Tentakel  einfach,  der  Kiemensack  nicht  gefaltet.  Die 
Eingeweide  hinter  dem  Kiemensack  gelagert.  Typus:  Velonaea  corrugata  Forb. 

Schliesslich  niuss  noch  einer  kleinen  Gruppe  von  Cynthien  Erwähnung  gemacht  werden,  die  sich  da- 
durch auszeichnen,  dass  sie  an  ihrem  Hinterende  durch  eine  gemeinschaftliche  Membran  zu  einem  Stocke  ver- 
bunden werden.  Es  gehören  hieher  die  Gattungen  Thylacium  V.  Garus  ',  Polystyela  und  Synstyela  Giard*. 
In  der  inneren  Organisation  stimmen  die  beiden  letzteren  ganz  mit  den  einfachen  Cynthien,  namentlich  mit 
Styela  überein.  Was  die  Gattung  Thylacium  betrifft,  so  stellt  V.  Garns  dieselbe  zwar  zu  den  Clavellinen, 
jedoch  ist  A.  Giard  der  Ansicht,  dass  sie  nach  den  anatomischen  Merkmalen  viel  eher  sich  an  die  Cynthien 
ansi ■hliesse,  und  vermutliet  sogar,  dass  eine  genauere  Untersuchung  vielleicht  die  Identität  mit  einer  der  von 
ihm  aufgestellten  Gattungen  nachweisen  werde. 

Nach  dem  Gesagten  zerfällt  demnach  die  ganze  Gruppe  der  Gynthiat  in  einfache  und  zusammengesetzte 
{Monocynthiae  und  Polycynthiue).  Die  im  adriatischen  und  mittelländischen  Meere  vorkommenden  Arten 
gehören  sämmtlich  zu  der  Abtheilung  der  Monocynthiae. 

Die  Anzahl  der  von  mir  beobachteten  Arten  beträgt  19,  während  von  Delle  Chiaje3  und  Philippi  * 
nur  fünf  Arten  aus  dem  Mittelmeere  aufgeführt  werden. 

M  I  C  R  0  C  0  S  M  ü  S    nov.  gen. 

Die  Testa  lederartig,  fest,  dehnbar.  Aufnahms-  und  Auswurfsöffnung  vierlappig,  ohne  Augenflecken. 
Die  Tunica  meist  ziemlich  dick,  die  Muskelstränge  eng  an  einander  geschlossen  und  eine  zusammenhän- 
gende Lage  bildend.  Die  Ringfalte  vor  dem  Tentakelwall  deutlich  entwickelt.  Die  Tentakel  stets  verästelt. 
Der  Kiemensack  gefaltet,  mehr  als  vier  Falten  beiderseits.  Das  Kiemengitter  nicht  unterbrochen ,  aus  vier- 
eckigen Feldern  bestehend,  mit  länglichen,  ziemlich  regelmässig  verlaufenden  Kiemenspalten  in  jedem 
Felde.  Die  längs  der  Rückenseite  in  der  Mitte  verlaufende  Falte  mit  glattem  Rande.  Der  Darm  auf  der  lin- 
ken Seite  gelagert,  der  Magen  von  einer  lappigen  Leber  an  der  Oberfläche  bedeckt,  der  Darmschlauch  eine 
enge  Schlinge  bildend,  ohne  innere  Leitfalte.  Die  Geschlechtsdrüsen  beiderseits  entwickelt,  mehr  oder 
weniger  gelappt. 


1  V.  Ca  ms,  Proceedings  of  the  Ashmolean  Society,  Vol.  II,  p.  -268. 

A.  Giard,  Association  fran;aise  pour  l'avancement  des  Sciences.  Congres  de  Lille.  1874,  p.  1. 
:<  Delle  Chiaje,   Meinör.  sulla  atoria  e  notomia  degli  ariimali  senza  vertebre  de!  regnn  di  Napoli.    Napoli  is-j:-j  —  29. 
Tom.  III. 

1  Philippi,  Archiv  für  Anatomie,  Physiologie  und  wissenschaftliche  Medicin.  Jahrgang  1843,  p.45— 57. 

31* 


■2U  Garn il   Heller. 

Microcosmus  vulgaris  mihi. 

Tili".  I,  Fig.   1-8. 

Unter  dem  Namen  Cynthia  mtcrocosmus  wurden  bisher  mehrere  ganz  verschiedene  Arten  mit  einander 
vereinigt,  die  nur  darin  übereinstimmen,  dass  sie  meist  eine  gerunzelte,  mit  zahlreichen  fremden  Körpern 
bedeckte  Oberfläche  besitzen. 

Der  Körper  ist  im  Allgemeinen  ziemlich  unregelmässig  rundlich,  conisch  oder  nierenförmig,  und  sitzt  oft 
mit  ziemlich  breiter  Basis  auf.  Die  beiden  Öffnungen  stehen  auf  kurzen  warzigen  Siphonen,  immer  ziemlich 
entfernt  von  einander,  die  Anfnahnisöffhung  nach  vorn  und  oben,  die  Auswurfsöffnung  nach  hinten  und  oben 
gerichtet.  Gewöhnlieh  ist  aber  der  vordere  Sipho  etwas  länger  wie  der  hintere.  Die  Offnungen  deutlich  vier- 
lappig  und  violett  gefärbt. 

Die  Tesia  ist  von  verschiedener  Dicke,  an  einzelnen  Stellen  dicker,  an  anderen  mehr  verdünnt,  jedoch 
immer  fest,  zäh,  lederartig,  undurchsichtig,  an  der  Oberfläche  röthlichbraun  oder  mehr  gelblich,  auf  der 
Durchschnittsfläche  weiss  und  mit  zahlreichen  grösseren  und  kleineren  runden  Offnungen  versehen,  an  der 
inneren  Fläche  grösstentheils  weiss,  mit  einzelnen  dunkleren  Flecken  und  deutlichen  Gefässramificationen. 
Über  die  Oberfläche  springen  lange,  starke  Querrunzeln  und  Falten  vor.  Bei  jüngeren  kleineren  Individuen 
(Tai'.  I,  Fig.  1)  lassen  sich  nur  vier  solcher  Falten  unterscheiden.  Sie  gehen  von  den  Siphonen  aus,  die  hic- 
durch  fast  vierkantig  erscheinen.  Die  oberste  Falte  verläuft  längs  des  oberen  Körperrandes  von  dem  vordem 
zum  hintern  Sipho,  die  beiden  seitlichen  treten  zu  den  Seitenwandungen  und  krümmen  sieh  dann  nach  oben 
zur  Klpakenöffnung  hin,  die  untere  Falte  wird  gewöhnlich  durch  die  Anlieftungsfläehe  unterbrochen.  Bei 
den  grösseren  ausgewachsenen  Individuen  vermehrt  sich  dagegen  die  Zahl  dieser  Falten  und  Runzeln  beträcht- 
lich. An  ihrer  Oberfläche  sind  sie  meistens  glatt,  nur  gegen  die  Öffnungen  hin  etwas  rauher.  Vom  Rande 
und  der  unteren  Seite  derTesta  gehen  bei  älteren  grösseren  Individuen  verschiedene  stolonenartige  Fortsätze 
ab,  welche  entweder  einfach  oder  fingerartig  gespalten  sind  und  sich  an  fremde  Körper,  namentlich  Steinchen, 
Muschelfragmente  u.  s.  w.  fest  ansetzen.  Auch  in  den  Vertiefungen  zwischen  den  einzelnen  Runzeln  haften 
oft  solche  fremde  Körper  an.  Der  Structur  nach  besteht  sie  aus  einer  feinfaserigen  Grundmasse,  in  welcher 
die  Faserzüge  nur  in  einer  Richtung  verlaufen,  mit  zerstreuten  kleinen  Zellen  und  zahlreichen  bräunlichen 
Pigmentkörpern,  letztere  besonders  in  der  Nähe  der  Gefässe  angehäuft,  welche  sieli  in  der  Oellulosehiille 
verzweigen  und  mit  kolbigen  Anschwellungen  nach  aussen  endigen. 

Die  Tunica  ist  mit  der  Innenwand  der  Testa  ziemlich  fest  verbunden,  von  gelblicher  oder  bräunlicher 
Farbe.  Die  sie  zusammensetzenden  Muskelstränge  sind  innig  an  einander  geschlossen,  die  äusseren  haupt- 
sächlich der  Länge  nach,  die  inneren  ringförmig  oder  schief  verlaufend.  An  der  muskulösen  Tunica  lässt  sich 
überdies  häufig,  namentlich  hei  jüngeren  Thiereu,  an  der  Vorderseite  gerade  unter  dem  Ingestionscanale  ein 
vorspringender  Divertikel  bemerken  (Fig.  1  dv). 

Der  Ingestionseanal  (Fig.  6  J)  ziemlich  lang,  conisch,  an  der  inneren  Oberfläche  leicht  gerunzelt.  An 
der  oberen  Wand,  namentlich  bei  älteren  Exemplaren,  eine  mittlere,  von  zwei  Längsfalten  begrenzte  Furche, 
(Fig.  (i  sc),  die  sich  rückwärts  bis  zum  Flimmerorgan  in  der  sona  praebranchialis  fortsetzt.  Am  hinteren  Ende 
des  Ingestionscanales  unmittelbar  vor  dem  Tentakelwulste  springt  nach  innen  eine  ziemlich  breite,  ringförmige 
Membran  gegen  das  Lumen  vor,  die  blos  in  der  Fortsetzung  der  eben  erwähnten  Rückenfurche  mit  der 
inneren  Wand  fest  verbunden  ist,  sonst  aber  frei  absieht.  Ihr  Jnuenrand  ist  wellenförmig  ausgebuchtet,  bei 
jüngeren  Exemplaren  deutlicher  als  bei  erwachsenen.  Die  zwischen  den  Ausbuchtungen  vorspringenden 
Zipfel  gleichfalls  abgerundet  (Fig.  3,  6  c).  Diese  Ringmemhran  ist  als  eine  innere  Fortsetzung  des  Haut 
muskelschlauehes  anzusehen.  An  der  vorderen  Fläche  ist  sie  noch  von  jenem  dünnen  Cellulosehäutchen  über- 
zogen, das  die  ganze  innere  Wandung  des  Ingestionscanales  auskleidet,  sieh  dann  an  der  Basis  der  Ring- 
membran auf  diese  hinüberschlägt  und  am  inneren  Rande  derselben  endigt.  Diese  Ringmembran  bildet  eine 
Art  von  Septum  zwischen  Ingestionseanal  und  Kiemenhöhle  und  scheint  hauptsächlich  dazu  bestimmt,  um  den 
Wasserst  rom  und  den  Fintritt  der  Stoffe  nach  der  Kiemenhöhle  hin  zu  reguliren.  Betrachtet  man  nämlii  h  Inj 


Untersuchungen  über  die  Tunicaten  des  adriatischen  und  Mittelmeeres.  245 

einem  quer  durchgeschnittenen  Exemplare  diese  Membran  in  ihrer  natürlichen  Lage  von  der  Ki'emenhöhle 
ans,  so  sieht  man,  dass  sie  den  Eingang  deutlich  abschliesst,  indem  die  vorspringenden  Lappen  sich  innig  an 
einander  legen  und  nur  an  der  Stelle  der  Einbuchtungen  schmale  Spalten  übrig  bleiben,  durch  welche  allein 
eine  Communication  möglich  ist.  Eine  an  der  Basis  der  Membran  stark  entwickelte  Schichte  von  Ringmuskeln 
wird  überdies  wesentlich  dazu  beitragen,  um  dieselbe  bald  zu  contrahiren,  bald  zu  erschlaffen  und 
auf  diese  Weise  die  Cömmunicationsöffnung  nach  Willkür  /.tt  verkleinern  oder  zu  erweitern. 

Die  Tentakel,  welche  hinter  dieser  Membran  in  der  Zahl  von  20  bis  28  entspringen,  sind  immer  ver- 
ästelt und  es  wechseln  meist  grössere  und  kleinere  regelmässig  mit  einander  ab  (Fig.  3,  6  T).  Sie  haben 
gewöhnlich  eine  stumpf  dreikantige  Form  und  verschmächtigen  sich  allmälig  gegen  das  Ende  hin.  Die 
etwas  schärfere  Kante  ist  nach  hinten  gerichtet,  während  die  schmälere  Fläche  nach  vorne  hin  sieht.  Von 
den  beiden  stumpfen  Seitenkanten  gehen  dann  einfache  oder  wieder  verzweigte  Fortsätze  aus  (Taf.  1, 
Fig.  7).  Im  Innern  sind  sie  hohl,  und  zwar  verlaufen  sowohl  im  Mittelstamme  als  in  den  Seitenzweigen  zwei 
Canäle,  durch  eine  mittlere  Scheidewand  von  einander  getrennt,  parallel  bis  zur  Spitze,  WO  sie  unmittelbar 
in  einander  übergehen.  Au  der  Basis  stehen  diese  Canäle  mit  einem  grösseren  Kinggefässe  in  Commti 
nication. 

Die  l'raebranchialzone  ist  glatt  und  verlängert  sich  hinter  dem  Flimmerorgane  in  Form  eines  spitzen 
Dreieckes  ziemlich  weit  nach  hinten,  indem  die  am  hinteren  Rande  desselben  verlaufenden  Wimpersäume 
erst  weiter  rückwärts  sich  mit  einander  vereinigen. 

Das  Flimmerorgan  ist  in  seiner  Gestalt  nicht  ganz  constant.  Bei  jüngeren  Exemplaren  erscheint  es  meist 
mehr  regelmässig,  rundlich  oder  hufeisenförmig  mit  vorn  spiralig  nach  einwärts  gerollten  Endschleifen 
(Taf.  I,  Fig.  3//).  Bei  älteren  Exempläien  hat  es  oft  eine  mehr  asymmetrische  Gestalt,  indem  die  eine  End- 
schleife weiter  nach  vorn  reicht  als  die  andere,  auch  ist  manchmal  eine  Endschleife  nach  einwärts,  die  andere 
nach  auswärts  gewendet  oder  es  sind  beide  nach  auswärts  gerollt  (Taf.  I,  Fig.  6). 

Die  Dorsalfalte  (Taf.  I,  Fig.  3  </)  ist  einfach,  am  Rande  glatt  und  wendet  sich  rückwärts  neben  der 
Schlundöffnung  zu  den  obern  hinteren  Enden  der  linksseitigen  Kieineufalten.  Die  beiden  Ventralfalten, 
welche  die  Hypobranchialfurche  begrenzen,  verlaufen  nach  hinten  und  oben,  und  verbinden  sieh  dann  zu 
einer  einfachen  Falte,  welche  nach  vorn  bis  zur  Schlundöffnung'  sich  fortsetzt,  an  deren  rechtsseitigem  Rande 
sie  endet. 

Die  Schlundöffnung  liegt  etwas  vor  dem  Hinterende  in  einem  ziemlich  glatten,  trichterförmig  vertieften 
Felde,  die  rechte  Lippe  wulstartig  verdickt. 

Der  Kiemensack  nimmt  die  ganze  Länge  des  Körpers  ein  und  hat  beiderseits  sieben  symmetrisch  vertheilte 
Falten,  die  fast  gerade  nach  hinten  verlaufen  und  hinter  der  Schlnndöffnung  am  Grunde  des  Sackes  conver- 
giien  (Taf.  I,  Fig.  3  br).  An  der  Oberfläche  springen  die  Längsgelässe  in  Form  scharfkantiger  Rippen  vor  und 
rücken  besonders  auf  den  Kieineufalten  näher  an  einander.  Indem  sie  sich  mit  den  Qucrgefassen  unter  rechtem 
Winkel  kreuzen,  entstehen  quadratische  Felder,  in  welchen  4—5  länglich  ovale  Kiemenspalten  sichtbar  sind, 
die  wieder  durch  ein  dünneres  Quergetäss  halbirt  werden,  wodurch  die  quadratischen  Felder  in  zwei  quer- 
gestellte Rechtecke  geschieden  werden  (Taf.  I,  Fig.  8). 

Der  Magen  ist  von  massiger  Grosse,  an  der  Oberfläche  von  einer  mehrlappigen  Leber  (Taf.  I,  Fig. 4,  ii//) 
bedeckt.  Der  Darm  steigt  zuerst  nach  oben  und  vorn  bis  vor  die  Mitte  des  Körpers  und  krümmt  sich  dann 
unter  Bildung  einer  Schlinge  wieder  nach  rückwärts,  um  neben  dem  früheren  Darmschenkel  zum  Magen 
zurückzukehren,  wo  er  sich  dann  unter  einem  Winkel  am  vorderen  Rande  des  Magens  nach  vorn  und  oben 
wendet  und  als  kurzer  Enddarm  unmittelbar  vor  der  Speiseröhre  in  die  Kloake  ausmündet.  Eine  innere  Leit- 
falte ist  im  Darme  nicht  vorhanden.  Die  Afteröffnung  zeigt  einen  leicht  gekerbten  Rand. 

Am  rundlichen  Kloakenspalt  der  Tunica  bemerkt  man  ebenfalls  eine  vorspringende  Ringfalte,  die  aber 
von  der  den  Egestionscanal  auskleidenden  Celliilosemembran  allein  gebildet  wird.  Der  Rand  derselben  ist 
leicht  gekerbt  und  rechts  und  links  mit  der  Unterlage  fester  verbunden  und  furchenartig  vertieft.  Lndocarpen 
an  der  Innenseite  der  Tunica  sind  nur  in  geringer  Anzahl  entwickelt. 


246  Ginnil  Heller. 

Die  Geschlechtsorgane  (Tal.  1,  Fig.  4,  6  g)  liegen  zu  beiden  Seiten  des  Körpers  in  Form  gelappter 
Drüsen,  die  sich  muh  Vorderende  bis  nach  rückwärts  zur  Kloake  erstrecken  und  hier  in  der  Nähe  des  ver- 
tieften KAoakenrandes  mit  ihrem  Aust'iihrungsgange  ausmünden.  Jederseits  zählt  man  vier  bis  fünf  solche 
Luppen.  Auf  der  linken  Seite  umhüllen  sie  last  vollständig  den  Darmcanal  und  erstrecken  sich  rückwärts  bis 
zum  Magen.  Der  innere  Theil  dieser  lappigen  Drüsen  funetionirt  als  Eierstock,  indem  hier  an  Vorsprängen, 
derselben  die  Eier  aufsitzen.  Ein  gemeinschaftlicher  Ausführungsgang,  der  die  einzelnen  Lappen  verbindet, 
mündet  nach  rückwärts  in  die  Kloake  aus.  Die  Hoden  erscheinen  als  kleine  rundliche  oder  ovale  Läppchen 
an  der  Oberfläche  der  Genitaldrüse  und  aus  ihnen  führt  ebenfalls  ein  >-us  deferens  nach  rückwärts  zur 
Kloake. 

Die  Körpergrösse  der  einzelnen  Individuen  ist  sehr  verschieden,  sie  schwankt  zwischen  3  bis  1U  Cm.  in 
der  Länge. 

Diese  Art  findet  sich  ziemlich  häufig  im  adriatischen  und  mittelländischen  Meere.  In  ersterem  traf  ich  sie 
zu  Triest,  Lesina,  Lissa,  Curzoln,  Lagosta  und  Ragusa,  im  Mittelmeere  zu  Neapel,  wo  sie  auch  von  Delle 
Chiaje  und  Philippi  beobachtet  wurde.  Übrigens  scheint  sie  auch  in  der  Nordsee,  wenigstens  an  den 
Küsten  Englands  und  Frankreichs  nicht  zu  fehlen, 

Microcosmus  polymorphus  nov.  sp. 

Taf.  I,   Fig.  9—11;   Tat'.  II,  Fig.   1—4. 

Diese  Art  unterscheidet  sich  von  der  vorigen  hauptsächlich  durch  die  mehr  gerunzelte,  rauhere  Ober- 
fläche. Der  Körper  ist  meistens  ziemlich  unregelmässig,  bald  rundlich,  bald  mehr  in  die  Länge  entwickelt, 
häufig  undeutlich  nierenförmig.  Die  beiden  Offnungen  stehen  wie  in  der  vorigen  Art  weit  von  einander  ent- 
fernt, die  etwas  mehr  vorspringende  Aufnahmsöffnung  nach  vom  und  (dien,  die  etwas  hinter  der  Mitte  befind- 
liche Auswurfsöffnung  nach  oben  gerichtet,  beide  vierspaltig.  Die  ganze  Körperoberfläche  ist  dicht  und 
unregelmässig  gerunzelt,  wie  zerknittert  (Taf.  II,  Fig.  1).  Während  bei  M.  vulgaris  die  Runzeln  der  Haut 
mehr  in  einer  Richtung  verlaufen  und  an  ihrer  Oberfläche  meist  glatt  sind,  erscheinen  sie  hier  mannigfach 
gewunden  und  an  der  Oberfläche  grob  gekörnt.  Überdies  ist  die  Oberfläche  namentlich  in  der  Nähe  der 
Mündungen,  sowie  an  der  Ansatzstelle  häufig  mit  rundlichen  oder  unregelmässig  zottigen,  condylomatösen 
Vorsprüngen  besetzt.  Dann  ist  der  Körper  meist  in  viel  höherem  Grade  als  bei  der  vorigen  Art  von  fremden 
Körpern  dicht  bedeckt.  Die  Färbung  ist  gewöhnlich  dunkelbraun. 

Bei  jüngeren  Thiereu  (Taf.  I,  Fig.  9)  von  beiläufig  2<>_2;">  Mm.  Länge  war  der  Körper  rundlich,  die  Auf- 
nahms-  und  Auswurfsöffnung  ziemlich  vorspringend,  die  grauliche  Oberfläche  des  Körpers  nur  massig 
gerunzelt,  deutlich  gekörnt,  viele  Körnchen  schwarzbraun  gefärbt.  Gegen  die  Öffnungen  hin  erschienen  diese 
Körner  mehr  gehäuft  und  die  Umgebung  der  Öffnungen  fast  ganz  schwarz,  auch  grössere  höckerige  und 
lappige  Excrescenzen  fanden  sich  in  grösserer  Menge  um  die  Öffnungen  herum. 

Die  Testa  ist  lederartig,  undurchsichtig,  jedoch  nicht  so  zäh,  sondern  etwas  weicher  wie  in  der  vorigen 
Art.  Die  Dicke  ist  verschieden,  besonders  bedeutend  an  den  oberflächlichen  Excrescenzen,  sowie  in  der  Nähe 
der  Haftstelle.  Während  bei  den  meisten  Individuen  in  der  Nähe  der  letzteren  blos  zahlreiche  zottige  Fort- 
sätze entwickelt  sind,  verdickt  sich  bei  älteren  Thieren  die  Ansatzstelle  in  auffallender  Weise  und  bildet  einen 
dicken  breiten  Stiel.  Die  Durchschiiittsfläehe,  sowie  die  Innenseite  der  Testa  ist  bei  jungen  und  erwachsenen 
Exemplaren  stets  graulichweiss  oder  fast  rauchgrau.  letztere  hie  und  da  mit  einzelnen  lichteren  oder 
dunkleren  Flecken  versehen.    In  der  inneren  Structur  stimmt  sie  fast  ganz  mit  der  vorigen  Art  überein. 

Der  Innenkörper  löst  sich  von  der  Innenseite  der  Testa  ziemlich  schwer  los,  er  zeigt  meist  eine  querovale 
oder  nierenförmige  Gestillt  und  eine  mehr  oder  weniger  gelblichrothe  oder  fleischähnlielie  Färbung.  Zwischen 
den  dicht  gewobenen  Muskelzügen  der  Tunica  scheint  häufig,  namentlich  an  den  Seitenflächen,  sowie  gegen 
den  unteren  Rand  hin  ein  lichtgelbliches  Stratum  hindurch. 

Der  Ingestionscaniil  zeigt  gewöhnlich  eine  initiiere  Länge  und  ist  an  der  Innenseite,  namentlich  gegen 
die  Rückenseite  bin  meist  längsgefaltet  und  in  seinem  Anfangs tb eile  dunkelroth  gefärbt.  Die  Kingniembran  ist 


Untersuchungen  übe?-  die  Tunicaten  des  adriatisclien  und,  Mittelmeeres.  247 

ziemlich  breit,  der  freie  Rand  derselben  bei  jungen  Exemplaren  niemals  eingebuchtet,  wie  bei  der  vorigen 
Ait,  sondein  höchstens  leicht  gekerbt  (Tat.  II,  Fig.  4  c).  Bei  älteren  Exemplaren  zeigt  sich  diese  Membran 
jedoch  mannigfach  verändert.  Am  häutigsten  ist  sie  in  Form  krausenärtig  gewundener  Lappen  nach  hinten 
-cwcndet  und  jede  Krausenfalte  begrenzt  dann  einen  gesonderten  Communicationscanal  zwischen  Ingesrions- 
rolir  und  Kiemenhöhle  (Taf.  I,  Fig.  11  c).  Schrott  verdicken  sich  auch  die  Ränder  der  Ringmembran  uml 
zeigen  dann  knotige  Anschwellungen,  die  gewöhnlich  mit  den  verdickten  Längsfalten  des  Iugestionsrohres 
unmittelbar  zusammenhängen  (Taf.  I,  Fig.  10),  oder  einzelne  benachbarte  Längsfalten  verwachsen  nach  unten 
hin  zu  einem  längeren  oder  kürzeren  Rohre  (Taf.  II,  Fig.  6).  In  den  beiden  letzteren  Fällen  stellt  sich  eine 
Art  von  Insufticienz  des  Klappenapparates  her,  indem  ein  vollkommener  Verschluss  der  Communieations- 
öffnung  hier  nicht  mehr  so  leicht  möglich  ist,  während  dagegen  die  Zufuhr  der  Stufte  immer  gesichert 
bleibt. 

Die  Tentakel  sind  verästelt  und  liegen  in  einer  Zahl  von  20 — 30  an  der  Basis  der  Ringmembran.  Die 
Praebranchialzone  ist  glatt,  das  Flimmerorgan  ziemlich  weit  nach  rückwärts  gelagert  und  in  der  Form  mit 
jenem  von  M.  vulgaris  übereinstimmend. 

Die  Dorsalfalte  ist  glatt  und  verläuft  wie  in  der  vorigen  Art.  Die  Schlundöffnung  liegt  ziemlich  weit 
rückwärts  in  vertieftem  glatten  Felde. 

Der  Kiemensack  zeigt  beiderseits  sieben  ziemlich  lange,  wenig  gekrümmte  und  hinter  der  Schlundöffnung 
coiivergireude  Falten.  Die  Längsgetässe  rippenartig  vorspringend,  die  Quergetässe  welche  sich  mit  ihnen 
unter  rechtem  Winkel  kreuzen,  ziemlich  weit.  Jedes  Viereck  in  dem  Gitternetz  mit  5  —  6  länglichen  Spalt 
Öffnungen  und  durch  ein  schmales  Quergefäss  wieder  halbirt.  Gewöhnlich  sind  die  Kiemengefässe  mit  Blut- 
körperchen strotzend  gefüllt,  und  zwar  kann  man  grössere  und  kleinere  unterscheiden.  Erstere  sind  dunkel- 
braun und  meist  den  Wandungen  der  Gefässe  angelagert,  die  letzteren  zahlreicheren  gelblich  gefärbt.  Die 
Anwesenheit  dieser  gelben  Blutkörperchen  bedingt  das  gelbliche  Aussehen  des  Kiemensackes  und  der 
Tunica. 

Der  Darmcanal  linksseitig.  Der  Magen  von  mittlerer  Grösse,  mit  mehrlappiger  Leber  an  der  Oberfläche. 
Der  Darmcanal  in  Bezug  auf  Länge  und  Verlauf  ganz  wie  bei  voriger  Art  beschaffen  und  in  seiner  grössteu 
Ausdehnung  von  der  Geschlechtsdrüse  bedeckt. 

Die  Geschlechtsorgane  erstrecken  sich  zu  beiden  Seiten  des  Körpers  vom  Vorder-  bis  zum  Hinterende  in 
Form  von  4  —  5  ziemlich  grossen,  unmittelbar  an  einander  stossenden  und  durch  einen  Ausführungsgang  ver- 
einigten Lappen  (Taf.  II,  Fig.  4  g).  Der  Ausführungsgang  mündet  unmittelbar  neben  der  Kloakenöffnung. 
Bau  der  Geschlechtsdrüsen  wie  bei  vorhergehender  Art.  Endocarpen  nur  im  vordem  Umfange  des  Peribran- 
chialraumes  sichtbar. 

In  der  Körpergrüsse  steht  diese  Art  der  vorigen  ebenfalls  nicht  nach,  da  Exemplare  von  8 — 9  Cm.  nicht 
selten  sind.  Die  fremden  Körper,  welche  der  Oberfläche  aufsitzen,  sind  nach  dem  Standorte  verschieden,  ganz 
besonders  Sandkörnchen  oder  kleine  Steinchen,  Muschelfragmente,  kleine  Schnecken,  Bryozoen,  Foramiiii- 
feren,  Bruchstücke  von  Echinodermenschalen,  Korallen,  Algen  u.  dgl.  In  Bezug  auf  die  Verbreitung  rindet 
sich  diese  Art  ebenso  häutig  wie  die  vorige  im  ganzen  adriatisclien  und  mittelländischen  Meere. 

Microcosinus  scrotum   D.  Chiaje. 
Tat  II,   Fig.  5—6. 

Unter  diesem  Namen  beschreibt  Delle  Chiaje  '  eine  im  Golfe  von  Neapel  aufgefundene  Art  in  folgender 
Weise:  „Corpo  scrotiforme,  giallo  fosco,  integuineiito  liscio,  rugoso,  cartilagineo,  poche  linee  crasso.  coinpatto. 
contrattile;  tubo  branchiale  lunghissimo,  dritto,  biancastro,  con  4  angoli  rossicci  riniti  in  acuminata  apertura 
;i  quadrnplici   lobi  trigoni,   l'anale  simile,   brevissimo  e  divaricato  dall' antecedente.    Rinviensi  solitaria  ed 


1    Delle  Chiaje,   CyiUhia  scrotum   I.  c.  Tom.  III,   p.  17.  Tab.  83,  Fig.  3. 


248  Oam.il  Heller. 

aggregata  con  altri  grandi  e  piccoli  suoi  individui  fra  le  crepaccie  degli  scogli,  merce  ninno  o  piccolo  attacco. 
E  la  piu  grande  specie  di  ascidia  de!  uostro  porlo". 

Ich  fand  mehrere  Exemplare  dieser  von  C  hin  je  beschriebenen  Form  sowohl  im  adriatischen  als  auch  im 
mittelländischen  Meere.  Sie  unterscheidet  sich  aber  von  .1/.  polymorphus  blos  durch  die  ausserordentliche 
Länge  des  Ingestionscanales,  stimmt  aber  sonst  in  jeder  Beziehung  mit  dieser  Art  vollkommen  überein,  so 
dass  ich  sie  blos  für  eine  Varietät  von  ihr  halten  kann.  Es  lassen  sich  bei  dieser  vielgestaltigen  Art  über- 
haupt auch  in  der  Form  und  Länge  des  Aufnahmsrohres  zahlreiche  Übergänge  von  einem  mittellangen 
Branchialsipho  bis  zu  dein  lang  ausgezogenen  Ingestionsrohre  von  .1/.  an-., tum  nachweisen. 

Microcosmus  claudicans  S  a  v. 

Taf.  II,  Fiff.  7,  8. 


Diese  von  Savigny  '  aufgestellte  Art  charakterisirt  sich  hauptsächlich  durch  die  grössere  Anzahl  und 
die  meist  asymmetrische  Anordnung  der  vorspringenden  Kiemenfalten.  Am  häufigsten  finden  sich  acht  Falten 
auf  der  einen  und  neun  Falten  auf  der  anderen  Seite,  seltener  9  und  10  Falten.  Nach  Kupffer2,  der  diese 
Art  in  der  Nordsee  beobachtete,  sollen  die  Kiemenfalten  auch  öfters  symmetrisch  vertheilt  sein  und  sich  8  oder 
9  Falten  auf  jeder  Seite  vorfinden. 

Die  Körperform  variirt  auch  bei  dieser  Art  mannigfach,  sie  ist  im  Allgemeinen  rundlich  oder  unregel- 
mässig ellipsoidisch,  conisch  oder  eiförmig.  Die  Öffnungen  ziemlich  weit  abstehend,  auf  conischen,  stumpf 
vierkantigen  Siphonen,  die  Auswurfsöffnung  beiläufig  in  der  Mitte  des  oberen  Randes,  seltener  hinter  der 
Mitte,  beide  vierspaltig.  Die  Siphonen  bald  länger,  bald  kürzer.  Die  Körperoberfläche  stets  stark  gerunzelt, 
die  Runzeln  in  jeder  Richtung  verlaufend,  blos  auf  den  Siphonen  mehr  quer  gelagert,  ihre  Oberfläche  rauh 
und  mit  feinen  Börstchen  oder  Härchen  besetzt,  an  welchen  meist  Sandkörnchen  und  andere  fremde  Körper 
festsitzen.  Nach  rückwärts  gegen  die  Haftstelle  hin  gehen  häutig  fadenförmige  oder  lappig  verzweigte  Fort- 
sätze aus. 

Die  Testa  ist  lederartig,  fest,  undurchsichtig,  von  massiger  Dicke,  an  der  Oberfläche  bräunlichgraü  oder 
löthlich,  an  der  Durchschnittsfläche  und  Innenseite  weiss.  Die  innere  Tunica  ist  ziemlich  fest  mit  jeuer  ver- 
bunden, von  gelblicher  Farbe,  die  Muskelwandung  dicht. 

Der  Ingestionscaiial  von  massiger  Länge,  die  Ringmembran  ganzrandig  oder  höchstens  leicht  gekerbt. 
Tentakel  14—18,  verästelt.  Die  Praebranchialzone  glatt.  Das  Flimmerorgan  rundlich  mit  spiralig  einwärts 
gekrümmten  Endschleifen.  Die  Dorsalfalte  glattraudig.  Die  Schlundöffnung  ziemlich  weit  rückwärts. 

Die  Kiemenfalten  sind  massig  gekrümmt,  am  Hinterende  des  Sackes  convergirend.  Jede  Falte  mit  10 — 1 1 
genäherten  rippenartigen  Längsgefässen,  die  Quergefässe  bilden  mit  ihnen  längliche  viereckige  Felder,  in 
welchen  lange,  schmale,  gerade  Kiemenspalten  verlaufen,  durch  ein  seeundäres  dünnes  Quergefäss  wieder 
halbirt. 

Der  Darmeanal  verhält  sieh  wie  in  den  früher  besprochenen  Arten,  nur  reicht  die  Darmschlinge  nicht  so 
weit  nach  vorwärts.  Die  Genitaldrüsen  (Taf.  II,  Fig.  8  g)  sind  auf  beiden  Seiten  entwickelt;  jene  der  linken 
Seite  bedeckt  fast  den  ganzen  Darm,  mit  Ausnahme  des  Magens  und  Mastdarmes,  jene  der  rechten  Seite  liegt 
ziemlich  weit  rückwärts  und  ist  weniger  umfangreich  als  die  gegenüberliegende.  Ihre  Oberfläche  ist  weniger 
in  Lappen  zerfallen,  stimmt  aber  sonst  im  Bau  mit  den  übrigen  Arten  überein. 

Diese  Art  findet  sich  im  adriatischen  und  mittelländischen  Meere  nicht  selten,  gewöhnlich  anderen  Arten, 
namentlich  Polycarpa  variwns  aufsitzend.  Sie  erreicht  nie  die  beträchtliche  Grösse  der  anderen  Mioroöosmus- 
Arten,  sondern  zeigt  höchstens  eine  Länge  von  2 — 3  Cm. 


1    Savigny,  Cynthia   claudicans  1.  c.  p.  löü,  pl.  II,  Fig.  1. 

'-'  Kupffer,  Bericht  über  die  Resultate  der  in  den  Jahren   1871  und   187-2  ausgeführten  Expedition  Kur  Wissenschaft- 
lichen Erforschung  der  Nord-  und  Ostsee.  VII,  Tunicata,  p.  216. 


Untersuchungen  über  die  Tunicaten  des  adriatischen  und  Mittelmeeres.  249 

CYNTHIA  s.  str.   (Sav.). 

Die  Testa  lederartig,  fest.  Aufnahm*  und  Auswurfsöffnung  vierlappig,  ohne  Augenflecken.  Die  Tunica 
dick,  aus  eng  gewobenen  Muskelsträngen  bestellend.  Eine  Ringfalte  im  Ingestionscanal  entwickelt.  Die 
Tentakel  verästelt.  Der  Kiemensack  gefaltet,  beiderseits  mehr  als  vier  Falten,  das  Kiemengitter  nicht  unter- 
brochen, die  Spaltöffnungen  länglich,  regelmässig  angeordnet.  Die  Dorsalfalte  am  Rande  mit  dünnen  Fort- 
sätzen besetzt.  Der  Magen  mit  lappiger  Leber  an  der  Oberfläche,  der  Darm  eine  weite  offene  Schlinge 
bildend,  im  Innern  ohne  vorspringende  Leitfalte.  Die  Genitaldrüsen  beiderseits  entwickelt  in  Form  einfacher 
oder  gelappter  Schläuche. 

Von  der  Gattung  Microcosmus  ist  somit  Cynthia  verschieden  durch  den  mit  Fortsätzen  versehenen  Rand 

der   Dorsalfalte,    durch   die   weite   offene    Schlinge   des   Darmes   und   durch   die    abweichende   Gestalt    der 

Genitaldrüsen. 

Cynthia  papulosa  L. 

Tat".  II,  Fig.  9. 

Ascidia  papulosa  Liinic,  Syst.  natur.  Edit.  XII,  tom.  I,  g.  287,  Nr.  1.  —  f'uvier,  Mem.  tln  Mus.  d'hist.  natur.  tom.  3,  pl.  II, 
li^-.  1—3.   —   Cynthia  papillata  Savigny,  Mein,  sur  les  Anim.  sana  Vertfebres,  tom.  II,  p.  148,  pl.  VI,  fig.  i. 

Diese  Art  ist  schon  in  ihrer  äusseren  Form  so  charakteristisch,  dass  man  sie  leicht  von  allen  andern 
unterscheiden  kann.  Ihr  länglieh  ovaler  Körper  sitzt  an  der  Basis  fest  und  sendet  hier  zahlreiche  einfache 
oder  verästelte  wurzeiförmige  Ausläufer  ab.  Die  beiden  Öffnungen  liegen  auf  kurzen  rundlichen  Siphonen, 
die  Aufnahmsöffnung  ist  gerade  nach  vorn  hin  gerichtet,  die  Auswurfsöffnung  in  kurzer  Entfernung  davon, 
jedenfalls  vor  der  Mitte,  nach  oben  und  vorn  gewendet,  erstere  stets  vierlappig,  letztere  häutig  querspaltig, 
beide  am  Kunde  mit  langen  aufrechten  Borsten  besetzt.  Während  bei  den  übrigen  ( 'yntkt'a- Arten  die  Ober- 
fläche gewöhnlich  gerunzelt  erscheint,  ist  dies  hier  nicht  der  Fall,  sondern  die  ganze  Fläche  ist  mehr  eben 
und  zeigt  zahlreiche  rundliche,  von  einander  deutlich  abgegrenzte  Feldchen,  und  jedes  Feldchen  erhebt  sich  in 
der  Mitte  zu  einem  spitzen  Höcker.  Je  weiter  nach  vorn,  desto  zugespitzter  erscheinen  die  Höcker.  Dabei  ist 
die  Oberfläche  meistens  ganz  frei  von  fremden  Körpern ,  Mos  in  der  Nähe  der  Basis  siedeln  sich  ein- 
zelne an. 

Die  Testa  ist  verhältnissmässig  dünn,  aber  fest,  zäh,  lederartig,  undurchsichtig,  an  der  Oberfläche  schön 
roth  gefärbt,  an  der  Innenseite  graulieh  oder  gelblichweiss.  Sie  besteht  aus  einer  deutlich  faserigen  Grund- 
substanz, in  welcher  aber  nicht  sämmtliche  Fasern  in  einer  Richtung  verlaufen,  sondern  über  einander  liegende 
Schichten  bilden,  die  sich  kreuzen.  Nur  ganz  nach  aussen  hin  zeigt  die  Grundmasse  keine  Streifung,  sondern 
erscheint  hier  als  ein  gelblicher  hyaliner  Saum,  welcher  sich  auch  auf  die  Stachelhöcker  fortsetzt.  In  der 
Grundmasse  zerstreut,  und  zwar  in  der  faserigen  ebenso  wie  in  der  hyalinen  liegen  zahlreiche  kleine  spindel- 
förmige Zellen,  ferner  in  den  tieferen  Lagen  der  Testa  auch  grössere,  körnige  Pigmentzellen. 

Der  Inuenkörper  ist  immer  mit  der  Testa  fest  verbunden.  An  der  Basis  tritt  überdies  ein  dünner  stiel 
artiger  Fortsatz  zur  Innenseite  der  Cellulosehülle  hin,  in  welchem   einige   grössere  Gefässstämme   verlaufen. 
Die  Tunica  bildet  eine  ziemlich  dicke  und  zusammenhängende  Muskelschichte,    an  welcher  namentlich   im 
vorderen  Umfange  die  Hingfaserlage  sehr  entwickelt  erscheint. 

Der  Ingestionscanal  hat  nur  eine  geringe  Länge,  an  der  Innenseite  ist  er  meist  etwas  längsgerunzelt  und 
besonders  unmittelbar  hinter  dem  Eingange  mit  rauhen  Körnchen  besetzt.  An  der  Stelle  der  sonst  dünnen 
Ringmembran  zeigt  sich  eine  Reihe  unregelmässiger  Längswülste,  zwischen  denen  schmale  Furchen  nach 
rückwärts  zur  Kiemenhöhle  fuhren. 

Die  Tentakel  stehen  an  der  Basis  der  erwähnten  Längswülste,  24—30,  längere  und  kürzere  abwechselnd 
und  sind  stets  verästelt.  Die  Praebranchialzone*  glatt.  Das  Flimmerorgan  auf  vorspringendem  Höcker  mif 
spiralig  einwärts  gerollten  Schleifen. 

Der  Kiemeusack  ist  ziemlich  lang.  Die  in  ihm  verlaufende  Dorsalfalte  tritt  rückwärts  neben  derSchluud- 
öflnung  nach  links  zu  den  Hinterenden  der  Kiemenfalten  und  ist  an   ihrem  freien  Hände  der  ganzen  Länge 

Douksrhnfltm  der  uiiuhcni.-n;aur\v     Cl.    XWVII     Bd.  32 


2:'0  Camil  Hei  Irr. 

nach  mit  ziemlich  langen,  tli